Metal-CD-Review: KAMELOT – Poetry For The Poisoned (2010)

kamelot-poetry-for-the-poisoned_500

Alben-Titel: Poetry For The Poisoned
Künstler / Band: Kamelot (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 14. September 2010
Land: USA
Stil / Genre: Prog Power Metal
Label: KMG Recordings

Alben-Lineup:

Khan – Vocals
Sean Tibbetts – Bass
Thomas Youngblood – Guitars
Oliver Palotai – Keyboards
Casey Grillo – Drums

Track-Liste:

1. The Great Pandemonium (04:22)
2. If Tomorrow Came (03:55)
3. Dear Editor (01:18)
4. The Zodiac (04:00)
5. Hunter’s Season (05:33)
6. House on a Hill (04:15)
7. Necropolis (04:17)
8. My Train of Thoughts (04:07)
9. Seal of Woven Years (05:11)
10. Poetry for the Poisoned, Pt. I – Incubus (02:56)
11. Poetry for the Poisoned, Pt. II – So Long (03:23)
12. Poetry for the Poisoned, Pt. III – All Is Over (01:03)
13. Poetry for the Poisoned, Pt. IV – Dissection (01:57)
14. Once upon a Time (03:47)

Die Langeweile als größter Feind.

Die gut bestückte KAMELOT-Diskografie ist spannend – aber sicher auch eine der streitbareren. So scheiden sich nach wie vor die Geister über den Status der Band als wichtige Genre-Pioniere aus Übersee; noch mehr aber über einzelne Urteile in Bezug auf die veröffentlichten Alben. Tatsächlich hätten diese nicht unterschiedlicher ausfallen können: während THE FOURTH LEGACY (Review) ein eher typisches, zweifelsohne hochkarätiges Power Metal-Album war welches genauso gut aus Europa hätte kommen können; wandelten KAMELOT im weiteren Verlauf ihrer Historie immer mehr auf progressiven Pfaden, fügten ihrem Sound symphonische Elemente hinzu und bedienten sich wenn man so will auch einer gewissen Gothic-Attitüde. Im Ergebnis erhielt man so vergleichsweise schwer zugängliche, düstere Alben mit Tiefgang – aber auch einer teils überbordernden Theatralik, mit der nicht jeder zurechtkommen sollte. Immerhin: wirklich langweilig war das, was KAMELOT bis dato auf die Beine gestellt hatten nie. Bis, ja bis das neunte Studioalbum POETRY FOR THE POISONED erscheinen sollte. Auch wenn es sich musikalisch gesehen im Fahrwasser des düsteren, schwergewcithigen GHOST OPERA (Review) bewegt; hatte man einen Vorteil des Vorgängers schlicht nicht übernommen: seinen hohen Unterhaltungswert. Anders gesagt: wer sich schon zuvor am vergleichsweise dramatischen, sehr emotionalen – aber auch mal etwas gleichförmigen – Sound von KAMELOT gestört hat; der wird mit POETRY FOR THE POISONED erst Recht nicht glücklich werden.

Einer der Hauptgründe hierfür ist nicht nur die erschwerte Zugänglichkeit, die man nach mehreren Durchläufen noch hätte überwinden können – sondern der über weite Teile des Albums exakt gleich bleibende Soundeindruck. Ein eher gemäßigtes Tempo trifft hier auf schwere Riffs, massiv eingestreute Backgroundgesänge, nicht wirklich hängenbleibende Refrains – und einen sich überraschend monoton inszenierenden Roy Khan. Analog dazu bietet POETRY FOR THE POISONED den wohl größten Anteil an Stimmverzerreffekten aller bisherigen KAMELOT-Alben – was etwas merkwürdig ist und schnell einfach nur noch nervt. Das klingt alles andere als gut, ist letztendlich aber die Quintessenz des Albums – das den Hörer zu keinem Zeitpunkt wirklich zu packen vermag und dezent düster, aber eben auch recht langatmig vor sich hinplätschert. Auf der Haben-Seite verbucht das Album eigentlich nur seine handwerkliche Kompetenz (mit Ausnahme der bereits erwähnten, übertriebenen Effekte), sowie die wenigen Momente in denen KAMELOT doch noch einen Funken Atmosphäre und Emotionalität versprühen können. Für Fans ist wohl auch dieses Album ein Muss – alle anderen sollten den klar besseren Vorgängern wie KARMA, EPICA oder GHOST OPERA Gehör schenken.

