Metal-CD-Review: DERDIAN – DNA (2018)

Alben-Titel: DNA
Künstler / Band: Derdian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 25. Juli
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Enrico „Henry“ Pistolese – Guitars
Salvatore Giordano – Drums
Marco „Gary“ Garau – Keyboards
Dario Radaelli – Guitars
Marco Banfi – Bass
Ivan Giannini – Vocals

Track-Liste:

1. Abduction (01:12)
2. DNA (05:27)
3. False Flag Operation (05:00)
4. Never Born (05:43)
5. Hail to the Masters (04:27)
6. Red and White (05:04)
7. Elohim (05:26)
8. Nothing Will Remain (05:31)
9. Fire from the Dust (06:21)
10. Destiny Never Awaits (05:41)
11. Frame of the End (05:00)
12. Part of This World (06:05)
13. Ya nada cambiara (05:31)

Wer weiß schon, was da so im inneren brodelt.

Auch wenn das gute alte Sommerloch selbst in Bezug auf die Power Metal-Szene keine Ausnahme macht, gilt es zum Ende des Monats Juli doch noch das ein oder andere potentiell hochkarätige Genre-Release zu entdecken. Während dabei vor allem POWERWOLF das hervorragende Wetter auszunutzen schienen – und mit ihrem THE SACRAMENT OF SIN für ein waschechtes und sicher nicht nur im Sommer oft gespieltes musikalisches Brett sorgten (siehe Review) – sah es für andere Rückkehrer nicht ganz so gut aus. Die schwedischen Jungs von CRYONIC TEMPLE etwa blieben ihrem Namen gewissermaßen treu, in diesem Falle leider – und sorgten mit ihrem DELIVERANCE (Review) für eine unerwartet rasche Abkühlung der Gemüter. Die heutige Frage aber ist, was die italienischen Power Metaller von DERDIAN zu all dem zu sagen haben – und wie ihr neues, mittlerweile siebtes offizielles Studioalbum DNA abschneiden wird. Selbiges beinhaltet 13 Titel bei einer Gesamtspielzeit von gut 66 Minuten, bringt das seit der neuen DERDIAN-Ära (Ab 2013) etablierte Lineup mit Leadsänger Ivan Giannini erneut an den Start – und könnte nach der 2016 zwischengeschobenen Compilation REVOLUTION ERA (auf der viele Gaststars zu hören waren, siehe Review) durchaus an die sehr guten DERDIAN-Alben LIMBO (Review) und HUMAN RESET (Review) anknüpfen.

Dass DERDIAN von einigen schon seit längerem als Geheimtipp eingestuft werden, kommt dabei nicht von ungefähr – immerhin haben sich die Italiener geradezu prächtig entwickelt, und nach ihrer vergleichsweise unspektakulären dreiteiligen NEW ERA-Albensage (2005-2010) einen immer eigenständigeren Sound entwickelt. Und der kommt verständlicherweise auch auf DNA zum Tragen – wobei sich die Italiener wie schon auf HUMAN RESET eher ernsten, teilweise auch höchst aktuellen Themen (unter anderem auch politischen) widmen. Das allein macht das Album nicht automatisch qualitativer – aber immerhin bildet es eine nette und allemal willkommene Abwechslung zu den inhaltlich eher typisch inszenierten Genre-Releases. Selbiges gilt auch für die instrumentale Gestaltungsarbeit, die sich wie schon bei den vorherigen DERDIAN-Alben als recht vielfältig und variabel herausstellt – und dabei für einen hohen Unterhaltungswert sorgt, auch ohne explizit in progressive Gefilde abzudriften. Insbesondere das Zusammenspiel der Vocals von Ivan Giannini, der Drums und des gerne mal etwas großzügiger agierenden Keyboards sorgt dabei für den prägnanten DERDIAN-Faktor, der noch einmal ausdrücklich klar macht von welcher Band das Album stammt.

