Metal-CD-Review: TAKEN – Taken (2016)

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Alben-Titel: Taken
Künstler / Band: Taken (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 18. Oktober 2016
Land: Spanien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

DaniRocks – Bass
Jon Huarte – Drums
Gauss – Guitars
Diego Trueba – Keyboards
DavidKBD – Keyboards
David Arredondo – Vocals
Iosu Núňez – Guitars

Track-Liste:

1. Tales of Glory (05:30)
2. Modern Messiah (04:27)
3. Wormy Brains (04:41)
4. On the Road Again (05:44)
5. Afterlife (09:00)
6. Forgotten Realms (06:15)
7. Under the Skies of Asia (05:08)
8. The Last Deadly Deeds (05:58)
9. The Seven Seas (01:12)
10. Distant Shores (06:02)
11. The Slaughter of the Last Cursed (11:51)

Wer wäre da nicht gerne mit von der Partie ?

Und schon hat es einen wieder gepackt, das Power Metal-Fieber – zumindest wenn es nach dem Titel und der Erstwirkung des Debütalbums von TAKEN geht, einer noch recht frischen Genre-Combo aus dem Herzen Spaniens. Für dieses ging die interessanterweise aus 7 Mitgliedern bestehende Formation (die gleich zwei Gitarristen und 2 Keyboarder vorsieht) in kompletter Eigenregie vor – ein Label hat sich offenbar noch nicht gefunden. Doch dafür scheint die Band schon jetzt viele Unterstützer und Fans zu haben – die Zukunft sollte also nicht allzu schlecht aussehen für TAKEN. Doch was hat das Album, dessen Artwork niemand gingerer als Felipe Machado Franco (BLIND GUARDIAN, RHAPSODY OF FIRE, IRON SAVIOR und viele mehr) kreierte; tatsächlich anzubieten ?

Zunächst ist festzustellen, dass die enthaltenen 11 Titel nicht oder zumindest kaum auf die Herkunft der Band schließen lassen – was analog zu den auf den ersten Blick nicht wirklich vorhandenen Alleinstellungsmerkmalen Vor- und Nachteile hat. So ist es natürlich angenehm, die Texte in einem weitestgehend akzentfreien englisch eingesungen zu wissen – was schon einmal keine Verständnisprobleme entstehen lässt und das Album auch international konkurrenzfähig macht. Im Zusammenspiel mit der direkten, antreibenden Grundwirkung des Albums und schmackiger Titel wie schon dem Opener TALES OF GLORY ermöglichen die Spanier dem geneigten Genre-Hörer so einen recht unvermittelten Einstieg – man fühlt sich schnell wohl in den musikalischen Welten von TAKEN.

Eben dies könnte man aber auch als Nachteil auslegen, erst Recht natürlich wenn man auf der Suche nach einem möglichst frischen, unverbrauchten und nicht direkt hörbar beeinflussten Power Metal einer aufstrebenden Combo ist. Sicher, das Rad neu erfinden soll und will sicher niemand – doch ein wenig mehr Mut wäre sicher nicht verkehrt gewesen. Immerhin: bei einem Titel wie MODERN MESSIAH ist das zumindest inhaltlich der Fall, was dann doch noch für ein wenig frischen Wind sorgt. Doch davon abgesehen gibt es vor allem eines auf die Lauscher: einen höchst soliden, durckvollen; aber eben auch dezent verwechselbaren Power Metal der europäischen Spielart. Das ändert indes nichts daran, dass die Leistungen an den Instrumenten beeindruckend sind – die Gitarren beispielsweise schneiden sehr gut ab, aber auch der Bass (markant beispielsweise in UNDER THE SKIES OF ASIA). Und das ist eine eher seltene Angelegenheit, da dieser oftmals eher unterzugehen droht. Nicht so bei TAKEN – hier wird jedes Instrument gleichwertig behandelt.

Ein kleinen Dämpfer versetzt einem aber auch dieser grundsätzlich positive Aspekt – denn auch das Keyboard hat des öfteren einiges zu melden. Vielleicht sogar zu viel – aber vermutlich muss die Tatsache, dass TAKEN gleich 2 Keyboarder im Lineup vorsieht; eben auch hörbar auswirken. Ebenfalls diskutabel, respektive eine absolute Geschmacksfrage ist dann auch der fast durchgehend hohe, wenn man so will absolut Genre-typische Leadgesang von David Arredondo. Streckenweise zeigt sich der durchaus wandelbar und energetisch, wie etwa im progressiv angehauchten AFTERLIFE – manchmal inszeniert er sich aber auch mal etwas anstrengender. Das gilt vornehmlich für die höheren Lagen, in denen er nicht immer brilliert (FORGOTTEN REALMS). Auch gibt es noch kleinere Schwächen in der Produktion respektive Präsentation – der Sound (oder eher die Abmischung) könnte allgemein noch etwas runder wirken, gerade in Anbetracht der höchst interessanten Bandbreite an Instrumenten. Aber gut, es handelt sich um ein Debütalbum und eine Independent-Produktion – vielleicht ist da in Zukunft noch mehr drin.

Schlussendlich: wer Bands wie SONATA ARCTICA (in diesem Falle eher die früheren) mag, nichts gegen eine Prise 4TH DIMENSION oder auch FOGALORD einzuwenden hat und überdies nicht auf der Suche nach einem noch nie dagewesenen Sound ist; der sollte TAKEN definitiv eine Chance geben.

Absolute Anspieltipps: MODERN MESSIAH, WORMY BRAINS, AFTERLIFE


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„Kleinere Schwächen im Leadgesang und der Präsentation verhindern nicht, dass es sich insgesamt um ein rundum gelungenes Debütalbum handelt. Man darf gespannt sein auf das, was TAKEN in Zukunft noch vorhaben.“