Metal-CD-Review: SYMPHONITY – King Of Persia (2016)

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Alben-Titel: King Of Persia
Künstler / Band: Symphonity (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 30. September 2016
Land: Tschechien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Limb Music

Alben-Lineup:

Libor Krivak – Guitars
Ivo Hofmann – Keyboards
Olaf Hayer – Vocals (lead)
Ronnie König – Bass
Martin Škaroupka – Drums
Herbie Langhans – Vocals (lead)

Track-Liste:

1. King of Persia (09:06)
2. The Choice (04:15)
3. In the Name of God (04:11)
4. Flying (04:38)
5. A Farewell That Wasn’t Meant to Be (06:33)
6. Children of the Light (07:08)
7. Siren Call (02:54)
8. Live to Tell the Tale (06:32)
9. Unwelcome (05:14)
10. Out of This World (02:32)

Ein (gesangs)starkes Comeback ?

Endlich, endlich ist es da – das zweite Album der Power Metaller von SYMPHONITY, die die geneigte Hörerschaft immerhin gute 8 Jahre auf ein neues Werk warten ließen. Ja, VOICE FROM THE SILENCE (Review) liegt tatsächlich schon so lange zurück, während es nicht wenigen als gleichermaßen gutes wie erfrischendes Genre-Album im Gedächtnis blieb. Mit KING OF PERSIA kann nun all jenen abgeholfen werden, die seit jeher nach neuem Material der Band lechzten – und das aus höchst unterschiedlichen Gründen. So ist es vor allem angenehm zu sehen (und zu hören), dass der längst legendäre Olaf Hayer (Ex-LUCA TURILLI, Ex-DIONYSUS, Ex-MAGIC KINGDOM) nach einigen Jahren Metal-Abstinenz wieder einen größeren Auftritt erhält. Einen, dessen Wirkungskraft durch eine eher ungewöhnliche Entscheidung von SYMPHONITY wieder leicht geschmälert werden könnte – schließlich sieht die Band neben Olaf Hayer auch Herbie Langhans (SINBREED, Ex-SEVENTH AVENUE) als Leadsänger vor.

Das ist zunächst als reichlich spannende Angelegenheit zu betrachten – zwei markante Frontstimmen auf nur einem Album zu hören gehört schließlich nicht gerade zum Power Metal-Alltag. Und dann auch noch zwei in jedem Fall herausragende: in Bezug auf die Qualität der Darbietungen und den ohnehin vorhandenen, immensen Wiedererkennungswert der beiden gibt es nichts zu mäkeln. Erst Recht, da sowohl Olaf Hayer als auch Herbie Langhans in einer absoluten Bestform zu sein scheinen. Dennoch bleibt die Frage nach der Gewichtung der beiden Stimmen, respektive die hoffentlich gerechte Aufteilung der Gesangsparts. Letztendlich schlägt das Pendel hier allerdings klar in eine Richtung aus: die raue Stimme von Herbie Langhans kennzeichnet weite Strecken von KING OF PERSIA. Olaf Hayer ist dagegen vornehmlich in den eher ruhigen oder auch mal explizit balladesken Momenten des Albums zu hören.

Das ist ein kleiner Wermutstropfen, aber eventuell noch zu verkraften – mehr als schade ist dagegen, dass Titel wie der dezent progressiv angehauchte Opener und Titeltrack KING OF PERSIA eher die Ausnahme bleiben. Immerhin singen hier beide Leadsänger, und das klingt bei der ohnehin verdächtig wuchtigen Soundkulisse geradezu grandios – auch wenn der finale, deutlich froher gestimmte Schlussakt quasi aus dem Nichts kommt. Im weiteren Verlauf jedoch sieht man eine relativ strikte Trennung vor. Die Titel THE CHOICE, FLYING, CHILDREN OF THE LIGHT und LIVE TO TELL THE TALE gehren so quasi voll und ganz Herbie Langhans; während Olaf Hayer für IN THE NAME OF GOD (ein Midtempo-Stampfer), A FAREWELL THAT WASN’T MEANT TO BE (eine Ballade) und SIREN CALL (noch eine Ballade) vorgesehen ist. Offensichtlich ist, dass Herbie Langhans so eher für die wuchtigen Momente des Albums verantwortlich ist – und dabei einen Hauch des Charmes einer Combo wie WUTHERING HEIGHTS versprüht. Olaf Hayer dagegen übernimmt den ruhigen, zumeist emotionalen Gegenpol. Wie man zu dieser Entscheidung steht, muss ein jeder für sich selbst entscheiden. Im besten Fall ist das Ganze als perfekte Ausbalancierung zu betrachten – und im schlimmsten als relativ vorhersehbare Maßnahme.

