Metal-CD-Review: HAMMERFALL – Built To Last (2016)

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Alben-Titel: Built To Last
Künstler / Band: Hammerfall (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 04. November 2016
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Napalm Records

Alben-Lineup:

David Wallin – Drums
Oscar Dronjak – Guitars, Keyboards
Fredrik Larsson – Bass
Joacim Cans – Vocals
Pontus Norgren – Guitars, Keyboards

Track-Liste:

1. Bring It! (04:18)
2. Hammer High (04:37)
3. The Sacred Vow (04:11)
4. Dethrone and Defy (05:10)
5. Twilight Princess (05:03)
6. Stormbreaker (04:51)
7. Built to Last (03:52)
8. The Star of Home (04:47)
9. New Breed (05:02)
10. Second to None (05:29)

Das Harte Geschäft der Beständigkeit.

Ja, sie haben es schon wieder getan. Gute 2 Jahre nach ihrem letzten Streich (R)EVOLUTION (Review) veröffentlichen die Schweden von HAMMERFALL ihr neues Album BUILT TO LAST – welches das mittlerweile zehnte Hauptwerk in der hiesigen, vor allem dank zahlreicher kleinerer Veröffentlichungen gut bestückten Diskografie markiert. Doch so standfest sich die relative Genre-Institution HAMMERFALL auch gibt – und so gut sie dereinst mit Alben wie GLORY TO THE BRAVE (Review) oder LEGACY OF KINGS (Review) abgeliefert hat – gänzlich unangreifbar ist das Schaffen der Schweden schon lange nicht mehr. So könnte man HAMMERFALL durchaus eine Wiederholung des immergleichen Konzeptes sowie die absolute Ausreizung dessen, was man gemeinhin eher als zu vermeidenden Kitsch ansieht; vorwerfen. Sicher, viele Die-Hard-Fans der Band wird das nicht weiter stören, zumal HAMMERFALL im Großen und Ganzen solide Genre-Kost abliefern und vermutlich auch weiterhin abliefern werden. Mit ihrem neuen Alben-Titel BUILT TO LAST jedoch weisen die Schweden noch einmal selbst darauf hin, dass es nicht ewig so weitergehen könnte.

Und das ist eine Feststellung, die zumindest auf das neuere Material der Band zu beziehen ist. Während das Debütalbum und andere ältere Werke der Schweden also tatsächlich erschaffen wurden, um die Jahrzehnte (oder vielleicht sogar mehr) zu überdauern, sieht es für die 10 neuen Titel längst nicht mehr ganz so gut aus. Anders gesagt: wem bereits der Vorgänger (R)EVOLUTION etwas zu innovationsarm und ausgelutscht daherkam, der wird in Anbetracht von BUILT TO LAST möglicherweise endgültig verzweifeln. Und das auch ohne allzu utopische Maßstäbe anzusetzen oder die Band dafür abstrafen zu wollen, dass ihr nichts wirklich neues mehr einfällt. Nein, eine völlig neue Marschrichtung hätte sich wohl kaum jemand von einer Band wie HAMMERFALL gewünscht – doch ein wenig mehr spür- und hörbare Ansätze gegen den berühmt-berüchtigten Wiederholungseffekt wären sicher nicht verkehrt gewesen.

So schafft BUILT TO LAST vornehmlich eines: die alteingesessenen Fans der Band zu bedienen, sowie einige der auf den vorherigen Alben etablierten Stimmungen erneut aufzurufen. Mit mal mehr, mal weniger Erfolg. Der Opener BRING IT Beispielsweise klingt wie eine typische HAMMERFALL-Hymne – aber ohne wirklichen Bumms, wobei gerade der sehr simple Refrain den entsprechenden Ausschlag gibt. Ganz ähnlich ergeht es auch der Single-Auskopplung HAMMER HIGH, die im Refrain fast schon gelangweilt klingt. Gerade rhythmisch und textlich wird hier nichts geboten, was man nicht schon zigmal zuvor gehört hat. Böse Zungen, die behaupten dass HAMMERFALL ihr Liedgut lediglich aus unveränderlichen Bausteinen zusammensetzen; werden hier jedenfalls voll auf ihre Kosten kommen. Selbst das vielversprechende THE SACRED VOW überzeugt nicht wirklich – das Riffing scheint zu weiten Teilen aus HECTORS HYMN übernommen worden zu sein, der Refrain ist auffallend kraftlos. Erst mit der überraschend guten Uptempo-Hymne DETHRONE AND DEFY nimmt das Album plötzlich Fahrt auf – zumindest theoretisch. Denn auch wenn das folgende TWILIGHT PRINCESS nicht unbedingt zu den ärgsten Genre-Balladen gehört, ist die Wirkung allemal einschläfernd – und der sonst recht angenehme Leadgesang von Joacim Cans ausnahmsweise mal recht strapazierend.

