Metal-CD-Review: NIGHTWISH – Endless Forms Most Beautiful (2015)

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Alben-Titel: Endless Forms Most Beautiful
Künstler / Band: Nightwish (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. März 2015
Land: Finnland
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Nuclear Blast

Alben-Lineup:

Floor Jansen – Vocals
Troy Donockley Uillean – Pipes, Low Whistles, Bodhran, Bouzouki, Vocals
Marco Hietala – Bass, Vocals, Guitars (acoustic)
Tuomas Holopainen – Keyboards, Piano
Emppu Vuorinen – Guitars

Track-Liste:

1. Shudder Before the Beautiful (06:29)
2. Weak Fantasy (05:23)
3. Élan (04:48)
4. Yours Is an Empty Hope (05:34)
5. Our Decades in the Sun (06:37)
6. My Walden (04:38)
7. Endless Forms Most Beautiful (05:07)
8. Edema Ruh (05:15)
9. Alpenglow (04:45)
10. The Eyes of Sharbat Gula (06:03)
11. The Greatest Show on Earth (24:00)

Die lange Qual der (Sänger-)Wahl.

2015 ist ein wahrlich geschäftiges Jahr. Viele der größere und erfolgreicheren Genre-Combos haben sich bereits mit neuem Material zurückgemeldet, und nun folgen auch NIGHTWISH mit ihrem heiß erwarteten neunten Langspieler ENDLESS FORMS MOST BEAUTIFUL. NIGHTWISH stehen seit jeher für einen Filmscore-tauglichen Symphonic Power Metal mit üppigen Arrangements und einem markanten weiblichen Leadgesang – der zwar eines der Aushängeschilder der Band ist, aber dennoch nicht als konstanter Faktor betrachtet werden kann. Sicher, der einstige Ausstieg von Tarja Turunen dürften die meisten mehr oder weniger gut verkraftet haben; doch auch ihre Nachfolgerin Floor Jansen (die immerhin auf zwei bzw. drei NIGHTWISH-Alben sang) hat sich inzwischen verabschiedet. Für sie kam 2013 eine gewisse Floor Jansen – die mit ENDLESS FORMS MOST BEAUTIFUL nun ihren Alben-Einstand feiert.

Klar ist, dass es auch dieses Mal zahlreiche Diskussionen über das Für und Wider der neuen Frontfrau geben wird. Letztendlich geht es aber um die etablierte Gesamtwirkung; und darum, wo sich das neue Album am ehesten qualitativ einordnen lässt. Sollte es in einem Atemzug mit dem eher durchschnittlichen IMAGINAERUM (Review) genannt werden – oder vielleicht doch mit Klassikern wie OCEANBORN oder WISHMASTER ? Sicher wäre das ein hehres Ziel – zumal NIGHTWISH (beziehungsweise die dahinterstehende Marketing-Maschinerie) wie am Fließband arbeiten; und bisher wohl nur das Jahr 2010 nicht für neue Veröffentlichungen genutzt haben. Betrachtet man alle anderen 19 Jahre von 1996 bis 2015, so ist die NIGHTWISH-Diskografie recht gut gepickt –  zu den 9 Studioalben gesellen sich zahlreiche Livealben, Singles, Special Editions und vieles mehr. Die Frage ist also, ob irgendwann einmal die Qualität auf der Strecke bleibt oder ob dies bereits geschehen ist – IMAGINAERUM, und vor allem die OST-Version zum gleichnamigen Film gingen ja bereits in eine eher bedenkliche Richtung.

