Metal-CD-Review: GAMMA RAY – Empire Of The Undead (2014)

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Alben-Titel: Empire Of The Undead
Künstler / Band: Gamma Ray (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. März 2014
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: earMUSIC

Alben-Lineup:

Kai Hansen – Guitars, Vocals
Dirk Schlächter – Bass
Henjo Richter – Guitars
Michael Ehré – Drums

Track-Liste:

1. Avalon (09:21)
2. Hellbent (05:22)
3. Pale Rider (04:23)
4. Born to Fly (04:31)
5. Master of Confusion (04:54)
6. Empire of the Undead (04:25)
7. Time for Deliverance (05:10)
8. Demonseed (06:38)
9. Seven (05:07)
10. I Will Return (06:55)

Hellbend For Leather… And Metal.

Sich mit der Diskografie von einer Band wie GAMMA RAY zu befassen, ist eine spannende Angelegenheit – und das nicht nur, da die Hamburger Combo schon seit unzähligen Jahren als absolute Kult- und Vorreiterband in Bezug auf das Genre des Power Metal gilt. Und das sicher zu Recht (Reviews zu allen Studioalben findet man über die hier verlinkte Tag-Suche), wobei man bestenfalls ein kleines aber einstreuen könnte. Das bezieht sich indes nicht auf das insgesamt großartige und wichtige Schaffen der Band, sondern vielmehr auf einzelne Momente in der illustren Diskografie. Dabei hat es insbesondere die letztaktuellen Werke LAND OF THE FREE II oder TO THE METAL erwischt, die zwar allemal als solide bezeichnet; aber eben auch nicht zu den besten Outputs der Band gezählt werden können. Aber was soll man auch machen, wenn man immer wieder an seinen eigentlichen Erfolgsalben gemessen wird, die nun schon einige Jahre zurückliegen ? Im Falle von GAMMA RAY könnte man sagen, dass sie entweder etwas völlig neues versuchen müssten – oder aber doch noch einmal den Versuch starten könnten, an die Blütezeit von 1995 bis 2001 (oder eventuell auch 2005) anzuknüpfen.

Doch wer würde sich schon etwaige und potentiell befremdliche Experimente wünschen, wenn er genau weiß wo die Stärken von GAMMA RAY seit jeher liegen ? Glücklicherweise dachten sich das wohl auch die Bandmitglieder um Frontmann Kai Hansen selbst – was für den Hörer ein mehr als nur zufriedenstellendes Ergebnis zur Folge hat. anders gesagt: nach den beiden weniger starken Vorgängern ist EMPIRE OF THE UNDEAD endlich wieder eines jener GAMMA RAY-Alben, welches sofort zündet – und dabei schnell einen ganz und gar kultverdächtigen Charme versprüht. Mit ein Grund dafür ist, dass die Band das exakt richtige Dosierungsverhältnis von neuen und erfrischenden Eindrücken auf der einen, sowie den klassischen GAMMA RAY-Trademarks auf der anderen Seite gefunden hat. Das hat zur Folge, dass die Nummern überraschend unverbraucht klingen – andererseits aber auch klar als Material aus der in Hamburg heimischen GAMMA RAY-Musikschmiede zu erkennen sind. Zwei der vielleicht wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen von EMPIRE OF THE UNDEAD haben GAMMA RAY also schon einmal abgeliefert.

Umso schöner ist es, dass es nicht nur bei eben jenen Vorzügen bleibt – denn das Album hat noch wesentlich mehr zu bieten. Sicher, in Bezug auf etwaige Produktions-relevanten Fragen, die handwerklichen Leistungen an den Instrumenten und das Geschick von Kai Hansen gibt es seit jeher keinen Anlass zur Kritik – doch dieses Mal scheinen alle Beteiligten noch einmal eine Schippe draufgelegt zu haben. Zwar geht es generell etwas gemäßigter, wenn man so will erwachsener zu – doch gleichzeitig gewinnen die Kompositionen auch an Variabilität und Größe. Stichwort Variabilität: gerade Kai Hansen inszeniert sich auf EMPIRE OF THE UNDEAD so erfrischend und vielseitig wie lange nicht mehr – wofür bereits der Auftakt zu AVALON ein hervorragender Anhaltspunkt ist. Überhaupt wirkt das Album wesentlich eigenständiger und atmosphärischer als noch ein TO THE METAL, wo man eher geneigt war nach vereinzelten Highlights Ausschau zu halten. EMPIRE OF THE UNDEAD macht es endlich wieder genau andersherum: ein Großteil der Titel ist enorm stark, viele Möglichkeiten einen Titel zu skippen offenbaren sich nicht.

