TV-Kritik / Serien-Review: THE WALKING DEAD (Staffel 9)

Originaltitel: The Walking Dead Season 9
Relation: Fortsetzung der achten Staffel
Typ: TV-Serie
Umfang / Laufzeit: 16 Folgen (je ca. 45 Minuten)
Land: USA
Produktion: Circle of Confusion, Valhalla Motion Pictures
Idee: Frank Darabont, Robert Kirkman (Comic), Tony Moore (Comic)
Genre: Drama / Horror / Endzeit
Tags: The Walking Dead | Rick Grimes | Zombies | Überleben

Staffel 9 | Episodenliste (Deutsche & Englische Titel)

9×01 – A New Beginning | Ein neuer Anfang
9×02 – The Bridge | Die Brücke
9×03 – Warning Signs | Keine Ausnahmen
9×04 – The Obliged | Hungerstreik
9×05 – What Comes After | Wach auf
9×06 – Who Are You Now? | Die Welt dreht sich weiter
9×07 – Stradivarius | Stradivarius
9×08 – Evolution | Geflüster
9×09 – Adaptation | Home Sweet Home
9×10 – Omega | Lydia
9×11 – Bounty | Damit leben
9×12 – Guardians | Anführer
9×13 – Chokepoint | Engpass
9×14 – Scars | Narben
9×15 – The Calm Before | Die Ruhe davor
9×16 – The Storm | Der Sturm

Just your typical nerverending story.

Inhalt: Nachdem die Truppe um Ex-Scheriff Rick Grimes das schier unmögliche geschafft und ihren Erzfeind Negan endlich ein für allemal in eine dunkle Zelle geworfen hat, scheint langsam aber sicher das von vielen so sehnlichst herbei gewünschte Alltagsleben in den neu aufgebauten Gemeinden einzukehren. Zwar gibt es noch immer Spannungen und Konfliktpotential, vor allem unter den Einwohnern und den ebenfalls gefangengenommenen Anhängern Negan’s – doch im großen und ganzen widmen sich alle dem weiteren Fortschritt. So sollen Infrastrukturen weiter ausgebaut, Technologien wieder entdeckt und neue Bündnisse geschlossen werden – wovon natürlich auch das Familienleben der Einwohner profitiert. Auch dieses Mal finden wieder einige Charakter näher zueinander, wohingegen sich andere urplötzlich distanzieren – was spätestens mit einem großen Fest im Königreich beendet werden soll. Hier sollen wirklich alle Überlebenden zusammenkommen, gemeinsam feiern und über ihre Zukunft sinnieren – wenn, ja wenn es da nicht doch ein Problem gäbe. Selbiges kommt dabei in einer eher ungewöhnlichen Form daher: es scheint, als hätte sich eine andere große Gruppe von Überlebenden zusammengetan. Im Gegensatz zu Rick & Co aber haben die Flüsterer eine etwas andere Überlebensstrategie gewählt: sie tarnen sich als Untote, und wandeln gemeinsam mit den großen Herden umher. So genießen sie einen gewissen Schutz – doch auf ein zivilisiertes Leben müssen sie weitestgehend verzichten. Der Ärger ist gewissermaßen vorprogrammiert, als Rick & Co ein Mitglied der Flüsterer gefangennehmen, welches sich als Tochter der hiesigen Anführerin herausstellt…

Kritik: Alle Jahre wieder, da ist es soweit – und eine weitere THE WALKING DEAD-Staffel erblickt das Licht der Welt. Ein Licht, in dem die Serie vielleicht gar nicht mehr stehen sollte – und das nicht nur in Bezug auf die sinkenden Einschaltquoten. Nein – denn was den geneigten Serien-Zuschauer viel mehr ärgern sollte ist die Tatsache, dass das Franchise seit der Ausstrahlung der allerersten Staffel (das war wohlgemerkt 2010) tatsächlich enorme qualitativen Einbußen zu verzeichnen hatte – trotz der stets vorhandenen, von nicht wenigen als besser oder zumindest effektiver gehandelten Comicbuch-Vorlagen. So wird THE WALKING DEAD zweifelsohne nicht den Weg einschlagen, den die Verantwortlichen jüngst mit dem Ende von GAME OF THRONES begingen. Zwar nicht, indem sie eine grandiose Final-Staffel inszenierten (eigentlich ist sogar genau das Gegenteil der Fall, siehe hier) – aber doch, indem sie eine erfolgreiche und sich in aller Munde befindende Serie exakt zum richtigen Zeitpunkt beendeten. Bei THE WALKING DEAD hingegen kann man sich kaum des Gefühls erwehren, dass die an sich – und wohl schon mit dem Beginn der zweiten Staffel – weniger spannende Serie schlicht und ergreifend niemals enden wird. Beziehungsweise niemals enden soll – weil niemand so genau weiß, wohin die Reise eigentlich geht.

Und das ist – die tatsächlichen qualitativen Aspekte der Serie oder hier eher der mittlerweile neunten Staffel einmal außen vor – nicht weniger als ein waschechtes Problem. Schließlich kann – oder sollte – keine Serie endlos laufen. Zumindest keine mit einem gewissen Qualitätsanspruch, und wenn es nicht gerade um eine – hier steckt es dann schon im Namen – Daily Soap handelt. Zu einer Abwandlung einer eben solchen ist THE WALKING DEAD aber bekanntlich schon seit geraumer Zeit avanciert, und dafür braucht es sicher nicht erst eine tiefere Analyse. So gibt es schon jetzt, und mit Stand von mittlerweile unglaublichen 131 Episoden schlicht viel zu viele gefühlte Filler-Momente (oder wahlweise auch ganze, sich dezent überflüssig anfühlende Episoden) – beispielsweise in Form von Rückblenden, uninteressanten Nebengeschichten oder ganz allgemein inhaltlichen Leerläufen. Vielleicht, aber auch nur vielleicht wäre das noch gar nicht so schlimm – wenn es zumindest immer wieder deutlich spektakulärere Momente gäbe, die den Zuschauer gewissermaßen für ihr Durchhaltevermögen belohnen – doch wie es schon in den Rezensionen zu den bisherigen THE WALKING DEAD-Staffeln angedeutet wurde, sieht es auch diesbezüglich schon länger nicht mehr allzu rosig aus.

Dabei ist nach wie vor nur selten das Problem was passiert (auch wenn man hier ebenfalls einen nicht unerheblichen Verbesserungsbedarf anmelden könnte) – sondern vor allem wie es passiert. Anders und mit einer Vergleichsmöglichkeit gesagt: die Probleme, die die Macher von GAME OF THRONES in der letzten Staffel verbockt haben; sind bei THE WALKING DEAD schon lange bekannt. Und das nicht zu knapp: seien es diverse Logik-Probleme, höchst unglaubwürdige Charakter-Anwandlungen, schier hanebüchen-konstruierte Situationen oder schlicht und ergreifend eine fehlende Nachvollziehbarkeit unzähliger einzelner Momente – der potentielle „Genuss“ von THE WALKING DEAD kommt aufgrund solcher (wohlgemerkt: eigentlich komplett vermeidbarer) Fehler oder vielleicht auch Schludrigkeiten immer wieder markant ins Stocken. Vor allem natürlich, da man in wirklich jeder einzelnen Episode auf derlei Momente stößt – und die Szenen, in denen seltenerweise doch mal alles rund läuft einfach nicht mehr ausreichen um eine nennenswert intensive Atmosphäre zu generieren. Denn, und noch einmal: gerade eine Serie wie THE WALKING DEAD sollte eigentlich explizit von dem Gedanken leben, wie sich der Zuschauer in einer Situation wie der hier dargestellten (das heißt einer post-apokalyptischen Welt) verhalten würde. Trotz der zahlreichen vorhandenen Charaktere und deren verschiedener Entwicklungsstadien wird dem Zuschauer allerdings schon lange nicht mehr die Möglichkeit gegeben, sich wirklich mit einer der Figuren zu identifizieren. Im schlimmsten, aber sicher nicht unwahrscheinlichen Fall bleibt mittlerweile sogar eine jegliche Form der Empathie auf der Strecke – und das bei einer Serie, die nach wie vor einen enorm starken Charakter-Fokus hat.

