Metal-CD-Review: FALCONER – Among Beggars And Thieves (2008)

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Alben-Titel: Among Beggars And Thieves
Künstler / Band: Falconer (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 02. September 2008
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal w/ Folk
Label: Metal Blade Records

Alben-Lineup:

Mathias Blad – Vocals
Stefan Weinerhall – Guitars, Keyboards
Jimmy Hedlund – Guitars (lead)
Magnus Linhardt – Bass
Karsten Larsson – Drums

Track-Liste:

1. Field of Sorrow (05:35)
2. Man of the Hour (03:56)
3. A Beggar Hero (02:08)
4. Vargaskall (04:19)
5. Carnival of Disgust (04:04)
6. Mountain Men (04:39)
7. Viddernas man (03:43)
8. Pale Light of Silver Moon (04:05)
9. Boiling Led (04:58)
10. Skula, skorpa, skalk 0(3:51)
11. Dreams and Pyres (07:48)

Schnell das bereits erledigte untermauern.

Bis zum Jahre 2008 war die Bandgeschichte von FALCONER bereits eine durchaus bewegte. Erst lieferten sie mit ihrem Debütalbum (Review) und dessen Nachfolger CHAPTERS FROM A VALE FORLORN (Review) noch absolut erstklassiges, frisches und vergleichsweise anspruchsvoll-intensives Power Metal-Material mit Folk-Elementen ab – woraufhin sich Mathias Blad plötzlich entschloss, nur noch sporadisch als Sänger aufzutreten. Die Folge waren ein eher unausgegorenes THE SCEPTRE OF DECEPTION (Review) sowie ein gänzlich neue Wege einschlagendes GRIME VS. GRANDEUR (Review). Doch erst die mit NORTHWIND (Review) an den Tag gelegten Ambitionen sollten dazu führen, dass die Band wieder als das fungieren sollte was eigentlich geplant war – der spontanen Rückkehr von Mathias Blad sei Dank. Das mittlerweile sechste Studioalbum der Schweden hätte demnach das Potential – oder aber die wichtige Funktion – die Rückkehr der Band zu ihrer alten Stärken noch einmal zu zelebrieren und zu untermauern. Ob ihnen das gelingt wird man sich indes nur fragen, bis man das Album einmal vollständig hat durchlaufen lassen. AMONG BEGGARS AND THIEVES macht wie schon NORTHWIND vieles richtig; und kann daher auch ohne Probleme als eines der besseren FALCONER-Alben bezeichnet werden.

Manchmal sind es eben die kleinen Entscheidungen, die den Unterschied ausmachen – wie in Bezug darauf, dass die Ballade A BEGGAR HERO nur 2 Minuten veranschlagt und somit als funktionierender Atmosphäreschub bezeichnet werden kann. Oder, dass mit VARGASKALL, VIDDERNAS MAN und SKULPA SKORPA SKALK gleich drei Nummern enthalten sind, die FALCONER in ihrer Landessprache eingesungen haben. Das sorgt für Abwechslung und neue frische Eindrücke – analog zu einem Gesamteindruck, der wie bei allen besseren FALCONER-Alben als enorm fesselnd und hypnotisch bezeichnet werden kann. Bis auf zwei oder drei schon eher zu vernachlässigende oder zumindest nicht ganz so spektakuläre Ausnahmen lohnt sich so ein jeder Titel des Albums. Selbst der Rausschmeißer DREAMS AND PYRES weiß vollends zu überzeugen. Trotz der Gast- und Backgroundgesänge, die bei FALCONER bisher eher wenig reißen konnten – sich nun aber perfekt in die durchaus epische Klangkulisse einfügen. AMONG BEGGARS AND THIEVES bietet alles, was der geneigte FALCONER-Fans schon immer an der Band zu schätzen wusste: eine gekonnte Symbiose aus Elementen des Power- und Folk-Metal, einen hervorragenden Leadgesang, handwerklich perfekte Instrumentalparts, eine solide Produktion – sowie darüber hinaus eine vergleichsweise bemerkenswerte Emotionalität und Ernsthaftigkeit, die vorrangig aus dem Gefühl entsteht hier höchst bedeutsamen Geschichten zu lauschen.