Aber wie reiht sich diesbezüglich nun ENDLESS FORMS MOST BEAUTIFUL ein ? Die erste gute Nachricht ist, dass NIGHTWISH noch immer zweifelsfrei als NIGHTWISH zu erkennen sind. Die gekonnte Mixtur aus bombastisch-symphonischen, leisen Akustik-Klängen und Soundtrack-tauglichen Instrumentalpassagen geht nach wie vor auf, und sorgt für einen musikalisch reichhaltigen Eindruck. Bereits der Opener SHUDDER BEFORE THE BEAUTIFUL bezieht sich auf eben jene Klang-Mixtur, und schafft es dabei sogar die neue Leadsängerin Floor Jansen in einem überraschend positiven Licht dastehen zu lassen. Auch, oder gerade weil ihre Stimme vergleichsweise wenig Raum einnimmt, entsteht mehr Platz für die Instrumentalstrukturen – die wie schon oft zuvor als Fest für Genre-Fans bezeichnet werden können. Ebenfalls markant ist das hoch gehaltene Wechselspiel der Stimmungen: NIGHTWISH verstehen es einfach nach wie vor, verschiedene Eindrücke auf kleinstem Raum (das heißt, auch innerhalb eines einzelnen Titels) zusammenzuführen. So könnte man den Opener respektive dessen Wirkung mit vielen verschiedenen Adjektiven versehen – eine wie auch immer geartete Gleichförmigkeit klingt jedenfalls anders; der erste Anspieltipp ist überraschend schnell gefunden.

WEAK FANTASY präsentiert sich ebenfalls als eine der eher härteren und stampfenderen Nummern mit einem kräftigen Riffing, gut abgemischten Chor-Elementen und einem Reiz; der vornehmlich aus der Zusammenführung der ruhigen Strophen mit dem schmetternden Refrain hervorgeht. Sehr angenehm ist auch die spätere Instrumentalpassage; bevor es dann zur ersten Single- und Videoauskopplung des Albums hinübergeht: ELAN. Lauscht man diesem vergleichsweise ruhigen und bedächtigen Stück, so kommt man kaum umher als Floor Jansen endgültig als festen Bestandteil von NIGHTWISH willkommen zu heißen. Die neue Frontfrau gibt sich hier sehr standfest und singt mit einer angenehmen Sanftheit und Emotionalität, die direkt auf den Hörer überzuschwappen vermag. Aber auch die Gewichtung der Instrumente und kleinere hintergründige Highlights wie die Backgroundgesänge oder der Einsatz klassischer Instrumente sorgen für rundum positive Gefühle.

Der Auftakt von ENDLESS FORMS MOST BEUATIFUL kann demnach als stark bezeichnet werden – zumal die Band bereits innerhalb der ersten drei Nummern eine interessante musikalische Bandbreite zur Schau stellt und den Hörer dabei sowohl in den antreibenden als auch den balladesken Momenten fesseln kann. Tatsächlich folgt mit YOURS IS AN EMPTY HOPE aber sogleich der erste potentielle Knackpunkt des Albums; was vor allem einen Grund hat: es handelt sich schlicht um die härteste Nummern des Albums, die mit zusätzlichen Gesangseinlagen von Marco Hietala garniert ist. So schön und gut es von NIGHTWISH ist, stets auf eine größtmögliche Variabilität bedacht zu sein – diese vergleichsweise schroffe Seite steht der Band nicht ganz so gut zu Gesicht. Auch, da erstmals Bedenken bezüglich der Produktion und Abmischung in den Vordergrund rücken könnten: die symphonischen Elemente kommen zwar gut zur Geltung, doch insbesondere das Drumming und die Gitarren schneiden hier nicht ganz so glanzvoll ab. Und auch Frontfrau Floor Jansen scheint weitaus besser dazustehen, wenn sie eher gefühlvoll und bedacht agiert – hier klingt sie etwas zu angestrengt und trotz aller Bemühungen verdächtig kraftlos.

