TV-Kritik / Serien-Review: THE WALKING DEAD (Staffel 7)

Originaltitel: The Walking Dead Season 7
Relation: Fortsetzung der sechsten Staffel
Typ: TV-Serie
Umfang / Laufzeit: 16 Folgen (je ca. 45 Minuten)
Land: USA
Produktion: Circle of Confusion, Valhalla Motion Pictures
Idee: Frank Darabont, Robert Kirkman (Comic), Tony Moore (Comic)
Genre: Drama / Horror / Endzeit
Tags: The Walking Dead | Rick Grimes | Zombies | Überleben

Staffel 7 | Episodenliste (Deutsche & Englische Titel)

7×01 – Der Tag wird kommen | The Day Will Come When You Won’t Be
7×02 – Der Brunnen | The Well
7×03 – Die Zelle | The Cell
7×04 – Fron | Service
7×05 – Draufgänger | Go Getters
7×06 – Der Schwur | Swear
7×07 – Sing mir ein Lied | Sing Me a Song
7×08 – Unsere Herzen schlagen noch | Hearts Still Beating
7×09 – Der Stein in der Strasse | Rock in the Road
7×10 – Neue beste Freunde | New Best Friends
7×11 – Wir sind Negan | Hostiles and Calamities
7×12 – Sag Ja | Say Yes
7×13 – Begrabt mich hier | Bury Me Here
7×14 – Auf die andere Seite | The Other Side
7×15 – Was wir brauchen | Something They Need
7×16 – Heute beginnt der Rest des Lebens | The First Day of the Rest of Your Life

Altbekanntes mit neuem Hauptdarsteller.

Inhalt: Nachdem die Gruppe von Rick Grimes erstmals in die Hände des skrupellosen Negan gefallen ist scheint die Hoffnung für alle, die sich noch als halbwegs freie Menschen in der post-apokalyptischen Gesellschaft bezeichnen; endgültig dahin. Schließlich forcieren Negan und seine zahlreichen Anhänger mit einem des öfteren verstörenden Nachdruck, dass ihnen alle noch existierenden Gemeinschaften auf die ein oder andere Art und Weise dienen sollen. Wer sich weigert oder aber etwaige Vereinbarungen mit teils erheblichen Forderungen nicht einhält, stirbt – auch wenn sich die Beschaffung von Wasser, Nahrungsmitteln oder Gebrauchsgegenständen ohnehin schon als schwierig genug erweist. Doch noch scheint die Strategie von Negan erfolgreich zu sein – so gut wie alle Menschen in der Umgebung folgen ihm, oder geben zumindest vor genau das zu tun. Selbst der kampferprobte Rick scheint zu akzeptieren, dass er und seine Gefolgschaft nun einem neuem Anführer dienen. Immerhin war der Preis, den er bereits zahlen musste; ausgesprochen hoch – wobei das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Ein Einzelgänger ist Rick jedoch schon lange nicht mehr – sodass Konflikte mit Negan vorprogrammiert sind. Mit der ständigen Angst um seine Kinder Carl und Judith, sowie der generellen Sorge um die Gemeinschaft Alexandria geht es in der siebten Staffel weniger um die wandelnden Toten – sondern vielmehr um meist blutige zwischenmenschliche Auseinandersetzungen.

„Die Serie THE WALKING DEAD ist eine globale Erfolgsstory: Millionen von Zuschauern weltweit zieht die zahlreich ausgezeichnete Endzeit-Odyssee in den Bann.“ (Quelle: foxchannel.de)

Kritik: Und schon wieder ist ein Jahr vorüber – und eine weitere komplette Staffel von THE WALKING DEAD vollständig ausgestrahlt. Eines kann man den Verantwortlichen, sowie sicher auch den zahlreichen Zuschauern des berühmt-berüchtigten Zombie-Franchise damit schon einmal attestieren: ein enormes Durchhaltevermögen. Denn auch wenn die entsprechende Comicbuchvorlage von Robert Kirkman und Tony Moore schon immer erfolgreich war und sich nach wie vor einer großen Beliebtheit erfreut, zieht sich das Konzept der TV-Serie nun schon seit einigen Staffeln dezent in die Länge. Gründe dafür gab und gibt es mehrere – und beileibe nicht nur solche, die sich auf die ohnehin schwierige Portierung von der Comicvorlage hin zu einem abendfüllenden und jahrelang ausgestrahlten Serienformat beziehen. Fest steht: man hätte den Machern vieles nur allzu gern verziehen. Doch spätestens seit der Einführung der sogenannten Gefängnis-Arc – bei der sich die Geschichte ganz offensichtlich viel zu lange auf einer Stelle bewegte – sieht es nicht mehr wirklich gut aus für das TV-Format. Denn, und auch das ist quasi eine waschechte THE WALING DEAD-Spezialität: eine ausgedehnte Straffung etwaiger Inhalte auf mehrere Folgen oder gar Staffeln hat nicht automatisch zur Folge, dass man als Zuschauer ein dichteres Erzählniveau erhält oder gar eine intensivere Serienerfahrung macht.

Genau das ist schließlich auch das Stichwort, wenn es um die mittlerweile siebte Staffel des Franchise geht. Nach wie vor können die Verantwortlichen einfach nicht darauf verzichten, die Serie mit endlos-überflüssigen Füll-Momenten und ärgerlichen Vertröstungen zu spicken. Wohlgemerkt, und das ist der eigentliche Knackpunkt – immer in Anbetracht dessen, dass die wenigen guten Ideen ohnehin nicht ausreichen einzelne Folgen oder gar eine ganze Staffel zu tragen. Im direkten Bezug auf die siebte Staffel bedeutet dies etwa, dass man den gleichermaßen furchteinflößenden wie seltsam charmanten Negan als neuen Hauptcharakter oder eher Haupt-Antagonisten postuliert. Das ist an sich eine gute und funktionierende Idee, die eine spürbare Spannung und Frische in den Serienkontext bringt – zumal Jeffrey Dean Morgan seine Sache wirklich gut macht, und sich die mittlerweile enorm hoch gehaltenen zwischenmenschlichen Aspekte der Serie nicht mehr nur mit gefühlten Belanglosigkeiten beschäftigen. Andererseits aber kommt im Verlauf der immerhin 16 Staffelfolgen nicht mehr viel neues hinzu, sodass nicht nur Fans der eigentlichen Serieninhalte die Hände über dem Kopf zusammenschlagen werden. Wobei es fast schon ironisch ist, dass die Situation in der finalen Folge in etwa die selbe ist, in der Rick und Co. auch in Folge 1 steckten. Doch natürlich nimmt sich die Serie viel zu ernst, um diese und andere offensichtliche Missstände in unerwartete Vorteile verwandeln zu können.

Gut, dass THE WALKING DEAD schon längst keine Survival-Serie im herkömmlichen oder erwarteten Sinne ist; sollte mittlerweile jedem klar sein. Der Zombie-Virus an sich, die wandelnden Toten (sowie deren in den früheren Staffel oftmals spektakulär inszeniertes Ableben), das Überleben in der Wildnis, die Beschaffung von Wasser und Nahrung, alltägliche Konflikte zwischen Überlebenden – all das spielt schließlich keine Rolle mehr, oder nur noch eine markant untergeordnete. Sicher, die gesamte nun präsentierte Negan-Arc hätte die Serie in ihrem Kern auch nicht mehr retten können – doch für einen kleinen Aufschwung wäre sie sicher gut gewesen. Vielleicht ist sie das auch, aber eben nur teilweise – die teils desolate Atmosphäre, sowie die gerne mal etwas überakzentuierten und somit erst Recht an die Comics erinnernden Machtspielchen können noch am ehesten als diesbezügliche Vorteile gewertet werden. Unglücklicherweise übernimmt Staffel 7 aber auch alle Schwächen der Vorgängerstaffeln, die sich wie erwartet besonders stark auf Negan und seine Interaktion mit den anderen Überlebenden auswirken. Von einer wie auch immer gearteten Glaubwürdigkeit zu sprechen, fällt jedenfalls immer schwerer – auch wenn die beteiligten Darsteller des öfteren mit Herzblut bei der Sache zu sein scheinen.

