Filmkritik: „Saw V“ (2009)

Filmtitel: SAW V
Regie: David Hackl
Mit: Tobin Bell, Costas Mandylor, Scott Patterson u.a.
Laufzeit: 92 Minuten
Land: USA
FSK: Ab 18
Genre: Horror

Wir sind noch lange nicht von Jigsaw erlöst.

Inhalt: Obwohl den Foltermeister Jigsaw (Tobin Bell) schon längst das zeitliche gesegnet hat, haben seine bis ins letzte Detail durchdachten Handlungen und Voraussagen auch nach dessen Tod eine erschreckende Wirkung. Doch ganz ohne einen Erben geht es nicht – es stellt sich heraus, dass Detective Hoffman (Costas Mandylor) seine Gefangennahme in Teil 4 nur inszenierte, und selbst der geheimnisvolle Nachfolger von Jigsaw ist. Eigentlich begann er als Nachahmer, der aus Rache handelte und dem Opfer keine Chancen einräumte – doch unter seinem neuen Mentor Jigsaw konnte nun auch Detective Hoffman die Fallenstellerkunst perfektionieren, und sich einen Teil der makaberen Philosophie Jigsaw’s einverleiben. So nimmt er alsbald 5 neue Opfer in Gewahrsam – die Feuerinspektorin Ashley (Laura Gordon), die Baubehördenmitarbeiterin Luba (Meagan Good), die Stadtplanerin Brit (Julie Benz), den Journalist Charles (Carlo Rota) und den reichen Mallick (Greg Bryk). Er sperrt sie in einen neuerlichen Folter-Komplex, der ihnen nicht nur einiges abverlangt, sondern auch den Wert des Lebens wieder näherbringen soll. Hoffman agiert dabei im dunklen – es scheint als würde niemand verdacht schöpfen was seine zweite Identität betrifft. Bis ein findiger FBI-Profiler namens Strahm (Scott Patterson) ihm doch auf die Schliche kommt – und Hoffman fortan verfolgt und auf einen Moment wartet, ihn zu überführen.

Kritik: Alle Jahre wieder kommt der… Jigsaw-Mann, der eigentlich schon nicht mehr unter den lebenden weilt. Aber so ist das eben mit bedeutungsschweren Charakteren, ob sie nun einem Märchenbuch oder einer neuerlichen Horrorfilmreihe entstammen. Ganz loslassen kann man sie nicht – ein Gedanke, den auch die Verantwortlichen SAW-Rechtinhaber gehabt haben müssen. Und noch immer haben – auch der fünfte Teil der Reihe scheint noch immer nicht das Ende der groß angelegten Sage zu markieren. Dieses Mal führt nun aber erstmals ein Berufseinsteiger Regie, David Hackl – der zuvor lediglich als Setdesigner gearbeitet hat. Wie sich herausstellt handelt es sich dabei um eine gute und richtige Entscheidung. Zwar vermag es auch Hackl nicht, das bereits enorm ausgeschlachtete SAW-Franchise zu retten oder auf eine neue Ebene zu hieven, doch seinem Kollegen Darren Lynn Bousman (Regie in Teil 2-4) hat er offensichtlich einiges voraus. So fällt der fünfte der der Filmreihe wieder deutlich blutärmer, sowie Charakter- und Thriller-lastiger aus; was der Spannung zugute kommt und eine Einordnung in ein reines, durch überstrapazierte Gewaltexzesse definiertes Torture-Genre verhindert.

Der Fokus liegt nun also wieder deutlicher auf den Charakteren, genauer gesagt sind es derer zwei – die sich in SAW V einen durchaus spannenden Zweikampf liefern. Jigsaw ist tot, doch Costas Mandylor vermag es als fehlgeleiteter Detective Hoffman durchaus, in seine Fußstapfen zu treten – auch darstellerisch und durch sein markantes Auftreten. Das, was Fans bisher an den vorherigen Teilen schätzen, hält dabei auch in Teil 5 Einzug; etwa einige besonders gemeine Versuchsanordnungen – doch im Gegensatz zu den Teilen 2-4 besinnt man sich wieder vermehrt auf Thriller-Anleihen. Und auch einige psychologische Komponente, die zwar reichlich konstruiert wirken – doch immerhin füllt man so einige Plotholes, die sich eventuell aus den vorherigen Teilen ergeben haben. Auch der zutiefst ärgerliche Versuch, dem Geschehen mit künstlichen erzählerischen und stilistischen Mitteln eine größere Bedeutung zuzuschreiben – Teil 4 markierte hier den eindeutigen Höhepunkt (Review) – weicht einer Erzählstruktur, die in Anbetracht des tatsächlichen Inhaltes angemessen erscheint. Die SAW-Reihe ist und bleibt eine vergleichsweise anspruchslose Horror-Mär, die nur mit dem ersten Teil für einen frischen Wind auf dem Film-Markt sorgen konnte; alles was danach folgte (und noch folgen könnte), wird folglich hintenan stehen und lediglich im Fahrwasser des erfolgreichen Originals mitschwimmen. Neu erdachte Fallen oder charakterliche Offenbarung mal aussen vor – die eigentliche ‚Essenz‘ bleibt dieselbe, beziehungsweise lässt sie sich kaum steigern. Man kann lediglich versuchen, sie transparenter erscheinen zu lassen, etwa durch die präsentierten Rückblenden – ein zweischneidiges Schwert. Offenbar scheint man sich dessen nun wieder bewusster geworden zu sein, sodass man keinen Hehl mehr aus potentiellen Schwächen des Franchises macht und es als das verkauft, was es ist.

Fazit: Fans werden ein weiteres Mal ‚beglückt‘ werden, und neben den neuen Fallen vor allem durch einen spannenden Zweikampf zweier Charaktere, die nicht so leicht kleinzukriegen sind, unterhalten werden. Sicher, weder wird man eine meisterhafte Inszenierung vorfinden, noch handelt es sich um eine filmische Offenbarung (was ein fünfter Teil einer derartigen Filmreihe ohnehin schwerlich sein kann) – doch schlägt SAW V seine diskutablen Vorgänger um Längen. So vermag er es auch, die Lücke zwischen dem guten ersten Teil und dem möglichen weiteren Werdegang der Reihe zu schließen. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, langsam aber sicher zu einem Ende zu kommen – auf dass das Franchise (s)einen Platz im leicht gehobenen Horror-Durchschnitt einnehmen kann – mit dem ersten Film als nach wie vor sehenswertesten, und einem qualitativ leicht ausbrechenden (da näher am Original orientierten) fünften Teil.

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