Metal-CD-Review: HARDWARE / DREAMTALE – The Brave Men (Demo, 1997)

Alben-Titel: The Brave Men (Demo)
Künstler / Band: Hardware / Dreamtale (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 1997
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

? – Drums
Rami Keränen – Vocals
? – Guitars
? – Keyboards
? – Bass

Track-Liste:

1. Twilight Mist (01:34)
2. Where The Rainbow Ends (04:56)
3. Memories Of Time (06:12)
4. The Brave Men (04:37)
5. Shooting Star (04:47)

Eine unerwartete Reise in die Vergangenheit.

Wer sich im Laufe der Jahre einmal näher mit dem Werdegang und der Diskographie der aus Finnland stammenden Power Metaller von DREAMTALE beschäftigt hat, wird bereits auf das ein oder andere hochkarätige und allgemein gerne mal unterschätzte Genre-Album gestoßen sein – und die Band entsprechend liebgewonnen haben. Doch wenngleich man glauben könnte, dass die beiden frühen Demos SHADOW OF THE FROZEN SUN (siehe Review) und REFUGE FROM REALITY (Review) das erste an die Öffentlichkeit gebrachte Material der Finnen repräsentieren, ist dem nicht so. Denn: DREAMTALE waren schon ab 1997 unter dem Namen HARDWARE aktiv. Warum genau die Band ein vergleichsweise großes Geheimnis daraus macht (auf der offiziellen Webseite ist beispielsweise nichts hierzu angegeben), und nur äußerst wenige Informationen über diese Band-Ära zu finden sind bleibt schleierhaft – wohingegen Fakt ist, dass sich auch die aus eben jener Zeit stammende Demo THE BRAVE MEN in vielerlei Hinsicht gelohnt hat.

Und das nicht nur für die Band selbst, was sich bekanntlich im Laufe der Jahre bestätigt hat. Auch für den geneigten Genre-Konsumenten gab und gibt es hier einiges zu holen, zumindest wenn man auch mal einen Blick auf die absoluten Anfangszeiten einer Band werfen möchte – sei es der Vollständigkeit oder aber schlicht der Neugier halber. In diesem Fall ist das Ganze unter anderem deshalb besonders lohnenswert, da die Demo sogar besser respektive aussagekräftiger klingt als die späteren – was eigentlich eine kleine Unmöglichkeit sein sollte. Doch die wesentlich bessere Aufnahmequalität des Leadgesangs von Rami Keränen – der hier überdies auch stilsicherer erscheint als auf den folgenden Demos – sowie die klarere Marschrichtung hinsichtlich eines hymnisch-melodischen Power Metals wie er bald darauf auf dem Debütalbum BEYOND REALITY inszeniert werden sollte; gestalten den Werdegang von den Demos zum Debütalbum der Band etwas nachvollziehbarer.

In jedem Fall findet sich kein offensichtlicher Grund, diesen Abschnitt der Band-Vergangenheit verstecken oder gar geheim halten zu müssen. Schließlich erscheint es aus heutiger Sicht zusätzlich reizvoll, alternative Versionen zu Titeln wie WHERE THE RAINBOW ENDS oder MEMORIES OF TIME zu erhalten – aber eben auch solche, die den finalen Versionen auch ganz locker das Wasser reichen können. Hier schwächelte speziell die REFUGE FROM REALITY-Demo etwas, was zwar keine negativen Auswirkungen für die Band hatte – zumindest aber verhindert, dass man sich die Demo auch heute noch gerne anhört. Das ist hier absolut nicht der Fall – zumal mit THE BRAVE MEN und dem angenehm Bass-lastigen SHOOTING STAR auch noch zwei exklusive Nummern enthalten sind, die so nie wieder von DREAMTALE eingespielt respektive veröffentlicht worden sind. Ein wenig erinnern die frühen DREAMTALE hier an die fast zeitgleich zu verortenden Anfangsjahre von ORATORY – einer ebenfalls unterbewerteten und mittlerweile längst aufgelösten Band. Und so bleibt einem oftmals nichts anderes übrig, als zumindest die wenigen greifbaren Veröffentlichungen in Ehren zu halten – wie auch die so gesehen einzige von HARDWARE.