Im hinteren Teil des Albums gehen HAMMERFALL dann noch einmal auf Nummer sicher, und präsentieren mit STORMBREAKER oder dem Titeltrack BUILT TO LAST solide Brecher. Auch hier gilt: es gibt nichts auf die Lauscher, was man nicht schon zuvor von der Band gehört hätte – knallharte Ausfälle bleiben aber auch aus. Das alles mag relativ hart klingen – ist aber keinesfalls dahingehend misszuverstehen, dass BUILT TO LAST ein absolut zu vernachlässigendes Genre-Album ist. Im Gegenteil, im Vergleich mit so manch anderer Combo haben die Schweden auch mit einem so gesehen schon einmal gehörten Album die Nase vorn. Doch nicht zuletzt aufgrund ihrer frühen Blütezeit und einigen hervorragenden Alben haben sich HAMMERFALL die Messlatte selbst recht hoch gelegt – und eine Differenzierung kann niemals schaden. Zu den besseren HAMMERFALL-Alben oder absoluten Genre-Must-Haves gehört das neue Werk demnach nicht – aber auch nicht zur unsäglichen Reihe von Veröffentlichungen, die einst großartigen Bands den Rest gegeben haben (siehe beispielsweise die neueren MANOWAR oder SONATA ARCTICA).

Absolute Anspieltipps: DETHRONE AND DEFY, STORMBREAKER, THE STAR OF HOME


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„Wo HAMMERFALL draufsteht, ist auch HAMMERFALL drin. Überraschend klingt anders, und die Ewigkeit wird es wohl nicht überdauern; aber: BUILT TO LAST ist kein schlechtes Genre-Album.“

Metal-CD-Review: HAMMERFALL – Infected (2011)

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Alben-Titel: Infected
Künstler / Band: Hammerfall (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 20. Mai 2011
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast Records

Alben-Lineup:

Joacim Cans – Vocals
Oscar Dronjak – Guitars, Keyboards
Pontus Norgren – Guitars
Fredrik Larsson – Bass
Anders Johansson – Drums

Track-Liste:

1. Patient Zero (06:01)
2. Bang Your Head (03:47)
3. One More Time (04:06)
4. The Outlaw (04:10)
5. Send Me a Sign (Pokolgép cover) (04:00)
6. Dia de los Muertos (05:07)
7. I Refuse (04:32)
8. 666 – The Enemy Within (04:29)
9. Immortalized (03:59)
10. Let’s Get It On (04:05)
11. Redemption (07:02)

Nun ist es da, das lang erwartete Experiment…

So oder so ähnlich könnte man die Rezension zu HAMMERFALLS achtem Studioalbum einläuten – schließlich klingt INFECTED tatsächlich anders als alles, was die Schweden zuvor gemacht haben. Doch vielleicht hätten all jene, denen die bisherige HAMMERFALL-Diskografie schon immer etwas zu gleichförmig und innovationslos war; vielleicht doch lieber die Klappe gehalten. Auch wenn ihr Wunsch nun teilweise erhört wurde, und sich HAMMERFALL tatsächlich bemüht haben für einen frischen Eindruck zu sorgen. Doch das ist dann leider auch das einzig gute an INFECTED – einem Album, welches zwar anders klingt als die bisherigen HAMMERFALL-Releases, aber keineswegs besser. Und schon gar nicht ausgefeilter – denn tatsächlich wirkt es so, als würden die Schweden hier so oberflächlich und simpel agieren wie nie zuvor. Anders gesagt: es scheint, als hätten HAMMERFALL ihren ohnehin schon simplen, bisher aber zumeist recht effektiven Sound für INFECTED noch weiter vereinfacht – und zudem den hymnisch orientierten Power Metal teilweise gegen eine oberflächliche Hardrock-Attitüde eingetauscht. Das macht bereits der merkwürdige Auftakt des Albums klar: PATIENT ZERO fehlt es an der nötigen Dramatik, das Riffing klingt im Vergleich zum Vorgängeralbum NO SACRIFICE, NO VICTORY (Review) eher schwach. B.Y.H. oder das von sehr plumpen Backgroundgesängen garnierte LETS GET IT ON legen dann zwar an Tempo zu; doch in Anbetracht des explizit stumpfen, wenn nicht gar peinlichen Eindrucks der Nummern macht man damit auch nicht mehr viel wett.

