TV-Kritik / Serien-Review: GAME OF THRONES (Staffel 8 – Finale)

Originaltitel: Game Of Thrones
Typ: TV-Serie
Basierend Auf: A Song Of Ice And Fire
Umfang / Laufzeit: 6 Folgen (je ca. 54-80 Minuten)
Land: USA
Idee: David Benioff, D. B. Weiss
Genre: Abenteuer / Fantasy / Drama
Tags: GoT | Staffel 8 | Achte Staffel | Finale | HBO | George R. R. Martin

Die Liste der 6 Episoden (deutsche und englische Titel):

01 Winterfell Winterfell
02 A Knight Of The Seven Kingdoms Ein Ritter Der Sieben Königslande
03 The Long Night Die Lange Nacht
04 The Last Of The Starks Die Letzten Der Starks
05 The Bells Die Glocken
06 The Iron Throne Der Eiserne Thron

Mach’s mir noch einmal, George R.R. Martin.

Kurzinhalt: Langsam aber sicher scheint sich die letzte, alles entscheidende Schlacht in den 7 Königslanden von Westeros abzuzeichnen. Der mächtige Nachtkönig steht mitsamt seiner Armee aus Untoten bereits direkt vor den Toren Winterfells – und droht, alles sich ihm in den Weg stellende gnadenlos niederzumähen. Das Problem: so sehr sich die Truppen auf den Seiten der Lebenden auch anstrengen, die Untoten bekommen immer wieder Nachschub. Denn wenn es schon nicht neue Opfer sind, die nach ihrem Tod plötzlich auf Seiten des Nachtkönigs kämpfen, stehen die nur vermeintlich besiegten Kreaturen einfach wieder auf – zumindest nach einer gewissen Zeit, und wenn man ihnen nicht gerade den Kopf abgeschlagen hat. Problematisch ist auch, dass sich die noch immer in Königsmund verharrende Königin Cersei eigentlich bereiterklärt hat, den Menschen im Norden zur Hilfe zu eilen – doch offenbar handelte sich dabei nur um ein weiteres leeres Versprechen. So versammelt sie in aller Ruhe ihre eigenen Truppen, um gegen den aus der Schlacht hervorgehenden Sieger anzutreten – und ein für allemal zu klären, wer das Anrecht auf den heiß begehrten Platz auf dem Eisernen Thron hat.

Kritik: In der Tat – und ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen – ist der Inhalt zur mittlerweile achten (und letzten) Staffel des sich in aller Munde befindenden Fantasy-Serien-Spektakels GAME OF THRONES schnell erzählt. Wobei das nur gut und richtig ist, schließlich haben Fans des Franchise schon lange genug auf ein bestenfalls grandioses Finale gewartet – und natürlich auch auf eine möglichst zufriedenstellende Zusammenführung respektive eine Auflösung zumindest einiger der vielen zuvor angeschnittenen Erzählstränge. Anders gesagt: dass die ab 2011 ausgestrahlte Serie langsam aber sicher zu einem Abschluss kommt, war von vielen auch genau so gewünscht – wobei das diesbezüglich doch recht konsequente Vorgehen der Verantwortlichen allemal eine positive Überraschung ist. Schließlich hätte man das Ganze durchaus auch – und das ohne allzu sehr in Richtung von regelrechten endlos-Szenarien a’la THE WALKING DEAD (siehe unter anderem hier) zu schielen – noch viel weiter ausschlachten können. Trotz der immensen Produktionskosten, versteht sich – die dank des noch immenseren Erfolges der Serie aber sicher problemlos wieder eingespielt werden konnten. Und überhaupt: wie es scheint können sich so gut wie alle, die auch nur ansatzweise in der Besetzungsliste von GAME OF THRONES auftauchen; mittlerweile recht unaufgeregt aussuchen welche Jobs sie in Zukunft annehmen werden. Und das eventuell auch zu Recht, denn – und das auch ohne die achte Staffel explizit in dieses Urteil mit einzubeziehen – das, was mit GAME OF THRONES erreicht wurde, ist in so gut wie jeder Hinsicht kultverdächtig.

Und dennoch: gerade, da GAME OF THRONES nun komplett ausgestrahlt wurde – und das dieses Mal übrigens in einem überschaubaren Rahmen von gerade einmal 6 Episoden – sollte es erlaubt sein, auf die potentiellen Schwächen der Serie hinzuweisen. Schwächen, die im Laufe der bisherigen Historie der Serie und auch Rezensionen dieses Blogs (siehe unter anderem hier) eher marginal ausfielen – und sich bestenfalls dadurch äußerten, dass man sich so manches Mal etwas zu weit zurück lehnte (wie etwa in der insgesamt schwächeren zweiten Staffel), kleinere Durststrecken einbaute oder Probleme hinsichtlich einer allgemeinen Logik und Nachvollziehbarkeit offenbarte. Den allgemeinen Spaß- und sicherlich auch Suchtfaktor der Serie vermochten sie jedenfalls kaum zu trüben – zumal GAME OF THRONES immer wieder mit Stärken aufwartete, die man so in keiner anderen Serie vorfindet. Natürlich ist dies auch dem hohen Budget und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten geschuldet – doch auch davon unabhängig haben die Verantwortlichen immer wieder bewiesen, dass sie ein außerordentliches Fingerspitzengefühl für so gut wie alle Aspekte der Serie besitzen. Sei es das bis zur aktuellen Staffel hervorragende, hinter allem stehende Handwerk (inklusive der mancherlei Kinoproduktion überlegenen Inszenierung, des grandiosen Soundtracks, der tadellosen Leistungen der Darsteller und noch so viel mehr), die Erzählweise der Geschichte (inklusive der zahlreichen vermeintlich nebensächlichen Ereignisse sowie der teils genialen Dialoge) oder die insgesamt äußerst stimmige, wenn man so will unvergleichliche und unvergleichlich fesselnde Atmosphäre – man musste einfach mit GAME OF THRONES rechnen.

Zumindest war das angeraten. Verständlicherweise gilt das nun nicht mehr, aber – und das ist die eigentliche Überraschung – nicht nur, da die Serie mit der achten Staffel ihr Ende findet respektive zelebriert. Nein, es ist noch etwas anderes geschehen – etwas, mit dem so sicherlich niemand gerechnet hätte. Sicher, Geschmäcker sind verschieden – und die Verantwortlichen hätten nie und nimmer einen Weg finden können, alle Zuschauer zufriedenstellen zu können. Was sie sich innerhalb der 6 Episoden der finalen Staffel aber gedacht, erlaubt oder vielleicht auch erdreistet haben zu tun; mag man eigentlich kaum glauben. Wobei, und das muss man dazu sagen; es sich dabei weniger um eine einzelne Fehlentscheidung, als vielmehr viele kleinere Kieselsteine auf dem Weg zu einem einen Großteil der Fans überrollenden Erdrutsch handelt.

