Metal-CD-Review: GHOSTHILL – I.C.E (2016)

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Alben-Titel: I.C.E
Künstler / Band: Ghosthill (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 01. April 2016
Land: Russland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

John – Drums
Val – Guitars
Nick – Guitars, Keyboards
Andrew – Bass
Margo – Vocals, Keyboards

Track-Liste:

1. Corruption (03:57)
2. Under the Gun (03:43)
3. Vega (04:02)
4. Fringe (03:24)
5. Age of Shadows (04:18)
6. Envy (03:56)
7. Conspiracy Theory (04:18)
8. Hold Me Stronger (04:23)
9. I.C.E (04:42)
10. X-Chromosome (03:31)

Hoffentlich nicht so (gefühls-)kalt wie Eis.

Es war einmal im Jahre 2010… als sich eine gleichermaßen junge wie aufstrebende Genre-Combo aus Russland anschickte, die Power Metal-Welt mit einem eher ungewöhnlichen Sound zu erobern. GHOSTHILL waren geboren, und mit ihnen das Debütalbum EMBRACE OF A CHASM (Review) – welches nicht nur als erfrischende Angelegenheit, sondern auch als rundum gelungenes Genre-Album bezeichnet werden konnte. Ein Genre-Album mit dem gewissen etwas – das vor allem durch seine teilweise explizit elektronischen Einschübe, dem nicht akzentfreien aber rundum sympathischen weiblichen Leadgesang sowie der Gradwanderung zwischen einer spürbaren Genre-Treue und ganz und gar neuerlichen GHOSTHILL-Experimenten aufgefallen ist. Zwei Jahre später erschien dann der Nachfolger FLYING THROUGH IMAGINATION (Review), der wiederum etwas gemäßigtere Bahnen einschlug – aber nicht minder gelungen ausfiel und die Band langsam aber sicher zu einem Geheimtipp machte.

Nun schreiben wir das Jahr 2016, und mit I.C.E steht endlich das dritte Studioalbum der Band in den Startlöchern. Selbiges beinhaltet erst gar kein Intro oder etwaige Zwischenspiele, sondern 10 vollwertige Titel – wobei die Gesamtspieldauer mit knapp 40 Minuten noch immer recht übersichtlich bleibt. Dabei ist auch I.C.E ein reines Independent-Release – GHOSTHILL erhalten demnach keine Unterstützung von außerhalb, und lassen sich wohl auch nicht großartig in ihr Schaffen reinreden. Und gerade das sollte einige Vorteile mit sich bringen. Ob sich der eigene Vertrieb, der hauptsächlich in digitaler Form stattfindet; indes auch wirklich lohnt – das weiß wohl nur die Band selbst. Immerhin: es gibt auch eine physikalische Version von I.C.E, die gerade einmal 2 Dollar mehr kostet – dafür aber auf 200 Exemplare limitiert ist. Die Frage ist aber ohnehin nicht, auf welchem Medium I.C.E präsentiert wird – weitaus interessanter ist, wie sich die Band entwickelt hat und welche Richtung sie einschlägt. Anders gesagt: würden GHOSTHILL sinnig auf ihren beiden gelungenen Vorgängern aufbauen, oder ist I.C.E ein eher verzichtbares Experiment geworden ?

Diesbezüglich kommt es wohl ganz darauf an, wie man seine eigenen Ansprüche definiert. In jedem Fall ist eines schnell festzustellen: I.C.E klingt deutlich anders als seine Vorgänger, und wagt so abermals einen mutigen Spagat. Der bezieht sich dieses Mal allerdings weniger auf die Mischung aus typischen Power Metal-Elementen und ganz und gar erfrischenden Einschüben – sondern spielt viel eher mit der Frage, wie weit sich GHOSTHILL von ihrer ursprünglich angepeilten Spielart entfernen können ohne sich die Blöße zu geben. Das Ergebnis ist vor allem eines geworden: verdammt zwiespältig. Während sich das Album in Bezug auf die handwerklichen Leistungen, die überraschend wohlklingende Produktion und das gewisse Etwas innerhalb der musikalischen Kompositionen definitiv nicht verstecken braucht; sieht es hinsichtlich der allgemeinen Wirkung schon deutlich schwieriger aus.