Nicht wirklich neu, aber doch noch etwas deutlicher in Szene gesetzt sind dieses Mal die zusätzlichen Klang-Komponente in Form von allerlei symphonischen Anleihen, ebenso gewagten wie gut aufgehenden Jazz-Spielereien (ELOHIM) und an Genre-Pioniere wie die frühen RHAPSODY erinnernde barocke Elemente (RED AND WHITE). Anders gesagt: DERDIAN sind auch auf ihrem neuesten ALBUM für die ein oder andere Überraschung gut – wobei sie sich in Sachen Innovation, aber eben auch Energie und Spielfreude keineswegs hinter anderen großen italienischen Combos verstecken müssen. Die tadellose Abmischungs- und Produktionsarbeit gibt dem Ganzen den letzten Schliff – was in Bezug auf die vergleichsweise reichhaltigen Klangstrukturen unbedingt nötig war und perfekt von der Band gelöst wurde.

Ein kleines bis mittelprächtiges Problem gibt es dann aber doch – wobei sich selbiges spätestens mit einer etwas aggressiveren Nummer wie FIRE FROM THE DUST ankündigen wird. So hat der hiesige Leadsänger Ivan Giannini tatsächlich viel zu sagen, nicht zuletzt dank des inhaltlichen Konzepts – doch die Art, wie der Gesang mit den instrumentalen Strukturen harmoniert – oder eben auch nicht – wird beileibe nicht jedermann gefallen. Gänzlich von der Hand zu weisen ist der Eindruck, dass einzelne Passagen oder auch mal ganze Titel (DESTINY NEVER AWAITS beispielsweise) eher forciert klingen; jedenfalls nicht. Wahlweise könnte man vielleicht auch von einem dezent angestrengten Eindruck sprechen – was ganz offensichtlich daran liegt, dass DERDIAN dieses Mal wirklich jeden einzelnen Titel derart mit Ideen und musikalischen Raffinessen spicken, dass sie sich dabei nah an der Grenze zur Überfrachtung bewegen.

Wenn man nun noch den Leadgesang von Ivan Giannini hinzunimmt – der grundsätzlich angenehm ist, sich auf Dauer und je nach dem Konzept der Titel aber auch als etwas strapazierend erweisen kann (gefühlt ist das erstmals der Fall) – scheint klar, dass man nicht mehr wirklich von einem hervorragenden DERDIAN-Album oder einem allgemein uneingeschränkt empfehlenswerten Genre-Release sprechen kann. Vielleicht hätten DERDIAN hie und da doch einfach etwas mehr Kante zeigen respektive eine klarere Struktur an den Tag legen, oder den Kompositionen etwas mehr Zeit und Raum geben sollen sich von selbst zu entwickeln – aber sei es drum. Fest steht, dass es sich noch immer um ein lohnenswertes Power Metal-Album handelt – dem man allemal eine Chance geben sollte, nicht zuletzt aufgrund des spürbaren Engagements der einzelnen DERDIAN-Mitglieder.

Absolute Anspieltipps: DNA, RED AND WHITE, NOTHING WILL REMAIN, YA NADA CAMBIARA


„Stellenweise fast schon zu bunt und überladen – aber noch immer ein mehr als anständiges DERDIAN-Album.“

Metal-CD-Review: DERDIAN – Revolution Era (2016)

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Alben-Titel: Aqua
Künstler / Band: Angra (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. August 2010
Land: Brasilien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Voice Music

Alben-Lineup:

Enrico „Henry“ Pistolese – Guitars, Vocals
Salvatore Giordano – Drums
Marco „Gary“ Garau – Keyboards
Dario Radaelli – Guitars
Marco Banfi – Bass

Track-Liste:

1. Overture
2. Burn
3. Beyond the Gate
4. Battleplan
5. I Don’t Wanna Die
6. Screams of Agony
7. Lord of War
8. Forevermore
9. Eternal Light
10. The Hunter
11. Black Rose
12. Incitement
13. New Era
14. Cage of Light

Wenn Revolutionen auch rückwirkend greifen.

