Oliverdsw’s Bio #13 | BEREIT FÜR DIE ALLGEMEINE ODER PERSÖNLICHE APOKALYPSE

Es lebe der Alltag ! In der Tat ist seit dem letzten Teil meiner fidelen Online-Biografie bereits über ein komplettes Jahr vergangen. Eine verdammt lange Zeit in meinem persönlichen Mikrokosmos, eine eindeutig zu vernachlässigende Zeit in (m)einem allumfassenden Makrokosmos – sei es drum. Diese Rubrik ist dazu erschaffen worden, die hoffentlich mannigfaltigen Erfahrungen dieser Zeit in schriftlicher Form  – wie immer für die Öffentlichkeit sichtbar – festzuhalten. Ganz unabhängig davon, wie viele nennenswerte Ereignisse es im Endeffekt tatsächlich geschafft haben, meine bescheidene Existenz zu beeinflussen; und neuen Erzählstoff so erst möglich zu machen.

Was für ein Stichwort. Blicke ich zurück, so ist festzustellen; dass sich der letzte Beitrag mit der (grundsätzlich positiven) Veränderung in meinem Berufsleben beschäftigte. Nun, sogleich folgt eine für manche sicher schier unglaubliche Tatsachenaufstellung: ich bin noch immer in dem damals angepriesenen Berufsfeld tätig, und das noch immer beim selben Arbeitgeber. Der aktuelle Vertrag läuft noch bis Ende Oktober, was mir bei meinem derzeitigen Arbeitgeber eine Gesamt-Beschäftigungszeit von exakt einem Jahr zuteil werden lässt; unter Einbeziehung der vorherigen Fremdfirma sogar noch länger. Für einige ein zutiefst gewöhnlicher Zustand, für mich selbst nicht weniger als ein kleiner aber feiner Rekord. So kann ich nun nicht nur Arbeitslosengeld I beziehen (natürlich nur hypothetisch – dennoch einen teils zünftigen, teils leidigen Jubelschrei einsetzen); ich habe mir in Bezug auf meinen Lebenslauf eine nette kleine Grundlage geschaffen, die dazu beitragen kann dass ich auch weiterhin beschäftigt bleiben werde. Wenn ich das möchte.

Doch wie es eben so ist, beschreibt der berufliche Werdegang nur einen kleinen Ausschnitt eines Menschenlebens, einen Teil einer Biografie – der oder die anderen beziehen sich auf das Privatleben in all seinen Facetten. Auch wenn ich nun quasi mitten im Leben stehe, dass heißt einen ständigen Umgang mit Menschen pflege und mein eigenes Geld verdiene (was ich leider nicht komplett behalten darf); so ist doch gerade in Bezug auf die persönliche Entwicklung ein gewisser Stillstand auszumachen. Wahrscheinlich ist das nichts neues, zieht sich diese Nuance (wäre es doch nur eine) durch meine gesamte Biografie, oder doch zumindest die späteren Teile. Ob es nun vorangeht oder nicht, es fühlt sich zumindest stark nach einem Verharren in alten Gewohn- und Gepflogenheiten an. So kommt es, dass ich nicht viele der Dinge, die sich im Laufe der Zeit ereigneten, direkt an mich heran gelassen habe. Man trägt eine Maske, einen Schleier; zum Schutze der eigenen Seelenwelt oder schlicht um eine außerplanmäßige Offenbarung zu vermeiden – in der Hoffnung, dass sich eines Tages doch noch das große Wunder abzeichnen könnte. Oder, dass die Welt nach all den Diskussionen nun doch endlich untergehen; oder besser sich selbst reinigen könnte – verdient hätten wir es nicht anders. Was hilft alles spekulieren und alles Gerede – am Ende bleibt uns eine einsame, unspektakuläre Existenz; die nicht einmal eine Notiz in der großen Geschichte der Welt wert sein wird.

