Metal-CD-Review: POWERWOLF – Lupus Dei (2007)

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Alben-Titel: Lupus Dei
Künstler / Band: Powerwolf (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 07. Mai 2007
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Metal Blade Records

Alben-Lineup:

Attila Dorn – Vocals
Matthew Greywolf – Guitars
Charles Greywolf – Bass, Guitars
Falk Maria Schlegel – Organ
Stéfane Funèbre – Drums

Track-Liste:

1. Lupus Daemonis (Intro) (01:17)
2. We Take It from the Living (04:04)
3. Prayer in the Dark (04:20)
4. Saturday Satan (05:18)
5. In Blood We Trust (03:03)
6. Behind the Leathermask (04:35)
7. Vampires Don’t Die (03:09)
8. When the Moon Shines Red (04:25)
9. Mother Mary Is a Bird of Prey (03:16)
10. Tiger of Sabrod (03:53)
11. Lupus Dei (06:08)

Eindeutig auf dem Weg nach oben.

Während das POWERWOLF-Debütalbum RETURN IN BLOODRED (Review) noch ein ungewöhnlich lockeres, beschwingt-rockiges und immerhin ansatzweise aus der Genre-Masse herausragendes war; ist der wahre Grundstein für das spätere Werk der Wölfe vornehmlich auf LUPUS DEI zu suchen und zu finden. Der Grund dafür könnte schlichter nicht ausfallen: es scheint, als hätten POWREWOLF vehement weiter an den schon auf dem Debütalbum gebotenen Ansätzen gefeilt, sie gewissermaßen perfektioniert – und so einen höchst eigenständigen, frischen Genre-Sound kreiert. Einen, dem man die markante Gegenüberstellung von eher düster-diabolischen Elementen auf der einen; sowie einem launigen Hymnen-FAktor auf der anderen Seite erstmals deutlich anhört. Doch nicht nur das eigentliche  musikalsiche und lyrische Konzept scheint hier vollends aufzugehen – auch in Bezug auf die Darbietungen der einzelnen Mitglieder hatte sich einiges getan. So agiert hier speziell Leadsänger Attila Dorn weitaus kräftiger, variabler und einladender als zuvor respektive auf RETURN IN BLOODRED – wofür ein Titel wie WHEN THE MOON SHINES RED eindrucksvoll Pate steht.

Auch der Sound der Gitarren ist schroffer und markanter geworden, analog zu einem allgemein energetischeren Eindruck. Als besonderes Schmankerl stellen sich dann die neuen Raffinessen hinsichtlich der Keyboard-Unterstüzung und der Chor-Elemente heraus: Nummern wie das mächtige IN BLOOD WE TRUST, das epische BEHIND THE LEATHERMASK oder das extrem flotte VAMPIRES DONT DIE sind schlicht ein musikalischer Hochgenuss. Spätetens im Rausschmeißer und titeltrack LUPUS DEI zieht Attila Dorn noch einmal alle Register, und überzeugt mit einer ganz und gar hypnotischen Performance. Diese eingängige, gar verschwörerische Gesamtwirkung sorgt dafür dass viele der Titel direkt ins Ohr gehen – wobei es sich POWERWOLF aber auch nicht zu einfach machen und immer wieder für die nötige Abwechslung sorgen. Einige Nummern erinnern noch dezent an das Vorgängeralbum, wirken aber weitaus prägnanter isnzeniert und stellen sich gerade deshalb als sinnige Weiterentwicklung dar. Dass das tempo im allgemeinen wesentlich flotter und mitreißender erscheint, ist dann ebenfalls nur gutzuheißen – dank der guten Produktion entfaltenen aber so gut wie alle Nummern ihr volles Potential.

Absolute Anspieltipps: IN BLOOD WE TRUST, BEHIND THE LEATHERMASK, WHEN THE MOON SHINES RED, LUPUS DEI


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„Ein Meilenstein der Metal-Geschichte.“

Metal-CD-Review: POWERWOLF – Return In Bloodred (2005)

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Alben-Titel: Return In Bloodred
Künstler / Band: Powerwolf (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 04. April 2005
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Metal Blade Records

Alben-Lineup:

Attila Dorn – Vocals
Matthew Greywolf – Guitars
Charles Greywolf – Bass, Guitars
Falk Maria Schlegel – Organ

Track-Liste:

1. Mr. Sinister (04:39)
2. We Came to Take Your Souls (04:01)
3. Kiss of the Cobra King (04:32)
4. Black Mass Hysteria (04:12)
5. Demons & Diamonds (03:39)
6. Montecore (05:19)
7. The Evil Made Me Do It (03:39)
8. Lucifer in Starlight (04:50)
9. Son of the Morning Star (05:12)

Wehret den Anfängen.

