SARS-CoV-2 Aka Covid-19 Aka Coronavirus – (K)eine Wahrheit In Sicht

Bildquelle: https://www.bzaek.de/berufsausuebung/sars-cov-2covid-19.html

Achtung: dieser Beitrag ist nicht dazu gedacht, aktuell mit SARS-CoV-2 infizierte oder gar bereits verstorbene in irgendeiner Art und Weise zu verunglimpfen. Auch soll die Viruserkrankung nicht harmloser dargestellt werden als sie es möglicherweise ist. Immerhin scheinen derzeit zumindest zwei Dinge definitiv festzustehen..

  1. Ja, es handelt sich um eine ernsthafte bzw. auch unbedingt ernstzunehmende Infektion / Erkrankung.
  2. Etwaige Schätzungen zu Zahlen, Ursachen oder wie-auch-immer geartete Prognosen können nur eine Momentaufnahme sein, da die (weltweite) Krise noch nicht überstanden ist.

Aber, und deshalb auch dieser Beitrag; macht es einen schon etwas mulmig wie derzeit mit der Erkrankung – und das vor allem in den Medien – umgegangen wird. Genauer gesagt sind es hierbei vor allem die Zahlen (die der Infizierten und die der Todesfälle), die für Nervosität sorgen. Jedoch, und das ist das besondere; spielen dabei weniger die Zahlen an sich eine Rolle – was ohnehin schwierig ist, da sie zu keinem Zeitpunkt in irgendeine Relation gestellt werden – sondern vielmehr wie und mit welcher Ernsthaftigkeit sie präsentiert werden.

So ist es natürlich mehr als traurig, dass mittlerweile (und mit dem Stand vom 24.03.2020) 156 Menschen in Deutschland am sogenannten Coronavirus gestorben sind (Quelle). 156 Menschen in recht genau 14 Tagen – was einem Schnitt von 11,14 Menschen pro Tag entspricht. Und noch einmal: die Krise ist noch nicht vorüber, manche befürchten sogar noch einen markanten Anstieg. Dennoch, und zum Vergleich: in Deutschland starben im Jahr 2017 932.272 Menschen, was einem Durchschnitt von rund 2554 Menschen pro Tag entspricht. Hätte das Coronavirus also im Jahr 2017 hier gewütet, wäre die Zahl – nach jetzigem Stand versteht sich – also in einem Zeitraum von zwei Wochen von (so gesehen: üblichen) 2554 auf 2565 Todesfälle pro Tag gestiegen. Aber noch etwas gibt einem zu denken, und deshalb auch der bereits erwähnte Einwurf der fehlenden Relationen:

In Deutschland haben sich im Jahr 2017 9235 Personen umgebracht. Das entspricht einem Durchschnitt von 25,30 Personen am Tag.

Nun, eine Tatsache wie diese könnte man natürlich auch mal unkommentiert im Raum stehen lassen. Man könnte aber vielleicht auch sagen, dass sich – nach jetzigem Stand – mehr Menschen in Deutschland umbringen, als durch Corona sterben. Warum gerade das nicht traurig sein soll – zumindest den Medien nach, in deren Wahrnehmung es derlei Fakten gar nicht erst gibt – erschließt sich nicht ganz. Sicher, die hier betroffenen Menschen haben selbst entschieden, dass sie nicht mehr Leben wollen und sind keinem wie auch immer gearteten Virus ausgeliefert – aber macht es das wirklich weniger dramatisch ?

Um überhaupt erst einmal diese – im Vergleich zu anderen Todesursachen wie etwa Herz-Kreislauferkrankungen sogar noch extrem niedrige – Zahl zu schlagen, müsste das Coronavirus nicht nur noch exakt 50 Wochen so weiter wüten wie bisher – es müssten auch noch mehr als doppelt so viele sterben (auf den Durchschnitt bezogen) als in den letzten zwei Wochen. Und das wäre – auch in Anbetracht dessen, dass man bezüglich etwaiger Prognosen vorsichtig sein sollte – schon eine sehr, sehr düstere Prognose.

Doch wie sieht es eigentlich in Italien aus, dem Land; das offenbar am schlimmsten von der Krise betroffen ist ? Diesbezüglich sind mindestens zweierlei Dinge festzustellen. Zum einen, dass es stimmt – und zum anderen, dass dies mehrere, teils höchst verschiedene Gründe hat. Gründe, die von einer allgemein eher älteren Gesellschaft (und somit einer automatisch höheren Sterblichkeit) bis hin zu einem maroden Gesundheitssystem reichen. Doch auch hier könnte – oder sollte – man einen Blick auf die Zahlen riskieren. In Italien sind bisher 6820 Menschen am Coronavirus gestorben (Quelle). Das ist eine Menge, jedoch gilt auch folgendes zu beachten:

  • Ein extrem großer Anteil der Verstorbenen befand sich in einem hohen Alter (70 oder älter).
  • Ein extrem großer Anteil der Verstorbenen besaß eine oder mehrere schwere Vorerkrankungen.

