Metal-CD-Review: RHAPSODY OF FIRE – The Eighth Mountain (2019)

Alben-Titel: The Eighth Mountain
Künstler / Band: Rhapsody Of Fire (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 22. Februar 2019
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Alex Staropoli – Keyboards, Piano
Roberto De Micheli – Guitars
Alessandro Sala – Bass
Manuel Lotter – Drums
Giacomo Voli – Vocals

Track-Liste:

1. Abyss of Pain (00:48)
2. Seven Heroic Deeds (04:47)
3. Master of Peace (05:31)
4. Rain of Fury (04:09)
5. White Wizard (04:56)
6. Warrior Heart (04:29)
7. The Courage to Forgive (04:54)
8. March Against the Tyrant (09:22)
9. Clash of Times (04:41)
10. The Legend Goes On (04:33)
11. The Wind, the Rain and the Moon (05:22)
12. Tales of a Hero’s Fate (10:47)

Von Hügelgräbern und Legenden, die niemals sterben.

Freunden des gepflegten Power Metals, die in der letzten Zeit auch nur ansatzweise einen Blick in Richtung potentiell hochkarätiger Neu-Releases im Jahre 2019 gewagt haben; dürfte es kaum entgangen sein: RHAPSODY OF FIRE sind zurück. Und das nun aber endlich auch – was tendenziell schon einmal ein noch größerer Grund zur Freude ist als bei den 3 vorab veröffentlichten Singles – mit einem vollwertigen Studioalbum. Selbiges, zweifelsohne entsprechend heiß erwartetes Werk horcht auf den Titel THE EIGHTH MOUNTAIN, beinhaltet 12 Titel bei einer Gesamtspielzeit von knapp 64 Minuten – und hat dabei allemal das Zeug dazu, die Laufbahn der Italiener in einem lobenswerten Sinne zu beeinflussen. Schließlich haben sich diese speziell in Bezug auf ihre jüngere Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert – wobei der eng damit zusammenhängende Ausstieg von Luca Turilli im Jahre 2011 erst der Anfang war. Insbesondere nachdem der angestammte RHAPOSODY-Frontmann Fabio Lione 2016 – und das überraschenderweise – auch noch das Handtuch warf und der neue Leadsänger Giacomo Voli einen alles andere als guten Start hatte (man betrachte nur das relative Desaster der 2017 veröffentlichten Compilation LEGENDARY YEARS, siehe Review) – war eigentlich kaum noch mit einer positiven Entwicklung der Band zu rechnen.

Doch dann, und schon mit der ersten gegen Ende 2018 veröffentlichten Single THE LEGEND GOES ON; standen plötzlich einige Münder offen. Und das, wie sich anhand der beiden ebenfalls alles andere als zu vernachlässigenden Singles RAIN OF FURY und MASTER OF PEACE bestätigte; auch absolut zu Recht. Immerhin scheint es so, dass sich alle neuen Mitglieder um das einzige noch verbliebene Gründungsmitglied Alex Staropoli langsam aber sicher in der Band eingefunden haben – wobei gerade Leadsänger Giacomo Voli einen schier unglaublichen Sprung gemacht hat. Und das wohl auch, da RHAPSODY OF FIRE etwas eingesehen haben was manchen Fans schon von vornherein klar war: es hätte nichts gebracht, wenn Voli weiterhin (und wie auf LEGENDARY YEARS) probiert hätte, seinen Vorgänger Fabio Lione zu imitieren. Und so beschreitet man mit THE EIGHTH MOUNTAIN endlich den von den Fans auch so gewünschten neuen Weg, der noch immer mit der Historie – oder vielleicht auch Legende – der Band harmoniert, dabei aber auch einiges ein Frische und neu entdeckter Spielfreude mitbringt. Und, das sollte man keineswegs vergessen: den für die ursprünglichen RHAPSODY OF FIRE ebenfalls maßgeblichen symphonischen Sound-Anstrich, inklusive eines entsprechend theatralisch angehauchten Auftritts. Dementsprechend sollte man schon ein Freund der hier angepeilten Spielart sein, um überhaupt mit einem Album wie THE EIGHTH MOUNTAIN warm werden zu können.