Und so sind es weiterhin und vor allem die eher ruhigen Nummern, die eine große Wirkung entfalten – wie etwa OUR DECADES IN THE SUN, EDEMA RUH oder gar das kongeniale Instrumental THE EYES OF SHARBAT GULA mit seinen überragenden Chor-Elementen. Spätestens hier stellt sich dann doch noch das gewisse, man nenne es majestätische Gefühl ein, das entstehen muss wenn man einer bald 20 Jahre lang existierenden Bandcombo lauscht. MY WALDEN (als gefühlt etwas härtere Version von ELAN) und der Titeltrack ENDLESS FORMS MOST BEAUTIFUL sind dann ebenfalls sehr solide, aber auch nicht überragend – bis es hinüber zum wohl herausragendsten Titel des Albums geht; hauptsächlich weil er satte 24 Minuten lang ist: THE GREATEST SHOW ON EARTH. Tatsächlich stellt sich hier aber keinerlei Leerlauf ein – der Titel ist abwechslungsreich strukturiert und steuert immer wieder auf den ein oder anderen Höhepunkt zu.

ENDLESS FORMS MOST BEAUTIFUL ist damit insofern eine Rarität, als dass es sich um eines der seltenen Symphonic Power Metal-Alben handelt, bei denen einmal nicht die Balladen als bloße (und eventuell verzichtbare) Zwischenspiele angesehen werden können. Vielmehr verhält es sich hier genau anders herum – die Balladen, und auch alle anderen vergleichsweise ruhigen Nummern bilden den eigentlichen qualitativen Kern des Albums; während die gradlinigeren, schnelleren und pompöseren Stücke dezent hintenan stehen. Aber eben auch nur verhältnismäßig, das heißt in Bezug auf die Gesamtwirkung des Albums – im Genre-Vergleich mischen NIGHTWISH noch immer ganz oben mit, und können mit ENDLESS FORMS MOST BEAUTIFUL auch ihren Vorgänger IMAGINAERUM locker schlagen. Zwar muss sich die Band den Vorwurf Gefallen lassen, hie und da etwas zu simpel oder auch gezielt verkaufstauglich vorzugehen, ein paar mehr Ecken und Kanten hätten dem Album sicher gut getan – doch selbst unter diesem Gesichtspunkt und bei aller potentieller Radiotauglichkeit von einzelnen Titeln ist das hier dargebotene noch immer ehrlicher und vor allen wirkungsvoller als der Output von so manch vergleichbarer Genreband. Mit ENDLESS FORMS MOST BEAUTIFUL kann man also nicht allzu viel falsch machen – besonders dann wenn man einer gewissen balladesken Seite des Symphonic Power Metal-Genres nicht abgeneigt  oder ohnehin langjähriger Fan der Band ist. Wer mag und kann, sichert sich am besten gleich die sogenannte (und etwas kostspieligere) EARBOOK-Edition mit satten 3 CD’s – eine enthält das Album, die zweite Instrumentalversionen, und die dritte rein orchestrale Fassungen. Das ist dann wirklich die volle Dröhnung NIGHTWISH für alle Fans und solche, die es gerne werden wollen.

Absolute Anspieltipps: SHUDDER BEFORE THE BEAUTIFUL, ELAN, THE EYES OF SHARBAT GULA, THE GREATEST SHOW ON EARTH


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„NIGHTWISH gehen ein wenig auf Nummer sicher – doch können diesmal wieder durchweg überzeugen.“

Filmkritik: „Imaginaerum“ (2012)

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Originaltitel: Imaginaerum
Regie: Stobe Harju
Mit: Marianne Farley, Quinn Lord, Francis X. McCarthy u.a.
Land: Kanada, Finnland
Laufzeit: 86 Minuten
FSK: Ab 12 freigegeben
Genre: Drama / Fantasy
Tags: Nightwish | Soundtrack | Filmmusik | Finnland | Oper | Traumwelt

Schreiben Nightwish nun auch Filmgeschichte ?

