Metal-CD-Review: KALEDON – Carnagus – Emperor Of The Darkness (2017)

Alben-Titel: Carnagus: Emperor Of The Darkness
Künstler / Band: Kaledon (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 15. Mai 2017
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Sleaszy Rider Records

Alben-Lineup:

Alex Mele – Guitars
Michele Guaitoli – Vocals
Tommy Nemesio – Guitars
Paolo Campitelli – Keyboards
Paolo Lezziroli – Bass
Manuele Di Ascenzo – Drums

Track-Liste:

1. Tenebrae Venture Sunt (01:38)
2. The Beginning of the Night (05:00)
3. Eyes Without Life (04:13)
4. The Evil Witch (04:08)
5. Dark Reality (03:56)
6. The Two Bailouts (05:37)
7. Trapped on the Throne (04:30)
8. Telepathic Messages (04:09)
9. Evil Beheaded (03:31)
10. The End of the Undead (06:35)

Hail, hail, Da-ni-el.

KALEDON ist eine bereits im Jahre 1998 gegründete Power Metal-Combo aus Italien, mit der eigentlich schon immer zu rechnen war. So konnten die Musiker vor allem mit ihrer auf einige Jahre ausgelegten Albensage LEGEND OF THE FORGOTTEN REIGN für Aufsehen sorgen – auch wenn die offerierte Qualität vom ersten Teil (THE DESTRUCTION aus dem Jahr 2002, siehe Review) bis hin zum letzten (THE LAST NIGHT ON THE BATTLEFIELD aus dem Jahr 2010, Review) teils markante Schwankungen aufwies, und für KALEDON eher chancenlos ausfallende Vergleiche mit dem fast zur gleichen Zeit entstandenen EMERALD SWORD-Albenzyklus von RHAPSODY vorprogrammiert waren. Dennoch ließ sich die Band nie den Mut nehmen, und feilte weiterhin kräftig an ihrer Vision. Und das sogar unabhängig von einschneidenden Besetzungswechseln, wie etwa dem Weggang des ursprünglichen Leadsängers Claudio Conti im Jahre 2007.

Für den kam bekanntlich der deutlich rauer und kräftiger agierende Marco Palazzi, mit dem KALEDON auch das erste von der LEGEND OF THE FORGOTTEN REIGN-Erzählung losgelöste Studioalbum aufnahmen – das recht gute, 2013 erschienene ALTOR: THE KINGS BLACKSMITH (Review). Dass sich KALEDON aber nie so ganz von ihren alten Geschichten entfernen konnten oder wollten, zeigte zuletzt das 2014 erschienene ANTILLIUS: THE KING OF LIGHT (Review) auf – ein höchst mäßiges Album, dass je nach Facón sogar den bisherigen Tiefpunkt der Bandgeschichte markieren könnte. Umso spannender ist es, nun einen Blick auf das neue KALEDON-Album CARNAGUS – EMPEROR OF THE DARKNESS zu werfen – das mit 10 neuen Titeln und mindestens einer markanten Neuerung daherkommt. Einer, die allerdings weniger auf das Konzept oder die zumindest Fans vertraut vorkommende inhaltliche Gestaltung des Albums zurückzuführen ist – sondern vielmehr auf einen erneuten Wechsel in Bezug auf den Leadgesangsposten.

Anders gesagt: mit Michele Guaitoli von OVERTURES erhalten KALEDON schon wieder einen neuen Frontmann, und gönnen sich überdies auch einige eher ungewohnte Momente – wie etwa dem leicht progressiv angehauchten, mit aggressiven Gesangsparts ausgestatteten TELEPATHIC MESSAGES. Auch sonst scheint man um einen frischen Wind bemüht: die Gitarren klingen überraschend kräftig und schroff, die Atmosphäre ist insgesamt düsterer als noch auf den vorherigen Alben. Andererseits bleiben der Band aber auch viele ihrer alten Trademarks erhalten – wie etwa die doch noch eingestreuten hochtrabenden Refrains in Titeln wie EYES WITHOUT LIFE oder THE EVIL WITCH, altbekannte akustischen Spielereien in Form von hörspielartigen Verbinungs-Passagen, der vergleichsweise exzessive Einsatz des Keyboards und eine nicht zu unterschätzende symphonische Komponente. Fest steht jedenfalls: CARNAGUS – EMPEROR OF THE DARKNESS hinterlässt keinen vorschnell in eine einzelne Schublade zu steckenden Eindruck.

