So Gefährlich / Schädlich / Tödlich Sind Energy-Drinks

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Energy-Drinks und Energy-Konzentrate – sinnvolle Wachmacher oder gefährliche Chemie-Cocktails ?

In den Medien werden sie dieser Tage immer wieder behandelt – die sogenannten Energy-Drinks und Energy-Präparate. Schließlich erfreuen die sich einer immer größeren Beliebtheit – als Wachmacher, die Konzentration und Fitness steigernde Nahrungsergänzungen oder einfach nur als moderne Genussmittel. Langsam aber sicher mehren sich aber auch die Gegenstimmen – die sich vor allem auf die potentiellen Nebenwirkungen des schnellen Genusses für zwischendurch beziehen, und den Konsum von Energy-Drinks sogar mit ernsthaften Krankheiten und letztendlich auch Todesfällen in Verbindung bringen. Aber: wie viel ist wirklich dran an den Negativ-Schlagzeilen ? Sind Energy-Drinks wirklich eine Gefahr für die Allgemeinheit (und insbesondere Kinder), oder handelt es sich nur um eine künstlich aufgebauschte Hysterie ?

Fest steht: wirklich zweifelsfrei ist in diesem Falle nur wenig zu betrachten. Doch kann man bereits vorab eine Feststellung treffen: es ist schade, dass man offenbar wenig bemüht ist wirklich aussagekräftige Berichterstattungen zu präsentieren. Vielmehr wird aufs heftigste propagiert und vereinfacht, sodass man als Leser oder Zuschauer kaum noch die Möglichkeit hat sich eine eigene Meinung zu bilden. Eine solche; die im besten Fall auf einer vollständigen Erwähnung aller bekannten Aspekte die entweder für oder gegen den Konsum von Energy-Drinks sprechen, basiert. Überhaupt scheinen viele zu denken, dass das Thema an sich vielleicht nicht interessant genug ist, zu wenig Angriffsfläche bietet – es sei denn, es gibt beispielsweise einen aktuellen Todesfall, der irgendwie in Verbindung mit dem vermeintlich nebensächlichen Thema gebracht werden kann. So ist es auch im Falle der Energy-Drinks geschehen. Doch bekanntlich prägen die Medien nicht nur in Bezug auf dieses kleine Themenfeld eher nachteilig – indem sie für vorgefertigte Meinungen und Schlagworte sorgen, die fortan schicksalhaft mit dem entsprechenden Produkt oder gar bestimmten Personen verbunden sind.

Gerade das soll und darf in einer vermeintlich intellektuellen Gesellschaft aber nicht so sein. Wie immer ist es also von Vorteil, sich eine eigene Meinung zu bilden oder zumindest einen dahingehenden Versuch zu wagen. Eine Meinung, die man nicht auf dem Silbertablett serviert bekommt – und die sich stattdessen auf eine Säule aus möglichst gründlich recherchierten Informationen stützt. Diese Informationen sollten dabei im besten Fall aus mehreren, unterschiedlichen Quellen stammen – um die erneute Vorwegnahme eines Urteils zu verhindern.

Analog zu jenen Einführungsworten geht es nun also um die Frage, wie gefährlich Energy-Drinks wirklich sind – oder eher was von den folgenden, oftmals getroffenen Aussagen zu halten ist. Beispiele gibt es zuhauf:

  • Energy-Drinks sind gesundheitsschädlich.
  • Energy-Drinks machen dick.
  • Energy-Drinks sind keine Durstlöscher.
  • Energy-Drinks machen einen zappelig, nervös; oder verändern das Wesen.
  • Der Konsum von Energy-Drinks ist lebensgefährlich.

Das klingt wuchtig – und sollte in jedem Fall zum Nachdenken anregen. Aber: auch wenn man heutzutage gerne klare und knappe Antworten favorisiert, ist eine solche Vorgehensweise hier leider nicht möglich. Denn grundsätzlich sind all getroffenen Aussagen weder falsch noch richtig. Vielmehr sind alle der hier aufgeführten Theorien möglich – eben so, wie es unglücklicherweise möglich ist an einem Stückchen Brot zu ersticken. Es kommt ganz auf die Handhabung, und vor allem auch die Dosierung an. Geht man von einem normalen, das heißt gemäßigten Konsum aus; sollte im Regelfall keine der oben angeführten, niederschmetternden Aussagen zutreffen. Viel wichtiger und interessanter ist aber ohnehin die Frage, warum es überhaupt zu einer plötzlich überall widerhallenden Negativpropaganda kommen konnte. Das hat aller Wahrscheinlichkeit nach 4 Gründe:

  • Energy-Drinks enthalten vergleichsweise viel Zucker.
  • Energy-Drinks enthalten Koffein und Taurin.
  • Energy-Drinks werden mit Todesfällen und Krankheiten in Verbindung gebracht.
  • Energy-Drinks sprechen vor allem Kinder und Jugendliche an.

Die Punkte 1) und 2) treffen grundsätzlich zu – erübrigen sich aber insofern, als dass der Konsument selbst angehalten ist zu entscheiden, was er sich und seinem Körper zumuten kann oder will. Bei kaum einem anderen Produkt (bei Zucker: diverse Limonaden, bei Koffein: Kaffee) werden die Konsumenten derzeit so sehr in eine Ecke gedrängt und bevormundet wie bei den vermeintlich teuflischen Energy-Drinks. Es ist viel Zucker enthalten, ja. Aber wer generell nicht darauf achtet (und vor allem: das auch nicht muss), braucht nicht ausgerechnet bei den Energy-Drinks damit anzufangen. Es ist Koffein enthalten, ja – wer sich auf diese vergleichsweise schonende und vollkommen legale Weise ‚aufputschen‘ möchte, soll dies doch gerne weiterhin tun.