Sei es der mächtige und überaus gesangsstarke Opener AVALON, das kultig anmutende HELLBENT mit seiner angenehm schroffen Gangart, das klassisch-rockige PALE RIDER oder das flott-hymnische BORN TO FLY mit seinen Referenzen hinsichtlich der frühen Blütezeit des Genres in Deutschland (siehe HELLOWEEN) – das Album macht Laune, und brennt sich schnell in die Gehörgänge. Stichwort Referenzen: auch dieses Mal machen GAMMA RAY nicht davor Halt, an diverse Genre-Größen zu erinnern – allerdings völlig unverschleiert und als Form der Tributzollung. Das kann man werten wie man will, beispielsweise indem man der Band unterstellt hie und da Material von Bands wie BLACK SABBATH, DIO, ACCEPT, JUDAS PRIEST oder gar QUEEN (TIME FOR DELIVERANCE) zu kopieren. Doch vermutlich wäre es besser, hier von einer Inspiration zu sprechen – mit einem völlig neuen und absolut eigenständigen Ergebnis. GAMMA RAY lieben das Genre, in dem sie sich bewegen; inklusive all seiner Ursprünge – dass man das hört, ist ein grundsätzlich positiver Faktor.

Schlussendlich: es ist schon zu hören, dass GAMMA RAY wieder zu ihrer alten Stärke gefunden haben – und das ohne sich bloß zu wiederholen. EMPIRE OF THE UNDEAD klingt angenehm frisch, knackig, kräftig; und bietet überdies eine perfekte Symbiose aus zutiefst klassischen, dezenten modern und ganz und gar zeitlosen Klangeindrücken.

Absolute Anspieltipps: AVALON, HELLBENT, BORN TO FLY, EMPIRE OF THE UNDEAD, SEVEN, I WILL RETURN


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„Das beste GAMMA RAY-Album seit Jahren.“

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Metal-CD-Review: GAMMA RAY – To The Metal! (2010)

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Alben-Titel: To The Metal !
Künstler / Band: Gamma Ray (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 29. Januar 2010
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: earMUSIC

Alben-Lineup:

Kai Hansen – Guitars, Vocals
Henjo Richter – Guitars, Keyboards
Dirk Schlächter – Bass, Vocals (Track 10)
Dan Zimmermann – Drums

Track-Liste:

1. Empathy (05:04)
2. All You Need to Know (04:00)
3. Time to Live (04:48)
4. To the Metal (05:29)
5. Rise (05:05)
6. Mother Angel (05:20)
7. Shine Forever (03:53)
8. Deadlands (04:23)
9. Chasing Shadows (04:23)
10. No Need to Cry (05:56)

Die alten Hasen können es immer noch.

Nachdem die Hamburger Power Metaller von GAMMA RAY mit ihrem 2007’er Sequel-Album LAND OF THE FREE II (Review) für eher gemischte Gefühle gesorgt hatten, sollte es 2010 endlich wieder ein komplett eigenständiges Werk richten. Wobei das nicht ganz richtig ist, schließlich handelt es sich bei TO THE METAL! durchaus um ein Tribut-Album – aber glücklicherweise eines, dass an das gesamte Genre gerichtet ist und somit auch keinerlei Cover-Versionen enthält. Stattdessen servieren GAMMA RAY der geneigten Hörerschaft 10 neue Titel aus der heimischen Musikschmiede, wobei sie sich mit einer Gesamtspielzeit von knapp unter 50 Minuten recht kompakt inszenieren.