Besonders markant ist in diesem Zusammenhang sicher die finale Folge – die in Anbetracht ihrer längeren Spieldauer, den gleichzeitig aber umso nichtssagenderen oder bereits allseits bekannten Inhalten ohnehin weniger zu bieten hat als eventuell erhofft. Immer wieder offenbart sich das Gefühl, als könnte die Serie oder zumindest der aktuell vorrangige Handlungsabschnitt mit nur einem Handstreich beendet werden. Wobei es sicher nicht allein die gerne mal mit vergleichsweise beschränkten geistigen Fähigkeiten ausgestatteten Charaktere sind die dies verhindern, sondern viel eher die Macher. Die möchten die Serie schließlich möglichst lange am Leben erhalten – und kümmern sich offenbar weniger um möglichst glaubhafte Zusammenhänge. Ein interessantes Gedankenexperiment wäre beispielsweise, wie die siebte Staffel mit der Hälfte der anberaumten Episodenzahl von 16 funktioniert hätte. Wobei, wirklich interessant ist dieser Gedankengang nicht – denn die Antwort liegt auf der Hand. Sicher, man macht keine großartige Staffel aus einer bestenfalls mittelprächtigen; indem man sie um die Hälfte kürzt – doch die Marschrichtung wäre schon einmal eine wesentlich angenehmere. Hätte man dann auch noch zusätzlich eine schnelle Beendigung des Negan-Konflikts vorgesehen, so hätte THE WALKING DEAD womöglich tatsächlich  wieder zum Status einer unaufhaltsam vorwärts preschenden, spannenden und abenteuerlichen Zombie-Serie zurückgefunden. Im Blick auf den aktuellen Status Quo heißt es jedoch: es darf weiterhin (und schamlos) auf einer Stelle getreten werden.

Fazit: Ob der Konflikt mit Negan nun in der nächsten Staffel gelöst werden wird oder auch nicht – mittlerweile scheint es relativ egal, was genau im THE WALKING DEAD-Universum geschieht. Im Laufe der Jahre und Staffeln hat es schlicht viel zu viel von seiner ursprünglichen Faszinationskraft eingebüßt. Aber nicht etwa, und das ist das schlimme; weil sich das Format abgenutzt hätte – sondern ausschließlich, da sich die Macher verzettelt haben. Ihr Setzen auf falsche Schwerpunkte, ihre an einer Hand abzuzählenden hervorragenden Ideen, unnötige Gefühlsduseleien, endlose Durststrecken und freche Cliffhanger machen jedenfalls keinen Spaß. Die wenigen Vorteile, die die Serie noch oder nach wie vor hat; reichen dagegen einfach nicht mehr aus um sie zu tragen. Anders gesagt: die gute Arbeit der Kostüm- und Maskenbildner, die atmosphärische optische Gstaltungsarbeit im gesamten; sowie die weitestgehend soliden Leistungen der Darsteller verpuffen im Nirwana.

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„THE WALKING DEAD steht wie ein Fels in der TV-Landschaft – aber eher als Klotz denn als qualitatives Denkmal, leider.“

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TV-Kritik / Serien-Review: THE WALKING DEAD (Staffel 6)

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Originaltitel: The Walking Dead Season 6
Relation: Fortsetzung der fünften Staffel
Typ: TV-Serie
Umfang / Laufzeit: 16 Folgen (je ca. 45 Minuten)
Land: USA
Produktion: Circle of Confusion, Valhalla Motion Pictures
Idee: Frank Darabont, Robert Kirkman (Comic), Tony Moore (Comic)
Genre: Drama / Horror / Endzeit
Tags: The Walking Dead | Rick Grimes | Zombies | Überleben

Staffel 6 | Episodenliste (Deutsche & Englische Titel)

1 – First Time Again | Herdentrieb
2 – JSS | Kämpfer
3 – Thank You | Danke
4 – Here Is Not Here | Hier ist nicht hier
5 – Now | Hier und Jetzt
6 – Always Accountable | Wer die Wahl hat
7 – Heads Up | Die Wand
8 – Start To Finish | Nicht das Ende
9 – No Way Out | In der Falle
10 – The Next World | Die neue Welt
11 – Knots Untie | Lösung
12 – Not Tomorrow Yet | Die Nacht vor dem Morgen
13 – The Same Boat | Im selben Boot
14 – Twice As Far | Keine Gleise
15 – East | Nach Osten
16 – Last Day On Earth | Der letzte Tag auf Erden

Nicht nur die Gruppe um Rick betreffen Unsicherheiten.

Inhalt: Nachdem die Machtverhältnisse in der befestigten Stadt Alexandria neu ausgelotet wurden, haben sich der ehemalige Sheriff Rick Grimes und sein Gefolge gut in der vorerst sicheren Umgebung eingelebt. Selbst zu den eigentlichen Einwohnern der Stadt pflegen sie einen immer besseren Kontakt – und bringen sie ihnen auch einige der Tricks und Kniffe bei, die sich während ihrer langen Reise durch das Zombie-Ödland als patent erwiesen haben. Das scheint auch bitter nötig, schließlich hat die Gruppe mit einem so noch nicht dagewesenen Zombie-Ansturm zu kämpfen. Doch sind die Untoten beileibe nicht die einzigen Gegner, die den Überlebenden zu schaffen machen: auch eine mysteriöse Organisation, deren Mitglieder sich schlicht die Wölfe nennen; tritt auf den Plan. Offenbar scheinen sie nichts anderes zu wollen als Alexandria zu infiltrieren und wahllos zu töten… doch selbst nachdem diese Gefahr vorerst gebannt werden kann, bleibt die Situation heikel. Als die Gruppe eine weitere Siedlung mit friedlich gesinnten Überlebenden entdeckt, beschließt man Handel zu treiben – doch es scheint, als lauere noch eine andere Gruppierung im Hintergrund. Und auch ein spezieller Name fällt immer wieder… doch wer genau ist dieser Negan, und was hat er vor ? Doch selbstverständlich haben auch Rick, Carl und alle anderen ihre ganz eigenen Probleme – offenbar stehen der Gruppe gravierende Entscheidungen bevor.

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Mit The Walking Dead geht die erfolgreichste Pay-TV-Serie aller Zeiten in die nächste Runde.“ (Quelle foxchannel.de)

Kritik: Nun also wurde sie komplett im Pay-TV ausgestrahlt – die mittlerweile sechste Staffel von THE WALKING DEAD. Fakt ist: auch dieses Mal haben wieder unzählige Zuschauer eingeschaltet, ob nun in den USA oder in Deutschland – eine sicherlich erfolgreiche Ausstrahlung im Free-TV wird folgen. Die Begeisterung für das Zombie-Franchise scheint ungebrochen – auch, da die sechste Staffel mit dem neuen Schauplatz Alexandria, einer daraus resultierenden neuen Gruppendynamik, neuen Charakteren und dem Auftreten zweier großer Feind-Gruppen viel versprochen hat. Dies gepaart mit den anderen, grundsätzlichen Stärken der Serie – wie etwa dem großzügigen Fokus auf die Charaktere, den einstweilen schockierenden Überraschungen sowie den soliden handwerklichen Aspekten inklusive der Zeichnung einer halbwegs glaubwürdigen post-apokalyptischen Welt sollten Fans auch während der 16 Episoden langen sechsten Staffel bei Laune halten.

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Daryl und Rick aka die knallharten Jungs auf Besorgungstour.

