Metal-CD-Review: STORMWARRIOR – Thunder & Steele (2014)

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Alben-Titel: Thunder & Steele
Künstler / Band: Stormwarrior (mehr)
Land: Deutschland
Stil / Genre: Speed / Power Metal
Label: Massacre Records

Alben-Lineup:

Lars Ramcke – Guitars, Vocals
Alex Guth – Guitars
Yenz Leonhardt – Bass
Jörg Uken – Drums

Track-Liste:

1. Thunder & Steele (03:36)
2. Metal Avenger (03:41)
3. Sacred Blade (03:57)
4. Ironborn (04:48)
5. Steelcrusader (04:13)
6. Fyres in the Nighte (03:41)
7. Die by the Hammer (04:36)
8. Child of Fyre (04:37)
9. One Will Survive (06:19)
10. Servants of Metal (04:55)

Donner und Stahl – mehr braucht es gar nicht.

Man kennt es: ganz unabhängig davon wieviele Alben eine Band bereits veröffentlicht hat; es ist immer der neueste Output welcher mit allerlei Superlativen attribuiert wird. Die Folge: werbewirksame Kanons a’la Album XY ist zweifelsohne unser bestes, das ausgefeilteste, das wichtigste sind dabei alles andere als eine Seltenheit. Abgesehen davon, dass dies die jeweiligen früheren Werke unnötig in ihrer Wirkungskraft abwertet (und eigentlich auch das aktuelle, denn früher oder später wird es auch mal eines der früheren Alben sein), oftmals trifft es auf den Außenstehenden einfach nicht zu. Ganz anders verhält es sich nun mit STORMWARRIOR’s neuestem Album THUNDER & STEELE, dem mittlerweile fünften Studioalbum der brachialen Power Metaller aus Hamburg. Auf jenes könnten eben genannte positive Umschreibungen nämlich durchaus zutreffen – eine Seltenheit, aber ein Beweis dafür, dass es möglich ist auch nach vielen Alben noch eine (qualitative) Schippe draufzulegen. Dabei ist das Konzept der Band ebenso wie die Musik vergleichsweise simpel, und bedient allerlei gängige Genre-Klischees; die in diesem Fall sogar noch von einem grozügigen Umgang mit den im Albentitel enthaltenen Begriffen unterstützt werden.

Und dennoch klingt THUNDER & STEELE so frisch und kraftvoll wie schon lange kein Album mehr, welches sich auch nur ansatzweise im Genre des Power- und Speed Metals bewegt. Die Gründe dafür sind relativ eindeutig: STORMWARRIOR setzen nun noch mehr als je zuvor auf eine antreibende Symbiose aus Eingängigkeit und Härte. Einer Härte, die nicht aus der reinen Instrumentalkulisse oder den Riffs entsteht, sondern allein aus der vorherrschenden Geschwindigkeit im Zusammenspiel mit dem rauen, im Takt mitschwingendem Leadgesang. Einem Leadgesang, der nicht nur merklich anders klingt als bei vielen Kollegen – sondern auch angenehm kräftig… dahingerotzt, wenn man so will. Im positivsten Sinne versteht sich, und in Analogie zur generell etwas härteren Gangart beim Speed Metal. So gesehen setzen STORMWARRIOR nach wie vor nur auf die absolut nötigsten Zutaten, die man für ein erfolgreiches Genre-Album dieser Art braucht – doch im Vergleich zu den früheren Alben wirkt dieses Mal einfach alles noch ein stückweit versierter, ehrlicher und stilsicherer forciert. Ein schöner Nebeneffekt ist auch, dass sich das Album relativ zeitlos anfühlt – es könnte genauso gut aus den Anfangszeiten des Genres stammen; künstlich auf ‚modern‘ oder ‚massentauglich‘ getrimmt wirkt hier nichts.

Der einzige Wermutstropfen des neuen Albums ist demnach, dass es sich eher nicht zwecks einer Dauerrotaion eignet – dafür bringt man auf THUNDER & STEELE einfach zu wenig Abwechslung an den Start. Auch nutzen sich die einzelnen Nummern, so kraftvoll und Hit-tauglich sie auch sein mögen, vergleichsweise schnell ab. Ebenfalls auffallend, aber unterschiedlich in Bezug auf die Gesamtwertung auszulegen ist die Produktionsqualität. Allgemein macht THUNDER & STEELE seinem Namen zwar alle Ehre, doch hie und da klingen vor allem die Drums etwas zu flach und künstlich. In diesem Zusammenhang erscheint der Fakt erwähnenswert, dass der hier dargebotene Sound teils stark nach dem der Kollegen von IRON SAVIOR klingt. Das ist nicht wirklich ein Wunder, zeichnet sich niemand geringeres als Piet Sielck (Gesang und Gitarre bei IRON SAVIOR) für das Mixing und Mastering verantwortlich. Man hört es einfach, vor allem in Bezug auf die Gitarren respektive deren speziell abgestimmten Klang. Schlussendlich: qualitativ produziert ist das Ganze, aber der persönliche Geschmack wird in diesem Fall eine bedeutsamere Rolle spielen als bei anderen Alben.