Zum Vergleich: eine Dose eines handelsüblichen Energy-Drinks enthält in etwa so viel Koffein wie eine normale Tasse Kaffee. Auch die Kombination der Elemente Zucker und Koffein führt zu keinem Produkt, welches explizit schädlicher sein könnte als so viele andere. Selbst unter Hinzunahme des bisher noch wenig erforschten Taurins, und der anderen, ohnehin nur geringfügig vorkommenden Inhaltsstoffe. Dazu wird oftmals auch das Stichwort der Chemiekeule genannt – jedoch sind Energy-Drinks auch nicht ‚chemischer‘ als andere Getränke, die als Zusätze Farb- und Konservierungsstoffe verwenden. Dieser Begriff entstand vermutlich nur, weil Energy-Drinks vergleichsweise aggressiv riechen und schmecken. Vielleicht ja in etwa so ‚aggressiv‘ wie ein Biss in eine frische, völlig Chemie-freie Zitrone ?

In Bezug auf Punkt 3) ist klar und erwiesen, dass man Energy-Drinks unter gewissen Umständen nicht konsumieren sollte. Ebenso wie alle anderen Produkte die Koffein enthalten, insbesondere bei Blutdruck- oder gar Herzproblemen. Auf der Verpackung eines jeden Energy-Drinks finden sich dazu Warnhinweise (wenn auch nicht vollständige): insbesondere Schwangere und Koffein-empfindliche Menschen sollten auf Energy-Drinks verzichten – ebenso wie jene, die in Kombination mit dem Konsum intensiv Sport treiben (Stichwort Bluthochdruck) oder Alkohol trinken. Dies ist natürlich beliebig zu verallgemeinern: ist man in gewisser Weise gesundheitlich beeinträchtigt oder vorbelastet, sollte man genau darauf achten was man wann und wie oft zu sich nimmt.

Selbstverständlich gilt im gegebenen Fall lieber auf ein Produkt verzichten, anstatt sich einem erhöhtem Risiko auszusetzen. Warum keine weiteren Warnhinweise auf den Verpackungen zu finden sind, ist leicht erklärt: weil sie nicht nötig sind, zumindest nicht nach derzeitigem Wissensstand. Alle anderen potentiellen Gefahren sollten dem Konsumenten bewusst sein – da es sich schlicht um ganz allgemeine (und bei vielen Lebensmitteln zutreffende) oder individuelle Risiken handelt, die nur der einzelne Konsument selbst einschätzen kann. Ein mögliches mit Energy-Drinks verbundenes Leid soll an dieser Stelle keinesfalls abgewertet werden, jedoch: sollte es zu einem Todesfall kommen, so wird dies in den allermeisten Fällen nicht am Getränk selbst liegen, sondern einzig und allein am Konsumenten.

Allerdings nur den volljährigen – diese Einschränkungen sollte und muss man vornehmen. Schließlich handelt es sich hier um den einzigen wirklich problematischen, wenn man so will auch gefährlichen Aspekt in Bezug auf die Energy-Drinks. Denn: nicht alle können sich und ihren Körper bereits richtig einschätzen. Deshalb ist klar: man sollte Energy-Drinks für Kinder und Jugendliche verbieten, und das ausnahmslos. Warum es vielerorts noch nicht zu einem Verbot kommt, liegt natürlich auf der Hand: man verliert eine entsprechend große Konsumentenschar. Gerade bei Jugendlichen sind Energy-Drinks sehr beliebt (als Trendgetränk, bei den ersten Partys), da sie angeblich lange wach halten und zudem noch gut schmecken.

Es gibt zwei Möglichkeiten, dieses Problem anzugehen – und wird spannend werden zu erfahren, ob eine von beiden irgendwann einmal umgesetzt werden wird. Entweder, man setzt auf eine rigorose Methode und führt Alterskontrollen ein, setzt die Drinks auf eine Stufe mit alkoholischen Getränken – oder aber, man gestaltet sie in Zukunft schlicht weniger kindgerecht. Das wäre definitiv die vorteilhafteste, wenn auch unwahrscheinlichste Lösung, denn wie erwähnt: es geht auch um Verkaufszahlen. Was aber wäre, wenn Energy-Drinks irgendwann nicht mehr im Gespräch bei Kindern und Jugendlichen sind, ganz ähnlich dem allgemeinen Status von Kaffee in diesen Altersgruppen ? Es wäre somit nötig, sowohl die Verpackungsdesigns zu ändern als auch den Zuckergehalt drastisch zu senken – und schon greift nur noch der zu, der wirklich weiß worauf er sich einlässt. Das wäre aber sicher ein Marketing-technischer Graus für alle derzeit im Geschäft agierenden Firmen – die berühmt-berüchtige Doppelmoral lässt grüßen.

