TWILIGHT FORCE – BATTLE OF ARCANE MIGHT, TO THE STARS, POWERWIND & THE LORE OF LYND (Official Videos)

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Auch wenn das neueste Werk aus der Feder der fantastischen Power Metal-Helden von TWILIGHT FORCE teilweise umstritten ist (siehe Review), so steht zumindest eines fest: in Anbetracht der schieren Wucht von HEROES OF MIGHTY MAGIC bleibt wohl kein Auge trocken. Dementsprechend sollen an dieser Stelle noch einmal alle bisher veröffentlichten Videos zum neuen Album festgehalten werden. Schade ist, dass es bis dato kein richtiges Musikvideo gibt – sondern nur Lyric-Videos oder zusammengebastelte Live-Auftritte. Dabei böte es sich in Anbetracht der Übertreibungen doch an, mal wieder ein herrlich überkandideltes Power Metal-Video zu erstellen… die Jungs von GLORYHAMMER können es doch auch. Sei es drum – das Kapitel TWILIGHT FORCE ist noch lange nicht zu Ende, und man darf gespannt sein was noch alles folgt. Neben den bereits feststehenden Live-Shows versteht sich, bei denen die Schweden sicherlich einiges abreißen werden.

Metal-CD-Review: TWILIGHT FORCE – Heroes Of Mighty Magic (2016)

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Alben-Titel: Heroes Of Mighty Magic
Künstler / Band: Twilight Force (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 26. August 2016
Land: Schweden
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Nuclear Blast

Alben-Lineup:

Borne – Bass
Blackwald – Cembalo, Keyboards, Piano, Violin
De’Azsh – Drums
Aerendir – Guitars
Lynd – Guitars (electric, acoustic), Lute
Chrileon – Vocals

Track-Liste:

1. Battle of Arcane Might (05:06)
2. Powerwind (05:16)
3. Guardian of the Seas (05:38)
4. Flight of the Saphire Dragon (05:40)
5. There and Back Again (10:13)
6. Riders of the Dawn (03:43)
7. Keepers of Fate (05:37)
8. Rise of a Hero (05:12)
9. To the Stars (05:32)
10. Heroes of Mighty Magic (09:55)
11. Epilogue (06:39)
12. Knights of Twilight’s Might (01:45)

Auf dass das Sommerloch endlich weiche.

Wahrlich, der Monat August geizte dieses Jahr wirklich nicht mit potentiell hochkarätigen Releases aus dem Genre des Power Metal. Oder zumindest solchen, die schon lange heiß erwartet wurden. Auf jene gute Nachricht muss aber auch gleich wieder eine dezent dämpfende folgen; denn während neue Bands wie NEOGENESIS aus Chile (siehe Review) tatsächlich für eine markante Überraschung sorgen konnten, haben die vergleichsweise alteingesessenen Hasen eher für Enttäuschungen gesorgt. Und so blieben die neuen Scheiben von SABATON (THE LAST STAND, Review) oder auch WINTERSTORM (CUBE OF INFINITY, Review) weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Noch nicht ganz so lange im Geschäft, aber ebenfalls alles andere als unerfahren sind die Schweden von TWILIGHT FORCE – die 2014 ihr Debütalbum TALES OF ANCIENT PROPHECIES (Review) vorlegten und damit auf rege Begeisterung stießen. Zu Recht, sollte man meinen – die energetische und absichtlich etwas überakzentuierte Interpretation eines symphonischen Power Metal ging weitestgehend auf. Der überschwängliche Bombast, sowie die nicht immer ganz ernst gemeinten Auftritte der Band machten reichlich Laune – sodass TWILIGHT FORCE am ehesten zu jenen nennenswerten Genre-Combos gezählt dürfen, die neben einem versierten musikalischen Repertoire auch auf ein gewisses Augenzwinkern setzen. GLORYHAMMER oder auch ALESTORM lassen grüßen.