Das bedeutet auch, dass man dem Album durchaus eine gewisse Vorlaufzeit einräumen sollte – was sich alleine schon deshalb lohnt, um sich in Bezug auf die zunächst noch gewöhnungsbedürftig erscheinende Darbietung des Leadsängers und die neue Härte von KALEDON akklimatisieren zu können. Aber: nach einigen Durchläufen steht fest, dass Michele Guaitoli seine Sache alles andere als schlecht macht – und doch besser zu KALEDON passt als gedacht. Auch, da seine Stimme ein gewisses Spiel vorsieht und sich zu keinem Zeitpunkt eine wie auch immer geartete Monotonie einstellt. Dafür aber könnte sich etwas anderes bemerkbar machen, zumindest im besten Fall: ein waschechtes Gänsehaut-Gefühl. Das gilt vornehmlich für das atmosphärischen Wechselbad der Gefühle vom Schlage eines gleichermaßen kräftig inszenierten wie melodischen TRAPPED ON THE THRONE, einem der absoluten Anspieltipps des Albums. Die Chance weitere zu entdecken, ist überdies recht groß – wobei man sich lediglich fragen muss, ob es wirklich nötig war auf die in TELEPATHIC MESSAGES eingestreuten aggressiveren Gesangsparts von Gastsänger James Mills zu setzen. Sicher steigert das die ohnehin große Abwechslung, und verleiht dem Album noch mehr Härte – doch das geht bekanntlich auch anders, und ohne auf potentiell markante Geschmacksfragen abzuzielen. Das Blastbeat-Dauerfeuer in EVIL BEHEADED etwa macht es vor.

Fakt ist: das neue KALEDON-Album weiß in vielerlei Hinsicht zu gefallen. Der neue Leadsänger fügt sich schier ausgezeichnet in seine neue Band ein, die neue und wesentlich kräftigere Sound-Ausrichtung ist erfrischend, das Wechselspiel aus düsteren und erhellenden Momenten beeindruckend. Hinzu kommt, dass KALEDON offenbar auch in handwerklicher Hinsicht eine ordentliche Schippe draufgelegt haben – und auch die ausgewogene Produktion keine Wünsche offen lässt. Eher im Gegenteil: so vielschichtig, differenziert, ja schlicht spannend klangen KALEDON schon lange nicht mehr. Vom vergleichsweise ermüdenden Eindruck des Vorgängers ist das Ganze jedenfalls weit, weit entfernt. Anders gesagt: KALEDON sind zurück, und das mit einer ungeahnten Stärke und Durchschlagskraft. Und: die sich aufgrund einiger Parallelen anbietende Konkurrenz in Form von Bands wie IRON FIRE, BLOODBOUND oder MYSTIC PROPHECY kann oder sollte sich besser warm anziehen.

Absolute Anspieltipps: THE EVIL WITCH, THE TWO BAILOUTS, TRAPPED ON THE THRONE, THE END OF THE UNDEAD


„Ein Spruch wie der folgende wird gerne für Werbezwecke missbraucht, aber dieses Mal stimmt es tatsächlich: das neuste KALEDON-Album ist das bisher beste. Und: es schickt die Band endlich auf den richtigen Weg. Gratulation !“

Aufgrund der hohen Wertung hat sich dieses Album einen Platz in der ewigen Metal-Bestenliste erkämpft.

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Metal-CD-Review: KALEDON – Antillius – The King Of Light (2014)

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Alben-Titel: Antillius: The King Of Light
Künstler / Band: Kaledon (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 18. November 2014
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Paolo Lezziroli – Bass, Vocals
Paolo Campitelli – Keyboards
Massimiliano Santori – Drums
Marco Palazzi – Vocals
Tommaso Nemesio – Guitars
Alex Mele – Guitars

Track-Liste:

1. In Aeternum (01:23)
2. The Calm Before the Storm (03:46)
3. Friends Will Be Enemies (06:18)
4. Elisabeth (05:51)
5. New Glory for the Kingdom (04:25)
6. The Party (04:24)
7. The Evil Conquest (05:50)
8. Light After Darkness (06:38)
9. The Angry Vengeance (05:14)
10. My Will (05:31)
11. The Glorious Blessing (06:06)
12. The Fallen King (08:53)

Vielleicht geht alles doch ein klein wenig zu schnell…

Nun also ist es da – das mittlerweile achte Studioalbum der fidelen Power Metaller von KALEDON. Dass die Italiener bei allen Höhen und Tiefen ihres bisherigen Werdegangs (der auch einige Besetzungswechsel vorsah) stets einen gewissen inhaltlichen Plan verfolgen, steht wohl außer Frage: auch ANTILLIUS ist ein Konzeptalbum geworden, dass auf der groß angelegten, eigens kreierten KALEDON-Sage basiert und die mit dem ersten Album begonnene Geschichte entsprechend fortführt. So kann man der Band zumindest eines schon einmal nicht absprechen – dass sie Ideen hat, sich gerne von fantastisch angehauchten Geschichten inspirieren lässt und mittlerweile eine Art Epos stemmt, dass diverse Analogien zu Genrevertretern wie RHAPSODY OF FIRE aufkommen lässt. Dementsprechend, und das ist einer der potentiellen Negativfaktoren; ist die Musik der feucht-fröhlichen Italiener aber auch alles andere als Kitsch- oder Klischeefrei. Vieles von dem, was dem Hörer nun auf ANTILLIUS geboten bekommt, hat man so oder in frappierend ähnlicher Form schon einmal gehört.

Dies ist gleichzeitig auch der größte Kritikpunkt am neuen Album, denn merkwürdigerweise scheint es, als hätten sich KALEDON noch mehr als je zuvor an gewisse Gepflogenheiten des Genres angepasst. Dort, wo früher noch ein gewisses Maß an Eigenständigkeit und auch Individualität zu spüren war, herrscht nun ein regelrechter musikalischer Einheitsbrei vor – der problemlos mit den Ergüssen zahlreicher anderer Genrevertreter zu verwechseln ist. Doch selbst diese Form des Neuaufgusses altbekannter Elemente klingt in diesem Fall nicht besonders gut, wie es bei mancher Newcomer- oder Nachahmer-Band noch der Fall sein mag – ANTILLIUS schafft es kaum, den geneigten Power Metal-Konsumenten auch nur ansatzweise zu fesseln. Dafür hapert es schlicht an viel zu vielen Stellen, die sich letztendlich in einem Oberbegriff zusammenfassen lassen: einer fehlenden Atmosphäre.

Denn so beliebig die Titel auf ANTILLIUS durcheinandergewürfelt scheinen, was keinerlei Spannungsbogen oder ein Entwicklungspotential zulässt – so fad und eintönig werden die einzelnen Nummern auch präsentiert. Das erscheint besonders insofern merkwürdig, als dass KALEDON mit ihrem Vorgänger ALTOR: THE KING’S BLACKSMITH (Review) doch schon die richtige Richtung eingeschlagen hatten – und sich nun weder auf dieses vergleichsweise gute Vorzeigewerk, noch auf ihre eigene Vergangenheit besinnen. Vielmehr scheint es, als wäre ANTILLIUS aus dem nichts aufgetaucht – ohne eine entsprechende Band-Vorgeschichte, ohne bereits etablierte Markenzeichen und mit dem Gefühl, als wäre hier eine x-beliebige Newcomer-Band am Start. Den Höhepunkt markiert hier sicher die leidlich auf Herzschmerz abzielende Ballade ELISABETH – die einfach nur peinlich ist, und kaum mit einer vergleichsweise guten wie LILIBETH verglichen werden kann