Wie so oft fällt dabei eines schnell auf: auch TO THE METAL! ist ein alles andere als schlechtes oder zu vernachlässigendes Genre-Album geworden. Das ist angenehm und spricht für das insgesamt großartige Schaffen der kultigen Band – und damit auch einer, die sich die Messlatte speziell um den Zeitraum der Jahrtausendwende selbst recht hoch gelegt hat. Dementsprechend muss wie schon bei LAND OF THE FREE II auch dieses Mal das kleine Wörtchen aber folgen, analog zu allen (und durchaus berechtigten) Lobhudeleien. Anders gesagt: TO THE METAL! ist kein schlechtes Album, aber mit den ganz großen Erfolgsalben a’la SOMEWHERE OUT IN SPACE (Review) oder NO WORLD ORDER (Review) kann es nicht mithalten.

Und das hat mehrere Gründe – von denen allerdings keiner im handwerklichen Geschick der Bandmitglieder, etwaigen Produktionsfragen oder der Gesamtpräsentation des Albums zu suchen ist. Doch auch bei derart guten Voraussetzungen oder einer wenn man so will höchst soliden Basis kann man sich schlicht nicht komplett gegen den Eindruck sperren, dass TO THE METAL! in einigen Momenten etwas uninspiriert oder auch ausgelaugt klingt. Das Gefühl eines vielschichtigen, großen und bombastischen Ganzen entsteht hier nicht mehr – vielmehr präsentiert das Album 10 Nummern, die in ihrer Aussage- und Wirkungskraft höchst unterschiedlich abschneiden.

Und das ist eine Entwicklung, die man bereits zum Auftakt des Albums gut nachvollziehen kann. So markiert der Opener EMPATHY ein grundsätzlich perfekt vorgetragenes, schwungvolles und rockiges Eröffnungsstück inklusive eines hervorragenden Riffings und eines grandiosen Soli-Parts – doch das gewisse Etwas fehlt. Das folgende ALL YOU NEED TO KNOW dagegen ist vermutlich einer der besten Titel des gesamten Albums – und einer, der sich dank seines Tempos und seiner Energie kaum aufhalten lässt. Und: ausnahmsweise sind es hier einmal die Strophen, die deutlich flotter daherkommen – während der Refrain eher den ruhigen Gegenpol bildet, und zudem mit einem Gastauftritt von Bandkumpel Michael Kiske brilliert. TIME TO LIVE und TO THE METAL aber schneiden als deutlich leichtgängigere Rocknummern mit einem gewissen Retro-Touch schon wieder deutlich schlechter ab – nicht nur die auffallend schwachen Refrains betreffend.

Dieses Wechselspiel zieht sich dann auch durch die restliche Spieldauer: während RISE, DEADLANDS oder CHASING SHADOWS noch recht hymnisch und GAMMA RAY-typisch durch die Boxen rauschen – wenn auch etwas schwächer als sonst und mit vergleichsweise schwachen Refrains und Hintergrundchören – erreicht die Band in MOTHER ANGEL oder NO NEED TO CRY eine so noch nicht gekannte Behäbigkeit. Bleibt eigentlich nur noch das wilde SHINE FOREVER mit seinen teils aggressiven Gesangsfetzen, das trotz der eher platten Lyrics und des FREEDOM CALL-angehauchten Refrains Spaß macht. Ein ganz und gar kultverdächtiges Album oder einen bemerkenswerten Genre-Tribut haben GAMMA RAY mit TO THE METAL schlussendlich nicht abgeliefert – aber von schlechten Eltern ist das Material insgesamt betrachtet auch nicht. Dennoch: für nächstes Mal wären etwas mehr Energie und Innovation sichern nicht verkehrt.