Eigentlich, und wenn man es herunterbricht; bleiben von der neunten Staffel somit nur drei Dinge wirklich hängen. Zum einen der schier unsägliche Abschied von Rick, der schon vor seinem ominösen (man will nicht sagen: halbherzigen, schließlich will man Darsteller Andrew Lincoln in der Hinterhand behalten) Verschwinden die ein oder andere Szene hatte, die schlicht auf keine Kuhhaut geht – wie etwa die, in der er auf einem Pferd sitzend von Untoten „eingekreist“ wird und daraufhin ärgerlich (für ihn, aber sicher auch für den Zuschauer) verletzt. Zum anderen wären da die sogenannten Flüsterer, die neuen Hauptfeinde der Gemeinden – die eine eher unglaubwürdige Strategie an den Tag legen, eine etwas zu unbesiegbare Anführerin (und einen noch unbesiegbareren zweiten Anführer) haben, und – diese Befürchtung wird sich wohl oder übel bewahrheiten – fortan eine zu große Rolle spielen werden. Als letzten, für die neunte Staffel gewissermaßen symptomatischen Punkt wäre nur noch das Staffelfinale anzuführen – in welchem die Macher doch tatsächlich versuchen, einen (Schnee-)Sturm als waschechtes THE WALKING DEAD-Novum einzuführen. Anders gesagt: wenn nach satten 9 Staffeln schon ein simpler Wetterumschwung für ein inhaltliches Vorankommen sorgen muss, sieht es um die verbleibenden Ideen wohl eher schlecht bestellt aus.

Fazit: Nein, es hat sich nicht viel geändert im und am THE WALKING DEAD-Universum – mit Ausnahme dessen, dass er nach der gefühlt etwas satteren achten Staffel eher wieder bergab geht. Sicher, einige grundsätzliche Qualitätsmerkmale der Serie sind nach wie vor vorhanden – wie etwa der insgesamt zufriedenstellende visuelle Part inklusive der guten Kostümarbeiten und der ordentlichen Kameraführung, oder aber die respektablen Leistungen der Darsteller. Doch insgesamt – und im Hinblick auf die schiere Anzahl der bereits ausgestrahlten sowie die der sicher noch folgenden Episoden – bleibt es einfach nicht aus, dass die Faszination THE WALKING DEAD mehr und mehr verpufft.

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„Derjenige, der immer noch zuschaut beweist wahrlich Durchhaltevermögen.“

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TV-Kritik / Serien-Review: THE WALKING DEAD (Staffel 8)

Originaltitel: The Walking Dead Season 8
Relation: Fortsetzung der siebten Staffel
Typ: TV-Serie
Umfang / Laufzeit: 16 Folgen (je ca. 45 Minuten)
Land: USA
Produktion: Circle of Confusion, Valhalla Motion Pictures
Idee: Frank Darabont, Robert Kirkman (Comic), Tony Moore (Comic)
Genre: Drama / Horror / Endzeit
Tags: The Walking Dead | Rick Grimes | Zombies | Überleben

Staffel 8 | Episodenliste (Deutsche & Englische Titel)

8×01 – Erster Kampf (Mercy)
8×02 – Die Verdammten (The Damned)
8×03 – Wir oder die (Monsters)
8×04 – Nur irgendwer (Some Guy)
8×05 – Die Beichte (The Big Scary U)
8×06 – Der König, die Witwe und Rick (The King, the Widow, and Rick)
8×07 – Für danach (Time for After)
8×08 – Kampf um die Zukunft (How It’s Gotta Be)
8×09 – Ehre (Honor)
8×10 – Botschaften (The Lost and the Plunderers)
8×11 – Flucht nach Hilltop (Dead or Alive Or)
8×12 – Der Schlüssel zur Zukunft (The Key)
8×13 – Der Weg der Toten (Do Not Send Us Astray)
8×14 – Ich sterbe nicht (Still Gotta Mean Something)
8×15 – Die rechte Hand (Worth)
8×16 – Zorn (Wrath)

Das alles kommt mir nicht bekannt vor.

Inhalt: Nachdem die Gemeinschaft um den ehemaligen Sheriff Rick Grimes bereits Bekanntschaft mit einer neuen, von einem skrupellosen Anführer namens Negan geleiteten Gruppe von Überlebenden gemacht hatte; droht die Auseinandersetzung zwischen den korrespondierenden Gemeinden Alexandria, Hilltop, dem Königreich und dem von den Saviors geführten Sanctuary endgültig zu eskalieren. Dabei ist nicht nur Negan selbst das Problem, der sich immer mehr auf seinen Zwist mit Rick versteift und nach wie vor versucht ihn zu brechen – auch innerhalb der verschiedenen Gemeinschaften ergeben sich teils unerwartete Entscheidungen, Intrigen und brutale Machtkämpfe. Immer mehr scheint es, als könnte es nur einen Sieger geben – einen, der die gegebenenfalls unterlegene Gruppe auch nicht mehr tolerieren und im schlimmsten Fall komplett auslöschen würde. Dass dabei das Leben jedes einzeln auf dem Spiel steht, ist beiden Seiten bewusst…

Kritik: Auch wenn es in Bezug auf die Einschaltquoten zur Schadenfreude mancher immer mauer aussieht, werden es die meisten Pay-TV-Zuschauer und Serienfans höchstwahrscheinlich mitbekommen haben: das ebenso berühmte wie berüchtigte THE WALKING DEAD-Franchise ist um eine weitere komplett ausgestrahlte Staffel reicher. Genauer gesagt handelt es sich um die mittlerweile achte – die im Grunde genommen direkt an die Ereignisse der vorangegangen siebten Staffel (siehe Review) anschließt und den Kampf zwischen den beiden TWD-Galionsfiguren Rick und Negan weiter intensiviert. Im Grunde genommen wurde in den bisherigen, zumeist ausführlichen Besprechungen der einzelnen Staffeln (siehe THE WALKING DEAD-TAG) bereits alles oder zumindest vieles über die Serie gesagt – sodass es an dieser Stelle nur eine kurze Übersicht über die Vor- und Nachteile der achten Staffel geben wird. Es sei allerdings angemerkt, dass selbst diese einige größere Spoiler enthalten können – weshalb man bei einem Vorhaben die Staffel noch zu verköstigen entsprechend vorsichtig sein sollte.