Ein Erdrutsch oder auch eine Katastrophe, die sich spätestens ab dem Beginn der dritten Folge der Staffel (DIE LANGE NACHT) abzeichnet. Hierbei handelt es sich um eine Episode, die im Gegensatz zu den beiden (durchaus guten) vorherigen insofern besonders war, als dass sie schon von den Verantwortlichen selbst als eine der potentiell besten und besondersten gekennzeichnet wurde – was sich leider nur allzu selten bewahrheitet. Und so auch nicht in diesem Fall. Sicher, man konnte der Folge ansehen, dass einiges an Arbeit und vor allem auch Herzblut in sie geflossen ist. Doch – und das wirklich erstmals in der gesamten Geschichte des Daseins von GAME OF THRONES als TV-Serie – konnte man sich nicht des Gefühls erwehren, dass ein der Serie grundsätzlich kaum zuträglicher Schwerpunkt gesetzt wurde.

Anders gesagt: warum auch immer man sich dazu hat hinreißen lassen, besteht der Werdegang von GAME OF THRONES ab der dritten Folge der achten Staffel klar aus Maßnahmen, die man sonst eigentlich nur aus diversen Hollywood-Hochglanzproduktionen kennt. Wenn man so will und es vereinfacht ausdrücken möchte, könnte man diese unter dem Begriff Stil über Substanz zusammenfassen – was bedeutet, dass die Macher ihr Augenmerk eindeutig mehr in Richtung einer möglichst bildgewaltigen Szenerie inklusive vielen durchaus im Gedächtnis bleibenden visuellen Highlights gerichtet haben, als sich tatsächlich noch nennenswert um etwaige Inhalte zu kümmern. Gerade das kann und darf einfach nicht sein, zumal es sich hier immerhin um GAME OF THRONES handelt – und damit eine Serie, die bis dato noch nie mit derlei Problemen zu kämpfen hatte. Sicher, Momente wie einige der in der LANGEN NACHT anberaumten sehen nett aus – doch Sinn ergeben sie nur selten, erst Recht wenn man bestimmte Aspekte (Stichwort Taktik, oder beispielsweise auch die Charakterentwicklung oder zeitliche Abfolgen) beginnt zu hinterfragen. Und noch einmal: bisher gelangen Dinge wie diese relativ problemlos. Stets konnte man GAME OF THRONES nicht nur in visueller (und natürlich auch akustischer) Hinsicht genießen, sondern auch tief in die Welt von Westeros mitsamt all ihrer Geschichten und Charaktere einsteigen. Mehr noch: man konnte sie hinterfragen, über sie diskutieren; oder manchmal auch einfach nur über sie staunen.

Umso überraschender ist es, dass dieses gelungene Konzept mit der Episode der LANGEN NACHT scheinbar komplett über den Haufen geworfen wird. Schon die Tatsache, dass über die gesamte Episode eine so nicht dagewesene Dunkelheit herrschte – eine, bei der es zu einfach wäre sie metaphorisch, das heißt im Sinne der herannahenden Nacht zu werten – lässt nun plötzlich doch einen etwas anderen handwerklichen Eindruck der Serie entstehen. In jedem Fall führt es dazu, dass ein Großteil der Arbeiten an den Kostümen, Requisiten und auch den Kampfszenen regelrecht verpufft – und man sich als Zuschauer fragt warum überhaupt ein so großer Aufwand für die Dreharbeiten betrieben werden musste, wenn im Endeffekt ohnehin alles in einen ominösen Schleier gehüllt wird. Dabei ist es nicht nur die hier gemeinte offensichtliche Dunkelheit, die einem Sorge bereiten könnte oder sollte – sondern auch der regelrechte Rückschritt in Bezug auf die Entwicklungen der Story und Charaktere. Auch hier gilt: natürlich handelt es sich um eine Ausnahmesituation, in der vieles über den Haufen geworfen wird – aber eben nicht alles. Zumal es sich so anfühlt, als würden manche der hoffnungsvoll aufgebauten Charaktere regelrecht zerstört.

Tatsächlich ist diese die gesamte Episode durchziehende Entwicklung dann auch der Anfang vom Ende von GAME OF THRONES. Immerhin sollten die eigentlichen Schläge vor den Kopf erst noch folgen – wie etwa das Ableben des Nachtkönigs, welches nicht weniger als das wohl unwürdigste aller vorstellbaren Enden für die Untoten-Story von GAME OF THRONES beschreibt. Und das, obwohl die Serie (übrigens im Gegensatz zu den Büchern) schon ab Episode 1 der ersten Staffel die Untoten als eigentliche Widersacher beschrieb. Einen Widersacher, der die Machtkämpfe der Menschen wie kleinere Geplänkel aussehen ließ, und der nur in einem schier wahnwitzigen Finale hätte besiegt werden können. Dass man diese beinahe 8 Jahre (!) aufgebaute Erzählung nunmehr mit einem einzigen Dolchstoß beendet, ist – ganz unabhängig von etwaigen Geschmacksfragen – ein Affront gegenüber allen der Serie seit jeher die treue haltenden Fans ist.

Ein Affront, der wohl nur noch von dem übertroffen werden kann, was in den verbleibenden 3 Episoden der Staffel folgt. Schließlich reiht sich hier eine plumpe Idee und Ausführung an die Nächste – zusammen mit dem Eindruck, dass vieles nach dem Motto eines allzu schamlosen Schnellschussverfahrens inszeniert wurde. Angefangen bei den teils überdeutlichen (dabei aber äußerst schnlecht abschneidenden) HERR DER RINGE-Parallelen über die hanebüchen dargestellte Schlachführung, die merkwürdigen Zeitsprünge oder die immer unsympathischeren und einfach nicht mehr glaubwürdigen Charaktentwicklungen bis hin zu schier unsäglichen Einzel-Momenten (beispielsweise ein Drache, der den Eisernen Thron verbrennt) und Protagonisten, die plötzlich in aberwitzigen Positionen auftauchen (Daenerys, Bran, Tyrion) – es wird einfach nichts mehr inhaltlich unterfüttert, sondern einfach nur dargestellt. Und das in einer derart tumben Manier, dass es schmerzt.

