Filmkritik: „Das Leben Ist Schön“ (1998)

Originaltitel: La Vita E Bella
Filmtyp: Spielfilm
Basierend Auf: Originaldrehbuch
Regie: Roberto Benigni
Mit: Roberto Benigni, Horst Buchholz, Marisa Paredes u.a.
Land: Italien
Laufzeit: ca. 117 Minuten
FSK: ab 6 freigegeben
Genre: Tragikomödie, Drama
Tags: Zweiter Weltkrieg | Nazis | Konzentrationslager | Kind | Junge | Spiel

Eine These geboren aus der Schnittmenge eines frommen Wunsches und der Wahrheit.

Inhalt: Eigentlich könnte es nicht viel besser laufen im Leben des jüdischen Guido (Roberto Benigni): nachdem er all seinen Charme eingesetzt hat um die Liebe seiner angebeteten Dora (Nicoletta Braschi) zu gewinnen, bekommen die beiden alsbald ihr erstes Kind und verbringen einige schöne Jahre im idyllischen Italien. Doch als sich der Schrecken des Faschismus immer weiter ausbreitet, kann sich auch Guido nicht mehr vor den Nazis verstecken – und wird gemeinsam mit seinem Sohn Giosué (Giorgio Cantarini) in ein Konzentrationslager gebracht. Aus Liebe zu ihrer Familie entscheidet sich daraufhin auch Dora, den beiden zu folgen – woraufhin eine lebensgefährliche Odyssee durch ein von den Nazis kontrolliertes System beginnt. Ein System, aus dem es offenbar kein Entkommen gibt. Aufgeben will Guido dennoch nicht, im Gegenteil: für seinen Sohn erfindet er ständig neue Geschichten, die ihn vom harten KZ-Alltag ablenken. So legt er ihm auch nahe, dass sie ihre Gefangenschaft nur bis zum Ende durchhalten müssten – gäbe es doch einen sagenhaften Preis für den vermeintlichen Gewinner…

Kritik: Filme, die in irgendeiner Art und Weise den Zweiten Weltkrieg und insbesondere die Gräueltaten der Nazis aufgreifen; waren schon immer wichtig und sind über die seit der Befreiung vergangenen Film-Jahrzehnte entsprechend zahlreich vertreten. Umso schwieriger erscheint es, sich einige besondere Juwelen herauszupicken. Juwelen oder auch besonders herausragende Kriegs- respektive Anti-Kriegsfilme, die im besten Fall nicht nur die nötige Aufarbeitung vorantreiben und dabei sowohl den Tätern als auch den Opfern gerecht werden – sondern auch eine gewisse Form der Alternative aufzeigen. Eine Alternative, die an den einstweilen fragwürdig erscheinenden Verstand der menschlichen Spezies appelliert – und eine, die keine Staatsangehörigkeit, Religionszugehörigkeit oder anderweitige Ideologien voraussetzt.

Fest steht: das, und noch einiges mehr hat der italienische Schauspieler und Filmemacher Roberto Benigni mit seinem Meister- und vielleicht auch Lebenswerk DAS LEBEN IST SCHÖN anstandslos geschafft. Vielleicht auch, und das ist das besondere; da der Film weitaus weniger von einer typischerweise einem Kriegsdrama zuzuordnen Erzählstruktur und Dramaturgie hat als man es erwarten würde – und die Mixtur aus einer zu Beginn noch gefühlten Alltags-Komödie, der oftmals nur implizierten (dabei aber dennoch alles aussagenden) Darstellung der darauf folgenden Schrecken des Krieges sowie der trotz allem hochgehaltenen und dabei extrem anrührenden Vater-Sohn-Beziehung im Sinne eines ebenso innovativen wie unterhaltsamen und lehrreichen Films aufgeht. Anders gesagt: selten, oder vielleicht auch noch niemals zuvor hat es ein Kriegsdrama mit einer alles andere als gängigen Auslegung einer Opferrolle geschafft einen derart emotional mitreißenden – und entgegen der Weltkriegs-Thematik auch explizit lebensbejahenden – Eindruck zu erzeugen.

Dass der Film dabei nicht nur mit seinem mutigen Konzept überzeugt – sondern beispielsweise auch in Bezug auf die hervorragenden Kostüme, Kulissen und die grundsätzliche optische Gestaltungsarbeit – rundet die Sache ab. Natürlich gilt das auch für die Leistung der beteiligten Darsteller – auch, oder vielleicht auch gerade wenn Roberto Benigni eigentlich nicht viel mehr macht als sich selbst zu spielen. Zwar wird das LEBEN IST SCHÖN nicht jedermann direkt zusagen, woran die stellenweise gewöhnungsbedürftige (in diesem Fall aber natürlich absolut gewollte) Albernheit nicht ganz unschuldig ist – und dennoch wird sich spätestens gegen Ende niemand mehr der schier ungeheuren emotionalen Wirkungskraft dieser Tragikomödie erwehren können. Und schon damit sollte Roberto Benigni  genau das erreicht haben, was er wollte.