Wie also könnte das Fazit zu einem Artikel wie diesem lauten ? Am ehesten so: Energy-Drinks sind nicht gefährlich. Erst der Konsument bringt jene potentiellen Vorbelastungen mit, die in seltenen, aber durchaus möglichen Kombinationen zu Krankheiten oder gar dem Tod führen können. Dennoch sollten Energy-Drinks als Genussmittel Kindern und Jugendlichen nicht zugänglich gemacht werden, ebenso wie Zigaretten und Alkohol.  Wenn die Zeit aber reif ist, sollte ein jeder selbst über sich und seine Gesundheit entscheiden können.

Zum Abschluss soll noch eine kleine Statistik angeführt werden: es wird vermutet, dass im Jahre 2010 etwa 180.000 Menschen weltweit am Konsum von zuckerhaltigen Getränken gestorben sind – zu denen auch die Energy-Drinks als eine der kleineren Untergruppen gehören. Sollte man also Energy-Drinks verteufeln – oder sich lieber damit befassen, wie viel Zucker wir eigentlich zu uns nehmen ?

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Die Försterhochzeit

Foto: ‚Der Tag Geht‘ von Sumba, Quelle: http://www.piqs.de, some rights reserved.

I. EIN WEITERER NÄCHSTER Morgen. Eigentlich hatte Nikolas längst aufgehört die Tage zu zählen, doch heute wachte er ungewöhnlicherweise zum schrillen Alarmton des Radioweckers auf. Definitiv war es ein Tag zuviel. Doch hatte er das Unding oder den Schlafhalbierer, wie er ihn nannte, noch am Vorabend programmiert; wenn auch nach längeren zähneknirschenden Überlegungen. Und nicht zuletzt mit dem Wissen, dass es eben jene nervenaufreibende Tonfolge sein würde, die ihn aus dem Schlaf reissen würde. Denn Radiosender konnte er mit dem viel zu alten Gerät schon lange nicht mehr klar empfangen, geschweige denn mit den fummelig-kleinen Schiebereglern zu seiner Zufriedenheit einstellen. Für so etwas hatte er einfach keine Geduld.

II. EIGENTLICH GAB ES für ihn gar keinen besonderen Grund, frühzeitig aufzustehen – doch gleichzeitig glaubte er fest daran, dass auch ein unbedeutender Tag den ersten Schritt hin zu seinem persönlichen Glück markieren könnte. Wenn; ja wenn ihm das Schicksal nur ein einziges Mal wohl gesonnen sein sollte. Er dachte an das, was ihm seine Freunde immer wieder rieten – und versuchte, die sicher nur gut gemeinten Ratschläge zu beherzigen. Was hätte er dafür gegeben, würde ihm in diesem Moment tatsächlich jemand die Hand reichen, würde ihm Kraft und Trost spenden, würde ihn auf seinem Weg begleiten. Doch es war niemand da. Typisch und irgendwie passend, wie er fand; fühlte er sich und sein Weltbild ein weiteres Mal bestätigt. Doch an diesem Tag sollte es nicht an der Zeit sein, sich in eine Ecke zu verkriechen und zu lamentieren. Noch bevor er zu Bett ging, hatte er sich einige Karten der nahe gelegenen Waldstücke zurechtgelegt, die er nun fein säuberlich gefaltet auf seiner Kommode wiederfand. Ohne ordentlich gefrühstückt zu haben, griff er nach seinem Autoschlüssel und der gerade noch halb vollen Zigarettenschachtel vom Vortag, und stieß zur Tür hinaus. Er schwang sich in seinen Wagen, eine rostige alte Kiste, die zwar alles andere als rund lief oder im Innenraum sonderlich gemütlich war; sich aber immerhin noch vorwärts bewegte. Und, er hatte Nikolas Lieblingsfarbe: ein trotz einiger Rostspuren noch immer kräftig schimmerndes Dunkelblau. Am geplanten Ort angekommen stellte er seinen Wagen etwas abseits ab, und betrat den ersten auf der Karte verzeichneten Waldweg.

III. BISHER VERLIEF ALLES genau so, wie Nikolas es sich vorgestellt hatte. Nach einer guten Stunde des für ihn etwas anstrengenden Fußmarsches beschloss er, dass er die Karte nicht mehr brauchen würde und verstaute sie in seinem Rucksack. Bei dieser Gelegenheit griff er zu seiner Zigarettenschachtel vom Vortag, und begann das Werk des eher feuchten denn fröhlichen Vorabends zu vollenden. Normalerweise konnte er locker zwei oder drei Flaschen Rotwein vertilgen, waren sie nur angemessen über den späten Nachmittag und Abend verteilt – doch dieses Mal hatte er sich spürbar übernommen. Obwohl er sich vehement dagegen wehrte, gewann sein Magen die Überhand und beförderte abrupt jene, noch immer von einer roten Flüssigkeit durchzogene Brühe an das Tageslicht. Die Schmerzen waren schier unerträglich, sodass er sich fragte ob es nicht doch besser gewesen wäre zumindest eine Kleinigkeit zu Essen. Doch nachdem er den Boden mit dem penetrant riechenden Sud getränkt hatte, fühlte er sich zumindest innerlich rein gewaschen, und zog seines Weges. Bald darauf entdeckte er eine kleine, offenbar verlassene Hütte. Oder das, was noch von ihr übrig war: ein Dach aus brüchigen Streben, überall verstreute Steine die auffällig sauber geschliffen waren, und eine Eingangstür die man selbst mit Wohlwollen nicht mehr hätte schließen konnte. Doch sein Blick wich schnell auf ein anderes Objekt aus, genauer gesagt eine alte Eiche; die die Hütte und ihren potentiellen ehemaligen Besitzer geradezu zu bewachen schien. Er blickte auf den mächtigen Stamm, und fuhr mit seinen Augen langsam entlang der scheinbar nie enden wollenden, senkrechten Linie nach oben. Er beugte seinen Kopf soweit es nur irgendwie möglich war, und sah den thronenden Baumwipfel, der von der am Zenit stehenden, gleißenden Nachmittagssonne durchleuchtet wurde, einem Tanz gleich.

