Metal-CD-Review: GRIMGOTTS – Lions Of The Sea (2017)

Alben-Titel: Lions Of The Sea
Künstler / Band: Grimgotts (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 30. Oktober 2017
Land: England
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

James Taylor – Bass
Fabio Garau – Keyboards
Andy Barton – Vocals
Lord Fleshtomb Weeping Weasley – Drums
David Hills – Guitars

Track-Liste:

1. Lions of the Sea (05:08)
2. Golden Shores (05:11)
3. Shanghai (04:08)
4. Morning Blues (04:11)
5. Find Your Way (04:39)
6. The Gallows (02:48)
7. Jonah (02:54)
8. The Sad King (03:13)
9. Calm Before the Storm (05:06)
10. The Bright Lights (04:15)

Meuterei auf der Bounty.

Wenn es um ebenso neue wie erfrischende Power Metal-Combos geht, die in Anbetracht ihrer noch gar nicht allzu lang zurückliegenden Gründung einiges in Bewegung gesetzt haben; sollte man die Rechnung nicht ohne die GRIMGOTTS machen. Immerhin haben die frei nach einem Lädchen aus dem Harry Potter-Universum benannten Engländer direkt begonnen alles darauf zu setzen, so schnell wie möglich ganz oben im Genre mitzuspielen – und mit HERE BE DRAGONLORDS (siehe Review), EXTENDITUS PLAYUS (Review) und PART BEAST, PART MAN, PART DRAGON (Review) gleich 3 EP’s zwecks einer ersten diesbezüglichen Meinungsbildung veröffentlicht. Und tatsächlich: die Rückmeldungen fielen weitestgehend positiv aus. Das veranlasste die GRIMGOTTS jedoch nicht, kürzer zu treten – eher im Gegenteil.

Und so steht auch das Jahr 2017 ganz im Zeichen der musikalischen Fantasy-Fans um den Frontmann Andy Barton – schließlich folgt nach 3 weiteren Singles nun auch endlich  das vielversprechende Debütalbum der Band, LIONS OF THE SEA. Ein Album, das wie schon die vorherigen Veröffentlichungen als reine Independent-Produktion erscheint und folglich auch von der Band selbst vertrieben wird. Dabei steht eines schon vor dem eigentlichen Klick auf den Play-Button fest: die insgesamt 10 neuen enthaltenen GRIMGOTTS-Titel (oder 8, wenn man die beiden Singles abzieht) zu verköstigen, sollte in einer vergleichsweise spannenden Angelegenheit münden. Die Frage ist nur, ob dazu noch einer entsprechend qualitativen und überzeugenden.

Zunächst festzuhalten ist, dass die GRIMGOTTS auch weiterhin die Spielart des Power Metals bedienen, die sie auch schon mit ihren bisherigen EP’s ansteuerten. Damit ist auch LIONS OF THE SEA ein Metal-Werk, das sowohl eine gewisse Seefahrer-Attitüde als auch eine entsprechende Abenteuerlust ausstrahlt – was die Band nicht selten mit passenden (Schunkel-)Stimmungen und Instrumenten, oder aber mit einer generell hoch gehaltenen symphonischen Komponente unterstreichen. Bei einer Vorgehensweise oder eher stilistischen Ausrichtung wie dieser werden dem geneigten Genre-Konsumenten vermutlich schnell die Recken von RUNNING WILD oder auch ALESTORM in den Sinn kommen, und tatsächlich: ob es so beabsichtigt war oder nicht, die GRIMGOTTS scheinen sich stilistisch immer mehr ihren potentiellen Vorbildern zu näheren.

Selbstverständlich handelt es sich dabei nur um eine Tendenz, die nichts daran ändert dass die GRIMGOTTS noch immer ein ordentliches Maß an Eigenständigkeit an den Tag legen – und das nicht zuletzt, da es auf LIONS OF THE SEA insgesamt deutlich weniger raubeinig zugeht als beispielsweise auf den ALESTORM-Alben. Dennoch müssen oder sollten die Engländer aufpassen, dass sie nicht zu sehr ins bereits hinreichend bekannte Gewässer segeln. Das ist allerdings eher als Warnung mit einem Blick auf die potentielle Zukunft der Band zu verstehen – und markiert keines der so gesehen dringlicheren Probleme von LIONS OF THE SEA.