Noch einmal: sicher gäbe es ebenso viele vorstellbare Enden für GAME OF THRONES wie es Zuschauer gibt. Doch wenn man sich als Verantwortlicher schon für eines entscheidet, dann doch bitte ein nachvollziehbares. Eines, für das man sich emotional erwärmen kann. Eines, über das man noch lange nachdenkt und redet. Eines, welches eben nicht den Konsum der gesamten vorherigen Staffeln zumindest gefühlt obsolet macht – und dafür sorgt, dass sich die Fangemeinde in zwei große Lager spaltet. In eines, dass die Ereignisse so hinnimmt – und in eines, welches so unzufrieden ist dass es schier unmögliche Dinge wie eine komplette Neuverfilmung der achten Staffel verlangt. Allein diese Tatsache sollte einen jeden schnell zu einer Feststellung kommen lassen: dass das große Finale von GAME OF THRONES ein der Serie unwürdiges ist.

Was genau man nun mit GAME OF THRONES anfangen soll, gerade wenn es darum geht die Serie einer späteren Generation von Fantasy-begeisterten zu empfehlen; steht dank des Unvermögens der Verantwortlichen in den Sternen. So erscheint es einerseits fragwürdig, die komplette Serie aufgrund derart später Fehler in irgendeiner Schublade verschwinden zu lassen – und andererseits mindestens ebenso gewagt, sie interessierten vorbehaltlos an die Hand zu geben. Denn, und das sollte man bedenken: mit einem Ende wie dem hier präsentierten kann eigentlich niemand wirklich zufrieden sein. Was bleibt, ist die Erinnerung – an zahlreiche wirkliche schöne GAME OF THRONES-Momente und eine doch recht lange gemeinsame Zeit.

Bilder / Promofotos / Screenshots: © HBO

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„Die achte Staffel von GAME OF THRONES markiert einen der wohl erstaunlichsten Wendepunkte einer TV-Serie. Einen ebenso erstaunlichen wie zutiefst ärgerlichen – was eine Gesamtbeurteilung entsprechend erschwert. Fest steht somit nur eines: die finale Staffel des Franchise kann hinsichtlich der Wertung nicht einmal ansatzweise mit den vorherigen mithalten. Wie schwer sich das auswirkt, muss ein jeder für sich selbst entscheiden.“

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TV-Kritik / Serien-Review: GAME OF THRONES (Staffel 7)

Originaltitel: Game Of Thrones
Typ: TV-Serie
Basierend Auf: A Song Of Ice And Fire
Umfang / Laufzeit: 7 Folgen (je ca. 53-77 Minuten)
Land: USA
Idee: David Benioff, D. B. Weiss
Genre: Abenteuer / Fantasy / Drama
Tags: GoT | Staffel 7 | Siebte Staffel | Fortsetzung | HBO | George R. R. Martin

Die Liste der 7 Episoden (deutsche und englische Titel):

01 Drachenstein Dragonstone
02 Sturmtochter Stormborn
03 Die Gerechtigkeit der Königin The Queen’s Justice
04 Kriegsbeute The Spoils of War
05 Ostwacht Eastwatch
06 Jenseits der Mauer Beyond the Wall
07 Der Drache und der Wolf The Dragon and the Wolf

Irgendwann geht es eben doch in die heiße Phase.

Kurzinhalt: Nachdem Daenerys Targaryen und ihre Truppen endlich in Westeros angekommen sind, stehen sie kurz vor ihrem geplanten Feldzug gen Königsmund – und damit auch gegen die hiesige Herrscherfamilie der Lannisters. Doch während noch auf allen Seiten Machtverhältnisse neu ausgelotet und Kräfte gebündelt werden, rücken die Armeen des Nachtkönigs weiter in Richtung Süden vor. Dabei sind sich zunächst nur Jon Snow und seine Anhänger der immensen Gefahr einer potentiellen Invasion der Untoten bewusst. So versuchen sie möglichst jeder auf dem Kontinent lebenden Fraktion klarzumachen, dass sich der wahre Feind erst noch zeigen wird – und man in Anbetracht der bevorstehenden Katastrophe kaum eine andere Wahl hat, sich zumindest für den Zeitraum des kommenden Winters zu verbünden. Immerhin: mit ihren drei Drachen hat Daenery Targaryen noch einen Trumpf im Ärmel, der sich auch im Kampf gegen die Untoten als äußerst nützlich erweisen könnte. Es bleibt zu hoffen, dass der Nachtkönig eben doch nicht mehr im Gepäck hat als eine Horde wilder Untoter – und durch das Zusammenspiel von Drachenfeuer und Waffen aus Drachenglas geschlagen werden kann.

Kritik: Mit erstmals nur 7 vorgesehenen Episoden wurde auch sie nun komplett ausgestrahlt – die mittlerweile siebte Staffel des beliebten Fantasy-TV-Epos GAME OF THRONES. Wie es sich bereits in der vorangegangenen sechsten Staffel angedeutet hat, geht es dabei langsam aber sicher in die heiße Phase – wenn die Verantwortlichen an ihrem Plan festhalten, wird es nur noch eine weitere Staffel mit lediglich sechs Folgen geben. Das ist der vorliegenden siebten Staffel auch zweifelsohne anzumerken – und das nicht nur in Bezug auf den unmittelbar bevorstehenden, schlussendlich schon der finalen siebten Folge beginnenden Kampf zwischen den Menschen und den Untoten. Auch einige der nunmehr über Jahre gepflegten Nebengeschichten werden weiter oder zu Ende erzählt, wichtige Charaktere sterben, neue kommen nicht mehr hinzu. Das besondere dabei ist: auch oder gerade weil das Gefühl, dass die Serie bald abgeschlossen sein wird omnipräsent ist; hat die Serie keine nennenswerten Qualitätseinbußen zu verzeichnen. Stattdessen übernimmt sie so gut wie alle bisherigen Stärken und Schwächen der vorherigen Staffeln – was gut ist und zeigt, dass die Macher nicht wirklich von ihrem bisher eingeschlagenen Marschrichtung abweichen und sich so gesehen treu bleiben.