Bilder / Promofotos / Screenshots: © D.R.

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„Eine etwas andere (und vor allem anders erzählte) Tragikomödie, die im Gedächtnis bleibt.“

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Filmkritik: „Bronson“ (2009)

Filmtyp: Spielfilm
Basierend Auf: Biografie / Originaldrehbuch
Regie: Nicolas Winding Refn
Mit: Tom Hardy, Matt King, James Lance u.a.
Land: Großbritannien
Laufzeit: ca. 92 Minuten
FSK: ab 16 freigegeben
Genre: Biografie, Drama, Thriller
Tags: Charles Bronson | Verbrecher | Krimineller | Schläger | Gefängnis | Gewalt

Entdecke Deine künstlerische Ader.

Inhalt: Nachdem der junge Michael Peterson (William Darke) schon im Kindesalter mit einer recht offenen Einstellung zum Thema Gewalt auffällig geworden ist, scheint sich auch im weiteren Werdegang des jungen Mannes (dann: Tom Hardy) wenig zu ändern. Eher ist das Gegenteil der Fall – sodass es keine allzu große Überraschung ist, dass er bei dem Versuch eine Postfiliale auszurauben geschnappt wird. Daraufhin landet er für satte sieben Jahre im Gefängnis, zumindest wenn es nach den Richtern geht – doch für den exzentrischen Michael scheint das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. So beginnt er auch hinter Gittern, sich den Regeln zu widersetzen und inbesondere heftige Prügeleien anzufangen – was ihm sogar einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Gefängnis-Abteilung einbringt. Doch selbst hier scheint man nicht so recht zu wissen, wie man am ehesten mit einem Mann wie Michael umgehen sollte – der sich, nachdem er eines Tages doch noch unerwartet freikommt; kurzerhand den Künstlernamen Charles Bronson zulegt und eine Karriere als beinharter Straßenboxer beginnt. Der nächste Gefängnisbesuch soll indes weniger lange auf sich warten lassen als gedacht…

Kritik: In der Tat, und darauf weist längst nicht nur die Inhaltsbeschreibung des 2009 erschienenen Spielfilms BRONSON hin – ein wenig wahnsinnig ist das, was der dänische Regisseur und Drehbuchautor Nicolas Winding Refn in Form seiner quasi-Hommage an das Leben des tatsächlich existierenden Schwerverbrechers Charles Arthur Salvador auf die Beine gestellt hat; durchaus. Mindestens aber ist es gewagt, wie nicht wenige Projekte des nach eigenen Angaben farbenblinden Multitalents Refn – der sich für BRONSON offenbar explizit von Stanley Kubrick’s Meisterwerk A CLOCKWORK ORANGE (siehe Filmkritik) inspirieren ließ. So sollte auch BRONSON so manchem Zuschauer einen gehörigen Schlag in die Magengrube verpassen – erst Recht natürlich, wenn man völlig unvoreingenommen ans Werk geht und sich entsprechend überraschen; ja wenn nicht gar von der schier hypnotischen Bilderflut überwältigen lässt.

Sicher kann und sollte man dabei nicht behaupten, dass BRONSON Filme wie A CLOCKWORK ORANGE übertrifft – zumal er das auch gar nicht will, und eher eine alternative (unter Umständen sogar eine greifbarere) Ansicht auf das von Gewalt gezeichnete Leben einer gesellschaftlichen Randfigur darstellt. Anders gesagt: Refn’s BRONSON ist am Ende nicht ganz so substanziell und kultverdächtig wie Kubrick’s Vorlage, vermag es aber dennoch für einen nachhaltigen Eindruck zu sorgen. Und das – womit sich die beiden Werke doch wieder näher kommen als gedacht – eher als ein auf die Leinwand gebanntes Kunstwerk denn als typischer Spielfilm. Das wilde und freigeistig inszenierte Aufeinandertreffen von schonungslos dargestellten Elementen der Gewalt, der stellenweise surreal anmutenden Bilder und Innenansichten des Hauptcharakters, des zugegebenermaßen großartigen Schauspiels des Hauptdarstellers Tom Hardy und nicht zuletzt des aussergewöhnlichen Soundtracks sollte jedenfalls niemanden gänzlich kalt lassen.