Absolute Anspieltipps: HUNTER’S SEASON, HOUSE ON THE HILL


40button

„Weniger Ideen, weniger Kraft, weniger KAMELOT.“

Advertisements

Metal-CD-Review: KAMELOT – Ghost Opera (2007)

kamelot-ghost-opera_500

Alben-Titel: Ghost Opera
Künstler / Band: Kamelot (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 04. Juni 2007
Land: USA
Stil / Genre: Prog Power Metal
Label: Steamhammer

Alben-Lineup:

Khan – Vocals
Thomas Youngblood – Guitars
Glenn Barry – Bass
Casey Grillo – Drums
Oliver Palotai – Keyboards

Track-Liste:

1. Solitaire (01:00)
2. Rule the World (03:40)
3. Ghost Opera (04:06)
4. The Human Stain (04:01)
5. Blücher (04:03)
6. Love You to Death (05:13)
7. Up Through the Ashes (04:59)
8. Mourning Star (04:37)
9. Silence of the Darkness (03:43)
10. Anthem (04:24)
11. EdenEcho (04:13)

Geistergeschichten aus der KAMELOT-Oper.

Eine markante Diskografie wie die von KAMELOT rückwirkend zu entdecken und zu erforschen, ist schon eine spannende Angelegenheit. Wie es sich in den bisherigen Reviews (siehe Link) zeigte, war und ist aber selbst eine Pionier-Band wie diese nicht vor kleineren Fehlschlägen gefeit. Damit ist nicht nur der verdächtig verhaltene Band-Auftakt in der Mitte der 90er Jahre gemeint, in der noch ein gewisser Mark Vanderbilt den Leadgesangsposten übernahm (1991-1997) – sondern auch ein durchaus polarisierendes, persönliches und dezent experimentelles Werk wie THE BLACK HALO (Review). Dessen Nachfolger ist das 11 Titel starke GHOST OPERA aus dem Jahre 2007 – ein Album; welches wie die vorherigen auf einige der typischen, nicht mehr wirklich überraschenden KAMELOT-Trademarks setzt. Trademarks, die aber in jedem Fall funktionieren und der Band weiterhin einen enorm eigenständigen, unverkennbaren Sound verleihen. So inszenieren KAMELOT auch ihre neuerliche GHOST OPERA explizit theatralisch und mit einem starken Fokus auf den Leadgesang sowie die vergleichsweise schwer verdaulichen Textinhalte – wobei immer wieder Elemente des Symphonic und auch Gothic Metal zu entdecken sind.

Vor allem der Auftakt des Albums fällt hierbei überraschends stark aus: RULE THE WORLD und der titeltrack GHOST OPERA lassen keine Wünsche offen, und legen die Messlatte für die noch folgenden Titel entsprechend hoch. Vielleicht sogar so hoch, dass die Erwartungen im weiteren Verlauf nicht mehr wirklich erfüllt werden können. Zwar ist das hier präsetneirte Material vor allem handwerklich und von seiner Präsetnation her über viele Zweifel erhaben, und Leadsänger Roy Khan verleiht dem ganzen tatsächlich den Anstrich einer düsteren, für Genre-Verhältnisse anspruchsvollen Oper. Doch kann man sich auch nicht des einrucks erwehren, als hätte sich speziell im mittelteil eine gewisse Gleichfärmigkeit eingeschlichen. Viele der hier präsetnieren Titel sind schließlich recht ähnlich gestrickt – mit dramatisch inszenierten, symphonisch aufgeladenen Strophen auf der einen; und auflockernden, gerne mal von weiblichen Gesängen unterstützten Refrains. Im schlimmsten Fall könnte man gar der theatralischen Inszenierung überdrüssig werden – wenn statt der ein oder anderen knackigen Hymne Titel wie das fast schon übertrieben wirkende LOVE YOU TO DEATH, das extrem schwergängige MOURNING STAR oder der relativ nichtssagende, mit ärgerlichen Stimmverzerreffekten gespickte ANTHEM folgen. Letztendlich bleibt GHOST OPERA der herausragendste der 11 präsentierten Titel – alle anderen sind nicht schlecht, aber eben auch nicht herausragend.