Diese beiden Feststellungen gelten im übrigen für alle Länder respektive betroffene Regionen, oder anders gesagt: der schlichte Lauf der Natur (d.h. das Erreichen eines hohen Alters) oder im allgemeinen eher unvorteilhafte gesundheitliche Zustand machen den Tod durch Corona wesentlich wahrscheinlicher. Durch Corona – oder aber etwaige andere Viren.

Von denen haben im übrigen nicht wenige – und nach aktuellem Stand – eine wesentlich höhere Mortalitätsrate als SARS-CoV-2. Natürlich sind etwaige Vergleiche zumindest momentan noch schwierig, und vielleicht sogar abwegig – doch dass die allgemeine Grippe (das Influenza-Virus) oftmals in einer Gegenüberstellung erwähnt wird, kommt nicht von ungefähr. Natürlich generieren sich die diesbezüglichen Zahlen innerhalb ganz anderer Zeiträume (die der sogenannten Grippewellen) – doch auch hier ist schon jetzt festzustellen, dass die aktuelle Grippesaison (von der verständlicherweise niemand redet) schätzungsweise 202 Menschenleben in Deutschland gefordet hat (Quelle). Das sind – nach jetzigem Stand – ebenfalls mehr als durch das Corona-Virus. Und wieder: selbst wenn die Zahlen noch weiter steigen, sollte es für das Coronavirus nicht ganz einfach werden, an Zahlen wie die der Grippesasion 2017/2018 heranzukommen – bei der mehr als 25.000 Menschen ihr Leben verloren (Quelle). Wahre Katastrophen, wie etwa der Ausbruch der spanischen Grippe (ebenfalls ein Influenza-Virus); möchte man lieber erst gar nicht zu Vergleichen heranziehen.

Natürlich, es handelt sich hierbei um ein Jonglieren mit Zahlen – und damit um einen Vorgang, bei dem noch ganze handvoll Variablen unbekannt sind. Zumal es ebenso schwerfällt wie schlicht müßig ist feststellen zu wollen, welche Viruserkrankung nun tatsächlich tödlicher ist als die andere. Eine Rolle spielt dies wenn überhaupt nur in Bezug auf die Verpflichtungen von Staat und Bürgern, sich in Zeiten einer grassierenden Epidemie oder auch Pandemie entsprecht zu verhalten – was aktuell bereits in vielen Ländern der Fall ist.

Eines ist schließlich nicht von der Hand zu weisen: SARS-CoV-2 scheint extrem ansteckend zu sein, und sich etwa in Bezug auf die Inkubationszeit vergleichsweise tückisch zu verhalten (Quelle). Solange die tatsächliche Mortalitätsrate also noch unklar ist, wäre es fatal sich in Bezug auf etwaige zur Eindämmung des Virus notwendige Maßnahmen zurückzuhalten.

Vielleicht können wir ja auch den aktuellen Zahlen aus China glauben – ja, gerade hier ist eine gesunde Skepsis mehr als angebracht – und davon ausgehen, dass SARS-CoV-2 dort auf eine ganz bestimmte Art und Weise wütete. Eine weder besonders schlimme (so wie es in den Medien zu hören ist) noch eine explizit harmlose (so wie es manche behaupten); sondern schlicht und ergreifend eine, die – ganz nüchtern und Fakten-basiert betrachtet – immerhin 0.005 Prozent der Bevölkerung etwas vergleichbares wie eine Grippe bescherte, und 0.0002 Prozent der Bevölkerung das Leben gekostet hat. Wenn, ja wenn die Zahlen denn stimmen.

Was beileibe – und trotz allem Verständnis – eines nicht bedeuten soll: dass eine allgemeine, gar auf eine unbestimmte Zeit ausgelegte Ausgangssperre das Mittel der Wahl ist (oder: sein sollte), wenn es um die Eindämmung bestimmter Infektionen / Krankheiten geht. Doch das ist ein anderes, mindestens ebenso brisantes Thema. Was momentan vor allem hilft – zumindest, wenn man sich gerade nicht mit wirklich existenziellen Problemen (welche nicht nur finanzieller Natur sein können) konfrontiert sieht – ist ein wenig Entspannung.

 

 

 

 

 

 

So Gefährlich / Schädlich / Tödlich Sind Energy-Drinks

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Energy-Drinks und Energy-Konzentrate – sinnvolle Wachmacher oder gefährliche Chemie-Cocktails ?

In den Medien werden sie dieser Tage immer wieder behandelt – die sogenannten Energy-Drinks und Energy-Präparate. Schließlich erfreuen die sich einer immer größeren Beliebtheit – als Wachmacher, die Konzentration und Fitness steigernde Nahrungsergänzungen oder einfach nur als moderne Genussmittel. Langsam aber sicher mehren sich aber auch die Gegenstimmen – die sich vor allem auf die potentiellen Nebenwirkungen des schnellen Genusses für zwischendurch beziehen, und den Konsum von Energy-Drinks sogar mit ernsthaften Krankheiten und letztendlich auch Todesfällen in Verbindung bringen. Aber: wie viel ist wirklich dran an den Negativ-Schlagzeilen ? Sind Energy-Drinks wirklich eine Gefahr für die Allgemeinheit (und insbesondere Kinder), oder handelt es sich nur um eine künstlich aufgebauschte Hysterie ?