Das liegt in erster Linie daran, dass das auf I.C.E enthaltene Material nur noch schwerlich als Heavy- oder Power Metal zu bezeichnen ist – und sich GHOSTHILL schlicht etwas zu modern, unentschlossen und vielleicht auch angepasst inszenieren. Nicht in Bezug auf die noch immer etwas anderen Samples und Effekte; oder die Tatsache dass man die Band kaum in eine Schublade stecken kann, denn das klappt noch immer nicht – doch speziell der Sound der Gitarren, die an den Tag gelegte Rhythmik, der Aufbau der einzelnen Titel sowie die recht seichten Refrains klingen einstweilen wie glattgebügelt. Das ist ärgerlich und schade, zumal handwerklich viel mehr in GHOSTHILL steckt als man es anhand von I.C.E erahnen kann. Einzelne Soli-Passagen geben noch einen Aufschluss darauf, doch im Großen und Ganzen fehlt es dem Album an etwas. Nicht an Alleinstellungsmerkmalen, sondern vielmehr an Biss und Gründen; immer wieder zu bestimmten Titeln zurückzukehren.

Weitere Schwächen respektive potentiell falsche Entscheidungen lassen das Pendel entsprechend ausschlagen – wie etwa der Versuch, mit AGE OF SHADOWS mal eine symphonisch angehauchte Nummer zu präsentieren. Sicher, fatal klingt das Ganze nicht – aber gerade die hiesige Leadsängerin stößt hier klar an ihre Grenzen. ENVY steht stellvertretend für den einstweilen merkwürdig modernen Sound der Band, CONSPIRACY THEORY und X-CHROMOSOME sind viel zu wild und durcheinander geraten, die Ballade HOLD ME STRONGER ist viel zu kitschig um überhaupt eine Wirkung zu erzielen. Selbst der Titeltrack präsentiert sich nur als erschreckend laues Lüftchen inklusive vieler Spielereien, die ins Nichts laufen. So geht das dritte Album der Russen als weiteres Experiment a’la GHOSTHILL durch – aber keines, dass auch nur annähernd so ansprechend ausfallen würde wie EMBRACE OF A CHASM oder FLYING THROUGH IMAGINATION.

Absolute Anspieltipps: /


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„Gewagt, aber nicht gut – das wird kein Dauerbrenner.“

Metal-CD-Review: GHOSTHILL – Embrace Of A Chasm (2010)

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Alben-Titel: Embrace Of A Chasm
Künstler / Band: Ghosthill (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2010
Land: Russland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Fono Ltd.

Alben-Lineup:

Leo – Bass
John – Drums
Val – Guitars
Nick – Guitars
Ilia – Keyboards
Mira – Vocals

Track-Liste:

1. A Billion Years of Torments (01:04)
2. The Last Dimension (03:28)
3. Cyclonic Death (05:03)
4. The Mist (04:51)
5. Silent Night (04:48)
6. Titanic Heroes (03:39)
7. Down the Dark River (03:57)
8. Embrace of a Chasm (05:04)
9. Stronger Than Fire (04:22)
10. Vigilant Forest (05:57)

Singsang vom dem Hügel der Geister.

EMBRACE OF A CHASM ist das Debütalbum von GHOSTHILL, einer neuen und aufstrebenden Power Metal-Formation aus Russland. Einer, die ausnahmsweise mal wieder eine starke Frontfrau namens Marina Selivanova an den Start bringt – sich aber dennoch nicht in allzu symphonischen Gefilden bewegt. Stattdessen scheint die Band auf ganz andere Stärken respektive potentielle Alleinstellungsmerkmale zu setzen – die sich unter anderem in einem vergleichsweise verspielten, immer wieder von dezent modernen und auch elektronischen Einflüssen definierten Sound äußern. Dies, sowie die Tatsache dass der Schritt von der Bandgründung hin zum Debüt in gerade einmal einem Jahr vollzogen wurde; sorgt schon einmal für einen frischen Wind und einiges an Spannung. Hinzu kommt, dass GHOSTHILL ihre Texte ausschließlich in der englischen Sprache präsentieren, was die Zugänglichkeit erleichtert und die Band auch international konkurrenzfähig machen könnte. Wenn, ja wenn es denn nur reicht was die Band auf EMBRACE OF A CHASM anzubieten hat.