Die sind schließlich in einem etwas anderen Bereich zu suchen und leider auch zu finden – und der markiert nicht weniger als den allgemeinen Soundeindruck. So ist es den GRIMGOTTS zwar durchaus gelungen, recht ansprechende und variable Kompositionen mit einer nicht zu übertriebenen symphonischen Komponente zu kreieren – doch hapert es stellenweise merklich an der entsprechenden Überzeugungskraft. Hauptverantwortlich dafür ist indes nicht das Handwerk der einzelnen Mitglieder, zumindest nicht der an den Instrumenten – sondern vielmehr die Qualität der Abmischung und Produktion, die analog zum nur selten treffsicher klingenden Leadgesang von Bandmember Andy Barton und Gastsänger Nick Thurtell zu einem ebenso unfertigen wie schlicht wenig harmonischen Gesamteindruck führt.

Und so geraten selbst die potentiell hochkarätigen Nummern wie etwa der Titeltrack LIONS OF THE SEA zu einer kleinen Geduldsprobe. Ein generell fehlender Druck hier, eine deutlich zu laute und zu vordergründige symphonische Komponente dort, eher zahm und unspektakulär klingenden Gitarren, die bemühten aber nicht gerade mitreißenden gesanglichen Darbietungen (GOLDEN SHORES) – all das klingt nicht wirklich rund und nur höchst selten so, als würden die GRIMGOTTS ihren Konkurrenten alsbald eine wirkliche Konkurrenz machen. Sicher kann sich das noch ändern – doch dafür sind mindestens zwei Schritte notwendig. Zum einen müssen die GRIMGOTTS unbedingt raus aus dem Fahrwasser der bereits genannten Vergleichscombos, und weiter an potentiellen Alleinstellungsmerkmalen arbeiten – und zum anderen müssen sie dringend weg von ihrem derzeit recht platten Gesangseindruck und der unglücklichen Soundabstimmung, die weniger an ein beeindruckendes Debüt-Album als vielmehr an eine Demo-Produktion erinnert. Anders gesagt: die Schonzeit ist vorbei, langsam müssen die GRIMGOTTS wirklich liefern.

Absolute Anspieltipps: LIONS OF THE SEA, CALM BEFORE THE STORM


„Eher schwächer als erwartet – und mit viel Luft nach oben.“

Metal-CD-Review: GRIMGOTTS – Part Man, Part Beast, Part Dragon (EP, 2017)

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Alben-Titel: Part Man Part Beast Part Dragon (EP)
Künstler / Band: Grimgotts (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 24. Januar 2016
Land: Großbritannien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Lead Vocals – Andy Barton
Guitars – David Hills
Keys – Fabio Garau
Bass – James Taylor
Drums – L.F.W.W

Track-Liste:

1. The Quest (02:06)
2. Struck By Fire (03:50)
3. The Everlasting Kingdom (03:39)
4. Close To Home (02:26)
5. The Edge of the World (The Voyage to Vale) (04:16)
6. Follow Me (03:44)

Kreaturen gibt’s, die gibt’s gar nicht.

Wenn es um vergleichsweise vielversprechende und interessante Genre-Newcomer der letzten Zeit geht, so sind die aus Großbritannien stammenden GRIMGOTTS sicherlich mit von der Partie. Dass mit den frei nach dem HARRY POTTER-Universum benannten und zweifelsohne verspielten Power Metal-Recken zu rechnen ist, bewiesen sie schließlich schon mit ihren zwei guten EP’s HERE BE DRAGONLORDS (Review) und EXTENDITUS PLAYUS (Review). Mit PART MAN, PART BEAST, PART DRAGON steht der geneigten Hörerschaft nun auch schon das dritte offizielle Machwerk der Briten ins Haus – welches mit 6 Titeln und einer Gesamtspieldauer von knapp 20 Minuten daherkommt. Im besten Fall knüpfen die GRIMGOTTS damit an den Eindruck der beiden vorangegangen EP’s an, und machen nur noch mehr Lust auf ein potentielles Album – zu wünschen wäre es ihnen ja.