Absolute Anspieltipps: RULE THE WORLD, GHOST OPERA, UP THROUGH THE ASHES, SILENCE OF THE DARKNESS

70button

„Handwerklich und gesanglich überragend – aber insgesamt fast schon zu theatralisch.“

Metal-CD-Review: KAMELOT – The Black Halo (2005)

kamelot-the-black-halo_500

Alben-Titel: The Black Halo
Künstler / Band: Kamelot (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 15. März 2005
Land: USA
Stil / Genre: Prog Power Metal
Label: Steamhammer

Alben-Lineup:

Khan – Vocals
Thomas Youngblood – Guitars
Glenn Barry – Bass
Casey Grillo – Drums

Track-Liste:

1. March of Mephisto (05:28)
2. When the Lights Are Down (03:41)
3. The Haunting (Somewhere in Time) (05:40)
4. Soul Society (04:17)
5. Interlude I: Dei Gratia (00:57)
6. Abandoned (04:07)
7. This Pain (03:59)
8. Moonlight (05:10)
9. Interlude II: Un assassinio molto silenzioso (00:40)
10. The Black Halo (03:43)
11. Nothing Ever Dies (04:45)
12. Memento Mori (08:54)
13. Interlude III: Midnight – Twelve Tolls for a New Day (01:21)
14. Serenade (04:33)

Wenn ein kleiner Stilbruch großes verändert.

Nachdem die US-Amerikanischen Progressive Power Metaller von KAMELOT mit ihrem Alben-Trio aus THE FOURTH LEGACY (Review), KARMA (Review) und EPICA (Review) drei mehr als bemerkenswerte Genre-Beiträge abgeliefert hatten, sollte es 2005 an der Zeit sein für das siebte Studioalbum THE BLACK HALO. Sicher war es nicht ganz leicht, mit eben diesem an das bereits erreichte anzuknüpfen – im besten Falle sinnig, und dass auch noch ohne sich bloß zu wiederholen. Hierbei handelt es sich um eine Feststellung, die wohl auch KAMELOT machten und sich folglich für einige mehr oder weniger dezente Veränderungen entschieden. Veränderungen; die bereits an der bloßen Oberfläche – das heißt beispielsweise dem deutlich different gehaltenen Artwork ohne den einst lieb gewonnenen Farbton Lila – festzumachen sind, sich aber natürlich auch bis in den eigentlichen musikalischen Bereich ausweiten. Dabei fällt eines ganz besonders schnell auf: KAMELOT entfernten sich mit THE BLACK HALO schon deutlicher von ihrem ehemaligen Konzept, markant-poetische und auch mal explizit beschwingte Stimmungen in abwechslungsreichen und stilistisch ausgefeilten Kompositionen zu verbauen. Vor allem der Alben-Auftakt mit den gradlinigen Titeln MARCH OF MEPHISTO (inklusive einiger nicht wirklich guter Hintergrundgesänge) und WHEN THE LIGHTS ARE DOWN (inklusive einer ungewohnt elektronischen Komponente) klingt so anders als alles, was man bisher von KAMELOT gewöhnt war. Zwar setzten KAMELOT auch hier noch auf typische Markenzeichen wie eine eher düstere Stimmung und den Einsatz von ganz bestimmten Elementen und Untertönen – doch fallen gerade die nicht mehr so stimmig aus wie dereinst.

