Filmkritik: „Der Weiße Hengst“ (1952)

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Originaltitel: Crin Blanc
Regie: Albert Lamorisse
Mit: Alain Emery, Jean-Pierre Grenier
Land: Frankreich
Laufzeit: ca. 47 Minuten
FSK: ab 6 freigegeben
Genre: Abenteuer / Drama / Kinderfilm
Tags: Pferd | Junge | Freiheit | Natur | Instinkt | Wunsch | Magie

Eine Ode an das Leben und die Freiheit.

Kurzinhalt: In der einsamen Region von Camargue in Frankreich gibt es nicht viel – aber doch eine stattliche Anzahl von wilden Pferden, auf die es allerlei Viehzüchter abgesehen haben. Eines von ihnen ist auch der kräftige CRIN BLANC, ein Tier; welches sich offenbar nicht gerne gefangennehmen lassen will – und so nach den gescheiterten Versuchen der Viehzüchter für vogelfrei erklärt wird. Bald darauf entdeckt der kleine Fischersjunge Folco den entlaufenen Hengst – und will sich seiner annehmen. Tatsächlich schafft er es, dass Vertrauen des Tieres zu gewinnen, was von den gescheiterten Viehzüchtern mit Argwohn beobachtet wird. Es scheint, als wollten sie das Tier entweder für sich – oder für niemanden. Eine Jagd mit ungewissem Ausgang beginnt…

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Vom gleichen Regisseur wie der berühmte Kurz- und Kinderfilm DER ROTE BALLON stammt ein weiterer, noch früherer Kult-Film einer längst vergangenen Kino-Epoche. Albert Lamorisse’s DER WEISSE HENGST wurde 1952 erstmals in den französischen Lichtspielhäusern uraufgeführt; wobei der bedeutende Kurzfilm bis heute nichts von seinem Reiz verloren hat. In geradezu malerischen schwarz-weiß-Bildern wird die Geschichte eines wilden Pferdes erzählt, welches mit einem Fischersjungen namens Folco (Alain Emery) in Kontakt kommt – woraufhin sich eine langsam gedeihende, wenn man so will instinktive Freundschaft entwickelt. Bezeichnend; und sicher auch ausschlaggebend für den Kurzfilm ist dabei, dass er sich wie kaum ein zweiter mit dem Thema der Freiheit und der Natur auseinandersetzt – und durch die Interaktion des ohnehin freiheitsliebenden Pferdes mit einem sich eine bessere Welt erträumenden Jungen den Zuschauer zu einer gleichermaßen nostalgischen wie zeitlosen Reise einlädt.

Eine, die vor allem über die schiere Wucht der ungekünstelten Bilder funktioniert – und weniger durch ihre schnell zusammengefasste Handlung, die spärlichen Sprachfetzen oder die hie und da eingestreute Stimme eines Erzählers. Nur der Soundtrack, der hier ebenfalls eine essentielle Rolle spielt; wird zwecks einer emotionalen Unterstützung herangezogen – was auch wunderbar klappt. Sicher mag der Kurzfilm einstweilen und aus einer streng entmystifizierten Sichtweise heraus minimalistisch erscheinen, ebenso wie seine Botschaft – und dennoch ist gerade diese wichtig und derart universell, dass man dabei nicht von ungefähr an eine auf die Leinwand projizierte Form der Poesie denken wird.

Fazit: Ob es nun die schier atemberaubende handwerkliche Arbeit, die absolut natürlichen und teils sogar spektakulären Szenen mit den Tieren oder die allgemeine unterschwellige Magie ist, die einen vergessen lässt dass der Film aus einem nunmehr altehrwürdigen Kinojahr stammt – am Ende zählt der vermittelte Eindruck, und der lässt sich auch nach so vielen Jahren noch sehen.

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„Ein emotional wuchtiger Kurzfilm, der eine gleichermaßen ergreifende wie ungekünstelte Symbiose zwischen Mensch, Tier und Natur porträtiert.“

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