Absolute Anspieltipps: FIELD OF SORROW, MOUNTAIN MEN, PALE LIGHT OF SILVER MOON, DREAMS AND PYRES


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„Die Erfolgsgeschichte geht weiter.“

Metal-CD-Review: FALCONER – Grime Vs. Grandeur (2005)

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Alben-Titel: Grime Vs. Grandeur
Künstler / Band: Falconer (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 02. Mai 2005
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal w/ Folk
Label: Metal Blade Records

Alben-Lineup:

Stefan Weinerhall – Guitars
Kristoffer Göbel – Vocals
Karsten Larsson – Drums
Jimmy Hedlund – Guitars
Magnus Linhardt – Bass

Track-Liste:

1. Emotional Skies (05:11)
2. Purgatory Time (04:44)
3. I Refuse (04:35)
4. Humanity Overdose (06:16)
5. The Assailant (03:43)
6. Power (06:05)
7. No Tears for Strangers (05:48)
8. The Return (05:09)
9. Jack the Knife (04:23)
10. Child of the Wild (06:55)

FALCONER mal dezent anders.

GRIME VS. GRANDEUR (zu deutsch etwa: das minderwertige gegen das erhabene) ist das vierte Studioalbum aus der außergewöhnlichen schwedischen Folk- und Power Metal-Schmiede FALCONER. Wenn man so frei und frech ist, könnte man es allerdings auch als das zweite Album einer neuen Band-Ära bezeichnen – die 2003 dadurch begründet wurde, dass Leadsänger Mathiad Blad plötzlich seinen Posten räumte. Nachdem er auf dem direkten Vorgänger THE SCEPTRE OF DECEPTICON (Review) immerhin noch teilweise zu hören war, liegt es in Bezug auf GRIME VS. GRANDEUR allein an Neuzugang Kristoffer Göbel, die FALCONER-Botschaft zu verbreiten. Wobei das nicht ganz stimmt – schließlich erfährt auch GRIME VS. GRANDEUR die Unterstützung zahlreicher Background-Sänger. Doch auch wenn die ersten beiden sehr guten FALCONER-Alben (Wertungen: 100 und 95 Prozentpunkte) noch gänzlich ohne derartige Unterstützungen funktionierten, ist das neue gesangliche Konzept der Band nicht das eigentliche Problem. Sicher, über die Vor- und Nachteile des Neuzugangs Kristoffer Göbel könnte man gerade im Vergleich mit seinem ehrwürdigen Vorgänger Mathias Blad nicht zu knapp streiten – doch wenn Lineup-Wechsel unvermeidlich sind, muss man sich eben mit ihnen arrangieren um im besten Fall irgendwann an sie gewöhnen.

GRIME VS. GRANDEUR hat aber ohnehin eher mit seiner instrumentalen Auslegung und seinem vermittelten Gesamteindruck zu kämpfen. Einem Eindruck, der nun vollständig mit dem alten FALCONER-Sound bricht und nicht nur die schon knappen Folk-Elemente des Vorgängers komplett streicht – sondern teilweise auch am eigentlichen Power Metal-Grundgerüst zerrt und als Ausgleich immer wieder Elemente des AOR einsetzt. Das führt einstweilen dazu, dass einige der auf GRIME VS. GRANDEUR enthaltenen Nummern eine eher lockere und spaßig-rockige Atmosphäre heraufbeschwören – an die man sich erst gewöhnen muss. Das funktioniert nach einigen Durchläufen auch ganz gut, beispielsweise in I REFUSE oder THE ASSAILANT – aber eben auch nur, wenn die Vergangenheit der Band weitestgehend ausblendet und sich nicht darin erinnert, wie gut FALCONER einst in ihrem ehemaligen Genre waren. Was man GRIME VS. GRANDEUR allemal zugute halten kann, ist eigentlich nur die für FALCONER-Verhältnisse traditionelle, angenehm schroffe Gitarrenarbeit – während sich der Schlagzeuger fitter als jemals zuvor bombastischen Blastbeats und Double-Bass-Einlagen hingibt, analog zu einer nicht immer sicher klingenden Produktion und den manchmal störenden Chor-Einlagen. So steht bereits der Opener EMOTIONAL SKIES relativ schlecht da – und auch rasante, von der Warte des Riffings aus gesehen höchst solide Nummern wie PURGATORY TIME oder POWER schneiden aufgrund des mäßigen Gesangs und einer überraschend plumpen Gesamtwirkung alles andere als herausragend ab.