Fest steht: wirklich zweifelsfrei ist in diesem Falle nur wenig zu betrachten. Doch kann man bereits vorab eine Feststellung treffen: es ist schade, dass man offenbar wenig bemüht ist wirklich aussagekräftige Berichterstattungen zu präsentieren. Vielmehr wird aufs heftigste propagiert und vereinfacht, sodass man als Leser oder Zuschauer kaum noch die Möglichkeit hat sich eine eigene Meinung zu bilden. Eine solche; die im besten Fall auf einer vollständigen Erwähnung aller bekannten Aspekte die entweder für oder gegen den Konsum von Energy-Drinks sprechen, basiert. Überhaupt scheinen viele zu denken, dass das Thema an sich vielleicht nicht interessant genug ist, zu wenig Angriffsfläche bietet – es sei denn, es gibt beispielsweise einen aktuellen Todesfall, der irgendwie in Verbindung mit dem vermeintlich nebensächlichen Thema gebracht werden kann. So ist es auch im Falle der Energy-Drinks geschehen. Doch bekanntlich prägen die Medien nicht nur in Bezug auf dieses kleine Themenfeld eher nachteilig – indem sie für vorgefertigte Meinungen und Schlagworte sorgen, die fortan schicksalhaft mit dem entsprechenden Produkt oder gar bestimmten Personen verbunden sind.

Gerade das soll und darf in einer vermeintlich intellektuellen Gesellschaft aber nicht so sein. Wie immer ist es also von Vorteil, sich eine eigene Meinung zu bilden oder zumindest einen dahingehenden Versuch zu wagen. Eine Meinung, die man nicht auf dem Silbertablett serviert bekommt – und die sich stattdessen auf eine Säule aus möglichst gründlich recherchierten Informationen stützt. Diese Informationen sollten dabei im besten Fall aus mehreren, unterschiedlichen Quellen stammen – um die erneute Vorwegnahme eines Urteils zu verhindern.

Analog zu jenen Einführungsworten geht es nun also um die Frage, wie gefährlich Energy-Drinks wirklich sind – oder eher was von den folgenden, oftmals getroffenen Aussagen zu halten ist. Beispiele gibt es zuhauf:

  • Energy-Drinks sind gesundheitsschädlich.
  • Energy-Drinks machen dick.
  • Energy-Drinks sind keine Durstlöscher.
  • Energy-Drinks machen einen zappelig, nervös; oder verändern das Wesen.
  • Der Konsum von Energy-Drinks ist lebensgefährlich.

Das klingt wuchtig – und sollte in jedem Fall zum Nachdenken anregen. Aber: auch wenn man heutzutage gerne klare und knappe Antworten favorisiert, ist eine solche Vorgehensweise hier leider nicht möglich. Denn grundsätzlich sind all getroffenen Aussagen weder falsch noch richtig. Vielmehr sind alle der hier aufgeführten Theorien möglich – eben so, wie es unglücklicherweise möglich ist an einem Stückchen Brot zu ersticken. Es kommt ganz auf die Handhabung, und vor allem auch die Dosierung an. Geht man von einem normalen, das heißt gemäßigten Konsum aus; sollte im Regelfall keine der oben angeführten, niederschmetternden Aussagen zutreffen. Viel wichtiger und interessanter ist aber ohnehin die Frage, warum es überhaupt zu einer plötzlich überall widerhallenden Negativpropaganda kommen konnte. Das hat aller Wahrscheinlichkeit nach 4 Gründe:

  • Energy-Drinks enthalten vergleichsweise viel Zucker.
  • Energy-Drinks enthalten Koffein und Taurin.
  • Energy-Drinks werden mit Todesfällen und Krankheiten in Verbindung gebracht.
  • Energy-Drinks sprechen vor allem Kinder und Jugendliche an.

Die Punkte 1) und 2) treffen grundsätzlich zu – erübrigen sich aber insofern, als dass der Konsument selbst angehalten ist zu entscheiden, was er sich und seinem Körper zumuten kann oder will. Bei kaum einem anderen Produkt (bei Zucker: diverse Limonaden, bei Koffein: Kaffee) werden die Konsumenten derzeit so sehr in eine Ecke gedrängt und bevormundet wie bei den vermeintlich teuflischen Energy-Drinks. Es ist viel Zucker enthalten, ja. Aber wer generell nicht darauf achtet (und vor allem: das auch nicht muss), braucht nicht ausgerechnet bei den Energy-Drinks damit anzufangen. Es ist Koffein enthalten, ja – wer sich auf diese vergleichsweise schonende und vollkommen legale Weise ‚aufputschen‘ möchte, soll dies doch gerne weiterhin tun.