Sicher, etwaige HAMMERFALL-Lyrics hatten noch nie philosophische Qualitäten – doch nun scheint man es auf die Spitze zu treiben. Das als Single auserkorene, vermeintliche Highlight ONE MORE TIME klingt ebenfalls gewöhnungsbedürftig und so gar nicht nach HAMMERFALL – aber immerhin hat die Nummer eine gewisse Ohrwurm-Qualität. Eines wird dann aber spätestens mit THE OUTLAW offenbar: HAMMERFALL machen es sich auf INFECTED einstweilen viel zu einfach. Sie präsentieren sich von einer anderen als der bisher bekannten Seite, ja – doch ist der nunmehr an den Tag gelegte, oberflächlich-rockige Gesamteindruck wohl keine empfehlenswerte Alternative. Mit dem flotten DIA DE LOS MUERTOS nähert man sich dann immerhin ansatzweise an den eigentlichen HAMMERFALL-Sound an, während speziell bei 666 – THE ENEMY WITHIN und REDEMPTION bisher nie dagewesene und dementsprechend störende Keyboard-Elemente hinzukommen, die in einem gänzlich anderen Genre sicher besser aufgehoben wären. Im großen und Ganzen kann man HAMMERFALL wohl nur hoch anrechnen, dass sie mit INFECTED etwas neues ausprobiert haben – doch wird der Überraschungsmoment schnell verschwinden, auf dass man sich das alte Soundgewand der Band zurückwünscht. Selbst wenn das bedeuten würde, dass sich die Schweden doch bloß wiederholen.

Absolute Anspieltipps: ONE MORE TIME, DIA DE LOS MUERTOS, IMMORTALIZED


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„Eine absolut zu vernachlässigende, hoffentlich nicht ansteckende Angelegenheit.“

Metal-CD-Review: HAMMERFALL – No Sacrifice, No Victory (2009)

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Alben-Titel: No Sacrifice, No Victory
Künstler / Band: Hammerfall (mehr
Veröffentlichungsdatum: 20. Februar 2009)
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast Records

Alben-Lineup:

Joacim Cans – Vocals
Oscar Dronjak – Guitars
Pontus Norgren – Guitars
Fredrik Larsson – Bass
Anders Johansson – Drums

Track-Liste:

1. Any Means Necessary (03:35)
2. Life Is Now (04:43)
3. Punish and Enslave (03:57)
4. Legion (05:36)
5. Between Two Worlds (05:28)
6. Hallowed Be My Name (03:56)
7. Something for the Ages (05:03)
8. No Sacrifice, No Victory (03:32)
9. Bring the Hammer Down (03:41)
10. One of a Kind (06:14)
11. My Sharona (The Knack cover) (03:57)

Was auch immer es war – dieses Opfer hat sich gelohnt.

