Metal-CD-Review: SKYLARK – 全部 / Zenbu (2010)

skylark-zenbu_500

Alben-Titel: 全部  / Zenbu / Quanbu
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Oktober 2010
Land: Italien
Stil / Genre: Melodic / Symphonic Power Metal
Label: Rubicon Music

Alben-Lineup:

Kiara – Vocals
Eddy – Keyboards, Piano, Vocals (backing)
Brodo – Bass, Guitars (rhythm)

Track-Liste CD 1:

1. Symbol of Freedom (07:23)
2. The Final Answer (04:16)
3. The Triumph (09:02)
4. Song for a Day (03:18)
5. Summer of 2001 (05:15)
6. Lady of the Sky (10:22)
7. Escape from the Dark (04:44)
8. Sun (Keeper of the Dreams) (07:41)

Track-Liste CD 2:

1. Welcome (06:06)
2. The Princess‘ Day (04:07)
3. A Rose in Her Hand / Rainbow in the Dark (03:55)
4. A Tale That Wasn’t Right (Helloween cover) (02:58)
5. The Triumph (05:01)
6. Dying Inside (04:03)
7. Creature of the Devil (05:03)
8. Twilight (06:03)
9. The Final Countdown (Europe cover) (04:33)
10. Fear of the Moon / Belzebú (08:17)

Man wird doch wohl mal frech sein dürfen.

Was, ja was sollte man als schon viele Jahre bestehende Power Metal-Formation tun, wenn man es allen noch einmal richtig zeigen möchte – aber eine eher durchwachsene Diskografie (siehe hier) im Gepäck hat ? Eine vorgefertigte Antwort hierauf gibt es wohl nicht. Vielleicht aber sollte man zumindest versuchen, aus bereits begangenen Fehlern zu lernen – und ein Album auf die Beine zu stellen, welches die der Vergangenheit in jedem Fall schlägt. So oder so ähnlich müssen wohl auch die Gedankengänge der Mitglieder von SKYLARK ausgesehen haben, die sich für ihr mittlerweile neuntes Studioalbum etwas eher ungewöhnliches ausgedacht haben. Das 2010 veröffentlichte 全部 (oder auch ZENBU) kommt schließlich als Doppel-CD mit nur zwei gänzlich neuen Titeln, dafür aber einigen neu aufgenommenen alten Hits sowie einer Bonus-CD mit Live-Aufnahmen daher. Theoretisch hätte das Projekt also allemal das Zeug dazu, sowohl alteingesessene Fans von SKYLARK als auch neu hinzustoßende Hörer zufriedenzustellen.

Wie so oft aber zeigt sich, dass Theorie und Praxis nicht immer nah beieinander liegen müssen. Auch nicht bei SKYLARK – einer Band, die sich schon 1995 aufmachte um ihre ganz eigene Interpretation eines melodischen und symphonischen Power Metal zu inszenieren. Und das mit einem mal mehr, zumeist aber deutlich weniger erfreulichen Ergebnis; leider. Wie sich 全部 schlägt, bleibt demnach auch nicht lange ein Geheimnis – denn eine positive Überraschung gibt es nicht. SKYLARK und ihr angestammter Frontmann um Eddy Antonini haben die Gelegenheit schlicht abermals verpasst, mehr aus sich selbst und ihrer Musik zu machen. Stattdessen servieren sie der Welt schon wieder ein Power Metal-Album, welches diese Bezeichnung eigentlich kaum verdient. Das kuriose oder auch bemerkenswerte dabei ist, dass es den Italienern nicht einmal gelungen ist ihre alten Nummern in irgendeiner Art und Weise aufzupeppen geschweige denn ansprechender zu präsentieren – obwohl gerade das mit einem Konzept wie dem hier an den Tag gelegten quasi unmissverständlich versprochen wurde. Viel eher ist das Gegenteil der Fall: so gut wie alle hier vertretenen Nummern klingen abgedroschener und plumper als jemals zuvor.

