Metal-CD-Review: VHÄLDEMAR – Against All Kings (2017)

Alben-Titel: Against All Kings
Künstler / Band: Vhäldemar (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 07. November 2017
Land: Spanien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Fighter Records

Alben-Lineup:

Jonkol Tera Keyboards
Carlos Escudero – Vocals
Pedro J. Monge – Guitars, Keyboards
Gontzal – Drums
Adolfo WB – Bass

Track-Liste:

1. Metalizer (03:28)
2. Old King’s Visions (Part V) (03:57)
3. Against All Kings (03:58)
4. Eye for an Eye (03:43)
5. I Will Stand Forever (03:45)
6. Vulcano (00:33)
7. Howling at the Moon (04:40)
8. The Last to Die (04:31)
9. Walking in the Rain (04:25)
10. Rebel Mind (04:44)
11. Titans in D Minor (02:11)

Es aber ertönte ein Schlachtenruf aus dem Baskenland.

Wer dem Genre des Power Metal nicht gerade abgeneigt ist und in den letzten Monaten auch im Rahmen kleinerer Releases Ausschau nach potentiellen Hochkarätern gehalten hat, der könnte oder sollte dabei auch über die OLD KINGS VISIONS-EP von VHÄLDEMAR (siehe Review) gestolpert sein. VHÄLDEMAR, das sind jene im Jahre 1999 gegründeten und vom gleichermaßen markanten wie stimmkräftigen Frontmann Carlos Escudero angeführten Spanier; die schon mit ihren frühen Alben FIGHT TO THE END (Review) und I MADE MY OWN HELL (Review) für ordentlich Aufsehen sorgen konnten. Danach aber ließen sie plötzlich eine ganze Weile nichts mehr von sich hören – sodass man von Glück sprechen kann, dass 2011 doch noch eine Rückkehr erfolgte. Eine recht überzeugende noch dazu, betrachtet man das entsprechende Comeback-Album METAL OF THE WORLD (Review) – ein Album, das nebenbei bemerkt als reine Independent-Produktion erschien. Lediglich auf ihrem 2013 nachgeschobenen SHADOWS OF COMBAT (Review) zeigten sich die Spanier erstmals von einer merklich schwächeren Seite – woraufhin es erneut verdächtig still wurde um das ehemalige Kraftpaket VHÄLDEMAR.

Nun aber schreiben wir das Jahr 2017, und es hat sich offenbar einiges getan in der hiesigen Power Metal-Schmiede. Nicht nur, dass die Band mit Fighter Records endlich ein zu ihr passendes Label gefunden hat – auch sonst scheint man endlich wieder voller Tatendrang zu stecken. Und tatsächlich: nur wenige Monate nach ihrer ebenso überraschenden wie überraschend guten EP legen die Spanier AGAINST ALL KINGS vor, ihr mittlerweile fünftes offizielles Studioalbum. Ein Album, das zweifelsohne als eine von der Band auch genau so erwartete Kampfansage zu verstehen ist – und das nicht nur in Bezug auf die typisch-kriegerische inhaltliche Komponente, sondern auch in Richtung zahlreicher längst etablierte Genre-Combos mit einer ähnlichen musikalischen Marschrichtung. Vornehmlich solchen, die im Laufe ihrer Karrieren schlicht etwas mehr Glück hatten als VHÄLDEMAR – letztendlich aber gar nicht erst viel anders machen als die Spanier, und qualitativ vielleicht sogar hinten ihnen zurückstehen müssen.

Dennoch stellt sich die Frage, ob VHÄLDEMAR im direkten Genre-Vergleich wirklich noch mithalten können. Und das weniger in Bezug auf einen potentiellen Innovationsfaktor, der wie bei so vielen das Genre explizit zelebrierenden Combos wie MANOWAR, HAMMERFALL oder MAJESTY eher gering bemessen ist. Bei einem Album wie AGAINST ALL KINGs kommt es eigentlich nur darauf an, wie glaubhaft und mit welchem Nachdruck das Material präsentiert wird – und ob sich die Band im besten Fall doch noch von der Masse abheben kann. Diesbezüglich haben VHÄLDEMAR dann auch einen klaren Trumpf im Ärmel: Leadsänger Carlos Escudero röhrt noch so kräftig, kratzig und markant wie zu Zeiten des VHÄLDEMAR-Debütalbums; und kann sich klar als einer der härteren und markanteren Gesangsakrobaten des Genres profilieren. So gesehen bildet er auch eine der deutlich würzigeren Zutaten im großen VHÄLDEMAR-Musikeintopf, dessen Geschmack sich sonst durch eher Genre-typische Beigaben definiert. Hervorragend inszenierte zwar – doch mit ihrem Instrumentenspiel und den zumeist hymnischen Kompositionen allein würden VHÄLDEMAR längst nicht so auffallen wie mit Carlos Escudero.