Dabei ist THE WALKING DEAD keine großartige TV-Serie per se – sondern eher eine, die nach der starken ersten und eventuell auch zweiten Staffel (Review) starke qualitative Einbußen verzeichnete und die Zuschauergemeinde seit jeher spaltet. Gründe dafür gibt es bekanntlich einige – wie es unter anderem auch im ausführlichen Beitrag zur fünften Staffel der Serie (Review) ausgeführt wurde. In Bezug auf die sechste Staffel kamen und kommen aber nun sogar jene ins Wanken, die geneigt waren über viele kleinere Schwächen des Franchise hinwegzusehen und der Serie seit jeher die Treue halten. Einer der aktuelleren Gründe hierfür ist vor allem in der großen (und etwas längeren) Final-Episode zu finden, die nicht wenige als Enttäuschung ansehen. Dies ist aber nicht der einzige Grund, ganz ähnliche Anwandlungen der Macher gab es auch schon vorher – doch dieses Mal könnten sie das Fass schlicht zum überlaufen gebracht haben. Und tatsächlich: das lange versprochene Highlight, auf das man so lange hingearbeitet hatte; entpuppt als regelrechte Farce. Und das ganz unabhängig von der Comicbuch-Vorlage oder in Bezug auf das Franchise selbst. Kurzum: so etwas macht man einfach nicht.

Es gehört sich für keine TV-Serie, derart ausführlich auf ein versprochenes Highlight hinzuarbeiten – nur, um die Ausführung in einem weiteren, ärgerlichen Cliffhanger enden zu lassen. Wobei es das noch nicht einmal genau trifft, denn wenn man so will besteht die gesamte finale Episode aus nichts anderem als diesem Cliffhanger. Und das ist für ein groß angekündigtes, pompös umworbenes Staffel-Finale schon etwas mau – ob es sich dabei nun um THE WALKING DEAD handelt oder ein anderes, imaginäres. So wurden und werden alteingesessene Fans aufgrund der Gestaltung der sechsten Staffel durchaus auf eine neuerliche Probe gestellt werden – das Hinwegsehen über die ständigen Entgleisungen der Verantwortliche fällt schwerer und schwerer. Schließlich ist jener besagte Cliffhanger längst nicht das einzige Problem.

Carl
Auch Carl findet neue Freunde… und Feinde.

So finden sich – neben den schon in den früheren Reviews zur Serie behandelten Negativ-Aspekten wie einer gewissen Eintönigkeit, nicht immer durchdachten Ideen und einiges mehr – besonders in der sechsten Staffel weitere Hinhaltungs-Taktiken und andere Ärgernisse. In Bezug auf die ständigen Cliffhanger und Vertröstungen auf später scheinen die Macher erst gar keinen Hehl daraus zu machen, dass sie damit auf eine zusätzliche Bindung der Zuschauer abzielen – was offenbar sehr gut funktioniert. Die Frage ist allerdings, wie lange. Denn selbst wenn man für satte fünf Staffeln geneigt war, über derlei (und dabei sicherlich vergleichsweise plumpen) Maßnahmen hinwegzusehen, verliert irgendwann jeder die Geduld. Vielleicht wäre das auch gar nicht so schlecht – eine Art Denkzettel könnten die Verantwortlichen schließlich in jedem Fall gebrauchen.

Besonders ärgerlich ist dabei nach wie vor, dass THE WALKING DEAD schlicht so viel besser sein könnte. Das Setting mit seiner regelrechten Zombie-Apokalypse ist zeitlos und zumindest in Verbindung mit einer groß angelegten TV-Serie einzigartig; die Charaktere sind gut besetzt, die Darsteller geben ihr bestes, der Unterhaltungswert ist theoretisch enorm. Doch während schon die vorangegangenen Staffeln an vielen kleineren Unstimmigkeiten zu leiden hatten, summieren sie diese nun auf ein gänzlich neues Niveau. Anders, und frei heraus gesagt: THE WALKING DEAD wirkt vor allem in der sechsten Staffel nicht selten hirnlos. Das mag zwar irgendwie zum Thema passen, doch vermutlich wäre jeder beliebige Hobby-Autor auf bessere Ideen gekommen als die Verantwortlichen. Es scheint dabei fast ein Gesetz geworden zu sein, dass irgendetwas besonders negativ auffällt. Mal sind es die Ideen selbst, ein anders Mal die Inszenierung eben dieser. So gibt es auch dieses Mal wieder einige zwar überraschende (und wie immer auf eine gewisse Schock-Wirkung abzielende) Charakter-Tode – doch wie es dazu kommt, ist in vielen Fällen einfach nur hanebüchen und spottet einer jeden Beschreibung.

Carol
Carol hat dieses Mal nicht nur mit Morgan, sondern auch ihren eigenen Dämonen zu kämpfen…

Das gleiche gilt auch für einzelne Situationen, in denen sich die Charaktere befinden – man kann sich des öfteren einfach nur an den Kopf fassen und fragen, was genau bloß in den Köpfen der Macher vorgegangen ist. Infolge dessen hat die Serie auch stark in Bezug auf eine ehemalige Stärke zu knabbern: die der Glaubwürdigkeit. Sicher, allzu realistisch war die Serie noch nie; wobei es sich bei einem Begriff wie diesem immer um eine Auslegungssache handelt. Doch nun schlagen einige Anwandlungen der Charaktere dem Fass schlicht den Boden aus. Da hilft es leider auch nicht mehr viel, wenn die Zombie-Scharen weiterhin stimmig inszeniert werden (die Arbeit der Kostüm- und Maskenbildner beispielsweise ist nach wie vor exzellent) und man allerlei theoretisch spannende, bedrohliche Situationen vorstellt. Denn spätestens wenn man geneigt ist sich in die Charaktere hineinzuversetzen, ist es um die Atmosphäre geschehen.

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Die Schauplätze sind abwechslungsreich, die Vielfalt groß… und die Stimmung dennoch getrübt.

Fazit: Neben einigen alten, sicherlich noch immer aktuellen Fragen um den Sinn und Unsinn sowie die Zukunft von THE WALKING DEAD gesellen sich mit der sechsten Staffel noch ganz andere Probleme hinzu – vornehmlich solche, die aus dem augenscheinlich etwas frechen Gebaren der Macher hervorgehen. Man kann sich einstweilen kaum des Gefühls erwehren, als wäre es ihnen relativ egal was mit ihrem Franchise geschieht – solange die Zuschauer nur weiterhin einschalten. Das mag zwar auch auf nicht wenige andere TV-Serien zutreffen, doch in diesem Fall scheint es besonders offensichtlich. Die dafür zu Rate gezogenen Mittel sind entweder plump oder ärgerlich (Stichwort übertriebene Cliffhanger), oder beziehen sich auf eine ungewöhnliche Nachlässigkeit der Drehbuchautoren und Verantwortlichen am Set. Was und wie es genau erzählt wird scheint langsam aber sicher egal zu sein. Doch was müssen die Macher der Serie über ihre Zuschauer denken, wenn ihnen inhaltliche und erzählerische Qualitäten egal sind ? Fakt ist: es bleibt nicht mehr viel über. An den soliden handwerklichen Aspekten, d.h. vor allem den Zombies hat man sich schon lange satt gesehen, die gelegentlichen Splatter-Einlagen locken keinen mehr hinter dem Ofen hervor, die Probleme der einzelnen Charaktere wiederholen sich. Das Potential von THE WALKING DEAD scheint mit der sechsten Staffel jedenfalls endgültig brachzuliegen. Doch es wird weitergehen – vielleicht ja mit der ein oder anderen Überraschung (was zu hoffen wäre), doch vermutlich ohne Rücksicht auf qualitative Verluste. Schade…

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„Auf eine überdurchschnittliche fünfte Staffel folgt die bisher ärgerlichste – eine, die eher den Charme einer verkappten Comedy offenbart als eine ansprechende Survival-Atmosphäre zu erschaffen.“

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TV-Kritik / Serien-Review: THE WALKING DEAD (Staffel 5) + Zukunftsgedanken Zur Serie

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Originaltitel: The Walking Dead Season 5
Relation: Fortsetzung der vierten Staffel
Typ: TV-Serie
Umfang / Laufzeit: 16 Folgen (je ca. 45 Minuten)
Land: USA
Produktion: Circle of Confusion, Valhalla Motion Pictures
Idee: Frank Darabont, Robert Kirkman (Comic), Tony Moore (Comic)
Genre: Drama / Horror / Endzeit
Tags: The Walking Dead | Rick Grimes | Gefängnis | Zombies | Kampf

Staffel 5 | Episodenliste (Deutsche & Englische Titel)

1 – No Sanctuary | Keine Zuflucht
2 – Strangers | Gabriel
3 – Four Walls and a Roof | Vier Wände und ein Dach
4 – Slabtown | Slabtown
5 – Self Help | Selbsthilfe
6 – Consumed | Verschwunden
7 – Crossed | Zug um Zug
8 – Coda | Coda
9 – What Happened and What’s Going On | Der hohe Preis fürs Leben
10 – Them | Lebende Tote
11 – The Distance | Akrasia
12 – Remember | Erinnerung
13 – Forget | Vergessen
14 – Spend | Falsches Licht
15 – Try | Helfer
16 – Conquer | Herrsche

Wer sind die Lebenden, wer die Toten ?

