Filmkritik: „Warm Bodies“ (2013)

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Originaltitel: Warm Bodies
Regie: Jonathan Levine
Mit: Nicholas Hoult, Teresa Palmer, Analeigh Tipton u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 97 Minuten
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Romanze, Horror
Tags: Zombies | Untote | Liebe | Verwandlung

Ein frischer Wind im Zombie-Genre – oder war’s doch nur das Fenster ?

Kurzinhalt: In einer nahen Zukunft ist die gesamte amerikanische Bevölkerung einer Art Zombie-Seuche zum Opfer gefallen. Die infizierten wandeln fortan als Fleisch-fressende Untote durch die Straßen – und machen Jagd auf die wenigen menschlichen Überlebenden, die sich mit Ach und Krach in Sicherheit brachten konnten. Einer der Zombies (Nicholas Hoult) aber scheint noch immer etwas menschliches in sich zu tragen. Alsbald begegnet er einem Mädchen namens Julie (Teresa Palmer), welches von einer Horde Untoter angegriffen wird – und beschließt sie zu retten. Doch damit nicht genug, er nimmt sie sogar mit in sein Versteck und nimmt sich vor sie auch weiterhin zu beschützen. Die völlig verdutzte Julie kann nicht so Recht glauben wie ihr geschieht – und doch freundet sie sich langsam mit ihrem ungewöhnlichen Retter an und gibt ihm den Namen R. Speziell Julie’s Vater würde seiner Tochter aber kaum glauben, dass ausgerechnet einer der ihn ständig bedrohenden Zombies seine Tochter gerettet haben soll…

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Es ist sicher nicht leicht, dem allseits beliebten Genre des Zombie-Films auch heute noch etwas neues abzugewinnen. Diejenigen, die es dennoch versuchen gehen oftmals nur noch groteskere Wege – beispielsweise in Form diverser Kreuzungsfilme, in denen die Zombie-Thematik mit einer anderen, bisher noch nicht verwendeten verknüpft wird. Doch gibt es auch einen bodenständigeren Weg – wie den, den man nun in WARM BODIES geht. Einen bodenständigeren, aber dennoch ungewöhnlichen – und zunächst sogar merklich erfrischend erscheinenden. Schließlich sieht die Idee des Films vor, dass längst infizierte noch immer menschliches in sich tragen – und daher auch mithilfe einer entsprechenden Stimulierung auch wieder in die Welt der lebenden zurückgeholt werden können. Die andere Seite der Medaille, das heißt die der absoluten Unumkehrbarkeit des Vorgangs findet sich ebenfalls im Film – und zwar in Form von schon weitaus länger infizierten, nunmehr nur noch an Skelette erinnernde Wesen.

Mit dieser Prämisse startet WARM BODIES dann auch recht unkonventionell durch; und lässt den Zuschauer einen gerade erst infizierten begleiten, der der gängigen Vorstellung eines Zombies absolut widerspricht – beispielsweise in Form ständiger reflektierender Monologe. Gerade die sorgen dann auch für einen gewissen Anflug von Heiterkeit und allerlei schwarzen Humor – bis hierhin sieht es demnach verdächtig gut aus für WARM BODIES. Doch aufgepasst – denn das, was noch folgt ist kaum noch mit dem frischen Auftakt des Films zu vergleichen. Der eine Knackpunkt ist sicherlich die hohe Gewichtung der für das Konzept des Films essentiellen Liebe – einer Liebe, die den eigentlich Untoten wieder neues Leben einhauchen kann. So sinnig das zunächst klingt, so ernüchternd und vor allem Genre-fremd ist die letztendliche Lösung: WARM BODIES ist demnach vor allem deshalb ein so andersartiger und erfrischend wirkender Zombiefilm, da er schlicht weniger von einem Zombiefilm hat als von einer handelsüblichen Hollywood-Romanze.

Etwaige Parallelen zur TWILIGHT-Saga oder anderen explizit an ein in dieser Hinsicht besonders liquides Zielpublikum ausgerichtete Teenie-Horrorfilme kommen also nicht von ungefähr. genau das werden sich auch Jonathan Levine und die hinter ihm stehenden Produzenten gedacht haben, als sie beschlossen den Roman MEIN FAHLER FREUND von Isaac Martin in Filmform zu verpacken. Leider ist dann auch hauptsächlich diese eher verkaufsorientierte und möglichst massenkonforme Stimmung, die sich im gesamten weiteren Verlauf dies Films niederschlägt – der dem Zuschauer eigentlich doch nur Popcorn-taugliches Mainstreamkino mit einer besonderen Lovestory offeriert. Dass das Ganze vor dem Hintergrund einer Zombie-Apokalypse spielt, fällt da kaum noch ins Gewicht – im Gegenteil, wird dieser Hintergrund sogar frech für die dreist-oberflächliche Moral des Films genutzt. Wer sich schon intensiver mit diversen Zombie-Filmen und speziell den Ursprüngen des Genres beschäftigt hat wird wissen, dass nicht wenige Filme dieser Machart zumeist auf zwei Ebenen funktionieren: einer tatsächlichen, handlungsorientierten – und einer eher unterschwelligen, dezent gesellschaftskritischen a’la George Romero. Und nun kommt ein Film wie WARM BODIES daher – und erdreistet sich, jene einst kunstvoll und intelligent verpackten Untertöne vollständig zu entmystifizieren.

