Oliverdsw’s Bio # 1 | OH SCHULZEIT, DU SELIGE

Ja, war sie das ? Eine Frage, die sich ein jeder irgendwann einmal gestellt hat, oder noch stellen wird.

Und zurück zur Überschrift, welche mit Sicherheit zu bejahen ist – wenn wir uns einmal nur auf die Zeit in der Grundschule beziehen… ! Zumindest war das bei mir persönlich der Fall, und bei vielen anderen (hoffentlich) auch. Meine Grundschulzeit sehe ich in erster Linie weniger als „Grundsteinlegung“ einer wie-auch-immer gearteten Form, sondern eher als ganzheitliches Erlebnis. Man sieht, so positiv kann man von Schule reden, wenngleich auch (meist) erst im Nachhinein.

Selbstverständlich sollte auch der pädagogische Aspekt Erwähnung finden. Sicher, damals (in den guten alten 90ern) war alles noch ein wenig anders. Es gab beispielsweise keine sogenannten Lerngruppen mit Kindern unterschiedlichen Alters, die Existenz von Englisch als etabliertes Schulfach lag noch in weiter Ferne; und die richtige „Orientierung“ wohin es denn einmal gehen könnte, erfolge folgerichtig erst auf der Orientierungsstufe (Klassen 5 und 6). Wenn ich mir meine alten Zeugnisse so anschaue; so muss ich feststellen, dass ich einstweilen wirklich sehr, sehr gut in der Schule war ! Wie kommt das ? Nun, ich unterstelle mir einfach mal ein gewisses Potential hinsichtlich meiner Intelligenz und Lernbereitschaft; und außerdem hat mir die Schule damals noch richtig Spaß gemacht. Auch noch in der fünften und sechsten Klasse, was dementsprechend in einer Gymnasial-Empfehlung mündete. Schließlich weiß man – durch zahlreiche Studien heute noch eher als damals – dass Lernen Spaß machen muss, sonst wird es schwierig mit der Aufnahme des (manchmal sehr trockenen) Stoffes.

Allerdings hatte mir bereits mein damaliger Mathematiklehrer – was meine Freude etwas schmälerte – prophezeit, dass ich zwar für das Gymnasium geeignet wäre, aber das die Mathematik noch zu einem echten Problem werden könnte wenn ich mich nicht richtig reinhänge. Nun, lieber Herr A, es scheint, als hätten sie tatsächlich Recht behalten ! Aber dazu gleich mehr…

So ging es also erstmal auf eine komplett neue Schule (Ratsgymnasium Wolfsburg), in die siebte Klasse. Auch hier fiel das erste Zeugnis gut aus, wenngleich das Niveau natürlich stark angezogen wurde. Spanisch kam als zweite Fremdsprache hinzu; das wunderbare Naturwissenschafts-Trio aus Physik – Chemie – Biologie begann langsam aber sicher komplizierter zu werden, und die gute alte Mathematik… die begann nun, sich in all ihrer… „Pracht“ zu entfalten. Dennoch, bis zur neunten Klasse ging alles gut. Dann aber (leider ?) nicht mehr – tatsächlich, meine erste „Ehrenrunde“ war besiegelt. Etwas bedauerlich war schon damals, dass dies weniger an einem Fähigkeitsmangel meinerseits oder möglicherweise schlechtem Unterricht lag, sondern einfach nur an allgemeiner Faulheit. Gut, bei den meisten kommt und geht sie phasenweise – hoffentlich. Schließlich befindet man sich gerade während dieser schwierigen Schulphase auch inmitten der Pubertät; noch so ein kompliziertes Thema…

Doch bereits zu diesem Zeitpunkt stellte sich ein merkwürdiges Gefühl bei mir ein. Ein Gefühl, welches man einfach nicht haben darf, schließlich gibt es da so etwas wie eine Gesellschaft (hier noch mit Lehrern und Eltern als Repräsentanten), die eine gewisse Erwartungshaltung an einen hat. Tatsächlich ? Doch was, wenn man beginnt, diese Erwartungshaltung (kritisch) zu hinterfragen, als immer kritischer werdender und denkender Jugendlicher ? So machte ich mir bereits hier Gedanken über eine mögliche „Zweigleisigkeit“, das heisst de facto Plänen, die neben der Schule verfolgt werden könnten sollte die Erfüllung der besagten Erwartungshaltung einmal zu einem echten Problem werden.

Und, schaut man einmal auf meinen Lebenslauf, ist es kein Geheimnis dass sie das auch wurde. Nachdem ich mich nach der ersten „Ehrenrunde“ noch einmal gefangen hatte und eine (deutliche) Leistungssteigerung zu sehen war, schien mein schulisches Schicksal in der elften Klasse des Gymnasiums erst einmal besiegelt. Zwischenzeitlich war ich noch auf ein anderes Gymnasium (Albert-Schweitzer-Gymnasium Wolfsburg) gewechselt, doch auch das konnte mich nun nicht mehr retten. Es war eher ein verzweifelter Versuch um zu sehen, ob es nicht doch an der (zugegeben: lerntechnisch anspruchsvollen) Schule gelegen haben könnte. Doch daran lag es nicht. Ja, wer war nur Schuld… ? Ich liebe diese Frage, man sucht doch immer einen Schuldigen, auf den man mit dem Finger zeigen kann damit man von eigenen Fehlern oder Schwächen ablenken kann. Aber: selbstverständlich war ich das selbst, zumindest zu einem sehr hohen prozentualen Anteil. Nicht, dass ich die Anforderungen nicht hätte erfüllen können, irgendwie schwand mein Interesse für die Thematik Schule, mehr und mehr. Gewiss war es nicht nur die plumpe, grundlose Faulheit, wie manche vielleicht denken werden. Wenn man schon den einen Grund sucht (ein relativ schwieriges Unterfangen), dann sollte man eher sagen: es war die böse Mathematik (eine 5 auf meinem letzten Schulzeugnis, nebenbei) ! In jedem Fall: der Querdenker Oliver S. war geboren. Spätestens jetzt; da es nicht mehr anders ging.

Warum „Querdenker“, und nicht (Schul-)Versager ? Ganz einfach: weil ich schon zu diesem Zeitpunkt wusste, dass auch ich es wert bin im Leben voranzukommen, und wusste; dass ich durchaus etwas zu leisten imstande bin. Wenn gewisse, hier noch undefinierbare Umstände dies zusätzlich begünstigen würden. Ersteinmal war ich jedoch ziemlich allein auf weiter Flur.

Advertisements

Zögert bitte nicht, einen Kommentar zu hinterlassen.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s