Auch die nunmehr überaus bekannten und erfolgreichen deutschen Power Metaller von POWERWOLF haben einmal klein angefangen. Ihr Debütalbum RETURN IN BLOODRED erschien relativ bald nach der eigentlichen Bandgründung, nämlich 2005 – und gewährte den Hörern erstmals einen Einblick in die musikalischen Welten der Wölfe aus Saarbrücken. Interessant ist, dass das Lineup exakt dasselbe war wie heutzutage – mit einer einzigen Ausnahme in Bezug auf den Drummer-Posten. Dabei haben POWERWOLF schon früh begonnen, ihren ganz eigenen Sound zu kreieren respektive sich auf ein besonderes Konzept festzulegen: einer Mischung aus auf den ersten Blick eher düsteren Elementen und einem vergleichsweise hohen Spaßfaktor. Das ist bereits dem Debütalbum RETURN IN BLOODRED anzumerken, dass sich wie alle POWERWOLF-Alben mit Themen aus dem Bereich der Religion, dunklen Mythen und selbstverständlich auch Werwölfen auseinandersetzt.

Doch wirklich düster oder gar diabolisch ist das Album keineswegs – stattdessen entfaltet es einen eher luftig-lockeren, rockigen Charme mit einem deutlich hörbaren Hang zur NWOBHM-Szene der 80er Jahre. Entsprechend eingängig sind auch die Refrains, entsprechend Party-tauglich ein Großteil der Nummern – die lediglich ein Problem haben. Letztendlich ist dieses wohl darauf zurückzuführen, dass sich POWERWOLF zunächst finden mussten und erst auf ihren späteren Alben explizit an ihren Alleinstellungsmerkmalen gearbeitet haben. RETURN IN BLOODRED dagegen klingt vergleichsweise ursprünglich und kommt gänzlich ohne markante Höhen und Tiefen aus – präsentiert aber immerhin schon erfrischende Ansätze bezüglich des durchaus originellen Keyboard-Sounds und der stimmlichen Bandbreite von Leadsänger respektive POWERWOLF-Galionsfigur Attila Dorn. Schade ist nur, dass man hie und da das Gefühl hat als würde es am nötigen Extra-Quäntchen Power fehlen – sodass sich speziell Nummern wie KISS OF THE COBRA in die Länge ziehen können.

Geben sich POWERWOLF dann etwas kräftiger, steigt auch der Unterhaltungsfaktor: THE EVIL MADE ME DO IT oder LUCIFER IN STARLIGHT glänzen im späteren Alben-Verlauf, während der Rausschmeißer SON OF THE MORNING STAR als etwas anderes, experimentelles und zutiefst atmosphärisches Outro brilliert. Hinsichtlich der Produktion gab man sich dann ebenfalls keine Blöße – das Album klingt schön druckvoll und rund, wobei speziell das schroffe Riffing perfekt zur Geltung kommt. Letztendlich hätten POWERWOLF schon auf ihrem Debüt mehr Mut zum neuen, zum ungewöhnlichen und wie ihre späteren Releases zeigen fast schon kultigen beweisen können – doch man kann eben nicht alles haben. Es bleibt bei einem höchst soliden Metal-Album mit dezentem Retro-Touch, einer hervorragenden Produktion, noch nicht ganz ausgeprägten Alleinstellungsmerkmalen und einer handvoll ausgezeichneter Titel.