Schließlich werden die Zombies hier in jeder Hinsicht zu von der Gesellschaft ausgegrenzten Geschöpfen, die noch nicht einmal wirklich – und  das ist der Punkt – Zombies sind. Bringt man (das heißt, die Gesellschaft) ihnen nur die nötige Akzeptanz und (Nächsten-)Liebe entgegen, würden sie ihre Andersartigkeit und ihr so gesehen verzweifeltes, fehlgeleitetes Verhalten schneller wieder ablegen als es den nicht mehr zu rettenden (den Skeletten, die beliebig durch etwaige fanatische Bevölkerungsgruppen zu ersetzen sind) lieb ist. Und wenn in WARM BODIES selbst die reine Bildsprache nicht mehr ausreicht, und die Herzen der noch-nicht-ganz Untoten wieder zu schlagen beginnen –  dann weiß man, dass der Zuschauer hier nicht ganz für voll genommen werden kann. Vielleicht wäre all das noch gar nicht so schlimm, hätte WARM BODIES zumindest mit der ein oder anderen weiteren Idee aufgetrumpft – doch abgesehen von der halbwegs interessanten Prämisse erstickt man vieles im alles umfassenden Kitsch und Liebesschnulz. Selbstverständlich spielt es in diesem Zusammenhang auch keine Rolle mehr, dass der Hauptprotagonist den Freund seiner nunmehr geliebten verspeist hat – was soll’s, wenn es doch einen viel besseren Ersatz gibt. Dass die Macher erst gar nicht auf Idee gekommen sind sich weitere Gedanken zur Zombie-Apokalypse zu machen ist dann auch nicht sonderlich überraschend. Wozu sich die Mühe machen, wenn sich der Film auch so verkauft ?

Sicher könnte man über den Sinn oder Unsinn des Hintergedankens der Originalvorlage, und noch expliziter über dem Film und seine merkwürdige inhaltliche Ausrichtung streiten – doch gibt es wie so oft auch einige Aspekte, die sich einer wie-auch-immer gearteten Objektivität nicht gänzlich entziehen. Hauptsächlich geht es dabei um die technischen Aspekte des Films – der vor allem optisch und vom Soundtrack her eine gar nicht mal so schlechte Figur macht; mit Ausnahme der eher plump animierten Skelette. Die Optik ist generell angenehm düster und sieht nur hier und da einige Highlights und Eyecatcher vor, der Schnitt ist angenehm und niemals zu hektisch, die Schauplätze werden stimmig in Szene gesetzt, die Arbeit der Masken- und Kostümbildner ist nicht überragend aber doch zweckdienlich. Hinsichtlich seines Darsteller-Ensembles setzt man in WARM BODIES sogar noch einen obendrauf: speziell Nicholas Hoult scheint in seiner Rolle geradezu aufzugehen, selbst kleinere Details (wie in Bezug auf Bewegungsabläufe oder das Sprechen) werden glaubhaft von ihm transportiert. Sein weiblicher Gegenpart in Form von Teresa Palmer muss dagegen nicht viel mehr machen als gut auszusehen und hie und da etwas Überzeugungsarbeit zu leisten – da wäre mehr drin gewesen. Ebenso wie in Bezug auf den regelrechten Gast-Auftritt von John Malkovich; dessen Sinn sich leider überhaupt nicht erschließt.

Fazit: Sollten die verantwortlichen Ideengeber hinter der Filmumsetzung von WARM BODIES tatsächlich gedacht haben, das Genre beleben oder gar umkrempeln zu können; so ist ihnen dieser Versuch misslungen. Schlicht, da WARM BODIES zusammenfassend betrachtet eigentlich gar kein Zombiefilm ist – sondern sich diesen allseits beliebten Story-Hintergrund auf eine besonders perfide Art und Weise zunutze macht. Letztendlich geht es eben doch nur um die Liebe – und, dass sie alle Schranken zu durchbrechen vermag. Wer auf die neuerdings angesagte Vermischung von sonst eher dem Horror zuzuschreibenden Inhalten mit satten Love-Stories mit Teenie-Identifikationsfiguren steht; könnte allerdings seine Freude an WARM BODIES haben. Die TWILIGHT-Vampire und -Werwölfe lassen grüßen…

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„Handwerklich in Ordnung – inhaltlich eine Katastrophe.“

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Filmkritik: „Zombiber“ (2014)

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Originaltitel: Zombiber
Regie: Jordan Rubin
Mit: Rachel Melvin, Cortney Palm, Lexi Atkins u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 85 Minuten
FSK: ab 16 / 18 freigegeben
Genre: Horror / Komödie
Tags: Biber | Kreaturen | Zombies | Haus | Jugendliche

Was gab es noch nicht… richtig, Biber-Zombies !