Die guten Seiten der achten THE WALKING DEAD-Staffel:

Neben den nach wie vor überdurchschnittlichen handwerklichen Aspekten der Serie – die sich beispielsweise in einem ansprechenden Setdesign, stimmigen Kostümen, einem aufwendigen Make-Up oder einer vergleichsweise ruhigen und nicht vom wesentlichen ablenkenden Kameraführung äußern – muss man speziell der achten Staffel des Franchise zugute halten, dass es bezüglich der zuvor nicht selten vernachlässigten (und damit umso mehr erwarteten) Action-Aspekte wieder etwas mehr zur Sache geht. Action bedeutet in diesem Fall gleich zweierlei: zum einen, dass die Szenenabfolgen selbst etwas rasanter inszeniert werden – und zum anderen, dass auch tatsächlich mehr innerhalb der einzelnen Folgen passiert; wobei die Interaktion zwischen den verschiedenen Charakteren, die Ereignisse auf dem Weg zum Endkampf zwischen Rick und Negan oder der Bildschirmtod von wichtigen Serien-Charakteren eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die teils merklich angezogene Spannung – die vor allem auch daraus resultiert, dass man den offensichtlich kaum noch zu vermeidende Endkampf immer wieder hinauszögert und sich dem Finale eher schrittweise (und das letztendlich sogar recht effektiv) nähert. Auch die Tatsache, dass man sich mittlerweile – und das gilt insbesondere oder auch zwangsläufig für Kenner der bisherigen Staffeln – recht intensiv mit den Kosmos von THE WALKING DEAD auseinandergesetzt hat (also beispielsweise die Charaktere, aber auch die eigentlichen Serien-Merkmale mit all ihren Vorzügen und Macken kennt), sollte sich in Bezug auf jede weitere Staffel eher positiv als negativ auswirken. Zumindest, und das ist die unweigerliche Voraussetzung; wenn man es überhaupt bis hierhin durchgehalten hat. Anders gesagt: auch wenn man bis dato einiges an der Serie auszusetzen hatte, ist es einem wahrscheinlich dennoch nicht gänzlich egal was passiert – auch oder gerade wenn die potentiellen Erwartungen wieder einmal enttäuscht werden.

Die schlechten Seiten der achten THE WALKING DEAD-Staffel:

Bei aller Liebe zu THE WALKING DEAD und der wieder etwas besseren achten Staffel sollte man eines in keinem Fall außer acht lassen: das Franchise (oder eher die hier behandelte Umsetzung der Comicbuchvorlage) war und ist längst nicht perfekt. Wenn man so will strotzt sie sogar vor Schwächen – die sich natürlich auch in der achten Staffel bemerkbar machen. In Sachen Timing, einer schier unsäglichen zeitlichen Streckung von einzelnen Ereignissen respektive ganzen Story-Arcs (man erinnere sich an das Gefängnis – und nun auch Negan) oder einem gefühlt eher fehlgeleiteten Fokus auf weniger interessante Inhalte etwa hinkt THE WALKING DEAD so manch anderer TV-Serie hinterher – wofür es hinreichend Beispiele gibt. Hinsichtlich der achten Staffel soll allerdings nur – und stellvertretend – auf einen einzelnen Moment voller potentieller Fehlentscheidungen hingewiesen werden. Gemeint ist das Ableben von Carl, das als Cliffhanger zwischen der 8 und 9 Episode (zwischen der die bekannte Winterpause lag) schlichtweg nicht funktionierte; oder eher gar nicht erst dafür vorgesehen war. Schließlich wusste man vor der Winterpause schon recht genau, was passieren würde – wobei es nicht unbedingt ärgerlich ist, dass man die entsprechend erwarteten Szenen in Episode 9 auch tatsächlich zu sehen bekommt.

Mit dem so noch nicht bei einem Infizierten vorgekommenen langen Todeskampf – inklusive eines schier unerträglichen Trauerspiels sowohl von Seiten der Darsteller als auch der allzu forciert auf die Tränendrüse drückenden Drehbuchautoren – hat man es dagegen eindeutig übertrieben. Von den Zombies oder Untoten, die eigentlich noch immer eine entsprechende Rolle spielen sollten; gar nicht erst zu sprechen – doch das war in Anbetracht des nunmehr fast ausschließlich zwischenmenschlichen Kampfes innerhalb von TWD gewissermaßen abzusehen. Folglich fehlen – und das nach wie vor – auch viele weitere Aspekte, die man von einer apokalyptisch angehauchten Zombie- respektive Survival-Serie erwarten würde. Und wenn doch mal etwas dahingehendes gezeigt wird (wie in Bezug auf sich ergebende Machtstrukturen, die Essensbeschaffung oder die Errichtung neuer Gemeinden / Schutzbereiche) scheint man doch schnell wieder beim nächsten Thema zu sein – vornehmlich einem solchen, von dem man nur selten das Gefühl hat als würde es tatsächlich eine größere Rolle spielen.

Fazit: Auch wenn die mittlerweile achte Staffel von THE WALKING DEAD das Tempo teils merklich anzieht, einige intensive Action-Elemente bereithält, wichtige Charakter-Entscheidungen forciert und ein überraschend abgeschlossen wirkendes Finale bereithält; bleibt das TV-Franchise ein enorm zweischneidiges Schwert. Wirklich retten kann demnach auch die achte Staffel nichts, oder bestenfalls wenig – wobei es die Tatsache, dass höchstwahrscheinlich noch einige weitere Staffeln folgen sollen nicht unbedingt besser macht. Anders gesagt: es hätte einfach vieles anders laufen sollen (oder eher: müssen) im THE WALKING DEAD-Universum, damit man von einer rundum gelungenen TV-Portierung hätte sprechen können. So aber bleibt es bei einer vergleichsweise zähen und schleppenden Angelegenheit, deren wenige Highlights und Lichtblicke im Wust der mittlerweile unzähligen Episoden verpuffen. Da die achte Staffel insgesamt betrachtet aber weniger Schwächen hat als die vorangegangenen, gibt es eine leichte Wertungserhöhung – wobei man es sich nach wie vor und in jedem Fall überlegen sollte, überhaupt mit der Serie anzufangen. Ist es erst einmal soweit, fällt ein Aufhören bekanntlich schwer – selbst wenn man nur mäßig von einer Serie wie TWD angetan ist…

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„Die achte Staffel von THE WALKING DEAD bleibt sich im Kern (und damit auch in Bezug auf so gut wie alle bisherigen Stärken und Schwächen) treu – und wirkt entsprechend altbekannt. Das angezogene Tempo und der potentiell schon jetzt endgültige Abschluss der Negan-Arc aber führen zu einer dezenten Wertungserhöhung im Vergleich mit den Vorgängerstaffeln.“

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TV-Kritik / Serien-Review: THE WALKING DEAD (Staffel 7)

Originaltitel: The Walking Dead Season 7
Relation: Fortsetzung der sechsten Staffel
Typ: TV-Serie
Umfang / Laufzeit: 16 Folgen (je ca. 45 Minuten)
Land: USA
Produktion: Circle of Confusion, Valhalla Motion Pictures
Idee: Frank Darabont, Robert Kirkman (Comic), Tony Moore (Comic)
Genre: Drama / Horror / Endzeit
Tags: The Walking Dead | Rick Grimes | Zombies | Überleben

Staffel 7 | Episodenliste (Deutsche & Englische Titel)

7×01 – Der Tag wird kommen | The Day Will Come When You Won’t Be
7×02 – Der Brunnen | The Well
7×03 – Die Zelle | The Cell
7×04 – Fron | Service
7×05 – Draufgänger | Go Getters
7×06 – Der Schwur | Swear
7×07 – Sing mir ein Lied | Sing Me a Song
7×08 – Unsere Herzen schlagen noch | Hearts Still Beating
7×09 – Der Stein in der Strasse | Rock in the Road
7×10 – Neue beste Freunde | New Best Friends
7×11 – Wir sind Negan | Hostiles and Calamities
7×12 – Sag Ja | Say Yes
7×13 – Begrabt mich hier | Bury Me Here
7×14 – Auf die andere Seite | The Other Side
7×15 – Was wir brauchen | Something They Need
7×16 – Heute beginnt der Rest des Lebens | The First Day of the Rest of Your Life

Altbekanntes mit neuem Hauptdarsteller.

