Filmkritik: „Dead Rising: Watchtower“ (2015)

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Originaltitel: Dead Rising: Watchtower
Regie: Zach Lipovsky
Mit: Jesse Metcalfe, Meghan Ory, Virginia Madsen u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 118 Minuten
FSK: ab 18 freigegeben
Genre: Horror, Action
Tags: Zombies | Untote | Epidemie | Seuche | Videospiel

Der schmale Grat zwischen Zombie und Mensch.

Kurzinhalt: Trotz einer großen Zombie-Epidemie in den USA hat die hiesige Regierung scheinbar alles im Griff. Menschen; die aufgrund eines Bisses infiziert werden, können schließlich mithilfe eines speziellen Serums davor bewahrt werden sich wirklich in fleischfressende Untote zu verwandeln. Als der Reporter Chase (Jesse Metcalfe) mit einer Kollegin in einer Kleinstadt unterwegs ist um eine mögliche Sensations-Story zu erhaschen, geschieht plötzlich etwas unerwartetes: offenbar wirkt das Serum bei einigen der Infizierten nicht mehr. Im darauf folgenden Tumult werden die beiden Reporter getrennt – und Chase schließt sich mit der heißblütigen Crystal (Meghan Ory) zusammen, die er zuvor noch relativ erfolglos interviewt hat. Man entschließt, sich erst einmal zu verstecken und vorsorglich zu bewaffnen – und die Öffentlichkeit mit laufenden Berichterstattungen aus dem Zentrum des Krisenherds auf dem Laufenden zu halten. Allerdings wird das in Anbetracht der stetig wachsenden Zombie-Schar und dem Erscheinen einer rebellischen Biker-Gang zunehmend schwieriger… als dann auch noch das Militär auf den Plan tritt und plant das gesamte Gebiet zu bombardieren, ist das Chaos endgültig perfekt.

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Wie lange es den Zombiefilm als Subgenre des klassischen Horrorfilms schon gibt, darüber könnte man sich wahrlich streiten. Aber ob er nun tatsächlich erst mit George A. Romero seinen großen Durchbruch schaffte oder eigentlich schon Jahrzehnte vorher – die von den sogenannten Wandelnden Toten ausgehende Faszination für das Fremde, Gefährliche und unmittelbar Lebensbedrohliche hat seit jeher einen Platz in der internationalen Filmlandschaft. Und so wird auch die Flut an sich dem Zombie-Kanon anschließenden Neuerscheinungen kaum abnehmen. Den 2015 veröffentlichten, US-Amerikanischen Film DEAD RISING: WATCHTOWER markiert dabei insofern eine Besonderheit, als dass es sich um eine Videospiel-Verfilmung handelt. Die sind zwar vergleichsweise selten, stehen dafür aber umso öfter unter einem schlechten Stern – und das nicht nur, da Videospiel-Freunde eher harte Kritiker sind und die jeweilige Vorlage bestmöglich umgesetzt wissen wollen. Viel eher ist es so, dass sich einige derjenigen die sich bereits an das Unterfangen einer Horror-Videospielverfilmung gewagt haben in vielerlei Hinsicht versagt haben – und Namen wie Uwe Boll stellvertretend für ein Rezept stehen, das so nur selten aufgegangen ist.

Für DEAD RISING sieht es indes gar nicht mal so schlecht aus. Hauptsächlich, da Regisseur Zach Lipovsky das auf die Leinwand gebrachte Spektakel relativ stilsicher und mit einem gewissen; in diesem Falle sicher nicht ganz unwichtigen Hang zur Selbstironie inszeniert hat. So wird bereits in den ersten Minuten offenbar, dass vergleichsweise viel Mühe in das Projekt gesteckt wurde. Die sinnige Schauplatzwahl, die Liebe zum Detail zum Beispiel in Bezug auf die unzähligen Statisten und die Kostüme; oder aber die versierte, direkte und klar Action-orientierte, in Bezug auf eine allgemeine Hektik gerade noch annehmbare Kameraführung sprechen klar für das handwerkliche Engagement der Macher – und sorgen für einen hohen Unterhaltungswert. Überraschenderweise machen auch die Darsteller eine durchgehend gute Figur. Vor allem das wechselhafte Spiel von Jesse Metcalfe in der wohl wichtigsten Hauptrolle erscheint stets charmant und ist dabei – zumindest für Genre-Verhältnisse – als vergleichsweise glaubwürdig zu bezeichnen. Trotz, oder gerade wegen des immer wieder anberaumten ironischen Untertons. Auch mit der Wahl seiner weiblichen Mitstreiterin und Badass-Amazone Meghan Ory, oder aber dem fiesen Gegenspieler hat man nichts falsch gemacht; während der Auftritt von Rob Riggle als Zombie-Experte klar für die meisten Schmunzler sorgt. Zwar kann DEAD RISING niemals über (s)eine gewisse Formelhaftigkeit hinwegtäuschen, aber größtenteils geht das Konzept auf.

