Metal-CD-Review: KNIGHTS OF ROUND – In The Light Of Hope (2019)

Alben-Titel: In The Light Of Hope
Band: Knights Of Round (mehr)
Veröffentlichung: 22. Mai 2019
Land: Japan
Spielart / Stil: Power Metal
Label: Repentless

Lineup:

Yazin – Guitars
Caz:nie – Vocals
Caesar – Bass
Ryusa – Guitars (lead)
Rihito – Drums

Track-Liste:

1. The Dawn of Life (01:39)
2. From Father to Son (04:30)
3. The Game of Life (04:05)
4. Fight Destiny (03:18)
5. You „The Creator“ (03:35)
6. Hand in Hand (04:05)
7. Mystic Eyes (03:59)
8. Before It’s Too Late (05:31)
9. The Voyage (04:08)
10. Even If You’ll Be Gone (04:13)
11. Anthem for Dreamers (06:53)

Die zahmen Ritter der Tafelrunde.

Wir schreiben das Jahr 2019 – ein für das Genre des Power Metals ausserordentlich interessantes, wie es dank der zahlreichen hochkarätigen Veröffentlichungen und der Rückkehr vieler für das Genre unverzichtbarer Bands unweigerlich scheint. Neben den ganz großen Acts melden sich aber auch einige kleinere mit neuem Material zurück – wie nun etwa auch die bereits 2003 gegründeten, aus Japan stammenden KNIGHTS OF ROUND. Sicher; man sollte schon ein offenes Ohr für einen Power Metal aus Fernost mitbringen, sowie keinerlei Probleme mit etwaigen gerne mal bedienten Klischees (wie etwa fast schon aberwitzigen Gesangs-Akzenten) haben, um in den vollen Genuss einer Bands wie dieser zu kommen. Jedoch – und in Anbetracht der bisherigen Diskografie der Japaner – ist zumindest eines festzustellen: die KNIGHTS OF ROUND gehöhren zu den eher angenehmen Genre-Vertretern aus Fernost. Und das trotz dessen, das der hiesige Frontmann Caz:nie zu eben jenen Frontmännern gehört, die sich im Sinne der englischen Aussprache gerne mal; man nenne es etwas weiter aus dem Fenster lehnen. Im Zusammenspiel mit seiner recht einzigartigen Gesangsstimme kann dies durchaus eine gewisse Eingewöhnungsphase erfordern – wohingegen etwaige Power Metal-Puristen, die eher nicht auf Verspieltheit setzen und genau verstehen wollen was sie da hören; ohnehin einen großen Bogen um die KNIGHTS OF ROUND machen sollten.

Denn, und das galt auch schon für die vorherigen Alben: IN THE LIGHT OF HOPE ist ein für die KNIGHTS OF ROUND absolut typisches Werk, was mehrere Feststellung nach sich zieht. Etwa, dass mit Kitsch und Pathos nicht gegeizt wird und auch der Einsatz des Keyboards gerne mal etwas üppiger ausfällt – oder aber, dass der teils recht uvnerständliche Leadgesang tatsächlich zu einem echten Problem werden kann (man lauschen nur einmal den Strophen von THE GAME OF LIFE oder YOU THE CREATOR). Dazwischen aber – und eben das macht auch den Reiz an Alben wie IN THE LIGHT OF HOPE aus – blitzen immer wieder teils grandiose Power Metal-Elemente hervor, die sich hier vor allem auf das ebenso facettenreiche wie stilsichere Gitarrenspiel beziehen. Im Zusammenspiel mit dem allgemein recht hohen Tempo, dem eher hymnisch ausgelegten Songwriting und der Tatsache, dass sich die KNIGHTS OF ROUND längst nicht so experimentierfreudig (dann: in einem eher negativen Sinne) zeigen wie etwa die Kollegen von JUPITER kann also durchaus ein gewisser Drive entstehen, der einem das Album recht schmackhaft macht. Die gelungene Abmischung und Produktion runden das Ganze ab, wobei hervorzuheben ist dass auch der Bass die nötige Aufmerksamkeit bekommt – und das Album vor allem während der wirklich guten Soli-Parts absolut konkurrenztauglich klingt.