Absolute Anspieltipps: WE CAME TO TAKE YOUR SOULS, THE EVIL MADE ME DO IT, LUCIFER IN STARLIGHT, SON OF THE MORNING STAR


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„Ein rundum solides, aufregendes; aber eben auch dezent gleichförmiges Debütalbum – welches massig Potential aufzeigt, dieses aber nicht vollständig ausnutzt.“

Metal-CD-Review: POWERWOLF – Blessed & Possessed (2015)

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Alben-Titel: Blessed & Possessed
Künstler / Band: Powerwolf (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 18. Juli 2015
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Napalm Records

Alben-Lineup:

Charles Greywolf – Bass, Guitars
Matthew Greywolf – Guitars
Falk Maria Schlegel – Keyboards
Attila Dorn – Vocals
Roel van Helden – Drums

Track-Liste:

1. Blessed & Possessed (04:42)
2. Dead Until Dark (03:50)
3. Army of the Night (03:23)
4. Armata Strigoi (03:59)
5. We Are the Wild (03:41)
6. Higher than Heaven (03:31)
7. Christ & Combat (03:40)
8. Sanctus Dominus (03:23)
9. Sacramental Sister (04:37)
10. All You Can Bleed (03:44)
11. Let There Be Night (07:20)

Die Wölfe heulen wieder.

Gut 2 Jahre nach dem schmackigen PREACHERS OF THE NIGHT (Review) geht erneut ein markantes Wolfsgeheul durchs Land – und sicherlich auch die Charts. POWERWOLF sind zurück, und haben mit ihrem neuen Langspieler BLESSED & POSSESSED wieder einiges hinsichtlich eines unverwechselbaren, enorm Hymnen-lastigen Power Metals zu bieten.

Dabei berufen sich POWERWOLF vor allem auf ihre bereits reichlich zur Schau gestellten Fertigkeiten – die sich natürlich auch musikalisch greifen lassen; wohl aber am besten an der einzigartigen Position der Band festzumachen sind. Denn was ALESTORM für den sogenannten Pirate Metal sind, sind POWERWOLF als regelrechte Wolfsjünger für die internationale Power Metal-Szene – die mit ihrer speziellen Spielart zunächst nur eine Nische bedient haben; dann aber plötzlich senkrecht durchgestartet sind. Wohl auch, da die einzelnen Bandmitglieder das was sie machen geradezu zu leben scheinen, ihren Fans stets treu geblieben sind – und das Marketing es auf den Punkt trifft. So werden POWERWOLF auch in Zukunft keine Probleme haben, eine gewisse Hörerschaft zu erreichen – momentan scheint die Breite derselben sogar jeden bisher erdenklichen Rahmen zu sprengen. Die Band ist in aller Munde – und auch das neue Album BLESSED & POSSESSED hat beste Voraussetzungen zu einem Kassenschlager zu werden. Allerdings ganz ohne, und das ist das besondere; dass man einen wie auch immer gearteten Ausverkauf oder eine fehlgeleitete Kommerzialisierung vermuten müsste. POWERWOLF sind eben POWERWOLF – und machen schlicht das, was sie lieben. Dass sich das auch noch gut verkauft, ist natürlich ein netter Effekt.

Im Vordergrund sollte aber weiterhin die Musik selbst stehen – über die sich bekanntlich wie immer streiten lässt. Und wenn einige tatsächlich den Verdacht haben, dass sich POWERWOLF etwas zu glattgeschliffen und prätentiös geben, dann ist das so hinzunehmen. Teilweise mag es sogar stimmen, denn BLESSED & POSSESSED ist alles – nur kein aufregendes Überraschungspaket. Speziell, wenn man bereits einige der Vorgängeralben besitzt; kann einen das hier präsentierte Material zumindest nicht mehr hinsichtlich des Überraschungseffekts vom Hocker reißen. Die typischen POWERWOLF-Trademarks sind schließlich nach wie vor vertreten, und das nicht zu knapp. Seien es die immer wieder zum Einsatz kommenden Orgel-Klänge, die gleichermaßen sakral wie dämonisch angehauchten Texte inklusive einiger hervorstechender Schlagwörter (wie oft ein Sanctus oder Christus in den Texten vorkommt, ist gar nicht mehr zu zählen), die typisch flotte Instrumentierung oder der gesangsstarke Frontmann Attila Dorn als Prediger dem man nur allzu gerne lauscht – BLESSED & POSSESSED ist einwandfrei als POWERWOLF-Album durch und durch zu identifizieren.