Kurzinhalt: Eigentlich wollten die Freundinnen Jenn (Lexi Atkins), Mary (Rachel Melvin) und Zoe (Cortney Palm) ein paar ruhige Tage in einem abgelegenen Ferienhaus verbringen – ganz ohne Männer. Doch dann erscheinen plötzlich doch noch ihre feierfreudigen Bekannten Tommy (Jake Weary), Buck (Peter Gilroy) und Sam (Hurch Dano) auf der Bildfläche, und mischen die Party gewaltig auf. Damit können sich die Freundinnen offenbar noch ganz gut arrangieren – doch alsbald gesellen sich noch weitere ungebetene Gäste hinzu; eine Horde wild gewordener Biber nämlich. Die scheinen aufgrund eines Chemie-Unfalls mutiert zu sein, und dadurch auch Jagd auf Menschen zu machen. Das Problem: ein Biss der Kreaturen scheint die Infektion direkt zu übertragen – weshalb sich die Truppe mit Ach und Krach versucht, im rustikalen Holzhaus zu verschanzen. Doch einer der Männer, der schon ungewollt auf Tuchfühlung mit den bissigen Nagern gegangen ist; benötigt dringend ärztliche Hilfe…

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Als einer der neuesten Ableger der Tierhorror-Sparte fungiert Jordan Rubin’s ZOMBIBER – eine weitere Low Budget-Produktion, die frei nach dem Vorbild von ähnlichen Werken wie BLACK SHEEP eine ganz bestimmte Tierart mit der allseits beliebten Zombie-Thematik verknüpft. Dieses Mal sind es indes keine wild gewordenen Schafe, die mehrere junge Menschen oder gar ganze Ortschaften drangsalieren – sondern leicht tollwütige Biber, was nicht minder kurios erscheint. Und auch wenn ein größerer Überraschungseffekt in Anbetracht des von Billigproduktionen überlaufenen Genres ausbleibt; scheint man in ZOMBIBER zunächst vieles richtig zu machen – was für einen entsprechend stimmigen Einstieg und eine steigende Motivationskurve im Sinne eines unterhaltsamen Trashfilm-Abends sorgt. Vor allem die angenehme, sich durch so gut wie alle Szenen ziehende Selbstironie und die überraschend professionelle Machart hinterlassen dabei einen besonders positiven Eindruck.

Aber auch gewisse Aspekte der Handarbeit (wie in Bezug auf das Design der mutierten Biber oder die recht aufwendig erscheinenden Splatter-Szenen) und der Hang zu explizit überzeichneten Dialogen weisen darauf hin, dass es sich hier durchaus um ein feucht-fröhliches Film-Fest handeln müsste – zumindest für eingefleischte Genre-Fans, die nicht allzu viel Tiefgang erwarten. Müsste ist allerdings auch das Stichwort, denn unglücklicherweise haben es die Macher verpasst die offensichtlich vorhandene (Narren-)Freiheit in Bezug auf wirklich alle Bereiche des Films auszuleben. Das bedeutet: abgesehen von den zunächst erfrischend makaberen Dialogen und einigen optischen Elementen (und eventuell auch einer gewissen Freizügigkeit im Vergleich mit anderen US-Produktionen) präsentiert sich ZOMBIBER als absolut typischer, zu gewaltigen Prozentzahlen austauschbarer Horrortrasher. Dies führt nicht nur dazu, dass sich der Film schnell meilenweit von einem wie auch immer gearteten Kultstatus entfernt – sondern auch dazu, dass er sich trotz der knappen Spieldauer von guten 70 Minuten schnell abzunutzen droht.

Gründe dafür finden sich schließlich zuhauf; wobei diese bereits mit der alles andere als innovativen Einstiegsszene (und dem eigentlichen Grund für die Mutation) beginnen. Eine aus verdächtig vielen Filmen bekannte Lastwagenszene wie diese könnte bestenfalls noch als Hommage an das Genre durchgehen – während viele der späteren Elemente (wie die Verfolgung durch die Biber, oder die Umwandlung der infizierten Menschen) nur noch ermüdend wirken; und durch das tendenzielle Overacting und die Ausrichtung der Charaktere an gängige 08/15-Schemen sogar regelrecht nerven können. Das gleiche gilt grob auch für alle potentiellen Grusel- und Ekelmomente – die man so schon zig mal gesehen hat, und die trotz der Detailverliebtheit der Macher niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken können. ZOMBIBER ist somit alles andere als innovativ oder geistreich; was abzusehen war – doch auch als potentielle Spaßgranate taugt er nur äußerst bedingt. Besonders natürlich dann, wenn man ihn mit weitaus stimmigeren und originelleren Genre-Kreationen wie BLACK SHEEP vergleicht.

Fazit: Trotz der guten Ausschöpfung des niedrigen Budgets, der insgesamt stimmigen Optik und allerlei gelungenen handwerklichen Aspekten kann oder will der Funke einfach nicht so Recht überspringen. Wohl schlicht, da sich ZOMBIBER eher als 70-minütige Hommage an gängige Genre-Werke denn als eigenständig funktionierender Film inszeniert und so gut wie keine eigenen Ideen auffährt. In Bezug auf die Story, den Handlungsverlauf, die Charaktere und die expliziten Auseinandersetzungen zwischen Tier und Mensch bleibt der Film entsprechend überraschungsarm – und bedient großzügig alle Genre-Klischees, die sich ein jeder schnell aus den Fingern saugen könnte. Immerhin verhindert der deutliche Hang zur Selbstironie und der offensichtliche Tribut an Genre-Granaten wie BRAINDEAD oder eben BLACK SHEEP schlimmeres. ZOMBIBER kann demnach nicht wirklich die Erwartungen erfüllen, die man möglicherweise an den Film gestellt hat – aber noch als durchschnittliche Genre-Kost für einen dezent angeheiterten Filmabend angesehen werden.