Und dennoch liegen die (in diesem fall alles andere als neuen) Probleme auf der Hand. Vom bereits erwähnten, sich dezent nachteilig auswirkenden Leadgesang einmal abgesehen; sind es vor allem Nummern wie das deplatziert klingende Intro, die in jeder Hinsicht unterirdische Ballade HAND IN HAND, das eher merkwürdig beeinflusste MYSTIC EYES (hier hört man einige orientalische Klänge, aber noch einiges – und eher unangenehmes – mehr) oder das nichtssagende THE VOYAGE, welche klarmachen warum die KNIGHTS OF ROUND eben doch nicht zu den hochkarätigsten Power Metal-Acts aus Japan zählen. Dennoch spricht wohl nichts dagegen einfach mal zu versuchen, mit dem ureigenen Sound der Japaner warm zu werden. Wenn schon nicht dieses Mal, dann doch beim (hoffentlich noch etwas besseren) nächsten.

Anspieltipps: THE GAME OF LIFE, YOU THE CREATOR, BEFORE ITS TOO LATE


„Besser produziert als das letzte Album – aber noch weit von einer wie auch immer gearteten Perfektion entfernt, gerade was den Leadgesang betrifft.“

Metal-CD-Review: KNIGHTS OF ROUND – Eternity (2007)

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Alben-Titel: Eternity
Künstler / Band: Knights Of Round (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 08. August 2007
Land: Japan
Stil / Genre: Power Metal
Label: Black-Listed Productions

Alben-Lineup:

Takashit – Bass
Tongari – Drums
Bashikun – Guitars
Vocchang – Vocals

Track-Liste:

1. Prologue (01:58)
2. Knights of Round (04:36)
3. Forest of the Fortress (04:55)
4. Icarus (04:55)
5. Sprint for Freedom (06:00)
6. Diabolic Noble (04:49)
7. Mercy (06:00)
8. Eternity (07:44)

Auf auf, ihr Ritter der Tafelrunde.

Die japanische Power Metal-Szene boomt. Ob nun an der Oberfläche, das heißt in Bezug auf etwas bekanntere Bands oder aber im Untergrund – eigentlich gibt es so gut wie immer etwas zu entdecken. In welche Kategorie die bereits 2003 gegründeten, allerdings erst ab 2005 mit einer kleinen Demo in Erscheinung getretenen KNIGHTS OF ROUND gehören wird sich wohl erst noch zeigen müssen. Doch immerhin gibt es nun das erste handfeste Anschauungsmaterial in diese Richtung. Selbiges hört auf den Namen ETERNITY, beinhaltet 8 Titel bei einer Gesamtspieldauer von knapp 40 Minuten – und präsentiert sowohl einige bereits auf der Demo enthaltenen, aber auch einige gänzlich neue Titel. Das Artwork macht ebenfalls ordentlich was her – es kann also losgehen mit dem musikalischen Genuss aus Fernost.

Und tatsächlich: die KNIGHTS OF ROUND machen schon zu Beginn keine allzu schlechte Figur. So sollte man sich nicht von den ersten, zugegebenermaßen etwas aufgeblasenen symphonischen Sekunden des Intros PROLOGE täuschen lassen – die alsbald hinzukommenden Gitarren zeigen zweifelsohne auf, dass hier talentierte Musiker am Werkeln sind. Der Übergang zum Opener und Titeltrack KNIGHTS OF ROUND hätte jedenfalls nicht stimmiger ausfallen können – hier präsentiert sich die Band erstmals in ihrem eigentlichen musikalischen Gewand. Das besteht vornehmlich aus einer gleichermaßen flotten wie antreibenden Power Metal-Klangkulisse mit einem angenehmen Fokus auf die Gitarren sowohl im Rhythmus- als auch Solibereich – und einem hohen Leadgesang bei den fast ausschließlich auf englisch eingesungenen Texten, die typischerweise mit einem vergleichsweise heftigen Akzent vorgetragen werden.

Das muss man nicht mögen, für viele Japan-Bands gehören Maßnahmen wie diese aber eben einfach dazu. Das ist auch gar nicht das Problem an und mit ETERNITY – dass seine teils frappierenden Schwächen vornehmlich in anderen Bereichen hat. Zum einen wäre da die Tatsache, dass Leadsänger Vocchang ganz grundsätzlich keinen markanten Eindruck hinterlässt – und die Titel so vor allem in gesanglicher Hinsicht auffallend gleichförmig klingen. Analog dazu fällt auch der gesamte Aufnahme- und Produktionspart eher ungünstig aus. Der Sound wirkt insgesamt viel zu blechern und schwachbrüstig, die unausgewogene Abmischung lässt den ohnehin schwächelnden Leadgesang zusätzlich alt aussehen. Anders und kurz gesagt: die Präsentation von ETERNITY haut einen wahrlich nicht vom Hocker.

