IRON SAVIOR (GER) mit neuem Track (Und Neuem Album) Am Start… # Eternal Quest (2019)

Krieger, grüß mir die Sterne.


Es ist mal wieder was los im Hause IRON SAVIOR – und das nach nicht viel mehr als einem Jahr nach den gerne angenommenen Neuaufnahmen in Form des Silberlings REFORGED – RIDING ON FIRE (erschienen Ende 2017, siehe Review). Die ersten Anzeichen dafür finden sich mit dem heute über AFM Records veröffentlichten Audio-Track ETERNAL QUEST. Ein dazugehöriges Album wird selbstverständlich bald folgen – und zwar am 08. März 2019.

Metal-CD-Review: IRON SAVIOR – Reforged – Riding On Fire (2017)

Alben-Titel: Reforged – Riding On Fire
Künstler / Band: Iron Savior (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 08. Dezember 2017
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Piet Sielck – Vocals, Guitars
Jan-Sören Eckert – Bass
Joachim „Piesel“ Küstner – Guitars
Patrick Klose – Drums

Track-Liste:

Disc 1
1. Riding on Fire (04:56)
2. Battering Ram (04:52)
3. Brave New World (04:34)
4. Prisoner of the Void (04:45)
5. Titans of our Time (03:57)
6. Eye to Eye (05:59)
7. For the World (05:27)
8. Mindfeeder (04:47)
9. Watcher in the Sky (05:28)
10. Mind over Matter (05:37)

Disc 2
1. Warrior (04:50)
2. Iron Savior (04:28)
3. Tales of the Bold (05:32)
4. No Heroes (04:15)
5. Break the Curse (04:39)
6. Condition Red (04:59)
7. Protector (04:37)
8. I’ve Been to Hell (04:06)
9. Atlantis Falling (04:36)

Das Eisen ist zu schmieden, solange es noch heiss ist.

Eigentlich ist es noch gar nicht so lange her, dass sich die deutschen Power Metaller von IRON SAVIOR mit einem neuen Studioalbum an die Öffentlichkeit gewandt hatten. Einem recht guten noch dazu, schließlich durfte und darf das hier gemeinte TITANCRAFT (siehe Review) wohl auf grundsätzlich keiner Power Metal-Bestenliste des Jahres 2016 fehlen. Umso erstaunlicher erscheint es, dass die Musiker um Frontmann Piet Sielck nun erneut nachlegen. Allerdings, und das erklärt die auch die schnelle Veröffentlichungsfrequenz; in einer so nicht unbedingt erwarteten Form. So kann REFORGED – RIDING ON FIRE zwar durchaus als eigenständiges Release betrachtet werden – in erster Linie aber handelt es sich um ein kunterbuntes Best Of-Album der Band. Betrachtet man den bisher recht gradlinigen Verlauf der IRON SAVIOR-Diskografie, so ist das mal was ganz neues für die bereits seit 1996 aktive Band – die bis auf zwei Singles, zwei EP’s und ein Livealbum bisher nichts veröffentlicht hat, was nicht das Prädikat eines vollwertigen Studioalbums verdient hätte. Gut, bei dem 2015 erschienen MEGATROPOLIS 2.0 (Review) müsste man wohl eine Ausnahme machen – schließlich handelte es sich hier um eine neu aufbereitete Version des ursprünglichen Albums aus dem Jahre 2007.

Das Stichwort einer eben solchen Neuaufbereitung ist es dann auch, die das REFORGED-Album recht treffend beschreibt – schließlich haben IRON SAVIOR ihre hier präsentierten Nummern nicht nur neu zusammengestellt, sondern gleich komplett neu eingespielt. Wobei eine solche Maßnahme, und das wissen wohl auch zahlreiche andere Genre-Künstler; nicht immer besonders erfolgversprechend sein muss. Erst Recht natürlich, wenn es in der Zwischenzeit markante Lineupwechsel gab – wie unter anderem bei RHAPSODY OF FIRE und ihrem aktuellen Best Of – oder man sich schlicht nur ein einzelnes Album zwecks einer meist fragwürdigen Neufassung herauspickt, wovon Bands wie SONATA ARTICA oder MANOWAR ein Lied singen können. Im Falle von IRON SAVIOR indes scheint ein Großteil der Zeichen auf grün zu stehen: im Sinne ihres Best-Ofs hat sich die Band wirklich durch ihre gesamte Diskografie gegraben, die Nummern nicht allzu sehr abgeändert – und das Lineup kann ebenfalls als klassisch bezeichnet werden. Zumindest was die wichtige Position von Piet Sielck angeht, der sich glücklicherweise auch heute noch maßgeblich für den Sound von IRON SAVIOR verantwortlich zeichnet.