Dementsprechend muss man sich schon beim Opener SYMBOL OF FREEDOM mit seinen zusätzlich makaberen Gesangseinwürfen (die am ehesten nach wilden Tiergeräuschen klingen) die Frage stellen, ob SKLYLARK das hier präsentierte wirklich ernst meinen. Doch ganz egal wie die Antwort darauf ausfällt – wirklich zumutbar klingt das Ganze in keinem Fall. Denn ob man sich nun auf die alten oder die beiden neuen Titel bezieht, die Probleme sind die ewig gleichen. SKYLARK bringen die wohl mit Abstand am miesesten produzierten und abgemischten Genre-Alben auf den Markt, die aufgrund eben dieser Schludrigkeit gar nicht erst die Lust entstehen lassen sich intensiver mit ihnen zu befassen. Ein gutes Beispiel dafür findet sich auch in einem der beiden neuen Titel, dem leider nur theoretisch emotionalen SONG FOR A DAY. Während der weibliche Gesangspart hier sogar vergleichsweise gut abschneidet, sorgt der männliche Gegenpart (vertreten von einem gewissen Bob Gramm) eigentlich nur für eine gehörige Portion Fremdschämen – aufgrund der an den Tag gelegten Leistungen einerseits, aber eben auch nicht unwesentlich durch die schier unterirdische Abmischung. Das Urteil fällt entsprechend vernichtend aus: selbst bei einer rein akustischen Nummer wie dieser gelingt es den Mitgliedern von SKYLARK nicht, ein halbwegs akzeptables Handwerk zu verrichten.

Das ist natürlich auch – und absolut uneingeschränkt – auf den Leadgesang in den anderen Nummern zu beziehen. Was die hiesige Gesangsakrobatin Kiara beispielsweise in Titeln wie THE FINAL ANSWER fabriziert, geht schlicht auf keine Kuhhaut – sodass ein Album wie das vorliegende am ehesten noch als reine Instrumental-Version funktionieren könnte. Doch selbst dann erwarten einen nur relativ stumpfe, in Versatzstücken schon zigmal gehörte Kompositionen; die sowohl das nötige Fingerspitzengefühl als auch dringend benötige gute Ideen vermissen lassen. Es wirkt am ehesten, als würden SKYLARK immer wieder dasselbe schlechte Programm durchlaufen lassen; und das eben auch nicht erst seit gestern – was der Sache eine zusätzliche Brisanz verleiht. ZENBU ist somit gleich in mehrerlei Hinsicht eine gnadenlose Enttäuschung – die Tatsache, dass es sich fast ausschließlich um fragliche Neuaufnahmen und einen dezent irreführenden Alben-Titel handelt, rundet das Ganze nach unten hin ab.

Absolute Anspieltipps: /


„Es ist noch immer kein Land in Sicht.“

Advertisements

Metal-CD-Review: SKYLARK – The Storm & The Horizon (2015)

skylark-the-storm-and-the-horizon_500

Alben-Titel: The Storm & The Horizon
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: Juni 2015
Land: Italien
Stil / Genre: Melodic / Symphonic Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Roberto „Brodo“ Potenti – Bass
Eddy Antonini – Keyboards, Piano, Harpsichord
Max Ferri – Guitars
Mr. Steven – Drums
Ashley Watson – Vocals
Mai Shaira – Vocals
Fabio Dozzo – Vocals
Savannah Ferguson – Vocals

Track-Liste:

1. Eyes (06:28)
2. The Kiss That Never Happened (04:12)
3. Crystal Lake (06:48)
4. Just One Word (To Fall in Love) (04:48)
5. マジンガーZ (01:51)
6. Don’t Know What You Got (Till It’s Gone) (Cinderella cover) (05:45)
7. The Run Towards the Sun (03:35)
8. Shot Through the Heart (Bon Jovi cover) (04:07)
9. Tears (03:50)
10. Another Reason to Believe (05:46)
11. The Hardest Part Is the Night (Bon Jovi cover) (04:43)
12. 離したくはない (T-Bolan cover) (04:48)
13. Road to Heaven (05:04)
14. 会いたかった (AKB48 cover) (03:48)
15. Santa Fe (Bon Jovi cover) (05:34)
16. さんぽ (01:49)
17. Carrying You (03:01)
18. Bridges Are Burning (03:14)

Da kann man ruhig mal ein Auge drauf werfen… oder etwas ganz anderes.