Wen interessiert es da schon, dass eine Gestalt wie der große böse Gerichtsvollzieher die nächsten Tage auf der Matte stehen könnte ? Genau. Nun, auch wenn ich es mir schon immer sehnlichst gewünscht habe, mit einer solchen Amtsperson einen (Instant-) Kaffee zu genießen; so bereitet mir das ganze Dilemma nun langsam doch Kopfzerbrechen; obwohl es das nicht sollte. Bleiben wir ernst; so ernst, wie es die Umstände erfordern. Gewiss habe ich in dieser Hinsicht ein klein wenig über meine Verhältnisse hinaus gelebt, beziehungsweise Geld verprasst welches grundsätzlich anderen zustehen sollte. Ja, sollte es das ? Teilweise. Aber so ist das: wenn man den geernteten Gewinn aus der ersten Ebene (Arbeitsleben) in die zweite Ebene (persönliche Vorlieben) transferiert, bleibt so manches auf der Strecke – das eigentliche Pflichtprogramm. Doch es erscheint mir (und sicher nicht nur mir) nach wie vor ärgerlich, dass man aus den Früchten seiner Arbeit lediglich Samen gewinnt, die das erneute Abernten möglich machen. Oder anders ausgedrückt: dass man existiert um einer Arbeit nachzugehen, und einer Arbeit nachgeht um durch den jeweiligen Verdient gerade mal so zu überleben und weiterhin arbeiten gehen zu können.

Grüße auch an eine Person, die mich auf diesem Weg, der sicherlich nicht jedermanns (oder -fraus) Sache ist, begleitet hat. Ich muss meinen dahingehend Dank aussprechen – für übernommene Kost und Logis, für allerlei Freizeit-Unternehmungen, für den Kontakt zu einer jüngeren, noch halbwegs sorgenlosen Generation. Zweifelsohne gefiel mir diese Zeit; gefällt mir immer noch – doch ist ein Herz wie das meine stur, was dergleichen betrifft. Und nur schwerlich zu beeindrucken, was nicht bedeuten soll dass ich mich zu einer gewissen Herzlosigkeit bekenne – sondern nur, dass ich meinen Platz noch finden muss. Oder besser: dass er mich finden muss, sofern es so etwas wie einen Gott gibt. Hat ein jeder wirklich seinen ihm zugewiesenen Platz auszufüllen; auch wenn die Voraussetzungen dafür alles andere als günstig sind, und einen zutiefst steinigen Weg vorsehen ? Entweder man wächst an Herausforderungen, oder geht an ihnen zugrunde. So oder so ist die gewonnene Erfahrung hoffentlich etwas wert – auch wenn eine gewisse repetitive Tendenz dies eigentlich – langsam aber sicher – überflüssig machen sollte.

Erwähnt seien auch die Kameraden von dereinst (+ Extra-Erwähnung für Prometheus); ich hoffe es geht euch den Umständen entsprechend. Auch wenn ich hier nicht die Mitglieder einer Selbsthilfegruppe anspreche, kommt es mir einstweilen so vor – mit mir selbst als absolutem Präzedenzfall. Seit euch nur sicher, dass der ausbleibende Kontakt in meiner Wenigkeit begründet liegt. Ich bin Schuld, sofern man diesen Begriff benützt wissen möchte – alles andere wäre aber auch irgendwie langweilig. Es ist nur so, dass ich auf etwas anderes warte – auch wenn es sein kann, dass das Schicksal mir dahingehend nicht mehr genug Zeit einberäumen könnte. Aber: Freundschaften sind wichtig und wertvoll, mindestens ebenso sehr wie eine tägliche Dosis Medikamente (sic); helfen sie die Wirren der eigenen Existenz und der der Welt doch etwas annehmlicher zu gestalten. Sie bieten die Möglichkeit, sich zurücklehnen zu können und die aufkommenden Fragen gezielt und nacheinander zu beantworten; anstatt das gleich alle gemeinsam einen Ansturm wagen, unter dem der Wirt möglicherweise zerbrechen könnte.