Vorwort: Es bleibt spannend im WALKING DEAD-Universum – zumindest für alle jene, die der Serie nach wie vor die Treue halten. Gründe, dies auch weiterhin zu tun gibt es mindestens ebenso viele wie für Gegenteiliges – Gründe, die wie so oft zum streiten einladen. Dennoch gilt es speziell einen Aspekt zu bedenken – nämlich den, dass vielen irgendwann einmal die Lust am großen WALKING DEAD-Projekt vergehen könnte. Erst Recht, wenn die Serie im wahrsten Sinne des Wortes kein Ende nimmt und sie; respektive die dahinterstehende Idee noch expliziter als zuvor für das TV-Format ausgeschlachtet wird. Das hieße beispielsweise; dass es noch mehr Filler-Episoden und noch mehr Elemente die nicht in den Comics vorkommen geben könnte – und auch eine gewisse, damit einhergehende Form der Ideenlosigkeit sollte man grundsätzlich nicht verschweigen. Doch wie immer gilt es, erst einmal gemächlich abzuwarten. Vielleicht wäre es aber tatsächlich ein gelungener Kniff, die Serie relativ bald enden zu lassen. Ähnlich wie im Falle von FALLING SKIES – auf dass man die potentiell noch vorhandenen guten Ideen schnell ausspielen kann und alles auf ein furioses Finale hinauslaufen lässt. Momentan sieht es aber noch nicht danach aus – mit der abgeschlossenen fünften Staffel gibt es bereits 80 Episoden der Zombie-Hatz. 80 Episoden, die mitunter starken qualitativen Schwankungen ausgesetzt sind – in erster Linie inhaltlichen, denn handwerklich und rein inszenatorisch bleibt das bereits mit der ersten Staffel etablierte Niveau weiterhin konstant.

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Inhalt: Nachdem die Gruppe der Überlebenden um den ehemaligen Sheriff Rick Grimes an einen vielversprechenden, potentiell sicheren Ort namens Terminus gelangt ist; zerplatzen ihre Träume wie Seifenblasen. So müssen Rick und seine Gefolgsleute feststellen; dass es sich einige selbst in dieser schwierigen Zeit zur Aufgabe gemacht haben die Schwäche von anderen auszunutzen – und dabei nicht nur das einst gültige Gesetz, sondern auch mit den bisherigen Werte- und Moralvorstellungen zu brechen. Und so lassen sie einen weiteren Ort hinter sich, der ihnen Sicherheit versprochen hatte – die Suche nach einer Zuflucht wird fortgesetzt. Auch dieses Mal begegnet die Gruppe dabei immer wieder anderen Überlebenden, die sich mehr oder weniger gut mit der regelrechten Apokalypse arrangiert haben. Doch welcher Ort bringt ihnen tatsächlich die lang ersehnte Erlösung in Form einer beständigen Sicherheit ? Liegt die Lösung weiterhin in der langwierigen und hürdenreichen Reise nach Washington D.C. begründet ? Oder könnte ein altes Krankenhaus Sicherheit bieten – immerhin wird es von einer größeren Truppe von Polizisten kontrolliert ? Ist eine mit großen Mauern geschützte Kleinstadt, deren Bewohner ein offenbar recht friedliches Leben führen tatsächlich eine Option – oder sollte die Truppe weiterhin durch die menschenleeren, aber von Zombies gepflasterten Straßen ziehen ?

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„Die Grenze zwischen den Lebenden und den Toten verschwimmt immer mehr“ (Quelle foxchannel.de)

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Kritik: Es ist schon so eine Sache mit THE WALKING DEAD. Sicher bietet das Franchise theoretisch unendliche Möglichkeiten – die Frage ist nur, in wie weit sich das Ganze auch in einem erträglichen Maße nutzen lässt. Schließlich würde sich niemand eine Serie wünschen die entweder auf eine unbestimmt lange Laufzeit ausgelegt ist, sich immer wieder wiederholt – oder schlicht eines Tages abgesetzt wird. Ein rundes Ende könnte der Serie also durchaus gut tun. Eben so, wie es schon beim kürzlich abgeschlossenen SPARTACUS-Franchise der Fall gewesen ist oder demnächst auch bei FALLING SKIES eintreten wird. In Bezug auf THE WALKING DEAD würde dies zwar längst nicht mehr dazu führen, dass die Serie als eine der herausragendsten, vor Schwächen komplett gefeiten zu bezeichnen wäre (im Gesamten versteht sich) – aber immerhin würde man noch schlimmeres verhindern. Es gilt folgender Denkanstoß: welche derjenigen Zuschauer, die die Serie aktuell nicht sehen können oder wollen; würden später noch einmal auf sie zurückkommen wenn sie nicht 50, nicht 100; sondern vielleicht 500 Episoden umfassen würde ?

Natürlich ist das alles noch Zukunftsmusik und so lange nicht entschieden, bis die Showrunner ein offizielles Ende verkünden. Momentan, und mit der kompletten fünften Staffel; scheint man indes wieder vermehrt in die richtige Richtung zu gehen. Das bedeutet zwar nicht, dass das Rad neu erfunden wird; geschweige denn die einstige zum Schneiden dichte Atmosphäre der ersten und eventuell noch zweiten Staffel erneut aufgegriffen wird – dennoch weiß es zu gefallen, dass sich die Macher wieder vermehrt an den Ursprüngen orientiert haben. Hauptsächlich ist das darauf zurückzuführen, dass die Gruppe um Rick Grimes wieder öfter in Bewegung ist, die Umgebung erkundet, zwischen verschiedenen Reisezielen abwägt – und auch, dass eher grundlegende Elemente wie in Bezug auf die Nahrungssuche wieder vermehrt in den Fokus gerückt werden. Auch hier sind natürlich nach wie vor Abstriche zu machen, beispielsweise wenn es darum geht die Nahrungsbeschaffung für den Säugling der Gruppe glaubhaft darzustellen, oder aber bei der Handhabung der Versorgung bei längeren Wegstrecken. Trotzdem fühlt es sich einfach besser und sinniger an, die Gruppe auf einem im wahrsten Sinne des Wortes bewegten Trip zu begleiten – anstatt sie in einer Situation zu beobachten, von der man ohnehin weiß dass sie nur temporärer Natur wären (siehe Woodbury, Das Gefängnis).