Ja, auch im Bereich des Power Metal gibt es eine gewisse Form der Langlebigkeit. Und das nicht nur auf etwaige stilistische Ausrichtungen bezogen, denn gerade mit einzelnen Genre-Combos ist schon seit vielen Jahren immer wieder zu rechnen. Allerdings sagt das noch lange nichts über die Qualität einzelner Acts aus. So scheinen auch die Italiener von SKYLARK, die nun schon seit 1994 eine Genre-Mixtur aus Elementen des melodischen und symphonischen Power Metals kreieren; seit jeher dazu auserkoren die Gemüter zu spalten – und das wie kaum eine andere Genre-Formation. Doch ganz gleich, wie man etwa zu den frühen Alben a’la THE HORIZON AND THE STORM (Review) oder DRAGON’S SECRETS (Review) stehen mag – eines scheint im Falle der Italiener unausweichlich festzustehen. Denn wie man es auch dreht und wendet, viel hat sich wahrlich nicht getan im musikalischen Camp um die einzigen auch heute noch aktiven Gründungsmitglieder Eddy Antonini (Keyboards, Piano) und Roberto „Brodo“ Potenti (Bass) – zumindest, wenn man sich auf einen gewissen Lerneffekt bezieht. Erst Recht natürlich wenn man ganz offensichtlich Fehler gemacht hat – die Chance das nächste Level zu erreichen aber einfach nicht beim Schopfe packt.

Und so scheinen SKYLARK noch immer in einer merkwürdigen, und für das Genre sicherlich einmaligen Schockstarre zu verharren. Einer, die immerhin seit bald 20 Jahren anhält – und verhindert, dass die Band einen deutlichen Fortschritt in welche-Richtung-auch-immer (das wäre eigentlich zweitrangig) macht. Eine der Folgen, die sich zumindest auf diesem Blog hier bemerkbar macht; ist eine Ansammlung von geradezu kläglich bewerteten Alben. Dabei hatte die Band zwischenzeitlich schon aufgezeigt, dass möglicherweise mehr in ihr steckt – die dreiteilige DIVINE GATES-Saga etwa beschreibt auch heute noch die beste Kreation der Italiener. Vielleicht können SKYLARK mit THE STORM & THE HORIZON, dem mittlerweile elften Studioalbum der Band; ja wieder an diese noch halbwegs akzeptablen Werke anknüpfen. Für alle Die-Hard-Fans der Band gibt es neben der regulären CD-Version sogar noch eine Deluxe-Edition mit sage und schreibe 4 Silberlingen in einem A5-Digibook. Die ist aber nicht Gegenstand dieser Rezension, zumal viele der hier enthaltenen Titel bereits bekannt sind.