Und dann wären da noch so gut wie alle nach dem Opener folgenden Titel – die trotz der Überarbeitung seltsam unfertig und vor allem unspektakulär klingen. Seien es das langatmige FOREST OF THE FORTRESS, das gesanglich höchst problematische ICARUS oder das dezent ermüdende DIABOLIC NOBLE – wirklich mitreißende Momente sind rar gesät. Immerhin finden sich mit dem angenehm verträumten SPIRIT FOR FREEDOM sowie dem etwas düstereren MERCY doch noch zwei kleine Highlights respektive Lichtblicke. Ob das reicht, muss ein jeder für sich selbst entscheiden – doch es scheint als hätte die Band weitaus mehr Potential, als sie auf ETERNITY zeigt.

Absolute Anspieltipps: PROLOGUE, KNIGHTS OF ROUND, SPIRIT FOR FREEDOM, MERCY


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„Eine interessante neue Japan-Combo – doch die Schwächen im Leadgesang und der Präsentation lassen noch viel Luft nach oben.“

Metal-CD-Review: KNIGHTS OF ROUND – The Meaning Of Life (2016)

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Alben-Titel: The Meaning Of Life
Künstler / Band: Knights Of Round (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 14. Dezember 2016
Land: Japan
Stil / Genre: Power Metal
Label: Walküre Records

Alben-Lineup:

Caesar – Bass
Rihito – Drums
Yazin – Guitars
Caz:nie – Vocals
Ryusa – Guitars

Track-Liste:

1. Savior from Nowhere (05:40)
2. Parting of the Ways (03:44)
3. Heavenly (03:35)
4. Suddenly (03:03)
5. In the Rain (03:24)
6. Find a Way (04:13)
7. Eternal Life (03:15)
8. L.O.S.T. (03:07)
9. Never Ending Journey (04:50)
10. Hope in My Heart (05:40)

Geschichten einer japanischen ラウンドテーブル Tafelrunde.

In Anbetracht der zahlreichen großen Power Metal-Veröffentlichungen des Jahres 2016 wird man sie wohl nicht unbedingt auf dem Schirm gehabt haben – die aus Japan stammende Combo KNIGHTS OF ROUND. Sicher auch, da die Band ein eher unscheinbares Dasein fristet und sich eher weniger um eine internationale Anerkennung bemüht. Damit sind die Ritter der Tafelrunde aber beileibe nicht allein – wie aktuell etwa BALFLARE, SKYWINGS oder DRAGON GUARDIAN agieren auch sie relativ Japan-exklusiv. Das ist schade, zumal es sich hier klar um einen der interessanteren Genre-Vertreter aus Fernost handelt – doch vermutlich wird sich in naher Zukunft wenig daran ändern.

Und so bleibt wohl auch das mittlerweile vierte Studioalbum THE MEANING OF LIFE ein Geheimtipp für all jene Power Metal-Enthusiasten, die ihren Blick auch mal gezielt gen Japan richten und darüber hinaus etwaige Sprachbarrieren in Kauf nehmen. Im besten Fall funktioniert das Album aber auch ohne, dass ein umfassendes sprachliches Verständnis erforderlich ist. Und tatsächlich: wer bereits die Vorgänger, und speziell A FALLING BLOSSOM WILL BLOOM AGAIN (Review) kennt der weiß; dass die KNIGHTS OF ROUND eine vergleichsweise gut funktionierende Symbiose aus einem antreibenden Power Metal, symphonischen Elementen und einem problemlos als einzigartig zu bezeichnenden Leadgesang feilbieten.