Fest steht: alle, auf die das nur ansatzweise zutrifft – und die sich nach dem letzten wirklich guten RHAPSODY OF FIRE-Album (das liegt bekanntlich schon einige Jahre zurück) endlich einmal wieder ein waschechtes Brett gewünscht haben – sollten ihre wahre Freude an und mit THE EIGHTH MOUNTAIN haben. Und das selbst wenn es in Bezug auf den Gesamteindruck gilt, kleinere Abstriche zu machen. Selbige sind dabei allerdings keine, die sich in irgendeiner Form auf das Lineup oder die Leistungen der einzelnen Mitglieder beziehen – sondern vielmehr auf Feinheiten hinsichtlich der Abmischung und Produktion. Den von Alessandro Sala gespielten Bass etwa hätte man hie und da ruhig noch etwas vordergründiger im Mix platzieren können, und der harschen Gesangspart in der Einleitung zu TALES OF A HEROS FATE hätte nicht sein müssen. Je nach persönlicher Facón (oder eher Vorbelastung) kann es auch vorkommen, dass einem die Keyboard-Elemente und Orchestrationen teils etwas zu aufdringlich erscheinen – worauf man bei einer Band wie RHAPSODY OF FIRE aber einfach gefasst sein muss. Überhaupt ist im Falle von THE EIGHTH MOUNTAIN vieles auch einfach nur Gewöhnungssache, oder anders gesagt: nach einem entsprechenden Warm-Up (oder im besten Fall gleich einer handvoll Durchläufe) wird man schon eher in den Genuss der hier anberaumten musikalischen Welten der Italiener kommen können.

Mit Leadsänger Giacomo Voli – und das beweist er spätestens durch seine Darbietungen in den balladesk angehauchten Titeln MARCH AGAINST THE TYRANT und THE WIND, THE RAIN AND THE MOON – ist jedenfalls zu rechnen. Auch die Instrumentalparts und Soli machen eine gute bis ganz und gar hervorragende Figur – und wenn dann auch noch Titel wie WARRIOR HEART (samt Flöte und barockem Spinett) oder das wandelbare MARCH AGAINST THE TYRANT samt seinem mächtigen Refrain erklingen, ist es wieder vollends da: das gute alte RHAPSODY-Gefühl. Mit einem Album wie diesem im Gepäck befinden sie sich jedenfalls auf einem guten Weg – in Bezug auf ihre Karriere, aber auch die Auswahl der besten Power Metal-Alben des Jahres 2019.

Absolute Anspieltipps: MASTER OF PEACE, RAIN OF FURY, WARRIOR HEART, MARCH AGAINST THE TYRANT, THE LEGEND GOES ON


„Ein neues, in jeder Hinsicht lohnenswertes Kapitel in der großen RHAPSODY-Saga.“

Lasset Uns Das Jahr Zünftig Einläuten… Mit RHAPSODY OF FIRE Und Ihrer Neuen Single „Rain Of Fury“ (2019). #ROF #EPIC

Was, die gibt’s auch noch ? Oh ja… und wie.


Na, das klingt doch mal besser als gedacht ! Die Italiener von RHAPSODY OF FIRE sind zurück, und das offenbar in voller Stärke. Selbiges war nicht unbedingt zu erwarten, nachdem erst Luca Turilli (als Gitarren-Maestro und zweites Mastermind neben Alex Staropoli) und dann auch noch Fabio Lione (als angestammter Leadsänger der Combo) das Schiff verlassen hatten. Doch nun, und das ist die erste große Überraschung des noch jungen Power Metal-Jahres 2019 – klinge.n RHAPSODY OF FIRE wieder so, als würden sie an ihre alten Glanzzeiten anknüpfen. In wie weit das tatsächlich möglich ist, bleibt abzuwarten – doch fest steht, dass das neue Lineup eine erstaunlich gute Figur macht. Und natürlich, dass der klassische RHAPSODY-Sound einfach besser zur Band passt als der symphonisch-überschwängliche, eher düstere Sound der letzten zwei bis drei Alben. Man überzeuge sich selbst…

Metal-CD-Review: RHAPSODY OF FIRE – Legendary Years (2017)