Das Hauptaugenmerk gilt also der eigentlichen THE STORM & THE HORIZON-CD mit seinen 18 Titeln sowie einer Spielzeit von satten 80 Minuten. Dabei fällt vor allem eines direkt auf: das Vorhandensein von mehr Material als üblich bedeutet leider nicht automatisch, dass auch die Qualität stimmt – erst Recht nicht im Falle von SKYLARK. Eher ist hier das Gegenteil der Fall: die Titel-Liste weist auf eine recht wirre Zusammenstellung höchst verschiedener Nummern hin, zwischen die sich auch immer wieder Cover-Versionen sowie komplett auf japanisch eingesungene Titel eingeschlichen haben. Dass wäre vielleicht gar kein allzu großes Problem, würde man SKYLARK anmerken dass sie tatsächlich eine halbwegs kontinuierliche Schiene fahren. Letztendlich aber probieren sie sich in derart viele Richtungen aus, dass es schmerzt – und beileibe nicht alle Nummern problemlos unter dem Oberbegriff des Heavy- oder Power Metals fungieren können. Aber selbst das wäre noch kein KO-Kriterium, würden die Italiener nur ihr eigentliches Handwerk verstehen. Vielleicht tun sie das ja, es kommt ganz auf die Perspektive an – doch überträgt sich diese grundsätzliche Voraussetzung schlicht nicht auf den geneigten Genre-Hörer. Der erhält hier nicht viel mehr als ein auffällig müdes und uninspiriertes Genre-Album mit einem vergleichsweise hohen Nerv-Faktor – und sogar Momenten, die mehr als nur dezent zum Fremdschämen einladen.

Dabei geht die relative Misere schon im Auftakt los, obwohl EYES noch zu den stärkeren Titeln des Albums gehört. Doch schon hier, sowie noch deutlicher im folgenden THE KISS THAT NEVER HAPPENED zeigt sich, dass die eingesetzten Sängerinnen (das sind in diesem Falle gleich mehrere) einfach nicht das Zeug dazu haben eine stimmige Performance abzuliefern; geschweige denn im Vergleich mit anderen Bands mitzuhalten. Das Hauptproblem liegt aber ohnehin eher woanders begraben – und das seit vielen Jahren respektive vielen SKYLARK-Alben. So klingen gerade die instrumentalen Kompositionen nicht nur nach den ärgsten Genre-Klischees – sie sind darüber hinaus auch noch schlecht arrangiert, klingen auffällig kraftlos und laufen des öfteren ins Leere. Ausnahmen gibt es hier keine, selbst nicht bei 18 enthaltenen Titeln und den Stilwechseln. Anders gesagt: ob nun eher rockig, poppig, elektronisch oder auch mal explizit in Richtung Power Metal (CRYSTAL LAKE, CARRYING YOU) – wirklich gelungen klingt die Musik von SKYLARK zu keinem Zeitpunkt. Und schon gar nicht innovativ, was man anderen Bands aber viel eher geneigt ist zu verzeihen.

Der andere Aspekt bezieht sich auf die auch nach 20 Jahren noch immer unglaubliche schlechte Präsentation und Produktion des Albums – das gelinde gesagt wie eine schnell zusammengebastele Demo-CD respektive nach Hobbykeller klingt. Warum SKLYARK hier einfach nichts dazulernen können oder wollen, bleibt wohl für immer ein Rätsel. So klingt THE STORM & THE HORIZON in jedem Fall nur noch stumpfer, als es ohnehin schon ist. Anders gesagt: die SKYLARK-Originale sind kaum der Rede wert, während gerade die Cover-Versionen (mit Ausnahme des irgendwie passig klingenden AKB48-Covers) zusätzlich in den Gehörgängen schmerzen. Es bleibt demnach zu hoffen, dass SKYLARK mit ihrem THE STORM & THE HORIZON und seinen Bezügen auf die Band-interne Vergangenheit tatsächlich ein Kapitel abschließen – und zwar endgültig. Vielleicht ja, um sich daraufhin neu zu erfinden – was in jedem Fall bitter nötig wäre.