Größtenteils – denn abgesehen von den bereits aus dem Videospiel bekannten; im Film eigentlich relativ selten vorkommenden Waffenbau-Experimenten und gelegentlichen Splatter-Einlagen geht es dann doch nicht ganz so spektakulär zu. Das ist eine Feststellung, die vor allem auf die eigentliche Story zu beziehen ist – die im Gegensatz zu etwaigen Klassikern des Genres offensichtliche Gesellschaftskritik nicht mehr nur unterschwellig oder versteckt einbringt, sondern offen zelebriert. Das kann hie und da schon etwas ernüchternd wirken – vor allem natürlich dann, wenn es um das nicht mehr ganz so überraschende und stark überzeichnete Finale samt der enthaltenen Kernbotschaft geht. Immerhin: in Sachen Aktualität und Relevanz ist DEAD RISING: WATCHTOWER ganz vorn dabei. Die Medienlandschaft ist ein einziges Tollhaus, Skrupel gibt es nirgendwo; und die Sehnsucht nach heimlichen Helden ist groß. Das ist zwar keine besonders neuerliche Feststellung, aber in diesem Falle dennoch eine amüsant präsentierte.

Fazit: Sicher, DEAD RISING ist kein Meilenstein der Filmgeschichte – aber dennoch überzeugt er sowohl als solide Videospiel-Verfilmung, als auch als unabhängiger Zombie- respektive Splatterfilm mit einem kaum zu übersehenden Hang zur Überzeichnung. Während die eigentliche Idee und die Ausführung der Hintergrundgeschichte eher schwach sind und vor allem eingefleischte Genre-Fans langweilen könnten, spielt DEAD RSING seine Stärken in nahezu allen anderen Bereich aus – was ihn klar über den Durchschnitt rettet. Die handwerklichen Aspekte sind gelungen, die Darsteller ebenso wie ihre verkörperten Charaktere trotz Klischee-Alarm angenehm; die fulminante Mixtur aus Witz und Atmosphäre funktioniert. DEAD RISING ist so vor allem eines geworden: ein gut gemachter und verdammt unterhaltsamer Zombiefilm für Zwischendurch, der trotz seiner Spieldauer von knapp 2 Stunden niemals langatmig wird.

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„Überraschend gut aufgehende Kombination aus Atmosphäre und Spaß.“

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Filmkritik: „Zombieworld – Das Ende Ist Da“ (2015)

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Originaltitel: Zombieworld
Regie: Jesse Baget u.a.
Mit: Bill Oberst Jr., José M. Angorrilla, Marc Velasco u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 96 Minuten
FSK: ab 18 freigegeben
Genre: Horror
Tags: Zombies | Episoden | Kurzfilme | Zusammenstellung

Zombies gehen immer… oder ?

Kurzinhalt: Die weltweite Zombie-Apokalypse ist ausgebrochen ! Nachrichtensprecher Marvin Gloatt (Bill Oberst Jr.) hat sichtlich Mühe, den wenigen verbleibenden Zuschauern mitzuteilen was sich in diesen verzweifelten Stunden rund um den Globus abspielt. Dennoch gebührt ihm seine Reporter-Ehre, weiterzumachen – komme was wolle. Und so präsentiert er diverse Live-Schaltungen und Berichterstattungen aus verschiedenen Teilen der Erde, die eines gemeinsam haben: die hungrige Zombies haben bereits überall die Vorherrschaft übernommen. Gut also, dass er auch einige Überlebenstipps für den gefährlichen Zombie-Alltag parat hat. Wenn es dafür nicht schon zu spät ist…

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Filme, die in einem mehr oder weniger direkten Zusammenhang mit einem Verleiher namens GREAT MOVIES GMBH auftauchen können doch eigentlich nur… richtig; verdammt gut sein. So zumindest lautet die Annahme. Doch Vorsicht ist geboten – schließlich lauert hinter eben jenem Firmennamen ein Unternehmen, dessen Repertoire in etwa mit dem der noch bekannteren Trash-Schmiede THE ASYLUM zu vergleichen ist. Das gilt vornehmlich in Bezug auf die Tatsache, dass man es mit dem allgemein wichtigen Originalitätsfaktor nicht ganz so ernst nimmt – und das ein oder andere Werk auch mal dreist kopiert. Davon kann ZOMBIEWORLD zwar nicht wirklich ein Lied singen – doch ist das zunächst schwer zu erfassende Problem (speziell, wenn man nicht weiß worauf man sich hier einlässt) ein ganz ähnliches. Eines das dazu führt, dass der Film weder als stumpfe Parodie auf andere Genre-Vorbilder richtig funktioniert, noch als eigenständiger Zombie-Episodenfilm überzeugt.

Das besondere, oder auch der Knackpunkt des Films: letztendlich ist ZOMBIEWORLD ein wenig von beidem. Der Film besteht tatsächlich aus mehreren Einzelepisoden, die durch einen zentralen Dreh- und Angelpunkt (einem Nachrichtensprecher, der von allerlei Zombie-Geschehen rund um die Welt berichtet) miteinander verbunden werden. Bei jenen Bildern aus dem Nachrichten-Studio handelt es sich auch um die aktuellsten, im Sinne des Projekts spezifisch gedrehten Szenen. Alle anderen sind stellenweise wesentlich älter, stammen von verschiedenen Regisseuren – und wurden hier für eine Art Zombie-Collabo-Projekt neu aufbereitet und zusammengeführt. So finden sich beispielsweise auch die bereits bekannten Kurzfilme FIST OF JESUS oder BRUTAL RELAX in ZOMBIEWORLD wieder – nur in einem etwas anderen Zusammenhang. 

