Metal-CD-Review: KAMELOT – Karma (2001)

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Alben-Titel: Karma
Künstler / Band: Kamelot (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 10. Juli 2001
Land: USA
Stil / Genre: Prog Power Metal
Label: Noise Records

Alben-Lineup:

Khan – Vocals
Thomas Youngblood – Guitars
Glenn Barry – Bass
Casey Grillo – Drums

Track-Liste:

1. Regalis Apertura (01:57)
2. Forever (04:06)
3. Wings of Despair (04:30)
4. The Spell (04:18)
5. Don’t You Cry (04:14)
6. Karma (05:11)
7. The Light I Shine on You (04:13)
8. Temples of Gold (04:09)
9. Across the Highlands (03:44)
10. Elizabeth Part I: Mirror Mirror (04:20)
11. Elizabeth Part II: Requiem for the Innocent (03:44)
12. Elizabeth Part III: Fall from Grace (04:20)

Der fünfte Anlauf festigt das lang geahnte.

Sicher möchte ihn ein jeder gerne beschreiten, den Weg zum heiß umkämpften Genre-Thron im Bereich des Power Metal. Doch während er sich so manch talentierter Band atemberaubend schnell eröffnet, brauchen andere eine gewisse Vorlaufzeit. In welche Kategorie die aus den USA stammenden, Mitglieder-technisch aber eigentlich international zusammengesetzten Power Metaller von KAMELOT gehören; ist dabei kaum ein Geheimnis. Denn: letztendlich qualifizierte sich die zunächst eher unscheinbare Combo erst nach einem markanten Lineup-Wechsel und nach 3 vielversprechenden, aber noch lange nicht in jeder Hinsicht herausragenden Alben. Erst THE FOURTH LEGACY (Review) zeigte als viertes Studiowerk der illustren KAMELOT-Diskografie erstmals kompromisslos auf, dass die Band auch all das umsetzen konnte was schon immer in ihr schlummerte. Mit diesem wichtigen Meileinstein festigten KAMELOT auch ihre aufstrebende Position – schließlich sollten die nun folgenden Alben an den recht fulminanten Eindruck von THE FOURTH LEGACY anschließen.

Daher könnte man das 2001 erschienene KARMA nicht nur als das fünfte Album der Band bezeichnen, sondern auch als die zweite hervorragende Veröffentlichugn einer entgültig erstarkten Power Metal-Combo. Tatsächlich gaben sich KAMELOT innerhalb der hier präsentierten, satten 12 Titel keine Blöße – und zelebrierten ein stilistisch ausgefeiltes, vergleichsweise anspruchsvolles und untypisches Power Metal-Feuerwerk der Extraklasse. Untypisch war und ist es deshalb, da sich KAMELOT nur noch mehr auf die Herausarbeitung eines recht individuellen Sounds fokussiert hatten – der zwar viele typische Genre-Elemente (wie etwa den Faktor der Eingängigkeit oder hochtrabende Refrains) beinhaltet, aber doch hörbar anders klingt als ein Großteil des im Jahre 2001 veröffentlcihten Genre-Materials. Gründe dafür gibt es viele, wobei die überaus angenehme Leadstimme von Roy Khan (der hier zweifelsohne zu seiner Höchstform aufgelaufen ist) eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Auch die Tatsache, dass sich KAMELOT auf KARMA vergleichsweise düster inszenieren und auch in inhaltlicher Hinsicht so manches Schwergewicht auffahren, sorgt für die mitunter einzigartige, wenn man so will poetische Gesamtwirkung des Albums.

Eine, die zudem noch verdammt gut unterhält und vor allem handwerklich über alle Zweifel erhaben ist. Sobald die ersten riffs des flotten Openers FOREVER erklingen, wird man geradezu gefangengenommen von der durchaus mystischen, schweren und emotional geladenen Atmosphäre des Albums. Eine Atmosphäre, die auch dadurch generiert wird; dass KAMELOT immer wieder progressive Elemente einsetzen und das Album so an vielfalt und Komplexität gewinnt. Reine Balladen wie DONT YOU CRY werden wie so fot nicht jedem gefallen, doch immerhin kann man behaupten dass Roy Khan auch hier überaus glaubwürdig auftritt. Das einzige, was KARMA vorhalten könnte wäre wohl; dass das Album im Mittelteil und mit dem dreiteiligen ELIZABETH des öfteren vergleichsweise getragene Stimmungen transportiert – und ein echter Kracher mit Hymmen-Potential (wie eben das starke FOREVER) auslbeibt. KARMA bietet somit vor allem ein extrem ausgefeiltes, gleichzeitig aber auch nicht zu schwer zu verköstigendes Futter für Freunde eines progressiv angehauchten Power Metals.