Allerdings ist damit auch schnell der Knackpunkt an und mit der Musik der KNIGHTS OF ROUND gefunden. Ein Album wie THE MEANING OF LIFE hat schließlich nicht selten das Potential dazu, ein wenig zu überladen und pompös respektive wild zu klingen. Nicht zuletzt hat hier auch die Produktion ein Wörtchen mitzureden. Die könnte man zusammenfassend als relativ aufgeblasen bezeichnen – was bedeutet, dass die Titel nicht selten so klingen als wären sie mit zusätzlichen Hall-Effekten, ungünstigen Filtern und etwas zu vordergründigen symphonischen Spielereien versehen. Das ist merkwürdig, zumal sich niemand geringeres als Mika Jussila für das Mastering verantwortlich zeichnet – ändert aber nichts daran, dass vor allem der Leadgesang zusätzlich (und unnötig) in den Hintergrund rückt. Wenn dann auch noch die alles andere als perfekt vorgetragenen englischen Textpassagen hinzukommen, ist die Konfusion perfekt – ein Titel wie L.O.S.T. fungiert hier klar als Paradebeispiel für das verschenkte Potential.

Es gilt daher vor allem eines festzuhalten: die KNIGHTS OF ROUND bedienen vieles, nur nicht den klassischen oder gar minimalistischen Power Metal der alten Schule. Immerhin: ganz so drastische Ausmaße wie bei DRAGON GUARDIAN nimmt das Ganze nicht an, die KNIGHTS OF ROUND agieren allgemein etwas gradliniger. Dennoch kann man sich nicht des Gefühls erwehren, dass etwas weniger hier eventuell mehr gewesen wäre – zumal gerade die hier und da durchblitzenden, nachvollziehbaren Melodiebögen und sich die Gitarren sowohl im Rhythmus- als auch Solibereich allemal hören lassen können. Warum genau viele der hier präsentierten Nummern dennoch arg überfrachtet erscheinen, bleibt ein Rätsel – respektive eine stilistische Entscheidung der KNIGHTS OF ROUND.

Und damit auch eine, mit der man sich anfreunden kann oder auch nicht. In diesem Fall wäre wohl beides verständlich. Das Album hat einige gute, wenn nicht gar hervorragende Ansätze und Momente – klingt insgesamt aber nicht rund genug, um wirklich und vor allem nachhaltig fesseln zu können. Das größte Ärgernis aber ist und bleibt die künstliche Überfrachtung so gut wie aller Titel – die mit viel zu aufdringlichen Keyboardspielereien, merkwürdigen Effekten und einem beinahe überhaupt nicht verständlichen Leadgesang aufwarten; der Opener SAVIOR FROM NOWHERE oder das spätere NEVERENDING JOURNEY sind hier weitere treffende Beispiele. Schade – hoffentlich ist nächstes mal wieder mehr (oder eher weniger) drin.

Absolute Anspieltipps: SAVIOR FROM NOWHERE, HEAVENLY, SUDDENLY, FIND A WAY


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„Spezielle, klanglich suboptimal präsentierte und damit leider nicht uneingeschränkt empfehlenswerte Kost für eingefleischte Japan-Fans.“

Metal-CD-Review: DRAGON GUARDIAN – 輪廻のウロボロス / Rin’ne No Uroborosu (2015)

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Alben-Titel: 輪廻のウロボロス / Rin’ne No Uroborosu
Künstler / Band: Dragon Guardian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 1999
Land: Portugal
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Recital Records

Alben-Lineup:

Kouta – Guitars
Teru – Guitars
Arthur Brave – Lyricist, Composer, Arranger, Programming, Guitars
Leo Figaro – Vocals
Spetsnaz – Vocals
Haruka – Vocals
Yazin – Vocals

Track-Liste:

1. Side A:Last (01:09)
2. 第二次宇宙戦争 (04:37)
3. 魔法の薬 (05:01)
4. 碧狼の暗殺者 (03:29)
5. 千ノ矢ニ打タレテモ (03:51)
6. 贖罪の聖女 (04:23)
7. 聖杯物語 (03:40)
8. 太陽が昇らない丘で (04:40)
9. Fates of Tragedy (03:33)
10. Side B:First (03:34)

Nichts neues aus dem Hause DRAGON GUARDIAN ?