Streiten könnte man sich demnach am ehesten über den Sinn oder Unsinn von BRONSON als filmisches Kunstwerk und quasi-Biografie eines notorischen Schlägers, dem es völlig egal war und ist was mit ihm geschieht – wobei man den diesbezüglich auch im Film zitierten Begriff des Nihilismus leider nicht gänzlich von der Hand weisen kann, geht es um ein möglichst treffendes Gesamturteil. Das beste ist noch, man macht sich selbst ein Bild – denn einmal gesehen haben sollte man einen unkonventionellen Film wie BRONSON allemal. Natürlich nur, und dafür braucht es eigentlich keine Vorwarnung; wenn man die entsprechenden Nerven mitbringt…

Bilder / Promofotos / Screenshots: © STUDIOCANAL

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„Ein bemerkenswerter Spagat zwischen einem fleischgewordenen Prügel-Alptraum und einer ebenso makaberen wie überraschend faszinierenden Erzählart inklusive einiger gut gemeinter Kubrick-Analogien.“

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Filmkritik: „Darkman“ (1989)

Auch bekannt als: Darkman – Der Mann mit der Gesichtsmaske
Filmtyp: Spielfilm
Basierend Auf: Originaldrehbuch
Regie: Sam Raimi
Mit: Liam Neeson, Frances McDormand, Colin Friels u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 91 Minuten
FSK: ab 16 freigegeben
Genre: Horror, Action
Tags: Unfall | Entstellt | Gesichtsmaske | Rachefeldzug | Trash

Mit dem DARKMAN ist nicht zu spaßen.

Inhalt: Gerade, als der ehrgeizige Wissenschaftler Peyton Westlake kurz davor steht erstmals synthetische Haut für Verbrennungsopfer herstellen zu können; wird sein Labor von einer skrupellosen Verbrecherbande überfallen und dem Erdboden gleichgemacht. Peyton, der nur mit schwersten Verletzungen davonkommt und in einem Krankenhaus erwacht; schwört daraufhin Rache an seinen Peinigern. Dabei versucht er, seine Forschungen wieder aufzunehmen und auf sich selbst anzuwenden – und das nicht zuletzt, um seiner geliebten Frau nicht völlig entstellt gegenübertreten zu müssen. Problematisch dabei ist nur, dass die von ihm gefertigten Masken noch immer nur 99 Minuten in Form bleiben – was ihm sein altes Ich unmöglich zurückbringen, aber immerhin den ein oder anderen Überraschungsangriff ermöglichen sollte. Das seine Frau dabei irgendwann selbst in der Schusslinie steht, macht es ihm nicht gerade leichter…

Kritik: Auch wenn sich der US-Amerikanische Regisseur, Produzent, Drehbuchautor und Schauspieler Sam Raimi schon in den frühen 80er Jahren – und das nicht zuletzt durch auch heute noch gegenwärtige Filme wie die 1982 begonnene TANZ DER TEUFEL-Reihe – einen Namen machte, ist die nunmehr satte 40 Jahre umfassende Filmografie des nicht gänzlich unumstrittenen Multitalents eher übersichtlich geblieben. Dennoch, oder vielleicht auch gerade deshalb war und ist sie nicht vor diversen Kuriositäten gefeit, die sich nicht erst durch seine überraschende Mitwirkung bei den relativ blutleeren SPIDER MAN-Filmen der Jahre 2002 bis 2007 äußerten – sondern schon viel früher. Ein gutes Beispiel dafür ist sicherlich auch der 1990 erschienene Spielfilm DARKMAN – der trotz seiner grundsätzlich gruseligen Story um Gesichtsmasken, der durch die TANZ DER TEUFEL-Reihe maßgeblich trainierten Regie-Fähigkeiten von Raimi und nicht zuletzt seines damaligen Einspielergebnisses nicht so recht zünden will.

Einer der hauptsächlichen Gründe dafür ist indes weniger die respektable Leistung des Hauptdarstellers Liam Neeson, der dem Titel-gebenden DARKMAN Peyton Westlake allemal ein gewisses Maß an Leben (und selbstverständlich auch Wahnsinn) einhaucht – und auch nicht die Arbeit der Maskenbildner, die sich ebenfalls sehen lässt. Vielmehr ist es die krude Mixtur aus einer nicht allzu originellen Idee und einer vergleichsweise lachhaften, gefühlt aber dennoch absolut ernstgemeinten Umsetzung – der die zahlreichen hanebüchen Actionszenen klar konterkarierend gegenüberstehen. Dass der von Raimi bekannte Slapstick hie und da dennoch Einzug hält, macht es nicht viel besser. Eher ist das Gegenteil der Fall, zumal das Timing einfach nicht stimmt – was den ohnehin reichlich unentschlossenen Film auf noch wackligeren Beinen stehen lässt. Anders gesagt: da er wahlweise zu viele oder auch zu wenige der jeweils typischen Genre-Elemente an den Start bringt, ist DARKMAN weder Fisch noch Fleisch – und eignet sich daher weder für einen zünftigen Grusel-Abend noch für eine unterhaltsame Trashfilmnacht.