Absolute Anspieltipps: ALL YOU NEED TO KNOW, RISE, SHINE FOREVER, CHASING SHADOWS


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„TO THE METAL ist kein schlechtes Genre-Album – ist aber weniger kräftig und nicht ganz so kultverdächtig wie einige der anderen GAMMA RAY-Alben.“

Metal-CD-Review: GAMMA RAY – Land Of The Free II (2007)

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Alben-Titel: Land Of The Free II
Künstler / Band: Gamma Ray (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 19. November 2007
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Steamhammer

Alben-Lineup:

Kai Hansen – Guitars, Vocals
Henjo Richter – Guitars, Keyboards
Dirk Schlächter – Bass
Dan Zimmermann – Drums

Track-Liste:

1. Into the Storm (03:47)
2. From the Ashes (05:26)
3. Rising Again (00:27)
4. To Mother Earth (05:11)
5. Rain (05:16)
6. Leaving Hell (04:20)
7. Empress (06:22)
8. When the World (05:44)
9. Opportunity (07:14)
10. Real World (05:42)
11. Hear Me Calling (04:14)
12. Insurrection (11:33)

Frei wie ein Vogel, Teil 2.

Wer GAMMA RAY nicht kennt, hält diesen Status entweder aus Absicht aufrecht – oder hat sich schlicht noch nicht intensiver mit der Geschichte des Power Metal auseinandergesetzt. Nicht umsonst gilt die aus Hamburg stammende Combo als absolutes Genre-Urgestein, welches zusammen mit HELLOWEEN den ein oder anderen Weg bereitet hat – und die dabei auch heute noch aktiv ist. Außer Frage steht dabei, dass GAMMA RAY während ihrer mittlerweile 27-jährigen Karriere viele Höhen und Tiefen erlebt haben – was sich auch in der illustren Diskografie niederschlägt. Einer allgemein sehr hochkarätigen, die mit vielen kleineren Veröffentlichungen daherkommt – doch letztendlich geben eben doch die Studioalben den Ausschlag. Nach einer immensen Welle des Erfolges und beinahe gänzlich unantastbaren Werken wie SOMEWHERE OUT IN SPACE (Review), NO WORLD ORDER (Review) oder MAJESTIC (Review) sollte 2007 LAND OF THE FREE II erscheinen – was leicht überraschend war, da wohl kaum jemand mit einem zweiten Teil des schon 1995 veröffentlichten LAND OF THE FREE (Review) gerechnet hat. Vor allem aber drängte sich eine Frage auf: würden GAMMA RAY das qualitative Niveau des Originals halten können, und das im besten Fall ohne es bloß zu kopieren ?

Und tatsächlich: nach den zahlreichen vorangegangenen Erfolgsalben kann man in diesem Fall erstmals nicht gänzlich verhehlen, dass die Antwort auf diese Fragen von einer merklichen Ambivalenz geprägt ist. Zwar hat LAND OF THE FREE II locker das Zeug dazu, als eigenständiges Werk zu fungieren – und ist so gesehen eine durchaus sinnige Fortsetzung ohne den berühmt-berüchtigten Wiederholungseffekt. Doch zum besten, was sich die Band jemals geleistet hat; gehört das hier präsentierte Material eben auch nicht. Anders gesagt: auch wenn sich GAMMA RAY mit LAND OF THE FREE II noch immer über dem Genre-Durchschnitt bewegen, ist stellenweise ein deutlich Rückschritt zu spüren und zu hören. Einer, der sich sowohl im Detail; aber auch im Großen und Ganzen widerspiegelt. Generell ist festzustellen, dass man es in nicht wenigen der insgesamt 12 enthaltenen Nummern eher ruhig respektive simpel angehen lässt – und das betrifft nicht nur die Textinhalte wie etwa in TO MOTHER EARTH, sondern auch die musikalischen Kompositionen.