So präsentiert sich ZOBMIEWORLD weniger als Film im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr als Sammelsurium von mehreren kleinen Zombie-Geschichten – über deren Einzel-Qualität man wahrlich streiten könnte. Das Angebot reicht hier schließlich von verdächtig laienhaft inszenierten Szenen mit passenden Looks (die man so eher im Fundus diverser Youtube-Clipmacher oder als Zwischensequenz für ein Videospiel vermuten würde), geht über immerhin ansatzweise unterhaltsame Zombie-Survival-Turorials als Genre-Persiflage und mündet einstweilen doch noch in vereinzelten Eindrücken einer großen Hochglanzproduktion. Das Problem: auch wenn diese einzelnen Abschnitte hie und da einen gewissen Fun-Faktor etablieren (was noch am ehesten für FIST OF JESUS als reine Fun-Splatter-Orgie gilt), verpuffen sie spätestens in der kruden Zusammenstellung des Projekts. Hier passt schlicht nichts zu- und aufeinander, weder in Bezug auf den Stil noch auf den Inhalt.

Sicher, allen Geschichten gemeinsam bleibt der Hintergrund einer Zombie-Apokalypse – doch hilft das nicht viel, wenn auf absolut blödelnde Comedy-Einlagen plötzlich bierernste Charakter-Momente folgen und man immer wieder aus dem somit kaum vorhandenen Filmfluss gerissen wird. Sicher ist es enorm mutig, überhaupt ein Projekt wie dieses auf die Beine stellen zu wollen – und zumindest Bill Oberst Jr. gibt sich als Nachrichtensprecher sichtlich Mühe, der fraglichen Zusammenstellung eine gewisse Würze zu verleihen. Um das Ganze zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu bringen reicht das allerdings nicht. Der Fehler, ZOMBIEWORLD als zusammenhängenden Film zu präsentieren – dem folglich ein jedwedes Gespür für Dramaturgie und eine generelle Harmonie der präsentierten Bilder abhanden gekommen ist – wiegt schlicht zu schwer.

Fazit: Wenn es nicht die sehr freie, sich letztendlich als absolut unpassend herausstellende Kombination verschiedener Einzel-Episoden (oder auch: Kurzfilme) ist, die die Zuschauer von ZOMBIEWORLD verschrecken wird – dann die teils gähnende Langeweile. Denn trotz der Mitarbeit zahlreicher Regisseure, der schnellen Aufeinanderfolge der einzelnen Episoden und der immerhin annehmbaren Darstellung des Nachrichten-Sprechers als Vernetzungspunkt der Geschichten offenbart ZOMBIEWORLD immer wieder Momente des Leerlaufs. Das liegt zweifelsohne an der stark schwankenden Qualität des ausgesuchten Materials – das teils so unterirdisch ist, dass im direkten Vergleich selbst diverse Hobbyfilme-Macher klar die Nase vorn haben. Und das gilt beileibe nicht nur für die teils hanebüchenen Animationen oder die eher schlechten als rechten Leistungen der beteiligten Darsteller. Was bleibt, ist ein ganz großes Fragezeichen. Was genau wollten die Macher mit einem Projekt wie ZOMBIEWORLD erreichen ? Vielleicht wollten sie tatsächlich nur eine besondere Zusammenstellung aus verschiedenen Genre-Kurzfilmen für alle beinharten Zombie-Fans präsentieren. Warum man dann aber keinerlei Qualitätskontrollen vorgenommen hat, bleibt schleierhaft. Das Ergebnis jedenfalls spricht eine eindeutige Sprache: die einzelnen Kurzfilme werden eher abgewertet als dass man ein Interesse für sie generieren könnte.

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„Ein mutiges, leider katastrophal fehlgeschlagenes Projekt.“

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Filmkritik: „Cooties“ (2014)

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Originaltitel: Cooties
Regie: Jonathan Milott, Cary Murnion
Mit: Elijah Wood, Alison Pill, Rainn Wilson u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 88 Minuten
FSK: ab 16 freigegeben
Genre: Horror, Komödie
Tags: Kinder | Grundschule | Zombies | Pandemie | Seuche

Vorsicht, bissige Kinder.