Zum Vergleich: eine Dose eines handelsüblichen Energy-Drinks enthält in etwa so viel Koffein wie eine normale Tasse Kaffee. Auch die Kombination der Elemente Zucker und Koffein führt zu keinem Produkt, welches explizit schädlicher sein könnte als so viele andere. Selbst unter Hinzunahme des bisher noch wenig erforschten Taurins, und der anderen, ohnehin nur geringfügig vorkommenden Inhaltsstoffe. Dazu wird oftmals auch das Stichwort der Chemiekeule genannt – jedoch sind Energy-Drinks auch nicht ‚chemischer‘ als andere Getränke, die als Zusätze Farb- und Konservierungsstoffe verwenden. Dieser Begriff entstand vermutlich nur, weil Energy-Drinks vergleichsweise aggressiv riechen und schmecken. Vielleicht ja in etwa so ‚aggressiv‘ wie ein Biss in eine frische, völlig Chemie-freie Zitrone ?

In Bezug auf Punkt 3) ist klar und erwiesen, dass man Energy-Drinks unter gewissen Umständen nicht konsumieren sollte. Ebenso wie alle anderen Produkte die Koffein enthalten, insbesondere bei Blutdruck- oder gar Herzproblemen. Auf der Verpackung eines jeden Energy-Drinks finden sich dazu Warnhinweise (wenn auch nicht vollständige): insbesondere Schwangere und Koffein-empfindliche Menschen sollten auf Energy-Drinks verzichten – ebenso wie jene, die in Kombination mit dem Konsum intensiv Sport treiben (Stichwort Bluthochdruck) oder Alkohol trinken. Dies ist natürlich beliebig zu verallgemeinern: ist man in gewisser Weise gesundheitlich beeinträchtigt oder vorbelastet, sollte man genau darauf achten was man wann und wie oft zu sich nimmt.

Selbstverständlich gilt im gegebenen Fall lieber auf ein Produkt verzichten, anstatt sich einem erhöhtem Risiko auszusetzen. Warum keine weiteren Warnhinweise auf den Verpackungen zu finden sind, ist leicht erklärt: weil sie nicht nötig sind, zumindest nicht nach derzeitigem Wissensstand. Alle anderen potentiellen Gefahren sollten dem Konsumenten bewusst sein – da es sich schlicht um ganz allgemeine (und bei vielen Lebensmitteln zutreffende) oder individuelle Risiken handelt, die nur der einzelne Konsument selbst einschätzen kann. Ein mögliches mit Energy-Drinks verbundenes Leid soll an dieser Stelle keinesfalls abgewertet werden, jedoch: sollte es zu einem Todesfall kommen, so wird dies in den allermeisten Fällen nicht am Getränk selbst liegen, sondern einzig und allein am Konsumenten.

Allerdings nur den volljährigen – diese Einschränkungen sollte und muss man vornehmen. Schließlich handelt es sich hier um den einzigen wirklich problematischen, wenn man so will auch gefährlichen Aspekt in Bezug auf die Energy-Drinks. Denn: nicht alle können sich und ihren Körper bereits richtig einschätzen. Deshalb ist klar: man sollte Energy-Drinks für Kinder und Jugendliche verbieten, und das ausnahmslos. Warum es vielerorts noch nicht zu einem Verbot kommt, liegt natürlich auf der Hand: man verliert eine entsprechend große Konsumentenschar. Gerade bei Jugendlichen sind Energy-Drinks sehr beliebt (als Trendgetränk, bei den ersten Partys), da sie angeblich lange wach halten und zudem noch gut schmecken.

Es gibt zwei Möglichkeiten, dieses Problem anzugehen – und wird spannend werden zu erfahren, ob eine von beiden irgendwann einmal umgesetzt werden wird. Entweder, man setzt auf eine rigorose Methode und führt Alterskontrollen ein, setzt die Drinks auf eine Stufe mit alkoholischen Getränken – oder aber, man gestaltet sie in Zukunft schlicht weniger kindgerecht. Das wäre definitiv die vorteilhafteste, wenn auch unwahrscheinlichste Lösung, denn wie erwähnt: es geht auch um Verkaufszahlen. Was aber wäre, wenn Energy-Drinks irgendwann nicht mehr im Gespräch bei Kindern und Jugendlichen sind, ganz ähnlich dem allgemeinen Status von Kaffee in diesen Altersgruppen ? Es wäre somit nötig, sowohl die Verpackungsdesigns zu ändern als auch den Zuckergehalt drastisch zu senken – und schon greift nur noch der zu, der wirklich weiß worauf er sich einlässt. Das wäre aber sicher ein Marketing-technischer Graus für alle derzeit im Geschäft agierenden Firmen – die berühmt-berüchtige Doppelmoral lässt grüßen.

Wie also könnte das Fazit zu einem Artikel wie diesem lauten ? Am ehesten so: Energy-Drinks sind nicht gefährlich. Erst der Konsument bringt jene potentiellen Vorbelastungen mit, die in seltenen, aber durchaus möglichen Kombinationen zu Krankheiten oder gar dem Tod führen können. Dennoch sollten Energy-Drinks als Genussmittel Kindern und Jugendlichen nicht zugänglich gemacht werden, ebenso wie Zigaretten und Alkohol.  Wenn die Zeit aber reif ist, sollte ein jeder selbst über sich und seine Gesundheit entscheiden können.

