Filmkritik: „Thor 3: Tag Der Entscheidung“ (2017)

Auch Bekannt Als: Thor: Ragnarok
Filmtyp: Spielfilm
Basierend Auf: Originaldrehbuch
Regie: Taika Waititi
Mit: Chris Hemsworth, Tom Hiddleston, Cate Blanchett u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 131 Minuten
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Action / Science Fiction
Tags: Thor | Asgard | Mjölnir | Odin | Loki | Midgard | Marvel | Comic

Donnerbuddys für immer.

Inhalt: Nachdem Donnergott Thor (Chris Hemsworth) und sein Bruder Loki (Tom Hiddleston) ihren Vater Odin (Anthony Hopkins) auf der Erde ausfindig gemacht haben, müssen die sich nicht immer gut verstehenden Geschwister gleich mit mehreren Hiobsbotschaften zurechtkommen. Dass ihrer Heimatwelt Asgard eine Katastrophe in Form des sogenannten Ragnarök bevorsteht und sich ihr Vater vor ihren Augen in die Gefilde von Walhalla aufmacht ist dabei nur der Anfang – schließlich erfahren sie auch von einer ihnen bisher unbekannten Schwester namens Hela (Cate Blanchett). Die ist jedoch nicht gekommen, um den beiden Brüdern in dieser schweren Zeit beizustehen – sie will selbst nach Asgard, um sich an den mächtigen Kräften der Stadt zu laben und das Universum zu unterjochen. Und genau das wollen Thor und sogar Loki verhindern. Dumm nur, dass sie bei ihrer Reise nach Asgard auf einem seltsamen Müllplaneten namens Sakaar landen, der von einem noch seltsameren Herrscher kontrolliert wird – und auf dem selbst ein mächtiger Gott wie Thor dazu gezwungen werden kann, an blutrünstigen Turnieren teilzunehmen.

Kritik: Nach der ebenso überraschenden wie guten ersten THOR-Verfilmung (2011, siehe Review) sowie dem deutlich düstereren Nachfolger THE DARK KINGDOM (2013, Review) wagt sich der beliebte Marvel-Held mit dem TAG DER ENTSCHEIDUNG bereits zum dritten Male auf die große Kinoleinwand. Wobei, und diesen Einschub sollte man in Anbetracht der aktuellen Marvel-Filmflut durchaus vornehmen; sich diese Zahl natürlich nur auf die Auftritte in seinem eigenen Franchise bezieht – und er dementsprechend auch in zahlreichen anderen Partner-Werken wie etwa der AVENGERS-Reihe ein Wörtchen mitzureden hat. Fakt ist: Comic-Verfilmungen sind in der aktuellen Kinolandschaft beliebter denn je, und gerade die Helden und Geschichten aus dem Hause MARVEL scheinen dabei den ein oder anderen Zuschauer-Nerv zu treffen. Das bedeutet indes nicht, dass sich die Geschichten nicht doch irgendwann abnutzen könnten – wofür gewissermaßen auch der neueste THOR-Teil Pate steht.

Interessanterweise ist es in diesem Fall aber nicht die zugrundeliegende Idee, die den ebenso apokalyptischen wie teils fast schon albernen Filmgenuss der Marke THOR markant trüben würde. Eigentlich ist sogar das Gegenteil der Fall, denn die eher einen Schritt zurückgreifende Geschichte macht mit ihren mythischen Bezügen durchaus Spaß – und markiert eine willkommene Abwechslung zum inhaltlich deutlich schwächeren Vorgänger. Anders gesagt: THOR 3 erzählt nichts wirklich neues; greift dafür aber einige grundsätzlich spannende, bis dato aber vernachlässigte Themen und Personen aus dem entsprechenden Handlungskosmos auf. Sicher, eine allzu große Erzählkunst sollte man auch dieses Mal nicht erwarten; zumal das THOR-Franchise ein vergleichsweise triviales ist und weiterhin auf einen bestmöglichen Unterhaltungsfaktor abzielt – und doch ist die eigentliche Crux des Films nicht in der Geschichte zu suchen. Und auch nicht unbedingt in Bezug auf die auftretenden Charaktere sowie ihre auffallend flachen, nur selten glaubwürdigen und auf einer wie auch immer gearteten emotionalen Ebene überhaupt nicht mehr funktionierenden Porträts. THOR ist und bleibt eben ein Werk auf dem Hause Marvel – und damit auch eines, von dem man nicht unbedingt allzu tiefgründige Inhalte erwarten sollte.

Dass es dieses Mal ausgerechnet hinsichtlich des sich durch die Charaktere und die Szenerie fast schon automatisch ergebenden Unterhaltungsfaktors hapert, ist demnach umso fataler. Denn auch wenn THOR 3 gut aussieht, einige atemberaubende Schauplätze (die sich zumeist nicht auf der Erde befinden) bereithält, mit größtenteils nett gemachten Spezialeffekten gespickt ist und vor Situationskomik nur so trieft; scheinen es die Verantwortlichen vor allem im letztgenannten Sinne dezent übertrieben zu haben. Anders gesagt: die Atmosphäre, die der neueste THOR-Ableger etabliert; steht auf höchst wackeligen Beinen – und die anberaumte Komik, die sich über weite Strecken eher in einer ausgelassenen Albernheit offenbart; taugt eher für einen Anflug von Scham denn lauthalse Lacher. Ein auf einen einzelnen Filmabschnitt bezogenes Paradebeispiel dafür findet sich etwa mit den Ereignissen auf dem Müll-Planeten, die sich nicht so recht in das THOR-Universum fügen wollen – und im großen und Ganzen wie eine (allzu) wilde Mixtur aus verschiedenen Elementen der STAR WARS-Saga, TRON und DAS FÜNFTE ELELEMT wirken.

Aber irgendwie musste man die Geschehnisse aus den beiden Vorgängern ja noch toppen – mit einem einerseits konsequenten, sich andererseits aber auch dezent fehlgeleitet anfühlendem Ergebnis. Schlussendlich bleibt somit zu hoffen, dass THOR 3 der letzte Film aus dem Franchise ist und es bei einer insgesamt betrachtet akzeptablen Trilogie mit einem verhältnismäßig überqualifizierten ersten Teil bleibt – und derart turbulent-bunte wie in TAG DER ENTSCHEIDUNG Geschichten wenn überhaupt einen Platz in der GUARDIANS OF THE GALAXY-Reihe (die im besten Fall ebenfalls endlich ist) finden.

Bilder / Promofotos / Screenshots: © Marvel Studios 2017

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„Ein etwas zu rasantes und atmosphärisch krudes Sequel mit einem hohen Unterhaltungswert.“

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