Metal-CD-Review: AXENSTAR – The Inquisition (2005)

Alben-Titel: The Inquisition
Künstler / Band: Axenstar (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 06. Mai 2005
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Arise Records

Alben-Lineup:

Magnus Winterwild – Vocals, Keyboards
Magnus Ek – Bass
Pontus Jansson – Drums
Thomas Eriksson – Guitars (lead)
Peppe Johansson – Guitars

Track-Liste:

1. The Fallen One (03:51)
2. Under Black Wings (05:38)
3. Salvation (03:57)
4. Inside Your Mind (05:52)
5. Daydreamer (04:32)
6. Drifting (02:27)
7. The Burning (07:16)
8. Run or Hide (05:04)
9. The Sands of Time (04:30)

Inquisition’s still alive.

Nachdem sich die schwedischen Musiker von AXENSTAR Anfang der 2000er Jahre erstmals aufgemacht hatten, die Power Metal-Szene mit ihren beiden überraschenden Erstwerken PERPETUAL TWILIGHT (siehe Review) und FAR FROM HEAVEN (Review) zu erobern; legten der angestammte Band-Frontmann Magnus Winterwild und sein Gefolge relativ schnell nach. So sollte es gerade einmal drei Jahre nach dem Debütalbum schon wieder so weit sein: THE INQUISITION erschien als offizielles drittes Studioalbum der Band, wobei sich weder das Label noch die Besetzung verändert hatte. Im Gegenzug dafür aber ergaben sich durchaus einige Änderungen am Soundkonstrukt der Schweden, die sich schon beim Sprung vom Debütalbum zum Nachfolger FAR FROM HEAVEN experimentierfreudig zeigten – auch wenn das längst nicht dazu führte, dass AXENSTAR ihr Debütalbum noch hätten übertreffen können. Dennoch schickte man sich auch auf THE INQUISITION an, die Entwicklungen in Richtung eines etwas bodenständigeren, erwachseneren und variableren Sounds weiter zu verfolgen – was die Bandbreite der Fähigkeiten der Band erneut ausgeweitet und ein in jedem Fall spannendes AXENSTAR-Album zur Folge hatte.

Dennoch – und wie schon beim Vorgänger – bleibt die Frage, in wie weit diese Entwicklungen im Falle von AXENSTAR überhaupt sinnig erscheinen. Immerhin starteten die Schweden als überaus prägnante, sich als wahres Kraftpaket herausstellende und mit zünftigen Genre-Hymnen nur so um sich werfende Genre-Combo mit einem entsprechenden Drang nach vorn – sodass es beileibe nicht jedermann gefallen wird, dass auch THE INQUISITION eher zurückhaltend wirkt und klingt. Zumindest im Vergleich und wenn man bedenkt, dass das Album grundsätzlich keine wirklich konsequent ausgeführte Uptempo-Nummer an den Start bringt – mit Ausnahme des späten Rausschmeißers IMAGINARY WORD eventuell, der aber auch eher markant stampft als tatsächlich in jeder Hinsicht über den Hörer hinwegzurollen. Sicher, Tempo ist nicht alles; und die grundsätzliche spielerische Kraft ist den Schweden auch in diesem Fall erhalten geblieben. Dennoch ist es dezent schade, dass es sich nicht so anfühlt als hätten AXENSTAR wirklich aus dem Vollen geschöpft – und das Album einen ganz ähnlichen Bremspedal-Effekt offenbart wie stellenweise auch der Vorgänger FAR FROM HEAVEN.

Selbiger ist dabei aber nicht nur auf das Tempo zu beziehen, sondern hauptsächlich auch auf das mittelmäßige Songwriting und die nicht gerade umwerfende Gesamt-Inszenierung des Albums – dass zwar handwerklich über so gut wie jeden Zweifel erhaben ist und mit einem soliden Produktions-Part aufwartet, dafür aber des Öfteren Gefahr läuft in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Und das macht sich schon mit dem Opener THE FALLEN ONE bemerkbar – bei dem trotz der ebenso versierten wie antreibenden Arbeit an den Gitarren und am Schlagzeug der Eindruck aufkommt, dass hier noch so viel mehr drin gewesen wäre. Unglücklicherweise handelt es sich dabei im ein Gefühl einer fehlenden Tiefe, dass auch einige der noch folgenden Nummern begleitet – wobei es tatsächlich keine einzige über das Niveau eines annehmbaren bis bestenfalls höchst soliden Genre-Beitrags schafft. Zwar ändert das nichts daran, dass sich AXENSTAR hier nicht die Blöße geben – doch gerade von einer Band wie dieser hätte man schlicht ein etwas knackigeres Gesamtpaket erwarten können.

Demnach gilt wie schon beim Vorgänger: das Bestreben von AXENSTAR, für einen noch reichhaltigeren und variableren Sound zu sorgen; avanciert ganz eindeutig zu einem zweischneidigen Schwert. Sicher, die Soli-Parts und die Instrumentalpassagen in den längeren Titel sind interessant und sorgen doch noch für die ein oder andere Überraschung; und wirklich langweilig wird es (fast) nie – doch ändert auch das nichts am insgesamt etwas zu gleichförmigen und vor allem Highlight-armen Eindruck. Ob die Schweden hier einfach etwas zu sehr auf Nummer sicher gegangen sind ist schwer zu sagen – in jedem Fall aber hört es sich so an, und lässt zweifelsohne den Wunsch nach einem erneuten Befreiungsschlag  von der Güte eines PERPETUAL TWILIGHT wach werden.

Absolute Anspieltipps: INSIDE YOUR MIND, IMAGINARY WORD


„Trotz des hervorragenden Handwerks bleibt das Album klar hinter seinen eigentlichen Möglichkeiten zurück.“

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