IV. DAS LICHT BLENDETE ihn, und verstärkte seine plötzlich auftretende Empfindung eines Gefühls der Unwirklichkeit. Er glaubte für einen kurzen Moment, zwei Sonnen wahrzunehmen; woraufhin er den Kopf senkte, leicht schüttelte und versuchte, wieder klarere Gedanken zu fassen. Nachdem er den von einem Menschen erbauten Nachbarn des Baumriesen genauer erkundet hatte und nicht vorfand, was er suchte, steckte er sich eine weitere Zigarette an und zog weiter. Zuvor drehte er sich noch einmal um, und dachte daran, was für ein wunderschönes Motiv diese sich ihm nun darbietende, natürliche Figurenkonstellation mit der riesigen Eiche, den tänzelnden Sonnenstrahlen und der verwitterten Hütte abgeben würde; sei es für ein Gemälde oder eine speziell belichtete Fotografie. Doch es störte ihn, dass er die Elemente nicht so anordnen konnte, wie er es wollte – obwohl es kaum einen Sinn ergeben hätte, wollte er sie verschieben. Er schaffte es verständlicherweise nur in Gedanken – und ärgerte sich über seine Machtlosigkeit. Er zog weiter, und fand endlich das, was er gesucht hatte – nicht viel mehr oder weniger als einen anderen, sich an diesem idyllischen Ort aufhaltenden Menschen. Irgendwie kam ihm das, was er tat in diesem Moment äußerst lächerlich vor. Was sollte es ihm bringen, träfe er an einem solch abgelegenen Ort auf einen Menschen; einen fremden Wanderer, Jogger, Fahrradfahrer oder Ausflügler ? Und vor allem: was würde er ihm oder ihr sagen ? Dass er sich ausgemalt hätte er müsse eine unbekannte Person, ob männlich oder weiblich; an einem möglichst verlassenen Ort treffen und sie unter irgendeinem Vorwand ansprechen, um endlich eine Wende in seinem Leben herbeizuführen ? Doch war die Gedankenwelt von Nikolas nicht immer jedem verständlich, weder seinen Eltern, noch seinen wenigen Freunden, die seine etwas eigentümliche Art so manches Mal als Behinderung abstempelten. Von seiner Frau gar nicht erst zu sprechen – die war schon seit längerem nicht mehr mit der unstrukturierten Lebensweise ihres Mannes und Partners zufrieden.

V. DOCH ER WAGTE es tatsächlich, und sprach den Mann, der trotz der Stille und Beschaulichkeit der sie umgebenden Natur etwas nervös zu sein schien, direkt an. Der Mann erschrak, ließ daraufhin einige Utensilien fallen und wich sofort einige Schritte zurück, in Richtung einer kleinen Lichtung. Auf der konnte Nikolas ein dunkelblaues Fahrzeug entdecken. Er wunderte sich noch und entgegnete dem Mann, der Nikolas nun nach seinem Namen fragte, dass er es wohl nicht allzu weit geschafft hätte auf seinem Ausflug weg vom Trubel des Stadtlebens, ja doch nicht auf sein Auto verzichten könnte. Was zum Teufel redete er hier ? Der Mann geriet nun sichtlich in Rage, und fragte Nikolas, was ihn seine Angelegenheiten eigentlich angingen. Noch bevor der verdutzte Nikolas etwas entgegnen konnte, bekam er einen Autoschlüssel in die Hand gedrückt, sowie den Hinweis; das Auto doch bitte wegzufahren. Er würde den Weg auch so bewältigen können, behauptete der Mann – und steckte Nikolas einen Zettel mit seiner Adresse zu. Der drehte sich wortlos um, und marschierte los, in Richtung des Autos, welches nun immer deutlichere Konturen annahm. Bald entdeckte er einen größeren, aber noch undefinierbaren Gegenstand auf der Rückbank; und holte den Zettel aus seiner Tasche hervor. Er konnte nicht so recht glauben, was er da las: der Mann wohnte im selben Mietshaus wie er. Bevor er sich weitere Gedanken machen konnte, spürte er plötzlich einen dumpfen Schlag auf seinem Hinterkopf. Er geriet ins Taumeln, behielt aber seinen Stand – und rannte in Panik los. Kurz bevor er das Auto erreichte, stolperte er und stürzte einen Abhang hinunter. Er versuchte zu schreien, doch seiner Kehle entkam kein Laut.

VI. PLÖTZLICH SCHRECKTE NIKOLAS auf, der Schmerz war wie weggeblasen. Er versuchte, sich den Schweiss von der Stirn zu wischen – doch es war keiner da. Er hatte geträumt; doch wie er nun feststellte, anders als sonst – und ungleich viel intensiver. Er blickte nach rechts, wo seine Frau regungslos auf der Seite des Bettes lag, und war weniger erschrocken als er vermutete. Es war einer von so vielen nächsten Morgen. Nachdem er aufgestanden war, glitt seine Hand wie sonst auch über den Autoschlüssel – doch dieses Mal griff er nicht zu. Seine Hand wanderte in Richtung des Telefonhörers; in den er eine Nummer eintippte – und daraufhin ein leises Seufzen, gepaart mit einigen kaum verständlichen Worten, in die Sprechmuschel hauchte. Endlich Frieden.