Sonst noch etwas ? Gewiss, ich habe mein Traumgewicht von etwa 115 Kilogramm erreicht, sowie meine Traumfigur. Stämmig und erhaben, bereit für den einen Moment, bereit alles widerspenstige beiseite zu schaffen. Ich habe mir das Rauchen nicht abgewöhnt, ermöglicht mir diese Form der Selbstkasteiung (wer glaubt, der Konsum von Schadstoffen sei etwas anderes, irrt) noch immer einen gewissen Frieden und eine tiefe, wenn auch eingeredete innerliche Entspannung. Ich hörte von einigen Delinquenten, die die Existenz eines gewissen Medikaments in Frage stellten – Anlass genug, mich für immerhin 5 Minuten in Unsicherheit zu wägen. Doch nichts ist mächtiger als der vermeintliche Alltag; der Mantel des Alltags, unter dem man sich auch als Freigeist verstecken und kurz wärmen kann, um danach wieder in deutlich unwirtlicheren Gefilden Zuflucht zu finden. In diesem Sinne bleibt wohl doch alles beim alten… es sei denn, ein Wunder geschieht; gern auch in Form des von den Maya prophezeiten Weltuntergangs. Nicht vergessen: das Schicksal der Zerstörung geht mit der Freude des Neubeginns einher (Anno)… grüßt mir die Sonne, all ihr die ihr noch Höhenluft kosten könnt.

Oliverdsw’s Bio #12 | VERÄNDERUNGSMITTEILUNG

Machen wir es kurz: es gibt eine möglicherweise einschneidende Veränderung in Bezug auf mein Leben, die vor allem aus beruflichen Entwicklungen resultiert. Die Folgen sind noch nicht ersichtlich (pffft, diesmal nichts aus dem Privatleben !), mit Ausnahme derer für den Blog: möglicherweise werde ich weniger Zeit (und Lust ?) für die Pflege und das Einstellen neuer Artikel haben. Überhaupt bin ich angehalten, nach all den zahlreichen Beiträgen mal eine kleine Pause einzulegen… sodass sich im besten Fall und in der Zwischenzeit weitere Besucher auf diese Seite „verirren“ und, wenn sie gaaanz lieb sind (wo wie ein gewisser Herr Prometheus zum Beispiel), vielleicht sogar den ein oder anderen Kommentar hinterlassen. Schließlich „veralten“ die Beiträge nicht, gerade wenn es um Filmrezensionen et cetera geht. Ja, dies wäre freilich mein Wunsch: dass die Besucherzahlen nicht sinken und mir so eine gewisse Motivation erhalten bleibt. Aber ich weiss bereits aus vergangen Ruhe-Phasen, dass es mir ohnehin nicht leicht fällt, die Finger still zu halten. Man darf sich also gewiss sein, dass ich keinesfalls „verschwinden“ werde… 😉

Einen netten Artikel (was besonderes, eher allgemeines) werde ich, sofern es klappt, aber noch einstellen – damit es etwas zu verarbeiten gibt. Das kann ja so manches Mal durchaus einiges an Zeit beanspruchen (ein Schelm, wer bei soetwas nicht genauer liest) ! Wie dem auch sei, neben dem beruflichen habe ich auch medientechnisch eine to-do-Liste, bei der ich nicht weiss, ob ich so schnell wieder ans Schreiben komme. In erster Linie wäre das das kürzlich erschienene PC-Spiel Deus Ex 3 (ich liebte Teil 1, Teil 2 war so lala, und jetzt… es gilt, abermals in die Cyberpunkwelt einzutauchen und es herauszufinden) sowie die Anime-Serien Guardian Of The Spirit und Tegami Bachi. Von Kino- und Dvd-Filmen gar nicht erst zu sprechen, diese Listen sind bekanntlich endlos. Wie auch die aus dem Musikbereich – doch glücklicherweise bietet sich mir die Möglichkeit, mit einem kürzlich rezensierten Album erst einmal innezuhalten und vollends zu genießen. Es geschieht schließlich und beileibe nicht allzu oft, dass ich eine Höchstwertung vergebe.

