Metal-CD-Review: KNIGHTS OF ROUND – The Meaning Of Life (2016)

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Alben-Titel: The Meaning Of Life
Künstler / Band: Knights Of Round (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 14. Dezember 2016
Land: Japan
Stil / Genre: Power Metal
Label: Walküre Records

Alben-Lineup:

Caesar – Bass
Rihito – Drums
Yazin – Guitars
Caz:nie – Vocals
Ryusa – Guitars

Track-Liste:

1. Savior from Nowhere (05:40)
2. Parting of the Ways (03:44)
3. Heavenly (03:35)
4. Suddenly (03:03)
5. In the Rain (03:24)
6. Find a Way (04:13)
7. Eternal Life (03:15)
8. L.O.S.T. (03:07)
9. Never Ending Journey (04:50)
10. Hope in My Heart (05:40)

Geschichten einer japanischen ラウンドテーブル Tafelrunde.

In Anbetracht der zahlreichen großen Power Metal-Veröffentlichungen des Jahres 2016 wird man sie wohl nicht unbedingt auf dem Schirm gehabt haben – die aus Japan stammende Combo KNIGHTS OF ROUND. Sicher auch, da die Band ein eher unscheinbares Dasein fristet und sich eher weniger um eine internationale Anerkennung bemüht. Damit sind die Ritter der Tafelrunde aber beileibe nicht allein – wie aktuell etwa BALFLARE, SKYWINGS oder DRAGON GUARDIAN agieren auch sie relativ Japan-exklusiv. Das ist schade, zumal es sich hier klar um einen der interessanteren Genre-Vertreter aus Fernost handelt – doch vermutlich wird sich in naher Zukunft wenig daran ändern.

Und so bleibt wohl auch das mittlerweile vierte Studioalbum THE MEANING OF LIFE ein Geheimtipp für all jene Power Metal-Enthusiasten, die ihren Blick auch mal gezielt gen Japan richten und darüber hinaus etwaige Sprachbarrieren in Kauf nehmen. Im besten Fall funktioniert das Album aber auch ohne, dass ein umfassendes sprachliches Verständnis erforderlich ist. Und tatsächlich: wer bereits die Vorgänger, und speziell A FALLING BLOSSOM WILL BLOOM AGAIN (Review) kennt der weiß; dass die KNIGHTS OF ROUND eine vergleichsweise gut funktionierende Symbiose aus einem antreibenden Power Metal, symphonischen Elementen und einem problemlos als einzigartig zu bezeichnenden Leadgesang feilbieten.

Allerdings ist damit auch schnell der Knackpunkt an und mit der Musik der KNIGHTS OF ROUND gefunden. Ein Album wie THE MEANING OF LIFE hat schließlich nicht selten das Potential dazu, ein wenig zu überladen und pompös respektive wild zu klingen. Nicht zuletzt hat hier auch die Produktion ein Wörtchen mitzureden. Die könnte man zusammenfassend als relativ aufgeblasen bezeichnen – was bedeutet, dass die Titel nicht selten so klingen als wären sie mit zusätzlichen Hall-Effekten, ungünstigen Filtern und etwas zu vordergründigen symphonischen Spielereien versehen. Das ist merkwürdig, zumal sich niemand geringeres als Mika Jussila für das Mastering verantwortlich zeichnet – ändert aber nichts daran, dass vor allem der Leadgesang zusätzlich (und unnötig) in den Hintergrund rückt. Wenn dann auch noch die alles andere als perfekt vorgetragenen englischen Textpassagen hinzukommen, ist die Konfusion perfekt – ein Titel wie L.O.S.T. fungiert hier klar als Paradebeispiel für das verschenkte Potential.

Es gilt daher vor allem eines festzuhalten: die KNIGHTS OF ROUND bedienen vieles, nur nicht den klassischen oder gar minimalistischen Power Metal der alten Schule. Immerhin: ganz so drastische Ausmaße wie bei DRAGON GUARDIAN nimmt das Ganze nicht an, die KNIGHTS OF ROUND agieren allgemein etwas gradliniger. Dennoch kann man sich nicht des Gefühls erwehren, dass etwas weniger hier eventuell mehr gewesen wäre – zumal gerade die hier und da durchblitzenden, nachvollziehbaren Melodiebögen und sich die Gitarren sowohl im Rhythmus- als auch Solibereich allemal hören lassen können. Warum genau viele der hier präsentierten Nummern dennoch arg überfrachtet erscheinen, bleibt ein Rätsel – respektive eine stilistische Entscheidung der KNIGHTS OF ROUND.

Und damit auch eine, mit der man sich anfreunden kann oder auch nicht. In diesem Fall wäre wohl beides verständlich. Das Album hat einige gute, wenn nicht gar hervorragende Ansätze und Momente – klingt insgesamt aber nicht rund genug, um wirklich und vor allem nachhaltig fesseln zu können. Das größte Ärgernis aber ist und bleibt die künstliche Überfrachtung so gut wie aller Titel – die mit viel zu aufdringlichen Keyboardspielereien, merkwürdigen Effekten und einem beinahe überhaupt nicht verständlichen Leadgesang aufwarten; der Opener SAVIOR FROM NOWHERE oder das spätere NEVERENDING JOURNEY sind hier weitere treffende Beispiele. Schade – hoffentlich ist nächstes mal wieder mehr (oder eher weniger) drin.

Absolute Anspieltipps: SAVIOR FROM NOWHERE, HEAVENLY, SUDDENLY, FIND A WAY


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„Spezielle, klanglich suboptimal präsentierte und damit leider nicht uneingeschränkt empfehlenswerte Kost für eingefleischte Japan-Fans.“

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