Zum Abschluss soll noch eine kleine Statistik angeführt werden: es wird vermutet, dass im Jahre 2010 etwa 180.000 Menschen weltweit am Konsum von zuckerhaltigen Getränken gestorben sind – zu denen auch die Energy-Drinks als eine der kleineren Untergruppen gehören. Sollte man also Energy-Drinks verteufeln – oder sich lieber damit befassen, wie viel Zucker wir eigentlich zu uns nehmen ?

Oliverdsw’s Bio #13 | BEREIT FÜR DIE ALLGEMEINE ODER PERSÖNLICHE APOKALYPSE

Es lebe der Alltag ! In der Tat ist seit dem letzten Teil meiner fidelen Online-Biografie bereits über ein komplettes Jahr vergangen. Eine verdammt lange Zeit in meinem persönlichen Mikrokosmos, eine eindeutig zu vernachlässigende Zeit in (m)einem allumfassenden Makrokosmos – sei es drum. Diese Rubrik ist dazu erschaffen worden, die hoffentlich mannigfaltigen Erfahrungen dieser Zeit in schriftlicher Form  – wie immer für die Öffentlichkeit sichtbar – festzuhalten. Ganz unabhängig davon, wie viele nennenswerte Ereignisse es im Endeffekt tatsächlich geschafft haben, meine bescheidene Existenz zu beeinflussen; und neuen Erzählstoff so erst möglich zu machen.

Was für ein Stichwort. Blicke ich zurück, so ist festzustellen; dass sich der letzte Beitrag mit der (grundsätzlich positiven) Veränderung in meinem Berufsleben beschäftigte. Nun, sogleich folgt eine für manche sicher schier unglaubliche Tatsachenaufstellung: ich bin noch immer in dem damals angepriesenen Berufsfeld tätig, und das noch immer beim selben Arbeitgeber. Der aktuelle Vertrag läuft noch bis Ende Oktober, was mir bei meinem derzeitigen Arbeitgeber eine Gesamt-Beschäftigungszeit von exakt einem Jahr zuteil werden lässt; unter Einbeziehung der vorherigen Fremdfirma sogar noch länger. Für einige ein zutiefst gewöhnlicher Zustand, für mich selbst nicht weniger als ein kleiner aber feiner Rekord. So kann ich nun nicht nur Arbeitslosengeld I beziehen (natürlich nur hypothetisch – dennoch einen teils zünftigen, teils leidigen Jubelschrei einsetzen); ich habe mir in Bezug auf meinen Lebenslauf eine nette kleine Grundlage geschaffen, die dazu beitragen kann dass ich auch weiterhin beschäftigt bleiben werde. Wenn ich das möchte.

Doch wie es eben so ist, beschreibt der berufliche Werdegang nur einen kleinen Ausschnitt eines Menschenlebens, einen Teil einer Biografie – der oder die anderen beziehen sich auf das Privatleben in all seinen Facetten. Auch wenn ich nun quasi mitten im Leben stehe, dass heißt einen ständigen Umgang mit Menschen pflege und mein eigenes Geld verdiene (was ich leider nicht komplett behalten darf); so ist doch gerade in Bezug auf die persönliche Entwicklung ein gewisser Stillstand auszumachen. Wahrscheinlich ist das nichts neues, zieht sich diese Nuance (wäre es doch nur eine) durch meine gesamte Biografie, oder doch zumindest die späteren Teile. Ob es nun vorangeht oder nicht, es fühlt sich zumindest stark nach einem Verharren in alten Gewohn- und Gepflogenheiten an. So kommt es, dass ich nicht viele der Dinge, die sich im Laufe der Zeit ereigneten, direkt an mich heran gelassen habe. Man trägt eine Maske, einen Schleier; zum Schutze der eigenen Seelenwelt oder schlicht um eine außerplanmäßige Offenbarung zu vermeiden – in der Hoffnung, dass sich eines Tages doch noch das große Wunder abzeichnen könnte. Oder, dass die Welt nach all den Diskussionen nun doch endlich untergehen; oder besser sich selbst reinigen könnte – verdient hätten wir es nicht anders. Was hilft alles spekulieren und alles Gerede – am Ende bleibt uns eine einsame, unspektakuläre Existenz; die nicht einmal eine Notiz in der großen Geschichte der Welt wert sein wird.

Wen interessiert es da schon, dass eine Gestalt wie der große böse Gerichtsvollzieher die nächsten Tage auf der Matte stehen könnte ? Genau. Nun, auch wenn ich es mir schon immer sehnlichst gewünscht habe, mit einer solchen Amtsperson einen (Instant-) Kaffee zu genießen; so bereitet mir das ganze Dilemma nun langsam doch Kopfzerbrechen; obwohl es das nicht sollte. Bleiben wir ernst; so ernst, wie es die Umstände erfordern. Gewiss habe ich in dieser Hinsicht ein klein wenig über meine Verhältnisse hinaus gelebt, beziehungsweise Geld verprasst welches grundsätzlich anderen zustehen sollte. Ja, sollte es das ? Teilweise. Aber so ist das: wenn man den geernteten Gewinn aus der ersten Ebene (Arbeitsleben) in die zweite Ebene (persönliche Vorlieben) transferiert, bleibt so manches auf der Strecke – das eigentliche Pflichtprogramm. Doch es erscheint mir (und sicher nicht nur mir) nach wie vor ärgerlich, dass man aus den Früchten seiner Arbeit lediglich Samen gewinnt, die das erneute Abernten möglich machen. Oder anders ausgedrückt: dass man existiert um einer Arbeit nachzugehen, und einer Arbeit nachgeht um durch den jeweiligen Verdient gerade mal so zu überleben und weiterhin arbeiten gehen zu können.