Inhalt: Nachdem die Gruppe von Rick Grimes erstmals in die Hände des skrupellosen Negan gefallen ist scheint die Hoffnung für alle, die sich noch als halbwegs freie Menschen in der post-apokalyptischen Gesellschaft bezeichnen; endgültig dahin. Schließlich forcieren Negan und seine zahlreichen Anhänger mit einem des öfteren verstörenden Nachdruck, dass ihnen alle noch existierenden Gemeinschaften auf die ein oder andere Art und Weise dienen sollen. Wer sich weigert oder aber etwaige Vereinbarungen mit teils erheblichen Forderungen nicht einhält, stirbt – auch wenn sich die Beschaffung von Wasser, Nahrungsmitteln oder Gebrauchsgegenständen ohnehin schon als schwierig genug erweist. Doch noch scheint die Strategie von Negan erfolgreich zu sein – so gut wie alle Menschen in der Umgebung folgen ihm, oder geben zumindest vor genau das zu tun. Selbst der kampferprobte Rick scheint zu akzeptieren, dass er und seine Gefolgschaft nun einem neuem Anführer dienen. Immerhin war der Preis, den er bereits zahlen musste; ausgesprochen hoch – wobei das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Ein Einzelgänger ist Rick jedoch schon lange nicht mehr – sodass Konflikte mit Negan vorprogrammiert sind. Mit der ständigen Angst um seine Kinder Carl und Judith, sowie der generellen Sorge um die Gemeinschaft Alexandria geht es in der siebten Staffel weniger um die wandelnden Toten – sondern vielmehr um meist blutige zwischenmenschliche Auseinandersetzungen.

„Die Serie THE WALKING DEAD ist eine globale Erfolgsstory: Millionen von Zuschauern weltweit zieht die zahlreich ausgezeichnete Endzeit-Odyssee in den Bann.“ (Quelle: foxchannel.de)

Kritik: Und schon wieder ist ein Jahr vorüber – und eine weitere komplette Staffel von THE WALKING DEAD vollständig ausgestrahlt. Eines kann man den Verantwortlichen, sowie sicher auch den zahlreichen Zuschauern des berühmt-berüchtigten Zombie-Franchise damit schon einmal attestieren: ein enormes Durchhaltevermögen. Denn auch wenn die entsprechende Comicbuchvorlage von Robert Kirkman und Tony Moore schon immer erfolgreich war und sich nach wie vor einer großen Beliebtheit erfreut, zieht sich das Konzept der TV-Serie nun schon seit einigen Staffeln dezent in die Länge. Gründe dafür gab und gibt es mehrere – und beileibe nicht nur solche, die sich auf die ohnehin schwierige Portierung von der Comicvorlage hin zu einem abendfüllenden und jahrelang ausgestrahlten Serienformat beziehen. Fest steht: man hätte den Machern vieles nur allzu gern verziehen. Doch spätestens seit der Einführung der sogenannten Gefängnis-Arc – bei der sich die Geschichte ganz offensichtlich viel zu lange auf einer Stelle bewegte – sieht es nicht mehr wirklich gut aus für das TV-Format. Denn, und auch das ist quasi eine waschechte THE WALING DEAD-Spezialität: eine ausgedehnte Straffung etwaiger Inhalte auf mehrere Folgen oder gar Staffeln hat nicht automatisch zur Folge, dass man als Zuschauer ein dichteres Erzählniveau erhält oder gar eine intensivere Serienerfahrung macht.

Genau das ist schließlich auch das Stichwort, wenn es um die mittlerweile siebte Staffel des Franchise geht. Nach wie vor können die Verantwortlichen einfach nicht darauf verzichten, die Serie mit endlos-überflüssigen Füll-Momenten und ärgerlichen Vertröstungen zu spicken. Wohlgemerkt, und das ist der eigentliche Knackpunkt – immer in Anbetracht dessen, dass die wenigen guten Ideen ohnehin nicht ausreichen einzelne Folgen oder gar eine ganze Staffel zu tragen. Im direkten Bezug auf die siebte Staffel bedeutet dies etwa, dass man den gleichermaßen furchteinflößenden wie seltsam charmanten Negan als neuen Hauptcharakter oder eher Haupt-Antagonisten postuliert. Das ist an sich eine gute und funktionierende Idee, die eine spürbare Spannung und Frische in den Serienkontext bringt – zumal Jeffrey Dean Morgan seine Sache wirklich gut macht, und sich die mittlerweile enorm hoch gehaltenen zwischenmenschlichen Aspekte der Serie nicht mehr nur mit gefühlten Belanglosigkeiten beschäftigen. Andererseits aber kommt im Verlauf der immerhin 16 Staffelfolgen nicht mehr viel neues hinzu, sodass nicht nur Fans der eigentlichen Serieninhalte die Hände über dem Kopf zusammenschlagen werden. Wobei es fast schon ironisch ist, dass die Situation in der finalen Folge in etwa die selbe ist, in der Rick und Co. auch in Folge 1 steckten. Doch natürlich nimmt sich die Serie viel zu ernst, um diese und andere offensichtliche Missstände in unerwartete Vorteile verwandeln zu können.

Gut, dass THE WALKING DEAD schon längst keine Survival-Serie im herkömmlichen oder erwarteten Sinne ist; sollte mittlerweile jedem klar sein. Der Zombie-Virus an sich, die wandelnden Toten (sowie deren in den früheren Staffel oftmals spektakulär inszeniertes Ableben), das Überleben in der Wildnis, die Beschaffung von Wasser und Nahrung, alltägliche Konflikte zwischen Überlebenden – all das spielt schließlich keine Rolle mehr, oder nur noch eine markant untergeordnete. Sicher, die gesamte nun präsentierte Negan-Arc hätte die Serie in ihrem Kern auch nicht mehr retten können – doch für einen kleinen Aufschwung wäre sie sicher gut gewesen. Vielleicht ist sie das auch, aber eben nur teilweise – die teils desolate Atmosphäre, sowie die gerne mal etwas überakzentuierten und somit erst Recht an die Comics erinnernden Machtspielchen können noch am ehesten als diesbezügliche Vorteile gewertet werden. Unglücklicherweise übernimmt Staffel 7 aber auch alle Schwächen der Vorgängerstaffeln, die sich wie erwartet besonders stark auf Negan und seine Interaktion mit den anderen Überlebenden auswirken. Von einer wie auch immer gearteten Glaubwürdigkeit zu sprechen, fällt jedenfalls immer schwerer – auch wenn die beteiligten Darsteller des öfteren mit Herzblut bei der Sache zu sein scheinen.