Eine handvoll neuerlicher Probleme gibt es dann aber doch. Vornehmlich solche; die im gleichen Atemzug mit dem noch einmal ordentlich angezogenen Spannungsbogen, den wie schon zuvor beeindruckenden handwerklichen Aspekten und dem allgemeinen Spaßfaktor der Serie zu nennen sind – und so gewissermaßen wieder ausgeglichen werden können. Beispielsweise erscheint es fast schon aberwitzig, welches Gefühl dem Zuschauer in Bezug auf etwaige zurückgelegte Entfernungen einiger Charaktere oder aber bestimmte zeitliche Faktoren vermittelt wird. Wirklich sinnig wirken die allgemeinen Truppenbewegungen, und insbesondere die der Untoten jedenfalls nicht. Auffälliger als jemals zuvor ist auch die Tatsache, dass bestimmte Charaktere (noch) nicht das zeitliche segnen soll; und sie deshalb selbst aus den ausweglosesten Situationen gerettet werden können – analog zu einigen sich durchaus anbietenden Gelegenheiten, bestimmte Konflikte zu verhindern oder zumindest deutlich zu entschärfen. Hier hat man dann eben doch das Gefühl, als hätte das Drehbuch obsiegt – und nicht die Vernunft, respektive die durch die Serie vermittelte Logik des GAME OF THRONES-Universums. Sei es drum – auch die siebte Staffel der Serie wurde insgesamt hervorragend umgesetzt und macht schlicht einen Heidenspaß. So kann es gerne weitergehen, aber bitte wirklich nur noch in oder mit einer einzigen Staffel – und nicht auch noch in zahlreichen Spin-Offs.

Bilder / Promofotos / Screenshots: © HBO

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„Auch die siebte Staffel hält das bisherige Qualitätsniveau – und ist daher kaum in der Lage, die allgemeine Faszination für das GAME OF THRONES-Universum zu brechen. Überhaupt: in Anbetracht des baldigen und im besten Falle entsprechend eindringlichen Serien-Finales kann man relativ problemlos über die meisten der kleineren Schwächen der Serie hinwegzusehen.“

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TV-Kritik / Serien-Review: GAME OF THRONES (Staffel 6)

Game Of Thrones, GoT, HBO, TV, Sequel, Franchise, Poster, Screening, Exklusive

Originaltitel: Game Of Thrones
Typ: TV-Serie
Umfang / Laufzeit: 10 Folgen (je ca. 53-67 Minuten)
Land: USA
Idee: David Benioff, D. B. Weiss
Genre: Abenteuer / Fantasy / Drama
Tags: GoT | Staffel 6 | Sechste Staffel | Fortsetzung | HBO | George R. R. Martin

Die Liste der 10 Episoden (deutsche und englische Titel):

01 Die Rote Frau The Red Woman
02 Zuhause Home
03 Eidbrecher Oathbreaker
04 Das Buch Des Fremden Book Of The Stranger
05 Das Tor The Door
06 Blut Von Meinem Blut Blood Of My Blood
07 Der Gebrochene The Broken Man
08 Niemand No One
09 Die Schlacht Der Bastarde The Battle Of The Bastards
10 Die Winde Des Winters The Winds Of Winter

Am Ende sind sie alle gleich, die großen und die kleinen Schlachten.

Inhalt: Achtung, Spoiler ! Die Schlacht der Könige und solcher, die es gerne werden wollen; geht weiter. Doch was sind schon zwischenmenschliche Konflikte, wenn die sogenannten Weißen Wanderer mit ihrer Armee von Wiedergängern bereits nahe vor den Toren der großen Mauer im Norden stehen ? Trotzdem gibt es weiterhin mannigfaltige Machtkämpfe in Westeros – die im schlimmsten Fall erst dann enden, wenn es bereits zu spät ist. Nicht nur Stannis Baratheon steht mit seiner Armee dem Clan der Boltons gegenüber, sondern später auch der überraschenderweise von der Feuerfrau gerettete John Snow – gemeinsam mit den wenigen verbündeten Häusern des Nordens und den letzten Mitgliedern seiner Familie. In Königsmund regiert derweil der junge und unerfahrene Tommen Baratheon, allerdings nur mit Hilfe seiner Mutter Cersei Lannister – die Gefahr im neuerdings aufkeimenden Glauben und seinen Vertretern sieht, und bald darauf tatsächlich einen erniedrigen Bußgang absolvieren muss. Doch sinnt sie bald auf Rache, zumal sie noch immer die Geschicke der Stadt zu lenken scheint – gemeinsam mit ihrem geliebten Bruder Jamie. Selbst der Bruch mit Dorne und dem Haus der Tyrells scheint sie so vorerst nicht weiter zu kümmern, doch drohen noch andere Gefahren.

Die bisher größte Streitmacht des umkämpften Herrschaftsgebietes erhebt sich schließlich in Meereen, der einstigen Sklavenstadt im Wüstensand – die von Daenerys Targaryen befreit wurde und langsam aber sicher unter Kontrolle gebracht werden kann. Auch durch die Hilfe von Tyrion Lannister, der seiner Familie endgültig den Rücken kehrte und fortan für eine neue Machtverteilung kämpft. Nachdem sich eine Entführung der Mutter der Drachen geradezu schicksalhaft zu ihren Gunsten wendet und auch noch eine von Theon und Asha angeführte Splittergruppe der Graufreuds von den Eiseninseln zu ihr stößt; verfügt sie über das wohl größte kampfähige Heer – sowie ihre drei ihr gehorsamen, sichtlich gewachsenen Drachen. Doch auch die überlebenden Sprösslinge der einst mächtigen Stark-Familie könnten noch eine große Rolle in den folgenden Kämpfen spielen. Der junge Bran trifft endlich den mysteriösen dreiäugigen Raben und geht bei ihm in die Lehre, Arya wird in Braavos von den Gesichstslosen ausgebildet; und Sansa erweist sich als waschechte Überlebenskünstlerin und starke Verhandlungspartnerin. Eines scheint unausweichlich: bis Westeros der wohl schlimmsten Gefahr aus dem eisigen Norden die Stirn bieten kann, wird es noch die ein oder andere menschliche Schlacht geben…

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Die Grausamkeiten eines Mannes hätten diese beiden beinahe gebrochen. Beinahe…

Kritik: Auch wenn sie nun schon seit einigen Jahren ausgestrahlt wird und so gesehen zu einem festen Bestandteil der Medienlandschaft geworden ist, geht es für Fans der renommierten TV-Serie GAME OF THRONES plötzlich ganz schnell. Nicht nur, dass die kürzlich komplett ausgestrahlte sechste Staffel der beliebten Fantasy-Mär durch das vorgelegte Erzähltempo erstmals einen deutlicheren Abstand von den Buchvorlagen nimmt und zu etwas ganz und gar eigenständigen geworden ist – auch ein Ende des beliebten Franchise ist möglicherweise schon in Sicht. Genauer gesagt sollen nur noch zwei Staffeln folgen, und das auch noch mit jeweils weniger Episoden als den bisherigen 10 – eine potentiell endlose oder zumindest unbestimmte Fortsetzung der Serie bleibt somit aus. Das mag gerade in Anbetracht der immensen, sogar stetig weiter steigenden Zuschauerzahlen und der ungebremsten Popularität der Serie eine kleine Überraschung sein; und nicht zuletzt viele Fans der Serie etwas wehmütig stimmen.

