Chronologie: Vom Ceruminalpropf Zur Otitis Externa | Ein Krankheitsbild

Tablettenkur_Ohrenentzündung
Gebt mir meine Antibiotika !

Blut im Auge… (Link) ? Wohl eher im Ohr.

Nun denn. Ich habe es mir seit jeher zum Ziel gesetzt, möglichst viele der Erfahrungen die ich in meinem mal mehr, mal weniger interessanten Leben machen durfte / darf auch ansatzweise auf diesem Blog zu behandeln. So soll es nun – und nach all den zahlreichen Rezensionen und Medien-News – auch einmal wieder an der Zeit sein für etwas eher persönliches. Richtig, jener (unterschwelligen) Abteilung des Blogs, die in der letzten Zeit kaum Zuwachs zu verzeichnen hatte. Aktuell stehen die Aussichten diesen ‚vergessenen‘ Beiträgen wieder Leben einzuhauchen aber auffällig gut. Dass dies ausgerechnet aus etwaigen negativen gesundheitlichen Dispositionen meinerseits heraus resultiert, ist für meinereiner zwar eher bitter – aber hoffentlich für den ein oder anderen Leser interessant.

Und so geht es – in der heutigen Gruppentherapie – erstmals um ein Sinnesorgan welches vor allem bei mir dafür sorgt; dass all die netten, auf CD gepressten schwermetallischen Klänge sich letztendlich via des Nervus Vestibulocochlearis einen Weg in das Epizentrum des Gehirns bahnen können. In der Tat geht es mir um die Ohren – beziehungsweise und in diesem speziellen Fall das linke, auf welchem ich aktuell noch über etwa 5 Prozent Hörvermögen verfüge. Warum das so ist, ist mir selbst nicht ganz klar – unter anderem deshalb, und zwecks eines Leitfadens zur Eliminierung einer Wiederholungsgefahr folgt nun folgende Aufstellung, respektive Chronologie eines Krankheitsbildes mit entsprechenden Symptomen.

  1. Alles fing ganz harmlos an, und zwar mit einer relativ normal wirkenden Bildung von Cerumen, besser bekannt als Ohrenschmalz. Man kennt es: obwohl die Ohren zwecks eines eigenen Herumfuhrwerkens tabu sein sollten, greift man trotzdem das ein oder andere Mal zu den berühmt-berüchtigten Ohrstäbchen. Abgesehen davon, dass es sich hierbei um eine offensichtlich falsche Bezeichnung handelt (die Dinger heißen eigentlich Kosmetikstäbchen, oder ganz neutral Wattestäbchen), sollte man gerade dies tunlichst unterlassen. Das durfte ich nun auch am eigenen Leib erfahren, denn: statt wie sonst lediglich den absolut-äußersten Bereich des Gehörgangs zu ‚bearbeiten‘, drang ich etwas weiter vor – und schob damit einiges an ‚Material‘ noch tiefer in den Gehörgang hinein. Viele werden dies, selbst wenn es denn einmal so weit kommen sollte; gar nicht bemerken – da der Körper immer noch über ausreichend Maßnahmen verfügt, selbst dieses ‚zusammengeschobene‘ Ohrenschmalz wieder abzutransportieren. Ungünstig wird es nur, wenn zu viel Material vorhanden ist, sich schlimmstenfalls noch verhärtet / verkrustet – und ein sogenannter Ceruminalpropf entsteht. Mit dem durfte auch ich mich fortan herumschlagen – also erst einmal ab zum Hausarzt.
  2. Der Hausarzt konnte nicht viel mehr feststellen, als dass er nichts feststellen konnte – da die Sicht auf das Trommelfell entsprechend blockiert war. Es folgte eine Überweisung zum HNO-Arzt mit der Aufforderung, das überflüssige Ohrenschmalz zu entfernen. Dennoch, und aufgrund der allgemeinen Beschwerden (und nicht zuletzt des Hörverlusts), gab es eine Krankschreibung für 2 Werktage. Nun galt es nur noch, schnell einen weiterführenden Termin zu ergattern.
  3. Da sich die Wartezeit in Bezug auf Arzttermine manchmal etwas ausdehnen kann, erfolgte – sicherlich fatalerweise – ein weiterer Selbstversuch, immerhin mit der Unterstützung einer Apothekenberatung. In Anbetracht der von mir beschriebenen Sympthome wurde mir das Produkt Otowaxol (Erfahrungsbericht hier) empfohlen – also wurden die 12 Euro ohne großartig zu überlegen übergeben, und das Produkt rasch ausprobiert. Mit ernüchterndem Ergebnis. Weder die Tropfen selbst, noch die in der Packung enthaltene, den Preis sicher rechtfertigende (hüst) ‚Wasserpumpe‘ aus Plastik konnten – im wahrsten Sinne des Wortes –  etwas bewegen. Im Gegenteil, die Symptomatik schien sich noch zu verschlimmern, weshalb es sogleich hieß: nicht mehr auf einen möglichen Termin warten, sondern sofort zu einem HNO-Arzt. Erstaunlich: bereits der zweite auf der Liste war ein Glückstreffer.
  4. Der hiesige HNO-Arzt riet mir dringend von etwaigen Produkten aus den Apotheken ab, und bezeichnete sie als reine Geldmacherei. Immerhin war er ehrlich, und bestätigte mir, was ich ebenfalls schon ahnte. Dabei wirken die netten Damen und Herren aus den Apotheken immer so vertrauenswürdig… genau das ist es wohl auch. Prompt erfolgte eine professionelle Spülung, die nicht nur das merkwürdige Druckgefühl nahm, sondern auch mein Hörvermögen wieder vollständig herstellte. Vielleicht war es nur Einbildung, aber es erschien mir gar besser als je zuvor. Problem gelöst, keine weitere Krankmeldung… doch unglücklicherweise geht es noch weiter.
  5. Bereits nach einem oder zwei Tagen kam der Schmerz. Ein Schmerz, den man sonst am ehesten von Mittelohrentzündungen her kennt – mit entpsrechendem ‚Pochen‘, dem altbekannte Druckggefühl und einer Empfeindlichkeit an bestimmten Punkten (direkt hinter / unter dem Ohr, beim Zug am Ohrläppchen). Doch auch ein Jucken kam hinzu – welches beinahe noch schlimmer schien als der Schmerz, da man in einem solchen Fall nicht einfach dahergehen und mal dezent kratzen kann. Kurios: auch wenn ich nicht weiter am Ohr herumuhrwerkte, konnte ich kurz darauf ein recht großes Hautstückchen (denke mal, es wird etwas in der Richtung gewesen sein) aus dem äußeren Gehörgang herauslösen. Schmerzen, leichte Panik – also erneut zum Hausarzt, hauptsächlich wegen der schnellen Krankschreibung für den Arbeitgeber.
  6. Der Hausarzt schaute in den Gehörgang, stellte eine ‚leichte Rötung‘ fest, und wies auf eine drohende Mittelohrentzündung hin. Schnell wurde ein entsprechendes Antibiotikum herausgesucht; aufgrund des noch immer eher bescheidenen allgemeinen Gesundheitszustandes erfolgte eine weitere Krankmeldung für 4 Tage. Also ab nach Hause, aufs Sofa gelegt und am Abend die erste Tablette eingenommen.
  7. Nach etwa 2 Tagen wurden die Symptome immer schlimmer, und vor allem: das Hörvermögen wurde weiter eingeschränkt und bewegte sich somit nur noch gegen null. Entweder das Medikament versagte, oder etwas anderes musste im Busch sein. Nach einer schlaflosen Nacht (aufgrund von Ohrenschmerzen und Schüttelfrost) dann der nächste Gang zum HNO-Arzt. Die Empfehlung: sofort die Behandlung mit den verschriebenen Antibiotika einstellen, und stattdessen auf zwei neue Präparate setzen. Zusätzlich wurde ein in eine entsprechende Lösung getauchter Wattestreifen in das Ohr eingelegt, und ein Allergietest angewiesen. Krankmeldung für weitere 2 Tage.
  8. Der nächste Arzttermin ist in wenigen Tagen – bleibt zu hoffen, dass die Medikamente bis dahin angeschlagen haben, ich wieder hören kann und die Entzündung langsam aber sicher verschwindet. Sollte dies nicht der Fall sein (was ich nicht hoffe, spannend wäre es aber allemal), erfolgt an dieser Stelle eine Aktualisierung unter Punkt 9.