Persönliche Elegien

Foto: Winterland III von PolluxTS. Quelle: http://piqs.de (some rights reserved)

Der Geruch des Waldes, von milder Erde, nassem Moos und frischem Gras.

Der Schatten, der alles geheimnisvoller macht und uns die Umgebung mit Argwohn entdecken lässt.

Berührungen – durch sie werden wir zu Menschen.

Gemeinsamkeit – denn nur gemeinsam sind wir stark.

Das Kommt Davon – Aber Was Kommt Danach ?

„Alles, was die Natur selbst anordnet, ist zu irgendeiner Absicht gut. Die ganze Natur überhaupt ist eigentlich nichts anderes, als ein Zusammenhang von Erscheinungen nach Regeln; und es gibt überall keine Regellosigkeit“ (Kant)

Die Menschen, die von einem ebenso menschlichen Kenntnisstand heraus darauf schließen, dass sie die einzigen Wesen im ihnen bisher bekannten Universum sind die über die Frage nach dem Sinn des Lebens philosophieren können (ob nun aus theologischer, biologischer, wissenschaftlicher […] oder ganz persönlicher Sicht); beschäftigen sich seit jeher mit eben solchen Fragen, auf die es bis heute keine Antwort gibt. Einerseits ist es eine Gabe; ein wie-auch-immer gearteter Wink des Schicksals oder einer höheren Macht seine eigene Existenz hinterfragen zu können, andererseits ein potentielles Martyrium – zwar kann eine simple Selbstreflexion stets erfolgen, doch eine allgemein gültige Wahrheit scheint zwecks eines Abgleichs nicht verfügbar. Nimmt man das Gegebene an, akzeptiert es und lässt es irgendwo im Hintergrund verschwinden um so mehr Leben zu können, schließlich ist das Hinterfragen der eigenen Existenz oftmals ein Hindernis – oder gehört diese Fähigkeit nicht ohne Grund zur Bandbreite des kognitiv möglichen ? Aber wenn dem so ist, ist es dann bereits ausreichend, sich zwecks einer Beantwortung auf den Weg zu machen selbst wenn man das Ziel nie erreichen würde ? Ja, und wie ist dann eine bereits und lediglich für sich selbst entdeckte Wahrheit als Rastplatz förderlich auf diesem Weg, den man von nun an nicht mehr weiter beschreiten würde ?

Klar ist, dass zahlreiche in Gruppen organisierte Menschen Fragestellungen dieser Art auf ihre ganz eigene, oftmals manipulative Art und Weise missbrauchen. Weltreligionen, Sekten; ja sogar Gewaltverbrecher – sie alle versuchen von ihrem ganz persönlichen Rastplatz aus, andere Menschen ebenfalls zu einem Innehalten zu bewegen, und sie daraufhin nicht mehr loszulassen. Ob dabei nun die Frage nach dem Sinn des Lebens (im Sinne der Eschatologie, der Teleologie) als Grundlage dient oder die nach dem Ursprung dessen, was wir als Universum wahrnehmen – letztlich spielt es keine Rolle, zumal man feststellen wird, dass hinter all dem ein nicht zu verdrängender Dualismus steckt. Ohne Universum kein Leben, ohne Leben keine Frage nach der Rechtfertigung der eigenen Existenz – andererseits ist der Sinn nur eine menschliche Wortschöpfung, wenngleich eine überaus bedeutende. Gab es ihn vor dem Aufkommen der Menschen nicht, so gibt es ihn jetzt – eine (R)Evolution auf der Grundlage der menschlichen Seele. Es ist simpel: was wir im Stande sind zu hinterfragen, spielt eine Rolle, ergibt einen Sinn – mindestens für uns alle, möglicherweise aber auch in einem höheren Kontext.

„Die Undefinierbarkeit des Seins dispensiert nicht von der Frage nach seinem Sinn, sondern fordert dazu gerade auf“ (Heidegger)

Was aber ist nun mit dem potentiellen Missbrauch dieser Fragestellungen, und der Postulierung beziehungsweise Krönung von einzelnen Ideen und Anschauungen als weitreichende Wahrheit ? Vielleicht kommt man gar nicht umher, einen solchen zu begehen – gesetzt, es beginnt bereits mit der blossen Formulierung, die zumeist auf eine Weitergabe wartet. Schließlich heisst es längst nicht mehr ich denke, also bin ich – sondern ich denke, also bist Du. Ohne jemanden als Gegenüber oder zumindest etwas anderes kein Individualismus; was einzig und allein aus der Tatsache resultiert, dass wir; richtig: über einen Körper verfügen. Wichtig ist nur, dass man mit seinen Weltanschauungen niemandem Schaden zufügt – obgleich diese Theorie im folgenden und mit der Beschreibung von einer persönlichen Welt- und Sinnesanschauung widerlegt werden wird. Religiös empfindliche oder generell schnell (ver)urteilende Menschen sollten also nicht mehr weiterlesen – es sei denn…

Was wäre, wenn der Sinn des Lebens so wie wir es kennen nicht das Leben selbst, nicht die Liebe, nicht die Sicherstellung der eigenen Existenz oder ähnliches in den Medien beschriebenes beinhaltet ? Nein, all diese Erklärungsversuche wirken ohnehin zu banal, als dass sie auf einer höheren Wahrheit fundieren könnten. Sicher, ohne die Fortpflanzung wäre das Leben nicht möglich, beziehungsweise der Mensch eine zeitlich noch knapper auftretende Erscheinung im Universum als er es ohnehin schon ist – aber ein Leben leben, nur weil es möglich ist; eine Existenz um der Existenz willen ?