Inhalt: Der alternde Komponist Tom Whitman (Francis X. McCarthy) ist schwer krank und liegt im Sterben. Die Ärzte haben Mühe, ihn am Leben zu halten, und schicken daher nach der Tochter des Mannes, Gem (Marianne Farley). Sie soll bestimmen, ob im Falle eines erneuten Infarkts versucht werden soll, ihn wiederzubeleben. Gem, die sich im Laufe der Jahre immer mehr von ihrem Vater abgewandt hat, unterschreibt das Papier – und begibt sich in das riesige Anwesen ihres Vaters, wo sie auf eine ebenfalls informierte Freundin von Tom trifft. Währenddessen scheint Tom in seinem komatösen Zustand sein bisheriges Leben zu rekapitulieren – auch, um mit unerledigten Dingen abzuschließen. Dabei erinnert er sich vor allem an seine Kindheit, sodass er als zehnjähriger Junge (Quinn Lord) durch seine eigene Fantasie reist. Alles, was er hier erlebt scheint in vielerlei Hinsicht mit der Realität verknüpft zu sein – Tom kommt seinen Ende, aber gleichzeitig auch seiner persönlichen Erlösung näher. Aber auch Gem entdeckt im Haus ihres Vaters immer mehr Hinweise darauf, dass sie ihm vielleicht doch nicht so egal war wie sie es die meiste Zeit über vermutet hat.

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Kritik: IMAGINAERUM ist ein Film von und mit NIGHTWISH, der bekannten Symphonic Power Metal-Combo aus Finnland – die etwa ein Jahr vor der Erstausstrahlung ein gleichnamiges Studioalbum (Review) veröffentlichte. Ein kluger Schachzug – schließlich konnte man die zahlreichen internationalen Fans so bestens auf die zu erwartende visuelle und akustische Reise einzustimmen. Hervorzuheben ist, dass alle 5 Bandmitglieder auch unmittelbar in die Produktion miteinbezogen wurden – allen voran Tuomas Holopainen, der nicht nur einen größeren darstellerischen Auftritt hat, sondern auch am Drehbuch mitschrieb. Andererseits ist IMAGINAERUM aber nicht ausschließlich an explizite Bandkenner und -Fans adressiert; handelt es sich doch um einen recht eigenständigen, vergleichsweise aufwendig produzierten und inszenierten Film. Einer, der selbstverständlich wie kein zweiter von seinem Soundtrack lebt. Einige Elemente und Stücke wurden direkt vom gleichnamigen Studioalbum der Finnen in den Film portiert, sodass durchaus auch mal stark rockige und symphonisch-metallische Klänge zu hören sind. Zusätzlich engagierte man den Komponisten Petri Alanko, der auf den Kompositionen von NIGHTWISH aufbauend noch einen eigenen Soundtrack für den Film schrieb – IMAGINAERUM – THE SCORE. Den Regieposten übernahm ein bis dato unbekanntes Talent – Stobe Harju, ebenfalls auf Finnland.

Die Chancen stehen also durchaus gut für IMAGINAERUM – einen ambitionierten Film, der mehr sein möchte als ein erweitertes Musikvideo. Und tatsächlich hat man ab der ersten Sekunde das Gefühl, mit einer Art Fantasy-Blockbuster konfrontiert zu sein – der sich insofern als Blockbuster definiert, als dass er mit seiner überbordernden Magie und Symbolik nur so um sich wirft, sich dabei aber immer noch angenehm von der Hollywood-Konkurrenz distanziert. Dabei ist die eigentliche Story von IMAGINAERUM eine recht simple – es geht um nicht mehr und nicht weniger als einen alten Mann, der eine Art erweitertes Nahtoderlebnis (Infarkte, fortschreitende Demenz) hat und dabei Schlüsselpunkte seines Lebens noch einmal erlebt. Was man aber letztendlich aus dieser simplen Prämisse gemacht hat, ist durchaus beeindruckend – auch wenn die ganz großen Überraschungen am Ende ausbleiben und die Symbolik der im Film dargestellten Schlüsselelemente schnell offenbart. Dazwischen ist der Film vor allem eines: unterhaltsam, und einstweilen sogar richtig spannend.