Bilder / Promofotos / Screenshots: © Universal Studios

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„Alles – nur kein guter Raimi.“

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Filmkritik: „Dschungelkind“ (2010)

Filmtyp: Spielfilm
Basierend Auf: Autobiografie von Sabine Kuegler
Regie: Roland Suso Richter
Mit: Thomas Kretschmann, Nadja Uhl, Isolde Barth u.a.
Land: Deutschland
Laufzeit: ca. 90 Minuten
FSK: ab 0 freigegeben
Genre: Abenteuer / Drama
Tags: Dschungel | Urwald | Familie | Kinder | Reise | Rückkehr

Fluch und Segen des Dschungelkinds.

Inhalt: Als der Linguist Klaus Kuegler (Thomas Kretschmann) im Jahre 1980 gemeinsam mit der Familie in den Dschungel von West-Guinea reist, eröffnet sich insbesondere für die beiden jungen Kinder Sabine (Stella Kunkat) und Christian (Tom Hoßbach) ein magisches Natur-Paradies. Gemeinsam erkunden sie die Umgebung, finden schnell neue Freunde – und können sich alsbald schon kein Leben ausserhalb des Dschungels mehr vorstellen. Ihre Mutter Doris (Nadja Uhl) und ihre ältere Schwester Judith (Milena Tscharntke) jedoch scheinen zunächst noch Probleme zu haben, sich mit der neuen Situation zurechtzufinden – vor allem was die ungewöhnlichen Bräuche und Ansichten der hiesigen Einheimischen angeht. Letztendlich scheint man sich zu arrangieren – was aber nicht heißt, dass es nicht dennoch zu Problem kommen würde. Neben potentiellen Krankheiten, persönlichen Konflikten und Zukunftsängsten scheint sich schließlich auch noch ein größeres Stammeskrieg anzubahnen…

Kritik: Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, der Hektik des modernen Alltags zu entfliehen – und das Experiment zu wagen, ein eher ursprüngliches Leben inmitten im nirgendwo zu beginnen ? Zunächst noch aufgrund ihrer Eltern und ohne überhaupt die Wahl zu haben, kam die junge Sabine Kuegler in eine eben solche Situation – und das sowohl in ihrem tatsächlichen Leben als auch im Film DSCHUNGELKIND, der sich als autobiografisch inszenierte Werk von Roland Suso Richter mehr oder weniger direkt auf das Leben der in Nepal geborenen Autorin bezieht. Tatsächlich stellt sich der dabei auch der Film als recht spannende Angelegenheit heraus – und das nicht nur aufgrund der stimmig eingefangenen und gleichzeitig eine gewisse Form der Magie heraufbeschwörenden Bilder. Die recht geschickt in Szene gesetzte kindliche Erzählperspektive, die sich auf einem schmalen Grat zwischen einer Romantisierung und der Darstellung des nicht selten problematischen Alltags der Auswanderer bewegende inhaltliche Schwerpunktsetzung sowie die doppelt generationsübergreifende Leistung der beteiligten Darsteller auf Seiten der Familie und der Ureinwohner sprechen schließlich grundsätzlich für das Filmprojekt DSCHUNGELKIND – das vor allem in seiner ersten Hälfte sowie in Bezug auf seine vergleichsweise tiefgreifende und ungekünstelte Darstellung der Auseinandersetzung zwischen zwei grundverschiedenen Völkern (sowie allen beteiligten Personen) punkten kann.