Ein so nicht unbedingt erwartetes Problem von AGAINST ALL KINGS könnte indes sein, dass einige der enthaltenen Nummern unter Umständen schon bekannt sind. Die stärksten und markantesten Nummern des Albums sind schließlich exakt jene, die schon auf der vorangegangen EP enthalten waren. Das über (fast) alles hinwegrollende 1366 (OLD KINGS VISIONS PT.V), das etwas zurückhaltendere aber angenehm stampfende I WILL STAND FOREVER und das wahrlich kongeniale, an ein Intermezzo mit den WUTHERING HEIGHTS erinnernde HOWLING AT THE MOON sind drei tadellose VHÄLDEMAR-Brecher respektive Genre-Hymnen; die im besten Fall noch lange nachhallen werden. Aber, und das könnte je nach dem Kenntnisstand des Hörers ein Problem werden – sie sind eben nicht gänzlich neu oder unbekannt. Auch kommt hinzu, und das ist fast schon eine kleine Frechheit; dass das gerade einmal eine halbe Minute lange Zwischenspiel VOLCANO bereits als Intro-Part für HOWNLING AT THE MOON bekannt war – hier aber merkwürdigerweise eine eigene Track-Position bekommt. Zieht man nun auch noch das als Dreingabe nette, letztendlich aber alles andere als vielsagende Outro TITANS IN D MINOR ab; bleiben dem Album plötzlich nur noch 6 vollwertige und wirklich neue Titel – die es dann auch gar nicht mal so leicht haben.

Mit ein Grund dafür ist, dass sich VHÄLDEMAR des öfteren einer eher platten und oberflächlichen Stimmung hingeben – einer solchen, die das Genre des Heavy Metal explizit preist; und so schon zig mal von anderen Bands gehört wurde. Gut, mit Carlos Escudero am Mikrofon macht das Ganze dann doch noch einen recht eigenständigen und knackigen Eindruck – doch zu mehr als einem solide reicht es bei Nummern wie METALIZER oder AGAINST ALL KINGS nicht. Das vom Riffing her mehr oder weniger dezent an PRIMAL FEAR erinnernde EYE FOR AN EYE macht da schon wesentlich mehr Spaß, was auch für REBEL MIND gilt. Abgesehen vom wahrhaft nervigen Intro-Part von THE LAST TO DIE gilt für den Rest des Albums so vornehmlich eines: in gesanglicher und handwerklicher Hinsicht machen VHÄLDEMAR einen guten Eindruck, wobei ihnen auch die schön druckvolle Produktion zugute kommt. Insgesamt aber hätten es ruhig noch ein paar mehr wirklich herausragende Momente sein dürfen – eben ganz im Stile der bereits bekannten Nummern der EP. Anders und positiv ausgedrückt: die Kaufempfehlung erscheint umso dringlicher, wenn man die besagte EP noch nicht kennt – denn dann vermag es AGAINST ALL KINGs tatsächlich, einen ganz und gar umwerfenden Effekt zu haben.

Absolute Anspieltipps: OLD KINGS VISIONS (PART V), I WILL STAND FOREVER, HOWLING AT THE MOON, REBEL MIND


„Etwas weniger Highlights und weniger neues als erwartet, aber noch immer ein solides Release.“

Metal-CD-Review: VHÄLDMEAR – Old King’s Visions (EP, 2017)

Alben-Titel: Old King’s Visions (EP)
Künstler / Band: Vhäldemar (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 04. Mai 2017
Land: Spanien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Fighter Records

Alben-Lineup:

Jonkol Tera – Keyboards
Carlos Escudero – Guitars, Vocals
Pedro J. Monge – Guitars, Keyboards
Gontzal – Drums
Adolfo WB – Bass

Track-Liste:

1. 1366 (Old King´s Visions Part V)
2. I Will Stand Forever
3. Intro
4. Howling at the Moon
5. Gorgar (Helloween cover)

So kräftig wurde lange nicht mehr geröhrt.