Und nun steht es endlich in den Startlöchern, das zweite TWILIGHT FORCE-Studioalbum mit dem verheißungsvollen Titel HEROES OF MIGHTY MAGIC. Im Zusammenspiel mit dem schmucken Cover-Artwork wird damit schon einmal vorab darauf hingewiesen, dass es die Schweden auch dieses Mal ordentlich krachen lassen würden. Eine Vorliebe für extrem üppige Arrangements mit reichlich Keyboardeinsatz, pompösen symphonischen Arrangements und eine noch größere Portion Kitsch und Pathos sollte also definitiv vorhanden sein – ansonsten könnte man sich an einem Album wie diesem schon mal die Zähne ausbeißen. Anders gesagt: wem bereits RHAPSODY OF FIRE und Konsorten zu verspielt und einfach nicht hart genug sind, der sollte einen großen Bogen um TWILIGHT FORCE machen. Es sei denn natürlich, es sollen Grenzen ausgelotet werden. Denn eines beweist HEROES OF MIGHTY MAGIC in jedem Fall: viel mehr geht wirklich nicht. An allen Ecken und Enden trifft man auf gleichermaßen pompöse wie majestätisch anmutende Sound-Elemente, typische Genre-Begriffe und Textgestaltungen prägen die inhaltliche Komponente, der Leadgesang ist furios und kraftvoll. Im Gegensatz zum Vorgänger kommen dieses Mal auch einige neue Elemente zum Einsatz – wie etwa an diverse Film-Soundtracks erinnernde Klangpassagen, wuchtigere Chöre und geradezu verspielt anmutende Melodiebögen.

Neben einer grundsätzlichen Bereitwilligkeit der Hörer, sich überhaupt Bands wie TWILIGHT FORCE zu widmen; erfordert all das vor allem eines: Geduld. Gerade in den ersten Momenten kann das Album fast schon etwas zu wild daherkommen, und selbst das geneigte Power Metal-Ohr dezent überfordern. Nach einigen Durchläufen aber legen sich diese Hürden, die vielschichtigen Kompositionen öffnen sich – und man entdeckt, dass TWILIGHT FORCE weit mehr drauf haben als lediglich ihre potentiellen Vorbilder zu kopieren. Wobei kopieren ohnehin das falsche Wort ist, greifen sich TWILIGHT FORCE viel eher die gern mal als kitschig verschriene Essenz von Bands wie RHAPSODY OF FIRE – um sie in noch überschwänglicheren Kompositionen zu verarbeiten. Sicher haben die einen gewissen Hang zur Übertreibung, und können sich unter Umständen auch mal als strapaziös herausstellen – doch machen sie eben auch einen Heidenspaß. Im besten Fall vermögen sie es sogar, den Hörer zu beeindrucken. Erst Recht natürlich, wenn der sich ohnehin gerne vergleichsweise mächtigen musikalischen Konstruktionen a’la LUCA TURILLI widmet – der, wenn es darum geht seine Musik möglichst pompös zu inszenieren; ebenfalls vor nichts zurückschreckt. Vom Genre des sogenannten Cinematic Metal sind TWILIGHT FORCE nun jedenfalls auch nicht mehr weit entfernt.

Allem Spaß und der Freude an den zutiefst hymnischen Arrangements von TWILIGHT FORCE, sowie der schieren Wucht der präsentierten Titel zum Trotz reicht es aber nicht ganz für den vollzogenen Aufstieg in den Metal-Olymp. Einer der eher oberflächlichen Gründe dafür ist, dass man sich das Interlude EPILOGUE komplett hätte schenken können oder sollen – etwas anders gehaltene und vor allem früher platzierte Ruhephasen hätten dem Album schon eher gut getan. Geht man dagegen etwas tiefer, so könnte man die letztendlich kaum vorhandene Vielfalt als störend empfinden. Sicher, ein jeder Titel kommt mit besonderen Elementen daher und lässt sich auch problemlos von den anderen unterscheiden; Gastauftritte wie die von Fabio Lione (RHAPSODY OF FIRE) oder Joakim Broden (SABATON) lockern das Ganze auf – doch bleibt die Marschrichtung der Band relativ konstant. Das größte Manko, dass sich je nach persönlicher Facón mehr oder weniger schwer auswirken könnte; bleibt aber die Produktion und der Sound des Albums an sich. Denn: HEROES OF MIGHTY MAGIC klingt einstweilen tatsächlich etwas zu überladen und durcheinander – wobei gerade die Gitarren und der Gesang drohen, dezent im Mix unterzugehen. Wirklich ausgewogen und gleichberechtigt klingt die Produktion jedenfalls nicht.

Und so ist es schwer zu sagen, wie genau TWILIGHT FORCE im Vergleich zur starken Konkurrenz von GLORYHAMMER sowie anderen sich eher ernst inszenierenden Combos wie OPERADYSE, DRAGONLAND, LUCA TURILLI, den ANCIENT BARDS oder BANE OF WINTERSTORM wirklich abschneiden. Für den Status als rundum perfektes Genre-Meisterwerk reicht es jedenfalls nicht ganz – wobei ein jeder Genre-Freund selbst entscheiden muss, ob seine Nerven überhaupt für einen schieren musikalischen Samenerguss wie dem hier inszenierten gewappnet sind. Für das nächste Album gilt es demnach nur einen Wunsch zu äußern: TWILIGHT FORCE, bitte gebt uns etwas weniger von allem – und die Sache ist endgültig geritzt.