Besonders markant ist in diesem Zusammenhang sicher die finale Folge – die in Anbetracht ihrer längeren Spieldauer, den gleichzeitig aber umso nichtssagenderen oder bereits allseits bekannten Inhalten ohnehin weniger zu bieten hat als eventuell erhofft. Immer wieder offenbart sich das Gefühl, als könnte die Serie oder zumindest der aktuell vorrangige Handlungsabschnitt mit nur einem Handstreich beendet werden. Wobei es sicher nicht allein die gerne mal mit vergleichsweise beschränkten geistigen Fähigkeiten ausgestatteten Charaktere sind die dies verhindern, sondern viel eher die Macher. Die möchten die Serie schließlich möglichst lange am Leben erhalten – und kümmern sich offenbar weniger um möglichst glaubhafte Zusammenhänge. Ein interessantes Gedankenexperiment wäre beispielsweise, wie die siebte Staffel mit der Hälfte der anberaumten Episodenzahl von 16 funktioniert hätte. Wobei, wirklich interessant ist dieser Gedankengang nicht – denn die Antwort liegt auf der Hand. Sicher, man macht keine großartige Staffel aus einer bestenfalls mittelprächtigen; indem man sie um die Hälfte kürzt – doch die Marschrichtung wäre schon einmal eine wesentlich angenehmere. Hätte man dann auch noch zusätzlich eine schnelle Beendigung des Negan-Konflikts vorgesehen, so hätte THE WALKING DEAD womöglich tatsächlich  wieder zum Status einer unaufhaltsam vorwärts preschenden, spannenden und abenteuerlichen Zombie-Serie zurückgefunden. Im Blick auf den aktuellen Status Quo heißt es jedoch: es darf weiterhin (und schamlos) auf einer Stelle getreten werden.

Fazit: Ob der Konflikt mit Negan nun in der nächsten Staffel gelöst werden wird oder auch nicht – mittlerweile scheint es relativ egal, was genau im THE WALKING DEAD-Universum geschieht. Im Laufe der Jahre und Staffeln hat es schlicht viel zu viel von seiner ursprünglichen Faszinationskraft eingebüßt. Aber nicht etwa, und das ist das schlimme; weil sich das Format abgenutzt hätte – sondern ausschließlich, da sich die Macher verzettelt haben. Ihr Setzen auf falsche Schwerpunkte, ihre an einer Hand abzuzählenden hervorragenden Ideen, unnötige Gefühlsduseleien, endlose Durststrecken und freche Cliffhanger machen jedenfalls keinen Spaß. Die wenigen Vorteile, die die Serie noch oder nach wie vor hat; reichen dagegen einfach nicht mehr aus um sie zu tragen. Anders gesagt: die gute Arbeit der Kostüm- und Maskenbildner, die atmosphärische optische Gstaltungsarbeit im gesamten; sowie die weitestgehend soliden Leistungen der Darsteller verpuffen im Nirwana.

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„THE WALKING DEAD steht wie ein Fels in der TV-Landschaft – aber eher als Klotz denn als qualitatives Denkmal, leider.“

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TV-Kritik / Serien-Review: THE WALKING DEAD (Staffel 6)

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Originaltitel: The Walking Dead Season 6
Relation: Fortsetzung der fünften Staffel
Typ: TV-Serie
Umfang / Laufzeit: 16 Folgen (je ca. 45 Minuten)
Land: USA
Produktion: Circle of Confusion, Valhalla Motion Pictures
Idee: Frank Darabont, Robert Kirkman (Comic), Tony Moore (Comic)
Genre: Drama / Horror / Endzeit
Tags: The Walking Dead | Rick Grimes | Zombies | Überleben

Staffel 6 | Episodenliste (Deutsche & Englische Titel)

1 – First Time Again | Herdentrieb
2 – JSS | Kämpfer
3 – Thank You | Danke
4 – Here Is Not Here | Hier ist nicht hier
5 – Now | Hier und Jetzt
6 – Always Accountable | Wer die Wahl hat
7 – Heads Up | Die Wand
8 – Start To Finish | Nicht das Ende
9 – No Way Out | In der Falle
10 – The Next World | Die neue Welt
11 – Knots Untie | Lösung
12 – Not Tomorrow Yet | Die Nacht vor dem Morgen
13 – The Same Boat | Im selben Boot
14 – Twice As Far | Keine Gleise
15 – East | Nach Osten
16 – Last Day On Earth | Der letzte Tag auf Erden

Nicht nur die Gruppe um Rick betreffen Unsicherheiten.

Inhalt: Nachdem die Machtverhältnisse in der befestigten Stadt Alexandria neu ausgelotet wurden, haben sich der ehemalige Sheriff Rick Grimes und sein Gefolge gut in der vorerst sicheren Umgebung eingelebt. Selbst zu den eigentlichen Einwohnern der Stadt pflegen sie einen immer besseren Kontakt – und bringen sie ihnen auch einige der Tricks und Kniffe bei, die sich während ihrer langen Reise durch das Zombie-Ödland als patent erwiesen haben. Das scheint auch bitter nötig, schließlich hat die Gruppe mit einem so noch nicht dagewesenen Zombie-Ansturm zu kämpfen. Doch sind die Untoten beileibe nicht die einzigen Gegner, die den Überlebenden zu schaffen machen: auch eine mysteriöse Organisation, deren Mitglieder sich schlicht die Wölfe nennen; tritt auf den Plan. Offenbar scheinen sie nichts anderes zu wollen als Alexandria zu infiltrieren und wahllos zu töten… doch selbst nachdem diese Gefahr vorerst gebannt werden kann, bleibt die Situation heikel. Als die Gruppe eine weitere Siedlung mit friedlich gesinnten Überlebenden entdeckt, beschließt man Handel zu treiben – doch es scheint, als lauere noch eine andere Gruppierung im Hintergrund. Und auch ein spezieller Name fällt immer wieder… doch wer genau ist dieser Negan, und was hat er vor ? Doch selbstverständlich haben auch Rick, Carl und alle anderen ihre ganz eigenen Probleme – offenbar stehen der Gruppe gravierende Entscheidungen bevor.

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Mit The Walking Dead geht die erfolgreichste Pay-TV-Serie aller Zeiten in die nächste Runde.“ (Quelle foxchannel.de)

Kritik: Nun also wurde sie komplett im Pay-TV ausgestrahlt – die mittlerweile sechste Staffel von THE WALKING DEAD. Fakt ist: auch dieses Mal haben wieder unzählige Zuschauer eingeschaltet, ob nun in den USA oder in Deutschland – eine sicherlich erfolgreiche Ausstrahlung im Free-TV wird folgen. Die Begeisterung für das Zombie-Franchise scheint ungebrochen – auch, da die sechste Staffel mit dem neuen Schauplatz Alexandria, einer daraus resultierenden neuen Gruppendynamik, neuen Charakteren und dem Auftreten zweier großer Feind-Gruppen viel versprochen hat. Dies gepaart mit den anderen, grundsätzlichen Stärken der Serie – wie etwa dem großzügigen Fokus auf die Charaktere, den einstweilen schockierenden Überraschungen sowie den soliden handwerklichen Aspekten inklusive der Zeichnung einer halbwegs glaubwürdigen post-apokalyptischen Welt sollten Fans auch während der 16 Episoden langen sechsten Staffel bei Laune halten.

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Daryl und Rick aka die knallharten Jungs auf Besorgungstour.