Allerdings stellt sich alsbald heraus, dass die beim Hörgenuss entstehenden Gefühle etwas zwiespältiger sind als noch zuvor. Und das liegt sicher nicht nur am sperrigen Titel oder am Artwork – welches zwar professionell anmutet und gewissermaßen passend ausfällt, dabei aber auch nicht gerade als hübsch zu bezeichnen ist. Auch liegt es nicht am eher ungewöhnlichen Status der Band, die sich dezent parodistischer Züge bedient – und sich speziell auf der vorliegenden EP wie eine wilde Mischung aus TWILIGHT FORCE, ALESTORM und VEXILLUM anfühlt. Nein; denn die Crux liegt vielmehr in den enthaltenen, zumindest gefühlt etwas einfacher gestrickten Nummern begraben. Die können nicht wirklich mit dem teils enorm wuchtigen Eindruck einiger starker Titel von EXTENDITUS PLAYUS mithalten – zumal es scheint, als hätten sich trotz der schon geringen Laufzeit zwei bis drei Füller eingeschlichen.

So ist das Intro THE QUEST mit seinem besseren FLUCH DER KARIBIK-Flair und dem eher nervigen Erzähler gleich komplett zu vernachlässigen, während sich das kurze CLOSER TO HOME und der Rausschmeißer FOLLOW ME als vergleichsweise ruhige und unspektakuläre Zwischenspiele präsentieren. Und dabei leider auch solchen, in denen der zweistimmige Gesang (neben Leadsänger Andy Barton tritt hier noch ein gewisser Nick Thurtell auf) als dezent problematisch zu bezeichnen ist respektive unfreiwillig komisch wirkt. Aber auch in Bezug auf die anderen Titel und speziell die symphonische Komponente gibt es insgesamt betrachtet weniger positives zu berichten. Sicher, STRUCK BY FIRE hat Pepp und ist so gesehen ein Highlight der EP – doch in Bezug auf die Inszenierung der Sound-Kulisse konnten es die GRIMGOTTS schon einmal besser. Es scheint beispielsweise schlicht, als sei das dezent an frühere SALAMANDRA-Werke erinnernde Keyboard etwas zu präsent. Das gilt auch für das sonst gute THE EDGE OF THE WORLD.

THE EVERLASTING KINGDOM ist grundsätzlich ebenfalls interessant, doch fehlt es hier speziell in Bezug auf den Leadgesang an Tiefgang. Die entstehende Wirkung ist jedenfalls kaum definierbar – auch wenn hier offensichtlich eine etwas emotionalere Nummer geplant war. So oder so – es steckt wesentlich mehr in den GRIMGOTTS. Der Wunsch nach einem Album, auf dem die Briten endlich zeigen können was in ihnen steckt – im besten Fall versteht sich – wird daher umso größer.

Absolute Anspieltipps: STRUCK BY FIRE, THE VERLASTING KINGDOM, THE EDGE OF THE WORLD


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„Nicht schlecht, aber da geht noch viel mehr.“

Metal-CD-Review: GRIMGOTTS – Extenditus Playus (EP, 2016)

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Alben-Titel: Extenditus Playus
Künstler / Band: Grimgotts (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Juni 2016
Land: Großbritannien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Andy Barton – Vocals/Keys
David Hills – Guitars
Kristoffer Wirch – Bass
Lord Fleshtomb Weeping Weasley – Drums

Track-Liste:

1. He That Lived (00:52)
2. I am the Hero (04:17)
3. Liquid Luck (02:13)
4. Through the Ages (03:55)
5. Down the Hatch (02:51)
6. Nightmare on the Sea (04:54)

Von potentiellen Gipfelstürmern und Power Metal-Piraten.

Neben vielen groß angekündigten und in gewisser Form auch zu erwartenden Genre-Veröffentlichungen gibt es hie und da auch solche, die eher unverhofft und überraschend daherkommen. Glücklicherweise, muss man wohl sagen – wie aktuell etwa bei den GRIMGOTTS aus Großbritannien. Jene Symphonic Power Metal-Combo wurde erst 2015 gegründet und hat sich der Welt bisher erst mit einer EP offenbart – HERE BE DRAGONLORDS (Review). Doch schon mit jener gerade einmal 4 Titel starken EP konnten die Engländer, deren Band-Name absichtliche Parallelen zum HARRY POTTER-Universum anberaumt; bereits überzeugen. Nun also gibt es die zweite EP mit dem etwas kuriosen Namen EXTENDED PLAYUS – wobei dieses Mal sogar 6 Titel enthalten sind.