Alben-Titel: Legendary Years
Künstler / Band: Rhapsody Of Fire (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 26. Mai 2017
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Alex Staropoli – Keyboards, Harpsichord, Piano
Roberto De Micheli – Guitars
Alessandro Sala – Bass
Manuel Lotter – Drums
Giacomo Voli – Vocals

Track-Liste:

1. Dawn of Victory (04:44)
2. Knightrider of Doom (03:58)
3. Flames of Revenge (05:32)
4. Beyond the Gates of Infinity (07:21)
5. Land of Immortals (04:53)
6. Emerald Sword (04:23)
7. Legendary Tales (07:50)
8. Dargor, Shadowlord of the Black Mountain (04:47)
9. When Demons Awake (06:47)
10. Wings of Destiny (04:17)
11. Riding the Winds of Eternity (04:12)
12. The Dark Tower of Abyss (06:51)
13. Holy Thunderforce (04:20)
14. Rain of a Thousand Flames (03:44)

Wo RHAPSODY OF FIRE draufsteht, ist noch immer RHAPSODY drin. Oder ?

Für alle, die in den letzten Wochen die offiziellen Kommunikationskanäle von AFM Records und RHAPSODY OF FIRE beobachtet haben; ist es schon lange keine überraschende Neuigkeit mehr – sondern vielmehr ein heiß diskutiertes und auch mal explizit zum streiten einladendes Thema. Immerhin haben sich die innerhalb des Genres berühmt-berüchtigten Italiener, die in letzter Zeit immer wieder vor potentiell gravierenden Lineup-Wechseln standen; dazu entschieden eine besondere Best Of-Compilation zu veröffentlichen. Und eben kein neues Studioalbum, wie es von manchen geradezu erwartet wurde. Schließlich wollten viele einen Blick auf das wirkliche Potential der neu aufgestellten RHAPSODY OF FIRE werfen – was in Bezug auf das gerade erst erschienene LEGENDARY YEARS leider kaum möglich ist. Denn: für ihre besondere Zusammenstellung, oder eher ihre retrospektive Werkschau haben die Italiener nichts gänzlich neues kreiert – sondern stattdessen tief in ihrer musikalischen Schatzkiste gegraben. Herausgekommen ist dabei eine Zusammenstellung, die einige der vielleicht besten RHAPSODY-Titel aus einer längst vergangenen Ära erneut ans Tageslicht holt; selbige dank der komplett neuen Studioaufnahmen in einem neuen musikalischen Gewand präsentiert – und natürlich auch das aktuelle Band-Lineup erstmals auf einem für die Ewigkeit festgehaltenen Medium präsentiert.

Eines ist dabei relativ schnell festzustellen, und das noch ohne das Album intensiver zu begutachten: die anberaumten Streitigkeiten und Diskussionen sind – auch wenn sie einstweilen etwas müßig wirken – tatsächlich alles andere grundlos. Sicher, RHAPSODY OF FIRE sind beileibe nicht die ersten; die für eine Compilation oder ein Best-Of altes Material neu aufgenommen haben – doch nach wie vor sollte die Frage nach einem tieferen Sinn hinter eben solchen Ambitionen erlaubt sein. Denn, und auch das ist keine allzu neue oder überraschende Feststellung: in den meisten Fällen gehen mit LEGENDARY YEARS vergleichbare Projekte eher nach hinten los, und das aus mehreren Gründen. Eine Beobachtung aber lässt sich des öfteren anstellen – und die bezieht sich schlicht auf die Frage nach der jeweiligen Wertigkeit des ursprünglichen und neu interpretierten Materials. Dabei hat sich vor allem ein Leitsatz schmerzlich bewahrheitet: je einzigartiger, atmosphärischer, und vielleicht auch effektiver das Originalmaterial war (und oft noch immer ist); desto überflüssiger erscheint eine Neuaufnahme. Vorausgesetzt natürlich, man ist eben nicht auf großspurige Veränderungen aus (beispielsweise, indem man überraschende Akustik-Versionen bekannter Nummern einspielt) – sondern lediglich auf eine bestmögliche Kopie und auch Lineup-Portierung des alten Materials in die heutige Zeit.