Absolute Anspieltipps: FOREVER, WINGS OF DESPAIR, THE SPELL


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„Ein hochqualitatives, progressives Schwergewicht.“

Metal-CD-Review: KAMELOT – The Fourth Legacy (1999)

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Alben-Titel: The Fourth Legacy
Künstler / Band: Kamelot (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. Juli 2008
Land: USA
Stil / Genre: Power Metal
Label: Noise Records

Alben-Lineup:

Khan – Vocals
Thomas Youngblood – Guitars
Glenn Barry – Bass
Casey Grillo – Drums

Track-Liste:

1. New Allegiance (00:54)
2. The Fourth Legacy (04:55)
3. Silent Goddess (04:13)
4. Desert Reign (01:39)
5. Nights of Arabia (05:24)
6. The Shadow of Uther (04:45)
7. A Sailorman’s Hymn (04:05)
8. Alexandria (03:53)
9. The Inquisitor (04:35)
10. Glory (03:42)
11. Until Kingdom Come (04:11)
12. Lunar Sanctum (05:57)

Angekommen und abgeliefert.

Wie es der Alben-Titel sowie die markante Farbgebung des Artworks bereits dezent implizieren, handelt es sich bei FOURTH LEGACY um das vierte Studioalbum der US-Amerikanischen Power Metaller von KAMELOT. Viel wichtiger als das erscheint aber die Tatsache, dass es das zweite Album unter der Führung des erst kurz zuvor verpflichteten neuen Leadsängers Roy S. Khan ist – der auf dem Vorgänger SIEGE PERILOUS (Review) sein noch stark ausbaufähiges Debüt inszenierte. Und tatsächlich: trotz dessen, dass gerade einmal etwas mehr als ein Jahr ins Land gegangen war; steigerten sich KAMELOT um ein vielfaches. Und das in so gut wie allen Belangen: von der Produktionsqualität und Präsentation über das musikalische Handwerk bis hin zu den Inhalten und zur letztendlich erzielten Wirkung stimmte nun endlich alles. Mit ein Grund für die stimmige Gesamtwirkung des Albums ergibt sich auch aus dem typischen KAMELOT-Sound, für den die Band später berühmt und berüchtigt werden sollte. Typisch bedeutet in diesem Fall aber eher gegenteiliges – denn schließlich waren KAMELOT eine der ersten Combos, die es geschafft haben explizit düstere und getragene Elemente geschickt in antreibenden Power Metal-Kompositionen zu verbauen.

THE FOURTH LEGACY ist so gesehen der erste Meilenstein auf diesem Weg. Ein Meilenstein, dem so gesehen eigentlich nur positives anhaftet – bis auf die Tatsache, dass er die ersten drei Alben der Band konsequent in den Schatten stellt; ja wenn nicht gar verzichtbar erscheinen lässt. Schließlich lässt es sich erst hier entdecken, das voll ausgenutzte Potential der Band – welches zuvor nur angedeutet, aber eben noch nicht sinnig ausgeschöpft wurde. Ein sehr gutes Beispiel dafür liefert bereits der Opener und Titeltrack THE FOURTH LEGACY – bei dem vom markanten Riffing über die nunmehr hervorragende Gesangsdarbietung bis hin zu einem kongenialen Refrain alles richtig gemacht wurde. Den weiteren Verlauf zeichnet dann vor allem eine gewisse Vielfalt aus: das instrumentale Zwischenspiel DESERT REIGN sowie NIGHTS OF ARABIA versetzen den Hörer in ganz und gar abenteuerliche Gefilde, THE SHADOW OF UTHER fungiert als feucht-fröhliche Genre-Hymne, A SAILORMAN’S HYMN und GLORY als überzeugende Balladen. Schade ist nur, dass einige wenige der hier präsentierten Titel leicht aus dem Rahmen fallen – aber nicht weil sie wie etwa LUNAR SANCTUM anders klingen, sondern eher da ihnen der nötige Feinschliff, das gewisse Etwas fehlt. Beispielsweise liefern SILENT GODDESS oder THE INQUISITOR nur wenige Gründe, sie nicht doch zu skippen – doch insgesamt bleibt es bei einem Tropfen auf dem heißen Stein. KAMELOT lieferten hier plötzlich nicht mehr nur zufriedenstellend ab – sondern sorgten für ihr erstes handfestes Kult-Album, welches dementsprechend auch bis heute nachhallt.