Dass sich die allgemein vielversprechenden, dabei aber gerne mal übersehenen Power Metaller von VHÄLDEMAR mit neuem Material zurückgemeldet haben; ist nun schon wieder einige Jahre her. Nach dem letztaktuellen Studioalbum SHADOWS OF COMBAT aus dem Jahre 2013 (siehe Review) folgte eigentlich nur noch eine nicht unbedingt benötigte Remaster-Compilation mit den beiden ersten Alben FIGHT TO THE END (Review) und I MADE MY OWN HELL (Review) – doch davon abgesehen wurde es eher ruhig um die Spanier. Wer jedoch schon einmal in eines der Alben von VHÄLDEMAR hineingelauscht hat, der weiß dass es die Männer um Frontmann Carlos Escudero mit vielem haben – nur nicht mir der Ruhe. Somit erscheint es durchaus treffend, dass die Band aus ihrer Pause zurück ist – und mit ihrer neuen OLD KING’S VISIONS-EP ein gleichermaßen kurzes wie knackiges musikalisches Kraftpaket im Gepäck hat. Eines, dass schon für sich alleinstehend einen recht überzeugenden Eindruck macht – und als Vorgeschmack auf einen weiteren Langspieler der Band sogar noch breitere Wellen schlagen könnte.

Und das, obwohl eigentlich nur 3 vollwertige Titel enthalten sind – zumindest, wenn man das merkwürdigerweise an dritter Stelle folgende (und dezent überflüssige) INTRO sowie das HELLOWEEN-Cover zu GORGAR abzieht. Abziehen sollte man selbiges aber auch nur, wenn es um die Erörterung der Titel-Verhältnisse auf der EP geht – und keineswegs in musikalischer Hinsicht. Schließlich haben es VHÄLDEMAR hier ganz locker geschafft, ein durch und durch vortreffliches Genre-Cover zu kreieren – eines, das sowohl die ureigene Atmosphäre des Originals aufgreift als auch mit einem eindeutigen VHÄLDEMAR-Stempel in Bezug auf die unverkennbare musikalische Herangehensweise der Band zu punkten. Die anderen, wenn man so will eigentlichen Titel der EP überzeugen dann sogar noch mehr. Der Opener 1366 (OLD KING’S VISIONS PART V) beispielsweise prescht mit einer schier unaufhaltsamen Kraft voran – und lässt die hör- und spürbar wiederauferstanden Musiker von VHÄLDEMAR auch insgesamt betrachtet in einem recht vorteilhaften Licht glänzen.

Zumindest einem deutlich vorteilhafteren als noch auf dem vergleichsweise halbgar erscheinenden SHADOWS OF COMBAT. Offenbar haben die Spanier die Auszeit genutzt, um sich vermehrt auf ihre Qualitäten zu besinnen – mit einem in jeder Hinsicht überzeugenden Ergebnis in Bezug auf das an den Tag gelegte Handwerk, das hervorragende Songwriting und den wenn man so will umwerfenden Gesamteindruck. Denn sei es der starke Opener, das etwas ruhigere aber angenehm stampfende I WILL STAND FOREVER oder das fast schon kultverdächtig anmutende HOWLING AT THE MOON mit seinem leichten WUTHERING HEIGHTS-Einschlag und dem Gastauftritt eines bis dato unbekannten Sängers namens Ruben Miranda – der Gitarrensound ist furios und knackig, das Drumming variabel, der Bass markant. Und Leadsänger Carlos Escudero ist bekanntlich schon seit jeher eine Nummer für sich – was in diesem Fall durchaus positiv zu verstehen ist. Verwechseln kann man ihn jedenfalls nicht. Alles in allem gilt es eigentlich nur eines festzustellen: momentan sieht es wirklich gut aus für VHÄLDEMAR.