Grüße auch an eine Person, die mich auf diesem Weg, der sicherlich nicht jedermanns (oder -fraus) Sache ist, begleitet hat. Ich muss meinen dahingehend Dank aussprechen – für übernommene Kost und Logis, für allerlei Freizeit-Unternehmungen, für den Kontakt zu einer jüngeren, noch halbwegs sorgenlosen Generation. Zweifelsohne gefiel mir diese Zeit; gefällt mir immer noch – doch ist ein Herz wie das meine stur, was dergleichen betrifft. Und nur schwerlich zu beeindrucken, was nicht bedeuten soll dass ich mich zu einer gewissen Herzlosigkeit bekenne – sondern nur, dass ich meinen Platz noch finden muss. Oder besser: dass er mich finden muss, sofern es so etwas wie einen Gott gibt. Hat ein jeder wirklich seinen ihm zugewiesenen Platz auszufüllen; auch wenn die Voraussetzungen dafür alles andere als günstig sind, und einen zutiefst steinigen Weg vorsehen ? Entweder man wächst an Herausforderungen, oder geht an ihnen zugrunde. So oder so ist die gewonnene Erfahrung hoffentlich etwas wert – auch wenn eine gewisse repetitive Tendenz dies eigentlich – langsam aber sicher – überflüssig machen sollte.

Erwähnt seien auch die Kameraden von dereinst (+ Extra-Erwähnung für Prometheus); ich hoffe es geht euch den Umständen entsprechend. Auch wenn ich hier nicht die Mitglieder einer Selbsthilfegruppe anspreche, kommt es mir einstweilen so vor – mit mir selbst als absolutem Präzedenzfall. Seit euch nur sicher, dass der ausbleibende Kontakt in meiner Wenigkeit begründet liegt. Ich bin Schuld, sofern man diesen Begriff benützt wissen möchte – alles andere wäre aber auch irgendwie langweilig. Es ist nur so, dass ich auf etwas anderes warte – auch wenn es sein kann, dass das Schicksal mir dahingehend nicht mehr genug Zeit einberäumen könnte. Aber: Freundschaften sind wichtig und wertvoll, mindestens ebenso sehr wie eine tägliche Dosis Medikamente (sic); helfen sie die Wirren der eigenen Existenz und der der Welt doch etwas annehmlicher zu gestalten. Sie bieten die Möglichkeit, sich zurücklehnen zu können und die aufkommenden Fragen gezielt und nacheinander zu beantworten; anstatt das gleich alle gemeinsam einen Ansturm wagen, unter dem der Wirt möglicherweise zerbrechen könnte.

Sonst noch etwas ? Gewiss, ich habe mein Traumgewicht von etwa 115 Kilogramm erreicht, sowie meine Traumfigur. Stämmig und erhaben, bereit für den einen Moment, bereit alles widerspenstige beiseite zu schaffen. Ich habe mir das Rauchen nicht abgewöhnt, ermöglicht mir diese Form der Selbstkasteiung (wer glaubt, der Konsum von Schadstoffen sei etwas anderes, irrt) noch immer einen gewissen Frieden und eine tiefe, wenn auch eingeredete innerliche Entspannung. Ich hörte von einigen Delinquenten, die die Existenz eines gewissen Medikaments in Frage stellten – Anlass genug, mich für immerhin 5 Minuten in Unsicherheit zu wägen. Doch nichts ist mächtiger als der vermeintliche Alltag; der Mantel des Alltags, unter dem man sich auch als Freigeist verstecken und kurz wärmen kann, um danach wieder in deutlich unwirtlicheren Gefilden Zuflucht zu finden. In diesem Sinne bleibt wohl doch alles beim alten… es sei denn, ein Wunder geschieht; gern auch in Form des von den Maya prophezeiten Weltuntergangs. Nicht vergessen: das Schicksal der Zerstörung geht mit der Freude des Neubeginns einher (Anno)… grüßt mir die Sonne, all ihr die ihr noch Höhenluft kosten könnt.

Die Försterhochzeit

Foto: ‚Der Tag Geht‘ von Sumba, Quelle: http://www.piqs.de, some rights reserved.