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„Im besten Fall kann ZOMBIBER als ganzheitliche Genre-Hommage angesehen werden – im schlimmsten als dreist-billige Kopie. In beiden Fällen reicht es jedoch nicht, um mit entsprechend vorgelegten Kult-Werken mitzuhalten.“

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Filmkritik: „Beyond Re-Animator“ (2003)

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Originaltitel: Beyond Re-Animator
Regie: Brian Yuzna
Mit: Jeffrey Combs, Jason Barry, Elsa Pataky u.a.
Land: USA, Spanien
Laufzeit: ca. 92 Minuten
FSK: keine Jugendfreigabe
Genre: Horror / Komödie
Tags: Untote | Leichen | Reanimation | Gefängnis | Wissenschaftler | Makaber

Eine Leiche, ein giftgrünes Serum und ein Seelenfänger…

Kurzinhalt: Auch nachdem sein letztes Experiment fehlgeschlagen ist, arbeitet der eifrige Dr. Herbert West (Jeffrey Combs) weiter an seinen abenteuerlichen Forschungen, die sich wie keine anderen mit dem Thema des Lebens und Tods auseinandersetzen. Dabei ist er aufgrund der moralischen Fragwürdigkeit seiner Projekte dazu gezwungen, stets im Geheimen zu agieren – eines Tages aber gelingt einem durch Dr. West’s Serum wiederbelebten Testsubjekt die Flucht. Jene weder lebendige noch wirklich tote Kreatur ermordet kurz darauf eine Frau und lässt einen kleinen Jungen traumatisiert zurück. Die Spuren führen schnell zu Dr. West, der daraufhin direkt verantwortlich gemacht wird und für einige Jahre hinter Gitter kommt. Jahre später ist es dann ausgerechnet das nunmehr erwachsene Kind von einst, das Dr. West als aufstrebender Gefängnisarzt zur Hilfe eilt – der junge Mann ist fasziniert von Dr. West’s Forschungen und ist für eine Zusammenarbeit sogar bereit, ihm den indirekten Mord an seiner Schwester zu verzeihen. Von nun an arbeiten die beiden gemeinsam an der Perfektionierung des Reanimations-Serums, wenn auch unter erschwerten Bedingungen – schließlich sind sie noch immer von Gefängnismauern umgeben und den ständigen Blicken der Wärter ausgesetzt.

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Kritik: Achtung, Spoiler ! BEYOND RE-ANIMATOR ist der dritte Teil des berühmt-berüchtigten RE-ANIMATOR-Franchise, welches 1985 und von Regisseur Stuart Gordon ins Leben gerufen wurde. Dabei ist allein die Tatsache, dass es überhaupt noch zu einem dritten Teil gekommen ist relativ bemerkenswert – nach dem zweiten Teil BRIDE OF RE-ANIMATOR (1989, Review) sollten schließlich noch einmal ganze 14 Jahre vergehen, bis man endlich eine Trilogie verwirklicht hatte. Die nächste – ebenfalls eher positive – Überraschung folgt jedoch sogleich: dass zwischen dem zweiten und dritten Teil über ein Jahrzehnt Zeit und auch Filmgeschichte liegt, macht sich kaum bemerkbar. BEYOND RE-ANIMATOR fügt sich nahtlos an die beiden Vorgänger an, greift dabei auf bereits vermittelte Hintergrundinformationen zurück – und sollte daher vor allem für eingefleischte Fans des Franchise interessant sein. Diejenigen die sich als solche bezeichnen können, werden abermals einen dezent wahnsinnigen, von seinen perfiden Vorstellungen angetriebenen Dr. Herbert West erleben – dessen Forschungen sogar vor einem weiteren neuen Höhepunkt zu stehen scheinen. Denn: während man in BRIDE OF RE-ANIMATOR hauptsächlich noch einzelnen Körperteilen Leben einhauchte beziehungsweise es deren FRANKENSTEIN’sche Zusammensetzung war welche den Ausschlag gab; befasst man sich in BEYOND RE-ANIMATOR nun mit dem letzten fehlenden Bindeglied auf dem Weg zur Vollendung des Reanimations-Projektes.

Richtig – es geht um nicht weniger als die Seele, oder zumindest all dem was den wiederbelebten Menschen wieder zu dem macht was er einmal war; und nicht bloß zu einer primitiv-aggressiven Kreatur. Somit ist die RE-ANIMATOR-Reihe tatsächlich eine von jenen seltenen, bei denen es Sinn gemacht hat die ursprüngliche Thematik erneut aufzugreifen und in weiteren Teilen zu verarbeiten – ergibt sich spätestens mit der vollendeten Trilogie ein reichlich makaberes, für alle Splatter- und Horrorfans ansprechendes Gesamtwerk rund um das Thema der Reanimation. Dadurch, dass sich das RE-ANIMATOR-Franchise auch bestens im Genre des (guten) Trashfilms daheim fühlt, kann man nach wie vor über viele kleinere Schwächen oder auch die schier atemberaubenden, aber niemals vollständig erklärten Prämissen hinwegsehen (das Prinzip der, man nenne es Seelensubstanzextraktion ist mindestens ebenso hanebüchen wie das Serum selbst) – und sich voll und ganz auf das weniger gruselige, dafür aber gerne mal dezent eklige und extrem durchtriebene Gesamterlebnis fokussieren. Auch scheint Regisseur Brian Yuzna einiges dazugelernt zu haben, zumindest im direkten Vergleich mit dem etwas zu düsteren und stellenweise arg langatmigen FRANKENSTEIN-Verschnitt BRIDE OF RE-ANIMATOR. In BEYOND RE-ANIMATOR kommen wieder vermehrt eigene Ideen zum Einsatz, hinsichtlich des Tempos und der Dynamik des Films wurde endlich wieder an den richtigen Reglern geschraubt.