Absolute Anspieltipps: 1366, I WILL STAND FOREVER, HOWLING AT THE MOON


„Wenn das der Vorgeschmack auf ein neues VHÄLDEMAR-Album ist, kann selbiges gerne kommen.“

Metal-CD-Review: VHÄLDEMAR – Shadows Of Combat (2013)

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Alben-Titel: Shadows Of Combat
Künstler / Band: Vhäldemar (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 01. Mai 2013
Land: Spanien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Oscar Cuadrado – Bass
Pedro J. Monge – Guitars
Carlos Escudero – Vocals
Gontzal García – Drums

Track-Liste:

1. Rock City (04:30)
2. Black Thunder (04:22)
3. Danger Street (03:09)
4. The Rest of My Life (04:27)
5. Beginning (01:03)
6. Shadows of Combat (03:39)
7. The Old Man (03:38)
8. Old King’s Visions (Part IV) (04:45)
9. Power of the Night (04:02)
10. End of the World (03:35)
11. Metal & Roll (03:53)
12. Oblivion (01:11)

Von gelungenen und fehlgeschlagenen Experimenten.

Es gibt sie gleichermaßen: Bands, die scheinbar aus dem Nichts kommen und sich direkt an die Spitze etwaiger imaginärer Bestenlisten bugsieren – und solche, die selbst mit relativ hochkarätigem Material im Gepäck ein eher tristes Dasein fristen; zumindest hinsichtlich ihres Bekanntheitsgrades und der internationalen Präsenz. Das gilt wohl auch für die Spanier von VHÄLDEMAR, die es trotz einiger Schwierigkeiten (wie Lineup-Wechsel und Label-Probleme) geschafft haben drei grundsolide, eher weniger bekannte Genre-Alben auf die Beine zu stellen. Den bisherigen Höhepunkt markierte dabei zweifelsohne I MADE MY OWN HELL aus dem Jahre 2003 (Review) – bevor sich die Band für ganze 8 Jahre verabschiedete und mit METAL OF THE WORLD (Review) ein solides Comeback inszenierte. Zwei Jahre später sollte es dann wieder so weit sein: SHADOWS OF COMBAT ist das mittlerweile vierte Album der Band, welches wie schon der Vorgänger in kompletter Eigenregie respektive in den spanischen Chromaticity Studios produziert wurde. Fest steht: bezüglich ihrer Produktion und des rundum schmackigen Soundeindrucks hatten VHÄLDEMAR noch nie sich für den Hörer auswirkende Probleme – vielmehr ging es seit jeher um persönliche Geschmacksfragen und die Frage, ob es wirklich noch eine weitere Power Metal-Band wie diese brauchen würde.

Betrachtet man allein den Leadgesang, so müsste die Antwort eher positiv ausfallen – der kräftig röhrende, kaum vergleichbare Frontmann Carlos Escudero verleiht auch SHADOWS OF COMBAT eine durchaus einzigartige Note. Im Zusammenspiel mit der nach wie vor wuchtig agierenden Instrumenten-Front und dem starken Riffing ergibt sich so auch in der vierten Runde ein recht knackiges Gesamtbild. So lautet zumindest der Ersteindruck oder die Theorie – erst bei näherem Hinhören zeigt sich, dass beileibe nicht alles Gold ist was glänzt. Zweifelsohne präsentiert SHADOWS OF COMBAT das bisher schwächste und wenn man so will auch simpelste Songwriting der Band; verfügt über zahlreiche wirkungslose, manchmal sogar direkt nervige Refrains – und scheint darüber hinaus auch dezente Selbstfindungs-Probleme zu haben. Irgendwo zwischen anderen eher hymnisch veranlagten Genre-Bands wie MANOWAR, der Andersartigkeit und Größe einer Combo wie WUTHERING HEIGHTS (die Parallelen im Titeltrack SHADOWS OF COMBAT sind kaum zu verhehlen) und dem früheren Schaffen von VHÄLDEMAR selbst klingt das Album nach vielem – nur nicht nach einem frischem oder einzigartigen Must-Have. Im Ergebnis erhält man demnach nicht wenige Titel, die trotz des knackigen Leadgesangs und der schroffen Riffs seltsam zahm; wenn nicht gar belanglos  klingen. VHÄLDEMAR schaffen es schlicht nicht, ihrem bisherigen Schaffen etwas neues hinzuzufügen – vieles kann man auch auf den Vorgängern hören, nur eben deutlich besser verpackt. Schlussendlich siedelt sich das Album so nur in einem leicht gehobenen Mittelfeld an – was nach den weitaus stärkeren Vorgängern durchaus eine kleine Enttäuschung ist.

