Metal-CD-Review: WIZARD – Trail Of Death (2013)

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Alben-Titel: Trail Of Death
Künstler / Band: Wizard (mehr)
Land: Deutschland
Stil / Genre: Heavy / True Metal
Label: Massacre Records

Alben-Lineup:

Vocals, Keyboards: Sven D’Anna
Guitars: Dano Boland
Guitars: Michael Maaß
Bass: V. Leson
Drums: Sören van Heek

Track-Liste:

01. Creeping Death
02. War Butcher
03. Electrocution
04. Angel Of Death
05. Angel Of The Dark
06. Black Death
07. One For All
08. Post Mortem Vivere
09. Death Cannot Embrace Me
10. Machinery Of Death
11. We Won’t Die For Metal

Wenn da Mal nicht die Luft raus ist.

Was, die gibt es auch noch… ? In der Tat: WIZARD, die alteingesessenen True Metal-Pioniere aus Bocholt (NRW) sind zurück, und haben ihr mittlerweile zehntes Studioalbum im Gepäck. TRAIL OF DEATH heißt das gute, 11 Titel starke Stück – welches selbstverständlich auf den Pfaden der vielen Vorgänger-Werke wandelt. Schließlich ist die Band schon fast so etwas wie eine Marke – kaum eine zweite deutsche Combo verkörpert den (gelebten) Inbegriff des Genres so sehr wie WIZARD. Eine Band, die dabei mehr sein will als ein bloßes deutsches Pedant zu MANOWAR – der auf dem Album enthaltene Track WE WON’T DIE FOR METAL spricht da wohl Bände. Sympathisch ist, dass die Band zum Großteil noch aus ihren Gründungsmitgliedern besteht, was sicher keine Selbstverständlichkeit ist. So veredelt Leadsänger Sven D’Anna schon seit 1989 alle WIZARD-Alben – was für einen, wenn nicht den markanten Wiedererkennungseffekt sorgt.

Eine Sache sollte klar sein, nimmt man ein Album wie TRAIL OF DEATH zur Hand: so viele Jahre die Band schon im Geschäft ist, so sehr sind die Mitglieder sich und ihren Wurzeln treu. Das bedeutet, dass potentielle Überraschungseffekte vollständig ausbleiben, die Band quasi noch immer so klingt wie zu ihren Anfangszeiten. Sicher, die Produktionsqualität hat sich kontinuierlich gesteigert, die Hinterhof-Männerchöre (die aber auch etwas hatten) gibt es nicht mehr – aber man hört sofort, dass es sich hier um WIZARD handelt. Das kann ein Vorteil sein, betrachtet man die große Fanbase der Band, die allzu gewagten Experimenten vielleicht nicht Wohlwollend gegenüberstehen würde – aber auch ein Nachteil, da sich die Band im Gegensatz zu vielen anderen einfach nicht weiterzuentwickeln scheint. Nach wie vor sollen es die grundlegenden Genre-Zutaten sein, die WIZARD auch im Jahre 2013 attraktiv erscheinen lassen sollen – was theoretisch kein Problem wäre. Schließlich sind etwaige Oldschool-Ambitionen oftmals eine schöne Sache, erst Recht wenn man ein Genre derart glaubhaft verkörpert. Theoretisch – doch darf man dabei keinesfalls ein wirksames Songwriting und einen möglichst druckvollen Sound außer Acht lassen.

Doch genau daran scheint es auf TRAIL OF DEATH einstweilen deutlich zu hapern. Ein Großteil der Titel will trotz des interessanten Gitarren-Geplänkels und dem durchaus starkem Leadgesang einfach nicht in Fahrt kommen. Im Gegenteil, schon der Opener CREEPING DEATH wirkt geradezu belanglos, bietet keine Höhepunkte, und verweilt einfach nicht im Gehörgang. Das gleiche Problem ereilt dann auch WAR BUTCHER – das zwar etwas rasanter und durch die Tempi-Wechsel abwechslungsreicher ausgefallen ist, ansonsten aber ebenfalls wenig zu bieten hat. Im weiteren Verlauf scheinen es manche Nummern nun etwas besser zu machen, andere wiederum sogar noch schlechter. Während vor allem die Midtempo-Nummern uninteressanter ausfallen als je zuvor – für Band-Verhältnisse – wird es immer dann besonders schmerzhaft, wenn hie und da zusätzliche, über das Grund-Repertoire des True Metals hinausgehende musikalische Elemente hinzukommen. Das kann mal ein unpassendes Keyboard oder eine nervige Erzählstimme hier (BLACK DEATH), eine völlig überzogen klingende Orchester-Komponente dort (ANGEL OF THE DARK) sein. Dagegen klingen MANOWAR auf GODS OF WAR (dem wohl umstrittensten Album der Band) so stilsicher, ernst und glaubhaft, als hätten sie nie etwas anderes gemacht als Orchester-Stücke samt Erzählerparts zu schreiben.

Fazit: TRAIL OF DEATH ist rein musikalisch betrachtet eine Enttäuschung. Packende Melodien oder mitreißende Stampfer, die eigentlich maßgebend für das Genre sein sollten, sucht man vergebens. Auch hat man das Gefühl, als wurde längst nicht das Maximum an Qualität, Abwechslung und Wirkung aus den für das Genre typischen Elementen – in diesem Fall vor allem das Zusammenspiel von Gitarren und Drums – gemacht. Viele Titel bewegen sich im Midtempo, vermögen es kaum den Hörer mitzureißen; geschweige denn überhaupt ein größeres Hör-Interesse zu wecken. Aber auch wenn es mal etwas schneller und / oder härter wird, stellt sich kaum die Wirkung ein, die man von der Band eigentlich gewöhnt ist. All das konnten WIZARD schon deutlich besser. Sobald dann auch noch für die Band eher untypische Elemente hinzukommen – das heißt Keyboards, Orchester-Parts oder gar Versuche, inhaltlich und emotional überdeutlich anzuziehen (DEATH CANNOT EMBRACE ME) – sieht es plötzlich nicht mehr nur belanglos aus, sondern fühlt sich ganz, ganz düster an. Eine Empfehlung nur für alteingesessene Band-Anhänger – aber auch die haben schon viel bessere Zeiten gesehen.

Anspieltipps: ELECTROCUTION, MACHINERY OF DEATH

Vergleichsbands: MANOWAR | STORMWARRIOR | PARAGON

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„Eher belangloser Metal, der längst nicht mehr so True wirkt wie dereinst“

WIZARD – Trail Of Death (Metal News)

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So energ(et)isch wie vor 20 Jahren.

WIZARD ist eine der klassischen True Metal-Bands aus deutschen Landen. Schon 1995 brachten sie ihr Debüt-Album SON OF DARKNESS auf den Markt, und konnten im weiteren Release-Verlauf vor allem Freunde von explizit… nennen wir es Testosteron-geladenen musikalischen Kompositionen gewinnen. Ob das deutsche Band-Gegenstück zu MANOWAR auch mit TRAIL OF DEATH, welches hierulande am 27. September erscheinen wird, noch immer dieselbe (Kampfes-)Lust und Freude versprühen kann ? Wir werden es erleben. Immerhin: die Band-Besetzung ist über all die Jahre unverändert geblieben – ein Zeichen mehr dafür, dass WIARD Wert auf Tradition legen.