I. EIN WEITERER NÄCHSTER Morgen. Eigentlich hatte Nikolas längst aufgehört die Tage zu zählen, doch heute wachte er ungewöhnlicherweise zum schrillen Alarmton des Radioweckers auf. Definitiv war es ein Tag zuviel. Doch hatte er das Unding oder den Schlafhalbierer, wie er ihn nannte, noch am Vorabend programmiert; wenn auch nach längeren zähneknirschenden Überlegungen. Und nicht zuletzt mit dem Wissen, dass es eben jene nervenaufreibende Tonfolge sein würde, die ihn aus dem Schlaf reissen würde. Denn Radiosender konnte er mit dem viel zu alten Gerät schon lange nicht mehr klar empfangen, geschweige denn mit den fummelig-kleinen Schiebereglern zu seiner Zufriedenheit einstellen. Für so etwas hatte er einfach keine Geduld.

II. EIGENTLICH GAB ES für ihn gar keinen besonderen Grund, frühzeitig aufzustehen – doch gleichzeitig glaubte er fest daran, dass auch ein unbedeutender Tag den ersten Schritt hin zu seinem persönlichen Glück markieren könnte. Wenn; ja wenn ihm das Schicksal nur ein einziges Mal wohl gesonnen sein sollte. Er dachte an das, was ihm seine Freunde immer wieder rieten – und versuchte, die sicher nur gut gemeinten Ratschläge zu beherzigen. Was hätte er dafür gegeben, würde ihm in diesem Moment tatsächlich jemand die Hand reichen, würde ihm Kraft und Trost spenden, würde ihn auf seinem Weg begleiten. Doch es war niemand da. Typisch und irgendwie passend, wie er fand; fühlte er sich und sein Weltbild ein weiteres Mal bestätigt. Doch an diesem Tag sollte es nicht an der Zeit sein, sich in eine Ecke zu verkriechen und zu lamentieren. Noch bevor er zu Bett ging, hatte er sich einige Karten der nahe gelegenen Waldstücke zurechtgelegt, die er nun fein säuberlich gefaltet auf seiner Kommode wiederfand. Ohne ordentlich gefrühstückt zu haben, griff er nach seinem Autoschlüssel und der gerade noch halb vollen Zigarettenschachtel vom Vortag, und stieß zur Tür hinaus. Er schwang sich in seinen Wagen, eine rostige alte Kiste, die zwar alles andere als rund lief oder im Innenraum sonderlich gemütlich war; sich aber immerhin noch vorwärts bewegte. Und, er hatte Nikolas Lieblingsfarbe: ein trotz einiger Rostspuren noch immer kräftig schimmerndes Dunkelblau. Am geplanten Ort angekommen stellte er seinen Wagen etwas abseits ab, und betrat den ersten auf der Karte verzeichneten Waldweg.

III. BISHER VERLIEF ALLES genau so, wie Nikolas es sich vorgestellt hatte. Nach einer guten Stunde des für ihn etwas anstrengenden Fußmarsches beschloss er, dass er die Karte nicht mehr brauchen würde und verstaute sie in seinem Rucksack. Bei dieser Gelegenheit griff er zu seiner Zigarettenschachtel vom Vortag, und begann das Werk des eher feuchten denn fröhlichen Vorabends zu vollenden. Normalerweise konnte er locker zwei oder drei Flaschen Rotwein vertilgen, waren sie nur angemessen über den späten Nachmittag und Abend verteilt – doch dieses Mal hatte er sich spürbar übernommen. Obwohl er sich vehement dagegen wehrte, gewann sein Magen die Überhand und beförderte abrupt jene, noch immer von einer roten Flüssigkeit durchzogene Brühe an das Tageslicht. Die Schmerzen waren schier unerträglich, sodass er sich fragte ob es nicht doch besser gewesen wäre zumindest eine Kleinigkeit zu Essen. Doch nachdem er den Boden mit dem penetrant riechenden Sud getränkt hatte, fühlte er sich zumindest innerlich rein gewaschen, und zog seines Weges. Bald darauf entdeckte er eine kleine, offenbar verlassene Hütte. Oder das, was noch von ihr übrig war: ein Dach aus brüchigen Streben, überall verstreute Steine die auffällig sauber geschliffen waren, und eine Eingangstür die man selbst mit Wohlwollen nicht mehr hätte schließen konnte. Doch sein Blick wich schnell auf ein anderes Objekt aus, genauer gesagt eine alte Eiche; die die Hütte und ihren potentiellen ehemaligen Besitzer geradezu zu bewachen schien. Er blickte auf den mächtigen Stamm, und fuhr mit seinen Augen langsam entlang der scheinbar nie enden wollenden, senkrechten Linie nach oben. Er beugte seinen Kopf soweit es nur irgendwie möglich war, und sah den thronenden Baumwipfel, der von der am Zenit stehenden, gleißenden Nachmittagssonne durchleuchtet wurde, einem Tanz gleich.