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Ein dreiäugiger Rabe kann vor allem eines: gut sehen. Alles andere wird sich zeigen…

Jedoch scheint sich gerade hier eine jener guten alten Lebensweisheiten zu bestätigen, die man sonst eher geneigt ist zu belächeln: man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Und da ist in Bezug auf das TV-Serien-Franchise von GAME OF THRONES durchaus etwas dran, trotz des hochkarätigen und zeitlosen Erzähl-Materials. Denn so gut es auch ist oder sein mag – es lässt sich nicht endlos strecken, zumindest nicht ohne den ein oder anderen verärgerten Zuschauer. Gerade mit einem absehbaren Ende könnte die Serie ihr hohes Qualitätsniveau noch bis zum großen Finale beibehalten und mit Würde abgeschlossen werden – was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, wie man weiß aber leider keine ist. Unzählige einst erfolgreiche Serien werden plötzlich abgesetzt, verändern sich im Laufe der Jahre markant oder drohen immer uninteressanter zu werden. So gesehen würden die Verantwortlichen alles richtig machen, sollten sie sich bereits auf das Ende der Serie konzentrieren und noch einmal alle verfügbaren Mittel, Energien und Ideen in die verbleibenden Episoden stecken.

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Die Rolle von Arya Stark war schon immer eine besondere, aber bisher eher zweitrangige. Bisher…

Bis dahin gilt es jedoch, sich mit den unmittelbaren Ereignissen zu beschäftigen – wie nun auch der abgeschlossenen sechsten Staffel der Serie. Diese markiert insofern eine Besonderheit, als dass sie die gefühlte Essenz von GAME OF THRONES abermals angenehm kompromisslos vermittelt, aber möglicherweise noch weniger Anreiz zu Kritik gibt als die vorherigen Staffeln – und sich vor allem in den letzten beiden Folgen in bisher unerreichte qualitative Gefilde steigert. Das, was die Verantwortlichen allein in der Folge Die Schlacht Der Bastarde auf die Beine gestellt haben; ist schließlich tatsächlich mit dem Eindruck eines fulminanten Fantasy-Blockbusters wie DER HERR DER RINGE zu vergleichen – und das eben nicht nur in rein visueller, sondern auch handwerklicher und erzählerischer Hinsicht. Anders gesagt: im Vergleich mit den anderen Episoden scheint man hier schlicht noch einmal eine ordentliche Portion Qualität auf jeden einzelnen Teilbereich der Serie gepackt zu haben. Die Kameraführung vermittelt eine ungeahnte Ästhetik, die Schnitte und das Sounddesign sind grandios, die Szenengestaltungen aufwendig, die Leistungen der Darsteller auf höchsten Niveau – und die eigentliche Geschichte in Anbetracht der unweigerlichen Zuspitzung diverser Plots spannend und unterhaltsam wie nie.

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Kommt Zeit, kommt Rat. Und das Ende einer grausamen Herrschaft. Hoffentlich…

Geradezu perfekt scheint dann auch das Serienfinale mit Die Winde Des Winters ausgefallen zu sein, auch wenn die Weißen Wanderer vorerst keine größere Bühne erhalten haben. Analog zum verkündeten absehbaren Serien-Ende hat man hier tatsächlich das Gefühl, als würde eine große Aufbruchstimmung vorherrschen – und das nicht nur in Bezug auf die Mutter der Drachen, die nun auf einen Konfrontationskurs ohne die Möglichkeit eines Rückziehers gehen wird. Auch die gesamte Auslegung der anderen Ereignisse lässt darauf schließen, dass man sich auf ein großes Finale vorbereitet. Viele interessante Subplots wurden bereits abgeschlossen oder zusammengeführt, es geschieht nicht mehr viel im kleinen – GAME OF THRONES wird endgültig zu einer Bühne für eine auf der regulären TV-Ebene so noch nie dagewesene, episch angelegte Auseinandersetzung verschiedener Fraktionen. Eine Auseinandersetzung, die den Action-Anteil der Serie (und damit auch den der Spezialeffekte) noch einmal deutlich steigen lassen wird – was sich indes nicht negativ auf die Atmosphäre auswirken sollte. Schließlich hat man sich mit teils intensiver Charakterzeichnung und eingeworfenen Ruhephasen ausführlich vorbereitet. Der Vorteil: ein jeder Zuschauer sollte spätestens jetzt seine ganz persönlichen Favoriten und Hassfiguren haben, auf dass er sich in Bezug auf das Finale auf die eine oder andere Seite schlagen an. Aber eben nicht bloß aus einem Gefühl heraus – sondern durch das Wissen und den Eindrücken der vorangegangen Staffeln.

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Was sind schon menschliche Auseinandersetzungen, wenn da jemand oder etwas noch ein Wörtchen mitzureden hat ?

Bemerkenswert ist, dass es GAME OF THRONES trotz der nunmehr entscheidenden Plot-Zusammenführungen und der gesteigerten Action nicht verpasst, noch immer ein besonderes Augenmerk auf die einzelnen Charaktere sowie ihre Gefühlswelten und Ambitionen zu legen. Und das mit einem mal mehr und mal weniger zufriedenstellenden Ergebnis – wobei zweiteres glücklicherweise häufiger vorkommen sollte. Schließlich hat man nur selten das Gefühl, als würden potentiell wichtige Details ausgelassen. In Bezug auf die verständlicherweise eher unbeliebten Clan der Boltons, die grundsätzlich sympathischen Starks und die wie immer zwielichtigen Lannisters stehen so alle Zeichen auf grün, während sich der Kreis auch langsam bei den vermeintlich kleineren Fraktionen wie den Eisenmännern, den Bewohnern des grünen Tals und speziell auch Peter Balish zu schließen beginnt. Ein besondere Erwähnung sollte wohl auch die Geschichte von und um Arya Stark erhalten, die in der sechsten Staffel noch einmal maßgeblich intensiviert wurde – mit Erfolg.