Dann habe ich da noch gewisse Verpflichtungen im privaten (Tee-Trinken mit White Owl) sowie (endlich !) mal wieder ein oder zwei Besuche in einem gewissen Etablissement (nein, nicht das mit den Damen). Ach ja, wie war das eigentlich mit der beruflichen Veränderung ? Sorry, das bleibt erstmal unter Verschluss, für mindestens einen Monat (dann kann man schon weiter in die Zukunft schauen). Aber dennoch möchte ich einen Hinweis in Form eines überaus aussagekräftigen Bildes (!?) geben. Bitteschön:

Ja – das SIND Weintrauben… !

Oliverdsw’s Bio #11 | FREUD UND PREIS DER GEDULD

Wer hätte das gedacht – da ist doch tatsächlich ein einzelner Besuch bei der Arbeitsagentur (beziehungsweise im neudeutschen auch gern als Jobcenter bezeichnet) ausschlaggebend dafür, dass ich einen neuen Teil meiner offiziellen Biografie verfasse. Nun gut – ein absolutes Novum ist auch dies nicht, da ich mich bereits im letzten teil meiner Biografie (oben verlinkt) mit den damit verbundenen Themen auseinandersetzen musste. Doch während es damals (immerhin, es ist nun schon über ein halbes Jahr her) ausschließlich um den… „Einstieg“ in das Thema Hartz-4 und um die Verarbeitung des Ausscheidens im sozialen Jahr ging, geht es nun um die Frage: wie lange ist mein aktueller Status noch aufrechtzuerhalten, beziehungsweise was muss ich tun, damit möglichst beide Seiten (die spendable Arbeitsagentur und meine Wenigkeit) möglichst zufriedengestellt werden können ?

Denn mir wurde doch recht deutlich nahegelegt, dass es so wie es jetzt ist, nicht weitergehen kann. Natürlich kommen hier wie immer die üblichen Floskeln zum Einsatz, dass es ja auch um mich, das heisst meine Bedürfnisse ginge – ich könne mit meiner aktuellen Situation doch gar nicht zufrieden sein. Dies muss erläutert werden, denn es gab eine kleine Veränderung in meinem Lebenslauf: ich bin seit einigen Wochen im Einzelhandel tätig, allerdings „nur“ auf geringfügiger Basis – nicht des Geldes wegen (einige wenige Euros mehr im Monat), sondern hauptsächlich, um überhaupt einmal wieder zu arbeiten, arbeiten zu können. Immerhin stehen die Chancen gar nicht schlecht, dass „mehr“ aus dieser Tätigkeit werden könnte, wenn ich genügend Ambitionen an den Tag lege. So stehe ich dem Ganzen auch recht aufgeschlossen gegenüber, auch wenn es sich zweifelsohne nicht gerade um einen Job handelt, bei dem man seine Kreativität ausleben kann. Zumindest ist man unter Menschen, hat Kundenkontakt und muss sich in einem neuen Kollegenkreis zurechtfinden. Ergo: all dies fliesst in den großen Pool der bisher gesammelten Lebenserfahrung ein.

Und nun das aktuelle Dilemma: natürlich möchte die Agentur nicht, dass es „nur“ bei diesem Job bleibt, selbst wenn er auf 400 oder mehr Euros hoch gestuft werden würde. Denn, es muss immer noch gezahlt werden (dann eben nur auf den Arbeitslohn angerechnet). Gut, letztendlich weiss heutzutage jeder (generell in Bezug auf Behörden), dass es die Sachbearbeiter herzlich wenig interessiert, was man aus seinem Leben macht. Alles ist genehm, solange „man“ (in diesem Fall der Staat) kein Geld mehr zahlen muss. Doch keinesfalls soll dies eine Verurteilung sein – es ist eine nur verständliche Tatsache, wenn ein Mitarbeiter einer Behörde hunderte von verschiedenen „Kunden“ hat und entsprechend betreut, betreuen muss. Doch wie sieht die Lösung aus, ja; gibt es überhaupt eine ? Dazu möchte ich (auch für mich selbst) eine Liste erstellen, die einige der aktuellen Möglichkeiten aufzeigt. Dazu muss noch angemerkt werden, dass eine etwas… umstrittene dabei ist, nämlich die der Ausbildungssuche. Ich habe bereits einem Termin, bei dem dies näher besprochen werden soll – allerdings habe ich mit diesem Thema eigentlich schon abgeschlossen; nicht ganz grundlos.