Relativ gleichförmige und Highlight-arme Titel wie THE HAUNTING, THIS PAIN oder MOONLIGHT stellen dann noch einmal klar, dass die hier eher ernüchternde Wirkung nicht aus den Leistungen der einzelnen Mitglieder resultiert (was sicher noch unverständlicher wäre) – sondern vielmehr aus einem erstmals verdächtig langatmigen Songwriting und dem Ausbleiben eines jeglichen Aha-Effekts. Dementsprechend machen auch die drei vorgesehenen Interludien nicht viel Sinn, die in Bezug auf den Vorgänger EPICA noch als echter Zugewinn bezeichnet werden konnten. Stichwort EPICA: wo vom zuvor noch davon absehen sollte, sich einzelne Titel herauszupicken und das Album eher als Ganzes auf sich wirken lassen konnte; ist bei THE BLACK HALO das absolute Gegenteil der Fall. Das Album ist schlicht zu unspektakulär und gleichförmig, als dass man es in einem Zug genießen könnte – und letztendlich auch zu wenig emotional. So bleibt es bei einer handvoll gelungener Nummern, die es sich herauszupicken gilt – wie das symphonisch angehauchte SOUL SOCIETY, der Titeltrack THE BLACK HALO oder auch NOTHING EVER DIES. Analog zu den noch immer hervorragenden handwerklichen Leistungen vor allem in Bezug auf den Leadgesang (und die einstweilen zu Rate gezogene weibliche Unterstützung) sowie die schmackige Produktion kann so schlimmeres verhindert werden. Doch im Vergleich zu THE FOURTH LEGACY, KARMA oder EPICA muss THE BLACK HALO deutlich hintenan stehen.

Absolute Anspieltipps: SOUL SOCIETY, THE BLACK HALO, NOTHING EVER DIES

50button

„Alles, was EPICA und dessen Vorgänger ausmachte; sucht man in Bezug auf THE BLACK HALO vergebens.“

Metal-CD-Review: KAMELOT – Epica (2003)

kamelot-epica_500

Alben-Titel: Epica
Künstler / Band: Kamelot (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 13. Januar 2003
Land: USA
Stil / Genre: Prog Power Metal
Label: Noise Records

Alben-Lineup:

Khan – Vocals
Thomas Youngblood – Guitars
Glenn Barry – Bass
Casey Grillo – Drums

Track-Liste:

1. Prologue (01:07)
2. Center of the Universe (05:27)
3. Farewell (03:41)
4. Interlude I (Opiate Soul) (01:10)
5. The Edge of Paradise (04:09)
6. Wander (04:24)
7. Interlude II (Omen) (00:40)
8. Descent of the Archangel (04:35)
9. Interlude III (At the Banquet) (00:30)
10. A Feast for the Vain (03:57)
11. On the Coldest Winter Night (04:03)
12. Lost & Damned (04:55)
13. Helena’s Theme (01:51)
14. Interlude IV (Dawn) (00:27)
15. The Mourning After (Carry On) (04:59)
16. III Ways to Epica (06:14)

EPICA, oder: die Definition des Power Metal ?

Die US-Amerikanischen Power Metaller der bereits 1991 gegründeten Genre-Combo KAMELOT haben durchaus etwas Zeit gebraucht, um ihre Position zu festigen – für sich selbst und ihre eigene Identität, aber auch im Hinblick auf die niemals schlafende internationale Konkurrenz. Spätestens ab 2001 und mit den beiden hervorragenden Alben THE FOURTH LEGACY (Review) sowie dessen Nachfolger KARMA (Review) schien es dann aber endgültig besiegelt: KAMELOT waren zu einer wichtigen Genre-Größe aufgestiegen, und zu Recht in aller Munde. Aus dieser markanten Blütezeit der Band stammt auch das sechste Studioalbum EPICA – ein Werk, welches mit satten 16 Titeln bestückt ist und den wuchtigen musikalischen Eindruck des direkten Vorgängers KARMA kontinuierlich fortgesetzt hat. Offenbar in einer derart aussagekräftigen Art und Weise, dass sich eine bis dato als SAHARA DUST bekannte Band kurzerhand umbenannt hat – in die heute ebenfalls sehr bekannte Symphonic Power Metal-Combo EPICA aus den Niederlanden. Noch schöner und bemerkenswerter ist indes, dass sich daraufhin eine gewisse Freundschaft zwischen den beiden Bands entwickelte und sie in Zukunft des öfteren zusammenarbeiten sollten.