Immerhin, einen Titel in dem beide Sänger am Start sind gibt es dann doch noch – und das ist der Rausschmeißer UNWELCOME. Wie erwartet handelt es sich auch von der Gesangsleistung abgesehen um einen sehr starken Titel – sodass Anfang und Ende des Albums schon einmal eins sind, oder anders gesagt: einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Die Frage ist, was den 8 Titeln dazwischen abgewinnen kann – während der eigentliche Ausklang in Form des merkwürdig gedämpft inszenierten Instrumentals OUT OF THIS WORLD beinahe komplett zu vernachlässigen ist und sich bestenfalls als Hintergrundberieslung eignet. Hier gilt es wohl, speziell das wuchtig-hymnische CHILDREN OF THE LIGHT hervorzuheben, dass sich problemlos in die Liste der absoluten Anspieltipps des Albums reiht. Auch, da SYMPHONITY hier das Maximum aus der ihnen gegebenen, neuen instrumentalen Stärke herausholen. Die Gitarren klingen wunder fetzig, variabel und antreibend; die Keyboard-Elemente sind wohl dosiert, die Wirkung des Schlagzeugs und des Bass gehen in der allgemein formidablen Produktion vollends auf.

Das gilt natürlich auch für so gut wie alle anderen Titel, bei denen allerdings schon öfter Abstriche zu machen sind. Das eigentlich repräsentative THE CHOICE beispielsweise wartet mit einem eher suboptimalen Refrain auf, IN THE NAME OF GOD ist interessant aber auch etwas prätentiös, FLYING ist trotz des Engagements von Herbie Langhans wenig spektakulär geworden. Bei den beiden Balladen schneidet das fast schon episch anmutende A FAREWELL THAT WASN’T MEANT TO BE deutlich besser ab als das etwas monotone SIREN CALL. Schlussendlich kann KING OF PERSIA den hohen Erwartungen der Fans an die SYMPHONITY sowie deren Comeback durchaus gerecht werden. Bei allem, was darüber hinausgeht ist dagegen Vorsicht walten zu lassen – auch, da dieses Jahr schon einige hochkarätige Genre-Highlights anderer Bands abgeliefert wurden. Anders gesagt: KING OF PERSIA mag nicht das Album des Jahres sein, ein kleines Highlight ist es – für sich betrachtet – dennoch.

Absolute Anspieltipps: KING OF PERSIA, CHILDREN OF THE LIGHT, UNWELCOME


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„Ein gleichermaßen willkommenes wie gelungenes Comeback.“

SYMPHONITY – THE CHOICE | Erste Single Aus Neuem Album KING OF PERSIA

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Bald – und endlich – erscheint das neue SYMPHONITY-Album KING OF PERSIA (siehe News-Link). Nun gibt es einen ersten kompletten Track zum Probehören, allerdings ohne Olaf Hayer:

SYMPHONITY – Neues Album KING OF PERSIA Erscheint Im September (Metal News)

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Hier gilt es wohl, vor allem eins zu sagen: endlich wieder OLAF HAYER ! Gute 8 Jahre nach dem Debütalbum VOICE FROM THE SILENCE (Review) wird es aber auch endlich mal Zeit für einen Nachfolger. Einen hoffentlich ebenso guten – mindestens. Weitere Informationen zum neuen Album, wie sie auch auf der offiziellen Seite der Band verfügbar sind:

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„A brand new album of Czech/German/Slovak metallers SYMPHONITY entitled KING OF PERSIA will be released via Limb Music on September 23. It contains ten songs including a nine-minute long title track.“

Die Trackliste:

01. King of Persia
02. The Choice
03. In the Name of God
04. Flying
05. A Farewell That Wasn’t Meant to Be
06. Children of the Light
07. Siren Call
08. Live to Tell the Tale
09. Unwelcome
10. Out of this World

Das Lineup:

Olaf Hayer (DIONYSUS, LUCA TURILLI) – Lead Vocals
Herbie Langhans (SINBREED, AVANTASIA) – Lead Vocals
Libor Křivák – Guitars
Ivo Hofmann – Keyboards
Ronnie König (SIGNUM REGIS) – Bass
Martin „Marthus“ Škaroupka (CRADLE OF FILTH, MASTERPLAN) – Drums

„A mezzo-soprano Jana Hrochová from National Theatre Brno appears as a special guest. The album was produced by Libor Křivák, mixed by Sascha Paeth (AVANTASIA, EDGUY, RHAPSODY, KAMELOT, ANGRA, etc.) and mastered by Miro (AVANTASIA, RHAPSODY, KAMELOT, EPICA, etc.). The cover artwork was done by Andreas Marschall (BLIND GUARDIAN, KREATOR, RUNNING WILD, HAMMERFALL, etc.).“

Na dann.. auf gutes Gelingen.

Metal-CD-Review: SYMPHONITY – Voice From The Silence (2008)

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Alben-Titel: Voice From The Silence
Künstler / Band: Symphonity (mehr)
Land: Tschechische Republik
Stil / Genre: Power Metal
Label: Limb Music GmbH

Alben-Lineup:

Tomáš „Tom“ Čelechovský – Bass
Marthus – Drums
Olaf Hayer – Vocals
Ivo Hofmann – Keyboards
Libor Krivak – Guitars

Track-Liste:

1. La Morale Dell‘ Immorale 01:05
2. Give Me Your Helping Hand 05:09
3. Gates of Fantasy 06:34
4. Bring Us the Light 05:06
5. Salvation Dance 05:01
6. The Silence – Memories (Part I) 02:02
7. The Silence – In Silence Forsaken (Part II) 06:39
8. The Silence – Relief Reverie (Part III) 01:30
9. Searching You 05:19
10. Evening Star 08:41
11. Afterlife 06:01

Olaf Hayer FTW.

Zugegeben, mit seinem schnöden und irgendwie unpassenden Cover-Artwork verspricht VOICE FROM THE SILENCE nicht gerade großes. Eine junge Dame in einem offenbar angeregten Zustand, als Götterfigur in einem erleuchteten Himmel ? Das weite Meer und ein typisches mittelalterliches Schloss mittendrin ? Doch darum geht es an dieser Stelle nicht; es geht vielmehr darum was auf selbigem Album zu hören ist. Dieses profitiert dabei – und glücklicherweise – weniger von der holden Weiblichkeit im allgemeinen, sondern strotzt vor purer (aber bescheidener) Manneskraft: niemand geringer als Olaf Hayer übernimmt für SYMPHONITY des Leadgesangs-Posten. Olaf Hayer ? Genau, eben der; der auf einem mitunter legendären Album wie LUCA TURILLI’s PROPHET OF THE LAST ECLIPSE tatkräftig mitgewirkt hat. So gilt er nach wie vor als absoluter Geheimtipp in der Szene – auch, da seine Auftritte vergleichsweise rar gesät sind. Neben seiner unverkennbaren Zusammenarbeit mit LUCA TURILLI (für 3 Alben) sorgte er auch als Frontmann der nunmehr getrennten Formation DYONISUS für Furore. Wer weiß, vielleicht wird man zumindest im Zusammenhang mit MACIG KINGDOM (um die es ebenfalls still geworden ist) noch etwas von ihm hören.

Verpflichtet man einen solchen Sänger, ist die Gefahr für ein musikalisches Scheitern zumindest schon einmal verringert – erst Recht, da man sich als geneigter Power Metal-Fan kaum an einer Stimme wie der Hayer’s satthören kann. Andererseits bleibt da noch ein ansehnlicher Rest – den SYMPHONITY aber weitestgehend gut meistern. Besonders zu Beginn des Albums kann man sogar sagen: mit Bravour. Das klassisch angehauchte Intro macht (wenn auch im besseren RHAPSODY OF FIRE-Stil) ordentlich Stimmung, der Opener GIVE ME YOUR HELPING HAND strotzt nur so vor Kraft. Sehr markant ist in diesem Zusammenhang auch das Drumming von Marthus – der interessanterweise der Drummer von CRADLE OF FILTH ist, sich offenbar aber auch gerne mal in den Gefilden des Power Metals austobt. Hier stimmt einfach alles: der hymnische Anspruch, die gelungene Instrumentalkulisse, der immens starke Leadgesang, die klassischen Einflüsse. Ein Eindruck, der auch in der folgenden Nummer GATES OF FANTASY beherzt fortgesetzt wird. Hier geht es zwar etwas fröhlicher und symphonisch-verspielter zu, doch steht das in keinerlei Gegensatz zur Ernsthaftigkeit und tollen handwerklichen Arbeit der Produktion. Ein sagenhafter Refrain, wie er nur aus jenen Genre-Gefilden stammen könnte, rundet das Ganze markant ab.