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Gerade diesbezüglich sorgt die fünfte Staffel auch wieder für einen frischen Wind. Die Gruppe der Überlebenden entdeckt nun häufiger potentielle Zufluchtsorte, kehrt ihnen aber mindestens ebenso schnell wieder den Rücken – aus unterschiedlichen Gründen. Wobei, ganz so sehr unterscheiden sie sich vielleicht doch nicht; womit auch der Bogen zu einem aktuellen Werbetext vom Fox-Channel geschlagen wird: die Grenzen zwischen den Lebenden und Toten drohen immer mehr zu verschwimmen. Das heißt, dass die wenigen Überlebenden oftmals eine größere Gefahr für sich und ihre Mitmenschen sind – größer als die eigentliche Bedrohung durch die Untoten. Aber so erfrischend die neue Stimmung auch ist, so spannend die immer häufigeren Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Überlebenden anmuten – hat THE WALKING DEAD in Bezug auf die fünfte Staffel mit anderen Schwächen zu kämpfen. Diese waren mitunter auch schon Teil der vorherigen Staffeln, doch erreichen sie nun einen neuen Höhepunkt. Die Rede ist von einzelnen, kleinen Fehlentscheidungen; die zwar keine allzu große Auswirkung auf die Gesamt-Atmosphäre haben, alleinstehend betrachtet aber umso ärgerlicher sind. Dabei geht es ausnahmsweise einmal nicht um etwaige Charakter-Fragen oder dargestellte Verhaltensweisen, die dem Zuschauer aus verschiedenen Gründen merkwürdig vorkommen könnten (und sei es, dass er denkt er würde sich in dieser oder jener Situation anders verhalten) – sondern um einzelne Ereignisse.

Das können mal eher nebensächliche sein, oder aber solche die den weiteren Handlungsablauf markant beeinflussen – doch haben sie alle eines gemeinsam. Sie wirken schlicht unglaubwürdig, oder besser gesagt im Sinne der Kontinuität des Drehbuchs konstruiert. Beispiele dafür finden sich dann sogar zuhauf. Bereits in der ersten Folge der fünften Staffel sieht man, wie Carol dafür sorgt dass die Umzäunung von Terminus auf eine eher abstruse Art und Weise zerstört wird – zu jenem hier durchaus angebrachte Kopfschütteln wird auch im weiteren Verlauf der späteren Episoden des öfteren animiert. Sei es, dass sich ein von einer Brücke stürzendes Fahrzeug (nachweislich) falsch bewegt respektive fällt, sei es dass die Gruppe einen völlig unnötigen Unfall hat während sie in einem Bus unterwegs ist, sei es dass die Gruppe trotz bester Vorbereitungen in einem Lagerhaus eingekesselt wird und dabei manche ihr Leben lassen müssen – während zwei andere fast zeitgleich in einem Wagen sitzen, der von Zombies umzingelt ist und es dennoch schaffen, dieser Misere zu entkommen. Sicher soll hier das kleine Fünkchen Glück (oder eben auch Pech) eine Rolle spielen – doch sieht es danach nicht aus, sondern vielmehr nach einer reinen Willkür seitens der Drehbuchautoren. Das gleiche gilt selbstverständlich für die immer wieder ablebenden (Haupt-)Charaktere, ein Umstand der auch schon die zugrunde liegenden Comics beschrieb – doch wenn einer der erfahrensten Mitglieder der Gruppe in einem noch nicht vollständig gesicherten Haus von einem sich anschleichenden Zombie (Achtung, das ist ein Widerspruch in sich) attackiert und infiziert wird; dann ist das durchaus ärgerlich. Und vor allem unglaubwürdig – es sei denn, der betroffene Charakter hätte eine Hörschwäche gehabt.

Das mag etwas platt klingen, und ist auch nicht wirklich ein ausschlaggebendes Element der Kritik – und doch sei es erwähnt. Schlicht, um auf eine mögliche; man nenne es Ungeschicklichkeit der Verantwortlichen hinzuweisen, die eigentlich darauf bedacht sein müssten eine jede einzelne Szene so glaubwürdig und nachvollziehbar wie möglich zu gestalten. Glücklicherweise gelingt ihnen das in Bezug auf die Anwandlungen der verschiedenen Charaktere schon wesentlich besser – vor allem in jenen finalen Momenten der Staffel, die zu den spannendsten seit der ersten gehören. Was hier in Alexandria geschieht und sich anbahnt, wird dann doch überraschend stilsicher inszeniert – denn hier spürt man es wieder; jenes Engagement und Fingerspitzengefühl der Macher, die offenbar und ausgerechnet besonders für all jene Szenen ein Gespür haben, in denen keine Untoten vorkommen. Was nur gut und richtig ist, und die Serie so gesehen vor einem weiteren qualitativen Abfall rettet. Denn an den immer wieder auftauchenden Zombie-Horden (oder eher: den kleineren Grüppchen) hat man sich trotz der nach wie vor gelungen Arbeit der Maskenbildner nunmehr satt gesehen, selbst die hie und da noch anberaumten, expliziteren Splatter-Szenen schocken längst nicht mehr. Was es diesbezüglich dringend bräuchte, um es in THE WALKING DEAD auch Zombie-technisch wieder ordentlich knistern zu lassen wäre entweder eine bedeutend größere Zombie-Horde, die rund um Alexandria ihr Unwesen treibt – oder gar eine Art Evolution der Untoten, die dann markantere Mutationen aufweisen, andere Verhaltensweisen an den Tag legen et cetera. Doch wahrscheinlicher ist, dass hier alles beim alten bleibt – sodass der Fokus klar auf die überlebenden Menschen gerichtet werden wird um überhaupt noch jemanden hinter dem Ofen hervorzulocken. Dann eben nicht mit einer reißerischen Zombie-Action – sondern aus einer eher soziologisch-analytischen Sicht heraus.

Fazit: Die große Frage, um die sich die Zukunft von THE WALKING DEAD drehen wird; ist die nach der maximal herauszuholenden, oder auch maximal erträglichen Länge des Franchise. Entweder, das Ganze wird eine Art Endlos-Serie mit sich ständig wiederholenden Elementen, bei denen die Untoten nur noch eine absolut untergeordnete Rolle spielen – oder aber man entscheidet sich doch noch für ein rundes (nicht unbedingt sofortiges, aber doch baldiges) Ende. Eines, dass sich noch einmal explizit mit der Zombie-Apokalypse selbst befasst – ganz unabhängig davon, ob es nun offen, hoffnungsvolles oder emotional niederschmetternd ausfällt. Die fünfte Staffel jedenfalls lässt auf gutes hoffen und ist im direkten Vergleich mit der dritten und vierten (die besser zu einer hätten zusammengefasst werden müssen) ein geradezu im Flug vergehender Genuss.

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„Mit THE WALKING DEAD geht es wieder bergauf. Es stellen sich nur zwei Fragen. Wie lange noch, und: reicht  das aus, um die bisherige Flaute auszugleichen ?“

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TV-Kritik / Serien-Review: THE WALKING DEAD (Staffel 4)

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Originaltitel: The Walking Dead Season 4
Relation: Fortsetzung der dritten Staffel
Typ: TV-Serie
Umfang / Laufzeit: 16 Folgen (je ca. 45 Minuten)
Land: USA
Produktion: Circle of Confusion, Valhalla Motion Pictures
Idee: Frank Darabont, Robert Kirkman (Comic), Tony Moore (Comic)
Genre: Drama / Horror / Endzeit
Tags: The Walking Dead | Rick Grimes | Gefängnis | Zombies | Kampf

Staffel 4 | Episodenliste (Deutsche & Englische Titel)

Episode 1 | Kein Tag ohne Unglück (30 Days Without An Accident)
Episode 2 | Tod, überall Tod (Infected)
Episode 3 | Quarantäne (Isolation)
Episode 4 | Im Zweifel (Indifference)
Episode 5 | Die Krankheit zum Tode (Internment)
Episode 6 | Lebendköder (Live Bait)
Episode 7 | Handicap (Dead Weight)
Episode 8 | Kein Zurück (Too Far Gone)
Episode 9 | Für Dich (After)
Episode 10 | Neben dem Gleis (Inmates)
Episode 11 | Besetzt (Claimed)
Episode 12 | Alkohol (Still)
Episode 13 | Allein (Alone)
Episode 14 | Schonung (The Grove)
Episode 15 | Vereint (Us)
Episode 16 | Terminus (A)

Die vierte Staffel der seit 2010 auch in Serienform verfügbaren Zombie-Hatz.