Einzig im Bereich anderer königlicher Sprösslinge scheint man sich eher zurückgehalten zu haben – ob mit Absicht oder nicht. Vom neuen König Tommen beispielsweise erhält man kein sonderlich erwähnenswertes Bild, da er ein reiner Spielball der Interessen anderer bleibt und so gesehen wenig Eigenleben durchscheinen lässt. Das war beim charakterlich sicher nicht vergleichbaren Joffrey noch anders, hier hatte man das Gefühl etwas tiefer blicken zu können – sicher nicht zuletzt aufgrund der höheren Screentime. Doch auch wenn Tommen ein völlig anderer Charakter ist und hier möglicherweise weniger spektakuläres hätte gezeigt werden können, bleibt das Gefühl einer gewissen Lückenhaftigkeit des Porträts bestehen. Das gilt zwar nicht unbedingt für Bran Stark – doch gesellen sich hier andere Probleme hinzu. Nicht nur, dass die gesamte Geschichte um den dreiäugigen Raben recht zäh daherkommt und sich gefühlt zu sehr streckt – es werden auch einige eher gewöhnungsbedürftige Elemente eingeführt, wie etwa Bran’s teils krude Visionen zwischen Fiktion und Realität inklusive des Hodor-Paradoxons. Hier hat man sich wahrlich viel Zeit gelassen, was in Anbetracht des deutlich sichtbaren Alterungsprozesses des Darstellers Isaac Hempstedt Wright zusätzlich unfreiwillig komisch wirkt.

WEITERHIN POSITIVE Aspekte der Serie in der sechsten Staffel:
  • Stimmig-atmosphärische Gesamtoptik
  • Aufwendige Szenenaufbauten und Kostüme
  • Guter Soundtrack
  • Grandiose Darsteller
  • Packende Geschichte mit vielen kleinen Höhepunkten
  • Imposant-interessantes Charakter-Aufgebot
  • Interaktion von verschiedenen Handlungssträngen
  • Großer Abwechslungsreichtum in allen Belangen
  • Ungeschönte, aber verträgliche Darstellung von Sex und Gewalt
NEUE POSITIVE Aspekte der Serie in der sechsten Staffel:
  • Einzelnen Geschichten und Schicksale erreichen neue Höhepunkte
  • Grandioses Staffelfinale
  • Uninteressantere / langatmige Nebengeschichten bleiben größtenteils aus
WEITERHIN NEGATIVE Aspekte der Serie in der sechsten Staffel:
  • /
ERSTMALS NEGATIVE Aspekte der Serie in der sechsten Staffel:
  • Die Geschichte von Bran Stark bleibt relativ uninteressant und wirkt unausgegoren

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Da ist eine aber gut zu Vögel… pardon: Drachen. Und los geht’s gen Westeros.

Fazit: Die mittlerweile sechste Staffel von GAME OF THRONES steht den vorangegangen in nichts nach, im Gegenteil – es scheint gar, als hätten sich alle Beteiligten noch einmal ein stückweit mehr ins zeug gelegt. Vielleicht ja auch, da das Ende der Serie nunmehr in Sicht ist; und man sie möglichst gelungen abschließen möchte ? In jedem Fall ist der Unterhaltungsfaktor hoch wie nie, die Geschichte wirkt lebendiger und greifbarer als jemals zuvor – während sich die einzelnen Höhepunkte immer mehr verdichten und insbesondere das Staffel-Finale mit den Episoden 9 und 10 in der TV-Serienlandschaft seinesgleichen sucht. Nicht nur, da die investierten Mittel rekordverdächtig sind – sondern auch, da man in Bezug auf die Schwerpunktgewichtung und Inszenierung so gut wie alles richtig gemacht hat. In Bezug auf potentielle Durststrecken kann ebenfalls Entwarnung gegeben werden. Wirklich langatmig wird es in der sechsten Staffel nicht, nur ein oder zwei Nebengeschichten wirken etwas deplatziert – wie die spätere von einem plötzlich Holztürme errichtenden Bluthund; sowie die noch stark gestückelte und weitestgehend unspektakuläre Geschichte von Bran, dem dreiäugigen Raben und allen dazugehörigen Mysterien. Immerhin gibt es genug andere Aspekte, die dies wieder wettmachen. Und das ganz locker. Man darf gespannt sein auf die noch verbleibenden Staffeln respektive Episoden.

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„Die Qualität und Faszinationskraft von GAME OF THRONES nehmen nicht ab – sondern legen analog zum möglicherweise baldigen Serienende noch einmal deutlich zu.“

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TV-Kritik / Serien-Review: GAME OF THRONES (Staffel 5)

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Originaltitel: Game Of Thrones
Typ: TV-Serie
Umfang / Laufzeit: 10 Folgen (je ca. 53-62 Minuten)
Land: USA
Idee: David Benioff, D. B. Weiss
Genre: Abenteuer / Fantasy / Drama
Tags: GoT | Staffel 5 | Fünfte Staffel | Fortsetzung | HBO | George R. R. Martin

Die Liste der 10 Episoden (deutsche und englische Titel):

01 Die Kriege, Die Da Kommen The Wars To Come
02 Das Haus Von Schwarz Und Weiß The House Of Black And White
03 Der Hohe Spatz High Sparrow
04 Die Söhne Der Harpyie Sons Of The Harpy
05 Töte Den Jungen Kill The Boy
06 Ungebeugt, Ungezähmt, Ungebrochen Unbowed, Unbent, Unbroken
07 Das Geschenk The Gift
08 Hartheim Hardhome
09 Der Tanz Der Drachen The Dance Of Dragons
10 Die Gnade Der Mutter Mother’s Mercy

Oh mächtige Khaleesi, errette uns…

Inhalt: In der Welt von GAME OF THRONES überschlagen sich wieder mal die Ereignisse. Während die junge Daenerys Targaryen versucht, die Kontrolle über ihre immer schwerer zu bändigen Drachen wiederzuerlangen; sind Tyrion Lannister und Lord Varys auf dem Weg zu ihr – um sie als mögliche neue Königin von Westeros zu unterstützen. Doch dafür müsste Daenerys erst einmal die Kontrolle über Meereen erlangen; eine Stadt, die ihr noch immer nicht gerade wohlgesonnen zu sein scheint. Auch Lord Peter Baelish und Sansa Stark sind unterwegs – allerdings aufgrund eines weit weniger freudigen Anlasses. Sansa soll in Sicherheit gebracht werden – doch ob die Bolton’s tatsächlich die richtige Adresse sind, wird sich zeigen. Ebenfalls sehr entschlussfreudig agiert Stannis Baratheon – der im Norden seine Truppen sammelt, sich mit den Wächtern der Mauer verbündet und gen Winterfell ziehen will; natürlich nicht ohne die Unterstützung der Feuerfrau. In Dorne dagegen hat die junge Prinzessin Myrcella ein neues Leben begonnen, und sich in Trystane Martell verliebt. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt entsendet ihre Mutter Cercei Lannister ihren Bruder Jamie, um sie zu holen… ungewiss bleibt auch das Schicksal der jungen Arya Stark. Nachdem sie das Haus von Schwarz und weiß erreicht hat, lernt sie mehr über die Geschicke der Gesichtslosen… doch wirklich geheuer ist ihr all das nicht. Das gleiche gilt wohl auch für die aufstrebenden Gläubigen in Königsmund, die sich nun einiges herausnehmen und – sofern es um die Verletzung von Glaubensregeln gilt – sogar nicht vor Anhängern der königlichen Familie Halt machen…