Die sind zwar noch immer recht knackig und einwandfrei als GAMMA RAY-Material zu identifizieren, doch hinsichtlich der noch auf MAJESTIC gezeigten Genialität und Vielschichtigkeit muss LAND OF THE FREE II glasklar hintenan stehen. Überhaupt wirkt das Album in vielerlei Hinsicht zahmer und damit auch etwas weniger wirksam – auch wenn viele Nummern rein Tempo-technisch aus dem Vollen schöpfen und mit einigen knackigen Riffs und furiosen Soli daherkommen. Doch sei es, dass hie und da mal ein eher ungünstiger Refrain (FROM THE ASHES), ein überflüssiges und störendes Interlude (RISING AGAIN), fast schon penetrant wirkende Doublebass-Attacken ohne wirkliche Variation (schon wieder trifft es MOTHER EARTH), ein eher plump wirkendes RAIN oder ein desillusionierendes REAL WORLD auftauchen – wirklich rund klingt das Album nicht. Damit ist es zwar eine eher seltene Ausnahme, zumal es seit dem 1993 erschienen INSANITY AND GENIUS-Album so gut wie nichts mehr an GAMMA RAY zu bemängeln gab – doch etwas schade ist es natürlich trotzdem.

Hinzu kommt, dass das Album mehr Querverweise auf andere Bands enthält als jedes andere GAMMA RAY-Album zuvor. Sicher wollte Kai Hansen nur seine Faszination für andere Pioniere wie etwa IRON MAIDEN oder JUDAS PRIEST ausdrücken, was nett ist – aber ebenfalls kein gutes Argument für die ohnehin wackelige Originalität von LAND OF THE FREE II markiert. Andererseits ist es aber eben auch Kai Hansen, der für die Haben-Seite des Albums verantwortlich ist – sein beinahe unveränderter, gleichermaßen markante wie qualitative Leadgesang ist ebenso fulminant wie sein versiertes Gitarrenspiel. Auch gilt anzuführen, dass das Album durchaus mehre Durchläufe braucht; und dabei noch etwas wachsen kann. Dennoch: eine Differenzierung vorzunehmen schadet nicht. LAND OF THE FREE II ist schlussendlich keines der besseren GAMMA RAY-Alben, und sollte vor allem Fans ansprechen die ihre Sammlung vervollständigen möchten.

Absolute Anspieltipps: INTO THE STORM, LEAVING HELL, WHEN THE WORLD, INSURRECTION


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„Ein solides Album, aber ein dezenter Rückschritt für GAMMA RAY-Verhältnisse.“

Metal-CD-Review: GAMMA RAY – Majestic (2005)

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Alben-Titel: Majestic
Künstler / Band: Gamma Ray (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. Oktober 2005
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Mayan Records

Alben-Lineup:

Kai Hansen – Guitars, Vocals
Henjo Richter – Guitars, Keyboards
Dirk Schlächter – Bass
Dan Zimmermann – Drums

Track-Liste:

1. My Temple (04:57)
2. Fight (03:24)
3. Strange World (05:03)
4. Hell Is Thy Home (04:46)
5. Blood Religion (06:53)
6. Condemned to Hell (04:56)
7. Spiritual Dictator (05:38)
8. Majesty (06:23)
9. How Long (04:06)
10. Revelation (08:30)

Auch wenn man den Thron schon innehat, kann es nie schaden ihn zu verteidigen…

… ob nun gegen die Illuminaten oder andere potentielle Widersacher. In der Tat handelt es sich hier nur um eine der Kampfansagen von MAJESTIC, dem achten offiziellen Studioalbum von GAMMA RAY – und damit einer gut und gerne legendären Power Metal-Formation, die zuvor mit Alben wie LAND OF THE FREE (Review), SOMEWHERE OUT IN SPACE (Review) oder NO WORLD ORDER (Review) Geschichte geschrieben hatte. Doch auch wenn die Blütezeit von GAMMA RAY gerne im entsprechenden Zeitraum von 1995 bis 2001 verortet wird, büßte die Band auch im weiteren Karriere-Verlauf nichts von ihrer vorherigen Genialität ein. Wohl auch, da man sich eher nicht auf den vorangegangenen Lorbeeren ausruhte – sondern stattdessen weiterhin an äußerst hochkarätigen Genre-Alben feilte.