Das macht indes nichts, beziehungsweise ist von vielen auch genau so gewollt – wobei der ausschlaggebende Effekt ohnehin nicht mehr im Überraschungsfaktor oder der Erwartung besonders innovativer Elemente zu suchen ist. Wobei das Stichwort der Überraschung doch nicht ganz außen vor zu lassen ist – nur, dass die Aufregung auf einer anderen Ebenen entsteht. So weiß man als Hörer zwar in etwa, was einen auf BLESSED & POSSESSED erwarten wird – nicht jedoch, dass die einzelnen Titel trotz ganz ähnlicher Zutaten wie bei den Vorgängeralben noch einmal ein stückweit aussagekräftiger geworden sind. Wie POWERWOLF das schaffen, ist die wirklich große Frage. Anderen Bands gelingt es schließlich nicht oder zumindest nicht so lange, ein Konzept auf einem derart hohen Niveau umzusetzen, ohne groß von der einst eingeschlagenen Route abzuweichen.

Fakt ist, dass BLESSED  & POSSESSED vor Hymnen strotzt, die sofort ins Ohr gehen – sich aber dennoch nicht allzu plump anhören und tatsächlich eine gewisse Tiefe entwickeln. Und das sogar noch ein stückweit mehr als auf den Vorgängeralben. Sei es aufgrund des Gesamtkonzeptes, der Mischung aus absolut Party-tauglichen, dabei aber stets etwas düsteren und mysteriösen Atmosphäre oder schlicht aufgrund der perfekten handwerklichen Umsetzung – was es auch ist, POWERWOLF haben wieder einmal ins schwarze getroffen. Demnach wird man auf dem Album auch keinen Lücken-Füller finden, sondern nur aneinandergereihte Gassenhauer – die eigentlich immer Laune machen.

An sich entspräche das in etwa dem Urteil, das auch das Vorgängeralbum erhielt – mit zwei kleinen aber feinen Unterschieden. Denn wie gesagt klingen die Nummern auf BLESSED & POSSESSED noch etwas ausgefeilter als auf den Vorgängern – und, dass ist nicht zu verhehlen; es finden sich auch noch eine handvoll Über-Titel. Während der Alben-Auftakt also gleichermaßen POWERWOLF-typisch wie stark ausfällt, gewinnt das Album gegen Mitte noch einmal ordentlich an Durchschlagskraft – mit Nummern wie dem wuchtigen HIGHER THAN HEAVEN und dem furiosen CHRIST AND COMBAT.

Fazit: Wie man es auch dreht und wendet, am neuen POWERWOLF-Album gibt es kaum etwas auszusetzen. Der einzige Grund das Album zu vernachlässigen könnte schlicht darin zu finden sein, dass man des allgemeinen POWERWOLF-Sounds überdrüssig ist – denn etwas gänzlich neues wird einem gerade mit einem Blick auf die Vorgänger nicht geboten. Wer aber genau das ohnehin nicht will, und weiterhin erleben möchte wie POWERWOLF voller Herzblut eine ganz spezielle Power Metal-Sparte bedienen – der sollte respektive muss bei BLESSED & POSSESSED einfach zugreifen. Ob nun in der Standard-Edition oder der erweiterten – die auf einer zweiten CD noch eine großzügige handvoll Cover-Versionen markanter Klassiker von JUDAS PRIEST, SAVATAGE, RUNNING WILD und einigen mehr beinhaltet. Bleibt zu fragen: alles was in den Charts ist, ist belanglose Massenware ? Wohl kaum, POWERWOLF sei Dank.

Absolute Anspieltipps: ARMY OF THE NIGHT, ARMATA STRIGOI, HIGHER THAN HEAVEN, CHRIST AND COMBAT


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„Die Wölfe sind so wild wie eh und je – mindestens.“

Metal-CD-Review: POWERWOLF – Preachers Of The Night (2013)

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Alben-Titel: Preachers Of The Night
Künstler / Band: Powerwolf (mehr)
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Napalm Records

Alben-Lineup:

Charles Greywolf – Bass
Matthew Greywolf – Gitarre
Falk-Maria Schlegel – Keyboard
Attila Dorn – Gesang
Roel van Helden – Schlagzeug

Track-Liste:

01. Amen & Attack
02. Secrets Of The Sacristy
03. Coleus Sanctus
04. Sacred & Wild
05. Kreuzfeuer
06. Cardinal Sin
07. In The Name Of God [Deus Vult]
08. Nochnoi Dozor
09. Lust For Blood
10. Extatum Et Oratum
11. Last Of The Living Dead


Power Metal als Religionsersatz.