Was wäre, wenn der Sinn des (menschlichen) Lebens darin bestünde, Informationen zu sammeln ?

Die Zeit, die den Menschen auf diesem Planeten (und höchstwahrscheinlich auch in diesem Universum) bleibt, ist vergleichsweise gering – was aber geschieht, wenn sie einmal nicht mehr sind ? Richtig, entweder war alles für die Katz, oder aber es wird eine Art Arche geschaffen. Eine Arche, die mit der allseits bekannten aus der Bibel kaum vergleichbar ist – zumindest nicht auf den ersten Blick. Diese Arche würde demnach alle Informationen, das heisst auch alle Erlebnisse, alle Gefühle, alle Träume, alle Ideen und Vorstellungen; kurz: jede bisher existierende menschliche Seele beinhalten. Wichtig dabei ist nur, sich das, was wir Seele nennen, als eine Art eigenständiger Supercomputer vorzustellen (genau das ist sie ja auch), ein Produkt aus elektronischen Signalen, die sich wiederum aus kleinsten Elementarteilchen zusammensetzen. Noch einmal theoretisch: wenn ihr die Hardware weggenommen würde, hiesse das noch lange nicht automatisch, dass auch die Software aufhört zu existieren. Vielleicht würde sie an einen anderen Ort transportiert oder gar wieder Teil eines übergeordneten Ganzen; etwas, das man sich wie einen Datenstrom vorstellen könnte, der auf kein bestimmtes System angewiesen ist.

Demnach wären die Menschen eine Art Client, der während der irdischen Existenz noch immer an einen Server gebunden ist – davon aber nichts bemerkt. Erst, wenn die äussere Hülle des Clients, der Körper, verschwindet – wird er wieder Teil des übergeordneten Systems. Dafür sprechen würde die Existenz des kollektiven Unterbewussten, dass eben dieses höhere System beschreiben könnte. So wären besonders die Träume der Menschen Teil eines wichtigen Prozesses der Datenübertragung, eine Einspeisung in ein höheres System, einen Wissenspool – jedoch handelt es sich grundsätzlich um eine einseitige Verbindung. Wir geben, aber erhalten nichts. Ist der jeweilige Client wieder Teil des Systems (Absorption), kann er niemals wieder in der ursprünglichen Form neu entstehen – entweder wird er aus alten Teilen neu zusammengesetzt, oder es werden vollkommen „leere“ Hüllen verwendet. Auch mögliche Reinkarnationen oder ein eigentlich nach nachvollziehbares Wissen wäre so erklärbar: vielleicht geht bei einem grundsätzlich zu vernachlässigenden Teil der Wesensbildungen etwas schief (beabsichtigt oder nicht), sie sind nicht gänzlich leer – sondern beinhalten bereits kleinste Teilchen aus dem Wissenspool.

Nimmt man nun an, es wäre so – hätte dies auch eine für manche etwas unangenehmere oder schwerlich zu akzeptierende Folge. Informationen (aus und über Gedanken, Handlungen) sind grundsätzlich neutral zu bewerten. Das heisst, dass man kaum umherkommt, im Zuge der Vorstellung eines übergeordneten Systems welches Informationen sammelt die „guten“ Informationen ebenso anzunehmen wie die „bösen“. Vergleichbar ist dieses Prinzip mit dem einer Zeitung, beziehungsweise den herausgegebenen Nachrichten: sowohl Schreckensmeldungen (häufig) als auch generell als positiv aufgefasste Ereignisse werden herausgegeben. Wichtig ist nur, dass überhaupt Informationen fliessen – eine Differenzierung erfolgt dann letztendlich in den Köpfen der Konsumenten dieser Nachrichten. Und noch einmal: demnach wäre ein jegliches gelebtes Leben, wie kurz oder lang es auch gewesen sein mag, ein Zugewinn an Information. Auch alle anderen Gegenüberstellungen wie ein gesetzeskonform geführtes Leben im Gegensatz zu einem kriminellen – wären mit einzubeziehen. Alles hätte in der Sammelstelle der Informationen, der hypothetischen, metaphysischen Arche – den gleichen Wert, der in erster Linie nur dadurch berechnet würde, dass überhaupt Informationen fliessen.

