Metal-CD-Review: WILD STEEL – Transcending Glory (2011)

Alben-Titel: Transcending Glory – A Tribute To Crimson Glory
Künstler / Band: Wild Steel (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 14. Februar 2011
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Wild Steel – Vocals
Riccardo Romano – Drums
Davide Dogliotti – Bass
Alessandro Graziano – Guitars
Francesco Dogliotti – Guitars

Track-Liste:

1. Dragon Lady (04:20)
2. Valhalla (03:56)
3. In Dark Places (07:00)
4. Azrael (05:45)
5. Masque of the Red Death (04:17)
6. Burning Bridges (06:34)
7. Lady of Winter (04:02)
8. Eternal World (04:02)
9. Lost Reflection (04:53)

Einmalig, aber nicht einmalig gut.

Ja, auch im Bereich des Power Metals gibt es so manche eher komische Erscheinung. Das können mal komplette Combos oder bestimmte kurzweilige Projekte sein, manchmal einfach nur unerwartete Stilwechsel oder kaum nachvollziehbare Neuausrichtungen – und in ganz seltenen Fällen auch mal einzelner Musiker als extravagante Frontmänner oder Solokünstler. Ohne dem Urteil einen zwingend negativen Beigeschmack hinzufügen zu wollen, ist sicher auch Andrea De Stefanis aka WILD STEEL einer von ihnen – schließlich hat der Mann mit der Maske, der vor allem für seine Mitwirkung in der nicht unumstrittenen italienischen Power Metal-Combo SHADOWS OF STEEL bekannt ist; schon immer sein ganz eigenes Ding durchgezogen. Das gilt mitunter auch für sein Soloprojekt in Form der Band WILD STEEL, das bis heute nur zwei Studioalben hervorgebracht hat. Zu allem Überfluss, und um die Merkwürdigkeit des Projekts ungewollt zu unterstreichen; auch noch zwei die unterschiedlicher nicht hätten ausfallen können – und zwischen denen zumindest in Bezug auf die letztendliche musikalische Wertigkeit Welten liegen.

So konnte das bereits 2006 erschienene, dabei recht schlicht betitelte Debütalbum WILD STEEL (siehe Review) grundsätzlich überzeugen – und das sowohl als im allgemeinen recht gut funktionierendes Power Metal-Album, als auch (und das war die Überraschung) als weitaus angenehmere Variante des zuvor von SHADOWS OF STEEL an den Tag gelegten Italo-Sounds der Marke Andrea De Stefanis. Sicher, von einer wie auch immer gearteten Meisterklasse war auch dieses Debütalbum noch weit entfernt – und doch ergab es weitaus mehr Sinn als das, was sich der verantwortliche Künstler im Jahre 2011 erdacht hat. Schließlich enthält das vorliegende TRANSCENDING GLORY – A TRIBUTE TO CRIMSON GLORY ausschließlich Covoer-Versionen der klassischen Metal-Band, was dann doch etwas merkwürdig erscheint – vor allem natürlich in Anbetracht der Tatsache,  dass Andrea De Stefanis schon auf seinem Debütalbum ganze 4 CRIMSON GLORY-Coverversionen vorgesehen hatte. Dass er es mit seiner offensichtlichen Liebe zu einer Band, die bis heute nicht mehr als vier Studioalben veröffentlicht hat dezent zu übertreiben schien; ist also nicht gänzlich von der Hand zu weisen.

Wie ein Album klingt, dass ausschließlich aus Cover-Versionen besteht sollte demnach auch keine allzu große Überraschung sein – zumindest wenn man schon einmal ansatzweise in das Schaffen von CRIMSON GLORY oder andere zu Beginn der 90er aktiven Metal-Combos mit einem gewissen Hang zum Glam hineingehört hat. Das kuriose ist, dass Andrea De Stefanis die Nummern dabei aber keineswegs aufgewertet hat. Am ehesten ist sogar das Gegenteil der Fall – und das schlicht, indem er sich die Nummern hörbar zu eigen gemacht hat. Das bedeutet vornehmlich zweierlei: zum einen, dass der urtümliche Charme der Originale klar verloren geht – und zum anderen, dass die CRIMSON GLORY-Titel in der WILD STEEL-Variante um ein vielfaches weichgespülter und unorigineller klingen; verständlicherweise. Der eher generische Eindruck des Instrumentenspiels und der Produktion sprechen hier klar für sich.

Schlussendlich: ein wirklich triftiger Grund, um CRIMSON GLORY in Zukunft links liegen zu lassen und doch lieber zu den Interpretationen von WILD STEEL zu greifen; lässt sich kaum finden – woran auch der insgesamt akzeptable, aber eben auch nicht herausragende und einstweilen allzu künstlich-forciert klingende Leadgesang von Andrea De Stefanis nichts ändert. Sicher wäre er besser damit beraten gewesen, ein weiteres eigenständiges Genre-Album auf die Beine zu stellen – und zur Not wieder einige CRIMSON GLORY-Nummern in den Bonusbereich zu verfrachten. So aber bleibt es bei einem recht kuriosen Nachfolge-Album – und einer ungewissen Zukunft für die Band.