Möglichkeit 1: Zeitnah in eine Vollzeitbeschäftigung kommen

Vorteile:

  • Die Arbeitsagentur wird mehr als zufrieden sein und mich „integriert“ haben
  • Deutlich höheres Einkommen und damit > Selbstständigkeit (eventuell Wohnung, Auto)
  • Eine Vollzeitbeschäftigung beschäftigt einen, wie es der Begriff bereits andeutet, tagtäglich

Nachteile:

  • Höchstwahrscheinlich wird es sich um eine Stelle handeln, um die sich nicht gerade jeder reissen würde
  • Sollte eine (unbefristete) Einstellung erfolgen, steht das restliche Arbeitsleben automatisch mit fest > ein Leben lang Zeitarbeit, Aushilfsjobs; das, was einem persönlich möglicherweise eher nicht liegt (Handwerk, Knochenjobs, geringer Stundenlohn)

Möglichkeit 2: (Doch noch) eine Berufsausbildung absolvieren

Vorteile:

  • Chance, dass machen zu können was man möchte, ist eher gegeben (bedingt)
  • Wertvoll in jederlei Hinsicht: Lebenslauf, Zukunftsmöglichkeiten, Weiterbildung

Nachteile:

  • Relativ geringe Chance, dass es klappt (warum dann nicht schon früher, siehe BVB ?)
  • Persönliche Situation bleibt für min. 3 Jahre unverändert (Zuhause wohnen, ohne Auto, wenig Geld)

Möglichkeit 3: Bei der aktuellen geringfügigen Beschäftigung bleiben

Vorteile:

  • Chance, doch noch im Betrieb aufzusteigen bleibt erhalten
  • Nicht tagtäglich arbeiten, dafür einen guten Stundenlohn bekommen
  • Mehr Zeit für den Blog ?

Nachteile:

  • Stress mit der Agentur ist vorprogrammiert, eventuell Leistungskürzungen und weitere Sanktionen
  • Keine deutlich „wertvolle“ Arbeit (in Bezug auf den Lebenslauf, weitere Chancen)

Möglichkeit 4: Alles und jeden ignorieren und auf ein Wunder hoffen

Vorteile:

  • Viel Freizeit…
  • Kein Ärger mehr mit der Arbeitsagentur…

Nachteile:

  • (Berufliche) Zukunftschancen verschlechtern sich mit jedem einzelnen Tag
  • Wenig oder gar kein Geld zur freien Verfügung
  • Eventuell keine Krankenversicherung
  • Keine arbeitsbezogenen sozialen Kontakte mehr

Man sieht, es ist nicht einfach. Wenn jemand noch eine fünfte Möglichkeit sieht, dann bitte; lasse man es mich wissen. Nur eines ist klar… eine Entscheidung könnte eventuell schon bald fällig werden. Ach ja, wer’s noch kann – genießt mir bitte den Sommer !

Oliverdsw’s Bio # 10 | NACH MIR DIE SINNFLUT

Nun, wo war ich doch gleich stehengeblieben… Ach ja; richtig – mit dem offiziellen Einstieg in die (höchst leidige ?) ALG-II Thematik. Wobei ich mich gewiss nicht mit einer distanzierten, blossen Theorie als Herangehensweise aufgehalten habe. Nein, das Experiment „Hartz-4“ wird in Bezug auf meine Person größtenteils praktisch durchgeführt, nicht umsonst rangiert dieser Beitrag hier in einer speziellen Blog-Kategorie: meiner Über-Mich-Sektion ! Allerdings, ob es wirklich absolut freiwillig durchgeführt wird, ist eine ganz andere Frage – diesmal weniger auf den fragwürdigen Begriff des freien Willens selbst bezogen. Erleichterung macht sich breit – doch ich hoffe, dass aus meinen letzten Biografie-Teilen im ungefähren ersichtlich wurde, wie und warum es zu solch einer Situation kommen konnte – die immerhin als expliziter Stufen-Abstieg auf der sogenannten sozialen Leiter bezeichnet werden könnte. Ob man allerdings komplett absteigt oder sich noch (wacker) auf den unter(st)en Stufen festhält, das obliegt wohl einem jeden Betroffenen selbst.