So ganz ist mir noch nicht klar, warum sich das Ohr überhaupt so stark entzündete – doch letztendlich fing alles mit dem unheilvollen Wattestäbchen an; und mündete in einen Krankheitsverlauf der immerhin gute 2 Wochen andauerte. Ich persönliche nehme mir daher folgendes mit:

  1. Ich werde mir nie wieder mit einem Wattestäbchen am oder im Ohr herumfuhrwerken.
  2. Ich werde in Zukunft extrem vorsichtig und noch skeptischer sein, was Apothekenprodukte betrifft.
  3. Bei etwaigen eindeutig einem bestimmten Organ zuzuordnenden Beschwerden suche ich gleich einen Facharzt auf.

Sicher, das ist nichts neues, zumindest sollte es das nicht sein – doch wenn man selbst einmal in einem entsprechenden Kreislauf gefangen ist, macht man eben Fehler. Wie auch ich, auch wenn ich mir eine gewisse, vielleicht sogar überdurchschnittliche Intelligenz unterstelle. Schuld an etwaigen Fehlverhalten hat aber sicherlich auch das Gesundheitssystem, welches es einem nicht immer leicht macht – man muss schon selbst auf Zack sein und immer am Ball bleiben, sonst könnten sich schnelle Genesungen schneller als Luftschloss erweisen, als einem lieb ist. Beim (sich hoffentlich lange Zeit lassenden) nächsten Mal weiß ich jedenfalls Bescheid, und das von Anfang an.

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2 Gedanken zu “Chronologie: Vom Ceruminalpropf Zur Otitis Externa | Ein Krankheitsbild

  1. Scheiße. :-/ Na dann herzlichst gute Besserung. Ich vermute mal stark, dass das Herumfuhrwerken mit den Wattestäbchen nicht das Problem war, sondern das Otowaxol (u.U. die Ohrenspülung oder die Kombination aus beidem eine Komplikation hervorgerufen hat)…das hätte ich mir vor ner Weile auch beinahe „injiziert“, darüber liest man nämlich nicht immer wirklich positives, u.a. darf es bei einer bereits vorliegenden Entzündung gar nicht verwendet werden. Manchmal gibt es wirklich gute Apotheker(innen), die auch mal was anderes als der Arzt zu einer Medikation sagen und einen warnen…hier ises wohl der umgekehrte Fall gewesen. Letztendlich muss man sich wohl vorher immer selbst schlau machen…was auch wieder schwierig wird, wenn jede Quelle irgendetwas anderes sagt und man selbst ist ja – im Regelfall – leider kein Arzt.

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