Und gerade das geht des öfteren reichlich schief, wovon nicht länger nur MANOWAR oder SONATA ARCTICA ein Lied singen können – sondern leider auch RHAPSODY OF FIRE. Sicher ist es grundsätzlich kein Problem, dass nun auch die Italiener einen Blick zurückwagen; was ihnen als ehemalige Galionsfigur des Genres allemal erlaubt sein dürfte – die eigentliche Art der Neuaufnahmen aber gibt durchaus Anlass zur Sorge. Denn: wie bereits erwähnt versuchen RHAPSODY OF FIRE erst gar nicht, den alten Nummern neues abzugewinnen. Dass die entsprechenden Kopien schier katastrophal abschneiden, hat dabei vor allem einen Grund: der einstige RHAPSODY-Frontmann Fabio Lione ist nicht mehr mit von der Partie, sondern der erst kürzlich verpflichtete Giacomo Voli. Immerhin: wäre Lione noch dabei; wäre das vorliegende Best-Of sicher eine noch ernüchternde, unnötigere Angelegenheit geworden. Doch auch mit dem potentiell frischen Leadgesangspart ergibt sich nichts allzu rosiges – und das nicht nur, da Voli teils deutlich hinter seinem berühmten Vorgänger zurückstecken muss. Denn auch wenn es hie und da anders klingt, ist der neue Sänger nicht unbedingt darauf aus sich die Nummern wirklich zu eigen zu machen. Eben das wurde ihm vermutlich auch gar nicht erst gestattet – der Wiedererkennungswert sollte möglichst groß sein.

In jedem Fall darf oder muss man den neuen Sänger so des öfteren in Gesangsparts erleben; die dem Stil und der Stimmfarbe von Lione offensichtlich angepasst wurden (man lausche nur einmal dem Refrain von WHEN DEMONS AWAKE). Das klingt zwar nicht per se schlecht – aber eben doch etwas merkwürdig. Spätestens in einer Ballade wie WINGS OF DESTINY zeigt Giacomo Voli ohnehin, dass er kaum in die riesigen Fußstapfen seines Vorgängers treten kann – zumindest nicht, wenn die Band ihren bisherigen Stil beibehält. Selbiges gilt im übrigen auch für den zweiten die Compilation so gesehen nur vermeintlich auszeichnenden Aspekt. So versprach die Band – oder eher das einzige noch übrig gebliebene alte Mitglied Alex Staropoli – den Titeln auch Sound-technisch einen gehörigen Schliff zu verpassen. Und: was sich hier ergeben hat, ist vermutlich eine noch größere Katastrophe als alles was mit dem Gesang oder den Chören zusammenhängt. Nicht nur, dass die Produktion wesentlich klinischer klingt und das besondere Flair der jeweiligen Originale beinahe komplett vergessen lässt; gerade die neu eingespielten Orchesterparts oder aber das nicht bei jedermann beliebte Flötenspiel aus LEGENDARY TALES sowie WINGS OF DESTINY klingen sogar noch um ein vielfaches abgedroschener als dereinst.

Was genau man mit dieser Compilation erreichen wollte, bleibt jedenfalls schleierhaft. Für alteingesessene Fans eignet sich das Ganze kaum – zu gewöhnungsbedürftig sind die qualitativen Unterschied zwischen dem alten und neuen Leadsänger, zu sehr durch den Fleischwolf oder eher diverse Mischpulte gedreht wurden die einst sehr guten Nummern. Kaum festzustellen ist dagegen, was schlimmer wiegt: dass es dabei selbst bisher weitestgehend unangetastete, klassische Meisterwerke vom Schlage eines DARK TOWER OF ABYSS getroffen hat; oder das gleichermaßen bekannte wie zünftige Hymnen a’la HOLY THUNDERFORCE plötzlich seltsam harmlos klingen. Für Neueinsteiger oder alle, die einen interessierten Blick in Richtung der möglichen Zukunft der Band werfen wollen; eignet sich LEGENDARY YERAS sogar noch weniger – wenn man schon einen neuen Abschnitt beginnt, sollte man der Vergangenheit nicht hinterhertrauern. Genau das ist LEGENDARY EARS aber letztendlich geworden: ein Trauerspiel, das sich nicht zwischen der Vergangenheit und der Zukunft entscheiden kann. Vielleicht ja weil erstere entsprechend erfolgreich war – und zweitere entsprechend ungewiss ist ? Mit diesem Album haben sich die Italiener jedenfalls keinen Gefallen getan – was bleibt, ist wie so oft nur die Erinnerung an eine bessere Zeit.