Absolute Anspieltipps: WHERE THE RAINBOW ENDS, SHOOTING STAR


„Eine der vermutlich interessantesten Power Metal-Demos aller Zeiten.“

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Metal-CD-Review: DREAMTALE – Refuge From Reality (Demo, 2000)

Alben-Titel: Refuge From Reality (Demo)
Künstler / Band: Dreamtale (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 01. November 2000
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Petteri Rosenbom – Drums
Rami Keränen – Guitars, Vocals
Esa Orjatsalo – Guitars
Mikko Viheriälä – Keyboards
Kimmo Arramies – Bass

Track-Liste:

1. Refuge from Reality (05:05)
2. Fallen Star (03:56)
3. Heart’s Desire (07:55)
4. Where the Rainbow Ends (05:34)

Ein noch nicht ganz perfektioniertes musikalisches Refugium.

Nachdem sich die Finnen von DRAMTALE im Jahre 1999 als vielversprechende neue Power Metal-Combo aufgemacht hatten die musikalischen Bühnen dieser Welt zu erobern, sollte es nicht mehr allzu lange dauern bis sich tatsächlich ein erster markanter Erfolg einstellte. Man erinnert sich: schon die erste Demo der Band, das 1999 erschienene SHADOW OF THE FROZEN SUN (siehe Review) machte ordentlich was her, und sollte den Weg für die später perfektionierte Marschrichtung der Band ebnen. Doch bis die Finnen auf ihrem Debütalbum BEYOND REALITY (Review) erstmals zu einem vollständig überzeugenden Rundumschlag ausholen konnten, sollten noch eine handvoll weitere Jahre vergehen – und eine weitere, heute eigentlich kaum noch beachtete Demo veröffentlicht werden. Das liegt vermutlich daran, dass REFUGE FROM REALITY im Gegensatz zur Vorgänger-Demo keine exklusiven Titel beinhaltet – sondern lediglich 4 Nummern, die später auch auf BEYOND REALITY übernommen wurden. Und das weitestgehend unverändert.

Dennoch könnte sich die Demo speziell für eingefleischte Fans der Band als interessant erweisen – auch wenn diese früheren Versionen sicher nicht die für BEYOND REALITY perfektionierten ersetzen können. In diesem Fall siegt klar der Faktor der Neugier – der einen auch darüber hinwegsehen lassen könnte, dass die Produktionsqualität der Demo eher mager ausfiel und noch bei weitem nicht darstellen konnte was eigentlich in DREAMTALE schlummerte. Doch da das Debütalbum der Band schon wenig später folgte – glücklicherweise, muss man sagen – ist all das eigentlich längst Geschichte. Oder anders gesagt: DREAMTALE-Enthusiasten werden auch diese ungeschliffenen Versionen ihrer potentiellen Highlight-Nummern in ihrem Besitz haben wollen, und das zu Recht – alle anderen sollten lieber gleich auf das Debütalbum ausweichen.

Absolute Anspieltipps: REFUGE FROM REALITY, FALLEN STAR, WHERE THE RAINBOW ENDS


„Nicht so interessant wie die erste Demo der Band, aber ein notwendiger Schritt auf dem Weg zu einem Meilenstein.“

Metal-CD-Review: DREAMTALE – Shadow Of The Frozen Sun (Demo, 1999)

Alben-Titel: Shadow Of The Frozen Sun (Demo)
Künstler / Band: Dreamtale (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 30. August 1999
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Rami Keränen – Guitars, Vocals, Keyboards
Petteri Rosenbom – Drums
Petri Laitinen – Bass
Kalle-Pekka Ware – Guitars

Track-Liste:

1. Winds of Change (04:51)
2. Secret Wish (05:11)
3. Time of Fatherhood (05:14)
4. Wasteland of the Forgotten (06:11)
5. Now It’s Time (06:25)
6. Shadow of the Frozen Sun (08:19)

Eine Mär von alten, aber gewiss nicht vergessenen Geschichten.

SHADOW OF THE FROZEN SUN ist die erste offiziell von DREAMTALE veröffentlichte Demo-CD aus dem Jahre 1999 – und damit das wohl älteste heute noch verfügbare Material aus den Anfangszeiten der längst etablierten finnischen Power Metal-Combo. Mit der absoluten Ur-Besetzung, die so nur auf dieser Demo vertreten war und letztendlich nur ein einziges Jahr hielt – und einem damals noch etwas ungeschliffenen, dabei aber nicht minder zielstrebigen Sound konnten DREAMTALE hier erstmals zeigen was in ihnen steckt. Dabei scheint eben jenes musikalische Wagnis nicht nur in Anbetracht des späteren Erfolges der Band aufgegangen zu sein – denn schließlich klingt die Demo auch heute noch sehr angenehm. Sicher, von dem für das Debütalbum BEYOND REALITY (siehe Review) erstmals in jeder Hinsicht perfektionierten Sound war das Ganze noch dezent entfernt – doch die Tendenzen hinsichtlich eines hervorragenden Songwritings und der ausgezeichneten handwerklichen Fähigkeiten der Mitglieder waren schon damals klar erkennbar.