Dabei ist THE WALKING DEAD keine großartige TV-Serie per se – sondern eher eine, die nach der starken ersten und eventuell auch zweiten Staffel (Review) starke qualitative Einbußen verzeichnete und die Zuschauergemeinde seit jeher spaltet. Gründe dafür gibt es bekanntlich einige – wie es unter anderem auch im ausführlichen Beitrag zur fünften Staffel der Serie (Review) ausgeführt wurde. In Bezug auf die sechste Staffel kamen und kommen aber nun sogar jene ins Wanken, die geneigt waren über viele kleinere Schwächen des Franchise hinwegzusehen und der Serie seit jeher die Treue halten. Einer der aktuelleren Gründe hierfür ist vor allem in der großen (und etwas längeren) Final-Episode zu finden, die nicht wenige als Enttäuschung ansehen. Dies ist aber nicht der einzige Grund, ganz ähnliche Anwandlungen der Macher gab es auch schon vorher – doch dieses Mal könnten sie das Fass schlicht zum überlaufen gebracht haben. Und tatsächlich: das lange versprochene Highlight, auf das man so lange hingearbeitet hatte; entpuppt als regelrechte Farce. Und das ganz unabhängig von der Comicbuch-Vorlage oder in Bezug auf das Franchise selbst. Kurzum: so etwas macht man einfach nicht.

Es gehört sich für keine TV-Serie, derart ausführlich auf ein versprochenes Highlight hinzuarbeiten – nur, um die Ausführung in einem weiteren, ärgerlichen Cliffhanger enden zu lassen. Wobei es das noch nicht einmal genau trifft, denn wenn man so will besteht die gesamte finale Episode aus nichts anderem als diesem Cliffhanger. Und das ist für ein groß angekündigtes, pompös umworbenes Staffel-Finale schon etwas mau – ob es sich dabei nun um THE WALKING DEAD handelt oder ein anderes, imaginäres. So wurden und werden alteingesessene Fans aufgrund der Gestaltung der sechsten Staffel durchaus auf eine neuerliche Probe gestellt werden – das Hinwegsehen über die ständigen Entgleisungen der Verantwortliche fällt schwerer und schwerer. Schließlich ist jener besagte Cliffhanger längst nicht das einzige Problem.

Carl
Auch Carl findet neue Freunde… und Feinde.

So finden sich – neben den schon in den früheren Reviews zur Serie behandelten Negativ-Aspekten wie einer gewissen Eintönigkeit, nicht immer durchdachten Ideen und einiges mehr – besonders in der sechsten Staffel weitere Hinhaltungs-Taktiken und andere Ärgernisse. In Bezug auf die ständigen Cliffhanger und Vertröstungen auf später scheinen die Macher erst gar keinen Hehl daraus zu machen, dass sie damit auf eine zusätzliche Bindung der Zuschauer abzielen – was offenbar sehr gut funktioniert. Die Frage ist allerdings, wie lange. Denn selbst wenn man für satte fünf Staffeln geneigt war, über derlei (und dabei sicherlich vergleichsweise plumpen) Maßnahmen hinwegzusehen, verliert irgendwann jeder die Geduld. Vielleicht wäre das auch gar nicht so schlecht – eine Art Denkzettel könnten die Verantwortlichen schließlich in jedem Fall gebrauchen.

Besonders ärgerlich ist dabei nach wie vor, dass THE WALKING DEAD schlicht so viel besser sein könnte. Das Setting mit seiner regelrechten Zombie-Apokalypse ist zeitlos und zumindest in Verbindung mit einer groß angelegten TV-Serie einzigartig; die Charaktere sind gut besetzt, die Darsteller geben ihr bestes, der Unterhaltungswert ist theoretisch enorm. Doch während schon die vorangegangenen Staffeln an vielen kleineren Unstimmigkeiten zu leiden hatten, summieren sie diese nun auf ein gänzlich neues Niveau. Anders, und frei heraus gesagt: THE WALKING DEAD wirkt vor allem in der sechsten Staffel nicht selten hirnlos. Das mag zwar irgendwie zum Thema passen, doch vermutlich wäre jeder beliebige Hobby-Autor auf bessere Ideen gekommen als die Verantwortlichen. Es scheint dabei fast ein Gesetz geworden zu sein, dass irgendetwas besonders negativ auffällt. Mal sind es die Ideen selbst, ein anders Mal die Inszenierung eben dieser. So gibt es auch dieses Mal wieder einige zwar überraschende (und wie immer auf eine gewisse Schock-Wirkung abzielende) Charakter-Tode – doch wie es dazu kommt, ist in vielen Fällen einfach nur hanebüchen und spottet einer jeden Beschreibung.

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Carol hat dieses Mal nicht nur mit Morgan, sondern auch ihren eigenen Dämonen zu kämpfen…

Das gleiche gilt auch für einzelne Situationen, in denen sich die Charaktere befinden – man kann sich des öfteren einfach nur an den Kopf fassen und fragen, was genau bloß in den Köpfen der Macher vorgegangen ist. Infolge dessen hat die Serie auch stark in Bezug auf eine ehemalige Stärke zu knabbern: die der Glaubwürdigkeit. Sicher, allzu realistisch war die Serie noch nie; wobei es sich bei einem Begriff wie diesem immer um eine Auslegungssache handelt. Doch nun schlagen einige Anwandlungen der Charaktere dem Fass schlicht den Boden aus. Da hilft es leider auch nicht mehr viel, wenn die Zombie-Scharen weiterhin stimmig inszeniert werden (die Arbeit der Kostüm- und Maskenbildner beispielsweise ist nach wie vor exzellent) und man allerlei theoretisch spannende, bedrohliche Situationen vorstellt. Denn spätestens wenn man geneigt ist sich in die Charaktere hineinzuversetzen, ist es um die Atmosphäre geschehen.

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Die Schauplätze sind abwechslungsreich, die Vielfalt groß… und die Stimmung dennoch getrübt.

Fazit: Neben einigen alten, sicherlich noch immer aktuellen Fragen um den Sinn und Unsinn sowie die Zukunft von THE WALKING DEAD gesellen sich mit der sechsten Staffel noch ganz andere Probleme hinzu – vornehmlich solche, die aus dem augenscheinlich etwas frechen Gebaren der Macher hervorgehen. Man kann sich einstweilen kaum des Gefühls erwehren, als wäre es ihnen relativ egal was mit ihrem Franchise geschieht – solange die Zuschauer nur weiterhin einschalten. Das mag zwar auch auf nicht wenige andere TV-Serien zutreffen, doch in diesem Fall scheint es besonders offensichtlich. Die dafür zu Rate gezogenen Mittel sind entweder plump oder ärgerlich (Stichwort übertriebene Cliffhanger), oder beziehen sich auf eine ungewöhnliche Nachlässigkeit der Drehbuchautoren und Verantwortlichen am Set. Was und wie es genau erzählt wird scheint langsam aber sicher egal zu sein. Doch was müssen die Macher der Serie über ihre Zuschauer denken, wenn ihnen inhaltliche und erzählerische Qualitäten egal sind ? Fakt ist: es bleibt nicht mehr viel über. An den soliden handwerklichen Aspekten, d.h. vor allem den Zombies hat man sich schon lange satt gesehen, die gelegentlichen Splatter-Einlagen locken keinen mehr hinter dem Ofen hervor, die Probleme der einzelnen Charaktere wiederholen sich. Das Potential von THE WALKING DEAD scheint mit der sechsten Staffel jedenfalls endgültig brachzuliegen. Doch es wird weitergehen – vielleicht ja mit der ein oder anderen Überraschung (was zu hoffen wäre), doch vermutlich ohne Rücksicht auf qualitative Verluste. Schade…