Und so ist REFORGED – RIDING ON FIRE sowohl als Best Of-Album für etwaige interessierte Neueinsteiger, als auch als nettes Schmankerl für langjährige Fans zu verstehen – die dank der teilweise doch merklich verbesserten Abmischung und Produktion hier einige ebenso erfrischende wie altbekannte (und im besten Fall entsprechend geliebte) Power Metal-Momente erleben dürfen. Etwas schade ist dann nur, dass es wirklich keine einzige neue Nummer auf die Compilation geschafft hat. Dabei hätte sich doch mit Leichtigkeit etwas passendes finden oder gleich neu schreiben lassen, und sei es nur eine einziger neuer Titel – wie es etwa die Jungs von FREEDOM CALL mit ihrem 666 WEEKS BEYOND ETERNITY vorgemacht haben. Aber sei es drum – IRON SAVIOR machen mit ihrem Best-Of-Album klar, dass ein derartige Compilation nicht immer nur ein Gefühl der Ernüchterung nach sich ziehen muss. Oder gar ein Gefühl einer waschechten Enttäuschung, wenn mal wieder ein weiterer der eigentlich schon perfekten Klassiker neu verwurstet wird. Würden sich doch nur mehr Bands davon inspirieren lassen…

Absolute Anspieltipps: SWORD OF STEEL, IN A TIME OF BLOOD AND FIRE, DAWNSPELL, WIND OF DEATH, REST IN PEACE


„Eindeutig eines der besseren Best-Of-Alben.“

Metal-CD-Review: IRON SAVIOR – Titancraft (2016)

iron-savior-titancraft_500

Alben-Titel: Titancraft
Künstler / Band: Iron Savior (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 20. Mai 2016
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Piet Sielck – Vocals, Guitars
Joachim „Piesel“ Küstner – Guitars
Jan-Sören Eckert – Bass, Vocals (additional)
Thomas Nack – Drums

Track-Liste:

1. Under Siege (Intro) (00:58)
2. Titancraft (05:21)
3. Way of the Blade (03:57)
4. Seize the Day (04:57)
5. Gunsmoke (05:07)
6. Beyond the Horizon (05:58)
7. The Sun Won’t Rise in Hell (05:02)
8. Strike Down the Tyranny (05:10)
9. Brother in Arms (05:23)
10. I Surrender (04:04)
11. Rebellious (04:49)

Auf die nächsten 20 Jahre.

Auch wenn das Album RISE OF THE HERO (Review) sowie der mitunter streitbare Re-Release von MEGATROPOLIS (Review) noch nicht allzu lange zurückliegen und noch entsprechend nachhallen, gibt es seit dem 20. Mai 2016 wieder neues Material aus der Teutonenstahl-Schmiede von IRON SAVIOR. Man erinnert sich: jene mittlerweile fast schon legendäre Hamburger Power Metal-Combo hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre einen wichtigen Namen gemacht, dabei ein bemerkenswert kontinuierliches Release-Verhalten etabliert – und sollte selbst nicht explizit Genre-affinen Musikhörern ein Begriff sein. Der mittlerweile zehnte Studio-Meilenstein horcht auf den Namen TITANCRAFT, wird über AFM RECORDS ausgeliefert und beinhaltet 11 neue Titel. Oder 10 – wenn man das kurze, eher zu vernachlässigende und alleinstehend nicht wirklich funktionierende Intro UNDER SIEGE abzieht.