Zumal es gerade in diesen und anderen Nummern auch immer wieder die Refrains erwischt – das, was man beispielsweise in HUMANITY OVERDOSE auf die Lauscher bekommt, geht schlicht auf keine Kuhhaut. Im späteren Verlauf stellt sich dann auch noch ein gewisses Wiederholungs-Gefühl ein – viele der enthaltenen Nummern sind recht ähnlich gestrickt, vor allem in Bezug auf das Riffing. Erst der Rausschmeißer CHILD OF THE WILD sorgt dann doch noch für eine angenehme Überraschung: hier klingen FALCONER plötzlich wieder stark wie dereinst, und fügen auch ihren neuen Leadsänger perfekt ein. Ein wenig runder als der unentschlossene und unausgegorene Vorgänger klingt GRIME VS. GRANDEUR somit allemal – sodass man eine eingeschränkte Empfehlung aussprechen sollte. Eines steht aber fest: es wäre unglaublich viel mehr drin gewesen.

Absolute Anspieltipps: I REFUSE, THE ASSAILANT, CHILD OF THE WILD


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„Weniger anspruchsvoller Folk- und Power Metal, mehr unkompliziertes aus allen anderen Genre-Bereichen.“

Metal-CD-Review: FALCONER – The Sceptre Of Deception (2003)

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Alben-Titel: The Sceptre Of Deception
Künstler / Band: Falconer (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 06. Oktober 2003
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal w/ Folk
Label: Metal Blade Records

Alben-Lineup:

Stefan Weinerhall – Guitars
Peder Johansson – Bass
Anders Johansson – Guitars
Karsten Larsson – Drums
Kristoffer Göbel – Vocals

Track-Liste:

1. The Coronation (04:38)
2. The Trail of Flames (05:22)
3. Under the Sword (03:44)
4. Night of Infamy (06:00)
5. Hooves over Northland (04:09)
6. Pledge for Freedom (03:50)
7. Ravenhair (05:04)
8. The Sceptre of Deception (07:59)
9. Hear Me Pray (04:23)
10. Child of Innocence (00:57)

Bitte noch einmal neu entscheiden.

Im Jahre 2003 dürften die Schweden von FALCONER bereits einigen ein Begriff gewesen sein. Schlicht, weil es sich um eine gerade erst durchgestartete, mehr als ambitionierte Genre-Combo handelte – und, da sowohl das Debütalbum FALCONER (Review) und dessen Nachfolger CHAPTERS FROM A VALE FORLORN (Review) als gleichermaßen überraschende wie schier perfekte Alben bezeichnet werden konnten. In Bezug auf das dritte Album, welches wieder nur ein Jahr nach dem vorherigen erschien; ereignete sich aber etwas durchaus unerwartetes. Ausgerechnet Mathias Blad hatte den Leadgesangsposten zwischenzeitlich geräumt – für ihn sprang der ebenfalls aus Schweden stammende Kristoffer Göbel ein. Auch wenn viele Bands nicht vor etwaige Lineup-Wechseln gefeit sind, musste man in diesem Fall tatsächlich von einer mittelprächtigen Katastrophe ausgehen. Einer, die sich auch auf das Soundgewand des dritten FALCONER-Albums auswirkt – selbst wenn Mathias Blad noch als Gastsänger vertreten ist, merkwürdigerweise. Doch fallen seine sporadischen Darbietungen eher weniger ins Gewicht – sodass es nun am neuen Frontmann war, den ureigenen FALCONER-Sound zu repräsentieren.

Doch auch wenn er sich bemühte, reichte es nicht wirklich – allein in Bezug auf die einst so großartigen Gesangsdarbietungen schneidet THE SCEPTRE OF DECEPTION bei weitem nicht so gut ab wie die Vorgänger. Wenngleich das nicht einmal das eigentliche Problem ist. Denn offenbar hatten sich auch alle anderen Mitglieder der neuen Stimme angepasst oder dies zumindest versucht – mit einem überraschend unspektakulären Ergebnis. Nicht nur, dass die Produktion im allgemeinen deutlich dumpfer und die Soundkulissen weniger vielschichtig klingen; auch etwaige Folk-Elemente wurden beinahe komplett gestrichen und stattdessen durch für das Genre schon eher typischen Alternativen (wie den Background-Shouts in THE CORONATION oder einem penetranten Double-Bass in NIGHT OF INFAMY oder HOOVES OVER NORTHLAND) ersetzt. Kurios: THE TRAIL OF FLAMES klingt einstweilen stark nach dem auf dem Debüt enthaltenen MINDTRAVELLER – nur in einer schwächeren Version.