Eines muss man den Jungs (und Mädels) von DRAGON GUARDIAN ja lassen. Seit der noch recht frischen Bandgründung im Jahre 2006 feuerten sie immer wieder mit neuen Material um sich – und dass so sehr, dass selbst die Frequenz von einem Album pro Jahr nicht mehr wirklich ausreicht. Fans der ungewöhnlichen Combo um Mastermind Arthur Brave können sich also durchaus glücklich schätzen – sofern sie denn japanischer Herkunft oder zumindest der entsprechenden Sprache mächtig sind, versteht sich. Denn eines hat sich im Falle von DRAGON GUARDIAN leider noch immer nicht geändert, was sicher dezent im Gegensatz zur allgemeinen aufstrebenden Position der Combo steht: nach wie vor scheint man nicht sonderlich daran interessiert, dass auch internationaler Hörer auf die Band aufmerksam werden. Der offizielle Web-Auftritt besteht aus der westlichen Sicht und trotz .com-Adresse komplett aus Hieroglyphen, selbst die auf Youtube veröffentlichten Promo-Clips lassen sich nur entsprechend schwer finden. Was entsprechend interessierte dennoch nicht daran hindern sollte, eines Releases wie RIN’NE NO UROBOROSU (wobei es sich lediglich um den Versuch einer Umschrift handelt) habhaft zu werden – aber dennoch ist es schade.

Schließlich verfolgt man bei DRAGON GUARDIAN eine mitunter recht angenehme, sicher auch außerhalb von Japan funktionierende Spielart des Power Metal – was ein besonderer Verdienst von Arthur Brave ist, der mit seinen Kompositionen eher Geschichten erzählt als plumpe Haudrauf-Nummern zu inszenieren. Daher finden sich seit jeher auch allerlei gesprochene Parts innerhalb der Titel, die bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich von Frauen eingesungen werden. Die Namen der jeweils beteiligten Künstler herauszufinden ist nicht immer leicht – Fakt ist wohl nur, dass die ehemalige Galionsfigur der Band, eine gewisse Fuki; schon länger nicht mehr mit von der Partie ist. Auch wenn sie eine besonders außergewöhnliche Stimme hatte, ist das noch lange kein Totalausfall – denn Arthur Brave schafft es noch immer, stets die talentiertesten Sängerinnen um sich zu scharen. Wie auch in diesem Fall – wobei er zusätzlich Unterstützungen von der Partner-Band KNIGHTS OF ROUND bekommt, die zuletzt ein Album mit dem sperrigen Titel A FALLING BLOSSOM WILL BLOOM AGAIN (Review) veröffentlicht hatten.

Aber noch etwas zeichnete die Zusammenarbeit der beiden japanischen Combos des öfteren aus: ein gewisser Hang zum experimentellen. Einer, der jedoch nicht immer zu zufriedenstellenden Ergebnissen führte – wie es besonders gut an der auf einen 8-Bit-Sound getrimmten EP POLYPHONY (Review) erkennbar war und ist. Und nun kommt nach dem bestenfalls mittelprächtigen Studioalbum CYUSHINGURAKITODEN (Review) aus dem Jahre 2014 schon RIN’NE NO UROBOROSU daher. Ein Album, auf dem glücklicherweise nicht mehr ganz so viel experimentiert wird – dem aber dennoch etwas abhanden kommt. Was genau das ist, ist nur schwer zu eruieren – klar ist nur, dass sich das Album trotz der geringen Spielzeit von unter 40 Minuten stets so anfühlt, als würde es kein Ende nehmen. Und das ist schonmal ein schlechtes Zeichen, ob hier oder in Japan – irgendwie haben es DRAGON GUARDIAN verlernt, wirklich gute und aussagekräftige Nummern zu schreiben; eben solche die auch auf einer internationalen Ebene funktionieren. Dabei hat man es mit dem doch sehr guten Studioalbum SEIMAKEN VALKYRIAS (Review) entsprechend vorgemacht, trotz auch hier greifender Sprachbarrieren – wo die musikalische Wucht auf der einen, und die schiere Verspieltheit der Band auf der anderen Seite geblieben sind, bleibt fraglich.