Im weiteren Verlauf indes, und mit der Zunahme der seitens des Hauptcharakters und des Regisseurs getroffenen Reflexionen droht die DSCHUNGELKIND-Filmfassade dann doch noch dezent zu bröckeln – was zum Teil auch an den schwächer geratenen Leistungen der vermehrt für sich spielenden Darsteller liegt, die dem vorangegangenen Spiel ihrer weitaus jüngeren Nachwuchs-Kollegen nunmehr kaum noch etwas entgegenzusetzen haben. Dennoch, und gerade in Anbetracht der anberaumten Komplexität der Erzählung und jeweiligen Innenansichten kann eine bedenkenlose Empfehlung für DSCHUNGELKIND ausgesprochen werden. Zum einen, da der Film weitaus weniger kitschig oder prätentiös daherkommen sollte als von manchen vermutet und klar die Charaktere in den Mittelpunkt stellt – und zum anderen, da er mit seiner gewissermaßen sonderbaren Mixtur aus einer vermittelten Abenteuerlust, einer angeschnittenen Familien-Historie und dem Porträt zweier höchst unterschiedlicher Lebensarten wunderbar unterhält.

Bilder / Promofotos / Screenshots: © UFA Cinema

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„Abenteuerlich, substanziell und weitestgehend wertungsfrei – eine echte Überraschung.“

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Filmkritik: „Das Kalte Herz“ (2014)

Filmtyp: Spielfilm (TV-Produktion)
Basierend Auf: Märchen von Wilhelm Hauff
Regie: Marc-Andreas Bochert
Mit: Rafael Gareisen, Laura Louisa Garde, Marie Gruber u.a.
Land: Deutschland
Laufzeit: ca. 85 Minuten
FSK: ab 6 freigegeben
Genre: Fantasy / Drama
Tags: Peter Munk | Köhler | Arbeit | Armut | Ansehen | Reichtum | Wandlung

Umso stärker die Liebe, umso größer die Versuchung…

Inhalt: Der fleißige aber arme Peter Munk (Rafael Gareisen) war schon immer ein guter Junge. So sorgt er für sich und seine Mutter, indem er tagtäglich in den Wald geht und sich mit der langwierigen Herstellung von Holzkohle abmüht – auch wenn er dafür von den meisten nur hämisch belächelt wird. Doch als er auf die hübsche Lisbeth (Laura Louisa Garde) trifft, der von einem anderen und weitaus wohlhabenderen Konkurrenten Avancen gemacht werden; wird es des angestauten Frustes doch noch zu viel. Und so macht sich Peter erneut auf zu dem einzigen Ort, an dem er sich wirklich sicher fühlt – dem hiesigen Wald. Dieses Mal, und mit dem tieferen Vordringen in das Gehölz aber trifft er auf gleich zwei seltsame Gestalten: den Holländer-Michel (Thomas Thieme), der Peter sogleich aus der Patsche hilft und auch sonst ein offenes Ohr für den jungen Mann zu haben scheint – und das Glasmännlein (Tilo Prückner), welches ihm drei Wünsche zugesteht. Natürlich nimmt Peter an, und entscheidet sich zunächst einmal für den nötigen Reichtum um endlich das ihm zustehende Ansehen zu genießen – und nicht zuletzt, um bei seinem Schwarm Lisbeth zu landen. Doch letztendlich läuft alles doch nicht so wie geplant…

Kritik: Um die wievielte direkte oder zumindest entsprechend beeinflusste filmische Aufarbeitung es sich bei der für das ZDF produzierten Version von DAS KALTE HERZ tatsächlich handelt, ist schwer zu sagen. Fest steht nur, dass die von Marc-Andreas Bochert verwirklichte und im Rahmen des ZDF-Specials Märchenperlen gezeigte Variante nicht viel anders macht als die bisherigen Veröffentlichungen – von der die im Jahre 1950 erschienene DEFA-Version eine der bekannteren markiert. Neu sind nur die Special Effects, die wider Erwarten recht dezent eingesetzt wurden – sowie natürlich die Besetzung mit einigen mehr oder weniger bekannten deutschen Darstellern. Die allerdings machen ihre Sache recht ordentlich, und auch die optisch-handwerkliche Gestaltungsarbeit weiß zu überzeugen – vor allem im Sinne einer TV-Produktion. Dass dann auch noch die Moral der Geschichte treffend eingefangen wurde – und das ohne etwaigen Blödeleien zu verfallen oder allzu sehr ins kitschige abzudriften – rundet die Sache ab. Sicher, DAS KALTE HERZ mag keine inhaltlich neue oder gar weltbewegende Märchenverfilmung sein – doch die angenehme Art der Erzählung, die für ein Märchen vergleichsweise ungekünstelt wirkende Emotionalität sowie die gleichermaßen universellen wie zeitlosen Botschaften machen die 2014’er ZDF-Version durchaus zu einem Hingucker; gerade für einen gemeinsamen Familien-Filmabend.

Bilder / Promofotos / Screenshots: © Justbridge Entertainment

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„Eine absolut annehmbare, angenehm bodenständige Märchenverfilmung.“

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