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Wer weiß schon, wann der nächste Kampf beginnt… entsprechende Kulissen gibt es jedenfalls reichlich.

 Ja, TV-Serien können noch Spaß machen. Erst Recht, wenn man Woche für Woche auf eine neue GAME OF THRONES-Episode wartet – und sich jedes mal aufs neue dabei ertappt, mit einer fast schon kindlichen; in jedem Fall aber reichlich kribbelnden Vorfreude zur Fernbedienung zu greifen. Nur auf einen Wermutstropfen könnte man dabei gern verzichten, auch wenn er kein Bestandteil der eigentlichen Kritik ist: so lang die tatsächliche Wartezeit auf die fünfte Staffel des beliebten Franchise auch erschien – einmal begonnen, rauschten die stimmigen Bilder ferner Welten letztendlich wieder viel zu schnell über die Bildschirme ins heimische Wohnzimmer. Man verliert sich schließlich nur allzu gerne in den einerseits wunderbar fantastisch anmutenden, andererseits doch alles andere als weit hergeholten Fantasy-Welten von George R. R. Martin – der noch immer fleißig damit beschäftigt ist, die voraussichtlich letzten beiden Bände zu DAS LIED VON EIS UND FEUER fertigzustellen.

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Wie wird es Arya wohl bei den mysteriösen Gesichtslosen ergehen…

Während sich die weltweite Leser-Schar also noch weiter gedulden muss, könnte es für die Serien-Fans vergleichsweise zügig vorangehen – in wie weit, bleibt abzuwarten und ist abermals von George R. R. Martin abhängig. Fest steht nur, dass die TV-Adaption bereits mit der zweiten Staffel immer mal wieder den Pfad der Buchvorlagen verließ; und die Serie in Zukunft noch freier gestaltet werden könnte. Das scheint zumindest momentan noch in keinerlei Problemen zu münden: auch die fünfte Staffel ist als ganzheitlicher Erfolg zu bezeichnen; sowohl auf der Produktions-relevanten als auch der erzählerisch-inhaltlichen Ebene. Dieser mittlerweile locker als Phänomen durchgehende Umstand hat bekanntlich mehrere Gründe, von denen einige bereits in den vorangegangen Staffel-Rezensionen (Link) genannt wurden. Vor allem in Bezug auf die Produktion und die gesamte handwerkliche Gestaltung des Mammut-Projekts gibt es dabei nach wie vor nur eines zu vermelden: GAME OF THRONES hält die bereits mit der ersten Staffel etablierte Qualität – und glänzt mit pompösen (aber eben auch inhaltlich untermauerten) Bildern, einem stets passigen und nicht zu aufdringlichen Soundtrack, durchweg grandiosen darstellerischen Leistungen und einem investierten Aufwand; der bis ins kleinste Detail bemerkenswert erscheint.

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Natürlich gibt es im Game Of Thrones-Universum nicht nur Sympathie-Bolzen…

Vor allen diese Faktoren führen dazu, dass man sich schnell zuhause fühlt in den Welten von GAME OF THRONES – und allein aufgrund der Szenerie und den interessanten Charakteren entsprechend mitfiebert. Hier handelt es sich um einen Umstand, auf dem sich die Produzenten durchaus ausruhen könnten – wobei es umso schöner ist zu sehen, dass ihnen das allein nicht ausreicht. So wird GAME OF THRONES zu einem beinahe ganzheitlichen Erlebnis, welches mit einem immensen Unterhaltungswert und der größtmöglichen Bandbreite von vermittelten Emotionen einhergeht. Die Serie ist eben so wie das Leben selbst – nur ein klein wenig spannender.

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Bleibt zu hoffen, dass Khaleesi ihre Drachen unter Kontrolle behält…

Und doch ist nicht alles Gold was glänzt – auch nicht in der fünften Staffel. Wie schon in den Staffeln zuvor wird es auch hier Momente geben, von denen man sich gewünscht hätte dass sie anders realisiert würden. Und das gilt nicht einmal für das weiterhin rasante Ableben von wichtigen Charakteren, über das man sich zwar wunderbar ärgern kann – doch gehört ein Spannungs-fördernder Aspekt wie dieser eben zu GAME OF THRONES dazu. Nein, vielmehr geht es um die doch recht häufigen Cliffhanger respektive Vertröstungen auf einen späteren Zeitpunkt – ein Problem, dass nur in der ersten Staffel noch nicht ganz so explizit offenbar wurde. Nun ist es allerdings wieder omnipräsent: sei es in Bezug auf die Weißen Wanderer (die zwar einige Szenen spendiert bekommen, aber eben nur wenig aussagekräftige), den weiteren Werdegang von Arya (eine richtige Entwicklung will sich hier nicht einstellen), die Geheimnisse der Feuerfrau, die Beziehung von Khaleesi zu ihren Drachen; oder aber das Schicksal des jungen Bran im hohen Norden. Kurios: ausgerechnet dieses in der letzten Staffel als Highlight postulierte Ereignis kommt in der fünften erst gar nicht vor. Gar nicht bedeutet: die entsprechenden Darsteller haben wohl frei bekommen, die Geschichten ihrer Charaktere werden nicht einmal in einem Nebensatz erwähnt. Überhaupt; und um noch einmal zu den Weißen Wanderern zu kommen (die wohl nicht zu Unrecht das Highlight einiger Zuschauer sind): dem Zuschauer wird stets das Gefühl vermittelt, als befänden sich die Armeen der Untoten noch in weiter Ferne. Dabei sind ihnen einige Charaktere bereits begegnet, und John ist dieses Mal in ein bereits besetztes Gebiet gereist… wie lange die Reise dauerte wird zwar nicht ersichtlich; doch langsam aber sicher sollte es doch zu einer entscheidenden Konfrontation kommen.