Fazit: Alsdann, auf zum großen Ritt nach… Asgard ? In welche Gefilde man als Stahl-schwingender Sturmritter auch immer vorhat zu reisen (und sei es erst einmal gedanklich), STORMWARRIOR liefern den Soundtrack dazu. Selten hat ein Album in seiner Kompaktheit einen derart antreibenden, voranpreschenden Charakter offenbart; und dabei auch noch so gut und stilsicher geklungen. Aber auch die traditionelle Komponente sollte erwähnt werden. STORMWARRIOR verbiegen sich nicht, sondern ziehen ihr Ding durch und zelebrieren das Genre – indem sie dem Hörer eine volle Breitseite ihres ohne exotische Zutaten auskommenden Power / Speed Metals servieren. Eine Empfehlung kann somit in jedem Fall ausgesprochen werden – ob es zu mehr reicht, wird sich zeigen. Momentan jedenfalls ist THUNDER & STEEL (noch) eines der besten Metal-Alben des Jahres 2014.

Anspieltipps: THUNDER & STEELE, DIE BY THE HAMMER, ONE WILL SURVIVE

Vergleichsbands: IRON SAVIOR | GAMMA RAY | HELLOWEEN | WIZARD


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„Teutonenstahl der allerfeinsten Güteklasse“

STORMWARRIOR – Thunder And Steele (Metal News)

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Alben-Titel: Thunder & Steele
Künstler / Band: Stormwarrior (mehr)
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power / Speed Metal
Label: Massacre Records

Die Sturmkrieger kehren am 24.01.2014 zurück.

Gut, so lange liegt das letzte Studioalbum der Deutschen Metal-Recken von STORMWARRIOR noch nicht zurück – 2011 erschien HEATHEN WARRIOR. Und dennoch handelt es sich freilich um eine freudige Nachricht, dass Ende Januar 2014 schon das nächste folgen soll – THUNDER & STEELE (nach typischer STORMWARRIOR-Schreibweise). Da das neue Jahr noch relativ dünn bestückt ist was geplante bzw. bereits bekannte Releases angeht, darf man sicherlich gespannt sein. Einen ersten Eindruck kann man sich mithilfe des unten eingebetteten Promo-Videos machen.

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STORMWARRIOR – The Returne (Official Track)

Krieger aller Nationen, lasset die Schwerter aufeinander klirren ! Die Recken von Stormwarrior sorgten dieses Jahr für reichlich Fuore mit ihrem neusten Werk, Heathen Warrior. Da mich das Album ebenfalls besonders interessiert hat, gibt es an dieser Stelle ein komplettes Review zur CD. Hier soll im Rahmen der Best-Of-Metal 2011-Liste noch einmal ein spezieller Song des Albums hervorgehoben und präsentiert werden, das besonders eingänige The Returne – zweifelsohne ein Titel mit Ohrwurm-Potential.

Metal-CD-Review: STORMWARRIOR – Heathen Warrior (2011)

Land: Deutschland – Stil: (True) Power Metal

1. …Og Hammeren Hæves Til Slag…
2. Heathen Warrior
3. The Ride Of Asgård
4. Heirs To The Fighte
5. Bloode To Bloode
6. Fyre & Ice
7. The Returne
8. Wolven Nights
9. Ravenhearte
10. The Valkyries Call
11. And Northern Steele Remaineth

Info: Endlich, ein neues Stormwarrior-Album – die Hamburger, die keinen Hehl daraus machen dass sie von Bands wie Helloween oder Running Wild inspiriert wurden / werden, schicken sich an, ihren gut aufgenommenen Vorgänger noch zu toppen. Aber, wird dies auch gelingen ?