Viel wichtiger erschien in diesem Fall aber ohnehin der Wille, etwas ganz und gar großartiges innerhalb des noch vergleichsweise jungen Genres zu erschaffen – und auch der schimmert innerhalb der 6 auf der Demo vertretenen Titel immer wieder durch. So kann man auch den hier noch etwas wackelig und höchst gewöhnungsbedürftig erscheinenden Auftritt des Sängers Rami Keränen verschmerzen – der später wesentlich sicherer auftrat. Die Leistungen an den Instrumenten und die angepeilten Sound-Schwerpunkte ließen dagegen schon auf dieser frühen Demo kaum zu wünschen übrig: die äußerst variabel agierenden Gitarren stehen klar im Vordergrund, der Bass ist in Nummern wie SECRET WISH deutlich hörbar und perfekt in Szene gesetzt, das Drumming klingt recht organisch – und einige Melodien, wie etwa die in WASTELAND OF THE FORGOTTEN lassen großes vermuten. Allemal interessant ist, dass das später bei DREAMTALE omnipräsente Keyboard hier noch deutlich weniger Raum einnahm – und sich die Band so in einem eher klassischen Sound-Outfit präsentierte.

Es kann sich demnach auch heute noch lohnen, eine Veröffentlichung wie SHADOWS OF THE FROZEN SUN für sich zu entdecken – zumal immerhin 3 der 6 Nummern im Laufe der Jahre nicht noch einmal aufgenommen wurden, und so einen entsprechend hohen Raritätswert besitzen. Dabei sind ausgerechnet die verdächtig hochkarätig. Gut, der eher als solide zu bezeichnende Opener WINDS OF CHANGE vielleicht noch nicht – aber das hymnische NOW IT’S TIME und der fast schon überlange Titeltrack SHADOW OF THE FROZEN SUN allemal. Die anderen Titel konnte man dagegen auf den späteren Alben wiederfinden, in merklich aufgepeppten Versionen versteht sich – sodass sich hier ein ebenfalls nicht zu verachtender Blick auf deutlich frühere Entwicklungsstadien lohnt.

Absolute Anspieltipps: SECRET WISH, WASTELANDS OF THE FORGOTTEN, NOW IT’S TIME, SHADOW OF THE FROZEN SUN


„Eine nicht perfekte aber höchst interessante Demo, die das spätere Schaffen einer großartigen Band ankündigte.“

Metal-CD-Review: DREAMTALE – Seventhian …Memories Of Time (2016)

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Alben-Titel: Seventhian …Memories Of Time
Künstler / Band: Dreamtale (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 09. Dezember 2016
Land: Finnland
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Akseli Kaasalainen – Keyboards
Seppo Kolehmainen – Guitars
Erkki Seppänen – Vocals
Heikki Ahonen – Bass
Janne Juutinen – Drums
Rami Keränen – Guitars, Vocals

Track-Liste:

1. Dreality (03:28)
2. For Our Future (04:05)
3. October Is Mine (04:07)
4. Picnic Inferno (04:18)
5. Cabal Toyboy (04:41)
6. True Life (04:19)
7. Reality Reborn (04:29)
8. Fusion Illusion (04:44)
9. Names on the Wall (04:30)
10. Greenback Hunter (03:44)
11. Moral Messiah (04:14)
12. Embrace My Scars (05:12)

Der siebte Sohn eines siebten Sohnes… ?

Was, ja was hat eine Power Metal-Band wie DREAMTALE selbst internationalen Konkurrenzbands wie etwa STRATOVARIUS, FREEDOM CALL, HAMMERFALL, SONATA ARCTICA oder HELLOWEEN voraus ? Sicher nicht unbedingt einen größeren Erfahrungsfundus, schließlich existiert die Band erst seit 1999. Dennoch beweisen die Finnen seit jeher ein beachtliches Maß an Kontinuität, und darüber hinaus eine seit dem großartigen Debütalbum BEYOND REALITY (Review) auf einem hohen Niveau eingependelte Qualität. So kann man keines der bisherigen 6 Alben als eher ungünstiges Experiment oder gar als unnötigen Totalausfall werten – was gerade in Anbetracht der nicht  unerheblichen Lineup-Wechsel ein zusätzliches Statement ist.