So spiele auch ich oft mit Gedanken, die sich mit diesem (sozialen) Rang befassen; wobei auch mein Gefühlsleben starken Schwankungen unterworfen ist. Jeder kennt es: mal geht es im Leben bergauf, mal bergab – wenn wir einmal nur von der sozialen Stellung (und damit beinahe automatisch vom Berufsstand) sprächen. Eines ist mir jedoch seit nunmehr vielen Jahren klar: ich, der Freigeist, der eher unangepasste; würde nie eine der obersten Stufen dieser Leiter erklimmen. Einerseits, weil ich gnädig bin und diese Positionen liebend gerne anderen überlassen möchte (schließlich ist der Platz dort oben nicht unbegrenzt – genießt mir die Höhenluft), und andererseits, weil ich schlicht eher gegen als mit dem Strom schwimme. Und, dieser ist heutzutage nun mal mehr denn je geprägt von erbrachten (und nachweisbaren) Leistungen; von schulischen und beruflichen Erfolgen, von gesellschaftlichen Statussymbolen. Es ist doch so: entweder man hat den Ehrgeiz und das Bestreben, einen eben solchen (Lebens-)Weg zu beschreiten – oder man hat eine gänzlich andere Ideologie. Wobei es natürlich auch noch eine dritte Möglichkeit gibt, die am ehesten zu bedauern ist: man setzt sich (hohe) Ziele, ist bestrebt diese zu erreichen – scheitert aber aus irgendwelchen Gründen, die vielfältig sein können.

Glücklicherweise habe ich dieses Gefühl nie gehabt, dieses explizite Gefühl des Versagens (Grüße nach Fernost) – ich spürte schon immer, dass der typische, der normale, der vorhersehbar-geregelte Weg für mich einfach nicht in Frage kommen würde. So kann man sagen, das ich den Stufen-Aufstieg absichtlich meide – auch wenn er mir vielleicht (besonders damals, man wird nicht jünger) möglich gewesen wäre. In erster Linie bringt das natürlich haufenweise Nachteile mit sich: Geld regiert (leider) die Welt, und wer nicht viel verdient (kaum möglich von einer niedrigen Stufe aus), hat es im Leben nicht leicht. Und, wird nicht gerade als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft betrachtet – was aber gewiss keine neuzeitliche Entwicklung ist. Schon immer galt das Credo: wer Geld hat, darf mitbestimmen; der wird angehört. Aber auf der anderen Seite gab es auch schon immer Menschen, die irgendwie aus dem gesellschaftlichen Rahmen fielen, und mehr oder weniger gemeinnützige Ziele verfolgten. Bin also auch ich ein moderner Robin Hood, der im Herzen gut ist und den Schwachen helfen möchte – und gerade deshalb niemals ein Teil der höher gestellten Gesellschaft werden möchte, die sich oftmals allen möglichen Narreteien hingibt ? Oder bin ich vielleicht nur ein hoffnungsloser Wanderprediger, bei dem nur einige wenige am Wegesrand innehalten um seinen (verwirrenden) Worten zu lauschen ? Vielleicht. Nur eines ist klar: ich bin niemand, der die Schwächen anderer ausnutzen würde um so vielleicht doch noch ein oder zwei Schritte auf der Gesellschaftsleiter nach oben klettern zu können. Denn auch das ist heutzutage leider Gang und Gäbe. Noch erschreckender aber ist, dass sich kaum noch jemand daran stört – ein Arschlochtum und eine größtmögliche Gewissenlosigkeit sind stellenweise sogar erwünscht.