Kritik / Songreviews: In der Tat startet bereits das mit nur knapp 40 Sekunden Spieldauer recht kurz gehaltene Intro verheißungsvoll: wie würde das neue Stormwarrior-Album wohl klingen ? Erhabene, dezente Gitarrenriffs und allerlei Hintergrundgeräusche zeugen von einem ersten musikalischen Aufbau, der letztendlich in einem großen Knall mündet. Für ein Intro eine solide Leistung, aber eben auch keine alleinstehende – dieser Auftakt funktioniert nur im Kontext des Albums (8/10). Der Übergang zum Titeltrack des Albums, Heathen Warrior, ist markiert. Und der entpuppt sich schon bald als waschechter Power Metal-Kracher allererster Güteklasse. Denn, es steckt alles drin was Genre-Fans seit jeher schätzen: fette Riffs, eine eingängige Melodie, ein hervorragender Lars Ramcke als (eindeutig unverwechselbarer) Leadsänger; sowie ein nicht zu schnelles aber doch Laune-machendes Tempo. Der Song wirkt dynamisch und abwechslungsreich, was besonders die späteren Soli-Passsagen und der abschließende Höhepunkt des Songs unterstreichen (9/10). The Ride Of Asgard startet ebenfalls kräftig, überrascht dann mit einer deutlichen gemäßigteren Gesangspassage – um sich langsam aber sicher zu einer netten Hymne mit sehr eingängigem Refrain zu entwickeln. Nach diesem Song sollte sich nicht mehr die Frage stellen, ob Stormwarrior mit ihrem 2011’er Werk eine ordentliche Produktionsarbeit abliefern – denn die bewegt sich auf dem höchsten Niveau. Doch die Frage nach musikalischer Abwechslung und Diversität (bei nur 10 „richtigen“ Titeln auf dem Album), die sollte man schon jetzt und definitiv in den Raum werfen (8/10).

Vielleicht kommt die ja mit Heirs To The Fighte – doch leider findet man hier den ersten Track, der nicht wirklich zu fesseln oder zu begeistern weiss. Hier gilt eindeutig der Grundsatz: Standard – eine Standard-Melodie, eine Standard-Instrumentalisierung, eine wie immer gute Gesangsleistung… doch es fehlt der zündende Höhepunkt, und der Refrain sowie die Solipassagen bieten einfach zu wenig neues. Und auch das Tempo-Konzept scheint hier nicht wirklich aufzugeben: einerseits ist das Ganze des öfteren mit einem trommelnden Doublebass unterlegt, andererseits „dümpelt“ der Song aber gefühlt nur so vor sich hin (5/10). Es folgt Bloode To Bloode, ein Titel, der schon wesentlich eingängiger, energetischer und auch innovativer wirkt. Seien es die netten Backing-Vocals innerhalb der Strophen; die an Erzählerparts erinnernden Stimmenüberlagerungen oder die diesmal wirklich fetzigen Soli – der Titel macht Laune und geht stark „nach vorn“ (8/10). Fyre & Ice ist ein weiterer Titel der Marke Eingängigkeit, wobei man auch hier nichts allzu innovatives erwarten sollte (6/10). Dafür mausert sich The Returne zur heimlichen Mitsumm-Hymne des Albums: von manchen sicher als zu kitschig oder „cheesy“ verschrien, offeriert gerade der Refrain zum ersten Male absolut zeitlose Power Metal-Aspekte.Und auch der generelle Song-Aufbau gestaltet sich interessant und gut strukturiert: es geht noch eher langsam bis gemäßigt los; dann gibt der Leadsänger mehr und mehr Gas, und im Refrain folgt dann der Höhepunkt. Das macht Laune, und erinnert an gute alte Gamma Ray- oder Helloween-Zeiten (9/10). Wolven Nights, wieder nichts neues an der True Power Metal-Front: Das Ganze ist versiert gespielt und ambitioniert vorgetragen, doch wirklich abzuheben vermag sich dieser Titel nicht (6/10).

Nun schickt sich das folgende Ravenhearte an, mit einem ordentlichen Uptempo zu fesseln – was auch recht gut gelingt. Schließlich sollte Abwechslung selbst auf einem deutlich true-eren Metal-Album gegeben sein – und wenn schon des öfteren in einem eher gemäßigteren Tempo gestampft wird, dann darf es zwischendurch auch mal eine ordentlich druckvolle Nummer sein (8/10). The Valkyries Call setzt dann auch endlich mal zu etwas epischeren Tönen an – wieder ein Schritt wider der relativen Eintönigkeit des Albums. Gut so, nur mehr davon (7/10). And Northern Steele Remaineth fungiert als Finaltrack, der das Album rund, aber doch ein wenig unspektakulär abschließt (6/10).

Fazit: Wirklich viel neues wird auf dem neuesten Stormwarrior-Werk nicht geboten – Genre-Fans werden sich aber vielleicht genau daran erfreuen. Denn die Hamburger Jungs liefern abermals eine satte Scheibe ab, die Liebhabern von nicht ganz so schnellem, etwas mehr „true“ angehauchten Power Metal gefallen wird. Letztlich fehlt es aber noch an einem gewissen Maß an Eigenständigkeit und Innovation, wirkliche Hymnen sind kaum vertreten. Dafür, dass das Album nur 10 Titel (ohne das viel zu kurze Intro) beinhaltet, klingt es doch verdächtig (und gefährlich) eintönig und wie aus einem Guss. Die Produktionsqualität lässt dagegen keine Zweifel zu, für das nächste Album dürfen es dann aber gerne noch etwas „epischere“ Klänge sein (größere Instrumentenvielfalt, mehr Abwechslung), und auch in Sachen Druck und Kraft könnten die Jungs gerne noch einen Zahn zulegen.