NO SACRIFICE, NO VICTORY lautet der Titel des mittlerweile siebten Studioalbums aus der wohl konstantesten Power Metal-Schmiede überhaupt. Oder sollte man gar sagen, der treuesten ? Schließlich ist es durchaus bemerkenswert, dass HAMMERFALL auch nach all den Jahren wenig bis gar nichts an ihrem Stil verändert haben. Sicher gab es hier und da Schwankungen, wenn es darum ging die schiere Effektivität einer typischen HAMMERFALL-Nummer zu bewerten – doch im großen und ganzen klingt die HAMMERFALL-Ära vom Debütalbum GLORY TO THE BRAVE (Review) bis hin zum vorliegenden NO SACRIFICE, NO VICTORY wie aus einem Guss. Die Meinungen, ob eine derartige Treue generell gutzuheißen ist (schließlich könnte man die Treue auch mit dem schon weniger charmanten Begriff des Stillstands ersetzen), oder ob nicht langsam doch ein wenig Abwechslung von Nöten wäre gehen dabei natürlich weiterhin auseinander. Und so werden sich auch an NO SACRIFICE, NO VICTORY die Geister scheiden – einem Album, das im direkten Vergleich zum Vorgänger THRESHOLD wieder etwas verspielter und variabler klingt. Schließlich hatte THRESHOLD trotz der geballten Ansammlung von rundum soliden Titeln ein gewaltiges Problem: es ließ sich einfach kein nennenswertes Highlight entdecken, der vermittelte Eindruck war einstweilen deutlich zu gleichförmig. Und so haben HAMMERFALL auf NO SACRIFICE, NO VICTORY wieder tiefer in der Schatzkiste jener Zutaten gegraben, die man für wuchtige Power Metal-Hymnen braucht. Das Ergebnis ist dann unter anderem ein Titel wie LEGION, der vermehrt an die Anfangszeiten der Band erinnert (Stichwort THE DRAGON LIES BLEEDING) und schlicht ordentlich Laune macht; gerade aufgrund des starken Refrains. Schade nur, dass man gerade diesen Titel mit einem unvergleichlich nervtötenend Intro verzieren musste.

Generell könnte man sagen, dass analog dazu der allgemeine Kitsch-Faktor wieder dezent gestiegen ist – mit einem feucht-fröhlichen FREEDOM CALL-Verschnitt a’la LIFE IS NOW, dem höchst gewöhnungsbedürftigen Cover zu MY SHARONA oder der nicht ganz leicht zu verkraftenden Ballade BETWEEN TWO WORLDS als unausweichliche Folge. Und auch die Chorgesänge (die schon auf THRESHOLD problematisch waren) erscheinen nicht immer optimal inszeniert. Doch in jedem Fall scheinen die auf NO SACRIFICE, NO VICTORY präsentierten Ambitionen angenehmer als ein Album, welches sich von vorne bis hinten gleich anhört. Zumal sich gerade Joacim Cans auf seine Stärken besonnen hat, und so selbst in der eben genannten Ballade eine überraschend gute Figur macht. Stellvertretend für das Album steht aber ohnehin eher der Opener ANY MEANS NECESSARY, der auch als Videosingle (siehe unten) ausgekoppelt wurde – eine typische HAMMERFALL-Nummer mit einem hohen Stampf-Faktor. Zweifelsohne handelt es sich dabei aber nicht um das beste, was das Album zu bieten hat – die Highlights folgen erst im späteren Verlauf. Speziell eher unscheinbare Titel wie HALLOWED BE MY NAME haben es in sich, und präsentieren sowohl Joacim Cans als auch die beiden Gitarristen von ihrer besten Seite. Auch der Drum-Sound kann dieses Mal vollständig überzeugen, die Produktion ebenfalls – sodass auch der reine Instrumentaltrack SOMETHING FOR THE AGES auf ganzer Linie überzeugen, nicht zuletzt dank des epischen Untertons. Wenn man es wagen wollte, könnte man gar behaupten dass NO SACRIFICE, NO VICTORY eines der besten HAMMERFALL-Alben überhaupt ist – zumindest wenn man der eher hymnischen Seite der Band nicht abgeneigt ist.

Absolute Anspieltipps: LEGION, SOMETHING FOR THE AGES, NO SACRIFICE NO VICTORY


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„Griffig, wuchtig, eingängig: ein simples, aber effektives Konzept ward perfektioniert.“

Metal-CD-Review: HAMMERFALL – Threshold (2006)

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Alben-Titel: Threshold
Künstler / Band: Hammerfall (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 20. Oktober 2006
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast Records

Alben-Lineup:

Anders Johansson – Drums
Joacim Cans – Vocals
Oscar Dronjak – Guitars, Keyboard
Magnus Rosén – Bass
Stefan Elmgren – Guitars, Keyboard

Track-Liste:

1. Threshold (04:43)
2. The Fire Burns Forever (03:20)
3. Rebel Inside (05:32)
4. Natural High (04:13)
5. Dark Wings, Dark Words (05:01)
6. Howlin‘ with the Pac (04:04)
7. Shadow Empire (05:13)
8. Carved in Stone (06:10)
9. Reign of the Hammer (02:48)
10. Genocide (04:41)
11. Titan (04:24)

Auf der Schwelle zum Metal-Glück ?