Und so klingt RIN’NE NO UROBOROSU vor allem nach einem: nach einem eher belanglosen Gedudel (bereits der Opener ist mit seinem verwaschenen Eindruck und Elementen aus dem Modern Metal eine Qual); das auf der Haben-Seite zumindest einige annehmbare Riffs und einen schmackhaften handwerklichen Part für sich verbuchen kann. Von der Handhabung der Instrumente, den gesanglichen Leistungen und der Produktion her scheint tatsächlich alles zu stimmen – doch hilft das nicht viel, wenn die Titel einfach keine wie auch immer geartete Wirkung entfalten können. Zudem wissen allerlei elektronische Elemente den Gesamteindruck zu stören – sowie auch die verqueren Gesangs- bzw. Sprechstrukturen, die man kaum auseinander halten kann. Dass DRAGON GUARDIAN mitunter auch als symphonische Power Metal Combo bezeichnet werden, macht es nicht viel besser – wenn überhaupt handelt es sich hier um die wohl am künstlichsten klingende symphonische Band aller Zeiten. Zumindest aktuell – früher einmal traf diese Bezeichnung schon eher zu. Das Fass zu macht dann ausgerechnet jener hoch angepriesene Titel FATES OF TRAGEDY, für den man sich den japanischen Sänger bzw. Shouter Spetsnaz ins Boot holte. Hier handelt es sich um den wohl ärgerlichsten Titel des Albums. Nicht unbedingt, weil das Liedgut nicht solide dargeboten wird – sondern schlicht, da jene Form des aggressiven Leadgesangs nicht wirklich zum sonstigen Outfit von DRAGON GUARDIAN passt.

So werden DRAGON GUARDIAN a uch mit ihrem neuesten Output keinen Blumentopf gewinnen können, was schade ist – zeigt ihre Diskografie auf, dass sie durchaus in der Lage sind für den ein oder anderen exotischen Geheimtipp zu sorgen. Immerhin wirkt es somit nicht mehr ganz so schwer, dass die Band nicht wirklich in der Lage ist geschweige denn interessiert daran zu sein scheint, sich auch international zu präsentieren. Mit diesem Album jedenfalls verpasst man hier im Westen nichts.

Absolute Anspieltipps: 贖罪の聖女 (Track 6)


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„Ein schlechtes Omen für 2015 ? Es wird jedenfalls nicht lange dauern, bis DRAGON GUARDIAN nachlegen.“

Metal-CD-Review: KNIGHTS OF ROUND – A Falling Blossom Will Bloom Again (2013)

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Alben-Titel: A Falling Blossom Will Bloom Again
Künstler / Band: Knights Of Round (mehr)
Land: Japan
Stil / Genre: Symphonic / Melodic Power Metal
Label: Stay Gold

Alben-Lineup:

Caesar – Bass
Juhki – Drums
Yazin – Guitars
Caz:nie – Vocals
Ryusa – Guitars (lead)

Track-Liste:

1. Dreamy Nights Never Fade (07:02)
2. Song of the Brave (03:59)
3. Messiah in Our Heart (04:25)
4. Never Ending Shining Star (05:12)
5. You (04:04)
6. Garden of Gold (04:14)
7. Honor and Victory (04:08)
8. The Disbeliever (04:20)
9. The Inspiring Light (05:07)
10. A Falling Blossom Will Bloom Again (11:47)

Preiset die Ritter der Tafelrunde.

Was für ein Artwork, was für ein überraschendes Release – liefern die japanischen KNIGHTS OF ROUND mit dem mächtig betitelten Album A FALLING BLOSSOM WILL BLOOM AGAIN etwa noch das Alben-Highlight des eigentlich schon abgeschlossenen Metal-Jahres 2013 ab ? Klar ist nur, dass selbst wenn es so wäre, nur wenige etwas davon mitbekommen würden. Schließlich sind die Ritter der Tafelrunde offenbar ebenso wenig an einem internationalen Bekanntheitsgrad interessiert wie andere japanische Power Metal-Combos a’la DRAGON GUARDIAN, mit denen sie auch des öfteren zusammenarbeiten. Das ist schade, aber was nicht ist kann ja bekanntlich noch werden. Immerhin ist das vorliegende Werk der Japaner erst das dritte offizielle Studioalbum – das letztaktuellste war das doch recht gute THE BOOK OF AWAKENING aus dem Jahre 1010 (Review hier), kurz darauf folgte noch eine eher durchschnittliche EP mit dem Titel THE GATEWAY TO NEW DIMENSION.