Diese Vorstellungen lassen einen, wenn nicht gar den wichtigsten Aspekt aller Weltreligionen vermissen – richtig: den, dass nach dem irdischen Leben eine Art Selektion stattfindet – der Weg geht entweder in Richtung „Himmel“ oder „Hölle“. Gute Menschen werden (nachträglich) belohnt, schlechte bestraft – eine Vorstellung, die mit der eben beschriebenen Hypothese überhaupt nicht vereinbar ist. Davon abgesehen ist diese vermeintliche Selektion für denkende Menschen das mitunter größte anzunehmende Übel – denn sinngemäß werden Menschen nicht als Monster geboren, sondern werden durch innere Entwicklungen und äußerliche Einwirkungen in diese Richtung, nennen wir es geschoben. Was hierzu aus schwer zu definierenden freien Zügen beiträgt und was durch unglückliche Umstände entsteht, einmal dahingestellt – potentiell würden so auch Menschen, die aus nicht-selbstverschuldeten Gründen „böse“ geworden sind, nachträglich bestraft. Aber sollte ihnen nicht das so bereits zur sinnbildlichen Hölle gemachte Leben Strafe genug sein ? Wenn es einen wie auch immer gearteten Himmel gäbe, sollte er dann nicht allen Seelen zugänglich sein ? Es wäre ja nun beileibe nicht so, dass in diesem Himmel eine weitere Differenzierung unmöglich wäre. Und nein, es soll an dieser Stelle keine Lanze für Gewaltverbrecher oder andere schwerkriminelle Menschen gebrochen werden – zumindest nicht im irdischen Sinne, denn hier kommen sie um eine gerechte (?) Strafe ohnehin nicht herum. Und das sollten sie auch nicht. Denn nach wir vor gilt im (besten) Fall:

„Das Weltall gehorcht Gott so, wie der Leib der Seele gehorcht, die ihn ausfüllt“ (Joseph Joubert)

Halten wir fest: die Hypothesen gehen in Richtung eines metaphysischen Seelenfeldes, in das alle Seelen wie auch immer wieder eingespeist und neu zusammengesetzt werden. Alle Erlebnisse in dem vom Kosmos oder „Gott“ zugewiesenen Körper sind in einem höheren Sinne als gleichwertig zu betrachten, unabhängig von der Verurteilung im jeweiligen irdischen System. Bleiben nur noch die Theorien um einen möglichen Messias, um eine Hoffnung die sich darum dreht, als Individuum nicht sang- und klanglos in der unendlichen Masse unterzugehen nachdem man seine „Pflicht“ getan hat. Dazu müssen wir noch einmal auf den Server, das Seelenfeld zurückkommen – das wie bereits erwähnt alle Informationen sammelt und gleichwertig behandelt, um das gesammelte in einer Art Arche aufzubewahren, als Zeugnis dessen, dass die Menschheit in Form von Clients existiert hat. Und vor allem auch, wie sie existiert hat und was es mitunter für Unstimmigkeiten gegeben hat. Wenn man davon ausgeht, dass „gut“ und „böse“ zwar gleichsam als Quelle von Informationen behandelt werden, das die Güte aber letztlich doch einen höheren Wert hat – dann wären auch besondere Erscheinungsformen möglich. Erscheinungs- und Daseinsformen, die über das menschliche Begriffsvermögen hinausgehen, und denen eine besondere Rolle zugewiesen wird. „Gott“ selbst könnte als grundsätzlich erschaffendes und gutwilliges Wesen eine solche Erscheinung sein, ein Wesen dass weder an den Server noch an einen spezifischen Client gebunden ist; sozusagen also als sphärisches Wesen zwischen allem und jedem mitschwingt. Vielleicht gibt es aber auch mehrere Götter, die sich wiederum die Frage stellen, wer oder was sie erschaffen hat. Einzig ihre Rolle wäre denen der Menschen gegenüber etwas eindeutiger, übergeordneter und damit wichtiger: sie sorgen dafür, dass weiterhin alles im Fluss ist – indem sie die Grundlagen für den Fluss selbst erschaffen, aber auch dafür sorgen, dass er gespeist wird.

Letztendlich gelangt man bei allen Überlegungen solcher Art, sei es in Bezug auf den wahren Ursprung oder den Sinn des Lebens immer wieder an die gleiche Grenze – zumindest, solange wir in dieser Daseinsform existieren. Ob mit oder gänzlich ohne Existenzberechtigung. Irgendwann gelangt man an einen Punkt, an dem es nicht weitergeht; an dem man droht die Grenze zur Unendlichkeit zu überschreiten – und dies ist etwas, zu was die Menschen zweifelsohne nicht imstande sind. So kann man sich nur auf das paradoxe berufen, auf Dinge, die dem menschlichen Verständnis nach keinen Sinn ergeben oder sich zumindest nicht logisch erklären lassen. Frei im Sinne der berühmten niemals endenden Treppe heisst es demnach: vor dem Urknall war nach dem Urknall, oder auch: dringen wir immer weiter in den Makrokosmos ein (und blicken in die Quarks, auf die potentiellen Strings), dann sehen wir im Endeffekt doch wieder den Makrokosmos, unser Universum von aussen. Nicht… ? Auch gut.

Selbstvertrauen Vs. Pedanterie In Der Arbeitswelt

Eine alte Weisheit besagt, dass man, einmal aus dem (Arbeits-)Leben gerissen, immer größere Schwierigkeiten mit dem Wiedereinstieg hat je mehr Zeit verstreicht. Davon können besonders häufig betroffene Langzeitarbeitslose ein Lied singen, oder auch deutlich jüngere Menschen wie der Autor dieses Artikels.