Doch gibt es auch dieses Mal kleinere Probleme, die dazu führen dass auch der  dritte Ableger der Reihe dem Original von 1985 nicht ganz das Wasser reichen kann. Es beginnt bereits mit der storytechnsich zwar durchaus sinnigen, im Endeffekt aber etwas enttäuschenden Schauplatzverlegung in ein modernes Gefängnis. Dass man ausgerechnet an einem solchen Ort in der Lage wäre, derart wahnwitzige Experimente wie die von Dr. West durchzuführen, erscheint selbst in Anbetracht des allgemeinen Trash-Faktors etwas weit hergeholt – das funktionierte zuvor und mit den Handlungsorten im Krankenhaus und dem hauseigenen Keller von Dr. West wesentlich besser. Auch scheint es noch immer dezente Probleme hinsichtlich der ureigenen Atmosphäre des Franchise zu geben: wann immer etwas ernstere Töne angeschlagen werden respektive sich der Film selbst doch etwas zu ernst nimmt, geht einiges an Dynamik flöten. Die dem entgegengebrachten Kräfte können ebenfalls nicht immer überzeugen: oftmals sind es die explizit auf witzig-makaber getrimmte Elemente, die dann doch ein wenig Over-The-Top gehen (wie in Bezug auf ein abgebissenes Geschlechtsteil, dass daraufhin und im Abspann mit einer Maus kämpft) und den Film lächerlicher erscheinen lassen als er es eigentlich ist. Aber es scheint ohnehin, als ob so gut wie keine gängige Film-Regel auf ein Franchise wie RE-ANIMATOR anzuwenden ist.

Fazit: Nach dem eher enttäuschenden BRIDE OF RE-ANIMATOR machte man mit BEYOND RE-ANIMATOR wieder einen kleinen Sprung nach vorn – was insofern bemerkenswert ist, als dass man ganze 14 Jahre dafür brauchte und man sich rein inszenatorisch noch immer verdammt nah am Originalfilm von 1985 bewegt. Gut ist, dass der Film wieder vermehrt auf eigene Ideen setzt, man sowohl beim alten Regisseur als auch beim eigentlichen Hauptdarsteller blieb – und die Story um die höchst umstrittenen Experimente mit einem neuen Höhepunkt versieht. So kann BEYOND RE-ANIMATOR trotz der nicht in jeder Hinsicht sinnig erscheinenden Schauplatzwahl jedem unerschrockenen Genre-Freund empfohlen werden; vor allem wenn er bereits die ersten beiden Teile kennt und weiterhin am Schicksal von Dr. Herbert West interessiert ist.

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„Nicht so gut wie das Original, aber schon angenehmer als der zweite Teil.“

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Filmkritik: „REC 3 Génesis“ (2012)

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Originaltitel: [REC]³ Génesis
Regie: Paco Plaza
MitLeticia Dolera, Diego Martín, Àlex Monner u.a.
Land: Spanien
Laufzeit: ca. 80 Minuten
Altersfreigabe: ab 18
Genre: Horror
Tags: Rec | Sequel | Nachfolger | Hochzeit | Splatter | Zombies | Untote

Wer hätte gedacht, dass sich ausschweifende Predigten doch einmal lohnen würden…

Kurzinhalt: Eigentlich sollte es ein Tag werden, an dem sich zwei glücklich Verliebte das Ja-Wort geben – und alle ausgelassen und in einem angemessenen Rahmen feiern. Doch als ein direkter Verwandter des Hochzeitspaares (Leticia Dolera und Diego Martin) von einem Balkon stürzt und daraufhin einen anderen Gast in den Hals beißt, ist es vorbei mit der Feierlaune. Plötzlich regiert die pure Panik, alle rennen umher – und ohne zu wissen was genau eigentlich geschieht, werden die Partygäste nach und nach auf eine recht überschaubare Anzahl dezimiert. Doch die zahlreichen Toten sind nicht wirklich tot – sie werden zu blutrünstigen Gestalten, die sich kaum aufhalten lassen und erst dann in eine Art Starre verfallen, wenn kein lebender Mensch mehr in der Nähe ist. Das Hochzeitspaar wird im Verlauf des Durcheinanders getrennt, findet nach weiteren Verlusten von Verwandten und Freunden aber wieder zueinander – und versucht, dem Tollhaus zu entkommen.

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Kritik: Achtung, Spoiler ! REC 3 ist der mittlerweile dritte Teil eines 2007 gestarteten Horror-Franchise aus Spanien, für das sich hauptsächlich die beiden Regisseure Paco Plaza und Jaume Balagueró verantwortlich zeichnen. Ein Franchise, das durchaus für Furore sorgen konnte – schließlich besteht die eigentliche Ambition der Filmemacher seit jeher darin, das Prinzip der sogenannten Fake Documentary auf das Horrorfilm-Genre zu übertragen. Da man damit allein allerdings noch kein filmisches Neuland betreten würde – man betrachte entsprechende Wegbereiter wie das nunmehr 15 Jahre alte BLAIR WITCH PROJECT – hat man sich ein ganz spezielles Subgenre des Horrorfilms ausgesucht. Ein Subgenre, das vor allem im letzten Jahrzehnt ein wahres Revival feierte und sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut. Die Rede ist – natürlich – vom Horror-Subgenre des Zombiefilms. Paco Plaza und Jaume Balagueró setzen dabei bewusst auf eine modern inszenierte Variante, wie sie etwa durch Zack Synders Remake von DAWN OF THE DEAD geprägt wurde – die Folge sind auch hier alles andere als langsam vor sich hin schlurfende Zombies, sondern wahre Killermaschinen die im Zusammenspiel mit einer angepassten (das heißt, vor allem rasanteren) Art der Inszenierung für ein unmittelbares Gefühl der Gefahr sorgen sollen.