Absolute Anspieltipps: THE FOURTH LEGACY, NIGHTS OF ARABIA, THE SHADOW OF UTHER, GLORY


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„Das klingt nach Kult.“

Metal-CD-Review: KAMELOT – Siege Perilous (1998)

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Alben-Titel: Siege Perilous
Künstler / Band: Kamelot (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. Juli 2008
Land: USA
Stil / Genre: Power Metal
Label: Noise Records

Alben-Lineup:

Roy S. Khan – Vocals
Thomas Youngblood – Guitars
Glenn Barry – Bass
David Pavlicko – Keyboards
Casey Grillo – Drums

Track-Liste:

1. Providence (05:35)
2. Millennium (05:15)
3. King’s Eyes (06:14)
4. Expedition (05:41)
5. Where I Reign (05:58)
6. Rhydin (05:03)
7. Parting Visions (03:34)
8. Once a Dream (04:24)
9. Irea (04:32)
10. Siege (04:19)

Wenn Veränderungen Großes verheißen.

SIEGE PERILOUS ist nicht nur das dritte Album aus der zweifelsohne spannenden Diskografie der US-Power Metaller von KAMELOT – sondern auch ein wichtiger Meilenstein in der hiesigen Bandhistorie. Schließlich trat hier im Gegensatz zu den beiden zeitnahen Vorgängern ETERNITY (Review) und DOMINION (Review) erstmals ein gewisser Roy S. Khan als Leadsänger auf. Wie man heute weiß, führte wohl erst diese Neubesetzung zu jenem Erfolg; den KAMELOT später für sich verbuchen sollten. Dabei ist später auch eines der wichtigen allgemeinen Stichwörter für die frühe Phase der Band –  denn auch SIEGE PERILOUS konnte und kann trotz der wichtigen Neubesetzung nicht vollständig überzeugen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: zwar bewegten sich KAMELOT langsam aber sich weg vom unspektakulären Mittelmaß, hin zu einer immer ambitionierteren Genre-Band – doch ein waschechter Power Metal-Klassiker klingt noch immer deutlich anders als das, was KAMELOT hier im Rahmen von 10 Titeln präsentierten. Mit ein Grund für die eher zurückhaltende Gesamtwirkung ist die alles anderes als glanzvolle Produktion. Denn allein vom akustischen Ersteindruck her klingt SIEGE PERILOUS eher wie die Demo einer beliebigen Independent-Band – und nicht wie von einer Band, die zu diesem Zeitpunkt schon 7 Jahre existierte, bei einem namhaften Label unter Vertrag war und schon zwei Vorgängeralben präsentierte. Dieser – wenn man es einmal böse ausdrücken wollte – leicht schludrige Eindruck zieht sich auch bis in die Darbietungen der einzelnen Mitglieder. Vor allem Roy Kahn war hier als Leadsänger noch weit davon entfernt, seine eigentliche Klasse zu erreichen. Immerhin: der Grundstein war gelegt, und er passte schon wesentlich besser zum allgemeinen Soundoutfit der Band als sein Vorgänger Mark Vanderbilt.

Doch auch wenn einige der hier präsentierten Titel durchaus Potential haben, kann man sich kaum des Gefühls erwehren als wirke das Ganze noch recht unausgegoren. SIEGE PERILOUS fehlt es schlicht an einem Spannungsbogen, einem markanten Aufhänger oder einem besonderen Konzept – ein Großteil des Albums plätschert eher lieblos vor sich her und lässt dabei weder nennenswerte Emotionen noch ein gewisses Wow-Gefühl entstehen. Beispielhaft dafür stehen Nummern wie PARTING VISIONS – das nach viel mehr hätte klingen können, durch den eher dumpfen Soundeindruck, das mechanisch klingende Drumming und einen unvorteilhaften Refrain aber geradezu verpuffen. Überhaupt hat sich die Band keinen Gefallen mit dem auf dem gesamten Album oft arg künstlich klingenden Keyboard getan – welches Nummern wie den Titeltrack SIEGE PERILOUS sogar dezent lächerlich dastehen lässt. Am ehesten und insgesamt greift hier wohl das STRATOVARIUS-Prinzip: Bands wie KAMELOT hatten schon früh ein außerordentliches Potential, konnten dieses aber noch nicht wirklich zufriedenstellend umsetzen. Später aber dafür umso mehr – sodass Alben wie SIEGE PERILOUS nur beinharten Fans, die wirklich jedes Release ihr eigen nennen wollen; empfohlen werden kann.