POWERWOLF sind wohl eine der aufstrebendsten Metal-Combos aus deutschen Landen. Seit der Bandgründung im Jahre 2003 ging es für die Wölfe steil nach oben – die gut besuchten Konzerte und die immer größer werdende Fanbase sprechen für sich. Bisher brachte es die Band auf vier allgemein gut angenommene Studioalben, zwei kleinere EP’s und ein Live-Album – die allesamt dafür sorgten, dass POWERWOLF zum markanten Aushängeschild einer ganz bestimmten Unterart des Power Metal-Genres avancierten. Wie auch immer man die stets etwas mystisch angehauchte, von kirchlich-sakralen Klängen durchzogene Musik auch bezeichnen mag, sie geht schnell ins Ohr – und sorgt dafür, dass POWERWOLF hierzulande quasi ausser Konkurrenz werkeln können und sich markant von der Masse abheben. Nun, und im Jahre 2013; soll das Ganze mit dem mittlerweile fünften Silberling gekrönt werden – PREACHERS OF THE NIGHT.

Die Musik von POWERWOLF bleibt dabei auch auf dem neuen Album gleichermaßen speziell wie leicht zugänglich – was ebenfalls als Markenzeichen der Band zu betrachten ist. Das heißt im Detail, dass man so schnell keine geeignete Vergleichsband zur Hand haben wird – andererseits aber nicht befürchten muss, auf etwas zu ungewöhnliches / musikalisch sperriges zu treffen. Ganz im Gegenteil: POWERWOLF liefern seit jeher eingängige Mitsing-Hymnen ab, die bereits beim ersten Durchlauf zünden und schlicht wunderbar funktionieren. Bringt man eine gewisse Vorliebe für den Power Metal mit, hat man mit einem Album wie PREACHERS OF THE NIGHT daher schon so gut wie gewonnen. Das Album ist temporeich, energetisch, melodisch – und serviert als besondere Zugabe die seit jeher bei der Band etablierte kirchlich-mystische Stimmung, die hauptsächlich durch den markanten Keyboardeinsatz (der nicht selten an eine Orgel erinnert) und die lateinischen Textpassagen geschaffen wird. Zusätzlich steht mit Attila Dorn ein äußerst fähiger und ausdrucksstarker Mann am Mikrofon, dem seine klassische Gesangsausbildung absolut zugute kommt. Gerade durch seinen unverwechselbaren Gesang bekommen POWERWOLF eine weitere einzigartige Komponente, die perfekt mit den Instrumentalparts harmoniert. So wirken viele der POWERWOLF-Stücke wie bessere Predigten, deren Ausdrucksstärke man sich kaum entziehen kann – und die zudem noch verdammt unterhaltsam ausfallen.

POWERWOLF sind mit ihrem sakral angehauchten Power Metal also das, was SABATON für den sogenannten War-Metal sind – ein Aushängeschild, eine Genre-bezogene Galionsfigur. Eine, die vor allem auch handwerklich und produktionstechnisch längst über alle Zweifel erhaben ist, und sich wenn überhaupt andere Kritik gefallen lassen muss. Eben solche, die gleichzeitig auch genau das beschreibt; was die Band im Kern ausmacht. Will heißen: das Konzept ist gut und unterhaltsam, doch irgendwann einmal läuft alles Gefahr, überstrapaziert zu werden. Tatsächlich ist der Band mit PREACHERS OF THE NIGHT so gesehen kein wirklich großer Wurf gelungen – wer BIBLE OF THE BEAST und BLOOD OF THE SAINTS kennt, weiss exakt was ihn auf dem neuen Album erwarten wird. Innovationen gibt es keine, man hält am altbewährten Konzept fest – was zumindest momentan noch bestens funktioniert. Und so sollte man nicht zuviel (oder zuviel neues) erwarten – sondern sich schlicht von den äußerst mitreißenden Kompositionen berauschen lassen, und einfach mal wieder so richtig abfeiern. Denn eines ist wohl klar: PREACHERS OF THE NIGHT vermittelt alles andere als schlechte Laune.