Wie also sieht es aus, in Bezug auf meinen fidelen persönlichen Werdegang ? Gewiss ist es kein Geheimnis mehr, dass ich eine Zeit lang erwerbs-, wohl aber nicht gänzlich beschäftigungslos war (nein, keine Schwarzarbeit). So musste der moderne Robin Hood dann doch noch freiwillig das Geld der „Adligen“ annehmen, da sich ein Diebstahl heutzutage nicht mehr rechnen würde – satte 364 Silberlinge gibt es derzeit aus der Tasche des gutmütigen Steuerzahlers. Währenddessen verdingte ich mich mit allerlei (für andere wohl wenig vergnügsamen) Freizeitaktivitäten, wie transzendentalen Ausflügen und eben auch der Pflege dieses Internet-Auftrittes hier. Ursprünglich hatte ich vor ungefähr einem Jahr ein ganz und gar hehres Ziel gefasst, welches ich aus verschiedenen Gründen (alles nachzulesen) aber nicht erreichen konnte – und es daher wohl auch nicht mehr angehen werde. Eine kurze Träne der Melancholie ward vergossen – denn einige schöne Momente waren in dieser Zeit sicherlich inbegriffen. Nun aber, da der Monat Juni (nunmehr Anno 2011) angebrochen ist, gehe ich wieder einer Beschäftigung nach. Man lehrte mich die hohe Kunst des Kisten-Stapelns und der Sortiments-Kommissionierung – ich arbeite allerdings vorerst für einen zu vernachlässigenden Obolus (langweilig – wieder keine Schwarzarbeit). Wie aber wird es sich weiterentwickeln ? Werde ich ein Leben lang mit solchen Tätigkeiten zu tun haben, um so mühsam selbst meinen Lebensunterhalt zu bestreiten ? Werde ich eine eigene Wohnung haben, werde ich jede mir bisher selbst aufgebürdete Schuld (nein, keine gesetzliche…) wieder begleichen können ? Werde ich eine Frau haben, 1 1/2 Kinder zeugen, ein Auto fahren und mich gelegentlich mit Freunden auf einen Umtrunk und eine Runde Poker treffen ?

Jetzt habe ich wohl schon zu weit ausgeholt. Zumindest hoffe ich auf eine Verwirklichung bis zum vorletzten Satz, alles was danach kommt erscheint mir schon wieder viel zu konventionell und Instinkt-Gesteuert. Überhaupt habe ich dem Alkohol als Nervengift schon lange abgeschworen, es gibt genügend körpereigene Opioide die es nur zu aktivieren gilt. Aber muss auch ich noch dafür sorgen, dass die Menschheit in dieser Form weiter existieren kann, hat sie das; haben wir das überhaupt verdient ? Vielleicht, wenn wir alle nur 16 Jahre alt würden. Muss auch ich für weniger gesellschaftlich, als vielmehr wirtschaftlich interessanten Nachwuchs sorgen ? Da freue ich mich doch, jegliche Erwartungshaltungen in diese Richtung enttäuschen zu können. Momentan ist nämlich nichts dergleichen geplant. Und ich werde mich hüten, was weitere Überlegungen in diese Richtung anbelangt. Überhaupt gibt es derzeit mehr als genug Beschäftigungen, denen man als notorischer Freigeist nachgehen kann – denn ein solcher steht bekanntlich niemals still. Wichtig ist nur, den jeweiligen In- und Output regeln zu können; man sollte schon über gewisse Ventile verfügen. Nein, keine körperlichen – aber habe ich somit und gerade eben die Existenzberechtigung für diesen Blog offengelegt… ? Doch selbst in Bezug auf die weniger metaphysische Ebene gibt es derzeit genug anzupackende Dinge. Stichwort Familie (die, aus der man entstammt), Stichwort Arbeitswelt, Stichwort Behördengänge. Und: Stichwort eigenes, selbstversorgerisches Leben. Wohlan denn – das Leben ist bunt… !

