Metal-CD-Review: HELL HOUNDS – Paint The World (EP, 2018)

Alben-Titel: Paint The World (EP)
Künstler / Band: Hell Hounds (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 06. Januar 2018
Land: Kanada
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Ryan Bennett – Drums
Brad Korol – Keyboards
Joseph Maciag – Bass
Ryan „Rain“ Pawelko – Guitars
Viviana „Aaren“ H. – Vocals

Track-Liste:

1. Far Away (05:09)
2. Paint the World (04:39)
3. New Land (04:27)
4. Human After All (03:52)
5. Vastness of the Mind (04:09)

Mach‘ Dir die Welt ein wenig bunter.

Es ist schon interessant zu beobachten, welche bis dato noch nicht sonderlich aktiven Power Metal-Combos sich langsam aber sicher doch noch aufmachen um die Gunst der hiesigen Hörerschaft zu gewinnen. Getreu dem Motto besser spät als nie melden sich nun auch die bereits 2013 gegründeten, aus Kanada stammenden HELL HOUNDS mit einer ersten handfesten Veröffentlichung zu Wort – der vorliegenden, 5 Titel starken PAINT THE WORLD-EP. Sicher, gänzlich unbefleckt sind die Kanadier dabei nicht – doch die zwei zuvor veröffentlichten Singles (eine davon war BIRTHRIGHT / KING BENEATH THE MOUNTAIN aus dem Jahre 2015, siehe Review) ließ noch nicht viele Rückschlüsse auf die tatsächlichen Fähigkeiten der Band zu. Eben das könnte sich nun und in Anbetracht des immerhin knapp 22 Minuten füllenden Materials der PAINT THE WORLD-EP  ändern – wobei sich die in Richtung eines ebenso sanft-melodischen wie symphonischen angehauchten Power Metals schielenden Kanadier durchaus einiges vorgenommen haben.

Der erste Eindruck indes ist dann doch eher ernüchternd – auch wenn die HELL HOUNDs ihr musikalisches Ding mittlerweile gefunden und sich vor allem im Hinblick auf ihre vorherigen Singles weiterentwickelt haben. Dennoch, und vor allem bei einer direkten gedanklichen Aufteilung des Ganzen in zwei Kernkompetenzen (namentlich den Leadgesang und die instrumentalen Strukturen) bleibt ein leicht fader Beigeschmack einfach nicht aus. Ganz weit vorne auf der Liste der längst noch nicht perfekten Klang-Elemente in der Welt der HELL HOUNDS steht dabei sicherlich die Gesangsdarbietung der hiesigen Frontfrau Viviana „Aaren“ H. – die schlicht alles andere als kraftvoll, virtuos oder sonderlich prägnant daherkommt. Dass sie hie und da auch noch zu (auf der EP eigentlich recht unpassend gesetzten) Growls ansetzt, macht es nicht unbedingt besser. Fest steht: im Gegensatz zur Konkurrenz muss sie offenbar noch einiges lernen, und weiterhin intensiv an ihrer Stimme feilen. Zumindest wenn sie wirklich ernst genommen werden und dabei auch noch mit der aus der Sicht der HELL HOUNDS viel zu starken weiblichen Konkurrenz mithalten will.

Die andere eher ernüchternde Komponente bezieht sich dann auf die instrumentalen Strukturen – mit denen man zum einen niemals wirklich aus dem Vollen zu schöpfen scheint, und zum anderen kaum etwas anders macht als so viele andere Bands. Wirklich einzigartig klingen die HELL HOUNDS demnach nicht – eher wie eine wilde Mischung aus dem Schaffen von KERION, DAWN OF DESTINY und VANDROYA; allerdings ohne jemals deren Klasse oder Originalität zu erreichen. Die hie und da doch noch etwas zu klimpernden, zu elektronischen oder schlicht zu harmlosen Keyboard-Elemente weichen das Ganze dann zusätzlich auf – was schade ist, verfügen die HELL HOUNDS zumindest über eine klare Stärke. Und die bezieht sich klar auf das an den Tag gelegte Handwerk der beteiligten Musiker, allen voran das des hiesigen Gitarristen Ryan „Rain“ Pawelko. Auch die Qualität der Abmischung und Produktion kommt für eine Independent-EP überraschend aussagekräftig daher – was hier speziell dem von Joseph Maciag bedienten Bass gut bekommt.