Absolute Anspieltipps: /


15button

„Eine minimale Steigerung im Vergleich zu Alben wie TWILIGHTS OF SAND, aber dennoch: ein echter Aufstieg sieht anders aus.“

Metal-CD-Review: SKYLARK – Twilights Of Sand (2012)

skylark-twilights-of-sand_500

Alben-Titel: Twilights Of Sand
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. Januar 2012
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Radtone Music

Alben-Lineup:

Roberto „Brodo“ Potenti – Bass, Guitars
Eddy Antonini – Keyboards
Ashley Watson – Vocals

Track-Liste:

1. The Tears of Jupiter (01:36)
2. とべ!グレンダイザー (02:33)
3. The Princess and Belzebú (06:57)
4. She (06:06)
5. Love Song (05:08)
6. Tears (03:20)
7. Lions Are the World (07:29)
8. The Wings of the Typhoon (05:04)
9. Sands of Time (03:18)
10. Mystery of the Night (05:59)
11. Road to Heaven (05:07)
12. Believe in Love (05:43)
13. Follow Your Dreams (06:03)
14. Eyes (00:49)
15. とべ!グレンダイザー (karaoke version) (02:37)
16. Faded Fantasy (03:48)
17. Follow Your Dreams (female voice version) (05:39)

Vielleicht klappt es ja dieses Mal.

TWILIGHTS OF SAND ist das achte Studioalbum der italienischen Symphonic- und Power Metaller von SKYLARK. Eines, dass mit einigen Neuerungen daherkommt – wie etwas in Bezug auf den Leadgesangsposten, der nun von Ashley Watson bekleidet wird. Immerhin, einen Vorteil hat das Ganze – schließlich kommt die neue SKYLARK-Frontfrau mit einer wesentlich angenehmeren Stimmfarbe daher als ihre Vorgänger. Nicht ganz so gut ist indes, dass auch ihre Darbietung nicht wirklich mit den Instrumentalparts zu harmonieren scheint – und sie teils starke Probleme mit höheren Gesangslagen sowie ihren eher klassischen Intermezzi zu haben scheint. Am besten klingt sie ausgerechnet in SANDS OF TIME – ausgerechnet, da es sich hier um eine vor Schmalz triefende Pop-Ballade handelt.

Die markanteren Probleme des Albums ergeben sich aber ohnehin nicht allein aufgrund der insgesamt eher zu vernachlässigenden Gesangsleistungen (die Darbietung in THE PRINCESS AND BELZEBU beispielsweise hat etwas ganz und gar bezeichnendes)  vielmehr kommen sie aus gänzlich anderen Richtungen. Vornehmlich solchen, von denen man hätte annehmen müssen dass sie längst der Vergangenheit angehören. Doch weit gefehlt: TWILIGHTS OF SAND ist in Bezug auf das Instrumentenspiel, die Arrangements und Produktion abermals eine mittelprächtige Katastrophe. Allzu lange dauert es auch gar nicht, bis das festzustellen ist: bereits der Opener TOBE! GLENDZIER (der auf japanisch eingesungen wurde) zeigt beherzt auf, wie arg es aktuell um SKYLARK bestellt ist.

Anders gesagt: so gut wie alle Titel klingen rein Sound-technisch extrem unausgefeilt, flach – und werden zudem mit arg kitschigen Zusatzelementen seitens des Keyboards ausstaffiert. Was dezent verwunderlich ist; hatte man auf DIVINE GATES PART 3 doch immerhin ansatzweise gezeigt, dass man zu mehr imstande wäre. Theoretisch natürlich, mit einer großen Portion Engagement und dem Willen sich wirklich zu verändern. TWILIGHTS OF SAND aber ist eher als Schritt zurück zu bezeichnen – sodass SKYLARK auch mit ihrem mittlerweile achten Album keinen Blumentopf gewinnen können.

Absolute Anspieltipps: /


10button

„Ein Album, welches man am besten mit Kopfhörern verköstigen sollte – Schallschutzkopfhörern. Leider…“

Metal-CD-Review: SKYLARK – Divine Gates Part 3 – The Last Gate (2007)

skylark-divine-gates-part3_500

Alben-Titel: Divine Gates Part III: The Last Gate
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 23. Mai 2007
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Soundholic Co. Ltd.