Jene Kombination zweier jüngst sehr erfolgreicher Genres – das der Fake-Dokumentation und das des Zombiefilms – sorgte dafür, dass sich die beiden Regisseure schnell einen Namen machten. In Bezug auf REC 3 fallen sowohl die Geschmacksfragen als auch der Diskussionsstoff nicht ganz so ausführlich aus wie noch zuvor – und das nicht nur, weil der neueste Ableger der Reihe inhaltlich kaum noch etwas mit den beiden Vorgängern zu tun hat. Schließlich begehen die Spanier (beziehungsweise nur Paco Plaza, der dieses Mal allein Regie führt) einen erneuten Stilbruch, und setzen nur zu Beginn des Films auf das Prinzip der Fake-Dokumentation. Was sich zweifelsohne anbietet; ist die hier gezeigte Hochzeit ein Event, bei dem es nicht gerade unwahrscheinlich erscheint dass (Hand-)Kameras dabei sind. Danach jedoch, und nach etwa 20 Minuten wechselt man plötzlich zu einer gängigen Kino-Perspektive, die das Geschehen aus einer etwas distanzierteren Position heraus betrachtet. Sicher ist das der eigentliche Clou des Films; der einigen Fans der Reihe zwar sauer aufstoßen könnte – im Endeffekt aber durch die klar ersichtlichen Vorteile einen Zugewinn in Bezug auf das Erlebnis REC 3 zu verzeichnen hat. Die zwar authentisch erscheinenden, oftmals aber nur allzu hektischen und anstrengenden Wackelkamera-Bilder sind somit ebenso passé wie der oftmals unglaubwürdige Fakt, dass die Protagonisten auch in den wahnwitzigen Situationen hinter der Linse kleben – und auch mal den Tod eigener Familienmitglieder oder enger Freunde aufzeichnen. Der in REC 3 stattfindende Befreiungsschlag wirkt somit umso erfrischender – hier werden die Protagonisten entweder dazu genötigt die Aufnahmen einzustellen, oder aber sie legen die Kameras freiwillig ab.

Doch mit jenen Feststellung hat man nur einen kleinen Teil dessen betrachtet, was REC 3 ausmacht – und gleichzeitig den wohl erfolgreichsten. Alle anderen Aspekte des Films sind schon weitaus kritischer zu betrachten – und das nicht von ungefähr. Hier kann man gleich eine ganze Ansammlung von Gründen auffahren, die in diesem Fall jedoch nur auf das wesentlichste reduziert werden. Klar ist nur: das Angebot ist riesig; riesiger als es einem Film wie REC 3 zuträglich wäre. Es beginnt bereits mit der eigentlichen Auslegung des Inhalts, denn einen nennenswerten Story-Aufbau gibt es nicht – nur der im Sinne einer Hochzeit pompös ausstaffierte Ort, an dem das Schlachtfest stattfindet sorgt hier für Aufsehen. Fatal dabei ist, dass es keinen tatsächlichen Spannungsbogen gibt – eben nur einen solchen, der sich auf das Überleben oder Nicht-Überleben der einzelnen Charaktere konzentriert. Alles was darüber hinausgehen könnte – wie etwa die Andeutung, dass hinter all dem Ganzen eher ein religiöser oder besser gesagt dämonischer Hintergrund denn ein typisches Zombie-Virus stecken könnte – versickert im Nichts. Die Tatsache, dass das Ganze so gesehen hinter verschlossenen Türen geschieht und keine Interaktion mit anderen Menschen als den Hochzeitsgästen selbst stattfindet; macht es da auch nicht besser, im Gegenteil.

Analog zur fragwürdigen Auslegung des Inhalts hat man auch stark hinsichtlich der etablierten Atmosphäre zu kämpfen. REC 3 orientiert sich schließlich nicht wirklich an den Vorgängern, sondern geht eher weg vom klassischen Horror – und somit hin zu einem dezent trashig anmutendem Splatterfilm mit zahlreichen komödiantischen Einschüben. Diese können mal beabsichtigter, mal unfreiwilliger Natur sein – was den reinen Unterhaltungswert zwar merklich steigert; doch letztendlich dazu führt dass REC 3 nur einer von vielen Genrefilmen seiner Art ist. Und nicht unbedingt ein besserer, bleiben die Entscheidungsschwierigkeiten der Macher auch in Bezug auf die Charakterporträts omnipräsent. Wo zu Beginn noch der ernsthafte Versuch unternommen wird die Charaktere einzuführen und eine emotionale Bindung zum Zuschauer entstehen zu lassen; regiert später ein wahrlich unglaubwürdiges Wechselspiel. Ängstlich-schüchterne, zaghafte Charaktere werden somit urplötzlich zu brutalen Killern; diejenigen von denen man am ehesten erwartet hätte dass sie halbwegs intelligent mit der alles überrennenden Situation umgehen würden verhalten sich durchweg stumpf. Wieder stehen sich Elemente eines schnell zu verköstigenden Trashs und Elemente des auf gruselig (und bestenfalls authentisch) getrimmten Horrors gegenüber – mit einem unklaren Sieger. Vor allem aber weiß ein weiterer, nur vermeintlicher Clou des Films negativ hervorzustechen: die Tatsache, dass sich in diesem Fall zwei Liebende einer Horde von Zombies stellen, stellen müssen. Sicher, die ein oder andere dezente Lovestory kann man auch im Genre des Horror- oder auch Zombiefilms begutachten – doch hier hat man den Bogen eindeutig hinsichtlich einer gewissen Lächerlichkeit und Penetranz überspannt.