Absolute Anspieltipps: /


„Weder ein nennenswert gutes noch sonst irgendwie sinnvoll erscheinendes Cover-Album – leider.“

Metal-CD-Review: WILD STEEL – Wild Steel (2006)

Land: Italien – Melodic Power Metal

1. New Reality
2. Nowhere to Run
3. Valley of Shadows
4. Another Dream
5. Echoes of the Past
6. Lord of the Sky
7. Don’t Leave Your Friends
8. Time to Come Fly Away

1. Red Sharks (Crimson Glory Cover)
2. Transcendence (Crimson Glory Cover)
3. Painted Skies (Crimson Glory Cover)
4. Heart of Steel (Crimson Glory Cover)

Power-Metal aus Italien, die wievielte… ? In der Tat mehren sich in letzter Zeit auch bei mir die Reviews zu diesem musikalischen Thema. Doch die Suche nach aussergewöhnlichem (oder: ausserordentlich Gutem) hört eben niemals auf… heute habe ich es auf das 2006’er Album Wild Steel von der gleichnamigen Band abgesehen. Es handelt sich um das erste Werk der Italo-Metaller – und offenbar auch das letzte. Denn bis heute haben die Jungs kaum etwas von sich hören lassen, und auf ihrer Myspace-Seite finden sich immer noch die alten Hörproben dieses Albums hier. Sei’s drum – besehen wir das Album einmal etwas expliziter.

Und, so tief braucht man gar nicht erst einsteigen – denn der Opener New Reality macht sehr schnell deutlich, in welche Richtung das Ganze gehen wird. Jawohl – bei Wild Steel handelt es sich um einen recht gradlinigen, eingängigen, melodiösen Power Metal. Das heisst automatisch: für manche ein Fluch „(schon wieder langweiliger Italo-Kitsch“), für andere ein Segen („juhuu, mitsing-Refrains und Uptempo-Melodien“).

Ich bin mal so frei und zähle mich zu zweitgenannten, da ich noch immer nicht genug habe von Power Metal aus Italien (und sonstwo) – und sei die Musik noch so kitschig und verklebt. The Quest must go on… ! Klar, man darf hier keine episch angelegten Sinfonien a’la Rhapsody oder generell sonderlich gehaltvolles Material erwarten… aber dennoch unterhaltsame Durchschnittskost. Oder vielleicht ja doch etwas mehr… ?

Immerhin, Nowhere To Run verspricht es zumindest. Ein paar nette Gitarrenriffs, eine abwechslungsreiches Schlagzeug und ein gut gesungener Refrain. Ein nettes Stück, etwas ruhiger gehalten und insgesamt stimmig – wenn auch nicht besonders spektakulär ! Doch das ist das folgende Valley Of Shadows allemal – von der etwas langweiligen Instrumentalisierung abgesehen. Es scheint ohnehin, als setzte man in dieser Band auf einen relativ „klaren“ Sound ohne viele Schnörkel und Tara… doch das Teil geht nach vorne (besonders im Refrain), hat wunderbare instrumentelle Höhen und Tiefen, und überzeugt mich generell.

Das folgende Another Dream bietet nun endlich auch die willkommene Abwechslung – nette Samples (Synthie-mäßig), einige ansprechende Elemente im Hintergrund (Keyboard, Gesang; gaaanz leise !), dicke Riffs, und ein späteres Gitarrensoli. Echoes Of The Past ist eine Ballade, in der es sich um den Abschied dreht… zumindest am Anfang. Und da gefällt mir der Titel noch ganz ordentlich – vielleicht hätte man dies als eine Art Acapella-Interlude konzipieren sollen – doch mit dem Schlagzeug und den Gitarren verkommt das Ganze leider eher zu einem besseren Schnerch-Track. Immerhin ist das spätere Gitarrensolo noch ganz nett.

Lord Of The Sky… na bitte, und hier haben wie den repräsentativen Titel-Track in Form einer Anrufung höherer Mächte. So einfach-genial können Wild Steel also klingen ! Auch hier gibt es in instrumenteller und gesanglicher Hinsicht nicht viel spektakuläres zu vermelden – aber dennoch funktioniert gerade bei diesem Titel die einfache Grundspielart der Band. „Schuld“ daran hat die genial-eingängie Melodie und der leicht religiös-tönende Text, den aber jeder so auslegen kann wie er möchte – wirklich vorgegeben ist hier nichts. Sehr schön – gerade da mit Don’t Leave Your Friends die zweite Hymne des Albums (allerdings mit einer gänzlich anderen Stimmung) folgt. Einfacher Text, einfache Spielart – aber Spaß macht es allemal. Time To Come And Fly Away… ein runder Abschluss. Ich denke, dass die erste CD nach und nach ihr Potential entfalten kann… wenn man sich darauf einlässt. Nun, die zweite CD kommt mit 4 Coverversionen daher – hier fällt mir die Wertung schon schwieriger, da ich die Originale nicht wirklich gut kenne, die Songs eher balladesk daherkommen und ich generell nicht der erste Verfechter von Coversionen bin. MAchen wir es kurz, uns besehen ein letztes Mal die Songliste und die dazugehörigen Wertungen meinerseits:

1. New Reality – 5/10
2. Nowhere to Run – 8/10
3. Valley of Shadows – 10/10
4. Another Dream – 5/10
5. Echoes of the Past – 4/10
6. Lord of the Sky – 9/10
7. Don’t Leave Your Friends – 8/10
8. Time to Come Fly Away – 8/10

1. Red Sharks (Crimson Glory Cover) – 6/10
2. Transcendence (Crimson Glory Cover) – 6/10
3. Painted Skies (Crimson Glory Cover) – 6/10
4. Heart of Steel (Crimson Glory Cover) – 6/10

Insgesamt: ein Album, welches sich bedingt lohnt. Für Fans des Power Metal, die ohnehin alles verschlingen was ihnen in die Finger kommt, eine definitive Empfehlung – gerade wenn man eingängige Melodien schätzt. Verzichten muss man allerdings auf eine Komplexität und aufregende Arrangements, sowie auf den Einsatz von weiteren Elementen die ansonsten durchaus Gebrauch im Italo-Power-Metal finden (Stichwort Rhapsody, Thy Mayestie).