THRESHOLD ist das sechste offizielle Studioalbum der Schwedischen Power Metal-Urgesteine von HAMMERFALL. Nachdem sie bereits auf ihren vorherigen 5 Alben gezeigt hatten, dass sie einen eher gradlinigen und traditionellen Stil pflegen; sollte sich daran auch dieses Mal nicht allzu viel ändern. Anders gesagt: auch THRESHOLD ist ein absolut typisches HAMMERFALL-Album mit stampfenden Rhythmen, wuchtigen Mitsing-Momenten und einer großen Portion Schwedenstahl. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern CRIMSON THUNDER (Review) und CHAPTER V (Review) aber scheinen sich HAMMERFALL hier wieder vermehrt an ihren Ursprüngen orientiert zu haben – und dennoch klingt THRESHOLD insgesamt erwachsener als vieles zuvor veröffentlichtes. Das mag auch daran liegen, dass der allgemeine Soundeindruck des Instrumentenspiels und der kräftig-klaren Produktion wahrlich keine Kritik zulässt. So ist THRESHOLD zwar alles andere als eine wirkliche Überraschung oder eine Genre-Offenbarung, doch die Tatsache dass es einstweilen weniger kitschig klingt als die Vorgänger (beispielsweise verzichtete man dieses Mal vollständig auf Balladen) macht durchaus etwas aus. Dennoch hat das Album ein mitunter gravierendes Problem – eines, welches noch kein anderen HAMMERFALL-Album in der vorliegenden Ausprägung erwischt hat.

Zwar sind die dargebotenen Nummern allesamt höchst solide, gerade im direkten Genre-Vergleich – doch klingen sie nicht wirklich prägnant oder so, als hätte THRESHOLD es verdient einen besonderen Platz in der HAMMERFALL-Diskografie einzunehmen. So erscheint es tatsächlich schwer, auf THRESHOLD wirkliche Highlights auszumachen. hier handelt es sich um eine Feststellung, die bereits mit dem relativ gleichförmigen Auftakt in Form von THRESHOLD, THE FIRE BURNS FOREVER und REBEL INSIDE getroffen werden kann – wobei auch NATURAL HIGH nicht viel mehr als die obligatorische Alben-Hymne mit einer passenden Video-Auskopplung. Selbst im weiteren Verlauf und in Anbetracht der immerhin 10 vollwertigen Titel (REIGN OG THE HAMMER ist ein reines Instrumental) fehlt es dem Album schlicht an etwas was es besonders machen würde, wobei auch die gefühlt trivialisierten Backgroundgesänge (z.B. in THE FIRE BURNS FOREVER oder HOWLIN‘ WITH THE PACK) nicht jedermann gefallen werden. Vielmehr werden alteingesessene Fans abermals voll auf ihre Kosten kommen, und notorische Nörgler auch weiterhin keinen Gefallen an der recht gradlinigen und wenn nicht gar simplen Spielart finden. Das kann man sowohl als Positiv- als auch Negativurteil auslegen – wobei die Warheit vermutlich irgendwo dazwischen liegen wird. Eines aber steht wohl unumstößlich fest: ein paar frischere oder sich zumindest markant einprägende Soundeindrucke wären nicht verkehrt gewesen.

Absolute Anspieltipps: THRESHOLD, NATURAL HIGH, DARK WINGS DARK WORDS


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„Solide und typisch HAMMERFALL – aber eben auch alles andere als spannend oder wirklich unterhaltsam.“

Metal-CD-Review: HAMMERFALL – Chapter V: Unbent, Unbowed, Unbroken (2005)

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Alben-Titel: Chapter V: Unbent, Unbowed, Unbroken
Künstler / Band: Hammerfall (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 07. März 2005
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast Records

Alben-Lineup:

Joacim Cans – Vocals
Oscar Dronjak – Guitars, Keyboard
Magnus Rosén – Bass
Stefan Elmgren – Guitars
Anders Johansson – Drums

Track-Liste:

1. Secrets (06:06)
2. Blood Bound (03:49)
3. Fury of the Wild (04:44)
4. Hammer of Justice (04:38)
5. Never, Ever (04:06)
6. Born to Rule (04:08)
7. The Templar Flame (03:41)
8. Imperial (02:30)
9. Take the Black (04:47)
10. Knights of the 21st Century (12:19)

Standhaft wie am ersten Tag ?