Kurzinhalt: Clint (Elijah Wood) ist ein junger Mann, der sich eigentlich als Schriftsteller verdingen möchte – den großen Durchbruch aber noch nicht geschafft hat und sich seither mit einem Job als Vertretungslehrer über Wasser hält. Als er seinem alten Zuhause einen Besuch abstattet um in Ruhe an seinem Buch feilen zu können, nimmt er daher auch eine temporäre Stelle an seiner alten Schule an. Doch bevor er sich den normalerweise entstehenden Schwierigkeiten und dem etwas eigentümlichen Lehrer-Kollegium stellen kann, ergibt sich etwas unerwartetes: eine Schülerin zeigt plötzlich Anzeichen einer Erkrankung. Was genau es ist, darüber ist man sich im unklaren – doch spätestens als auch andere angesteckt werden und die Kinder wie wild gewordene Bestien über die Lehrerschaft herfallen, bricht Panik aus. So versuchen der verdutzte Clint, seine alte Schulfreundin Lucy (Alison Pill), ihr Freund Wade (Rainn Wilson) und andere Überlebende, den Kindern die Stirn zu bieten – was ihnen sichtlich schwerfällt. Immerhin scheinen zumindest die Erwachsenen davor gefeit, ebenfalls angesteckt werden zu können…

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Wie auch immer geartete Zombie-Filme gibt es mittlerweile reichlich – ob nun mit einer eher typischen Besetzung, oder zumindest einer eher ungewöhnlichen Gruppe auf Seiten der Aggressoren oder potentiellen Opfer. Allzu viel neues gibt es aber selbst hier nicht mehr zu holen, so gut wie alles wurde bereits durchgekaut – mit einer Ausnahme. Denn: wo Kindergruppen sonst bestenfalls von dämonischen Präsenzen kontrolliert werden, wandeln sie in COOTIES tatsächlich als lebende Tote über den Bildschirm. Glücklicherweise ist das unter anderem von Elijah Wood ins Leben gerufene Film- und Spaßprojekt aber ein eben solches – sodass etwaige Befürchtungen einer Grenz-Überschreitung schnell ad acta gelegt werden können. Die Zombie-Hatz ist grundsätzlich als rasantes und grelles Spektakel ausgelegt, in dem der ein oder andere trockene Spruch den nächsten jagt – und in dem man die neuerlichen Zombie-Kids gar als bloßes Beiwerk betrachten könnte. Als solches, dass die vielen absurden Dialoge und Charakter-Situationen an einer Grundschule erst ermöglicht; sicher – theoretisch wäre hier aber auch eine gänzliche andere Form der Bedrohung denkbar gewesen.

Doch was soll man machen – Zombie-Filme erfreuen sich nach wie vor einer großen Beliebtheit, und sie lassen sich zudem mehr als gut verkaufen. Dies wiederum führt dazu, dass es entsprechende Genre-Filme nur noch selten schaffen, potentiell gehegte Erwartungen zu übertreffen; geschweige denn sich als eigenständig-frische Werke zu profilieren. Auch im Falle der COOTIES sieht es diesbezüglich eher düster aus – doch immerhin hat man sich auch nicht gänzlich die Blöße gegeben. Der Film funktioniert am ehesten als recht unterhaltsame, abgedrehte Komödie – die sowohl typische Anleihen aus dem Bereich des Horror-Trashs als auch diverser schon eher alltagstauglicher Komödien heraufbeschwört. Im Ergebnis bedeutet dies vor allem, dass es weniger von der typischen Zombie-Splatter-Kost zu sehen gibt als eventuell erwartet (was in diesem Fall aber weitestgehend positive Folgen hat; vor allem in Bezug auf die größtenteils minderjährige Besetzung) – dafür aber umso mehr Wert auf möglichst hanebüchene Dialoge und absurde Situationen gelegt wurde. So zumindest lautet die Theorie, der man nicht immer gerecht wird – denn trotz der relativ ausschweifenden Gag-Dichte und der vor allem im späteren Verlauf angezogenen düsteren Stimmung mit dem Spannungs-Potential eines ‚echten‘ Horrorfilms bleiben etwaige Durststrecken auch in COOTIES nicht gänzlich aus.

Schließlich hat man sich deutlich weniger um die Handlung respektive Ideen über die merkwürdige, ausschließlich vorpubertäre Kinder betreffende Pandemie (die im übrigen aus verseuchtem Hühnerfleisch entstanden ist) bemüht – und vieles den viel Raum einnehmenden Charakteren überlassen. Die wurden dann allerdings auch tatsächlich gut getroffen: sei es Elijah Wood als schüchtern-naiver Schriftsteller der auf eine alte Schulfreundin trifft; sei es ein Lehrer-Kumpane der schlecht mit anderen ins Gespräch kommt, dafür aber ein Experte auf so manchem Gebiet ist – oder aber der von Rainn Wilson gespielte Wade, der sich als feuriger Anführer der Gruppe herauskristallisiert und rein Sprüche-technisch viele Lacher auf seiner Seite hat. Hie entsteht viel makaberes, wenn auch nicht immer auf dem höchsten denkbaren Niveau – doch ein überdurchschnittliches Unterhaltungs-Potential ohne explizite Fremdschäm-Momente ist in jedem Fall gegeben. Schade ist nur, dass sich der aus LOST bekannte Jorge García als Fehlbesetzung herausstellt, wobei sein Charakter ohnehin nicht viel zu melden hat. Das gleiche gilt indes auch für die beiden nicht-infizierten Kinder, aus deren Rollen man noch so viel mehr hätte machen können.