Im großen und ganzen wurden die instrumentalen Arrangements aber schlicht zu simpel gehalten; während der Leadgesang und speziell die Darbietungen der Gastsänger (z.B. in PLEDGE FOR FREEDOM) über weite Strecken enttäuschen. Das einzige, was einen hier bei Laune hält ist das schroffe Riffing; welches schon auf den Vorgängern gern mit von der Partie war. Vielleicht lag es nur am Lineup-Wechsel, vielleicht an der relativ schnellen Aufeinanderfolge der veröffentlichten Alben – was es auch war, das dritte FALCONER-Album ist eine herbe Enttäuschung. Und das nicht nur, da man mit den beiden Vorgängern das perfekte Anschauungsbeispiel dafür hat, wie groß das Potential der Band eigentlich war und ist.

Absolute Anspieltipps: NIGHT OF INFAMY, THE SCEPTRE OF DECEPTION


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„Kein Vergleich mit den grandiosen Vorgängern.“

Metal-CD-Review: FALCONER – Chapters From A Vale Forlorn (2002)

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Alben-Titel: Chapters From A Vale Forlorn
Künstler / Band: Falconer (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 12. März 2002
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal w/ Folk
Label: Metal Blade Records

Alben-Lineup:

Mathias Blad – Vocals, Keyboards
Stefan Weinerhall – Guitars, Bass
Karsten Larsson – Drums

Track-Liste:

1. Decadence of Dignity (04:22)
2. Enter the Glade (03:48)
3. Lament of a Minstrel (04:13)
4. For Life and Liberty (06:23)
5. We Sold Our Homesteads (04:11)
6. The Clarion Call (05:47)
7. Portals of Light (04:07)
8. Stand in Veneration (03:34)
9. Busted to the Floor (04:16)

Ungeahnte erzählerische Qualitäten.

Gerade einmal ein gutes Jahr nach ihrem überraschenden Debütalbum (Review) gaben sich die Ex-Viking Metaller von FALCONER erneut die Ehre – wobei bereits der Albentitel CHAPTERS FROM A VALE FORLORN impliziert, dass auch dieses Mal allerlei interessantes auf den Hörer warten würde. Tatsächlich hatten FALCONER schon früh ihren ganz eigenen Genre-Sound etabliert; der zweifelsohne als europäischer Power Metal der allerbesten Güteklasse zu deklarieren, aber eben auch mit geschickt platzierten Folk-elementen versehen ist. Dann braucht es eigentlich nur noch die markant-sonore Stimme des Leadsänger Mathias Blad, um den etwas anderen und dementsprechend erfrischenden Gesamteindruck perfekt zu machen.

Schließlich trägt bei FALCONER gerade der Gesang zu einem unverkennbaren Eindruck bei – man hört der angenehm gemäßigten Stimme einfach gern zu, erst Recht natürlich wenn dazu noch relativ untypische Themen besungen werden. Und das ist auf CHAPTERS FROM A VALE FORLORN definitiv der Fall. Analog dazu gesellt sich eine rundum schmackige Instrumentalkulisse, die eher weniger Folk-Elemente enthält – doch wenn dann zumeist zur rechten Zeit. Am bemerkenswertesten aber erscheint wohl die Tatsache, dass FALCONER es hier problemlos schaffen eine Hymne nach der anderen zu präsentieren. Hymnen, die überaus energisch dargeboten werden – aber eben doch nicht so Recht dem entsprechen, was man allgemein vom Genre gewöhnt ist. So wird man auf allzu plumpe Mitsing-Passagen verzichten müssen, was nur gut ist – und sich stattdessen einem dezent philosophisch-verträumten Unterton hingeben. Der sorgt auch dafür, dass die einzelnen Nummern alle eine gewisse Tiefe entwickeln.