Vorwort: Nach dem wahrlich wenig ruhmreichen Ende der dritten Staffel des populären Zombie-Franchise (hier nachzulesen) geht es nun also weiter. Die nunmehr vierte Staffel der Comicbuch-Umsetzung THE WALKING DEAD umfasst wie auch schon die vorherige 16 Episoden, die – inklusive der obligatorischen Halbzeit-Pause – vom 18. Oktober 2013 bis zum 31. März 2014 im deutschen Pay-TV ausgestrahlt wurden. Weitere Wiederholungen werden vermutlich folgen, wie auch eine spätere Veröffentlichung auf DVD und Blu-Ray sowie die Ausstrahlung im Free-TV. Wer die bisherigen 3 Staffeln bereits komplett gesehen hat wird – sofern noch nicht geschehen – auch dieses Mal wieder einschalten; keine Frage. Doch ob sich die Macher dieses Mal wieder näher an der Vorlage orientierten oder der Serie zumindest einen neuen Aufschwung verpassen konnten; kurzum: ob es sich wirklich lohnt – das soll im Folgenden ergründet werden.

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Inhalt: Die Gruppe der Überlebenden um Sheriff Rick Grimes (Andrew Lincoln) hält sich noch immer innerhalb der vorerst sicheren Mauern des Gefängnisses auf. Nach dem Konflikt mit der vom Governor (David Morrissey) geführten Gemeinde Woodbury jedoch haben sich zahlreiche Neuankömmlinge eingefunden – die sich mehr oder weniger gut in die Gemeinschaft integrieren. Der Governor selbst bleibt dagegen verschwunden, wobei niemand daran glaubt dass er eines Tages nicht doch zurückkehren und auf Rache sinnen würde. Bis es soweit ist, haben die Menschen im Gefängnis allerdings mit ganz anderen, sich aus dem Alltag ergebenden Problemen zu kämpfen. Durch die gestiegene Anzahl der untergebrachten Personen steigen sowohl der Nahrungs- als auch Trinkwasserbedarf, Krankheiten drohen auszubrechen und sich durch die räumliche Nähe schnell zu übertragen. Auch die Beisser, die sich nach wie vor an die Zäune des Gefängnisses pressen; bereiten Rick und seinen Freunden Sorgen – doch versucht man größtenteils, unnötigen Konflikten aus dem Weg zu gehen. Man beginnt damit, auch die jüngsten Mitglieder der Gemeinschaft im Überlebenskampf zu schulen, und das Gefängnis als sicheres Refugium weiter auszubauen.

„Vor der neuen Staffel, bei der erstmals Scott Gimple als Showrunner fungiert, stellen sich Fragen wie: Wie geht es nach dem Tod einiger Schlüsselfiguren am Ende der dritten Staffel in der Gruppe weiter? Wie entwickelt sich der Konflikt zwischen der Gruppe um Rick (Andrew Lincoln) und der Gruppe des Governors (David Morrissey)?“ (Quelle foxchannel.de)

Kritik: Wenn man bereits alle bisherigen Staffeln von THE WALKING DEAD verfolgt hat, war in Bezug auf die vierte zumindest eines klar abzusehen – dass sie einen eher schwierigen, oder zumindest behäbigen Start haben würde. Warum, liegt auf der Hand. Denn auch wenn man sich noch nie mit einer notorischen Strenge an die Comic-Vorlagen gehalten hat, hat sich die groß angelegte – aber nicht durchgängig spannende – Gefängnis-Arc doch merklich in die Länge gezogen. Und das mehr als es ihr zuträglich gewesen wäre, selbst wenn man dabei nur die inhaltlich fragwürdige dritte Staffel betrachtet. Jener Fakt führt sogleich zum ersten unübersehbaren Problem der vierten Staffel – die letztendlich genau da weitermacht, wo die dritte eigentlich hätte enden sollen.

Das heißt, dass dem Zuschauer – zumindest in der ersten Staffelhälfte – weitere der dramaturgisch nur schwerlich zündenden Geschichten aus dem Gefängnis nahegebracht werden. Vielleicht wäre das noch gar nicht so schlimm, gäben sie tatsächlich ausreichend Erzählstoff her – um zumindest auf der inhaltlich-emotionalen Ebene zu fesseln. Doch wo die dritte Staffel bereits merklich kränkelte, scheint die vierte diesbezüglich schon längst über dem Verfallsdatum zu sein. Jenes Wortspiel beschreibt schließlich recht genau, was genau sich in Sachen Handlung und Charakterentwicklung während der ersten 8 Episoden abspielt. Neue Charaktere kommen hinzu, nur um wenig später aus verschiedenen Gründen dahingerafft zu werden; der Fokus rückt erneut weg von der Zombie-Apokalypse hin zu ganz alltäglichen Problematiken der Überlebenden.

So groß die Faszination für das Franchise auch sein mag, so hoffnungsvoll man der Entwicklung der Serie auch entgegensieht – was dem Zuschauer hier präsentiert wird, bewegt sich fernab einer intelligenten, geschweige denn inspirierenden Serienkunst. Bis auf einige ganz grundsätzliche Situationen, die entsprechend der Szenerie ein klaustrophobisches Gefühl auslösen; bleiben so gut wie alle Emotionen auf der Strecke – ein Stillstand, mit dem sowohl die Zuschauer als auch die Charaktere überfordert zu sein scheinen. Wie sonst ließen sich die große übertragene Langeweile auf der einen, und die immer fragwürdiger erscheinenden Handlungen der Charaktere auf der anderen Seite erklären ?

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Dabei scheinen sich insbesondere die Drehbuchautoren immer mehr zu verhaspeln, respektive keinen großen Wert mehr auf eine stimmige Fortführung des Franchise zu legen. Vieles von dem, was zu Beginn der vierten Staffel passiert; wirkt entweder an den Haaren herbeigezogen, wird unglaubwürdig inszeniert oder ergibt – außer in Bezug auf die erzwungene Kontinuität der Geschichte – schlicht keinen Sinn. Dies bezieht sich allerdings nicht nur auf die großen, einschneidenden Ereignisse der Serie (von denen es ohnehin nur wenige gibt) – sondern vor allem auch auf den charakterbildenden Mikrokosmos. Wahrlich, wer auch immer einige der in Staffel 4 präsentierten Dialoge geschrieben hat, wäre überall gut aufgehoben – nur nicht in der Produktion einer Zombie-Endzeitserie. Selten hat man eine derart leblose, stupide und unglaubwürdige Form der Kommunikation erlebt – hier von einem gewollten Stilmittel (im Sinne einer Ausnahme-Situation) auszugehen, wäre mehr als lächerlich. Hinzu kommt eine alles umfassende Ideenarmut, die sich in vielerlei Hinsicht bemerkbar macht. Es sind die wenig abwechslungsreichen Schauplätze, die fehlenden Interaktionen mit der Umwelt, der schnöde Zombie-Alltag – der einem das Gefühl gibt, dass es gut ist kein Teil dieses fiktionalen Szenarios zu sein. Nicht aufgrund der vermeintlichen (Lebens-)Gefahr, sondern vielmehr in Bezug auf den unerträglichen Stillstand aller beteiligten Charaktere.

Somit kann man die erste Staffel-Hälfte, die tatsächlich relativ eindeutig mit der Halbzeitpause endet; grundsätzlich komplett ausblenden. Umso interessanter wird es dann, nachdem das hoffnungsvoll erwartete, finale Aufeinandertreffen von Rick und dem Governor abgehandelt ist – und die zweite Staffelhälfte beginnt. Dann ist er kurzzeitig wieder da – jener Hauch von Abenteuer, der vor allem auch die erste Staffel auszeichnete. Die Protagonisten befinden sich nicht mehr in einem räumlich begrenzten Areal, sondern erkunden gezwungenermaßen die Umgebung – und greifen dabei auch mal auf rohe Gewalt zurück, um ein weiteres Vorankommen zu ermöglichen. Analog zur räumlichen Befreiung erfolgt dann auch ein unerwarteter Befreiungsschlag für die festgefahrenen Charakterporträts – was durch die Ambition, einzelne Episoden nur bestimmten Charakteren oder Charakter-Gruppen zu widmen, unterstützt wird. Endlich ist man wieder näher an den Charakteren und ihren Sorgen, endlich entstehen brauchbare Identifikationsfiguren – und zumindest teilweise interessante bis spannende Ausgangssituationen, die sich einmal mehr mit dem eigentlichen Kern der Reihe – dass heißt, nicht dem Abschotten von der Außenwelt; sondern dem Überlebenskampf in der Außenwelt – befassen.