Die Folge sind grundsätzlich annehmbare Grundzutaten, doch im Endeffekt wenig effektive Gesamtkompositionen: speziell die Refrains wirken verdächtig kraftlos und ausgelutscht, das Keyboard ist viel zu präsent und trägt nicht unwesentlich zum allgemeinen Kitsch-Faktor des Albums bei; selbst in den kurzen Soli klingt es eher plump. Etwaige Instrumentalstrecken (wie im Intro oder zum Auftakt von THE EVIL CONQUEST) wirken eher dilettantisch als dass sie zur Atmosphäre beitragen würden. Nach wie vor ein kritischer Faktor ist der Leadgesang von Marco Palazzi, der noch nie als perfekt oder herausragend zu bezeichnen war – nun aber zusätzlich unter gewissen Faktoren wie dem der Eintönigkeit zu leiden hat. Seine Darbietung wirkt einfach viel zu starr, emotionslos und wenig inspiriert – vielleicht noch etwas deutlicher als auf den Vorgängern. Lediglich mit einigen halbwegs passablen Nummern wie FRIENDS WILL BE ENEMIES kann man für etwas Licht im Dunkel sorgen – auch wenn einem vor allen die Riffs verdächtig bekannt vorkommen sollten (man vergleiche den Titel einmal mit STEEL MAKER), denn wie gesagt: etwas neues machen KALEDON hier nicht.

Fazit: Es erscheint reichlich schade, aber vielleicht haben sich KALEDON zu sehr in ihrer eigenen Fantasy-Geschichte vertieft und dabei mehr Wert auf die inhaltlichen als auf die musikalischen Faktoren gelegt. So interessant die Geschichte und das Konzept auch erscheinen, letztendlich hilft es nicht viel wenn es an der Präsentation hapert. Und das hat man von einer mittlerweile alteingesessenen Genre-Band wie KALEDON beileibe nicht erwarten können. ANTILLIUS serviert allen interessierten lediglich einen leicht zu verwechselnden Neuaufguss altbekannter Genre-Elemente ohne Aha-Momente oder markanten Einzelleistungen; ganz zu schweigen vom überhaupt nicht vorhanden Tiefgang. Fans der Band werden ohnehin zuschlagen – allen anderen sei aber eher davon abgeraten, eignet sich ALTOR – THE KING’S BLACKSMITH viel eher als Vorzeigewerk der Italiener. Und das nicht nur, weil Fabio Lione einen glanzvolle Gastbeitrag abgeliefert hat. Wenn KALEDON so weitermachen, wird man sie eher mit nicht ganz so guten Bands wie 4TH DIMENSION vergleichen – was sie noch weiter vom Genre-Thron distanzieren wird als je zuvor.

Absolute Anspieltipps: FRIENDS WILL BE ENEMIES, LIGHT AFTER DARKNESS


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„Nach dem soliden Vorgänger eine herbe Enttäuschung – trotz des scheinbar mächtigen Konzepts.“

Metal-CD-Review: KALEDON – Altor, The King’s Blacksmith (2013)

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Alben-Titel: Altor: The King’s Blacksmith
Künstler / Band: Kaledon (mehr)
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Gesang – Marco Palazzi
Gitarre – Alex Mele
Gitarre – Tommy Nemesio
Bass – Paolo Lezziroli
Keyboard – Daniele Fuligni
Schlagzeug – Massimiliano Santori

Track-Liste:

01. Innocence
02. Childhood
03. Between The Hammer And The Anvil
04. My Personal Hero
05. Lilibeth
06. A New Beginning
07. Kephren
08. Screams In The Wind
09. A Dark Prison (feat. Fabio Lione)

Auf eine abgeschlossene Sage folgt eine neue.

Endlich ist es soweit – das neue Album der italienischen Power Metaller von KALEDON ist am Start. Das gute Stück (welches bereits hier vorgestellt wurde) hört auf den Namen ALTOR – THE KING’S BLACKMSITH, und beinhaltet 9 Titel mit einer Gesamtspielzeit von knapp über 40 Minuten. Wer die bisherige Diskografie (siehe auch hier) der Band kennt, weiss; dass nicht immer alles Gold war was glänzte – bei Interesse finden sich die ausführlichen KALEDON-Reviews zu allen bisherigen Alben finden sich über die Tag-Suche (Link). KALDEON sind vor allem für ihre 6-teilige Alben-Saga LEGEND OF THE FORGOTTEN REIGN bekannt geworden – zuletzt (2012) veröffentlichten sie eine dazugehörige Compilation, THE MIGHTIEST HITS. Das wohl markanteste Band-Ereignis bisher war aber der Leadsängerwechsel im Jahre 2007 – der ehemalige Frontmann Claudio Conti ging, für ihn kam Marco Palazzi. Der klang und klingt nicht nur deutlich rauer und markanter als sein Vorgänger – im Zusammenspiel mit dem neuen, vorliegenden Album scheinen er und die anderen Mitglieder langsam aber sicher den richtigen Weg einzuschlagen. Während die Vorgängeralben noch teilweise gewöhnungsbedürftig schienen; und nur einige vereinzelte Titel eine nachhaltige Wirkung erzeugen konnten, wirkt ALTOR – THE KINGS BLACKSMITH nun erstmals stimmig – durchgehend und als Gesamtwerk, versteht sich.