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Der eigentliche Clou des Films ist dabei die ungewöhnliche Vater-Tochter-Beziehung, die letztendlich den Kern des Films ausmacht. Während sich der alte Mann in seinem Dämmerzustand auf die Suche nach Elementen seiner Vergangenheit macht (und dabei immer wieder von einem Schneemann bedroht wird; der versucht, wichtige Erinnerungen zu stehlen – untrügliche Symbolik zur Demenzerkrankung) tut seine Tochter es ihm gleich – in der realen Welt, versteht sich. Dieses Porträt einer Annäherung ist gespickt von Schicksalsschlägen und einer tiefen Emotionalität, die sich im Laufe des Films immer weiter zuspitzt und IMAGINAERUM letztendlich zu einem bewegenden Drama macht. Einem inhaltlich zwar simplen, aber angenehm ungewöhnlichen Drama – welches den Zuschauer vor allem mit seinen fantastischen Bildern verzaubert. Und das trotz oder gerade wegen der allgemein eher düsteren Bilder, die das Innenleben von Tom und seinen dazugehörigen Kampf aufzeigen. Hier erlebt man eine wundersame, teils verstörende Mischung aus DER POLAREXPRESS (Winter-Setting, Schneemann, Gondelfahrt) und INCEPTION (Traumsequenz, Zeitlupeneffekte), die sich durch viele gelungene Einfälle und investiertes Herzblut als eigenständig genug herausstellt, mit ganz großen Genrevertretern konkurrieren zu können.

Der Hauptkritikpunkt an IMAGINAERUM bleibt demnach eine fehlende inhaltliche Tragweite und Komplexität – die sich zweifelsohne angeboten und dem Film sicher gut getan hätte. Davon abgesehen gibt es grundsätzlich nur wenig zu beanstanden. Einige der CGI-Sequenzen sind technisch nicht perfekt (Flug des Schneemanns zu Beginn), die beiden längeren Auftritte der NIGHTWISH-Band im Film selbst sind zwar nett und passen sogar zur Geschichte – stören aber leicht den Filmfluss. Großes Lob muss dagegen den involvierten Darstellern zugesprochen werden – allen voran den ‚beiden‘ Tom’s Francis X. McCarthy und seinem jüngeren Alter Ego Quinn Lord. Der dritte (mittlere) Altersabschnitt von Tom wurde a’la NIGHTWISH von Tuomas Holopainen gespielt – doch genügte hier das blosse Auftreten und ein paar Gesten, leider. Auf der weiblichen Seite dagegen stehen nicht alle Zeichen auf grün – während Joanna Noyes als 73-jährige Ann noch wunderbar markant spielt (und dabei gekonnt zwischen einer gewissen Keckheit und Trauer pendelt), ist die Rolle von mit Marianne Farley nicht unbedingt perfekt besetzt. Ihr Spiel scheint etwas zu starr und unbeweglich, wie auch das der weiblichen Kinderdarsteller. Der Soundtrack gehört verständlicherweise zu den größten Stärken von IMAGINAERUM – hier stimmt einfach alles, auch wenn die metallische Einlage gegen Mitte ein wenig wie ein Fremdkörper wirkt.

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Fazit: IMAGINAERUM ist kein Meisterwerk, aber doch ein gelungenes Fantasy-Drama mit Musical-Anleihen geworden. Fans von NIGHTWISH können bedenkenlos zuschlagen, und auch Nicht-Kenner der musikalischen Materie erwartet eine zauberhaft düstere, makaber-bewegende Reise in die (Geistes-)Welt eines auf der Schwelle zum Tode stehenden Mannes. Die Vater-Tochter-Geschichte ist gut ausgearbeitet, auch wenn die ‚Lösung‘ in diesem Falle dann doch etwas zu schnell und simpel daherkommt – sicher auch ein Problem im Zusammenhang mit der vergleichsweise knappen Spieldauer. IMAGINAERUM ist nicht weniger als ein Film über den Tod, die Liebe, das Aufarbeiten und Abschließen; die so vieles sagende Musik. Eine Empfehlung – auch wenn noch mehr drin gewesen wäre.