Die aus Italien stammenden Musiker von DERDIAN haben vor allem im Verlauf der letzten Jahre gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist. Ihre beiden letztaktuellen Alben LIMBO (2013, Review) und HUMAN RESET (2014, Review) können schließlich problemlos als sehr gut bis hervorragende Genre-Veröffentlichungen bezeichnet werden. Solche, die des öfteren gerne mal unterschätzt werden – wie eventuell auch die Band selbst, die schon früh ein gewaltiges Potential an den Tag legte. Leicht problematisch war nur, dass man dieses zumindest auf der ersten groß angelegten Alben-Trilogie der Band – den Geschichten der NEW ERA bestehend aus Part I, II und III – nicht voll ausschöpfen konnte. Umso passender erscheint es da, dass nun die sogenannte REVOLUTION ERA ins Spiel kommt. Der Titel des Albums könnte es bereits dezent andeuten: REVOLUTION ERA wird zwar als reguläres Release geführt, fungiert aber vornehmlich als eine Art Compilation. Eine, die einige der besten Titel der damaligen Saga erneut aufgreift und sie auf das mittlerweile etablierte Niveau hievt; in handwerklicher und vor allen Sound-technischer Hinsicht.

Doch das ist noch nicht alles, schließlich hat man sich für das Projekt einige markante Gastsänger ins Boot geholt – wobei es sich um eine gute Entscheidung handelt, die mindestens zwei Vorteile hat. Denn auch wenn die Unterschiede zwischen dem alten und neu aufgenommen Material auch so schon groß gewesen wären, verhindert man so zusätzlich einen gewissen Wiederholungs-Effekt – und kann den Originalen resultierend aus der jeweils eigenen Interpretation der Gastsänger auch die ein oder andere neue Facette abgewinnen. Und so ist REVOLUTION ERA zumindest von der Theorie her ein sinniges Projekt, welches den Wunsch nach einer besseren Qualität der alten Aufnahmen aufgreift – sich dabei aber nicht bloß wiederholt. Eine Theorie, von der man in Bezug auf die Umsetzung hauptsächlich drei Dinge erwartet: das Material muss sowohl von der Auswahl als auch in der neuen Zusammenstellung begeistern, die Gastsänger müssen hörbar engagiert bei der Sache sein – und die Musiker von DERDIAN müssen für eine möglichst fulminante Klang-Kulisse sorgen.

Hier zu einem Gesamteindruck zu kommen ist dann gar nicht so leicht wie zunächst gedacht. Fakt ist so schon einmal eines: eine rundum glücklich-machende Offenbarung ist REVOLUTION ERA nicht ganz geworden, es entstehen durchaus gemischte Gefühle – und das schon beim Intro OVERTURE, welches im Original irgendwie besser klang. Das, was dann folgt ist vor allem von zwei Aspekten gekennzeichnet: einem deutlichen Zugewinn in Bezug auf die Produktion, die so die alten DERDIAN-Kracher endlich vernünftig zur Geltung kommen lässt – und dem sehr bunten Eindruck in Bezug auf die zahlreichen namhaften Gastsänger. Schließlich hat das Album 13 vollwertige Titel, und analog dazu auch 13 Sänger – die für sich betrachtet sicher alle ihr Handwerk verstehen. Aber, und das gilt es festzuhalten: in Bezug auf die Verquickung mit den DERDIAN-Instrumentierungen unterschiedlich gut abschneiden.

Und so klingt REVOLUTION ERA besonders dann gut, wenn italienische Kollegen mit von der Partie sind – wie etwa Gianluca Perotti (EXTREMA) in BEYOND THE GATE, Davide Moras (ELVENKING) in BATTLEPLAN, Mark Basile (DGM) in SCREAMS OF AGONY oder auch der allseits bekannte Fabio Lione (RHAPSODY OF FIRE) im einzigen gänzlich neuen Titel des Albums, LORD OF WAR. Einen ganz besonderen Part nimmt dann sicher Eliza C. Martin (Ex-FAIRYLAND) ein – und das nicht nur, da sie bei gleich zwei Nummern mitwirkt. Ihr Duett mit Terence Holler (ELDRITCH) in FOREVERMORE ist schlicht eine Wucht, und auch NEW ERA kann sich dank ihrer Gesangsarbeit hören lassen. Mit ETERNAL LIGHT erlebt man dann nicht nur einen weiteren talentierten Sänger aus Italien (Roberto Messina), sondern eventuell auch den besten Titel des gesamten Albums. Überraschend gut geht das Gastsänger-Konzept auch im Falle von Ralf Sheepers als einzigem deutschen Künstler auf, sodass THE HUNTER so problemlos zu einem weiteren unverzichtbaren Titel des Albums avanciert.