EPICA als sechstes KAMELOT-Album in seine Einzelteile zu zerlegen, fällt indes nicht ganz leicht. Aber vielleicht ist das auch die falsche Herangehensweise, will man in den durchaus speziellen Kosmos des Albums einsteigen. Ein Kosmos, der sich nicht nur durch die markante Qualität des enthaltenen Materials definiert – sondern auch durch die spezielle, eng mit der Philosophie der Band vernetzten Art der Präsentation. Der hier vorgelegte Spagat zwischen auch mal deutlich düstereren, getragenen Stimmungen und typisch-antreibenden Power Metal-Elementen war zwar auch schon auf den Vorgängern auszumachen; sucht in Bezug auf die Qualität von EPICA aber vergebens seinesgleichen. Die somit generierte, bemerkenswert poetische Gesamtwirkung kann somit auch im breit gefächerten internationalen Vergleich als einzigartig bezeichnet werden – und gilt seit jeher als eines der herausragendsten Alleinstellungsmerkmale der Band. Davon abgesehen schienen auch alle einzelnen Mitglieder für EPICA noch einmal zu ihrer Höchstform aufgelaufen zu sein. Das Riffing klang beispielsweise noch nie so knackig und variabel, der Gesang von Roy Khan noch nie so emotional und treffsicher. Dieser handfeste Eindruck bestätigt, dass KAMELOT den direkten Vorgänger KARMA sogar noch einmal großzügigen toppen konnten.

Verantwortlich dafür ist zu großen Teilen auch die spannende Aufgliederung des Albums, und wenn man so will auch das Timing: KAMELOT streuen hier immer wieder sehr gute oder gar herausragende (OPIATE SOUL) Interludien ein, die für Stimmung sorgen und den ein oder anderen Titel perfekt einleiten. Dementsprechend sollte man auch weitestgehend davon absehen, sich einzelne Nummern herauzupicken – am besten funktioniert EPICA noch als Gesamtwerk, oder auch Gesamtkunstwerk. Dabei ist beileibe nicht zu verhehlen, dass auch Einzelbetrachtungen kaum negatives hervorbringen würden. CENTER OF THE UNIVERSE beispielsweise bietet eine so noch nie dagewesene Symbiose aus balladesken, metallischen und hymnischen Elementen; FAREWELL überzeugt als wuchtiger Stampfer mit einem starken Instrumental, ON THE EDGE OF PARADISE als dezent mystisch angehauchtes Opus mit starken Hintergrundgesängen. Im weiteren Verlauf kann das Album auch mal deutlich progressivere oder balladeskere (WANDER, ON THE COLDEST WINTER NIGHT) Stimmungen anberaumen; schneidet aber auch dabei stets höchst zufriedenstellend ab. Schlussendlich kann man nur folgendes festhalten: EPICA ist eines der vielleicht besten KAMELOT-Alben überhaupt, in jedem Fall aber das beste bis zum Jahre 2003 – schlicht, da es in so gut wie jedem Moment überzeugt und es die gefühlte Quintessenz der Band repräsentiert.

Absolute Anspieltipps: CENTER OF THE UNIVERSE, FAREWELL, A FEAST FOR THE VAIN, LOST AND DAMNED


95button

„KAMELOT auf dem Höhepunkt ihrer Karriere.“

Metal-CD-Review: KAMELOT – Karma (2001)

kamelot-karma_500

Alben-Titel: Karma
Künstler / Band: Kamelot (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 10. Juli 2001
Land: USA
Stil / Genre: Prog Power Metal
Label: Noise Records

Alben-Lineup:

Khan – Vocals
Thomas Youngblood – Guitars
Glenn Barry – Bass
Casey Grillo – Drums

Track-Liste:

1. Regalis Apertura (01:57)
2. Forever (04:06)
3. Wings of Despair (04:30)
4. The Spell (04:18)
5. Don’t You Cry (04:14)
6. Karma (05:11)
7. The Light I Shine on You (04:13)
8. Temples of Gold (04:09)
9. Across the Highlands (03:44)
10. Elizabeth Part I: Mirror Mirror (04:20)
11. Elizabeth Part II: Requiem for the Innocent (03:44)
12. Elizabeth Part III: Fall from Grace (04:20)

Der fünfte Anlauf festigt das lang geahnte.