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Metal-CD-Review: NIGHTWISH – Imaginaerum (2011)

Country: Finland – Style: Operatic / Symphonic Power Metal

1. Taikatalvi
2. Storytime
3. Ghost River
4. Slow, Love, Slow
5. I Want My Tears Back
6. Scaretale
7. Arabesque
8. Turn Loose The Mermaids
9. Rest Calm
10. The Crow, The Owl And The Dove
11. Last Ride Of The Day
12. Song Of Myself
Song 1: From A Dusty Bookshelf
Song 2: All That Great Heart Lying Still
Song 3: Piano Black
Song 4: Love
13. Imaginaerum

Foreword: Here we have the third of the newest and most mentionable Symphonic Power Metal albums of the late 2011, being released just a few days after Dragonland’s Under The Grey Banner and Ancient BardsSoulless Child. Well, talking about Nightwish compared to the two other bands you can be almost certainly be sure that their Imaginaerum will be the album that contains the least ‚Metal‘ – they are a more diversified, experimental and playful band indeed. So, this can be said in advance: if you are looking for a rather straight Symphonic Power Metal album with a female vocalist that almost permanently keeps it’s speed, power and epicness; you should definitely check out Ancient Bards. But if you indeed look for a true musical journey through many genres, an uncommon musical adventure; you should go on reading this review.

Review: Imaginaerum, an album that keeps its promise hidden in the title. Well, if you think about it this way, you will not be disappointed. Fortunately – since it has been some time that a metal-album is consequently ‚dreamy‘, using a certain musical mood to originate a rare impression that could be described as both lovely and scary. But hey, we are talking about Nightwish here – and this has been their intention from their very first spark. So it’s no wonder that the intro Taikatalvi takes off right onto that direction – introducing the listener to some samples of the finnish language and this very Danny Elfman-like choral ‚oohhhs‘ and ‚aahhhs‘ in the background. And, not to forget: the somehow emotional sound of a children’s music box. Once again we are at a point to conclude the intention of the overall Nightwish-sound: it’s all about one’s imagination, fairytales; but also nightmares here. Welcome to the wondrous dream-world theater of Imaginaerum ! (9/10)

And here we go – the opener Storytime is also the single Nightwish choosed to become adapted for the first music video of Imaginaerum. It truly is a very catchy piece, if not too catchy in the refrain – but its good they included some of their traditional ‚epic‘ arrangements and samples (at best used on Dark Passion Play) to round this one up and make it not too common-like at last. But I guess it was a choice that has also been made in terms of marketing: who would release the 1) longest, 2) most complex or 3) most uncommon musical piece for a music video extraction and representation ? Indeed, almost no one. So I can definitely adjust to this opener, delivering slight goosebumps in the ’scary‘ and ‚epic‘ moments, but cheering you up in the brighter passages and the rather friendly refrain. And, what about the lead singer ? Well, how often there are discussion on how A. Olzon is as good or not as good as her predecessor Tarja Turunen… and this is what I say: just forget about it. It’s Olzon now, and that’s all – we can not change it anyway. But it’s definitely right that Olzon is not comparable to Turunen at all – she has a totally different style indeed. A style that many people will like, and many people might dislike. I can only say this: she has improved a lot, especially comparing this performance to her’s on Dark Passion Play (which was a strong album anyway), slightly altering between this or that pitch of voice without a sign of effort. (9/10)

Her next chance to prove herself lies within Ghost River, the upcoming track #3. Well, here we have a so called ‚typical‘ Nightwish track with a charming lead singer who gets the support of some male vocalists also. And, what a relief: this#3 turns out to be an extraordinary strong track that manages to carry out many of the overall band’s strength. An impression that you might not get after listening to some sample of the track, the first seconds / minutes only, but certainly after a few complete run’s. That’s right, this track is definitely not as ‚catchy‘ as the opener, but I call this a positive aspect – such as the rare occasion to include a true children’s (!) choir. The difference to an adult male / female Choir is just unmistakable – and by including children, it definitely suits the overall album’s impression of a ‚dark fairytale‘. Thumbs up for this, and of course for this very brilliant track full of alternations and enlightening moments. (10/10)