Gerade noch im ohnehin spannenden Power Metal-Jahr 2016 erreicht die geneigte Hörerschaft nun SEVENTHIAN, das mittlerweile siebte Studioalbum der Band – immerhin mit einem fast deckungsgleichen Lineup wie das zum Vorgänger WORLD CHANGED FOREVER (Review), nur Drummer Janne Juutinen (MASTERSTROKE) ist neu an Bord. Das weitere Überraschungen ausbleiben, ist im Falle von DREAMTALE und in Anbetracht der bereits angesprochenen Kontinuität indes kein Negativkriterium. Oder anders gesagt: Dreamtale schaffen mit ihrem siebten Streich genau das, was man von ihnen erwartet hätte – und enttäuschen dabei vor allem nicht ihre langjährigen Fans.

Etwaige Neueinsteiger werden sich dagegen vermutlich erst an den durchaus speziellen, enorm melodischen und Keyboard-lastigen Sound inklusive einiger schon früh etablierter Alleinstellungsmerkmale wie etwa dem seit dem hervorragenden OCEAN’S HEART (Review) genutzten Chor-Elementen gewöhnen müssen. Doch wer seinen Power Metal generell etwas luftiger und eingängiger mag, und überdies auch den weiter oben genannten Vergleichsbands nicht abgeneigt ist; der sollte DREAMTALE in jedem Falle eine Chance geben. Uneingeschränkt gilt das zumindest für die gesamte bisherige Diskografie der Finnen, die nicht nur auf diesem Blog mit einem der höchsten Wertungs-Durchschnitte überhaupt auftrumpfen kann.

Umso spannender ist es daher natürlich herauszufinden, wie sich SEVENTHIAN diesbezüglich schlägt – das eigentlich als Doppelalbum konzipiert wurde. In der Tat finden sich auf der zweiten CD MEMORIES OF TIME einige bereits bekannte, ältere DREAMTALE-Nummern – die allerdings noch einmal komplett neu eingespielt wurden. Hierbei handelt es sich – wobei DREAMTALE wieder einmal die Ausnahme bilden – um eine ganz und gar vorzügliche Entscheidung; und das aus zwei Gründen. Zum einen, da ein separates Release schnell nach hinten hätte losgehen können – und zum anderen, da DREAMTALE ihre alten Nummern in sinniger Weise neu interpretieren. Mit einer überraschend erschreckenden 15-Jahre-Jubiläumsedition von SONATA ARCTICA’s ECLIPTICA (Review) hat das ganze also weniger am Hut – DREAMTALE erhalten den ursprünglichen Glanz ihrer Hits, fügen ihnen aber auch speziell für Fans interessante neue Aspekte hinzu.

Das ist schon einmal nicht schlecht – doch sicherlich gilt das eigentliche Augenmerk SEVENTHIAN und den 12 neuen Titeln. Neben der bereits erwähnten Feststellung, dass sich DREAMTALE rein Sound-technisch absolut treu bleiben und ihre Diskografie nicht unbedingt spannend aber doch qualitativ weiterführen; ist hier allerdings noch etwas festzustellen. Und das ist etwas nicht ganz so erfreuliches, wenngleich die Kritik auf einem vergleichsweise hohen Niveau stattfindet. Doch: der recht poppige Einschlag im Opener DREALITY, der fehlende Druck in einer dezent symphonisch angehauchten Nummer wie FOR OUR FUTURE oder das für DREAMTALE-Verhältnisse doch etwas ungewöhnlich aufgemachte PICNIC INFERNO hinterlassen einen leicht faden Beigeschmack. Oder zumindest den Wunsch nach mehr – der erst in den klaren Alben-Highlights a’la CABAL TOYBOY, dem ruhigen aber intensiven TRUE LIFE oder dem furiosen FUSION ILLUSION gestillt wird.

Gegen Ende wirkt das Album ohnehin etwas runder: NAMES ON THE WALL, GREENBACK HUNTER oder MORAL MESSIAH sind hier drei der typisch starken DREAMTALE-Titel, die man sofort unter Hunderten anderen wiedererkennen würden. Etwas schade, aber in Bezug auf das Album im gesamten dennoch einen positiven Ausschlag gebend ist dann der Rausschmeißer EMBRACE MY SCARS als eine der vielleicht besten Nummern, die DREAMTALE je geschrieben und aufgenommen haben. Schlussendlich bleibt so – und das erstmals – ein leicht gemischtes Gefühl zurück. Anders gesagt: SEVENTHIAN ist weit davon entfernt, das beste bisherige DREAMTALE-Album zu sein – doch im Vergleich mit anderen Bands haben die Finnen noch immer klar die Nase vorn.