IV. DAS LICHT BLENDETE ihn, und verstärkte seine plötzlich auftretende Empfindung eines Gefühls der Unwirklichkeit. Er glaubte für einen kurzen Moment, zwei Sonnen wahrzunehmen; woraufhin er den Kopf senkte, leicht schüttelte und versuchte, wieder klarere Gedanken zu fassen. Nachdem er den von einem Menschen erbauten Nachbarn des Baumriesen genauer erkundet hatte und nicht vorfand, was er suchte, steckte er sich eine weitere Zigarette an und zog weiter. Zuvor drehte er sich noch einmal um, und dachte daran, was für ein wunderschönes Motiv diese sich ihm nun darbietende, natürliche Figurenkonstellation mit der riesigen Eiche, den tänzelnden Sonnenstrahlen und der verwitterten Hütte abgeben würde; sei es für ein Gemälde oder eine speziell belichtete Fotografie. Doch es störte ihn, dass er die Elemente nicht so anordnen konnte, wie er es wollte – obwohl es kaum einen Sinn ergeben hätte, wollte er sie verschieben. Er schaffte es verständlicherweise nur in Gedanken – und ärgerte sich über seine Machtlosigkeit. Er zog weiter, und fand endlich das, was er gesucht hatte – nicht viel mehr oder weniger als einen anderen, sich an diesem idyllischen Ort aufhaltenden Menschen. Irgendwie kam ihm das, was er tat in diesem Moment äußerst lächerlich vor. Was sollte es ihm bringen, träfe er an einem solch abgelegenen Ort auf einen Menschen; einen fremden Wanderer, Jogger, Fahrradfahrer oder Ausflügler ? Und vor allem: was würde er ihm oder ihr sagen ? Dass er sich ausgemalt hätte er müsse eine unbekannte Person, ob männlich oder weiblich; an einem möglichst verlassenen Ort treffen und sie unter irgendeinem Vorwand ansprechen, um endlich eine Wende in seinem Leben herbeizuführen ? Doch war die Gedankenwelt von Nikolas nicht immer jedem verständlich, weder seinen Eltern, noch seinen wenigen Freunden, die seine etwas eigentümliche Art so manches Mal als Behinderung abstempelten. Von seiner Frau gar nicht erst zu sprechen – die war schon seit längerem nicht mehr mit der unstrukturierten Lebensweise ihres Mannes und Partners zufrieden.

V. DOCH ER WAGTE es tatsächlich, und sprach den Mann, der trotz der Stille und Beschaulichkeit der sie umgebenden Natur etwas nervös zu sein schien, direkt an. Der Mann erschrak, ließ daraufhin einige Utensilien fallen und wich sofort einige Schritte zurück, in Richtung einer kleinen Lichtung. Auf der konnte Nikolas ein dunkelblaues Fahrzeug entdecken. Er wunderte sich noch und entgegnete dem Mann, der Nikolas nun nach seinem Namen fragte, dass er es wohl nicht allzu weit geschafft hätte auf seinem Ausflug weg vom Trubel des Stadtlebens, ja doch nicht auf sein Auto verzichten könnte. Was zum Teufel redete er hier ? Der Mann geriet nun sichtlich in Rage, und fragte Nikolas, was ihn seine Angelegenheiten eigentlich angingen. Noch bevor der verdutzte Nikolas etwas entgegnen konnte, bekam er einen Autoschlüssel in die Hand gedrückt, sowie den Hinweis; das Auto doch bitte wegzufahren. Er würde den Weg auch so bewältigen können, behauptete der Mann – und steckte Nikolas einen Zettel mit seiner Adresse zu. Der drehte sich wortlos um, und marschierte los, in Richtung des Autos, welches nun immer deutlichere Konturen annahm. Bald entdeckte er einen größeren, aber noch undefinierbaren Gegenstand auf der Rückbank; und holte den Zettel aus seiner Tasche hervor. Er konnte nicht so recht glauben, was er da las: der Mann wohnte im selben Mietshaus wie er. Bevor er sich weitere Gedanken machen konnte, spürte er plötzlich einen dumpfen Schlag auf seinem Hinterkopf. Er geriet ins Taumeln, behielt aber seinen Stand – und rannte in Panik los. Kurz bevor er das Auto erreichte, stolperte er und stürzte einen Abhang hinunter. Er versuchte zu schreien, doch seiner Kehle entkam kein Laut.

VI. PLÖTZLICH SCHRECKTE NIKOLAS auf, der Schmerz war wie weggeblasen. Er versuchte, sich den Schweiss von der Stirn zu wischen – doch es war keiner da. Er hatte geträumt; doch wie er nun feststellte, anders als sonst – und ungleich viel intensiver. Er blickte nach rechts, wo seine Frau regungslos auf der Seite des Bettes lag, und war weniger erschrocken als er vermutete. Es war einer von so vielen nächsten Morgen. Nachdem er aufgestanden war, glitt seine Hand wie sonst auch über den Autoschlüssel – doch dieses Mal griff er nicht zu. Seine Hand wanderte in Richtung des Telefonhörers; in den er eine Nummer eintippte – und daraufhin ein leises Seufzen, gepaart mit einigen kaum verständlichen Worten, in die Sprechmuschel hauchte. Endlich Frieden.

Persönliche Elegien

Foto: Winterland III von PolluxTS. Quelle: http://piqs.de (some rights reserved)

Der Geruch des Waldes, von milder Erde, nassem Moos und frischem Gras.

Der Schatten, der alles geheimnisvoller macht und uns die Umgebung mit Argwohn entdecken lässt.

Berührungen – durch sie werden wir zu Menschen.

Gemeinsamkeit – denn nur gemeinsam sind wir stark.