What about Slow, Love, Slow then ? Well, you guessed it – this track comes along rather slow. And somehow uncommon – all you can hear is the almost-whispering voice of Olzon and some soft piano tunes – not to forget the almost jazzy-like Bass in the background. In the refrain she is once again joined by one of her band companions, what makes this one a ballad – also and especially by referring to the lyrics. But well, this is a totally unusual one, so to speak… there are almost no sings of ‚Metal‘ in this one (until later on), this is some kind of a Jazz-Softrock-Soul-like intermezzo. They are even joined by a trumpet ! A courageous measurement if you’d ask me, however, this will certainly not become my favorite on the album. Technically spoken, it’s out of any quality question – but referring to the genre, they leaned themselves very far out of the window. Well, this is getting everything but uninteresting ! (7/10)

With I Want My Tears Back Nightwish return in full density and, naturally: with a lot of power. A very soft way of singing is round up with a catchy refrain, appealing lyrics and some more traditional sounds. I can definitely think of this track as the second video single, by the way. However, there is no doubt that this one is again a bit ‚harmless‘, not bringing in too much diversification. The true fun comes back when an instrumental passage occurs, where the ‚traditional‘ elements are mixed up with the ‚epic‘ ones – but the refrain, well; it’s a bit too ‚cheesy‘, even for this album and the genre. (7/10)

But then we have the Scaretale, brrrr. Listening to this one, everybody will get to know why Nightwish are often referred to as bloody epic. At the same time this is one of the most ‚imaginary‘ tracks on the album, which could make it the secret title-track. There is a complete short movie running in front of your imaginary eye, well; again a little clumsy one, but it works out. One can certainly argue about Olzon’s way of singing here (indeed, like a ‚freak‘), but the following passages that will make you feel like you are in a dark but somehow epic circus-freakshow are definitely redressing this. As always top-notch: the nicely integrated Symphonic / Opera elements. (8/10)

Arabesque, a title that again holds what the title promises: we can now hear some oriental sounds, embedded in an epic surrounding. It works well as an interlude without any vocals. Later on we have some drums, making this one another interesting experience. But it certainly is not as impressive as the other tracks on this album. (6/10)

Turn Loose The Mermaids is the next title to follow, another track that could be referred to as experimental. Well, if you get a hold of Imaginaerum, you’ll definitely get some entertainment for you hardly-earned money. And, some interesting tunes and arrangements that you will certainly not have heard before – ever ! This track acts as a soft piano-orientated ballad as well as an instrumental entertainer (with some tunes that make you think about a western-city with cowboys and saloons, by the way). More than respectable: the performance of Olzon, which is very charming and appealing here. Thumbs up for the entertainment factor, the successful experiment and the emotional journey ! (9/10)

Next one to  follow is Rest Calm. It’s rather slow-paced, all the Symphonic elements are being held in the background, while Olzon and her partner get all the attention. However, it is not as emotional as intended, it rather feels a little dreary. Its good to hear some hard riffs combined with a solid male singer, but the refrain and the rather unattractive instrumental parts of this one (compared to the other titles) are not bringing in too much of a new. It’s all about resting calm indeed. A calm before the (mighty) storm ? (5/10)

Well, not with The Crow, The Owl And The Dove; which again is a ballad.A slow-paced one, unfortunately without a true highlight or any reference to the overall genre, which still is Symphonic Power Metal (only exception: a little choral background in the first passages). Or should be. However, this one rather sounds like a typical hit that you could also hear within the common charts. Acoustic, with some soft guitar tunes and very (!) softly presented vocals. Without a doubt, with this title the ’soft side‘ of Nightwish is represented. At least this is the only track that goes into this direction that explicitly. Not my cup of tea. But maybe your’s… ? (4/10)

Finally, it gets more interesting with Last Ride Of The Day. But, what a rare occasion: the orchestral elements sound rather insincere here. It’s rare since Nightwish normally sound ‚epic‘ when using epic elements – but in this case… well, not really. For the other aspects, there is nothing new to announce – the song is structured like a typical Nightwish song, but certainly more like the more common ones. (6/10)