Doch woran liegt das ? Liegt es wirklich allein an den Arbeitnehmern selbst, die in der Zeit der Arbeitslosigkeit und erneuten Jobsuche sich geradezu selbst und durch ihre meist damit einhergehende Isolation de-sozialisieren ? Verlernen es diese Menschen wirklich, speziell mit Kollegen oder einem „Chef“ (und der damit verbundenen Hierarchie) umzugehen ? Das fällt generell schwer zu glauben; denn, und das ist erwiesen – der allgemeine Umgang mit Menschen lässt sich nur allzu schwer verlernen. Entweder man ist ein aufgeschlossener (zuvorkommender, sympathischer, freundlicher, hilfsbereiter…) Mensch der auf andere zugeht, oder eben nicht – eine Zeit der Arbeitslosigkeit (als Beispiel) sollte man hier keinesfalls überbewerten.

Und so sollte man sich selbst nicht immer allzu kritisch beobachten; sondern die Fehler auch mal bei anderen Suchen. Das ist natürlich in dem Sinne „gefährlich“ und aufreibend, da man sich selbst so den Wiedereinstieg speziell in die Berufswelt erschwert – doch andererseits sind es gerade diese Neueinsteiger, die offensichtliche Missstände schnell entdecken und beim Namen nennen können. Andere, die seit vielen Jahren „im Geschäft“ sind und es aktiv betreiben, haben sich oft mit allerlei abenteuerlichen Situationen anfreunden können; oder haben sich zumindest an sie gewöhnt – alles geht seinen gewohnten Gang, der Alltagstrott überdeckt so manches.

Etwas ungünstig wäre es nun aber auch, sich selbst komplett aus einer jeglichen Beurteilung herauszunehmen – denn niemand ist unfehlbar. Doch die meisten Tipps und Ratgeber, die man allgemein zu diesem Thema vorfindet, befassen sich ausschließlich mit den Eigenschaften und Verhaltensweisen des einzelnen Arbeitnehmers – niemand traut sich, über diesen Horizont hinauszuschauen. Sicher, es steht immer etwas auf dem Spiel – doch diese Tatsache kann und sollte schnell eine untergeordnete Rolle spielen, wenn absolute Basisregeln in Bezug auf das zwischenmenschliche verletzt werden, man sich (nicht grundlos) in seinem Stolz verletzt fühlt.

Ich selbst kann von einem aktuellen Fall berichten, der noch andauert – wobei man nun sicherlich mutmaßen könnte, ich sei einfach grundsätzlich ein Störenfried mit viel zu hohen Anspruch oder falschen Vorstellungen der Arbeitswelt. Von daher, und um diese Gedankengänge abzuschwächen, ist es immer hilfreich wenn man ein oder zwei „Mitleidende“ hat, die die eigenen Ansichten bestätigen, oder sogar noch übertreffen können. Wie so oft heisst es dann… der „Pöbel“ der neuen Mitarbeiter (die nichts können, nichts wissen und verständlicherweise auch „Konkurrenten“ sind) gegen die Etablierten. Das muss sich keinesfalls auf die Chefetage beziehen, eher im absoluten Gegenteil – denn gerade die „unteren“ in der Arbeitnehmer-Hierarchie wittern oftmals ihre Chance, da sie nun ein noch schwächeres Glied in ihren Reihen haben. Was böte sich da also eher an, als nicht auch einmal „Chef“ zu spielen… ? Es wird sich ja ohnehin keiner trauen, etwas zu sagen; gegenzuhalten…

Falsch. Nur leider fehlt den meisten dazu der Mut oder generell die Konfliktbereitschaft. Auch ich hielt mich bis jetzt noch zurück, wobei ich diesen Beitrag hier als Ansporn verstehe. Sollte sich das betreffende Arbeitsklima sich also nicht bessern, wird ein Clash Of The Titans also unvermeidbar sein. Vielleicht habe ich also einfach nur Pech, immer an die falschen zu geraten. Denn wieder einmal bin ich mir keiner (diesmal sogar 0 %) Schuld bewusst. Ich bin nicht perfekt, aber was bitte sollte man in Bezug auf die Kunst des Kisten- und Warenstapelns (nur vorübergehend, geringfügige Basis) alles falsch machen können ? Richtig, wenig. Hier kommt dann die Pedanterie (grässlich) ins Spiel, die einem das Leben (grundlos) schwer machen kann. Sprüche wie „Du bist ja immer noch nicht weiter… Du bist zu langsam… der Chef hat mich schon angesprochen… heute nicht quatschen… nicht noch einmal, wir verstehen uns… jetzt aber zackig“ und so weiter machen natürlich Laune, und sorgen stets für ein gutes Arbeitsklima.

Man könnte nicht einmal etwas dagegen sagen wenn man wirklich etwas falsch machen würde. Doch ein jeder ist wie er ist, und arbeitet auch dementsprechend – nur leichte „tweaks“ sind immer möglich. Dies steht nun im Gegensatz zur Vorstellung der Kollegen, die einen Dauer-Sprintmodus, hektisches Arbeiten, kein Wort zu niemanden ausser wenn Kunden eine Frage stellen, und natürlich einen Dauer-Stress erwarten. Und das alles für einige wenige Euros in der Stunde (darum geht es gar nicht), aber noch viel schlimmer: in Anbetracht von absoluten Null- und Nichtigkeiten ! Mir wäre es zumindest neu, wenn man in der Verräumung aufgrund von Geschwindigkeit und Pedanterie Leben retten könnte. Es sollte doch eher heissen: sei gut zu Dir selbst, sei gut zu Deinen Mitmenschen – und ein jeder wird dazu in der Lage sein, (sein) Glück zu ernten.

Zu schade, wenn der menschliche Verstand es ggf. nicht erlaubt, diese Botschaft zu verinnerlichen.