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„Auf eine überdurchschnittliche fünfte Staffel folgt die bisher ärgerlichste – eine, die eher den Charme einer verkappten Comedy offenbart als eine ansprechende Survival-Atmosphäre zu erschaffen.“

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TV-Kritik / Serien-Review: THE WALKING DEAD (Staffel 5) + Zukunftsgedanken Zur Serie

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Originaltitel: The Walking Dead Season 5
Relation: Fortsetzung der vierten Staffel
Typ: TV-Serie
Umfang / Laufzeit: 16 Folgen (je ca. 45 Minuten)
Land: USA
Produktion: Circle of Confusion, Valhalla Motion Pictures
Idee: Frank Darabont, Robert Kirkman (Comic), Tony Moore (Comic)
Genre: Drama / Horror / Endzeit
Tags: The Walking Dead | Rick Grimes | Gefängnis | Zombies | Kampf

Staffel 5 | Episodenliste (Deutsche & Englische Titel)

1 – No Sanctuary | Keine Zuflucht
2 – Strangers | Gabriel
3 – Four Walls and a Roof | Vier Wände und ein Dach
4 – Slabtown | Slabtown
5 – Self Help | Selbsthilfe
6 – Consumed | Verschwunden
7 – Crossed | Zug um Zug
8 – Coda | Coda
9 – What Happened and What’s Going On | Der hohe Preis fürs Leben
10 – Them | Lebende Tote
11 – The Distance | Akrasia
12 – Remember | Erinnerung
13 – Forget | Vergessen
14 – Spend | Falsches Licht
15 – Try | Helfer
16 – Conquer | Herrsche

Wer sind die Lebenden, wer die Toten ?

Vorwort: Es bleibt spannend im WALKING DEAD-Universum – zumindest für alle jene, die der Serie nach wie vor die Treue halten. Gründe, dies auch weiterhin zu tun gibt es mindestens ebenso viele wie für Gegenteiliges – Gründe, die wie so oft zum streiten einladen. Dennoch gilt es speziell einen Aspekt zu bedenken – nämlich den, dass vielen irgendwann einmal die Lust am großen WALKING DEAD-Projekt vergehen könnte. Erst Recht, wenn die Serie im wahrsten Sinne des Wortes kein Ende nimmt und sie; respektive die dahinterstehende Idee noch expliziter als zuvor für das TV-Format ausgeschlachtet wird. Das hieße beispielsweise; dass es noch mehr Filler-Episoden und noch mehr Elemente die nicht in den Comics vorkommen geben könnte – und auch eine gewisse, damit einhergehende Form der Ideenlosigkeit sollte man grundsätzlich nicht verschweigen. Doch wie immer gilt es, erst einmal gemächlich abzuwarten. Vielleicht wäre es aber tatsächlich ein gelungener Kniff, die Serie relativ bald enden zu lassen. Ähnlich wie im Falle von FALLING SKIES – auf dass man die potentiell noch vorhandenen guten Ideen schnell ausspielen kann und alles auf ein furioses Finale hinauslaufen lässt. Momentan sieht es aber noch nicht danach aus – mit der abgeschlossenen fünften Staffel gibt es bereits 80 Episoden der Zombie-Hatz. 80 Episoden, die mitunter starken qualitativen Schwankungen ausgesetzt sind – in erster Linie inhaltlichen, denn handwerklich und rein inszenatorisch bleibt das bereits mit der ersten Staffel etablierte Niveau weiterhin konstant.

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Inhalt: Nachdem die Gruppe der Überlebenden um den ehemaligen Sheriff Rick Grimes an einen vielversprechenden, potentiell sicheren Ort namens Terminus gelangt ist; zerplatzen ihre Träume wie Seifenblasen. So müssen Rick und seine Gefolgsleute feststellen; dass es sich einige selbst in dieser schwierigen Zeit zur Aufgabe gemacht haben die Schwäche von anderen auszunutzen – und dabei nicht nur das einst gültige Gesetz, sondern auch mit den bisherigen Werte- und Moralvorstellungen zu brechen. Und so lassen sie einen weiteren Ort hinter sich, der ihnen Sicherheit versprochen hatte – die Suche nach einer Zuflucht wird fortgesetzt. Auch dieses Mal begegnet die Gruppe dabei immer wieder anderen Überlebenden, die sich mehr oder weniger gut mit der regelrechten Apokalypse arrangiert haben. Doch welcher Ort bringt ihnen tatsächlich die lang ersehnte Erlösung in Form einer beständigen Sicherheit ? Liegt die Lösung weiterhin in der langwierigen und hürdenreichen Reise nach Washington D.C. begründet ? Oder könnte ein altes Krankenhaus Sicherheit bieten – immerhin wird es von einer größeren Truppe von Polizisten kontrolliert ? Ist eine mit großen Mauern geschützte Kleinstadt, deren Bewohner ein offenbar recht friedliches Leben führen tatsächlich eine Option – oder sollte die Truppe weiterhin durch die menschenleeren, aber von Zombies gepflasterten Straßen ziehen ?

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„Die Grenze zwischen den Lebenden und den Toten verschwimmt immer mehr“ (Quelle foxchannel.de)

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Kritik: Es ist schon so eine Sache mit THE WALKING DEAD. Sicher bietet das Franchise theoretisch unendliche Möglichkeiten – die Frage ist nur, in wie weit sich das Ganze auch in einem erträglichen Maße nutzen lässt. Schließlich würde sich niemand eine Serie wünschen die entweder auf eine unbestimmt lange Laufzeit ausgelegt ist, sich immer wieder wiederholt – oder schlicht eines Tages abgesetzt wird. Ein rundes Ende könnte der Serie also durchaus gut tun. Eben so, wie es schon beim kürzlich abgeschlossenen SPARTACUS-Franchise der Fall gewesen ist oder demnächst auch bei FALLING SKIES eintreten wird. In Bezug auf THE WALKING DEAD würde dies zwar längst nicht mehr dazu führen, dass die Serie als eine der herausragendsten, vor Schwächen komplett gefeiten zu bezeichnen wäre (im Gesamten versteht sich) – aber immerhin würde man noch schlimmeres verhindern. Es gilt folgender Denkanstoß: welche derjenigen Zuschauer, die die Serie aktuell nicht sehen können oder wollen; würden später noch einmal auf sie zurückkommen wenn sie nicht 50, nicht 100; sondern vielleicht 500 Episoden umfassen würde ?

Natürlich ist das alles noch Zukunftsmusik und so lange nicht entschieden, bis die Showrunner ein offizielles Ende verkünden. Momentan, und mit der kompletten fünften Staffel; scheint man indes wieder vermehrt in die richtige Richtung zu gehen. Das bedeutet zwar nicht, dass das Rad neu erfunden wird; geschweige denn die einstige zum Schneiden dichte Atmosphäre der ersten und eventuell noch zweiten Staffel erneut aufgegriffen wird – dennoch weiß es zu gefallen, dass sich die Macher wieder vermehrt an den Ursprüngen orientiert haben. Hauptsächlich ist das darauf zurückzuführen, dass die Gruppe um Rick Grimes wieder öfter in Bewegung ist, die Umgebung erkundet, zwischen verschiedenen Reisezielen abwägt – und auch, dass eher grundlegende Elemente wie in Bezug auf die Nahrungssuche wieder vermehrt in den Fokus gerückt werden. Auch hier sind natürlich nach wie vor Abstriche zu machen, beispielsweise wenn es darum geht die Nahrungsbeschaffung für den Säugling der Gruppe glaubhaft darzustellen, oder aber bei der Handhabung der Versorgung bei längeren Wegstrecken. Trotzdem fühlt es sich einfach besser und sinniger an, die Gruppe auf einem im wahrsten Sinne des Wortes bewegten Trip zu begleiten – anstatt sie in einer Situation zu beobachten, von der man ohnehin weiß dass sie nur temporärer Natur wären (siehe Woodbury, Das Gefängnis).