Fazit: REC 3 ist ein Wagnis – jedoch keins, welchem man mit tosendem Beifall begegnen wird. Vielmehr scheint es so, als sei das eingetreten was man keinem Macher von mehrteiligen Filmreihen wünscht – dass man sich irgendwann im Verlauf seines eigenen Konzeptes verhaspelt. Nicht nur, dass REC 3 inhaltlich und vor allem atmosphärisch mit den Vorgängern bricht, er bietet schlicht keine sinnige Alternative. Übrig bleibt ein absolut typisches Stück Film, welches durch zahlreiche Durststrecken; vor allem aber markante inszenatorische Diskrepanzen gekennzeichnet ist. REC 3 funktioniert am ehesten als reiner Splatter-Film mit einigen besonders heftigen dahingehenden Darstellungen, geradezu abstrusen Charakterporträts und einer wunderbar deplatzierten Love-Story mit einem überraschend kitschigen Ende. Das wäre an sich kein Problem; hätte man REC 3 konsequent in diesem Stil erzählt – doch die Geschichte der Vorgänger und vor allem die ersten Filmminuten im Stile einer Fake-Documentary lassen sich einfach nicht damit vereinbaren, Hinzu kommt, dass REC3 selbst als überzeichneter Splatterfilm alles andere als allein ist – wer auf eine dahingehende Unterhaltung aus ist, braucht sich nur einmal im schier unerschöpflichen Zombiefilm-Fundus der 80er-Jahre umzusehen. Denn allein die Tatsache dass sich Zombies heutzutage schneller bewegen, man analog dazu schnellere Schnittfolgen einsetzt und das Ganze mit einer Hochglanzoptik versieht; rechtfertigt noch lange nicht das Entstehen immer neuer Filme jener Machart.

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„Da konnte sich wohl jemand nicht entscheiden.“

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Filmkritik: „Re-Animator“ (1985)

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Originaltitel: Re-Animator
Regie: Stuart Gordon
Mit: Jeffrey Combs, Bruce Abbott, Barbara Crampton u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 95 Minuten
FSK: ab 18 freigegeben
Genre: Horror
Tags: Untote | Serum | Dr. West | H.P. Lovecraft | Erweckung | Wiederbelebung

Dieses Serum hat es wahrlich in sich.

Kurzinhalt: Dr. Herbert West (Jeffrey Combs) ist bei seinen wissenschaftlichen Forschungen in Europa ein schier wahnwitziger Durchbruch gelungen. Im Zuge seiner Arbeit, die sich vor allem mit wichtigen neurologischen Faktoren während des Sterbens auseinandersetzt; war er in der Lage ein Serum zu erschaffen – das unglaublicherweise dazu imstande ist, längst verstorbene wieder ins Leben zurückzuholen. Doch so vielversprechend dieser wissenschaftliche Durchbruch auch klingen mag – die Ergebnisse sind noch weit davon entfernt, zufriedenstellend zu sein. Und so sucht Dr. West nach einem Zwischenfall Zuflucht an einer amerikanischen Universität, wo er sich mit dem Medizinstudenten Dan (Bruce Abbott) anfreundet und sogleich bei ihm und seiner Freundin Megan (Barbara Crampton) als Untermieter einzieht. Hier hofft er, ungestört weitere Experimente durchführen zu können – doch Dan und Megan bemerken schnell, dass mit Dr. West irgendetwas nicht stimmt. Und tatsächlich soll es nicht bei einer toten Hauskatze bleiben… Dr. West wird immer fanatischer, aber auch zielstrebiger – er will Dan’s Zugang zur örtlichen Leichenhalle ausnutzen, um sein Serum auch endlich an Menschen testen zu können. Mit ungewissen Folgen…