Mit dem Opener TITANCRAFT und im weiteren Verlauf ist dann aber vor allem eines schnell feszustellen – etwas, was speziell eingefleischte Fans der Combo zufriedenstellen wird. Denn auch dieses Mal sind sich IRON SAVIOR absolut treu geblieben, wobei das ein großes Wort ist. Doch tatsächlich spielen die für die Band typischen und teilweise schon seit der Gründungszeit bestehenden Sound-Trademarks weiterhin eine große Rolle. Seien es die generell flotte Gangart inklusive eines gleichermaßen schroffen wie melodiösen Riffings, die mitreißend-hochtrabenden Refrains oder der markante Leadgesang von Band-Mastermind Piet Sielck – man erkennt sofort, wer genau hier am werkeln ist. TITANCRAFT geht überaus schnell ins Ohr, verfügt über ein bemerkenswertes Hymnen-Potential (wie es die erste Single-Auskopplung WAY OF THE BLADE bereits gezeigt hat) und ist handwerklich über so gut wie alle Zweifel erhaben. Die Chance, dass sowohl alteingesessene Fans als auch musikalische Neu- und Quereinsteiger Gefallen am zehnten Werk der Hamburger finden werden; ist entsprechend groß.

Eine Frage aber bleibt theoretisch offen – und das ist die nach der manchmal etwas leidigen Grundsatzdiskussion in Bezug auf; man nenne sie musikalische Evolutionen. Fakt ist: IRON SAVIOR haben in den letzten beiden Jahrzehnten kaum etwas an ihrem Stil geändert und sich niemals verbogen. Doch auch wenn man diese Tatsache aus einer entsprechend böswilligen Sichtweise heraus als Stillstand abstempeln könnte, überwiegen im Falle von IRON SAVIOR klare Vorteile. Die Band hat Spaß bei dem was sie am besten kann, beweist eine unglaubliche Standfestigkeit; und einen wie-auch-immer gearteten Ausverkauf oder eine Anbiederung bei eigentlich nicht angepeilten Zielgruppen braucht man gar nicht erst vermuten. Anders gesagt: wenn IRON SAVIOR weiterhin einen so guten Power Metal machen kann man die Gefahr, dass sich einzelne Nummern oder Elemente im Blick auf die Gesamt-Diskografie ähneln; getrost in Kauf nehmen. Alles andere wäre auch reichlich kühn – denn wenn IRON SAVIOR lieber ausufernde Experimente wagen sollten statt zwar nicht immer überraschende, aber durchgehend hochqualitative Nummernwie auf TITANCRAFT zu schreiben; könnte der Ofen auch schnell wieder aus sein.

Gerade in Anbetracht des generell reichhaltigen CD-Angebots der Band mag es somit kurios sein, aber: TITANCRAFT ist nicht nur ein sehr gutes Genre-Album ohne einen einzigen Ausfall respektive Lückenfüller geworden, sondern vermag es auch explizit aus der Diskografie der Hamburger hervorzustechen. Schließlich klangen die letzten Alben bei weitem nicht so frisch, energetisch und unverbraucht wie dieses hier – dass selbst in potentiell schwierigeren Momenten a’la GUNSMOKE oder der Ballade I SURRENDER eine überraschend gute Figur macht. Die Hymnen des Albums sprechen dann verständlicherweise für sich. Ein letzter Aspekt sollte dann aber doch noch erwähnt werden, schließlich schafft TITANCRAFT einen unglaublichen Spagat. Einen Spagat zwischen vielen frischen, aber eben auch zahlreichen altbekannten und lieb gewonnenen Elementen – die wohlig an die Anfangszeiten der Band sowie an ein weiteres von Piet Sielck produziertes, leider gerne vergessenes Genre-Highlight erinnern: HEAVENLY’s Debütalbum COMING FROM THE SKY (Review) mit einer Über-Hymne wie TIME MACHINE. Anders gesagt: so zeitlos wie jetzt klangen IRON SAVIOR noch nie, Anfang und Ende sind eins – vor allem qualitativ.

Absolute Anspieltipps: Alle


95button

„Eine Punktlandung – und höchstwahrscheinlich das Genre-Album des Jahres 2016.“

Metal-CD-Review: IRON SAVIOR – Megatropolis 2.0 (2015)

iron-savior-megatropolis-2-0_500

Alben-Titel: Megatropolis 2.0
Künstler / Band: Iron Savior (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 24. April 2015
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Piet Sielck – Vocals, Guitars
Thomas Nack – Drums
Joachim „Piesel“ Küstner – Guitars
Yenz Leonhardt – Bass

Track-Liste:

1. The Omega Man (04:48)
2. Megatropolis (05:01)
3. Flesh (04:56)
4. Cybernatic Queen (04:56)
5. Running Riot (04:55)
6. Cyber Hero (05:16)
7. A Tale from Down Below (04:57)
8. Still I Believe (04:34)
9. Hammerdown (03:59)
10. Farewell and Goodbye (05:53)
11. Iron Watcher (04:41)

IRON SAVIOR’s doppeltes Lottchen.