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Gerade diesbezüglich sorgt die fünfte Staffel auch wieder für einen frischen Wind. Die Gruppe der Überlebenden entdeckt nun häufiger potentielle Zufluchtsorte, kehrt ihnen aber mindestens ebenso schnell wieder den Rücken – aus unterschiedlichen Gründen. Wobei, ganz so sehr unterscheiden sie sich vielleicht doch nicht; womit auch der Bogen zu einem aktuellen Werbetext vom Fox-Channel geschlagen wird: die Grenzen zwischen den Lebenden und Toten drohen immer mehr zu verschwimmen. Das heißt, dass die wenigen Überlebenden oftmals eine größere Gefahr für sich und ihre Mitmenschen sind – größer als die eigentliche Bedrohung durch die Untoten. Aber so erfrischend die neue Stimmung auch ist, so spannend die immer häufigeren Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Überlebenden anmuten – hat THE WALKING DEAD in Bezug auf die fünfte Staffel mit anderen Schwächen zu kämpfen. Diese waren mitunter auch schon Teil der vorherigen Staffeln, doch erreichen sie nun einen neuen Höhepunkt. Die Rede ist von einzelnen, kleinen Fehlentscheidungen; die zwar keine allzu große Auswirkung auf die Gesamt-Atmosphäre haben, alleinstehend betrachtet aber umso ärgerlicher sind. Dabei geht es ausnahmsweise einmal nicht um etwaige Charakter-Fragen oder dargestellte Verhaltensweisen, die dem Zuschauer aus verschiedenen Gründen merkwürdig vorkommen könnten (und sei es, dass er denkt er würde sich in dieser oder jener Situation anders verhalten) – sondern um einzelne Ereignisse.

Das können mal eher nebensächliche sein, oder aber solche die den weiteren Handlungsablauf markant beeinflussen – doch haben sie alle eines gemeinsam. Sie wirken schlicht unglaubwürdig, oder besser gesagt im Sinne der Kontinuität des Drehbuchs konstruiert. Beispiele dafür finden sich dann sogar zuhauf. Bereits in der ersten Folge der fünften Staffel sieht man, wie Carol dafür sorgt dass die Umzäunung von Terminus auf eine eher abstruse Art und Weise zerstört wird – zu jenem hier durchaus angebrachte Kopfschütteln wird auch im weiteren Verlauf der späteren Episoden des öfteren animiert. Sei es, dass sich ein von einer Brücke stürzendes Fahrzeug (nachweislich) falsch bewegt respektive fällt, sei es dass die Gruppe einen völlig unnötigen Unfall hat während sie in einem Bus unterwegs ist, sei es dass die Gruppe trotz bester Vorbereitungen in einem Lagerhaus eingekesselt wird und dabei manche ihr Leben lassen müssen – während zwei andere fast zeitgleich in einem Wagen sitzen, der von Zombies umzingelt ist und es dennoch schaffen, dieser Misere zu entkommen. Sicher soll hier das kleine Fünkchen Glück (oder eben auch Pech) eine Rolle spielen – doch sieht es danach nicht aus, sondern vielmehr nach einer reinen Willkür seitens der Drehbuchautoren. Das gleiche gilt selbstverständlich für die immer wieder ablebenden (Haupt-)Charaktere, ein Umstand der auch schon die zugrunde liegenden Comics beschrieb – doch wenn einer der erfahrensten Mitglieder der Gruppe in einem noch nicht vollständig gesicherten Haus von einem sich anschleichenden Zombie (Achtung, das ist ein Widerspruch in sich) attackiert und infiziert wird; dann ist das durchaus ärgerlich. Und vor allem unglaubwürdig – es sei denn, der betroffene Charakter hätte eine Hörschwäche gehabt.

Das mag etwas platt klingen, und ist auch nicht wirklich ein ausschlaggebendes Element der Kritik – und doch sei es erwähnt. Schlicht, um auf eine mögliche; man nenne es Ungeschicklichkeit der Verantwortlichen hinzuweisen, die eigentlich darauf bedacht sein müssten eine jede einzelne Szene so glaubwürdig und nachvollziehbar wie möglich zu gestalten. Glücklicherweise gelingt ihnen das in Bezug auf die Anwandlungen der verschiedenen Charaktere schon wesentlich besser – vor allem in jenen finalen Momenten der Staffel, die zu den spannendsten seit der ersten gehören. Was hier in Alexandria geschieht und sich anbahnt, wird dann doch überraschend stilsicher inszeniert – denn hier spürt man es wieder; jenes Engagement und Fingerspitzengefühl der Macher, die offenbar und ausgerechnet besonders für all jene Szenen ein Gespür haben, in denen keine Untoten vorkommen. Was nur gut und richtig ist, und die Serie so gesehen vor einem weiteren qualitativen Abfall rettet. Denn an den immer wieder auftauchenden Zombie-Horden (oder eher: den kleineren Grüppchen) hat man sich trotz der nach wie vor gelungen Arbeit der Maskenbildner nunmehr satt gesehen, selbst die hie und da noch anberaumten, expliziteren Splatter-Szenen schocken längst nicht mehr. Was es diesbezüglich dringend bräuchte, um es in THE WALKING DEAD auch Zombie-technisch wieder ordentlich knistern zu lassen wäre entweder eine bedeutend größere Zombie-Horde, die rund um Alexandria ihr Unwesen treibt – oder gar eine Art Evolution der Untoten, die dann markantere Mutationen aufweisen, andere Verhaltensweisen an den Tag legen et cetera. Doch wahrscheinlicher ist, dass hier alles beim alten bleibt – sodass der Fokus klar auf die überlebenden Menschen gerichtet werden wird um überhaupt noch jemanden hinter dem Ofen hervorzulocken. Dann eben nicht mit einer reißerischen Zombie-Action – sondern aus einer eher soziologisch-analytischen Sicht heraus.

Fazit: Die große Frage, um die sich die Zukunft von THE WALKING DEAD drehen wird; ist die nach der maximal herauszuholenden, oder auch maximal erträglichen Länge des Franchise. Entweder, das Ganze wird eine Art Endlos-Serie mit sich ständig wiederholenden Elementen, bei denen die Untoten nur noch eine absolut untergeordnete Rolle spielen – oder aber man entscheidet sich doch noch für ein rundes (nicht unbedingt sofortiges, aber doch baldiges) Ende. Eines, dass sich noch einmal explizit mit der Zombie-Apokalypse selbst befasst – ganz unabhängig davon, ob es nun offen, hoffnungsvolles oder emotional niederschmetternd ausfällt. Die fünfte Staffel jedenfalls lässt auf gutes hoffen und ist im direkten Vergleich mit der dritten und vierten (die besser zu einer hätten zusammengefasst werden müssen) ein geradezu im Flug vergehender Genuss.

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„Mit THE WALKING DEAD geht es wieder bergauf. Es stellen sich nur zwei Fragen. Wie lange noch, und: reicht  das aus, um die bisherige Flaute auszugleichen ?“

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