Absolute Anspieltipps: SHADOWS OF COMBAT


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„Nur für beinharte Fans.“

Metal-CD-Review: VHÄLDEMAR – Metal Of The World (2010)

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Alben-Titel: Metal Of The World
Künstler / Band: Vhäldemar (mehr)
Veröffentlichungsdatum: Februar 2011
Land: Spanien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Oscar Cuadrado – Bass
Pedro J. Monge – Guitars
Carlos Escudero – Vocals
Aitor Lopez – Guitars
Álex de Benito – Drums

Track-Liste:

1. River of Blood (04:09)
2. Dusty Road (03:58)
3. Saints of Hell (03:51)
4. Metal of the World (03:49)
5. Wartime (03:39)
6. My Nightmare (04:16)
7. Wild Hearts (04:02)
8. Bastards (03:35)
9. Action (03:38)
10. Light & Darkness (04:43)
11. Arrows Flying High (04:15)
12. Bach’s Invention (00:44)
13. Old King’s Visions (III) (04:18)

Die unverhoffte Rückkehr des Spanischen Feuers.

Die Geschichte der spanischen Power Metal-Combo VHÄLDEMAR ist eine eher ungewöhnliche – und nach dem zweiten Studioalbum I MADE MY OWN HELL aus dem Jahre 2003 (Review) auch eine dezent stockende. Schließlich dauerte es ganze 8 Jahre, bis die Band mit ihrem überraschenden 2011’er Comeback-Album METAL OF THE WORLD endlich zum dritten Rundum-Schlag ausholen sollte. Und, soviel kann man bereits vorab sagen: auch den lohnt es sich zu entdecken. Wenn, ja wenn man sich damit arrangieren kann dass VHÄLDEMAR das bis dato an den Tag gelegte Tempo, die teils extreme Schroffheit und den; man nenne ihn einmal etwas ungehobelten Eindruck zugunsten eines für das Genre schon eher konformen Gesamtprodukts eingetauscht haben. Die Folge: VHÄLDEMAR haben offenbar bewusst auf eines ihrer Alleinstellungsmerkmale verzichtet, und sich deutlicher an etliche Vergleichsbands wie BLOODBOUND, STORMWARRIOR, MANOWAR oder auch HELLOWEEN angelehnt. Das will aber noch nichts heißen – schließlich ist die schnellste und aggressivste VHÄLDEMAR-Kost nicht automatisch die beste; was man auch sehr gut anhand des durchtriebenen Rausschmeißers OLD KINGS VISIONS III feststellen wird.

Der entspricht schließlich noch am ehesten den vor 8 Jahren plötzlich verschollenen VHÄLDEMAR, schneidet dabei aber vergleichsweise schlecht ab. Und so sollte man sich getrost auf die nunmehr etwas zurückhaltender agierende Band einlassen – und die im wahrsten Sinne des Wortes deftige Leadstimme von Sänger Carlos Escudero innerhalb etwas gemäßigterer Soundkulissen genießen. Überhaupt: gerade die ungewöhnlich rauen Gesangsparts fungieren weiterhin als eines der ausschlaggebenden Argumente, der Band eine Chance zu geben. An der Instrumenten-Front sieht es ebenfalls gut aus, auch wenn wirkliche Überraschungen ausbleiben. Die Geschwindigkeit ist zumeist im stampfenden Midtempo angesiedelt, die Kompositionen werden von der hervorragenden Gitarrenarbeit von Pedro J. Monge und Aitor Lopez getragen. Fakt ist: METAL OF THE WORLD wird seinem Alben-Titel absolut gerecht und serviert dem Hörer eine großzügige Ansammlung von Genre-Hymnen, die schnell zum Mitsingen animieren und schlichtweg einen Heidenspaß machen. Die Kehrseite der Medaille offenbart dann wohl nur, dass sich spätestens im Mittelteil des Albums eine gewisse Gleichförmigkeit einschleicht – alles, was VHÄLDEMAR hier präsentieren ist letztendlich relativ ähnlich gestrickt und nach typischen Genre-Schemata aufgebaut. Wer keine musikalische Offenbarung erwartet und einfach nur mal wieder ordentlich abfeiern möchte – und das ohne, dass es allzu kitschig wird – der ist mit diesem grundsoliden Album gut beraten.