Absolute Anspieltipps: CABAL TOYBOY, TRUE LIFE, FUSION ILLUSION, EMBRACE MY SCARS


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„Ein typisches und somit in vielerlei Hinsicht hörenswertes DREAMTALE-Album.“

Die Besten Power Metal Bands Aller Zeiten #1: DREAMTALE (Finnland)

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„Just Memories of Time
Live forever over our lives
They will see the future
To the end of the time
This little moment that we live here
Don’t let us waste it in vain
Let’s sail at full speed straight on…“

Eines steht fest: geht es um nennenswerte Power Metal-Combos aus Finnland, so darf man die Rechnung keineswegs ohne DREAMTALE machen. Schließlich ist die bereits 1999 in der Stadt Tampere gegründete Band nach zwei frühen, zweifelsohne vielversprechenden Demos (SHADOWS OF THE FROZEN SUN und REFUGE FROM REALITY) direkt durchgestartet – und das auch in internationaler Hinsicht.

Mit ein Grund dafür war sicher das starke und in gewisser Weise überraschende Debütalbum BEYOND REALITY aus dem Jahre 2002, das unter anderem auch das Material der Demos in überarbeiteten Versionen enthält. Jenes Album markiert bis heute einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Band, und spielt womöglich auch in Bezug auf das übergeordnete Genre selbst eine essentielle Rolle. Entsprechendes kann man auch in der dazugehörigen Rezension nachlesen, wobei die Analyse mit einer satten 10/10-Wertung abgeschlossen wurde. Das geschieht beileibe nicht allzu häufig und ist schon einmal eine echte Hausnummer – erst Recht, da es sich um ein Debütalbum einer bis dato relativ unbekannten Band handelte.

Glücklicherweise aber ging die Erfolgsgeschichte von DREAMTALE munter weiter – und das trotz potentiell einschneidender Besetzungswechsel speziell in Bezug auf den Leadgesangsposten. Gerade diesbezüglich scheint sich die Band bis heute von einigen anderen abzugrenzen, denn: zumindest auf Oliverdsw.Wordpress und unter Einbeziehung der zugehörigen Wertungs-Standards hat sich die Band noch keinen Ausrutscher geleistet. Eventuell könnte das 2008’er Album PHOENIX zu den etwas schwächeren gezählt werden – was in Anbetracht der gegebenen Wertung von 7.5/10 Punkten aber noch immer ein Niveau ist, welches so manche Band womöglich gar nicht erst erreichen wird.

Schlussendlich kommt die Band mit ihren 6 Studioalben, die im Zeitraum von 2002 bis 2013 in angenehmen und für die Band offenbar optimalen Abständen veröffentlicht wurden; so auf einen Wertungsdurchschnitt von 8.67 von 10 Punkten. Trotz dessen, dass in der Liste der besten Power Metal Bands des Blogs noch 4 andere vor DREAMTALE erscheinen; ist das ein Rekord – denn jene anderen haben bisher teils deutlich weniger als 6 Alben veröffentlicht. Wenn man so will, könnte man DREAMTALE also tatsächlich als eine der besten Power Metal-Bands überhaupt – oder zumindest aus dem europäischen Raum – bezeichnen. Das mag wie immer eine höchst subjektive Einschätzung sein, mit der nicht jeder einverstanden sein wird. Doch ist eine derartige Einstufung hier vielleicht etwas realistischer als bei anderen Bands, wie beispielsweise HELLOWEEN, GAMMA RAY, SONATA ARCTICA oder STRATOVARIUS. Zwar handelt es sich hier ebenfalls um verdammt hochkarätige Bands, durchaus auch mit einer gewissen Vorreiter-Funktion – doch haben sich diese eben auch schon den ein oder anderen markanten Ausrutscher geleistet. DREAMTALE aber noch nicht – was hoffentlich auch so bleiben wird.

Hier noch einmal die Links zu den Reviews der bisherigen Alben:

Beyond Reality (2002)
Ocean’s Heart (2003)
Difference (2005)
Phoenix (2008)
Epsilon (2011)
World Changed Forever (2013)

Und nun gilt es, die hauseigene Power Metal-Sammlung mit den entsprechenden Alben aufzustocken – sofern noch nicht geschehen. Im Falle von DREAMTALE lohnt es sich schließlich wirklich.

„And your soul’s released
As you’re watching the feast
Where angels of light
Are dancing with the beast
It’s a wind, weird scene
Yes, It’s hard to believe
But the good and bad
Are the same at last…“