Now we have Song Of Myself, a song that is over 13 minutes long – and therefore divided into 4 parts. It starts off very moody, bringing some soundtrack-like and orchestral elements in, just when lead singer Olzon starts to tell ‚her‘ tale. Well, it works out very nicely – Olzon gives everything she has without sounding too unnatural, the instrumental is epic enough to fit for this tale, the song’s structure is not too simple at all. However, what works well for the first parts, e.g. the first 6 minutes; turns out to become a rather longish measure in the end. Here we have several narrative speaker joining in, of which not all seem to be well-chosen. Whether it is too much of an accent, or different qualities; it just does not sound too professional and fitting at all. A strange experience that is ! (5/10)

Last but not least comes Imaginaerum, the title-track. It does not contain any vocal performances, but an instrumental, certainly new arranged compendium of the 12 tracks before. It is nice and moody, and just the fitting outro-piece for the album. But again, it is lacking a certain epicness or true fascination. (6/10)

Conclusion: Imaginaerum starts very strong, literally dragging the listener into the wondrous and mystical world of a surreal circus performance. The alternation between different moods, styles and paces works out nicely – there are true and catchy hymns, Symphonic blasts and interesting intermezzos that play with the genre, making all usual definitions crumble. However, there is a slight turning point which is reached towards the middle of the album. The ‚experiments‘ are taking over totally, making it impossible to refer to the heard as ‚Metal‘ from any standpoint. Well, these ‚experiments‘ may not be uncommon for Nightwish, but it’s not only the more ballad-orientated pieces. There are also some tracks that feel like being a product of reprocessing, being put together out of already existing elements; lacking pure innovation. therefore I can – unfortunately- recommend Imaginaerum to fans only. The album aroused my interest with the first tracks, certainly leaving me impressed – what was a shoot in the foot; since the quality and level of inspiration could not be maintained to the very end. It is not a bad album, but it can certainly not be attributed as one of 2011’s best either.

An advise: If you are looking for the actual masters of a female fronted Symphonic Power Metal, you should definitely check out Ancient Bards. Or, if you favorite a male-fronted Symphonic Power Metal band which is strong and epic beyond any limits, take a look on Dragonland’s Under The Grey Banner, which comes with a full package. They all can be found here on my blog, too.

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Nightwish: Imaginaerum (2011)

NIGHTWISH – Imaginaerum (Metal News)


Bandherkunft: Finnland – Musikalischer Stil: Symphonic Power Metal

Was ist denn das nun wieder für ein Zirkus…

Nach nunmehr 4 Jahren ist es endlich soweit: ein neues NIGHTWISH-Album steht in den Startlöchern. Das Album hört auf den Namen IMAGINAERUM, und soll sinnigerweise wieder episch-fantastische Bilder vor dem geistigen Auge entstehen lassen, wie es auch schon der geniale Vorgänger DARK PASSION PLAY erfolgreich vorgemacht hat. Doch dies sollte kein Problem sein – sollte man bei NIGHTWISH abermals auf gnadenlos episch-orchestrale Arrangements und einen charmanten Frauengesang setzen; wonach es momentan stark aussieht. Es ändert sich also nicht viel – das Ganze Projekt wird lediglich auf die nächste Ebene gehoben.

Passenderweise wurde vor kurzem ein wahrlich epischer Alben-Trailer auf Youtube veröffentlicht, der Interessenten an dieser Stelle nicht vorenthalten werden soll. Ein nettes und überaus stimmiges Hintergrundbild, ein toller (Instrumental-) Sound… ob IMAGINAERUM an den Erfolg und die durchweg positiven Reaktionen die DARK PASSION PLAY (2007) hervorrufte anknüpfen kann ? Wir werden es erleben.

Falls es auf Oliverdsw.Wordpress zu einem späteren Zeitpunkt ein ausführliche(re)s Review zum aktuellen Album der Band geben wird (was wahrscheinlich ist), wird an dieser oder anderer Stelle darauf hingewiesen. Wie immer gilt der Aufruf an alle Leser: Bewerten, Kommentieren, Abonnieren !