Das 2005 erschienene MAJESTIC beispielsweise beschrieb den auch weiterhin höchst interessanten Werdegang der Band, und knüpfte mit seiner vergleichsweise düsteren inhaltlichen Komponente sowie den hervorragenden Leistungen aller Beteiligten Musiker direkt an das legendäre NO WORLD ORDER an. Gleichzeitig handelt es sich um eines jener selten Genre-Alben, die als Paradebeispiel angesehen werden können. Als Paradebeispiel für das hervorragende Schaffen einer Band, die es wie kaum eine zweite versteht; vergleichsweise anspruchsvolle und in jedem Fall interessante Inhalte mit einer exzellenten musikalischen Verpackung zu versehen. Viele Bands schaffen eben doch nur das eine oder das andere.

Und so prescht MAJESTIC von der ersten Sekunde an markant nach vorn. Schon mit dem mächtigen Opener MY TEMPLE sowie dem kurzen aber knackigen FIGHT legen GAMMA RAY ordentlich vor – und das mit den für die Band längst typischen, deswegen aber nicht minder effektiven Alleinstellungsmerkmalen. Solchen, zu denen sicher auch der markant-kräftige Leadgesang von Kai Hansen gehört; oder die grundsätzlich unvergleichlich antreibenden, herrlich stampfenden Power Metal-Kompositionen. Und die sind gerade im Falle von GAMMA RAY alles andere als vorhersehbar oder simpel – MAJESTIC stapelt oftmals mehrere Schichten aus zünftigen Power Metal-Elementen übereinander, und das auch gänzlich ohne dabei überladen zu klingen.

So lohnt es sich nicht nur, die Titel auf eine durchaus vorhandene Hymnen-Tauglichkeit zu untersuchen – denn auch in unzähligen Einzel-Momenten gibt es einiges zu entdecken. Gerade die Gitarren klingen äußerst lebendig, angenehm schroff und variabel. Im Zusammenspiel mit den zahlreichen, stets gut durchdacht und perfekt aufeinander abgestimmten Spielereien auch seitens des hervorragenden Drumming-Parts entsteht so ein überraschend vielschichtiger Klangteppich – der Laune macht und den Hörer auch nach mehreren Durchläufen noch perfekt unterhalten wird. Zumal der wirksame Gegensatz aus direkten und antreibenden Brechern a’la HELL IS THY HOME, nicht nur inhaltlich höchst interessanten Stampfern a’la BLOOD RELIGION oder auch mal deutlich düstereren Momenten wie im Titeltrack MAJESTIC für sich spricht.

Demnach ist es keine große Überraschung, dass MAJESTIC locker mit den bis dato besten Veröffentlichungen von GAMMA RAY mithalten kann. Gründe dafür gibt es einige: das an den Tag gelegte Handwerk ist geradezu phänomenal, das Songwriting bemerkenswert, der Faktor der Abwechslung enorm – und auch die perfekte Abmischung und die druckvolle Produktion lassen keine Wünsche offen.

Absolute Anspieltipps: MY TEMPLE, FIGHT, HELL IS THY HOME, BLOOD RELIGION


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„Ein erstklassiges und zutiefst unterhaltsames Genre-Album.“

Metal-CD-Review: GAMMA RAY – Insanity And Genius (1993)

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Alben-Titel: Insanity And Genius
Künstler / Band: Gamma Ray (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. September 1993
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Noise Records

Alben-Lineup:

Jan Rubach – Bass
Thomas Nack – Drums
Kai Hansen – Guitars
Ralf Scheepers – Vocals
Dirk Schlächter – Guitars, Keyboards

Track-Liste:

1. Tribute to the Past (05:04)
2. No Return (04:06)
3. Last Before the Storm (04:28)
4. The Cave Principle (06:51)
5. Future Madhouse (04:07)
6. Gamma Ray (Birth Control cover) (05:20)
7. Insanity & Genius (04:30)
8. 18 Years (05:23)
9. Your Tørn Is Over (03:52)
10. Heal Me (07:32)
11. Brothers (05:14)

Die letzte Stufe vor dem Erreichen des Gipfels.