Spezifischer auf die einzelnen Titel des Albums einzugehen, erübrigt sich daher fast. Alle sind POWERWOLF-typisch, und beinhalten die markanten Band-Elemente. Unterscheidungen, respektive Abwechslung wird in Form von Tempiwechseln geboten – viele der Stücke sind im schmetternden Uptempo angesiedelt, andere dagegen im stampfenden Midtempo; wobei der Hymnen-Faktor alle gleichsam durchzieht. Mit KREUZFEUER sorgen die Wölfe dann aber doch noch für eine eher außergewöhnliche Nummer – schließlich sang man bisher nur hie und da (das heisst, einzelne Passagen oder Wortfetzen) auf deutsch. Nun hat es ein komplett in Deutsch und Latein eingesungener Titel auf ein Album geschafft – eine verdammt gute Idee, wie sich herausstellt. Wie auch bezogen auf den zweiten Titel des Albums, SECRETS OF THE SACRISTY – hier haben POWERWOLF eine wahre Hymne geschaffen, die stets kurz vor der Explosion zu stehen scheint. Ein ungewöhnlich fröhlich wirkender Refrain, das mitreissende Tempo und die Fusion aus eher Power Metal-typischen Elementen und den markanten kirchlichen Einwürfen sorgen für eine bestmögliche Stimmung und ganz großes Kopfkino. Der Rausschmeißer LAST OF THE LIVING DEAD serviert dann sogar noch einmal soetwas wie eine Ballade, und zeigt auf; dass POWERWOLF auch in den eher ruhigen Momenten absolut brillant sind.

Fazit: Besieht man SECRETS OF THE SACRISTY und die anderen 10 Titel (ein Intro, Outro oder Interludes gibt es nicht), so kann man vor allem eines feststellen: POWERWOLF liefern auf PREACHERS OF THE NIGHT letztendlich 11 starke Power Metal-Nummern ab, die alle für sich alleinstehend funktionieren und als Single ausgekoppelt werden könnten. Das heißt allerdings auch, dass Fans von epischen Geschichten oder einem wirklich zusammenhängenden Album (bei welchen die Titel beispielsweise aufeinander aufbauen, eine Entwicklung stattfindet) eher nicht auf ihre Kosten kommen werden. Genau das wäre vielleicht auch eine Idee für ein zukünftiges Album: man nehme eine historische Begebenheit (vielleicht eine, die mit der Geschichte der Kirche verbunden ist) und erstelle ein schönes Konzept-Album, welches eine große Geschichte erzählt. Denn so schön und eingängig die POWERWOLF-Nummern auch sind – sie laufen Gefahr, sich allzu schnell abzunutzen. Momentan kann man aber noch getrost behaupten: sei es drum, ein Album wie dieses gehört in jede vernünftige Power Metal-Sammlung. Die technische Perfektion, die satte Produktion und das gelungene Songwriting werden so schnell keine Langeweile aufkommen lassen.

Anspieltipps: AMEN & ATTACK, SECRETS OF THE SACRISTY, KREUZFEUER, LAST OF THE LIVING DEAD

Vergleichsbands: SABATON

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„Auch mit diesem Anlauf nutzt sich das altbewährte Prinzip kaum bis gar nicht ab.“

POWERWOLF – Amen & Attack (Official Video)

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Sprich Dein letztes Gebet… !

Das neue POWERWOLF-Album PREACHERS OF THE NIGHT steht kurz vor der Veröffentlichung (siehe hier) – passenderweise haben die Wölfe nun das erste dazugehörige offizielle Musikvideo online gestellt. Als Single auserkoren wurde der Titel AMEN & ATTACK – eine sofort ins Ohr gehende, typisch-rasante und wie immer kirchlich-orchestralisch angehauchte POWERWOLF-Nummer. Da stimmt man doch nur allzu gerne mit ein… zumal das Video den voranpreschenden Eindruck des Liedguts bestens unterstützt, so simpel (relativ) es auch ausgefallen ist. Ob nun vor zwei Jahren mit WE DRINK YOUR BLOOD (Link) oder aktuell mit AMEN & ATTACK – POWERWOLF haben nach wie vor nichts von ihrer Stärke eingebüßt, und werden wohl auch dieses Jahr wieder zahlreiche Bühnen rocken. Wie es sich mit der Band in Zukunft verhalten wird, bleibt indes abzuwarten – schließlich könnte sich ein Konzept wie das nun schon seit 3 (oder mehr) Alben dargebotene irgendwann einmal abnutzen. Warten wir auf das baldige Album – und lassen uns wenn möglich zum Guten bekehren.