Was noch fehlt, sind die bisher nicht erwähnten Nummern – die einen nicht ganz so glanzvollen Eindruck hinterlassen. Aber nicht, weil die Zutaten nicht stimmen; für sich betrachtet sind sie hochkarätig – nur ergeben sie in der Gesamtkomposition kein allzu stimmiges ganzes. Betroffen davon sind BURN mit Henning Basse, I DONT WANNA DIE mit D.C. Cooper, INCITEMENT mit Leo Figaro sowie ansatzweise auch CAGE OF LIGHT mit Apollo Papathanasio – allesamt Sänger, die über spezielle Eigenheiten verfügen und deren Eindruck nicht so Recht zum DERDIAN-Konzept zu passen scheinen. Schlussendlich kann man aber nicht viel falsch machen mit REVOLUTION ERA –  einem randvoll bepackten Silberling mit dem besten von DERDIAN und zahlreichen einprägsamen Momenten hochkarätiger Gastsänger.

Absolute Anspieltipps: SCREAMS OF AGONY, FOREVERMORE, ETERNAL LIGHT, THE HUNTER, NEW ERA


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„Neu-Veröffentlichungen sind immer so eine Sache – hier wurde aber (fast) alles richtig gemacht.“

Metal-CD-Review: DERDIAN – New Era Part III – The Apocalypse (2010)

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Alben-Titel: New Era Pt. 3 – The Apocalypse
Künstler / Band: Derdian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 02. März 2010
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Magna Carta Records

Alben-Lineup:

Salvatore Giordano – Drums
Dario Radaelli – Guitars
Enrico Pistolese Guitars
Marco Garau – Keyboards
Joe Cagianelli – Vocals
Marco Banfi – Bass

Track-Liste:

1. Preludio (01:43)
2. The Spell (05:57)
3. Battleplan (05:02)
4. Black Rose (04:22)
5. Her Spirit Will Fly Again (05:36)
6. Dreams (05:10)
7. Divine Embrace (05:19)
8. The Prophecy (04:51)
9. Burn (04:51)
10. Forevermore (06:14)
11. Revolt (06:18)
12. Presagio (02:30)
13. The Apocalypse (06:25)

Das finale Kapitel der DERDIAN-Saga.

NEW ERA PART III – THE APOCALYPSE ist das dritte Studioalbum der italienischen Power Metaller von DERDIAN – und gleichzeitig auch der letzte Teil ihrer eigens erdachten, bombastischen Konzept-Geschichte. Eine Geschichte, die mit dem 5 Jahre älteren NEW ERA PART I (Review) begann – und die schon damals aufzeigte, dass DERDIAN durchaus in der Lage sind aus der einstweilen unübersichtlichen Masse an Genre-Vertretern hervorzustechen. Sicher auch, da die Band etwaige Missstände erkennt – und stets bestrebt ist, sich in jeder Hinsicht zu verbessern und weiterzuentwickeln. In Bezug auf die leicht problematischen Produktionsumstände des Debütalbums beispielsweise ist auch genau das geschehen: mit dem Nachfolger NEW ERA PART II (Review) nahm man entgültig Abschied vom Charme einer kratzigen Garagenproduktion, und inszenierte es als angenehm wuchtig klingendes Genre-Album.

Ein Album, dass aber noch immer dezente Schwächen hatte – die paradoxerweise auch aus der neuen und so gesehen lupenreinen Produktion resultierten. Im bestmöglichen Fall, und im weitere nVertrauen auf das Urteil der Bandmitglieder selbst wäre NEW ERA PART III nun also das quasi-Bidneglied zwischen der Frischeu nd Rauheit des ersten; sowie der sicheren Präsentation des zweiten Teils. Unglücklicherweise ist das aber nicht der Fall – vielmehr knüpft der dritte Teil direkt an den zweiten an. Inhaltlich mag das zwar vporteilhaft sein, doch letztendlich kann das Album dem Schaffen der Italiner kaum neue Eindrücke hinzufügen. Und wenn, dann sogar eher nachteilige. Beispielsweise ist festzustellen, dass das Keyboard eine größere Rolle einnimmt als jemals zuvor – mit der Folge eines teilweise extrem künstlichen und überladenen eindrucks.