Zunächst ist dabei vor allem eines festzustellen. GHOSTHILL inszenieren sich tatsächlich sehr verspielt und variabel – sodass es nicht leicht fällt, das Album vorschnell in eine Schublade zu stecken. Doch das ist vielleicht auch ganz gut so, und wenn nicht gar das eigentliche Geheimnis des Albums. Anders gesagt: EMBRACE OF A CHASM klingt anders als vieles, was man im allgemeinen von internationalen Genre-Kollegen gewöhnt ist. Bereits der Opener THE LAST DIMENSION geht in vielerlei Hinsicht in die Vollen, und präsentiert sich als überraschend hymnischer Brecher mit einem starken Fokus auf die Gitarren. Trotz der enormen Zugänglichkeit kann man aber dennoch kaum von einer typischen Genre-Hymne sprechen – was wohl auch am angenehm energischen, mit einem leichten russischen Akzent versehenen Leadgesang der Frontfrau Marina liegt. Die macht dabei einen recht guten Job: ihre Darbietung klingt feurig aber nicht hysterisch; womit sie sich eben nicht in die Riege der dezent abgedroschenen Operetten-Diven einreiht.

Noch interessanter, aber eben auch nicht gänzlich problembefreit geht es dann in den schon deutlich progressiveren Nummern wie CYCLONIC DEATH zu. Sicher – die Tempo-Wechsel machen Laune, die Gitarren legen das ein oder andere Brett vor, die Instrumentalpassagen sind außergewöhnlich und der Leadgesang ist solide. Doch kann man sich hie und da einfach nicht des Gefühls erwehren, als hätten GHISTHILL ein wenig zu sehr an etwaigen Reglern geschraubt: neben dem exzessiven Keyboardeinsatz scheint auch der Leadgesang eine dezente Portion Autotune abbekommen zu haben. THE MIST läutet wiederum eine eher balladeske Seite der Band ein, die mit dem guten Refrain und den pompösen Hintergrundchören eigentlich bestens funktionieren sollte. Doch auch hier gilt: wirklich authentisch und ungekünstelt klingt das Ganze nicht. Da klingt das noch ruhigere SILENT NIGHT schon wesentlich besser – nur, dass sich der Akzent der Sängerin hier eher negativ bemerkbar macht.

Mit TITANIC HEROES gibt es dann plötzlich wieder die volle Tempo-Dröhnung – und wenn man so will auch die volle Ladung GHOSTHILL mit all ihren Stärken und Schwächen. So kann man sich kaum der energetischen Wirkung der Nummer entziehen, und die wahnwitzigen Keyboard- und Gitarrensoli sind eine Nummer für sich. Gleichzeitig aber handelt es sich um einen der vielleicht merkwürdigsten Titel des Albums – was sicher auch daran liegt, dass GHOSTHILL keine Genre-Grenzen kennen. Und so geht es munter weiter mit einer wilden Mixtur aus NIGHTWISH, CELESTY, ORATORY und der früheren DARK MOOR – wenn man denn überhaupt einmal Vergleiche anberaumen wollte. Eines steht aber fest: tendenziell ist das Album zum Ende hin am stärksten, sodass es sich durchaus lohnen könnte nicht vorschnell auszusteigen. Allein der Titeltrack ist eine Wucht und spricht so gesehen für sich. Man darf demnach gespannt sein, was die Band in Zukunft noch in Petto  haben wird.

Absolute Anspieltipps: THE LAST DIMENSION, TITANIC HEROES, DOWN THE DARK RIVER, EMBRACE OF A CHASM


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„Ein zwar nicht perfektes, aber dennoch angenehm anderes und erfrischendes Genre-Album aus Russland – an das man sich erst gewöhnen muss.“

Metal-CD-Review: GHOSTHILL – Flying Through Imagination (2012)

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Alben-Titel: Flying Through Imagination
Künstler / Band: Ghosthill (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 10. September 2012
Land: Russland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

John – Drums
Val – Guitars
Nick – Guitars, Keyboards
Andrew – Bass
Margo – Vocals, Keyboards

Track-Liste:

1. My Garden of Seasons (03:41)
2. In Cage (04:25)
3. Black Orchid (05:15)
4. It Can’t Rain All the Time (03:26)
5. Pandora (05:18)
6. Sometimes in My Heart (03:58)
7. Beneath the Sky (04:18)
8. The Lines of Fear (04:20)
9. Flying Through Imagination (07:08)

Die Vorstellungskraft kennt keine Grenzen – und Musik auch nicht.