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Doch gehen die Macher auch diesen Weg nicht konsequent. Besonders einzelne Charaktere kommen, selbst wenn sie als eigentliche Hauptfiguren fungieren, verdächtig kurz. Potentielle Highlights, wie etwa der Charakter von Carl Grimes; befinden sich weiterhin in einer gefühlten Stase. Nicht nur, dass jener Charakter nach dem anfänglichen Aufbegehren (Carl widersetzt sich seinem Vater, erschießt einen unbewaffneten) immer mehr an Bedeutung verliert; es sind ausgerechnet wieder die dazugehörigen, äußerst kruden Dialoge die den geneigten Zuschauer an der Kompetenz der Verantwortlichen zweifeln lassen werden. Wie, ja wie kann man ein offensichtliches darstellerisches Talent nur derart missachten ? Dass man diesbezüglich noch die Kurve kriegt, ist eher nicht zu befürchten – allerhöchstes wird Carl als älterer Teenager / Erwachsener eine übergeordnete Rolle spielen. Schön und gut – doch hätte man sich im gegebenen Fall schon viel eher mit seinem Charakter befassen müssen. Die Möglichkeiten, die sich aus dem interessanten jugendlichen Alter – irgendwo angesiedelt zwischen einer kindlichen Unschuld und dem Werdegang eines selbstbestimmten jungen Mannes – ergeben hätten, wurden in jedem Fall verschenkt. Die mitunter einzige Ausnahme markiert eine der stärkeren Folgen der zweiten Staffelhälfte, in der Carl nicht nur Opfer eines beinahe durchgeführten Gewaltverbrechens wird – sondern auch Rick als Vater- und Beschützerfigur nachvollziehbar agiert; womit der Bruch zu seinem ehemalig-auferlegten Farmer-Dasein im Gefängnis vollzogen wird. Von solchen einfachen aber wirksamen Momenten hätte es mehr gebraucht – solchen, die eine gewisse emotionale Kraft haben und die auch nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Doch im Hinblick auf die verbleibenden Charaktere sieht es diesbezüglich nicht wirklich gut aus, zumal der Erzählfokus ein reichlich diffuser ist. Den markanten Hauptcharakter, die markante Leitfigur gibt es nicht mehr – was verständlicherweise auch die daraus resultierende Gruppendynamik zerstört. So liegt der Fokus mal auf jener Figur, mal auf jener kleinen Splittergruppe – sicher noch kein allzu prägnanten Negativ-Argument, würde man dieser Erzählweise auch konsequent folgen und sich die daraus ergebenen Vorteile zunutze machen. Doch dann das: geradezu urplötzlich stehen dann doch wieder Person X oder Y im absoluten Vordergrund, sodass andere gleich über mehrere Episoden gar nicht mehr auf der Bildfläche erscheinen. Das ist merkwürdig, und zeigt nicht gerade von einem großen Masterplan hinter der Produktion – den man aber eigentlich haben sollte, liegen die entsprechenden Comic-Vorlagen schon lange vor. Durch eine Herangehensweise wie diese aber verpuffen selbst emotional hochkarätige Abschnitte, wie etwa die in Episode 14 behandelte Geschichte von Carol, Lizzie, Mika, Judith und Tyreese. Was man als durchaus intensives, verstörendes Kammerspiel hätte inszenieren können, zeugt in der finalen Ausführung nicht gerade von Geschick und Fingerspitzengefühl. Überhaupt schien es den Machern nicht allzu wichtig gewesen zu sein wie und warum es zu etwaigen Ausschreitungen kommen konnte – sondern nur, wie das letztendliche Ergebnis aussehen würde.

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Am ehesten scheint es, als wollte man innerhalb des WALKING DEAD-TV-Kosmos vieles ausprobieren – und sich zumindest teilweise auch auf die Wünsche der Fans einstellen. So interessant dieses Konzept anmutet, es lässt eines vermissen: einen künstlerischen Anspruch. THE WALKING DEAD wird immer mehr zu einer Serie der Beliebigkeiten und Experimente; die von einer entsprechend bunten Riege von Regisseuren und Drehbuchautoren verwirklicht werden. Handelt es sich überhaupt noch um eine Zombie- oder Endzeitserie, oder vielleicht schon eine merkwürdige Abart einer Seifenoper ? Einer solchen, die allem Anschein nach eine ist – dies aber einfach nicht wahrhaben will und gerade deshalb immer wieder völlig unvermittelt recht brutale Splatter-Szenen einstreut ? Selbst diese können nicht darüber hinwegtäuschen, dass das; was dort zu großen Teilen auf der Leinwand geschieht, absolut belanglos ist oder zumindest so wirkt. Auch sind sie überaus rar gesät und kaum noch nervlich aufrüttelnd – selbst etwaige Zombie-Klassiker aus den 80er Jahren gingen hier mutiger, vor allem aber auch stilvoller ans Werk.

In Bezug auf die hervorstechenden positiven Aspekte der vierten Staffel gelangt man – wie schon bei der dritten – relativ schnell zum THE WALKING DEAD-Standardrepertoire. Vor allem die Arbeit der Maskenbildner weiß nach wie vor zu überzeugen, doch auch die Kostüme werden stets stimmig in Szene gesetzt. Kleinere, authentisch wirkende Elemente (wie Schmutz, Blutflecken oder schlicht reichlich Schweiss) sowie die Kameraführung führen oft zu stimmigen Gesamtkompositionen – vornehmlich in optischer Hinsicht, inhaltlich findet man nur selten das passende Pendant. Allerdings hat sich dann doch noch ein fragwürdiges Element in den technisch-dramaturgischen Part eingeschlichen. Ein Element, welches weitaus schwerer wiegt als die optische Gleichförmigkeit oder die wenig aufwendigen Szenenaufbauten. In der Tat ist die Rede vom Soundtrack, der im großen und Ganzen weiterhin einige wenig aufdringliche, dezente Klangkulissen vorsieht – doch zusätzlich zu den bekannten Klängen nun auch eine Reihe von Popmusik-Stücken eintreut. Das ist aus mehreren Gründen unerträglich, vor allem aber da dem Zuschauer so eine der letzten Aufgaben abgenommen wird – sich emotional in so manch vorherrschende Situation einzufinden. Sobald ein lautstarke Popnummer, am besten noch mit leidig vorgetragenem Gesangspart ertönt, ist dies kaum noch möglich. Entweder man wird in eine entsprechende Richtung gedrängt – oder man sperrt sich völlig gegen jenes künstliche Element – beides geht nicht gut aus. Dass sich manche Arten von TV-Serien, oder vielleicht sogar ganze Genres beißen sich mit derlei künstlerischen Ideen – das zeigte nicht erst die bessere Weltraum-Soap-Opera STARGATE UNIVERSE.