Bereits der Opener THE SPELL sowie BATTLEPLAN schöpfen diesbezüglich aus dem Vollen: stets sind hintergründige, irgendwann einfach nur noch nervige Konserven-Streicher und auch mal explizit barocke Elemente zu hören. Eben solche, die an RHAPSODY OF FIRE erinnern – was der vorherigen Eigenständigkeit von DERDIAN nicht gerade gut bekommt. Doch ist das noch nicht alles, denn neben dieser neuerlichen und leicht kitschigen Ausstaffierung hat es auch den Gesang erwischt – den eigentlichen Leadgesang, aber auch die Chöre. Letztere klingen lange nicht mehr so wuchtig wie zuvor, und Joe Cagianelli scheint warum-auch-immer in einer eher schlechten Form gewesen zu sein. Stark auf den Gesang bezogene Titel wie BATTLEPLAN schneiden demnach eher mäßig ab, auch wenn der Soli-Part nett ist. Wie im übrigen auch die generelle Leistung der anderen Mitglieder an den Instrumenten – die einen guten Job machen und mit NEW ERA PART III zumindest die gute Handwerks-Tradition der Band fortsetzen.

Doch in Bezug auf das Songwriting, die Ideen und den Gesang sieht es nach wie vor eher mau aus. BLACK ROSE ist eine merkwürdig langatmige Power-Ballade, HER SPIRIT WILL FLY AGAIN und DREAMS wirken deutlich zu verspielt (am ehesten so, als hätte man eine typische DARK MOOR-Nummer noch dreimal durch den Kakao gezogen); und auch sonst ist NEW ERA PART merkwürdig kitschig, teilweise langatmig und letztendlich auch etwas weichgespült ausgefallen. Demnach gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: entweder, man hat in anbetracht eines möglichst fulminanten Abschlusses einer Trilogie schlicht zu hohe Ansprüche – oder aber DERDIAN haben sich wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Was es auch ist, das Album muss klar hinter dem vorherigen zweiten Teil anstehen – und auch hinter dem vergleichsweise sehr schroffen ersten.

Absolute Anspieltipps: DIVINE EMBRACE, BURN


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„Nach den beiden ersten Teilen ein klarer Rückschritt, leider.“

Metal-CD-Review: DERDIAN – New Era Part II – War Of The Gods (2007)

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Alben-Titel: New Era Pt. 2 – War Of The Gods
Künstler / Band: Derdian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. August 2007
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Magna Carta Records

Alben-Lineup:

Salvatore Giordano – Drums
Henry Pistolese – Guitars
Dario Radaelli – Guitars
Marco Garau – Keyboards
Joe Cagianelli – Vocals
Fulvio Manganini – Bass

Track-Liste:

1. Overture (01:42)
2. New Era (05:30)
3. Betrayer (06:08)
4. I Don’t Wanna Die (05:24)
5. Golstar’s Rage (07:06)
6. Why (05:55)
7. Back to the Crystal (07:02)
8. Immortal’s Lair (09:15)
9. The Hunter (05:57)
10. Before the War (01:49)
11. War of the Gods (08:26)

Die Evolution einer Power Metal-Band.

Gerade im Bereich des Power Metal muss man vorsichtig sein, wenn es darum geht etwaige Bands vorschnell mit allzu gewichtigen Adjektiven zu umschreiben. Am Ende stützt sich eben doch (fast) alles auf dieselben Grundpfeiler, ähnelt sich – und spannende Entwicklungen oder gar musikalische Revolutionen sind eher selten. Dass man jene Begrifflichkeiten nun aber dochund ausgerechnet auf die auf den ersten Blick typische italienische Genre-Combo DERDIAN – anwenden kann, mag überraschend sein. Doch ist der Weg, den die Italiener seit ihrem gerade einmal 2 Jahre zurückliegenden Debütalbum NEW ERA PART I (Review) zurückgelegt haben ein vergleichsweise bemerkenswerter. Von einer Revolution ist also in jedem Fall zu sprechen – und sei es nur im Sinne der noch jungen, internen Diskografie der Band.