Absolute Anspieltipps: /


„Nun haben sie auch RHAPSODY OF FIRE in ihrer Diskografie – handwerklich überzeugende, insgesamt aber absolut unnötige und unbrauchbare Neuaufnahmen; die man den Originalen zu keiner Zeit vorziehen kann.“

Metal-CD-Review: RHAPSODY OF FIRE – Into The Legend (2016)

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Alben-Titel: Into The Legend
Künstler / Band: Rhapsody Of Fire (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 15. Januar 2016
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Alex Staropoli – Keyboards, Harpsichord, Piano
Fabio Lione – Vocals
Alex Holzwarth – Drums, Percussion
Roberto De Micheli – Guitars

Track-Liste:

1. In Principio (02:45)
2. Distant Sky (04:32)
3. Into the Legend (05:01)
4. Winter’s Rain (07:44)
5. A Voice in the Cold Wind (06:18)
6. Valley of Shadows (06:55)
7. Shining Star (04:39)
8. Realms of Light (06:01)
9. Rage of Darkness (06:02)
10. The Kiss of Life (16:45)

Das Spiel mit dem eigenen Status.

Der 15. Januar dürfte ein Freudentag gewesen sein – zumindest für all jene, die der seit 1995 bestehenden Kult-Formation RHAPSODY OF FIRE (Ex-RHAPSODY, Ex-THUNDERCROSS) seit jeher die Treue schwören. Schließlich galt der Stichtag der Veröffentlichung von INTO THE LEGEND, dem mittlerweile elften Studioalbum der Italienischen Symphonic Power Metaller. Und damit einer Band, der ein gewisser Kultstatus nicht von ungefähr anhaftet. Denn auch wenn die schon seit Jahren kontinuierlich von der Band gehegte und gepflegte, Fantasy-lastige Spielart inklusive reichlich Pomp und Bombast nicht jedermann gefallen wird; so sind sich die meisten doch darüber einig, dass RHAPSODY OF FIRE in den späten 90ern eine wichtige Funktion als Genre-Wegbereiter übernommen haben. Vermutlich würde es heute tatsächlich etwas anders aussehen in der Landschaft des Symphonic Power Metal, hätte es niemals ein LEGENDARY TALES (Review) oder ein SYMPHONY OF ENCHANTED LANDS (Review) gegeben. Und noch etwas muss man der Band in jedem Fall hoch anrechnen: Fabio Lione & Co. haben sich niemals auf ihren bisherigen Lorbeeren ausgeruht, sondern immer munter weitergemacht mit dem was sie lieben und vermutlich auch leben.

Warum nun gerade INTO THE LEGEND eine weitere spannende Angelegenheit in der gut bestückten Diskografie der Band ist, versteht sich eigentlich von selbst. Denn wie man weiß war 2011 ein relatives Schicksalsjahr für die Band, die kurz nach der Veröffentlichung von FROM CHAOS TO ETERNITY (Review), dem wohl letzten klassischen RHAPSODY-Album; eine markante Aufsplittung erfuhr. Seit diesem Tag werkelt LUCA TURILLI allein respektive mit einer neuen Band in LUCA TURILLIS RHAPSODY, und die eigentlichen RHAPSODY OF FIRE waren auf sich allein gestellt – wobei man in Anbetracht der Größe von Fabio Lione und sicher auch Alex Staropoli niemals davon sprechen konnte, dass nicht nur wichtige Mitglieder sondern auch ein Großteil des Talents die Band verlassen hatte. Dennoch machte sich das einschneidende Erlebnis sowie die teilweise Neubesetzung bemerkbar: das 2013’er Album DARK WINGS OF STEEL (Review) fühlte sich nicht wirklich rund an, und war für viele eine relative Enttäuschung. Umso brennender dürfte daher die Frage sein, was sich in Bezug auf INTO THE LEGEND getan hat.