Schlussendlich sind daher vornehmlich zweierlei dinge festzuhalten: zum einen, dass die HELL HOUNDS momentan noch nicht wirklich überzeugen können und das Material der PAINT THE WORLD-EP stark ausbaufähig ist – und zum anderen, dass es kaum einen Grund gibt die Hoffnung vorschnell aufzugeben. Anders gesagt: wenn sich die Band noch einmal ordentlich ins Zeug legt und wirklich jeden Tropfen Herzblut in ihre Musik steckt, könnte ein potentielles Debütalbum doch noch zu einer recht erfreulichen Angelegenheit avancieren.

Absolute Anspieltipps: NEW LAND, HUMAN AFTER ALL


„Hier muss noch an der ein oder anderen Stelle nachgefeilt werden.“

Metal-CD-Review: HELL HOUNDS – Birthright / King… (Promo, 2015)

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Alben-Titel: Birthright / King Beneath The Mountain (Promo)
Künstler / Band: Hell Hounds (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 6. Februar 2015
Land: Kanada
Stil / Genre: Symphonic Power / Death Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Joseph Maciag – Bass
Ryan „Rain“ Pawelko – Guitars, Vocals
Emma Kramer-Rodger – Keyboards
Viviana „Aaren“ H. – Vocals (lead)
“Old Man“ Justy Hoffman – Drums

Track-Liste:

1. Birthright (04:07)
2. King Beneath the Mountain (04:21)

Mit aller Kraft das Geburtsrecht einfordernd.

Die aus Kanada stammende Bandcombo HELL HOUNDS dürfte noch nicht allzu bekannt sein – und dennoch könnte es sich lohnen die noch junge, im Jahr 2013 gegründete Symphonic Power Metal-Formation im Auge zu behalten. Ein breit gefächertes Anschauungsmaterial gibt es allerdings noch nicht – nur die gerade einmal zwei Titel enthaltene Promo, die Anfang Februar dieses Jahres veröffentlicht wurde und auf der Bandcamp-Seite der HELL HOUNDS zu finden ist. Schon jetzt zeigt die Band damit auf; dass sie einen eher ungewöhnlichen Mix aus Elementen des Symphonic Power Metal und des melodischen Death Metal anstrebt – alles garniert von der Performance einer weiblichen Leadsängerin, die sich ebenfalls in einem steten Balanceakt zwischen eher klassischen und gemäßigt vorgetragenen Gesangspassagen befindet.  Interessant ist das Projekt allemal – ob es sich in Zukunft weiter entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

Immerhin stehen die Chancen gut, betrachtet man die reine Wirkungskraft der beiden Titel. Die können sich noch nicht auf etwaige produktionstechnischen Raffinessen stützen, klingen noch etwas unsauber abgemischt und in gewisser Weise auch unfertig – wie ein ungeschliffener Rohdiamant eben. Das Potential zu mehr größerem scheint aber vorhanden, da die Band ein gutes Gespür für unverbraucht klingende symphonische Instrumentalkulissen mit einem dezent neoklassischen Touch mitbringt. Problematisch könnte es dann nur in Bezug auf den Leadgesang werden – der klingt schließlich noch längst nicht perfekt. Es bleibt herauszufinden, wo die tatsächlichen Grenzen der Sängerin liegen und was mit etwas Unterstützung noch herauszuholen ist. Analog dazu müssen auch die eingeworfenen Growls besser abgemischt werden – in der vorliegenden Form klingt das Ganze schlicht noch etwas zu disharmonisch.

Anders gesagt: die HELL HOUNDS-Promo gewährt einen ersten Blick auf das Schaffen der noch jungen und tatkräftigen Band aus Kanada – lässt aber noch reichlich Luft nach oben. Nicht unbedingt in Bezug auf die Produktion, die im Sinne einer ersten Promo zweckdienlich ausfällt – aber doch in Bezug auf die Gesangsdarbietungen, eine größere instrumentale Wucht und ein etwas stimmigeres Ganzes. Das ständige Hin- udn Herwechseln im Leadgesang könnte ebenfalls ein Problem sein – auch wenn es den Faktor der Abwechslung steigert. Doch gerade in den gemäßigteren Lagen kann Viviana „Aaren“ H. noch nicht gänzlich überzeugen; eher lässt einen die Darbietung an frühere KERION-Zeiten denken. Und die werden bekanntlich ebenfalls nicht von jedermann gelobt. So soll die vergebene Wertung möglichst neutral ausfallen – und für die Zukunft alles offen halten; sollte die Band früher oder später tatsächlich ein Studioalbum herausbringen.

Absolute Anspieltipps: BIRTHRIGHT


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„Es könnte etwas daraus werden – für ein definitives Urteil ist es aber noch zu früh.“