Alben-Lineup:

Roberto „Brodo“ Potenti – Bass
Fabrizio „Pota“ Romani – Guitars
Eddy Antonini – Piano, Keyboards, Harpsichord
Fabio Dozzo – Vocals
Kiara – Vocals

Track-Liste:

1. Intro (00:35)
2. The Scream (06:24)
3. Soul of the Warrior (05:48)
4. Dying Inside (04:01)
5. Hurricane (01:35)
6. Believe in Love (05:46)
7. All Is Wrong (06:17)
8. Time (03:46)
9. The Heaven Church (new version) (04:17)
10. A Story Not to Tell (05:26)
11. Mt. Fuji (electric version) (04:08)
12. Mt. Fuji (acoustic version) (05:02)

Da ginge noch so viel mehr.

Nach dem relativen Desaster auf und mit FAIRYTALES schicken sich die italienischen Symphonic Power Metaller von SKYLARK erneut an, ihre bis dato heftig umstrittene Diskografie mehr oder weniger erfolgreich fortzusetzen. Problematisch erscheint indes, dass es dabei offenbar keinerlei Veränderungen im Lineup gegeben hat. Und so ertönt auch auf dem vorliegenden DIVINE GATES PART III die höchst durchwachsene Stimme von Chiara Letizia Pernigotti. Immerhin: sie klingt schon nicht mehr ganz so dilettantisch und unsicher wie auf dem Vorgänger, doch als Genre-Highlight ist auch ihre aktuelle Darbietung nicht zu bezeichnen. So hart es klingen mag: es erscheint nach wie vor zweifelhaft, warum man sich ausgerechnet für diese Sängerin entschieden hat.

Vielleicht ja, um den eigentlichen Leadsänger Fabio Dozzo – der auf DIVINE GATES PART III auch wieder etwas öfter zu Wort kommt – etwas Unterstützung zuzugestehen ? Und tatsächlich, mit den beiden SKYLARK-Stimmen ergibt sich immerhin der Ansatz einer wie-auch-immer gearteten Gesangs-Harmomie. Eine, die sich verständlicherweise noch lange nicht mit der Konkurrenz messen lässt – aber schon einmal als Schritt in die richtige Richtung bezeichnet werden kann. Allemal interessant ist auch, dass das Album dezente Verbesserungen hinsichtlich eines der bisher gröbsten Knackpunkte der Band offenbart: der allgemeinen Produktionsqualität.

Sicher, nach sage und schreibe sieben relativ mies produzierten Alben mag das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein – aber immerhin. Handwerklich sieht es ebenfalls recht durchwachsen aus – wobei die nun deutlich symphonischeren und knackigeren Kompositionen, der Verzicht auf allzu viele Pop-Anleihen und die wesentlich treffsicherer agierenden Gitarren noch am ehesten gefallen. Insgesamt aber reicht auch das nicht aus, um das Album empfehlenswert zu gestalten; oder anders gesagt: es ist immer gut, wenn sich dezente Verbesserungen einstellen und sich eine Band weiterentwickelt. Doch wenn das Ganze vergleichsweise spät kommt, und man nach dem längst überfälligen Sprung ungefähr auf dem Niveau eines ungeschliffenen Debütalbums einer x-beliebigen Genreband landet – ist das Ziel noch lange nicht erreicht.

Absolute Anspieltipps: ALL IS WRONG


40button

„Für SKYLARK ein kleiner Sprung nach vorn – was insbesondere den Gesang betrifft aber noch lange nicht konkurrenzfähig.“

Metal-CD-Review: SKYLARK – Fairytales (2005)

skylark-fairytales_500

Alben-Titel: Fairytales
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 07. November 2005
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Roberto „Brodo“ Potenti – Bass
Fabrizio „Pota“ Romani – Guitars
Eddy Antonini – Piano, Keyboards, Harpsichord
Fabio Dozzo – Vocals
Kiara – Vocals

Track-Liste:

1. Music (05:55)
2. First Night (06:20)
3. A Rose in Her Hand (03:04)
4. Lions Are the World (11:34)
5. I’m the Evil (04:36)
6. Moonlight Shadow (Mike Oldfield cover) (03:09)
7. Little Red Riding Hood (18:07)
8. Love (05:07)

Unheimliche Begegnungen der SKYLARK-Art ?