Eines fällt dann aber recht schnell auf: RHAPSODY OF FIRE orientieren sich mit ihrem elften Album wieder deutlicher an ihren Ursprüngen. Analog dazu ist auch die an den Tag gelegte Spielfreude und unmissverständliche Ausdruckskraft von dereinst zurück – womit INTO THE LEGEND schon wieder wesentlich deutlicher nach RHAPSODY klingt als das etwas halbgare DARK WINGS OF STEEL. Gleichzeitig könnte, oder müsste man auch einräumen, dass es sich somit um ein relativ typisches Album der Italiener handelt – was viele Fans freuen, anderen (speziell solche die nach neuen Eindrücken suchen) dagegen eher sauer aufstoßen sollte. Doch wie man es auch dreht und wendet – es fühlt sich einfach gut an, RHAPSODY wieder in ihrer eigentlichen musikalischen Welt angekommen zu wissen. Die befasst sich auch in diesem Fall mit der gekonnten Inszenierung der gesamten Bandbreite, die das Genre des Symphonic Power Metal zu bieten hat – wobei bereits das Intro auf den besonderen, unverkennbaren Bombast und den dezent apokalyptischen Grundton von RHAPSODY OF FIRE hinweist. Bei den folgenden Nummern DISTANT SKY und dem Titeltrack INTO THE LEGEND sah man sogleich von allzu ausschweifenden Experimenten ab – sodass sich schon zum Auftakt zwei sofort zündende, typisch starke RHAPSODY-Hymnen mit Spitzenrefrains finden.

Somit bleibt vieles beim alten, respektive kehrt zum alten zurück – was auch für die wuchtige Produktionsqualität und das Spiel der Instrumente im allgemeinen gilt. Von Fabio Lione gar nicht erst zu sprechen – der zieht sein Ding seit Jahren unbeirrt durch, und macht dabei eine außergewöhnlich gute Figur. Während das Vorgängeralbum noch etwas zu sehr von seichten Keyboard-Klängen geführt worden war, springt auf INTO THE LEGEND wieder ein echtes Orchester ein – was in Anbetracht der durchaus epischen Aufmachung des Albums passig erscheint und dem Album eine zusätzlich organische Note verpasst. Sehr gut ist auch, dass das Album nach dem eher gradlinigen Auftakt an Variabilität gewinnt. Will heißen: einzelne Nummern wie WINTERS RAIN oder A VOICE IN THE COLD WIND (welches auch die guten alten Flöten-Töne zurückbringt) bleiben nicht gleich, sondern entwickeln sich hörbar. Der einzige Nachteil des Albums ist wohl, dass RHAPSODY OF FIRE einstweilen zu dick auftragen, vor allem was den Einsatz des Orchesters und das Versehen der Titel mit einer explizit düsteren Note betrifft. Gerade im späteren Albenverlauf finden sich einige doch dezent aufgeblasen klingende Nummern mit einem gewissen Hang zur Übertreibung – wie etwa VALLEY OF SHADOWS oder REALMS OF LIGHT. Hier hätte man ruhig noch häufiger vom neuen, ernsten Pfad abweichen und für ein wenig Auflockerung sorgen können. Doch insgesamt kann man dem Album nur wenig vorwerfen.

Absolute Anspieltipps: DISTANT SKY, A VOICE IN THE COLD WIND, RAGE OF DARKNESS


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„Eine Vorliebe für Orchester, sowie reichlich Bombast und Pathos wird empfohlen.“

RHAPSODY OF FIRE – Into The Legend (Metal News)

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Eine Legende sind sie ja bereits.

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Nach dem noch immer guten, für RHAPSODY OF FIRE-Verhältnisse aber eher durchwachsenen DARK WINGS OF STEEL (Review) haben sich die von LUCA TURILLI zurückgelassenen Italiener für 2016 wieder großes vorgenommen. Das nur 10 Titel starke, mit einer Laufzeit von knapp 70 Minuten aber recht umfangreiche INTO THE LEGEND könnte somit das erste waschechte Genre-Highlight des Jahres werden. Das bereits veröffentlichte Vorab-Material klingt jedenfalls vielversprechend. Schon ab dem 15. Januar 2016 wird man mehr wissen…