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Eingefleischte Genre-Fans und Horrorspezialisten werden sie kennen – Namen wie Stuart Gordon oder Brian Yuzna. Während erstgenannter vor allem durch seine Regiearbeit am vergleichsweise groß angelegten Projekt FORTRESS – DIE FESTUNG bekannt wurde, verbindet man zweiteren des öfteren mit dem fleischgewordenen Leinwandhorror für all jene, die ohnehin nicht gerne zum Zahnarzt gehen – den beiden Teilen der Horrormär THE DENTIST. Beiden Ausnahmeregisseuren, die eine jeweils recht bunte Filmografie für sich verbuchen können; liegt jedoch eine gemeinsame Vergangenheit zugrunde. Tatsächlich tauchen ihre Namen erstmals im Zusammenhang mit RE-ANIMATOR auf – jenem Kultfilm, der in der Mitte der 80’er Jahre das Zombiefilm-Genre in eine etwas andere Richtung hin auslotete. Anders als bei ihren späteren werken stützten sie sich in diesem Fall noch auf eine berühmte Vorlage: Howard Phillips Lovecraft’s Kurzgeschichte HERBERT WEST – DER WIEDERERWECKER aus dem Jahre 1922. Mit einem Umfang von gerade einmal 44 Seiten ist die gruselige, aber äußerst greifbare und zeitlose Geschichte schnell erzählt – doch offenbar ließen sich Gordon (als Regisseur) und Yuzna (hier als Produzent) nicht davon abschrecken, und legten es darauf an einen abendfüllenden Horrorfilm zu inszenieren. Herausgekommen ist RE-ANIMATOR – eine gleichsam fidele wie abstrus-trahsige Hommage an das Genre des Horrorfilms. Aber auch an das Schaffen von H.P. Lovecraft; dessen Name stets in direkter Verbindung mit dem Film auftaucht – glücklicherweise.

Und obwohl der Inhalt des Films auf ein hauptsächliches Element – nämlich die namensgebende Wiedererweckung von Toten – heruntergebrochen werden kann, bietet er ein vergleichsweise hohes Unterhaltungspotential. Das liegt hauptsächlich an einem ganz speziellen Charme, den das Werk in beinahe jeder Szene zu versprühen vermag. Irgendwo angesiedelt zwischen einem durchaus ernstgemeinten, geradezu reißerischen Schocker; einem typischen Zombiefilm und einer sympathischen B-Movie-Produktion holt RE-ANIMATOR das Maximum aus den vorgegebenen Möglichkeiten heraus – und sorgt dafür, dass viele einzelne Elemente in Erinnerung bleiben. Schon die Prämisse an sich, die eine etwas wissenschaftlicher orientierte Herangehensweise an das Genre des Zombiefilms wagt; erscheint für das Erscheinungsjahr äußerst frisch und markant – und auch sonst haben alle Beteiligten ein gutes Fingerspitzengefühl bewiesen. Dies äußert sich auch in den keinesfalls überreizten, dafür umso markanteren Gore- und Splatterszenen und dem herrlich unbekümmerten und damit umso authentischer wirkenden Schauspiel. Hier von einem dezenten Overacting zu sprechen, wäre sicherlich gar nicht mal falsch – doch passt auch dies perfekt zur Grundstimmung des Films; der sowohl als reiner Horror-Schocker (damals sicher noch etwas besser als heute) als auch als launige Genre-Kost für Splatter- und Kuriositätenfans funktioniert.

Eine oftmals etwas plump wirkende, aber dennoch ihren Zweck vollständig erfüllende Maskenarbeit rundet den guten (und vor allem liebevollen) handwerklichen Eindruck zusammen mit der soliden Kamerahandhabung, Schnittausführung und einem markanten Soundtrack ab. Etwas schwieriger wird es indes, über Faktoren wie die Bild- oder Tonqualität zu sinnieren – die je nach Release- und Schnittversion absolut unterirdisch ausfallen können. Auch wenn sie keinen Einfluss auf die Wertung haben – denn hier geht es um den Film selbst, auch unter Berücksichtigung der damaligen Möglichkeiten – sei es an dieser Stelle erwähnt. Besonders die deutsche Synchronisation ist mir ihrem extrem auffälligen Hintergrundrauschen, schlecht ortbaren Stimmen und teilweise sogar Sprecherwechseln recht misslungen – und das nicht wirklich im witzigen Sinne, wie es bei manchen vergleichbaren Genre-Werken oftmals der (nicht unbedingt gewollte) Fall ist. Was bleibt ist ein Film, der vielleicht nicht so genial oder wegweisend ist weil er es (im Kern) ist – die Faszination entsteht vielmehr aus der Tatsache, dass es sich so gesehen um ein von späteren Bewegungen und Genreausrichtungen unabhängiges Ursprungswerk handelt. Und auch wenn immer irgendjemand der erste ist, sollte auch das entsprechend honoriert werden.

Fazit: Dass RE-ANIMATOR ein Kultfilm ist, steht wohl außer Frage. Insbesondere Genre-Fans und Freunde früherer Horrorproduktionen, die mit einem oftmals äußerst geringem Budget vergleichsweise großes und vor allem stimmiges auf die Beine stellen konnten; werden perfekt bedient. Dass er dennoch keine Höchstwertung erhält, ist vor allem der letztendlichen inhaltlichen Auslegung geschuldet. Vor allem in der ersten Hälfte glänzt der Film nicht gerade mit zahllosen genialen und / oder abstrusen Ideen, erst gegen Ende fährt man noch einmal alle dahingehenden Geschütze auf – und was für welche. Etwas schade ist auch, dass der vermeintlich wissenschaftliche Ansatz nur als Aufhänger dient, aber niemals etwas expliziter in den Kontext des Films eingebunden wird – obwohl hier letztendlich Ärzte, oder zumindest dezent fanatisch angehauchte Wissenschaftler das Zepter des Geschehens in den Händen halten. Ein paar Fachbegriffe hier (und seien sie noch so erfunden), ein etwas pseudo-wissenschaftlicherer Grundton dort (und würde er noch so trashig wirken) – und der RE-ANIMATOR wäre eventuell noch unterhaltsamer und stimmiger ausgefallen als ohnehin schon.

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„Unterhaltsamer Genre-Kultfilm mit dezenten Längen.“

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