Rein technisch und handwerklich macht COOTIES eine gute, allerdings auch weitestgehend unspektakuläre Figur. Anders gesagt: man sieht dem Film an dass es sich um ein Spaßprojekt ohne größeres Budget handelt, was sicher auch Vorteile hat – doch in Bezug auf die Kostüme, die Maske, Schauplätze und vor allem die Interaktionen mit der Umwelt macht man es sich stellenweise sichtlich einfach. Etwaige andere Aspekte, wie in Bezug auf die Kamera-Arbeit, den Soundtrack oder die Qualität der darstellerischen Leistungen gehen analog dazu auch mal dezent unter – im allgemeinen Trubel und dem nicht immer, aber doch vergleichsweise häufig zündenden Gag-Feuerwerk.

Fazit: COOTIES ist einer jener Filme, der auf der schon seit Jahren anhaltenden Welle der Zombie-Filme mitsurft – aber immerhin auch einige neue Ideen, einen gewissen Charme und einen erhöhten Fun-Faktor mitbringt. Als abendfüllendes oder gar kultverdächtiges Genre-Meisterwerk taugt er aber weder als Komödie noch als Zombie-Trash-Verschnitt – dazu wirkt er schlicht zu beliebig, und vielleicht auch zu halbherzig. Zudem kommt er absolut unnötigerweise mit einem der enttäuschendsten Film-Enden aller Zeiten daher – sodass auch die versteckte Szene nach dem Abspann nur noch wenig Sinn macht. Dennoch: im Sinne eines launigen Filmabends unter Freunden, die im besten Fall eine Vorliebe für schwarzen Humor haben; könnte COOTIES seinen Zweck erfüllen.

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„Kein Muss für Zombie-Fans – als etwas andere Komödie aber durchaus annehmbar.“

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Filmkritik: „Juan Of The Dead“ (2011)

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Originaltitel: Juan De Los Muertos
Regie: Alejandro Brugués
Mit: Alexis Díaz De Villegas, Jorge Molina, Andrea Duro u.a.
Land: Spanien, Kuba
Laufzeit: ca. 100 Minuten
FSK: ab 16 freigegeben
Genre: Horror, Komödie
Tags: Kuba | Karibik | Sommer | Zombies | Untote

Kuba ist bekannt für seine Zigarren… aber nicht nur.

Kurzinhalt: Als im von Krisen ohnehin geplagten Kuba eine Art Zombie-Epidemie ausbricht, versuchen die Regierung und die Medien alles auf politische Gegner des Landes zurückzuführen. Doch als selbst die Reporter vor laufender Kamera bei lebendigem Leibe gefressen werden, scheint es bereits zu spät – das Land steht vor einer Bedrohung, die es so zuvor noch nie gesehen hat. Der Kubaner Juan (Alexis Díaz de Villegas) sieht das Ganze aber eher entspannt – und bietet den Bürgern sogar seine Dienstleistung als Beseitiger von nunmehr unliebsamen Familienmitgliedern an. Gemeinsam mit seinem besten Kumpel und weiteren Bekannten zieht er los, um das beste aus der Katastrophe zu machen – um sein Überleben, aber vor allem das seiner mittlerweile erwachsenen Tochter zu sichern.

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Filme, die sich in irgendeiner Art und Weise mit Untoten respektive fleischfressenden Zombies beschäftigen; gibt es wie Sand am Meer. Während viele jener Werke – die sich in einem durchaus traditionsreichen Sub-Genre des Horrorfilms zuhause fühlen – mit einem ersten Hintergrund aufwarten oder zumindest auf eine ernsthafte Wirkung im Sinne einer schaurigen Filmerfahrung abzielen; gibt es mindestens ebenso viele Zombiefilme die eher dem Genre der Horrorkomödie zuzuordnen wären. Und diese haben oftmals – und trotz der unterschiedlichen, mal mehr und mal weniger trashigen Herangehensweisen – eines gemeinsam: sie strapazieren eher die Lachmuskeln der (abgebrühten) Zuschauer, als dass sie Angst und Schrecken verbreiten. Im besten Fall, und um den Bogen zu den eigentlichen Zombiefilmen zu schlagen; beinhalten sie dann auch noch das ein oder andere Quäntchen Gesellschaftskritik.

Sicher wären hier einige Paradebeispiele anzuberaumen; vor allem wohl solche, die speziell in den turbulent-bunten 80er Jahren entstanden sind. Doch da JUAN OF THE DEAD bereits mit seinem Filmtitel allein auf einen weitaus jüngeren quasi-Zombiefilm aus England anspielt, sollten die Parallelen zu Edgar Wright’s SHAUN OF THE DEAD (Review) tatsächlich die offensichtlichsten sein. Hierbei handelt es sich um eine schwarzhumorige Zombiekomödie, in der die beiden britischen Kult-Darsteller Simon Pegg und Nick Frost ein wahres Gagfeuerwerk ablieferten – und um einen Film, in dem die wandelnden Untoten so gesehen eine eher untergeordnete Rolle spielen. Insbesondere, da man einen starken Wert auf die Charakterporträts legte, so abstrus und zugespitzt sie erscheinen mögen – sodass nun auch JUAN OF THE DEAD versucht, in eine ganz ähnliche Kerbe zu schlagen. Das Problem: JUAN OF THE DEAD mangelt es einerseits genau daran – an starken, angenehm eigentümlichen und bestenfalls unverwechselbaren Charakterporträts – und letztendlich auch an jener Prise eines britischen Humors, der das ‚Original‘ so einzigartig machte.