Zuallererst ist festzustellen, dass A FALLING BLOSSOM WILL BLOOM AGAIN vor allem typisch japanisch klingt; was allerdings nicht nur an der leicht gebrochenen Aussprache des Leadsängers Caz:nie festzumachen ist. Vielmehr ist es der uneingeschränkte Bombast und der üppige Fantasy-Touch, der schon seit jeher auf den Alben der KNIGHTS OF ROUND (und zahlreicher ähnlicher Combos aus Fernost) mitschwingt; ganz unbeeindruckt von etwaigen Trends und Vorlieben in Europa oder anderswo. Das ist einerseits nur gut und recht so, schließlich sollte man sich als Künstler einfach auch gewisse Freiheiten herausnehmen – andererseits wird das Release so vor allem für jene problematischer, die schon mit dem vergleichsweise straighten italienischen Power Metal ein leichtes Kitsch-Problem haben. Die NIGHTS OF ROUND drehen in dieser Hinsicht nämlich nicht selten voll auf – wie es bereits das herrlich heldenhafte Artwork oder die Titelwahl vermuten lassen. Doch auch in musikalischer Hinsicht wird dieser rote Faden weitergesponnen: das Liedgut auf A FALLING BLOSSOM… ist stets üppig ausstaffiert, pompös inszeniert, extrem melodisch – und vor allem immer freundlich. Wer auf einem Album wie diesem also Abwechslung in Form von düstereren oder getrageneren Nummern sucht, wird enttäuscht – grundsätzlich dominiert der rasant inszenierte Power Metal mit reichlich Blastbeats, melodischen Riffs und massig Keyboardeinsatz. Hier und da kommt dann auch mal eine Ballade vor – aber das war es dann auch schon gewesen mit der Vielfalt.

Das sollte vor allem Fans ansprechen – nicht unbedingt des Genres, welches bekanntlich vielfältig ist – aber doch solche von eher luftig-lockeren, aber doch enorm antreibenden Power Metal-Nummern. Und diese fallen, ebenfalls ganz KNIGHTS OF ROUND-typisch, super-solide aus. die Japaner verstehen es einfach, ihrem Power Metal eine ganz bestimmte, leicht verträumte Note zu verpassen – die dazu führt, dass vor allem die Refrains angenehm episch daherkommen. Aber auch sonst ist der Sound recht druckvoll, was gut ist – die markante Arbeit an den Gitarren sorgt für die nötige Portion Härte, wie selbstverständliche auch die voranpreschenden Drums. Sehr stark sind vor allem auch die Soli – die melodisch wie eh und je, dabei aber auf eine merkwürdige Art und Weise unverbraucht klingen. Der häufige Keyboardeinsatz kommt entgegen etwaiger Vermutungen dann auch gar nicht mal so übertrieben daher – er passt einfach zum Gesamtbild und -Konzept der Band. Bleiben eigentlich nur zwei Probleme: der Leadgesang und die Produktion. Ersterer fällt durchaus gewöhnungsbedürftig aus – eben weil er so einzigartig ist; positiv ausgedrückt. Es gibt kaum eine vergleichbare Stimme, weder aus Japan noch sonstwo – man sollte unbedingt verfügbare Hörproben nutzen, um zu sehen ob es den jeweiligen persönlichen Geschmack trifft. Wenn ja, ist der Leadgesang auch nicht mehr wirklich als Problem zu bezeichnen – sondern als weitere Einzigartigkeit der KNIGHTS OF ROUND. Bleibt eigentlich nur noch die Produktionsqualität – die dem Ganzen dann leider doch noch einen gehörigen Dämpfer verpasst. Der Sound klingt allgemein etwas zu verwaschen, der Gesang scheint nicht perfekt abgemischt; ebenso wie die Höhen und Tiefen.

Fazit: Fans der KNIGHTS OF ROUND oder ähnlicher japanischer Combos werden ihre wahre Freude an A FALLING BLOSSOM… haben – ist doch eine deutliche Weiterentwicklung im Vergleich zu den früheren Releases festzustellen. Das Album wirkt in sich stimmiger; und bietet bis auf die nur schwer zu ertragende Ballade YOU eigentlich keine expliziten Ausfälle.

Anspieltipps: DREAMY NIGHTS NEVER FADE, SONG OF THE BRAVE, NEVER ENDING SHINING STAR

Vergleichsbands: DRAGON GUARDIAN | LEO FIGARO | BALFLARE | VERSAILLES

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„Für Fans und solche, die es werden wollen“