Absolute Anspieltipps: IREA


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„Man hatte sich den richtigen Weg gemacht – aber das Ziel noch großzügig verfehlt.“

Metal-CD-Review: KAMELOT – Dominion (1997)

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Alben-Titel: Dominion
Künstler / Band: Kamelot (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 1996
Land: USA
Stil / Genre: Power Metal
Label: Noise Records

Alben-Lineup:

Mark Vanderbilt – Vocals
Thom Youngblood – Guitars
Glenn Barry – Bass
David Pavlicko – Keyboards
Richard Warner – Drums

Track-Liste:

1. Ascension (01:25)
2. Heaven (03:39)
3. Rise Again (04:07)
4. One Day I’ll Win (05:39)
5. We Are Not Separate (03:46)
6. Birth of a Hero (05:17)
7. Creation (05:07)
8. Sin (03:36)
9. Song of Roland (04:54)
10. Crossing Two Rivers (04:29)
11. Troubled Mind (04:39)

Von glorreichen und anderen Vergangenheiten.

Nachdem die US-Amerikanischen Power Metaller von KAMELOT mit ihrem Debütalbum ETERNITY (Review) einen überraschend durchschnittlichen, mit Sicherheit noch viel Platz nach oben lassenden Genre-Einstand feierten; sollte gute 2 Jahre später ein erneuter Versuch gestartet werden für Furore zu sorgen. Das schon etwas bekanntere zweite Studiowerk horcht dabei auf den Namen DOMINION, bewegt sich stilistisch klar im ausbaufähigen Fahrwasser des Vorgängers – und übernimmt leider nicht nur dessen Stärken. Abermals wird ein sehr klassischer, wenn man so will bodenständiger Power Metal ohne großartige Schnörkel präsentiert – wobei man die Gefahr, allzu eintönig und emotionslos zu klingen leider nicht vollständig ausgeräumt hat. Eigentlich ist sogar das Gegenteil der Fall: viele der hier dargebotenen Nummern sind enorm spannungsarm, kommen ohne nennenswerte Höhen und Tiefen daher – und zeugen noch kaum von den späteren Ruhmestaten der Band.

Das liegt mitunter auch an einem der größten Schwachpunkte des zweiten Albums: auch dieses Mal schafft es Leadsänger Mark Vanderbilt nicht, dem Projekt KAMELOT mit einer ansprechenden Gesangsleistung beizukommen. Auch wenn er insgesamt schon etwas stilsicherer auftitt und sich selbst bestimmte Grenzen auferlegt, entsteht schlicht kein besonders markanter oder zur Band passender Eindruck. Im Zusammenspiel mit der ebenfalls nicht optimalen, im schlimmsten Fall als lustlos zu bezeichnenden Produktion ergibt sich so ein stark an den Vorgänger erinnernder Eindruck. Oder anders gesagt: einer, der alles andere als perfekt ist. Auf der Haben-Seite verbucht das Album indes eine größere Vielfalt an markanten Riffs (wie etwa in WE ARE NOT SEPERATE), einen stärken Fokus auf den Bass und einen treffsicheren Einsatz des Schlagzeugs. Und auch das Gefühl, als wären KAMELOT schon zu diesem Zeitpunkt zu so viel mehr imstande gewesen; lässt sich nicht verhehlen. Das leicht progressiv angehauchte RISE AGAIN hat diesbezüglich extrem gute Ansätze, ebenso wie das unterhaltsame Instrumental CREATION. Schlussendlich haben sich KAMELOT mit ihrem zweiten Album aber nur – oder immerhin – sehr dezent gesteigert.