Andererseits könnte man diese Aspekte nur allzu schnell wieder hinsichtlich ihrer Bedeutsamkeit schmälern. Schließlich verstehen sich die Macher von JUAN OF THE DEAD zwar gut mit Titelspielereien und etwaigen Andeutungen – doch wollten sie SHAUN OF THE DEAD letztendlich nicht bloß kopieren respektive auf einen neuen Schauplatz übertragen. Im Gegenteil, grundsätzlich bietet der Film genügend neue Elemente, um sich als eigenständiger Zombiefilm zu profilieren. Zumindest theoretisch – in der Praxis schöpft man jene potentiellen Vorteile leider kaum aus. Beispielsweise wäre da der Schauplatz, beziehungsweise die gesamte eher sommerliche Kulisse zu nennen – durch den das Gefühl aufkommen sollte, dass man die Schwüle des kubanischen Sommers auch als bloßer Zuschauer spüren könnte. Das ist allerdings nur  bedingt der Fall – schlussendlich entscheidet sich JUAN OF THE DEAD in optischer Hinsicht weniger von vergleichbaren Zombie-Komödien, als man es zunächst gedacht hätte.

Sicher, statt etwaiger dunkler Szenen dienen hier vermehrt satt ausgeleuchtete Sets oder gleich der strahlende, wolkenlose Naturhimmel als Grundlage für einen vergleichsweise sommerlich-hellen Zombiefilm – doch reicht das allein nicht aus, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Denn ausgerechnet bei den Kostümen und der Arbeit der Maskenbildner hat man (wohl auch aufgrund des Mini-Budgets) geschlampt – und das in einem eher negativen, denn in einem angenehm-trashigen Sinne. Auch hätte man das Meer bzw. das Element des Wassers ruhig mehr einbeziehen können – abgesehen von der (dezent unglaubwürdigen) Auftaktszene und einer an LAND OF THE DEAD erinnernden Unterwasser-Aufnahme gibt es diesbezüglich nichts zu sehen. Mit vielen Szenen bewegt man stilistisch eben doch auf einem sicheren, unspektakulären Terrain – was auch auf die anderen technischen Aspekte (wie Schnitt und Kameraführung) und auch den unspektakulären Soundtrack zu übertragen ist.

Das eigentliche Problem von JUAN OF THE DEAD liegt aber ohnehin in einem gänzlich anderen, sicherlich gewichtigeren Bereich begründet. Bei diesem dreht es sich um nicht weniger als den eigentlichen Kernaspekt des Films, beziehungsweise die letztendliche Genre-Ausrichtung und inhaltliche Gestaltung. Dafür, dass der Film als kubanisches Pendant zu SHAUN OF THE DEAD und auch davon unabhängig als besonders furioser, witziger und unterhaltsame Zombie-Komödie angepriesen wird; vermag er es beispielsweise verdächtig wenige Lacher zu generieren. Zwar ist es gut, dass man nur selten auf allzu platte Gag-Elemente setzt; doch ein paar gelungenere Pointen oder ein wenig mehr Situationskomik hätten dem Film sicherlich gut getan. Im Zusammenspiel mit dem alles andere als erfrischenden Plot entsteht so schließlich nicht selten das Gefühl, als würde der Film nicht wenige Durststrecken bereithalten. Die wenigen kurioseren Aha-Momente (beispielsweise die Szene, in der Juan von seinem besten Freund gebeten wird sich oral befriedigen zu lassen) sind dann leider viel zu schnell wieder vergessen.

Ein weiterer Knackpunkt könnte bereits dann ersichtlich werden, wenn man die FSK-Freigabe betrachtet: JUAN OF THE DEAD ist ab 16 freigegeben. Dafür bietet der Film zwar hie und da doch noch das ein oder andere heftige Splatter-Element – doch gerade eingefleischte Genrefans können diesen wenigen actionreicheren Szenen nur ein müdes Lächeln entgegenbringen. Noch gravierender wird es, wenn man ein weiteres tragendes Element des Films besieht – die Riege der Charaktere. Insbesondere der Hauptdarsteller des Juan, Alexis Díaz de Villegas kann kaum überzeugen und wirkt einstweilen sogar regelrecht unsympathisch – ob man seine Darbietung nun mit dem charmanten Spiel seiner britischen Kollegen von SHAUN OF DEAD vergleicht oder nicht. Mit seinem besten Kumpel Lazaro, der von Jorge Molina gespielt wird; macht man es schon etwas besser – beispielsweise mit einigen eigentümlichen Charaktereigenschaften, die sich bestens für einen Film wie diesen eignen. Auch wenn hier das ein oder andere platte Klischee bedient wird, wie in den ermüdenden Momenten als er einer erretteten Maid zu keinem Zeitpunkt in die Augen, sondern nur auf den Busen starrt.