Und die präsentieren sich vor allem angenehm frisch, oder anders gesagt: die GRIMGOTTS haben es trotz der gewaltigen Masse an Konkurrenzbands irgendwie geschafft, ein ganz eigenes Soundgewand zu kreieren. Das liegt sicher auch am vergleichsweise außergewöhnlichen Leadsänger Andy Barton, der sich recht variabel inszeniert. Hier und da erinnert er dezent an Dario Vallesi (VEXILLUM), doch andererseits wechselt er immer wieder zwischen verschiedenen Stimmlagen – selbst ein klassischer Tenor kommt einstweilen durch. Große Stärken offenbaren die GRIMGOTTS auch in instrumentaler Hinsicht – vor allem, da die Kompositionen vielfältig und abwechslungsreich sind. Mal dominieren die Elemente eines flotten und melodischen Power Metal, mal übernehmen die symphonischen Arrangements die Regie – wobei der Wechsel meist innerhalb eines einzelnen Titels stattfindet, was dem Unterhaltungswert sehr zugute kommt.

Bereits das kurze Intro HE THAT LIVED macht so reichlich Laune, und schwört den Hörer auf die zu erwartende Stimmung der EP ein – bis I AM THE HERO dann vollends durchstartet und die gesamte Bandbreite der GRIMGOTTS präsentiert. Wobei das ein gutes Stichwort ist, denn: die EP ist alles andere als vorhersehbar. Bereits LIQUID LUCK kommt als etwas anderer Titel daher, und zeigt die Fähigkeiten der Band sich auch in gänzlich anderen Bereichen zurechtzufinden. Immerhin: wenn ein Titel wie dieser anstatt einer handelsüblichen Ballade für die emotionale Seite der Band steht, stehen alle Zeichen auf grün. THROUGH THE AGES ist wie schon der Opener eine weitere Hymne der Band – der Refrain ist stark, die Melodien kompakt und mitreißend. Eine kontinuierliche Schiene wird indes nicht gefahren, denn DOWN THE HATCH fällt so gesehen schon wieder aus dem Rahmen. Hier inszenieren die GRIMGOTTS plötzlich eine fidele Trinker-Hymne mit ALESTORM-Piratenstimmung – und auch der Rausschmeißer NIGHTMARE ON THE SEA spielt mit einer ganz ähnlichen Atmosphäre. Nur, das in diesem Fall auch noch die entsprechend episch angelegten Elemente hinzukommen. Der Gesamteindruck fällt demnach nicht ganz eindeutig aus – aber vielleicht ist das ja auch ganz gut so.

Natürlich sind auf der EXTENDITUS PLAYUS-EP viele der für das Genre typischen Elemente enthalten, aber letztendlich scheinen in diesem Fall nicht die einzelnen Zutaten den Ausschlag zu geben – sondern das vielfältige Gesamtbild. Das mag zunächst etwas gewöhnungsbedürftig daherkommen, zumal man nie so genau weiß was die GRIMGOTTS nun ernst meinen und was nicht. Andererseits wäre das Ganze unter Umständen sogar in Bezug auf die ganz großen des Genres (wie etwa DRAGONLAND oder TWILIGHT FORCE) konkurrenzfähig – zumindest wenn sich endlich ein Label findet und die GRIMGOTTS ein vernünftig präsentiertes und vor allem auch gut produziertes Studioalbum abliefern. Vielleicht ja auch in Form eines Konzeptalbums, oder zumindest mit einem strukturierten Aufbau. Denn wenn etwas an der EP störend auffällt ist das die nicht optimale Präsentation, sowie sicherlich auch die Abmischung sowie die letztendliche Qualität der Produktion. Doch wer weiß schon, was die Zukunft bringt ? Bis dahin gilt es, mit den zwei EP’s der Band Vorlieb zu nehmen – und in  Anbetracht des schier gewaltigen Potentials in die eine oder andere Richtung zu Bangen und zu hoffen. Denn eines ist klar: wenn da nicht noch etwas großes und im besten Fall noch aussagekräftigeres kommt, wäre das reichlich schade.