Die italienischen Power Metaller von SKYLARK sind eine der wenigen Genre-Combos, die auf diesem Blog bisher ausschließlich unterdurchschnittliche Wertungen eingefahren haben – was mit bis dato sechs vollwertigen Studioalben von 1995 bis 2004 doch etwas verwunderlich erscheint. Schließlich sollte man doch bei so gut wie jeder Band von einem gewissen Reifeprozess ausgehen – sowie der Bereitschaft, allzu offensichtliche Mängel nach und nach auszubügeln. Doch offenbar verschloss man davor gerade bei SKYLARK immer wieder die Augen – sodass auch das siebte SKYLARK-Studioalbum FAIRYTALES vor allem durch einen besonders störenden Faktor gekennzeichnet ist.

Und der bezieht sich auf nicht weniger als die abermals relativ dahingeschludert erscheinende Produktion – die nicht wirklich die Lust entstehen lässt, das Album intensiver zu erforschen. Denn eines ist – auch ganz unabhängig vom Gefallen oder Nichtgefallen der Genre-Ausrichtung der Band – klar: nach sechs Alben hätte man zumindest in der Lage sein sollen, ein handwerklich anständig inszeniertes Album auf den Markt zu bringen. Doch es ist, wie es ist: die Produktion ist schwach, der Gesang schlecht abgemischt; die Arrangements wirken lieblos und vor allem die strapazierenden Keyboard-Elemente stark aufgesetzt. Mindestens ebenso ärgerlich wie der nicht vorhandene Lern-Effekt ist dabei die Tatsache, dass SKYLARK auch auf FAIRYTALES nichts nennenswertes anzubieten haben – obwohl oder gerade weil man sich eine zusätzliche weibliche Gesangsunterstützung ins Boot geholt hat.

Schließlich ist die Leistung der neuen Sängerin Chiara Letizia Pernigotti alles andere als glanzvoll – vielmehr klingt sie ärgerlich dilettantisch und aufgesetzt. Neben dem ohnehin eher kläglichen Eindruck des eigentlichen Leadsängers Fabio Dozzo ändert sich in Bezug auf den SKYLARK-Leadgesang also viel zu wenig – der erhoffte frische, zumindest etwas professionellere Eindruck blieibt aus. Das gilt wohl auch für die instrumentalen Kompositionen, die auch ohne die ständigen Kopien diverser RHAPSODY-Elemente als Frechheit zu bezeichnen sind. Das Stichwort eines belanglosen Gedudels trifft es hier am ehesten: so dahingerotzt, plump und schlichtweg mies wie speziell das Cover zu MOONLIGHT SHADOW klang schon lange keine Power Metal-Nummer mehr.

Da hilft es auch nicht, dass mit LITTLE RED RIDING HOOD ein eher peinliches und nur vermeintliches Opus mit einer Spieldauer von satten 18 Minuten enthalten ist – in dem die Schwächen der Band noch einmal vollends offenbar werden. Was auch immer mit Band-Mastermind Eddy Antonini los ist – ihn mit seinem Landsmann Luca Turilli vergleichen zu wollen (was schon hie und da geschehen ist) erscheint eher unangebracht. Eine ähnliche Passion, einen ähnlichen Ernst oder schlicht ein ähnliches Gespür für gute Musik spürt man in Antonini’s Werken schließlich nicht. Oder, wenn man es positiv ausdrücken wollte: noch nicht.

Absolute Anspieltipps: /


15button

„Es hat sich nicht viel geändert – und gerade das bugsiert FAIRYTALES auf einen der hinteren Plätze.“