Absolute Anspieltipps: HEAVEN, RISE AGAIN, CREATION


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„Etwas ausgewogener und stilsicherer als der Vorgänger – aber noch weit vom eigentlichen Potential entfernt.“

Metal-CD-Review: KAMELOT – Eternity (1995)

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Alben-Titel: Eternity
Künstler / Band: Kamelot (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 23. August 1995
Land: USA
Stil / Genre: Power Metal
Label: Noise Records

Alben-Lineup:

Mark Vanderbilt – Vocals
Thom Youngblood – Guitars
Glenn Barry – Bass
David Pavlicko – Keyboards
Richard Warner – Drums

Track-Liste:

1. Eternity (05:42)
2. Black Tower (04:06)
3. Call of the Sea (05:15)
4. Proud Nomad (04:53)
5. Red Sands (04:09)
6. One of the Hunted (05:27)
7. Fire Within (04:55)
8. Warbird (05:23)
9. What About Me (04:20)
10. Etude Jongleur (00:51)
11. The Gleeman (06:23)

Frühe Geschichten von König Arthur & Co.

Heutzutage gibt es wohl kaum jemanden, der sie nicht kennt – die US-Amerikanischen Power Metaller von KAMELOT. Spätestens unter der Führung von Roy Khan, der ab 1998 für den Leadgesang zuständig war und den Stil der Band entscheidend mitprägte; preschte die Band langsam aber sicher in den Genre-Olymp vor. Eben weil KAMELOT schon immer etwas anders klangen als viele ihrer internationalen Genre-Kollegen – sowohl auf der musikalischen als auch der inhaltlichen Ebene. Doch gab es auch eine Zeit davor, respektive eine Zeit in der sich die Band erst noch finden sollte – immerhin wurde sie bereits 1991 gegründet. Das erste handfeste Lebenszeichen; oder positiv ausgedrückt der erste wichtige Meilenstein aus jener Zeit ist dabei das Studioalbum ETERNITY aus dem Jahre 1995. Wenngleich man nun jedoch annehmen könnte oder müsste, das KAMELOT bereits derart früh aus dem Vollen schöpften; liegt man dezent falsch – ETERNITY klingt zwar nicht unbedingt Genre-typisch, aber insgesamt doch alles andere als ausgefeilt.

Das hat mehrere Gründe – von denen einer im frühen, damals längst nicht perfekten Lineup der Band zu finden ist. Vor allem Leadsänger Mark Vanderbilt hat auf dem Debütalbum nicht gerade eine Glanzleistung abgeliefert – sodass ausgerechnet der für eine Band wie KAMELOT so wichtige Gesang samt der transportierten Inhalte und Botschaften das schwächste Element von ETERNITY markiert. Aber auch sonst, und selbst für Band-Mastermind Thomas Youngblood galt hier noch eher: gute Ansätze wurden präsentiert, doch die theoretische (und später glücklicherweise verwirklichte) Ausbaufähigkeit überstrahlte vieles. Titel wie der Rausschmeißer THE GLEEMAN fungieren hier als Paradebeispiele: grundsätzlich wuchtig und mit einer leicht progressiven Note inklusive eines markanten tempo-Wechsels versehen; gleiten KAMELOT hier letztendlich ins musikalische Nirgendwo. Das gilt sicher auch für eine Ballade wie WHAT ABOUT ME – die aufgrund des hier noch im Vordergrund stehenden Leadgesangs erst Recht nicht zünden will.

Immerhin: der eher schroffe, wenn man so will gar düstere Soundeindruck sowie die gediegene Spielart ohne großartige Schnörkel (und einem dezenten, stets wohlklingenden Einsatz des Keyboards) klingt selbst auf dem Debüt anders als vieles, was man sonst vom Genre gewöhnt ist. Für Alleinstellungsmerkmale haben KAMELOT also schon früh gesorgt. Problematisch ist dabei nur, dass ETERNITY den Hörer kaum zu packen vermag. Die 11 Titel fühlen sich letztendlich sogar verdächtig gleichförmig an, der eher schwache Leadgesang und das solide aber doch harmlose Spiel der Instrumente kann einfach nicht für Aufsehen sorgen. Speziell das doch sehr repetitiv erscheinende Riffing und die generell fehlende Variabilität könnten früher oder später für Verdruss sorgen. Denn: keiner der hier präsentierten Titel will auch nur ansatzweise aus der Masse der 11 (oder 10, abzüglich des Interludes) hervorstechen.

Absolute Anspieltipps: /


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„Ein eher lauwarmer Auftakt.“