Metal-CD-Review: CONQUEST – Frozen Sky (2005)

Alben-Titel: Frozen Sky
Künstler / Band: Conquest (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2005
Land: Ukraine
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Lady Dea – Keyboards
W. Angel – Guitars
Louis Ray – Bass
Alexander Can – Drums
Alex G.L. – Vocals

Track-Liste:

1. Intro (01:22)
2. The Ways of Vice (04:52)
3. My Aim (03:25)
4. The Road to Nowhere (05:15)
5. Flying in the Rain (04:40)
6. The Temple of Fear (05:25)
7. Don’t Tell Me Farewell (04:54)
8. Sunset (04:16)
9. Before the War (01:31)
10. Warbeast (05:27)
11. Frozen Sky (04:53)

Eisig und doch herzerwärmend.

W. ANGELS CONQUEST (bis 2011 einfach nur CONQUEST) sind zweifelsohne eine der markanteren Power Metal-Institutionen aus der Ukraine – was mehrere Gründe hat. Zum einen sollte man eigentlich nicht erwarten, dass die Band bereits in einer Zeit gegründet wurde in der so manch andere europäische Combo noch nicht mehr als ein feuchter Traum war – auch wenn es vom entsprechenden Stichtag (das war 1996) bis zum Debütalbum ENDLESS POWER (siehe Review) noch eine ganze Weile dauern sollte. Zum anderen aber, und auch das sollte man nicht verachten; scheint so gut wie jeder namhafte Genre-Künstler aus der Ukraine schon einmal Mitglied in der Band gewesen zu sein – die damit mehr internen Entwicklungen ausgesetzt war als viele andere. Nur einer hat der Combo seit jeher die Treue gehalten, weshalb sie wohl auch zu Recht (und das besser spät als nie) nach dem Gründungsmitglied W. ANGEL benannt wurde. Doch ob nun unter der neuen oder der alten Flagge – weitaus wichtiger erscheint, was die Band tatsächlich in Petto hat. In Bezug auf die grundsätzlich recht übersichtliche CONQUEST-Diskografie wäre das etwas das 2005 erschienene FROZEN SKY als zweites offizielles Studioalbum der Ukrainer – dass dabei recht überraschend abschneidet, und das in mehrere Richtungen.

Beispielsweise wäre da die Tatsache, dass sich CONQUEST auf ihrem Zweitwerk schon deutlicher von der ursprünglich eingeschlagenen Marschrichtung eines ebenso temporeichen wie zünftigen Speed Metals der Marke ENDLESS POWER verabschiedet hatten – und nun einen ausgewogeneren europäischen Power Metal anstrebten, der in diesem Fall erstaunlich gut aufgegangen ist. Allerdings, und wie bei so vielen anderen verwandten Combos; gilt das nicht unbedingt in Bezug auf wirklich alle Aspekte des Gesamtwerks – sondern vielmehr auf einzelne, dafür aber immerhin nicht allzu spärlich gesäte Highlight-Momente. Der hervorragende Opener THE WAYS OF VICE etwa markiert den diesbezüglichen Auftakt – derart stilsicher, atmosphärisch und markant-stampfend klangen CONQUEST noch nicht; zumindest nicht bis dato. Gleichzeitig aber weist schon selbiger Opener auf eine der potentiellen Schwächen des Albums hin – die leider Gottes zu einem nicht unerheblichen Teil auf die Darbietung des damaligen Leadsängers Alex G.L. zurückzuführen sind.

Sicher, am ehesten sind die vorhandenen Defizite zu verschmerzen; wenn CONQUEST ordentlich aufs Gaspedal treten – oder mit anderweitig beeindruckenden respektive ablenkenden Maßnahmen glänzen. Spätestens aber wenn es hinüber zu den reinen Balladen (wie etwa FLYING IN THE RAIN) geht, sieht es recht düster aus für den Frontmann – auch wenn die Gitarrenarbeit hier offenbar explizit darauf ausgerichtet ist, über die teils auffällig schiefen Töne hinwegzutäuschen. Auch das ein wenig an die früheren ORATORY erinnernde DONT TELL ME FAREWELL hat dementsprechend stark zu kämpfen – wobei es die merkwürdige Aussprache des Sängers sowie das hier etwas repetitive Riffing nicht viel besser machen. Unglücklicherweise findet sich mit SUNSET noch ein weiterer Kandidat für die Riege der vielleicht ungünstigsten Genre-Balladen aller Zeiten – sodass man durchaus etwas Durchhaltevermögen mitbringen muss, will man in den eigentlichen Genuss von FROZEN SKY kommen. Sieht man über die natürlich auch in den anderen Titeln vorhandenen, aber eben nicht so stark zum Tragen kommenden gesanglichen Schwächen hinweg; ergibt sich der nämlich durchaus – wobei schon das Intro sowie das Zwischenspiel BEFORE THE WAR einen respektablen Eindruck machen.

Neben diesen kleinen Beigaben aber sind es dann vor allem der bereits erwähnte Opener THE WAYS OF VICE, das ebenso rasante wie mitreißende MY AIM, das wandelbare und in den richtigen Momenten schier abgrundtief hymnische THE ROAD TO NOWHERE oder das stampfende und Riff-geladene TEMPEL OF FEAR; die den Ausschlag geben. Hier haben CONQUEST wahrlich nicht viel liegen lassen – auch nicht im gelungenen WARBEAST als gefühlte Erweiterung des frühen Sounds von KALEDON oder aber im Rausschmeißer und Titeltrack FROZEN SKY. Eine Empfehlung kann also in jedem Fall ausgesprochen werden – auch wenn der Leadgesang verhindert, dass es sich hier um ein absolutes Must-Have handelt.

Absolute Anspieltipps: THE WAYS OF VICE, MY AIM, THE ROAD TO NOWHERE, FROZEN SKY


„Über zwei oder drei Titel muss man komplett hinwegsehen, sowie sicher auch über den nicht optimalen Leadgesang – doch in den richtigen Momenten entfaltet FROZEN SKY eine ungeahnte Wirkungskraft.“

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