Absolute Anspieltipps: RIVER OF BLOOD, SAINTS OF HELL, METAL OF THE WORLD, WARTIME


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„Wird dem Alben-Titel durchaus gerecht.“

Metal-CD-Review: VHÄLDEMAR – I Made My Own Hell (2003)

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Alben-Titel: I Made My Own Hell
Künstler / Band: Vhäldemar (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 14. November 2003
Land: Spanien
Stil / Genre: Power / Speed Metal
Label: Arise Records

Alben-Lineup:

Oscar Cuadrado – Bass
Pedro J. Monge – Guitars, Keyboards
Carlos Escudero – Vocals, Guitars
Edu Martinez – Drums

Track-Liste:

1. I Made My Own Hell (04:19)
2. Breaking All the Rules (04:09)
3. No Return (03:53)
4. Steam-Roller (04:16)
5. Old King’s Visions (Part II) (06:54)
6. Mystery (03:21)
7. House of War (04:23)
8. Moonlight (00:42)
9. Dreamer (03:35)
10. Death Comes Tonight (04:40)
11. I Will Rise My Fist (05:17)
12. March of Doom (05:11)

Nun also doch mit Geschwindigkeitsbegrenzung.

Nachdem sich die Spanischen Power Metaller von VHÄLDEMAR auf ihrem überraschenden Debütalbum FIGHT TO THE END (Review) explizit verausgabten und der Genre-Elite den Kampf ansagten, sollte schon ein gutes Jahr später der Nachfolger I MADE MY OWN HELL erscheinen. Zweifelsohne sorgen VHÄLDEMAR dabei für eine weitere Überraschung – schließlich wurden sowohl das enorme Tempo des Vorgängers, als auch die Aggressivität in der Leadstimme von Carlos Escudero markant gedrosselt. Anstelle der zahlreichen, teilweise gar ausufernden Umtempo-Nummern treten nun eher angenehm stampfende Hymnen im Midtempo, was man in diesem Falle nur begrüßen kann. Zwar haben VHÄLDEMAR nicht gänzlich auf ihre vorherige (Ur-)Kraft verzichtet, bereits der Opener und Titeltrack I MADE MY OWN HELL legt recht zünftig vor (und das mehr als flotte HOUSE OF WAR könnte direkt vom Vorgängeralbum stammen) – doch insgesamt erlaubt man dem Hörer nun ein genaueres Hinhören und verlässt sich nicht mehr nur allein auf die durch die allgemeine Schnelligkeit automatisch entstehende, mitreißende Wirkung. Somit zeigt sich recht schnell, dass VHÄLDEMAR nicht nur vor Kraft strotzen – sondern auch ihr Handwerk ausnahmslos gut beherrschen.

Das gilt speziell für den nun etwas kontrollierter klingenden, noch immer außergewöhnlichen und unverkennbaren Leadgesang von Carlos Escudero, sowie das hervorragende Gitarrenspiel – welches Nummern wie BREAKING ALL THE RULES oder STEAMROLLER mit ihren längeren Soli-Parts fast allein trägt. Gleichzeitig haben sich die teilweise offensichtlichen Parallelen zu Bands wie GAMMA RAY fast vollständig in Luft aufgelöst, sodass I MADE MY OWN HELL wesentlich eigenständiger klingt. Und sogar noch etwas klassischer, Riff-orientierter – sodass man sich sogar erstmals an deutlich ruhigere, wenn nicht gar balladeske Stimmungen wie im zweiten Teil zu OLD KINGS VISION heranwagt; oder aber gleich einen waschechten Heavy Metal-Klassiker wie DEATH COMES TONIGHT präsentiert. Fakt ist, dass sich VHÄLDEMAR innerhalb eines guten Jahres markant gesteigert haben – und der Band die Abkehr von allzu Tempo-orientierten Pfaden mehr als gut bekommen ist. I MADE MY OWN HELL klingt wunderbar rund und schmackig, und wurde darüber hinaus noch grandios produziert. So steht dem Power Metal-Vergnügen der Spanischen Extraklasse wahrlich nichts mehr im Wege.

Absolute Anspieltipps: I MADE MY OWN HELL, BREAKING ALL THE RULES, FOR US ALL


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„Noch runder, ausgewogener und eindrucksvoller als der schon überraschende Vorgänger.“