Das Problem an und mit VOICES FROM THE SILENCE ist schlicht, dass das Album im weiteren Verlauf deutlich an der anfänglichen etablierten Aussagekraft und spielerischen Perfektion einbüßt. Oder anders gesagt: das Niveau kann kaum gehalten werden, erst Recht nicht mit dem sich stark an den ersten Titeln orientierendem SALVATION DANCE und dem dreiteiligen Epos THE SILENCE. Jenes ist zwar dreiteilig, doch erschließt sich diesbezüglich nicht wirklich der Sinn – haben das Vor- und Nachspiel musikalisch kaum etwas anzubieten. Lediglich der Mittelteil (IN SILENCE FORSAKEN) kann als vollwertige Nummer mit einer leichten Überlänge überzeugen. Einziger Wermutstropfen: der nur vermeintlich episch inszenierte Refrain hält das Ganze eher zurück; es fühlt sich so an als stünden SYMPHONITY hier des öfteren kurz vor einem überraschenden musikalischen Ausbruch stehen – der aber niemals stattfindet; außer eventuell im leider viel zu kurzen Soli-Part.

Selbst das fesselnde SEARCHING YOU kann nicht wirklich nachhaltig überzeugen – schlicht, da man sich nur allzu schnell daran sattgehört haben wird. Wie es eben so ist, besteht ein Lied grundsätzlich nur aus einem Refrain auf den man sich immer wieder sehr stark fokussiert. Mit EVENING STAR aber folgt dann glücklicherweise noch eine weitere, markant-starke Nummer – im Uptempo, versteht sich. Hier scheinen SYMPHONITY ihre wahren Stärken zu haben, im Bereich des Midtempos fehlt es der Band offenbar noch an Ideen. Das sie welche haben, beweisen sie aber mit dem gewagten Cover einer allseits bekannten Pop-Nummer… hier AFTERLIFE genannt. Sobald die ersten Töne erklingen, wird man erkennen, um welchen Titel es sich handelt – und zugegeben, SYMPHONITY’s Cover ist gar nicht mal schlecht. Ob Olaf Hayer nun englisch oder deutsch singt scheint beinahe egal (und auch ob es sich um Balladen oder Uptempo-Brecher handelt), und die perfekt inszenierte schwermetallische Komponente steht dem Titel sehr gut zu Gesicht, wie auch der starke Gastgesangspart.

Fazit: Allein für den Leadgesangs-Part gilt es, zahlreiche Extra-Punkte zu vergeben – die VOICES FROM THE SILENCE so automatisch zu einem anständigen Debütalbum machen. Es reicht zwar auch für mehr, das heißt für eine Platzierung im oberen Durchschnitt – doch um die Krone zu erlangen reicht es nicht. Hier verhindert der vergleichsweise schwache Mittelteil weiteres – nach dem starken Auftakt und dem fulminanten (und leicht überraschenden) Finale neigt man am ehesten, einige der Titel im Mittelfeld zu skippen. Auch ähnelt das hier dargebotene Material verdächtig an MAGIC KINGDOM’s 2004’er Output METALLIC TRAGEDY (ebenfalls über Limb Music vertreiben) – obwohl Olaf Hayer zu diesem Zeitpunkt noch nicht Mitglied in besagter Band war. Dennoch handelt es sich um ein empfehlenswertes Album, nicht zuletzt für alle Fans von eben jenem äußerst talentierten Leadsänger.

Anspieltipps: GIVE ME YOUR HELPING HAND, GATES OF FANTASY, EVENING STAR, AFTERLIFE

Vergleichsbands: DIONYSUS | STRATOVARIUS | LUCA TURILLI | RHAPSODY OF FIRE | MAGIC KINGDOM


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„Gutes, aber nicht wirklich eigenständiges Genre-Album mit starkem Leadgesang“