Absolute Anspieltipps: BATTLE OF ARCANE MIGHT, RIDERS OF THE DAWN, KEEPERS OF FATE


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„HEROES OF MIGHTY MAGIC macht Spaß – und hat trotz kleinerer Schwächen allemal das Zeug dazu, als Genre-Album des Jahres 2016 zu fungieren.“

TWILIGHT FORCE – Battle Of Arcane Might (Official Lyric Video)

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Das Wird Ein Comeback… TWILIGHT FORCE – Heroes Of Mighty Magic (Metal News)

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1. Battle of Arcane Night
2. Powerwind
3. Guardian of the Seas
4. Flight of the Saphire Dragon
5. There and Back Again
6. Riders of the Dawn
7. Keepers of Fate
8. Rise of a Hero
9. To the Stars
10. Heroes of Mighty Magic
11. Epilogue
12. Knights of Twilight’s Might

Metal-CD-Review: TWILIGHT FORCE – Tales Of Ancient Prophecies (2014)

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Alben-Titel: Tales Of Ancient Prophecies
Künstler / Band: Twilight Force (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 06. Juni 2014
Land: Schweden
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Black Lodge Records

Alben-Lineup:

Borne – Bass
Roberto – Drums
Christian Hedgren – Vocals
Felipe – Guitars, Lute
Daniele – Keyboards, Piano, Violin, Cembalo

Track-Liste:

1. Enchanted Dragon of Wisdom (04:43)
2. The Power of the Ancient Force (05:03)
3. Twilight Horizon (04:59)
4. The Summoning (00:43)
5. Whispering Winds (00:51)
6. Fall of the Eternal Winter (04:54)
7. Forest of Destiny (04:06)
8. In the Mighty Hall of the Fire King (00:55)
9. Made of Steel (04:46)
10. Sword of Magic Steel (01:05)
11. Gates of Glory (03:55)

Da rauscht etwas kraftvolles heran…

Mit ihrem Debütalbum TALES OF ANCIENT PROPHECIES legen die Schweden von TWILIGHT FORCE zweifelsohne eines der interessanteren Releases des Metal-Jahres 2014 vor. Nicht unbedingt, da etwas gänzlich neues versprochen wird; sondern vielmehr da sich das Album an Fans und Freunde von alteingesessenen Symphonic Power Metal-Combos wie RHAPSODY OF FIRE oder DRAGONLAND richtet und dementsprechend in ein ganz ähnliches Soundgewand gehüllt ist. Doch wollen TWILIGHT FORCE offenbar nicht nur aufzeigen, dass sie einen guten Musikgeschmack haben – das Konzept des Albums, das retrolastig-hübsche (und dezent kitschige) Artwork sowie die Zusammenarbeit mit Joakim Brodén von SABATON lassen schnell darauf schließen, dass man es durchaus ernst meint und bereit ist, sich mit der Konkurrenz zu messen. Die aber schläft bekanntlich niemals, und droht den geneigten Genre-Hörer in Anbetracht ihrer Masse geradezu zu erschlagen – sodass sich die Frage stellt, ob TWILIGHT FORCE tatsächlich das Zeug dazu haben sich ausreichend zu profilieren.

Zumindest auf den ersten Blick spricht offensichtlich mehr dagegen als dafür. Nicht nur, dass Fantasy-Konzeptalben aus dem Genre des Symphonic Power Metals heutzutage nicht gerade selten sind; die extrakitschige Herangehensweise (inklusive Drachen auf dem Cover, wenig einfallsreicher Titelbezeichnungen, reichlich Genre-typischer Textinhalte) sowie die Tatsache, dass TWILIGHT FORCE scheinbar aus dem Nichts aufgetaucht sind; lassen einen schnell an eine musikalische Eintagsfliege denken. Oder aber an eines der vielen Tribut-Projekte, die die Musik ihrer großen Vorbilder nachahmen und dabei bestenfalls eingeschworene Fans ein Lächeln abringen können. Doch die Entwarnung folgt sogleich: über diesen Status kann sich TALES OF ANCIENT PROPHECIES locker heben. Dafür sprechen nicht zuletzt die mitunter grandiosen handwerklichen Leistungen an den Instrumenten, der stimmige (und absolut Genre-typische) Leadgesang und die vergleichsweise gute Produktionsqualität. Wie ein Garagenprojekt wirkt das Album also keinesfalls – was auch reichlich fatal wäre bei den größtenteils heraufbeschworenen Eindrücken von epischen Heldensagen und allerlei Geschichten über Mut, das Schicksal und was sonst noch so zu einem guten Symphonic Power Metal-Album mit Fantasy-Anstrich dazugehört.