Fazit: JUAN OF THE DEAD strotzt vor mal mehr, mal weniger offensichtlichen Schwächen, und könnte unter gewissen Umständen durchaus als Totalausfall angesehen werden. Was ihm bleibt ist letztendlich nur ein eher streitbarer Aspekt, an dem sich die Geister der Rezensenten und Zuschauer scheiden werden. Anders gesagt: entweder, man erlebt den Film allein unter den oben angegebenen Gesichtspunkten und befindet ihn für eine ideenlose, langatmige und verdächtig witzlose (und wenn überhaupt alberne) Interpretation altehrwürdiger Klassiker oder eines jüngeren Vorzeigebeispiels a’la SHAUN OF THE DEAD – oder aber, man berücksichtigt auch die hie und da angedeutete Sub-Ebene des Films. Doch gibt es auch hier nicht unwesentliche Probleme: die Zombie-Horden als Sinnbild für etwaige Gesellschaftsschichten oder politische Gruppierungen zu verwenden, ist spätestens seit den frühen Werken von George A. Romero keine Seltenheit mehr – und JUAN OF THE DEAD bietet bis auf wenige zusammenhanglos in den Raum geworfene Stichworte einfach kaum Anhaltspunkte, die die Lust auf eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Land und seiner Geschichte fördern würden. Ganz im Gegenteil, speziell das befremdliche Element einer Verkaufsidee (Juan und seine Freunde bieten Bürgern an, gegen ein Entgelt ihre ehemaligen Angehörigen zu entsorgen) und das mit ganz ähnlichen Botschaften ausgestattete Ende hinterlassen einen reichlich unangenehmen Beigeschmack. Dass das Ganze mitunter auch als explizite Kritik am Kuba-Regime unter Fidel Castro einerseits, und als Hommage an die trotz allem lebensfrohen Kubaner andererseits angesehen werden könnte ist zwar schön und gut – doch macht es den Film als solches nicht besser oder sehenswerter. Und schon gar nicht spannender oder unterhaltsamer.

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„Eine reichlich langatmige, ideenlose und inhaltlich fragliche Zombiefilm-Komödie; bei der einem vieles verdächtig bekannt vorkommen sollte – mit Ausnahme des Schauplatzes.“

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Filmkritik: „Black Sheep“ (2006)

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Originaltitel: Black Sheep
Regie: Jonathan King (II)
Mit: Nathan Meister, Peter Feeney, Tammy Davis u.a.
Land: Neuseeland
Laufzeit: ca. 97 Minuten
FSK: ab 18 freigegeben
Genre: Horror, Komödie
Tags: Schafe | Mutation | Virus | Splatter | Trash

Auf das Schaf gekommen.

Kurzinhalt: Ein neuseeländischer Schafzüchter namens Angus Oldfield (Peter Feeney) plant, mithilfe neuerliche Experimente eine völlig neue und bessere Spezies des beliebten Nutztieres zu erschaffen. Dumm nur, dass ihn  zwei findige Öko-Aktivisten (Oliver Driver, Danielle Mason) daran hindern wollen – sie stehlen eine der fürchterlich entstellten, augenscheinlich toten Versuchstiere um die Öffentlichkeit aufzuklären. Aber auch Angus‘ Bruder Henry (Nathan Meister) taucht plötzlich auf, um mit seiner Vergangenheit abzuschließen. Dazu will der einst vom seinem Bruder heftig traumatisierte Schafs-Phobiker eigentlich nur seinen Anteil an der Farm verkaufen – doch alsbald kommt er den kruden Machenschaften seines machthungrigen und sich kaum veränderten Bruders auf die Schliche. Während die Zahl-Uhr des auf ihn wartenden Taxis unaufhörlich weiter läuft; ereignen sich indes noch ganz andere, überaus merkwürdige Dinge. Es scheint, als würden die sonst so friedlichen Schafe der Gegend plötzlich zu tollwütigen Bestien mutieren…

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Als etwas anderer, da auffallend tierischer Horrorfilm präsentiert sich Jonathan King’s BLACK SHEEP – ein Film, der gleich in mehrerlei Hinsicht besonders ist. Schließlich wird schnell klar, dass der neuseeländische Regisseur in seiner ersten Regie-Arbeit (zu der er auch das Drehbuch schrieb) weniger auf einen größtmöglichen Grusel aus ist; als vielmehr auf allerlei Schenkelklopfer. Etwaige Parallelen zu Peter Jackson’s früheren Werken a’la BAD TASTE oder BRAINDEAD (Review) kommen also nicht von ungefähr. Nicht nur, dass die beiden Regisseure dasselbe Herkunftsland teilen; BLACK SHEEP konnte als eine Art Hommage an frühere, das Genre der Horrorkomödie prägenden Werke betrachtet werden. Umso passender erscheint es da, dass Jonathan King nicht nur dem Genre und anderen großen Künstlern Tribut zollt – sondern gleichzeitig auch dem quasi-Nationaltier Neuseelands. Und das ist auch der eigentliche Clou des ansonsten nicht unbedingt als bahnbrechend zu bezeichnenden Films, der es als einer der ersten überhaupt schafft die plauschigen, viele der hiesigen Hügellandschaften prägenden Wollknäuel geradezu bedrohlich erscheinen zu lassen.