Denn vor allem hinsichtlich der Qualität und Wirkungskraft der Musik ist eine mitunter überdeutliche Verbesserung festzustellen. Nach all den Jahren haben KALEDON ihre Interpretation des melodischen Power Metals endlich perfektionieren können – das Ergebnis ist ein vergleichsweise kurzes und bündiges Album; welches schlicht einen Heidenspaß macht. Und dabei recht gut durchdacht wirkt: die hier erzählten Geschichten wirken längst nicht mehr so verkitscht wie dereinst, in Sachen Intensität und Gefühl (beziehungsweise einem beabsichtigten Wechselbad der Gefühle) können KALEDON nun locker mit großen Genrekollegen wie etwa KAMELOT mithalten. Auch die Inszenierung gelingt dabei vorzüglich: von wahren Uptempo-Brettern die einfach nur mitreissen (wie der Opener CHILDHOOD), über angenehm stampfende Epen wie A NEW BEGINNING bis hin zu Balladen wie LILIBETH ist alles vertreten. Die Vielfalt steigert nicht nur den Unterhaltungswert – KAELDON wirken bei allem was sie machen stets ehrlich und ungekünstelt. Selbst die sonst eher obligatorische (und meist ungeliebte) Ballade fällt absolut überzeugend aus – was nicht zuletzt dem starken, kräftig-rauen Gesang von Marco Palazzi zu verdanken ist. Lediglich das kurze, operettenartige Intro hätte man sich vielleicht sparen können – auch wenn es an und für sich ganz nett ist, will es einfach nicht so recht zum darauf folgenden Opener passen.

Dazu sorgen die überaus druckvolle, satte und wohlklingende Produktionsqualität und die perfekte Handhabung der Instrumente (insbesondere die markanten Gitarren- und Keyboardsoli) für einen angenehmen instrumentellen Part. Einzig wenn um den Einsatz des Keyboards als untermalendes / unterstützendes Element geht, wäre etwas weniger vielleicht mehr gewesen: gerade der Opener CHILDHOOD wirkt so – insbesondere im Refrain – etwas überladen und ein wenig zu süßlich. Davon abgesehen gibt es nur wenige markante Kritikpunkte – dass das Rad auf diesem Album nicht neu erfunden wird, sollte dabei jedem klar sein. Eventuell könnte man noch die etwas undeutliche Aussprache des italienischen Landsmannes Marco Palazzi erwähnen – die manche stören und in so manche textliche Irre führen könnte. Andererseits trägt gerade dies zu einer gewissen Einzigartigkeit bei; und wirkt nicht selten auch irgendwie charmant. Dass KALEDON langsam aber sicher auch den Segen und die Unterstützung von anderen großen Bands haben; sieht man nicht zuletzt im finalen Titel A DARK PRISON, in dem Fabio Lione (RHAPSODY OF FIRE) eine starke Gastgesangs-Performance abliefert. Zudem handelt es sich hier um die erste und einzige etwas düsterere Nummer – die durch das Keyboard und den Refrain aufgelockert wird. Interessant: Fabio Lione lässt hier eher Erinnerungen an seine frühe Zeit bei VISION DIVINE und LABYRINTH wachwerden, als das große RHAPSODY-Szepter zu schwingen. Ein starkes Stück – wobei es etwas gemein wäre, es als stärkstes zu bezeichnen. Schließlich singt Herr Lione hier allein – Marco Palazzi hat bereits im Vorgängertitel SCREAMS IN THE WIND seinen letzten Auftritt auf dem Album.