Es bleibt also die Frage, wie es sich mit den einzelnen Stücken und deren Wirkungskraft verhält. Auf dem Album enthalten sind insgesamt 11 Titel, wobei man jedoch einige Abstriche vornehmen muss: ganze 4 Interludes sind dabei, die die Gesamtspielzeit der restlichen ‚echten‘ Titel auf eine gute halbe Stunde zusammenschrumpfen lassen. Doch nicht nur, dass sie einstweilen etwas überflüssig und deplatziert erscheinen – sie tendieren von ihrer musikalischen Aufmachung her in eine eher unerträgliche Richtung. Gleich 3 Mal kommen hier Sprecher zum Einsatz, bei denen man nicht so Recht weiß ob sie nun für eine ernstzunehmende Atmosphäre oder aber für einen komödiantischen Einschub sorgen sollen – immerhin, das verbleibende Interlude bietet eine annehmbare symphonische Soundkulisse. Somit finden sich 7 Nummern im Kern des Albums, die man einwandfrei dem Genre des Symphonic Power Metals zuordnen kann. Stilistische Ausbrüche sind keine vorgesehen, sodass sich TALES OF ANCIENT PROPHECIES wie bereits vermutet an Die-Hard Fans des Genres richtet. Von einer temporeichen, mit einem wummernden Double-Bass unterstützten Grundinstrumentierung über ausschweifende Keyboardverzierungen und dem Einsatz einiger klassischer Instrumente bis hin zu herrlich hochtrabenden Refrains ist hier alles vertreten, was man sich vom Genre wünscht – oder eben nicht. Nur eines ist klar: wer allgemein eher auf Klischees verzichten kann, sollte einen großen Bogen um dieses Album machen.

Alle anderen jedoch erwartet eine grundsolide musikalische Kost, die manchmal sogar mehr ist als das: hier und da lassen TWILIGHT FORCE etwas durchschimmern, was sich nach etwas ganz und gar großem anfühlt. Sind es die doch sehr gelungenen Soli-Parts, die netten Haupt- und Hintergrundchöre ? Sind es die überaus eingängigen, aber dennoch unverbraucht klingenden Refrains ? Oder ist es die Leistung des Leadsängers, die sich als recht variabel herausstellt und selbst in den höchsten Registern überzeugt (auch wenn er insbesondere bei einem Titel wie FALL OF THE ETERNAL WINTER klar an seine Grenze kommt) ? Irgendwie kommt hier ein wenig von allem zusammen – sodass besonders Titel wie das mächtige, abwechslungsreiche THE POWER OF THE ANCIENT FORCE einen mehr als passablen Eindruck hinterlassen. Auf der Minusseite stehen dagegen die bereits erwähnten Interludes; aber auch der einstweilen etwas zu überbordernde Einsatz des Keyboards, die nicht ganz ausgefeilte Produktionsqualität und – wie sollte es anders sein – der fehlende Innovationsfaktor.

TALES OF ANCIENT PROPHECIES ist dennoch eine kleine Überraschung – zumindest dann, wenn man sich als Fan des Genres bezeichnen würde und eine Art abgehalftertes Tribut-Album erwartet hätte. Denn das ist es mitnichten, zumindest nicht ausschließlich. Die Schweden machen ihre Sache gut, auch wenn man wie kein zweiter in den großen Genre-Klischeetopf gegriffen hat. Am ehesten ist jene Herangehensweise mit einem Projekt wie GLORYHAMMER zu vergleichen – die auch musikalisch und thematisch einen ganz ähnlichen Weg gehen. Wer auf groß angelegte Heldensagen, Drachen und eine gehörige Portion Abenteuer steht, sollte sich diese Scheibe nicht entgehen lassen.

Absolute Anspieltipps: THE POWER OF THE ANCIENT FORCE, TWILIGHT HORIZON, GATES OF GLORY


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„Ein schmackiges, aber eben auch absolut typisches Debütalbum.“


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