Dank der Glaubwürdigkeit, der Reife und des stets sicheren Eindrucks von Mathias Blad können sich FALCONER auch die ein oder anderen balladeske Stimmung erlauben und dabei verdammt gut abschneiden – wie etwa in PORTALS OF LIGHT. Doch am meisten Spaß macht CHAPTERS FROM A VALE FORLORN, wenn FALCONER all ihre Stärken in einzelnen Nummern kombinieren – und das ein oder andere rhythmische, fast schon hypnotisch gute Power Metal-Feuerwerk abliefern. Ausfälle gibt es keine – denn selbst wenn man meint es würde mal etwas langatmiger werden, wird man schnell eines besseren belehrt. Selbst die auf den ersten Blick unspektakulären Nummern entwickeln einen enormen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. FALCONER haben also alles richtig gemacht – und einen mehr als würdigen Nachfolger zu ihrem grandiosen Debütalbum abgeliefert.

Absolute Anspieltipps: Alle


„Viel besser geht es nicht.“

Metal-CD-Review: FALCONER – Black Moon Rising (2014)

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Alben-Titel: Black Moon Rising
Künstler / Band: Falconer (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 06. Juni 2014
Land: Schweden
Stil / Genre: Folk- / Power Metal
Label: Metal Blade Records

Alben-Lineup:

Stefan Weinerhall – Guitars
Karsten Larsson – Drums
Mathias Blad – Vocals
Magnus Linhardt – Bass
Jimmy Hedlund – Guitars

Track-Liste:

1. Locust Swarm (05:36)
2. Halls and Chambers (05:01)
3. Black Moon Rising (05:10)
4. Scoundrel and the Squire (03:00)
5. Wasteland (05:12)
6. In Ruins (05:25)
7. At the Jester’s Ball (04:20)
8. There’s a Crow on the Barrow (04:05)
9. Dawning of a Sombre Age (03:39)
10. Age of Runes (05:32)
11. The Priory (03:59)

Da ist aber jemand angriffslustig…

Neben der Rückkehr von EQUILIBRIUM hält das Metal-Jahr 2014 noch eine weitere potentielle Offenbarung für Fans und Freunde des Folk Metals bereit. In diesem Fall aber wird das Ganze nicht mit einer zusätzlichen Priese Viking Metal garniert – FALCONER sind vielmehr das fleischgewordene Aushängeschild der Fusion aus Folk- und Power Metal. Seit jeher interessant war auch die Stellung der Schwedischen Band – die man gleichermaßen als wohl bekannte und erfolgreiche Combo kannte, doch die auch immer wieder als waschechter Genre-Geheimtipp genannt wurde. Im Gegensatz zu EQUILIBRIUM liegen zwischen BLACK MOON RISING und dem letzten FALCONER-Album ARMOD zwar nur 3 Jahre, doch war es in diesem Fall ohnehin ein anderer Faktor, der die Spannung in die Höhe trieb. Schließlich war ARMOD eine Art Konzeptalbum, welches erstmals in der Bandgeschichte komplett in der Landessprache der Schweden eingesungen wurde. Nun, und mit dem heiß erwarteten Nachfolger BLACK MOON RISING wollen FALCONER wieder zu ihren Ursprüngen zurückkehren – was viele Fans der Band freuen sollte. Wird BLACK MOON RISING tatsächlich einen ähnlich einschlagenden Eindruck hinterlassen können wie einst das Debütalbum FALCONER (mit einer Mega-Nummer wie MINDTRAVELLER) oder dessen Nachfolger CHAPTERS FROM A VALE FORLORN ? Oder aber, denn auch dieses Album sollte man nennen; NORTHWIND ? Denn auch jenes überragende FALCONER-Album wird gerne zu Vergleichszwecken genannt, wenn es um das neueste Werk der Schweden geht.