FLYING THROUGH IMAGINATION ist das zweite Album der noch jungen russischen Band GHOSTHILL, die sich 2010 erstmals mit ihrem eher ungewöhnlichen Debüt-Album EMBRACE OF A CHASM (Review) zu Wort meldete. Doch obwohl die Band erst 2009 gegründet wurde, gab es schon jetzt einige Mitgliederwechsel zu verzeichnen – von denen der markanteste wohl die ehemalige Frontfrau Mira Selivanova betrifft. Für sie kam eine neue Sängerin namens Margo – wobei es rein stimmlich aber gar nicht mal so viele Unterschiede zu entdecken gibt wie vielleicht erwartet. Lediglich die Sache mit dem Akzent gilt es weiterhin hervorzuheben: auch der neuen Frontfrau hört man deutlich an, dass Englisch nicht ihre Muttersprache ist. Das muss indes nicht unbedingt schlechtes bedeuten.

Wer bereits das erste Album von GHOSTHILL gehört hat weiß schließlich, dass die Band einen recht frischen und eigenständigen Sound an den Tag legt. Einen leicht ungewöhnlichen noch dazu, fasst man das Schaffen der Band unter dem Oberbegriff des Power Metal zusammen. So gesellen sich vor allem auch allerlei elektronische Einflüsse und nachträglich bearbeitete Elemente zur allgemeinen GHOSTHILL-Soundkulisse hinzu – die man im besten Fall als interessant bezeichnen kann. Doch nicht nur in Bezug auf die elektronischen Einflüsse könnten je nach Facón die Alarmglocken läuten: bereits der Opener GARDEN OF SEASONS offenbart, dass die Band eine enorme Vorliebe für ausgiebige Keyboardpassagen und auch mal explizit seichte Einflüsse hegt. Doch das ist natürlich nicht durchgehend so. Dennoch: wer hier einen ungekünstelten, straighten Heavy Metal erwartet wird vermutlich eher enttäuscht werden ob all der Experimentierfreude von GHOSTHILL.

Weiter geht es mit IN CAGE, einer temporeichen Nummer mit allerlei Bombast und Zwischenspielen die sich als recht facettenreich herausstellt. Eine Art Gesangsduell zwischen Margo und einer Gastsängerin sorgt für den nötigen Pepp, während sich der Instrumental-Part äußerst abwechslungsreich gestaltet und die Struktur so manche Überraschung bereithält. Hier gibt es wahrlich nichts zu meckern – gerade die gelungene Gitarrenarbeit fesselt und begeistert. BLACK ORCHID ist dagegen ein Stück, dem es eindeutig an Druck und Kraft fehlt – alles wirkt etwas zu verhalten inszeniert. Bei IT CANT RAIN ALL THE TIME wird man erstmals auf den ganz eigenen Sound von GHOSTHILL stoßen, der sich hier durch exzessive Elektronik-Einflüsse und ein flottes Tempo auszeichnet. Die ersten Sekunden verwundern gar durch einen recht poppigen Einschlag – die gängigen Genre-Grenzen drohen abermals zu verschwimmen. Nun kommt es ganz darauf an, in wie weit man selbst gegenüber solchen Experimenten aufgeschlossen ist. Wer bereits den Vorgänger oder speziell den Titel TITANIC HEROES mochte, der wird dagegen vollends zufriedengestellt werden. Immerhin beweisen GHOSTHILL weiterhin, dass sie ein ausgeprägtes Gespür für gute Melodien haben.