Es bleibt die Frage, wo ich mich in der Zukunft sehe… nun, vielleicht erübrigt sich diese Fragestellung ja schon hinsichtlich des Schicksalsjahres 2012 (Sarkasmus, anyone ?). Überhaupt habe ich in meinem (kurzen) Leben schon viel zu viel nachgedacht und über dieses und jenes sinniert. Es gibt ausserdem schon genug andere, die eher dem normalen Bürger-Typus entsprechen – und sich daher sicherlich auch viel besser dafür eignen, über ihre eigene Zukunft und die von anderen zu debattieren. Es freut mich daher, dass ich diese ewiglich-klägliche Linie zu unterbrechen vermag und so ein potentiell wertvolleres Ergebnis mit auf den Weg nach oben nehmen werde. Wenn sich meine Wünsche und Hoffnungen nämlich verwirklichen, werden dort jegliche Informationen und Erfahrungen neutral verarbeitet, es zählt allein die Information, ähnlich dem mathematischen Grundprinzip. Wozu also übermäßig interpretieren, wenn man nicht in Besitz aller dafür nötigen Informationen ist ? Aber ich werde bei Gelegenheit auch noch einmal versuchen, mit einem Verantwortlichen darüber zu sprechen. Bis dahin… zelebrieren wir das Leben so gut es eben geht.

Oliverdsw’s Bio # 8a | WO IST DENN HERR S. ABGEBLIEBEN ?

Eine Frage, so mysteriös wie die nach dem Second Impact ?

Immerhin: ja, in gewisser Weise schon. Denn man muss feststellen, dass die kindliche Wahrnehmung noch immer eine andere ist als die von Erwachsenen. Es kann also durchaus sein, dass mich einige Kinder vermissen werden und sich ob meines Verbleibes wundern. Oder aber, sie vergessen mich ebenso schnell wie sie mich als Erzieher lieb gewonnen haben – das ist ebenfalls möglich, aber (dann) gewiss kein Vorwurf.

Zur den Hintergründen: ich war 4 Monate lang in einer Ganztagsschule in Wolfsburg eingesetzt. Dort war ich im Rahmen der pädagogischen Nachmittagsbetreuung als FSJ-Leistender tätig, und betreute mit weiteren Teamkollegen über 200 Kinder (von Klasse 1-4).

So abrupt mein dortiges Arbeitsverhältnis nach außen hin endete, so zeichnete es sich im privaten doch bereits einige Wochen vorher ab. Die Gründe sind vielfältig – doch hauptsächlich lag es an den Differenzen, die ich mit der Stadt Wolfsburg (dem Träger des freiwilligen sozialen Jahres) hatte, und den wie immer leidlichen finanziellen Aspekten. Der Dank der Kinder (ungefähr: Wahnsinn, ein Mann – und noch dazu kein strenger !) glich zwar vieles aus; aber eben auch nicht alles.

So fällt es mir einerseits leicht, mit diesem Kapitel abzuschließen (eben aufgrund eben genannter Gründe), doch andererseits auch etwas schwer. Schließlich könnte man sich nun auch Vorwürfe machen nach dem Motto, dass man die Kinder „im Stich gelassen“ hätte. Was natürlich Unfug ist, zumal dieses Gefühl auch nach den kompletten 12 Monaten aufgekommen wäre – aber gegen derartige (Selbst-)Vorwürfe ist man nun einmal kaum gefeit. Zumindest in dieser Hinsicht; denn ansonsten bin ich der Meinung, dass ich die 4 Monate sinnvoll investiert und sozial-unterstützend agiert habe. Um das eigentliche Team mache ich mir weniger Sorgen, denn die werden das Ding schon schaukeln.

Doch wenn ein Arbeitsverhältnis (vorzeitig) endet, dann geschieht das meist nicht ohne Grund – und beide Seiten müssen die Tatsachen akzeptieren. Etwas schade ist, dass ich mich nicht wirklich von den Kindern verabschiedet habe, verabschieden konnte – denn dafür ging letztendlich doch alles rasend schnell. Sollte dennoch der Wunsch bestehen mich zu kontaktieren, so kann das gerne über diesen Blog hier geschehen.

Ich kann nur mit folgenden Worten schließen… ich bedanke mich für die Zeit in der Schule, und wünsche allen Schülern und deren Eltern alles Gute auf dem weiteren Lebensweg.