HAMMERFALL sind in der Tat eine eher umstrittene Genre-Combo. Vor allem wenn es darum geht, ihre Position als Genre-Wegbereiter und vielleicht bekannteste Vertreter des Power Metal überhaupt entweder zu unterstreichen – oder aber dezent zu hinterfragen. Fakt ist wohl nur, dass die ersten vier HAMMERFALL-Alben eine vergleichsweise simpel gestrickte, aber doch mehr als nur grundsolide Genre-Kost offerieren – eine, die handwerklich über viele Zweifel erhaben ist und in jedem Fall mit einem hohen Unterhaltungsfaktor einhergeht. In diesem Zusammenhang erscheint es schlicht ungerecht, vorschnell von einem allzu plumpen oder gar ärgerlich kommerzialisierten Power Metal für die Massen zu sprechen. Aber auch das Gegenteil scheint es etwas weit hergeholt – denn von einem schier unantastbaren Genre-Meileinstein war zumindest bisher noch nicht zu sprechen. Auch das mittlerweile fünfte Studioalbum, welches passenderweise den Namen CHAPTER V: UNBENT, UNBOWED, UNBROKEN trägt; macht hier  keine Ausnahme. Eben so, wie es der Titel auch impliziert – was andere und speziell notorische Nörgler denken, scheint HAMMERFALL nicht wirklich zu interessieren. Und so präsentieren sich die Schweden abermals von ihrer typischen Seite – einer sehr eingängigen, hymnischen und wenn man so will pompösen.

Einen kleinen Unterschied gibt es im Vergleich zu den Vorgängern aber dennoch: die meisten der auf CHAPTER V vertretenen Nummern sind eher im Midtempo angesiedelt und als kräftige Stampfer aufgemacht. Flotte Speed Metal-Titel wie einst WHERE THE DRAGON LIES BLEEDING vom Debütalbum wird man hier also vergeblich suchen – stattdessen reiht sich eine druckvolle Hymne an die nächste. Das geht mit einigen markanten Vorteilen einher, schließlich wird somit nicht nur dem Alben-Titel gerecht – auch das Spiel der Instrumente ist in diesem Fall knackiger denn je ausgefallen. Schon der Opener SECRETS beispielsweise, der im Refrain doch noch deutlich an Tempo zulegt; klingt vor allem durch den kongenialen Soli-Part überraschend mächtig und stellt sich als perfekte Einführung in das Album heraus. Auch BLOOD BOUND macht als hymnischer Stampfer mit einem guten Refrain ordentlich was her – während NEVER EVER die Gemüter als emotional aufgemachte Ballade sicherlich automatisch spalten wird. Die Kehrseite der Medaille offeriert dann lediglich folgendes: im weiteren Albenverlauf ein weiteres klares Highlight zu entdecken fällt einstweilen nicht leicht, und der Leadgesang von Joacim Cans kann die potentiellen Erwartungen nicht immer erfüllen – erst Recht wenn es darum geht ungewohnt kräftig zu agieren, wie etwa in FURY OF THE WILD.

Hier hat man einfach das Gefühl, als dass es einer gewissen Rauheit fehlt – die dem angenehm schroffen Eindruck der Riffs gerecht werden würde. So kommen vor allem im Mittelteil des Albums einige eher zu vernachlässigende und zudem auffallend ähnlich aufgemachte Nummern hinzu, bevor es mit dem überlangen Rausschmeißer und KNIGHTS OF THE 21ST CENTURY noch einmal etwas experimenteller und abwechslungsreicher wird. Insgesamt betrachtet handelt es sich um ein solides HAMMERFALL-Album mit einer handvoll eindeutiger Highlights, einem soliden Handwerk und einer ansprechenden Produktion.

Absolute Anspieltipps: SECRETS, BLOOD BOUND, HAMMER OF JUSTICE, KNIGHTS OF THE 21ST CENTURY


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„Ein gutes HAMMERFALL-Album mit einem starken Auftakt, einem dezent repetitiven Mittelteil und einem interessanten Finale.“