Fazit: KALEDON machen auf ihrem neuen Album vieles richtig – sodass es vor allem im direkten Vergleich mit den Vorgängern überaus stark wirkt. Für die absolute Genre-Krone reicht es aber noch nicht – zu markant ist die relative Überstrapazierung des Keyboards, einzelne Titel wie das eher schwache BETWEEN THE HAMMER AND ANVIL orientieren sich noch zu stark am ursprünglichen KALEDON-Sound, und wirken durch grundsätzlich unnötige Elemente (in diesem Fall eine Pseudo-Orgel) noch etwas zu künstlich und überladen. Viel angenehmer sind da doch die Titel, die KALEDON in einer bisher nie dagewesen, zukunftsorientierten Stärke zeigen – mit netten (aber halbwegs dezenten) symphonischen Elementen, einer Riesenportion Melodie und starken Leistungen eines jeden einzelnen Bandmitglieds. Ob A NEW BEGINNING, KEPHREN oder A DARK PRISON – jene Titel strotzen einfach vor Energie und Spielfreude, und ziehen den geneigten Power Metal-Fan sofort in ihren Bann. Nur weiter so – vielleicht erwartet uns dann demnächst das erste 10/10-Album in der Diskografie KALEDON’s.

Anspieltipps: CHILDHOOD, LILIBETH, A NEW BEGINNING, KEPHREN, A DARK PRISON

Vergleichsbands: LABYRINTH | VISION DIVINE


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„Nettes, aber nicht perfektes oder allzu außergewöhnliches Italo-Album“

KALEDON – Altor: The King’s Blacksmith (Metal News)

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Das kann eigentlich nur gutgehen.

KALEDON ist eine 1998 gegründete italienische Power Metal-Combo, auf die man bei Oliverdsw.Wordpress schon lange ein Auge geworfen hat. Nach der groß angelegten Alben-Saga, die von 2002 bis 2010 andauerte und ganze sechs Studioalben umfasste; folgte 2012 eine (durchaus angebrachte) Compilation – und nun endlich ist es an der Zeit für ein neues Album. Dieses wird auf den Namen ALTOR: THE KING’S BLACKSMITH hören, und aller Wahrscheinlichkeit nach eine neue Ära in der Bandgeschichte von KALEDON einläuten. Wieder einmal, muss man fast sagen – schließlich lassen sich die Auswirkungen von Mitgliederwechseln sowie generelle musikalische Weiterentwicklungen nirgendwo so gut festmachen wie bei jener sympathischen, italienischen Band. Wir werden sehen, ob sie den hohen Erwartungen gerecht werden können – aber momentan sieht es stark danach aus.

KALEDON – Childhood (Official Video)

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2013 – Das Jahr der Überraschungen.

Und dazu noch solch glorreicher… die italienischen Power Metaller von KALEDON sorgen mit CHILDHOOD, ihrer neuen Videosingle zum bald erscheinenden neuen Album THE KINGS BLACKSMITH, für Furore. Berechtigterweise – handelt es sich mitunter um einen der vielversprechendsten Titel des Power Metal-Jahres 2013. Das besondere: das Musikvideo selbst ist eigentlich alles andere als spektakulär, zeigt es doch lediglich simple Studioaufnahmen der Bandmitglieder. Immerhin scheinen die Farbtöne, Schnitte und (leichten) Effekte auf das Thema des Liedgutes abgestimmt zu sein – doch ist es hauptsächlich eben selbiges, welches fesselt und beeindruckt. In der Tat – bei einem derart hochkarätigen Titel wie diesem kann man es auch mal verschmerzen, dass es visuell nicht ganz so spektakulär zur Sache geht, wie beispielsweise in KALEDON’s letztem Video STEEL MAKER (Link).

So langsam aber sicher wird es immer schwerer zu beurteilen, wer sich die Genrekrone am Ende des Jahres sichern wird. DERDIAN haben mit LIMBO bereits kräftig vorgelegt (Link), und neben KALEDON warten auch noch OPERADYSE und EPICRENEL mit neuen Alben in den Startlöchern. Eines ist aber bereits jetzt sicher: KALEDON werden mit ihrem heiss erwarteten THE KINGS BLACKSMITH ein Wörtchen mitzureden haben. Bleibt zu hoffen, dass es ähnlich episch wird wie die vorgestellte Single.

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Be prepared for these 5 noble warriors…