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Fazit: Eigentlich gibt es nur drei Gründe, sich auch die nunmehr vierte Staffel von THE WALKING DEAD anzusehen. Für Fans der ersten Stunde wäre hier schlicht das nur natürliche Verlangen zu nennen, die Serie bis zu einem möglichen Finale hin weiter zu verfolgen – ganz unabhängig davon, welche inhaltlichen oder qualitativen Offenbarung das Franchise noch bereithalten würde. Für alle anderen, vielleicht nicht ganz so eingespannten Interessenten sind es der Gründe immerhin noch zwei. Zum einen wäre da das halbwegs furiose Halbzeit-Finale, welches man im besten Fall bereits an das Ende der dritten Staffel gepackt hätte; und zum anderen vereinzelte, aber wirklich nachhaltige Charakter-Momente aus der zweiten Staffelhälfte. Davon abgesehen gibt es auch dieses Mal verdammt wenig zu holen – während die grundsätzlich, spätestens mit der dritten Staffel etablierten Schwächen weiter exponentiell zunehmen. Im großen beziehen sich diese vor allem auf das eigentliche Voranschreiten der Handlung – welches so gut wie überhaupt nicht stattfindet. Im kleinen dagegen, das heißt den zwischenmenschlichen Interaktionen, dem Einführen neuer oder dem Ableben alter Charaktere und den zahlreichen Dialogen gelingt den Machern ebenfalls kein großer Wurf. Zahlreiche Elemente wiederholen sich ständig (Beispiel: Charaktere verschwinden, auf dass sie gesucht und gefunden werden müssen), die wenigen verbleibenden Überlebenden scheinen sich mehr und mehr mit den tumben Zombie-Horden gleichzuschalten – was beim Zuschauer desöfteren dazu führt, dass er die Hände über dem Kopf zusammenschlägt. THE WALKING DEAD hat sich – bis auf die Ausnahme der hie und da stattfindenden Kämpfe – endgültig vom Survial- und Abenteuergenre distanziert, und sucht sein Heil nun im großen (Charakter-)Drama. Ein Drama mit Charakteren, die zu bemerkenswerten Teilen unsympathisch inszeniert werden, die kaum nennenswerte Gedankengänge z haben scheinen und sich auch sonst wenig zu sagen haben. Wahrlich, unerträglicher als in dieser Form lässt sich eine Geschichte nicht strecken – doch da sich die Serie weiterhin gut an den Mann bringen lässt, wird man wohl auch in den noch kommenden Staffeln nichts überhasten und den Zuschauer möglichst lange hinhalten. Doch wie heisst es so schön: man sollte die Hoffnung niemals aufgeben. Sollte die fünfte Staffel überraschenderweise doch alles anders (und vor allem besser) machen, so fungiert diese Rezension zumindest als Mahnmal und als Vergleichsmöglichkeit.

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„Wahrscheinlich wäre es interessanter, 16 Episoden lang das Leben eines Beissers zu porträtieren. Mit dem richtigen Drehbuchautor, versteht sich.“

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Kurz Reingeschaut: THE WALKING DEAD Staffel 4 (TV-Serie, 2013)

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Der Niedergang einer großartigen Zombie-Serie ?

Sie ist derzeit in aller Munde – die vierte Staffel von THE WALKING DEAD, der erfolgreichen Zombie-TV-Serie aus den USA. Auch dieses Mal scheinen wieder Millionen von Zuschauern einzuschalten, wenn es darum geht wie Rick und seine Gefolgschaft die Zombie-Apokalyspe überleben. Wie schon die dritte Staffel (Review hier) wird auch die vierte großzügige 16 Episoden umfassen, eine weitere Verlängerung um eine fünfte Staffel ist bereits bestellt. Eigentlich sollte das ein Grund zur Freude sein, zeigte besonders die erste Staffel auf, wie gut und vor allem spannend man grundsätzlich altbekannte Geschichten um Zombie-Invasionen und den damit verbundenen Überlebenskampf einiger Auserwählter auch heute noch erzählen kann. Doch gibt es ein Problem, welches aller Wahrscheinlichkeit nach auch mit eben jener schieren Episodenzahl zu tun hat: THE WALKING DEAD büßt immer mehr von der Anfangs etablierten Faszination ein.

Dass das Konzept der Serie etwas anders aussehen würde als bei manch anderen, wurde indes bereits mit der zweiten Staffel klar. Hier entdeckte die Gruppe um Rick einen abgelegenen Hof, welcher von einem alten Mann und seiner Familie bewohnt wurde. Die nahmen die verzweifelt umherziehenden kurzerhand auf – und gewährten ihnen einen vorerst sicheren Unterschlupf, wenn sie sich nur entsprechend an der allgemein anfallenden Arbeit beteiligen würden. Die Folge: ein Großteil der zweiten Staffel spielte sich allein auf besagtem Hof ab, was für manchen Fan der vergleichsweise bewegteren (im wahrsten Sinne des Wortes) ersten Staffel bereits eine kleine Herausforderung darstellte. Doch THE WALKING DEAD besann sich kurzerhand auf andere Stärken, und erzählte die Zombie-Apokalypse aus einer anderen, inszenatorisch eher ruhigen Sicht – während es im  inneren der Charaktere weiterhin brodelte. Anders gesagt: der allgemeine Fokus bewegte sich langsam weg von den allgemeinen Folgen der apokalyptischen Ereignisse, und beschränkte sich auf eine vergleichsweise kleine Anzahl von Personen. Doch auch das funktionierte hier überraschend gut, schließlich erhielt man als Zuschauer erstmals explizite Einblicke in die Seelenwelten der Charaktere, und konnte miterleben wie sich zwei Gruppen in Zeiten des vermeintlichen Friedens organisieren und miteinander interagieren. Bereits hier war jedoch Vorsicht geboten: die Serie drohte, etwaige Inhalte allzu sehr zu strecken und immer weniger frische Ideen zu liefern.

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Der Zaun… eines der vielen ’spannenden‘ Probleme in der vierten Staffel von THE WALKING DEAD. Seriously ?

Eben jene Befürchtungen wurden dann spätestens mit der umfangreichen dritten Staffel wahr, die kaum noch etwas von einstigen Flair der Serie erhalten konnte; und sich stattdessen andauernd wiederholte. Die Zombie-Bedrohung wurde zum Alltag – so festgefahren die Charaktere waren, so festgefahren schien die Entwicklung der Zombie-Problematik im allgemeinen. Allein die Tatsache, dass sich die eigentlichen Protagonisten über die gesamte dritte Staffel in einem Gefängnis aufhalten würden, konnte man nicht gerade als spannungsförderndes Element betrachten. Dieses, und noch viele andere (ausführlich begründete) Unannehmlichkeiten der dritten Staffel führten im Review dazu, dass sie nur noch eine Wertung von 40 Prozentpunkten erreichen konnte – eine echte Enttäuschung nach den doch überraschend guten 85 Punkten für die erste und zweite Staffel.

Und dann das: auch die vierte Staffel scheint (nach 6 bisher gesichteten Episoden) kaum Veränderungen vorzusehen. Im Gegenteil, man scheint sich geradezu in den Schwächen der dritten Staffel verstrickt zu haben, und sie immer weiter auszuführen. Man kommt einfach nicht voran – das Erzähltempo wird immer behäbiger, wirklich einschlägige Ereignisse bleiben aus. Stattdessen nimmt die Anzahl der sogenannten Lückenfüller-Episoden zu; und etwaige neue Ideen wirken enorm gezwungen. Als ein Beispiel sei hier die Epidemie zu Beginn der vierten Staffel genannt – die einerseits dazu führt, dass man die immer gleichen Gefängnismauern abermals nur von innen zu sehen bekommt; andererseits und kurioserweise nur jene dahinrafft, die gerade erst am Ende der dritten Staffel (als ‚Überlebende aus Woodbury) eingeführt wurden. Das ist geradezu peinlich, und sollte dem nunmehr eingespielten Team der Mitwirkenden (Stichwort Drehbuchautoren) an THE WALKING DEAD eigentlich nicht passieren. Alles, was noch darüber hinaus passiert (seltene Erkundungstouren oder Besorgungen) ist ebenfalls nicht unter der Kategorie erzählerisch oder inszenatorisch einfallsreich einzuordnen.

Irgendetwas muss geschehen – ansonsten droht THE WALKING DEAD ein (qualitativer) Fall ins absolut bodenlose. Eine kleine Kuriosität, da man dies in Anbetracht der guten ersten Staffel alles andere als absehen konnte. Warten wir die restlichen Folgen der vierten Staffel ab – doch wenn es so weitergeht wie bisher, dann sollte selbst die bereits klägliche Wertung für die dritte Staffel noch unterboten werden können. Leider…

„Der Hype war anfangs berechtigt – nun ist er nur noch peinlich.“