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Wer bekommt denn da nicht ein kleines bisschen Fernweh ?

Beinahe ebenso ärgerlich wie dieser Aspekt fällt dann wohl auch die finale Episode der fünften Staffel aus. So viel sei verraten: wer glaubt, dass die Geschichten um Stannis Baratheon ein; man nenne es würdiges Ende finden wird gnadenlos enttäuscht. Wieder einmal macht sich eines der großen, oder vielleicht sogar einzigen GAME OF THRONES-Probleme bemerkbar: man baut einzelne Geschichten ellenlang und über zahlreiche Episoden auf – nur um sie dann derart rigoros fallenzulassen. Erneut gilt: es geht nicht um das Ableben der Charaktere, dass man hinnehmen muss und sollte – aber um die einstweilen lieblos und ideenarme Darstellung eben jenes Prozesses. Die hie und da eingestreuten heftigeren Szenen verfehlen dagegen kaum ihren Zweck: auch in der fünften Staffel wird des öfteren brutal gemordet und gemeuchelt; allerdings gänzlich ohne sich am eigentlichen Akt der Gewalt zu ergötzen oder ihn zumindest visuell auf eine andere, manchen eventuell unangenehme Ebene (a’la SPARTACUS) zu hieven. Fast schon gravierender sind dieses Mal allerdings etwaige Andeutungen – wie etwa in einer Szene in einem Bordell, in der ein skrupelloser Rittersmann stets etwas am Alter der ihm offerierten Damen auszusetzen hat…

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Was genau diese Dame beabsichtigt, bleibt schleierhaft…

Es bleibt in jedem Fall spannend in und um GAME OF THRONES. Fans werden ohnehin einschalten, und im Gegensatz zu anderen Serien (Stichwort: UNDER THE DOME) wird es wohl weniger Zuschauer geben; die nach den ersten paar Staffeln abgesprungen sind und sich das Ganze nur noch zur Belustigung ansehen. Wenn es auch inhaltlich und atmosphärisch einstweilen wieder so zugeht wie in der ersten Staffel – dann steht einer bedenkenlosen Empfehlung nichts mehr im Weg. Die Frage wird aber auch sein, wie viele Staffeln es überhaupt geben wird – denn selbst ein Franchise wie dieses sollte irgendwann Gefahr laufen, sich abzunutzen. Bleibt zu hoffen, dass es erst gar nicht so weit kommt und die Macher rechtzeitig das Ruder rumreißen – und den Zuschauer bis dahin auch weiterhin mit vielen erstklassigen Folgen versorgen.

WEITERHIN POSITIVE Aspekte der fünften Staffel:
  • Stimmig-atmosphärische Gesamtoptik
  • Aufwendige Szenenaufbauten und Kostüme
  • Guter Soundtrack
  • Grandiose Darsteller
  • Packende Geschichte mit vielen kleinen Höhepunkten
  • Imposant-interessantes Charakter-Aufgebot
  • Interaktion von verschiedenen Handlungssträngen
  • Großer Abwechslungsreichtum in allen Belangen
  • Ungeschönte, aber verträgliche Darstellung von Sex und Gewalt
NEUE POSITIVE Aspekte der fünften Staffel:
  • Die einzelnen Geschichten / Schicksale werden wieder interessanter
  • Das Gefühl, dass alles auf einen großen Höhepunkt hinausläuft; wird präsenter
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In Zeiten des Krieges wären Bündnisse von Vorteil…
WEITERHIN NEGATIVE Aspekte der fünften Staffel:
  • Gefühlt: willkürliche Themengewichtung / Vernachlässigung potentiell spannender Haupt- und Nebengeschichten
ERSTMALS NEGATIVE Aspekte der fünften Staffel:
  • Geschichte des Stark-Gespanns im hohen Norden wird nicht weitererzählt
  • Etwas zu gewollter Spannungsbogen (Staffel-Auftakt eher langatmig, in den letzten Folgen überschlagen sich die Ereignisse)
  • Relativ enttäuschendes Finale
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Und hat der junge Tommen zu all dem zu sagen ?

Fazit: Die fünfte Staffel von GAME OF THRONES macht wie schon die vorherigen reichlich Spaß. Selten hat man eine Serie mit einem so hohen Unterhaltungswert erlebt: von der gelungenen Gestaltung über die interessanten Inhalte bis hin zu den gut ausgearbeiteten Figuren stimmt einfach alles. Der Action hätte es eventuell noch etwas mehr sein dürfen – doch man kennt es speziell von GAME OF THRONES, dass lange auf die entscheidenden Momente (die des öfteren auch mal eine größere Schlacht beinhalten) hingearbeitet wird. Ein kleiner Wermutstropfen aber bleibt: man kann sich nicht des Gefühls erwehren, dass die Macher nach wie vor nicht aus dem Vollen schöpfen. Das heißt, vornehmlich in erzählerischer Hinsicht – man will die Serie strecken, was an sich noch nicht allzu verwerflich ist. Dass man es aber in so gut wie jeder Folge merkt, dagegen schon eher. Es werden schlicht zu viele Informationen zurückhalten oder bewusst ausgespart, nur um den Zuschauer an die Serie zu binden. Sicher, das ist üblich und noch funktioniert es, beziehungsweise ist es erträglich – doch in Zukunft sollte man die wichtigen Ereignisse vielleicht doch etwas kompakter erzählen und etwas weniger Cliffhanger einbauen. Genug zu erzählen gibt es schließlich auch so…

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„Auch die fünfte Staffel kommt mit einigen inhaltlichen Enttäuschungen daher – doch überwiegen Spannung und Unterhaltungswert. Vom Sucht-Faktor der Serie erst gar nicht zu sprechen…“

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Sammlung: Very RANDOM Game Of Thrones Pics (Memes, Fails & Mehr)

Heute mal wieder ein eher ungewöhnlicher Beitrag zum Thema GAME OF THRONES – präsentiert werden die besten und vielleicht auch witzigsten Webfinds in Bilderform. In der Tat sind diese am ehesten als spontane Spaßprojekte von Fans zu verstehen, es sollte sich also niemand angegriffen fühlen. Da es schwierig ist die tatsächlichen Bildquellen anzugeben, vorab nur der Hinweis: sollte eines oder mehrere Bilder hier nicht hergehören, so bitte ich um eine kurze Nachricht. Have fun…