Sicher möchte ihn ein jeder gerne beschreiten, den Weg zum heiß umkämpften Genre-Thron im Bereich des Power Metal. Doch während er sich so manch talentierter Band atemberaubend schnell eröffnet, brauchen andere eine gewisse Vorlaufzeit. In welche Kategorie die aus den USA stammenden, Mitglieder-technisch aber eigentlich international zusammengesetzten Power Metaller von KAMELOT gehören; ist dabei kaum ein Geheimnis. Denn: letztendlich qualifizierte sich die zunächst eher unscheinbare Combo erst nach einem markanten Lineup-Wechsel und nach 3 vielversprechenden, aber noch lange nicht in jeder Hinsicht herausragenden Alben. Erst THE FOURTH LEGACY (Review) zeigte als viertes Studiowerk der illustren KAMELOT-Diskografie erstmals kompromisslos auf, dass die Band auch all das umsetzen konnte was schon immer in ihr schlummerte. Mit diesem wichtigen Meileinstein festigten KAMELOT auch ihre aufstrebende Position – schließlich sollten die nun folgenden Alben an den recht fulminanten Eindruck von THE FOURTH LEGACY anschließen.

Daher könnte man das 2001 erschienene KARMA nicht nur als das fünfte Album der Band bezeichnen, sondern auch als die zweite hervorragende Veröffentlichugn einer entgültig erstarkten Power Metal-Combo. Tatsächlich gaben sich KAMELOT innerhalb der hier präsentierten, satten 12 Titel keine Blöße – und zelebrierten ein stilistisch ausgefeiltes, vergleichsweise anspruchsvolles und untypisches Power Metal-Feuerwerk der Extraklasse. Untypisch war und ist es deshalb, da sich KAMELOT nur noch mehr auf die Herausarbeitung eines recht individuellen Sounds fokussiert hatten – der zwar viele typische Genre-Elemente (wie etwa den Faktor der Eingängigkeit oder hochtrabende Refrains) beinhaltet, aber doch hörbar anders klingt als ein Großteil des im Jahre 2001 veröffentlcihten Genre-Materials. Gründe dafür gibt es viele, wobei die überaus angenehme Leadstimme von Roy Khan (der hier zweifelsohne zu seiner Höchstform aufgelaufen ist) eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Auch die Tatsache, dass sich KAMELOT auf KARMA vergleichsweise düster inszenieren und auch in inhaltlicher Hinsicht so manches Schwergewicht auffahren, sorgt für die mitunter einzigartige, wenn man so will poetische Gesamtwirkung des Albums.

Eine, die zudem noch verdammt gut unterhält und vor allem handwerklich über alle Zweifel erhaben ist. Sobald die ersten riffs des flotten Openers FOREVER erklingen, wird man geradezu gefangengenommen von der durchaus mystischen, schweren und emotional geladenen Atmosphäre des Albums. Eine Atmosphäre, die auch dadurch generiert wird; dass KAMELOT immer wieder progressive Elemente einsetzen und das Album so an vielfalt und Komplexität gewinnt. Reine Balladen wie DONT YOU CRY werden wie so fot nicht jedem gefallen, doch immerhin kann man behaupten dass Roy Khan auch hier überaus glaubwürdig auftritt. Das einzige, was KARMA vorhalten könnte wäre wohl; dass das Album im Mittelteil und mit dem dreiteiligen ELIZABETH des öfteren vergleichsweise getragene Stimmungen transportiert – und ein echter Kracher mit Hymmen-Potential (wie eben das starke FOREVER) auslbeibt. KARMA bietet somit vor allem ein extrem ausgefeiltes, gleichzeitig aber auch nicht zu schwer zu verköstigendes Futter für Freunde eines progressiv angehauchten Power Metals.

Absolute Anspieltipps: FOREVER, WINGS OF DESPAIR, THE SPELL


80button

„Ein hochqualitatives, progressives Schwergewicht.“