Absolute Anspieltipps: I AM THE HERO, THROUGH THE AGES, NIGHTMARE ON THE SEA


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„Eine sehr gute, vielfältige und vor allem vielversprechende EP mit kleineren Schwächen – hoffentlich kommt da noch mehr.“

Metal-CD-Review: GRIMGOTTS – Here Be Dragonlords (EP, 2016)

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Alben-Titel: Here Be Dragonlords (EP)
Künstler / Band: Grimgotts (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 15. Januar 2016
Land: England
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Vocals – Andy Barton
Guitars – Souhaieb El Azizi
Keyboards – Fraser Watt

Track-Liste:

1. The Shores of Vale (00:55)
2. Fight Against the World (04:08)
3. Into the Future (05:26)
4. My Crown’s but a Dream (05:16)

Neue Drachenlords braucht das Land.

So viele wollen es sein, doch nur die wenigsten sind dafür bestimmt. Als sprichwörtlicher Drachenbezwinger hat man es an Anbetracht der kampflustigen Konkurrenz eben nicht leicht – erst Recht nicht im Genre des Power Metal. Bekanntlich darf es hier auch gerne mal etwas kitschiger zugehen, sodass ein EP-Titel wie HERE BE DRAGONLORDS sicher nicht von ungefähr kommt. Aber zumindest beim Bandnamen haben die erst 2015 gegründeten GRIMGOTTS schon einmal mehr Fantasie bewiesen als so manch anderer: als Abwandlung der aus dem HARRY POTTER-Universum stammenden Zauberbank Gringotts weckt er durchaus Interesse. Ob sich die aus Großbritannien stammende, derzeit aus lediglich drei Mitgliedern bestehende Combo aber musikalisch noch in einem erträglichen Rahmen bewegt und im besten Fall auch noch für einen frischen Wind sorgt, bleibt abzuwarten – beziehungsweise anhand der ersten vier veröffentlichten Titel zu erforschen. Wobei es eigentlich nur drei sind, denn bei THE SHORES OF VALE handelt es sich um ein kurzes instrumentales Intro. Bereits hier fällt etwas auf, was sich so stellenweise auch durch die anderen drei Titel ziehen wird: GRIMGOTTS vermengen in ihrem Symphonic Power Metal explizit erheiternde, aber auch episch anmutende Elemente.

Hört man dann auch noch die Leadstimme von Andy Barton im Opener FIGHT AGAINST THE WORLD, fallen einem sofort die Italienischen Kollegen von VEXILLUM ein. Die inszenieren sich ganz ähnlich – nur, dass die GRIMGOTTS ein deutlich symphonischereres und vielleicht auch wuchtigeres Soundgewand an den Tag legen. Und das lässt sich allemal hören, auch wenn bezüglich der allgemeinen Produktionsqualität sicher noch ein Fünkchen mehr drin gewesen wäre. Mit der nötigen Unterstützung sollte das aber kein Problem sein – das Gespür für gelungene Kompositionen haben GRIMGOTTS in jedem Fall. Und auch dafür, dezent kitschig angehauchte Fantasy-Geschichten nicht allzu plump zu erzählen und die einzelnen Titel trotz des üppig eingesetzten Keyboards nicht zu überladen. Gerade die an CELESTY’s VENDETTA erinnernden Chorelemente im Hintergrund fügen sich perfekt in die Soundkulisse ein und machen Lust auf mehr. Wenn sich die Band nun noch eine komplette und feste Besetzung zulegt, dezent am Leadgesang feilt und möglichst versucht sich von etwaigen Vergleichsbands wie VEXILLUM abzuheben – dann dürfte einer glorreichen Genre-Zukunft nichts mehr im Wege stehen.

Absolute Anspieltipps: FIGHT AGAINST THE WORLD, INTO THE FUTURE


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„Noch etwas ungeschliffen – aber ein mehr als überzeugender Auftakt.“