Metal-CD-Review: INSET – Sunday Hords / Demo (2012)

Land: Polen – Stil: Death / Trash / Progressive Metal

Lineup:

Bartlomiej Kaniewski (Gesang)
Pawel Adamowicz (Gitarre)
Bartek Kaczorowski (Gitarre)
Dariusz Kaczorowski (Bass)
Michal ‚MiK‘ Magiera (Drums)

1. Intro
2. Sunday Hords
3. Touch Of Life And Death
4. Last Breath Before Us

Ein frischer Start Für Eine Junge Band Aus Polen.

Vorwort: Ein neuer Stern am Metal-Himmel oder eine von unzähligen Genrebands ? Wehe dem, der eine vorschnelle Antwort gibt ! Die aus Żory (Polen) stammende Band INSET wurde schließlich erst im Jahre 2011 von Dariusz Kaczorowski und Pawel Adamowicz gegründet; und hat somit noch alle Chancen, sich in der einstweilen etwas unübersichtlichen Metal-Welt zu profilieren. Ihren ersten dahingehenden Schritt markiert nun ihre erste Demo-EP – die Oliverdsw.Wordpress freundlicherweise in digitaler Form zur Verfügung gestellt wurde. Abzüglich des etwa einmütigen Intros sind 3 vollwertige Titel enthalten – es bleibt Polen also nicht allzu viel Zeit, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Wir werden sehen, ob sie es dennoch schaffen – im besten Fall putzmunter und frei nach dem Motto kurz, knackig und vielversprechend.

Kritik: Zum Auftakt der Demo schicken INSET ein kurzes Intro ins Rennen, welches eine Spielzeit von 1.17 Minuten aufweist und noch nicht viel über den Sound der Band verrät. Doch lässt sich zumindest eine ungefähre thematische Gewichtung erahnen: eine apokalyptische Soundkulisse aus nur einigen wenigen Samples untermalt ein hintergründiges Kriegsgeschehen, welches sich durch Kriegslärm und bedrohliche Waffengeräusche definiert. Die Steigerung erfolgt kontinuierlich, bis im Finale einige schwere (MG-)Salven vom Stapel gelassen werden – und der Übergang zu SUNDAY HORDS erfolgt. Die erste Überraschung folgt sogleich: der Sound von INSET klingt recht mannigfaltig, und überaus versiert abgemischt. Die schweren Riffs, die über-alles-hinwegrollenden Drums und der tiefe Growl-Gesang erscheinen unabhängig voneinander betrachtet perfekt umgesetzt – und ergeben im gut arrangierten Zusammenspiel eine überzeugende Mischung. Ein weiterer Vorteil ist, dass INSET nicht auf einen typischen Death Metal-Sound setzen, sondern offenbar vermehrt auf Abwechslung und eine gewisse musikalische Vielschichtigkeit bedacht sind. So flechten sie hörbare Einflüsse aus dem Trashbereich, aber auch aus dem näheren Umfeld des Progressive Metal in ihre Komposition mit ein. Das Ergebnis ist gerade in SUNDAY HORDS entsprechend positiv ausgefallen: die Stimmung ist düster und bedrohlich, wuchtige Doublebass-Einlagen wechseln sich mit progressiv-verschachtelten Passagen ab; durch allerlei Tempowechsel kommt keine Langeweile auf.

Das darauf folgende TOUCH OF LIFE AND DEATH kommt mit einem überaus brachialen Auftakt daher; macht aber ebenso schnell klar, in welche Richtung man letztendlich steuern würde. Zwar immer noch in eine aggressive, düstere, harte – womit man sich nicht weit weg von den gängigen Definitionen des Death Metal-Genres bewegt – doch beweisen INSET ein höheres Maß an Experimentierfreude. Man hält nicht lange an gerade erst etablierten Stimmungen fest, sondern lässt das jeweilige Gerüst schnell wieder in sich zusammenfallen, um sich einer jeweils anderen Klangwelt zu widmen. Lediglich die markanten Growls ziehen sich wie ein roter Faden durch das Liedgut, und bieten Freunden desselbigen überdurchschnittlich gut inszenierte Kost, die kaum Raum für Kritik zulässt. LAST BREATH BEFORE US überrascht mit einem etwas abrupten Beginn, bietet nach einer kurzen Eingewöhnungsphase aber wieder hochqualitative Metal-Kost. Dieses Mal liegt der Fokus noch deutlicher auf den Gitarren, was natürlich Laune macht – aber auch die (leider nicht erfüllte) Hoffnung auf das ein oder andere Soli weckt. Immerhin fällt der Drum-Part wunderbar lebhaft und eher Genre-untypisch aus, was dem Titel sehr zugute kommt.

Fazit: Nur weiter so – wenn INSET die auf ihrer Demo etablierte musikalische Qualität beibehalten beziehungsweise sie sinnvoll und in Bezug auf ein komplettes Album erweitern, kann eigentlich nichts schiefgehen. Sie können bereits jetzt ein gewisses Maß an Atmosphäre entstehen lassen (INTRO), und beweisen mit einem Titel wie SUNDAY HORDS, dass sie definitiv eine Menge Power in sich haben und diese auch nach aussen tragen. Die Produktionsqualität ist enorm, das Songwriting insgesamt zwar nicht explizit überraschend aber durchweg in Ordnung. Das letzte Tüpfelchen auf dem I wäre folglich noch ein etwas variabler Gesang (und sei es, hie und da hohe Screams zu den tiefen Growls beizusteuern), und ein größerer Fokus auf die Gitarren, im besten Fall in Form von knackigen Soli. Schließlich soll das Schlagwort des Progressiven nicht untergehen – reine Death Metal-Combos gibt es schließlich schon genug. Wenn INSET die Mischung aus Death, Trash und Progressive Metal also noch weiter verfeinern, vielleicht sogar indem sie alle Elemente gleichwertig behandeln – dann könnte der Metal-Welt in naher Zukunft ein höchst interessantes Release ins Haus stehen. Da es sich ’nur‘ um eine EP handelt ist die unten angeführte Wertung diskutabel – doch soll sie eine erste ungefähre Einschätzung des Projektes abbilden.

Anspieltipps: INTRO, SUNDAY HORDS, TOUCH OF LIFE AND DEATH


75button

„Ein guter Start.“

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