Es gibt sie in vielen Diskografien, ob nun im Bereich des Power Metal oder anderswo – Veröffentlichungen, deren Sinn sich vor allem auf den ersten Blick nicht wirklich erschließt. Wenn es sich dabei nicht gerade um etwaige Kleinveröffentlichungen handelt – über die man im Notfall auch hinwegsehen kann – scheint dabei außerdem ein besonderes Steigerungsprinzip zu greifen. Sicher können auch einzelne Releases problematisch oder diskutabel sein – doch richtig kritisch wird es oftmals erst, wenn es sich um ein Re-Release handelt. Zumindest, wenn man sich auf einen ganz speziellen Typ solcher Wieder-Veröffentlichungen beschränkt, zu denen auch IRON SAVIOR’s MEGATROPOLIS 2.0 gehört: Alben, die es in fast exakt gleicher Form schon einmal gab, die aus ominösen Gründen aber neu aufgenommen wurden und dennoch regulär (das heißt, alleinstehend) in der jeweiligen Diskografie geführt werden.

Schließlich scheint es gerade hier schwierig, von einem wie auch immer gearteten Service für den Fan zu sprechen – wie es bei besonderen Boxsets mit neu aufgenommenen raren Titeln beispielsweise durchaus der Fall sein kann. Bei einer regulär geführten Neu-Veröffentlichung aber muss man davon ausgehen, dass der geneigte Fan dasselbe Album zweimal ersteht – mit der mehr als berechtigten Frage, ob man dadurch überhaupt einen Mehrwert erhält. Oder sogar gegenteiliges, wobei sich ein dezent verschämter Blick in Richtung MANOWAR oder auch SONATA ARCTICA lohnt. MEGATROPOLIS 2.0 ist glücklicherweise davor gefeit, sich mieser zu inszenieren als das Original – doch ein wirklicher Grund für die Existenz dieser Neuauflage wird ebenfalls nicht ersichtlich.

Zwar hat IRON SAVIOR-Mstermind Piet Sielck selbst verlauten lassen, dass ihm einige Details an der Originalversion von MEGATROPOLIS im Nachhinein missfielen – und er die Chance nutzte, eine aus seiner Sicht korrigierte Version zu veröffentlichen. Jene Korrekturen und Anpassung halten sich indes in überschaubaren Grenzen: zwar wurde der gesamte Leadgesangspart neu aufgenommen, doch eine nennenswert andere Wirkung als beim Original kann allein dadurch nicht erzielt werden. Ebenfalls neu sind kleinere Elemente wie etwa der typische IRON SAVIOR-Chorgesang, auf den man damals warum-auch-immer verzichtet hatte. Der daraus resultierende Vorteil (das ganze klingt nun vielfältiger und voluminöser) wird allerdings durch den dadurch automatisch entstehenden Nachteil (das Album klingt nun weniger einzigartig und verwechselbarer innerhalb der Diskografie) zunichte gemacht.

Ob man diese Form eines Perfektionismus also gutheißen kann oder sollte, bleibt jedem selbst überlassen. Schade ist wohl nur, dass vermutlich die wenigsten in den Genuss des neuen MEGATROPOLIS kommen werden – schlicht da die Nachvollziehbarkeit fehlt und nicht jeder derart vernarrt in Details ist. Dabei war schon MEGATROPOLIS alles andere als ein schlechtes Album, eher ein höchst solides und für IRON SAVIOR erfrischendes. Und wie kann man ein gutes bis sehr gutes Album noch verbessern ? Eben. Der einzige Vorteil von MEGATROPOLIS 2.0 ist demnach, dass man sich nicht verschlimmbessert hat; die hinzugefügten Chöre lassen das Pendel weder nach oben noch nach unten ausschlagen. Hoffentlich bleibt es bei einer einmaligen Angelegenheit in Bezug auf diesen Veröffentlichungstyp eines IRON SAVIOR-Albums.

Absolute Anspieltipps: Alle, die auch schon auf dem Original hörenswert waren.


