Produkt-Review | Rezension | Testbericht: „Otowaxol ® Tropfen“

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Produkt-Bezeichnung: Otowaxol® Lösung / Ohrentropfen
Hersteller / Vertrieb: Meda Pharma GmbH & Co. KG
Webseite: http://www.medapharma.de/
Produktart: Ohrentropfen
Inhalt / Dosierung: 1 Fläschchen à 10 Mililiter
Inhaltsstoffe: Docusat, Natriumsalz (50,00 mg)
Ethanol 96% (V/V) (150,00 mg)
Glycerol 85% (100,00 mg)
Wasser, gereinigt (Hilfstoff)

Wer hat ihn noch nicht gehabt, den guten alten Zeruminalpropf… ?

Ein jeder wird in seinem Leben schon einmal mit jener Absonderung zu tun gehabt haben, die wir in allen (nicht nur menschlichen) Ohren vorfinden – Cerumen, vereinfacht auch Ohrenschmalz genannt. Das ist nur gut und richtig so, schließlich besitzt es eine für den Gehörgang nicht unerhebliche Funktion. Es feuchtet die Haut an, sorgt dafür das Fremdpartikel aus den Ohren ‚geschwemmt‘ werden, bekämpft nebenbei auch noch Bakterien und verhindert – Achtung Kopfkino – dass sich irgendwelches Krabbelgetier in das Ohr verirrt. So sollte man sich im besten Fall keine weiteren Gedanken um jenes körpereigene Produkt machen, sondern es einfach werkeln lassen. Eine Reinigung der Gehörgänge sollte in den meisten Fällen vermieden werden – nur jenes sichtbare, ganz außen im Gehörgang liegende Ohrenschmalz kann dezent mit etwas Warmwasser, Seife und dem kleinen Finger entfernt werden. Doch manchmal kann es zu Komplikationen mit dem nützlichen Stoff kommen, nämlich dann wenn der Körper schlicht zuviel davon produziert und es sich nicht mehr richtig aus dem Gehörgang heraus ‚bewegen‘ kann. In einem solchen Fall sollte man es tunlichst unterlassen, durch den Einsatz mit Wattestäbchen auf Abhilfe zu hoffen – denn das macht die Lage meist noch weitaus schlimmer; und kann zur Förderung eines sogenannten Zeruminalpropfens beitragen. Das ist nicht vielmehr als ein verhärteter Klumpen Ohrenschmalz, der den Gehörgang teilweise, aber auch ganz blockieren und so für einen plötzlichen Schwerhörigkeit sorgen kann.

Das ist ärgerlich – aber glücklicherweise gibt es Produkte wie die Lösung von Otowaxol, die auch durch die beiliegende Ohrenspritze schnelle Abhilfe verspricht. Glücklicherweise ? Nun, nicht ganz – denn das getestete Produkt eignet sich; Achtung Wortspiel: bestenfalls für die Entfernung von leichtem Ohrenschmalz, und nicht zur leichten Entfernung von Ohrenschmalz, wie es die Verpackung verspricht. Der Grund dafür liegt auf der Hand: die mechanische Wirkung der (immerhin lustig aussehenden) Plastikspritze reicht kaum aus, um auch nur irgendetwas aus dem Ohr zu spülen, was zumindest teilweise festsitzt oder verhärtet ist. Hier soll dann die Lösung greifen; doch tut sie selbiges nicht wirklich – die harmlosen Inhaltsstoffe führen kaum zu einer Verbesserung der Symptomatik, selbst bei (eigentlich nicht vorgesehenem) exzessiven Gebrauch, der weit über die vorgeschriebene Dosierung von einer handvoll Tropfen hinausgeht. Auch vermag die Lösung es nicht, verklumpte Ansammlungen von Ohrenschmalz wie angegeben aufzuweichen – eben nur in Ausnahmefällen; das heißt bei leichteren Symptomatiken.

Dass das Produkt dabei keine bekannten Nebenwirkungen hat, spricht ebenfalls eher gegen die Lösung – handelt es sich offensichtlich nicht um ein Produkt, welches mit hochgradig wirksamen Inhaltsstoffen (die zumeist Nebenwirkungen haben können) arbeitet.

Fazit: Bei Produkten, die zu einer Auflösung von Ohrenschmalz führen sollen, handelt es sich zumeist um Mogelpackungen. Denn: grundsätzlich sind sie so wenig effektiv, dass sie nicht in die Kategorie einer professionellen Ohrenreinigung fallen – die dementsprechend nur von einem Facharzt vorgenommen werden kann. An den sollte man sich auch unbedingt wenden, wenn es bereits zu einem Zeruminalpropf gekommen ist oder sich einer abzeichnet – die beim Arzt angewandten Methoden sind nicht nur wesentlich effektiver, sondern kommen in den meisten Fällen ganz ohne Chemie aus (rein mechanisch durch starke Ohrenspülung & Absaugen). Man sollte sich selbst – und seinem Geldbeutel – also einen Gefallen tun, und sich nicht auf hochgradig überteuerte, aber hochgradig unwirksame Produkte aus der Apotheke verlassen. Ein Produkt wie Otowaxol taugt demnach eigentlich nur zu einer oberflächlichen Ohrreinigung – die in den meisten Fällen aber ohnehin überflüssig sein sollte. Wie so oft gilt schließlich: entweder (es ist schlimm und man geht zum Arzt), oder (man unternimmt nichts, um es zumindest nicht noch schlimmer zu machen).


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