Zumindest im direkten Vergleich zu ARMOD wird eines recht schnell klar: FALCONER haben nicht nur so daher geredet als sie verlauten ließen, sich mit diesem Album wieder ihren Ursprüngen zu nähern. Das Album ist nicht nur deutlich temporeicher und druckvoller als der Vorgänger; es finden sich viele Parallelen auf die früheren, meist ausnahmslos guten Werke der Band. So ist nicht nur ein ordentlich stampfender, oftmals den Ton angebender Doublebass des öfteren mit von der Partie, auch die Gitarren spielen wieder eine übergeordnete Rolle, Elemente des Folk sind präsent – aber oftmals nur dezent und hintergründig. Und so ist BLACK MOON RISING vor allem eines geworden: vergleichsweise hart und einwandfrei schwermetallisch. Sicher finden sich noch immer allerlei melodische Raffinessen, und nicht zuletzt der charmant-weiche Leadgesang von Mathias Blad sorgt für eine angenehme Auflockerung – doch die eigentliche Hauptrollen des Albums werden den Gitarren und dem Schlagzeug zuteil. Interesanterweise – schließlich waren FALCONER in der Vergangenheit nicht abgeneigt, auch mal ihre eher softe Seite in Form von Balladen oder eben traditionellen schwedischen Stücken zu inszenieren.

Solche Stücke sucht man auf BLACK MOON RISING vergebens – zumeist wird da Tempo durchgehend gehalten, die Gitarren räumen niemals das Feld um beispielsweise dem Keyboard mehr Spielraum zu geben. Lediglich SCOUNDREL AND THE SQUIRE sticht mit seiner Gangart im Midtempo und dem folkloristischen Ansatz etwas aus dem Alben-Kontext hervor; während alle anderen 10 Titel nur so vor Kraft und Tempo strotzen – und neben eindrucksvollen Gitarren-Intermezzi auch den ein oder anderen gelungenen Refrain vorzuweisen haben. Vermutlich ist eben jene Herangehensweise auch das, was FALCONER mit einer Rückkehr zu alten Stärken meinen. Das Konzept scheint aufzugehen, die Reduzierung des FALCONER-Sounds auf die Basis-Elemente, die schon zu Zeiten des Debütalbums ausreichten um ein nachhaltiges Hörerlebnis zu garantieren; geht im Falle von BLACK MOON RISING vollends auf. Herausgekommen sind viele klar überdurchschnittliche, sowie einige besonders gelungene Nummern – wie etwa das extrem voranpreschende, hie und da fast schon trashig anmutende WASTELAND.

Einige kleinere Faktoren führen dann aber doch dazu, dass BLACK MOON RISING nicht als unanfechtbares Ausnahme-Album fungieren kann. Zum einen scheint der allgemein sehr stilsichere und unverkennbare Leadsänger Mathias Blad nicht immer in Bestform gewesen zu sein – was besonders beim Refrain des Titeltracks oder aber in AT THE JESTER’S BALL zur Geltung kommt. Und zum anderen scheint einigen Nummern – neben der stets gelungenen Grund-Instrumentierungen inklusive der sagenhaften und variablen Riffs – das gewisse Etwas zu fehlen. Ein etwas schmackigerer Refrain hier, ein Drosseln des Tempos dort, ein stimmigerer Einstieg und Ausklang (es ist eine Geschmacksfrage, aber man kann in diesem Falle nicht wirklich von einem Intro und Outro sprechen)  – und das Album wäre insgesamt vielleicht etwas runder ausgefallen.

Fazit: Die Rückkehr zu alten Glanzzeiten, die FALCONER mit BLACK MOON RISING zweifelsohne vollzogen haben; hat eindeutige Vorteile – aber auch einen dezenten Nachteil. Schließlich weiß man insbesondere als alteingesessener FALCONER-Fan recht genau, was einen hier erwarten wird oder könnte – einen Innovationspreis verdient das Album beileibe nicht. Andererseits, und hier handelt es sich klar um die überwiegenden Faktoren; klingen FALCONER so energetisch, kräftig und ausdrucksstark wie schon lange nicht mehr. Fans der Band werden also doch in gewisser Weise überrascht – haben es die Schweden geschafft, sich ihrem ursprünglichen Sound zu nähern ohne sich dabei allzu deutlich zu wiederholen. Wer die Band schon immer schätzte, es aber verschmerzen kann wenn die Elemente des Folk zugunsten eines allgemein präsenten höheren Tempos und einem wahnsinnigen Schlagabtausch zwischen dem Schlagzeug und den Gitarren zurückgefahren werden; wird mit BLACK MOON RISING seine wahre Freude haben.

Absolute Anspieltipps: HALL AND CHAMBERS, WASTELAND

Mögliche Skip-Kandidaten: /

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„FALCONER wie man sie kennt und liebt.“