40button

„Das Album ist und bleibt gut, die Neu-Veröffentlichung aber eher überflüssig – die Wertung liegt irgendwo dazwischen.“

Metal-CD-Review: IRON SAVIOR – Rise Of The Hero (2014)

iron-savior-rise-of-the-last-hero_500

Alben-Titel: Rise Of The Hero
Künstler / Band: Iron Savior (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. Februar 2014
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Piet Sielck – Vocals, Guitars
Jan-Sören Eckert – Bass
Thomas Nack – Drums
Joachim „Piesel“ Küstner – Guitars

Track-Liste:

1. Ascendence (01:28)
2. Last Hero (05:00)
3. Revenge of the Bride (04:35)
4. From Far Beyond Time (05:17)
5. Burning Heart (04:39)
6. Thunder from the Mountains (05:08)
7. Iron Warrior (04:41)
8. Dragon King (05:43)
9. Dance with Somebody (Mando Diao cover) (03:55)
10. Firestorm (04:58)
11. The Demon (05:02)
12. Fistraiser (04:40)

Sicher ist da noch Platz für eine Portion IRON SAVIOR.

Die Diskografie der Power Metaller von IRON SAVIOR ist nicht nur beachtlich, da die Band eine große Anzahl von Studioalben innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes veröffentlicht hat – sondern vor allem, da sich die Hamburger extrem standfesten zeigen wenn es um ihren seit jeher an den Tag gelegten Stil geht. Ob der Nachteil, dass größere Überraschungen so eher nicht mehr zu erwarten sind – oder aber der Vorteil in Bezug auf die unglaubliche Kontinuität der Band überwiegen, muss ein jeder für sich selbst ausmachen. Fakt ist nur, dass auch RISE OF THE HERO ein typisches IRON SAVIOR-Album geworden ist – eines, das einerseits direkt an die Vorgänger anschließt, andererseits aber auch wesentlich früher hätte erscheinen können. Zeitlos ist die Musik von IRON SAVIOR somit in jedem Fall – und auch im Blick auf das schon früh exzellente Handwerk der Band hat sich glücklicherweise nichts zum schlechten gewendet. Leadsänger und Sound-Mastermind Piet Sielck röhrt so kräftig und einzigartig wie eh und je, die gleichermaßen rauen wie melodischen Instrumentierungen inklusive des expliziten Fokus auf das Riffing sind wie immer angenehm, die besungenen Inhalte tragen zur vergleichsweise potenten Hymnen-Tauglichkeit der einzelnen Nummern bei.

Somit ist auch im neuen alles beim alten – oder anders gesagt, IRON SAVIOR präsentieren zwar neue Titel – aber doch solche, die man auch genau so von ihnen erwartet hätte. Und auch hinsichtlich der offerierten Qualität ergibt sich ein altbekanntes, entsprechend geteiltes Bild – wobei das Pendel noch immer relativ eindeutig über den Genre-Durchschnitt ausschlägt. So ist IRON SAVIOR vor allem der gesamte Alben-Auftakt vorzüglich gelungen. Nummern wie LAST HERO, REVENGE OF THE BRIDE oder FAR FROM BEYOND TIME nimmt man schlicht ohne zu nörgeln mit – auch wenn wirkliche Aha-Effekte ausbleiben. Im Mittelteil dann folgen allerdings doch noch einige deutlich schwächere Momente, die interessanterweise auch mit den in diesen Fällen eher knappen und klischeehaften Titelbezeichnungen selbst korrespondieren: seien es IRON WARRIOR, DRAGON KING oder FIRESTORM – wirklich hängen bleibt hier nichts. Und das Cover zu DANCE WITH SOMEBODY hätte man sich allemal sparen können – oder vielleicht auch sollen. Das zwischen balladesken Elementen und wahren Kraftexplosionen wechselnde THE DEMON fügt sich dann trotz deutlicher BLIND GUARDIAN-Parallelen gut in das Album ein, sorgt für eine willkommene Abwechslung – und FISTRAISER geht locker als stampfende IRON SAVIOR-Hymne ohne Tiefgang, aber mit einer Extraportion Spaß durch. Im Ergebnis erhält man so ein Album welches man nicht wirklich empfehlen kann, erst recht in Anbetracht der vielen besseren IRON SAVIOR-Alben – aber auch eines, dass man nicht gänzlich unter den Tisch kehren sollte.

Absolute Anspieltipps: LAST HERO, REVENGE OF THE BRIDE, FROM FAR BEYOND TIME, THUNDER FROM THE MOUNTAINS


65button

„Der Auftakt ist stark bis solide, der Mittelteil eher langatmig.“