INSANITY AND GENIUS ist nicht nur das dritte offizielle GAMMA RAY-Album der Hamburger Kult-Combo – sondern so gesehen auch das letzte ihrer ersten Schaffensperiode von 1990 bis 1993. Das besondere ist, dass Ralf Scheepers hier letztmalig den Leadgesangsposten übernahm – bevor er das Zepter an Gitarrist Kai Hansen weiterreichte. Wie man heute weiß, hat erst dieser markanter Lineup-Wechsel zum eigentlichen Aufstieg der Band in den Power Metal-Olymp geführt – sodass man die Entscheidung zweifelsohne begrüßen kann. Zumal Ralf Sheepers später bei PRIMAL FEAR ebenfalls sehr gut aufgehoben war – und auch er weiterhin das machen konnte, was er schon immer liebte. INSANITY AND GENIUS wohnt also durchaus ein Gefühl des besonderen inne – aber vielleicht interpretiert man diese gefühlte Aufbruchstimmung auch retrospektiv in das Hörerlebnis hinein.

Fakt ist dagegen, dass die ersten drei GAMMA RAY-Alben eher weniger mit dem späteren Sound-Outfit der Band am Hut haben – sondern grundsätzlich eher entspannt, rockig und entsprechend feucht-fröhlich daherkommen. Doch im Gegensatz zum lauen Vorgänger SIGH NO MORE (Review) hat INSANITY AND GENIUS schon wesentlich mehr von der eigentlichen GAMMA RAY-Essenz zu bieten. Zumindest strotzt schon der Opener TRIBUTE TO THE PAST vor einer ungeahnten Kraft, überzeugt mit einem hymnisch-eingäniggen Refrain – was auch für LAST BEFORE THE STORM gilt. Doch zwischen den flotten und angenehm erhabenen Hymnen finden sich interessanterweise auch eher experimentelle Ansätze – wie etwa in THE CAVE PRINCIPLE, das einen markanten Spannungsbogen vorzuweisen hat und speziell in instrumentaler Hinsicht brilliert. Jene auf dem Album häufiger vorkommenden Experimente fallen aber nicht immer derart zufriedenstellend aus – auch das Gegenteil kann der Fall sein. Vornehmlich dann, wenn sich GAMMA RAY etwas zu sehr dem eigentlichen Alben-Titel angepassten respektive dem dahinterstehenden Konzept widmen. Schlussendlich klingt die wahnsinnige Seite der Band hier etwas zu aufgedreht, und Nummern wie FUTURE MADHOUSE oder INSANITY GENIUS folglich höchst gewöhnungsbedürftig.

Etwas unglücklich ist auch der für die Band eigentlich stellvertretende Titel GAMMA RAY ausgefallen, was vor allem an den eher platt inszenierten Strophen liegt. Gegen Ende des Albums wird es dann allerdings noch einmal interessant: im Party-tauglichen YOUR TURN IS OVER übernimmt plötzlich Gitarrist Dirk Schlächter den Leadgesang, und im darauf folgenden HEAL ME Kai Hansen – bei dem es zumindest in diesem Fall aber gesanglich eher drunter und drüber geht. Letztendlich entsteht so vor allem ein Eindruck: ein recht variabler. Wenn man so will, könnte man allerdings auch als relativ unentschlossen bezeichnen – wirklich rund klingt das Album in seiner Gesamtheit nicht, eher wie eine bunt gemischte und teils skurrile Ansammlung von überdurchschnittlichen, aber keineswegs ausgezeichneten GAMMA RAY-Nummern. Handwerklich, gesanglich und in Bezug auf die Produktion gibt es dagegen nichts zu mäkeln.

Absolute Anspieltipps: TRIBUTE TO THE PAST, LAST BEFORE THE STORM, THE CAVE PRINCIPLE


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„GAMMA RAY haben es selbst festgestellt: Genie und Wahnsinn liegen nah beieinander.“