Allerdings schlägt sein BLACK SHEEP zu keinem Zeitpunkt düsterere Töne an. Selbst die vergleichsweise harten Splatter-Szenen sorgen in ihrem Kontext vor allem für eines: für einen immensen Unterhaltungswert. Eine der größten Kuriositäten findet sich schließlich in Bezug auf die inszenatorischen Kniffe des Filmteams: sofern es sich anbietet und im Sinne der jeweiligen Szene ausreicht, werden schlicht etwaige in der Landschaft herumstehende Schafe oder auch mal aufgescheuchte Herden gefilmt – und sobald die Tiere ihre eher angriffslustige Ader durchscheinen lassen, greift man auf Puppen zurück. Die sehen nicht nur herrlich grotesk aus, sondern bieten in den entscheidenden Momenten genau das richtige Futter für etwaige Trash- und Creaturefans, die die Protagonisten einmal mehr mit einem etwas anderen Gegner beschäftigt wissen wollen. Allein aus der reichlich kruden Prämisse der wildgewordenen Schafe und der soliden, gerne mal an BRAINDEAD erinnernden Handwerksarbeit ergibt sich somit ein Film, den man zumindest als eingefleischter Fan des Genres einmal gesehen haben sollte.

Alles andere (sowie sicherlich auch die eher weniger vorhandene Story) kann dann als Zusatz gesehen werden. Als Zusatz, den man trotz der geradezu gewaltigen Grundidee ebenfalls nicht vernachlässigte – denn auch in den vielen kleineren Nebengeschichten ist ein gewisses Engagement der Verantwortlichen, sowie eine Vorliebe für allerlei kuriose Details immer spürbar. Gerade deshalb wirkt BLACK SHEEP auch niemals wie ein plumper Abklatsch etwaiger Genre-Vorbilder – sondern wie ein eigenständiger, durchaus professionell gemachter Film mit vielen Seitenhieben; der sich schnell im Sinne einer eigenen Identität profilieren kann. Stellvertretend dafür stehen beispielsweise die zahlreichen Neben- respektive Hintergrundgeschichten; wie  die zur (begründeten) Schafs-Phobie des Hauptcharakters. Desweiteren ist man sich auch nicht zu schade einen Grund für die eigentliche, aggressive Invasion der Schafe abzuliefern. Der ist zwar wenig überraschend, im Gegensatz zu vielen anderen Filmen einer ähnlichen Machart aber zumindest überhaupt vorhanden.

Natürlich ist BLACK SHEEP dabei – und trotz dessen, dass man ihn wohl bestens als Anschauungsmaterial zwecks der Fragwürdigkeit von tierischen Experimenten einsetzen könnte – alles andere als ein fordernder oder gehaltvoller Film. Das muss, und will er aber auch gar nicht sein – was sich ebenfalls sehr gut an den arg oberflächlichen, für den Filmfluss aber dienlichen Charakterporträts festmachen lässt. Diese sorgen ebenfalls für den ein oder anderen Lacher, den ein oder anderen Sympathiepunkt – auch wenn keine allzu markante Figur (wie beispielsweise ein altehrwürdiger Lionel) mit von der Partie ist. Am ehesten sorgt hier noch der quasi-Bösewicht und gemeine Bruder Angus für Aufsehen – der von Peter Feeney mit einer Leidenschaft und Eigentümlichkeit verkörpert wird, dass es eine Freude ist.

Fazit: In Anbetracht eines Films wie BLACK SHEEP gilt es eigentlich nur, eines zu beachten – man sollte schon ein Fan des Genres, legendären Film-Vorbildern wie BRAINDEAD oder zumindest eher unkonventioneller Horror-Komödien sein um in den vollen Genuss dieses herrlich makaberen und durchtriebenen Werkes zu kommen. Trifft diese Notwendigkeit zu, so steht einem gelungenen Filmabend nichts im Wege: BLACK SHEEP wirkt trotz seiner Flachheit durchdacht, trifft hinsichtlich seiner handwerklichen Aspekte exakt den richtigen Nerv und präsentiert sich als angenehme Mischung aus einem wohlwollenden Genre-Tribut und einem doch überraschend eigenständigem Werk. Als kleines Schmankerl gibt es noch einen kuriosen Soundtrack von Victoria Kelly obendrauf – der eben deshalb so kurios wirkt, weil er so gar nicht mit dem trashigen Gesamteindruck des Films harmonieren will und sich bestens für den ein oder anderen (ernst gemeinten) Blockbuster geeignet hätte.

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„Ein einzigartig tierisches Vergnügen für alle Genre-Fans.“

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