Es folgt PANDORA, ein gut arrangiertes Stück voller Dramatik und Tempowechsel. Der Aufbau wirkt gelungen, lediglich einige einzelne Elemente wissen den Fluss etwas zu stören; wie etwa die künstlich-kitschigen Instrumentalspielchen, der etwas zahnlose Double-Bass oder die eher lachhaften Chor- und Orchesterelemente. hier handelt es sich um kein Highlight, aber auch nicht um einen Ausfall. Richtig interessant wird es dann mit SOMETIMES IN MY HEART, der ersten expliziten Ballade. Einer voller Herzschmerz und dick aufgetragenem Gefühl noch dazu – man bewegt sich irgendwo zwischen einem zu belächelndem Kitsch und einer emotionalen Ernsthaftigkeit. Nach einer derartigen Nummer kann natürlich nur ein Brecher wie BENEATH THE SKY folgen, die bisher temporeichste Nummer des Albums. Und tatsächlich: der Refrain ist ein echtes Highlight, hier springt die Vorliebe für geniale Melodien sofort über. Wären die Strophen doch nur ähnlich ambitioniert vorgetragen – doch die spätere Instrumental-Passage entschädigt vieles, hier regiert erstmals ein druckvoller Pomp  wie bei den großen Genrekollegen. THE LINES OF FEAR klingt gerade zu Beginn etwas zu künstlich und anorganisch; ein Eindruck, dessen man sich auch im weiteren Verlauf nicht wirklich erwehren kann. Bleibt nur noch der Titeltrack (mit knapp 7 Minuten der längste), der es etwas an Schmackes vermissen lässt – aber sei es drum. Das Album macht Laune, wechselt zwischen heiteren und düsteren Momenten hin und her und sorgt für anständige Unterhaltung.

Es ist schon ein wenig ungewöhnlich, was GHOSTHILL hier abliefern. Zwar kann FLYING THROUGH IMAGINATION noch unter dem Banner des Power Metal firmieren, doch bei einer näheren Betrachtung offenbaren sich allerlei Besonderheiten. Solche die einige lieben, und andere eher… nicht mögen werden. Um sich in etwa den Sound des Albums vorstellen zu können, sollte man sich NIGHTWISH ins Gedächtnis rufen – und die pompösen Orchester- und Chorelemente durch Elektronikeinflüsse beziehungsweise synthetische Keyboardsounds ersetzen. Trotz aller Befürchtungen und der Tatsache, dass das manchmal etwas plump und einfältig klingt – größtenteils wirkt das Album durch seine Andersartigkeit und Eigenständigkeit recht erfrischend und weiß den Hörer gut zu unterhalten. Nun gilt es noch an den offensichtlichen Schwächen zu arbeiten, um sich dem Genre-Thron zumindest weiter zu näheren. Sicher, man kann nicht erwarten dass eine junge russische Band wie diese eine Sängerin an den Start bringt, die die englische Sprache perfekt beherrscht und die Lyrics entsprechend ausspricht – doch in diesem Fall schrammt man hart an der Grenze des erträglichen. Die Darbietungen an den Gitarren sind nett und zeugen von gewissen Alleinstellungsmerkmalen – doch manchmal scheint man sich in den Arrangements zu verhaspeln und sich gegenseitig auszuspielen. Am gravierendsten fallen aber die noch viel zu aufdringlich servierten Keyboardelemente ins Gewicht – die die allgemeine Melodiösität zwar unterstützen, aber dann doch etwas zu dick aufgetragen werden. Alles in allem: Genrefans sollten einen Blick riskieren.

Absolute Anspieltipps: MY GARDEN OF SEASONS, IN CAGE, PANDORA, BENEATH THE SKY


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„Etwas düsterer als der Vorgänger – aber mindestens ebenso erfrischend.“

GHOSTHILL – My Garden Of Seasons (Official Video)

Flotter Power Metal mit Symphonic-Einschlag aus Russland.

Analog zum neuesten Alben-Release (Link) liefert die russische Power Metal-Combo GHOSTHILL mit MY GARDEN OF SEASONS ein passendes Musikvideo zum musikalischen Output. Und tatsächlich erscheint es recht gelungen: ein paar natürliche Szenen (Kindheit) wechseln sich mit optisch ‚aufgepeppten‘ Computerkulissen ab, vor denen die Band Position einnimmt und ambitioniert performt. Das sieht nicht nur gut aus, sondern klingt auch entsprechend.

GHOSTHILL – Flying Through Imagination (Official Promo)

Land: Russland – Stil: Melodic / Symphonic Power Metal

Diese Rhythmen gehen so schnell nicht mehr aus dem Kopf.

Bereits am 10. September 2012 war es – von vielen unbemerkt – soweit: GHOSTHILL veröffentlichten ihr neues Album, betitelt FLYING THROUGH IMAGINATION. Besagte Band stammt aus Russland, und hat eine stimmkräftige Dame als Frontfrau anzubieten. Mit ihrem erst zweiten musikalischen Output (geht man von vollwertigen Alben aus) haben GHOSTHILL nun die Chance, sich auch international zu profilieren. Ein passendes Musikvideo gibt es obendrein… und auch mehr zur Band !