Aber selbst wenn man nicht ganz so weit ausholen möchte, ist NEW ERA PART II in vierlei Hinsicht mit markanten Zugewinnen versehen. An erster Stelle steht dabei jener Faktor, der die Wirkungskraft des an sich gelungenen Debüts noch zu schmälern wusste – die eher schwache Produktion und alle damit verbundenen Elemente, die sich auf die Präsentation des Sounds ausgewirkt hatten. Zumindest rückblickend betrachtet hat das Ganze nun sogar einen Vorteil: dadurch, dass etwaige Sound-Probleme nun plötzlich komplett der Vergangenheit angehören und DERDIAN so klingen wie sie und ihre Musik es verdienen; wirkt NEW ERA PART II umso überraschender und wuchtiger. Besonders natürlich im direkten Alben-Vergleich – aber sicher auch unabhängig, schließlich bleibt es nicht bei der einen und in diesem Falle eher kosmetischen Verbesserung.

Denn: DERDIAN haben hörbar weiter an ihrem Sound gefeilt, sich noch variabler inszeniert – und dabei ein besonderes Augenmerk auf die Herausarbeitung von Alleinstellungsmerkmalen gelegt. Schon auf dem Debüt machte sich hie und da bemerkbar, dass DERDIAN trotz ihre typischen Randdaten etwas anders klingen als viele ihrer Genre-Kollegen – wobei es sich um einen frischen Wind handelt, der definitiv mit auf NEW ERA PART II übernommen wurde. Mehr noch, durch die neuerliche Wucht der Produktion und die Feinheiten in Bezug auf die Instrumente und den Gesang entsteht ein völlig neuer akustischer Gesamteindruck. Seien es zünftige Genre-Hymnen mit reichlich Tempo und grandiosen Instrumental- und Solistrecken (NEW ERA), atmosphärisch dichte Stampfer mit ungewöhnlichen Gesangseinlagen in Form eines Ein-Mann-Chors (BETRAYER), die gar nicht mal verkehrte Ballade WHY… hier stimmt vieles.

Und doch gibt es da etwas, was man dem Album vorwerfen könnte: es klingt im Endeffekt fast schon wieder zu poliert. Das mag etwas merkwürdig klingen; sind es doch gerade die stark verbesserte Produktionsqualität und der Versuch alle Instrumente gleichwertig zu behandeln, die das Album merklich vom Vorgänger abgrenzen – doch ein wenig mehr Rauheit hier, ein wenig mehr Oldschool-Flavour da hätten dem Album sicherlich ebenfalls gut getan. Erst Recht wenn man bedenkt, dass der Leadsänger ebenfalls eher weich klingt (was keinesfalls mit schwach zu verwechseln ist) und nur die teils rauen Background-Vocals etwas zusätzliche Härte einstreuen. Insgesamt aber wird man hier alles andere als eine Enttäuschung vorfinden.

Absolute Anspieltipps: NEW ERA, BETRAYER, I DONT WANNA DIE, WAR OF THE GODS


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„Deutlich versierter präsentiert als das Debüt.“

Metal-CD-Review: DERDIAN – New Era Part I (2005)

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Alben-Titel: New Era (Part One)
Künstler / Band: Derdian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 09. März 2005
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Steelheart Records

Alben-Lineup:

Salvatore Giordano – Drums
Enrico Pistolese – Guitars (rhythm)
Dario Radaelli – Guitars (lead)
Marco Garau – Keyboards
Joe – Vocals
Fulvio Manganini – Bass

Track-Liste:

1. Incipit (01:01)
2. Beyond the Gate (05:38)
3. Eternal Light (05:12)
4. Nocturnal Fires (06:54)
5. Anuby’s Call (05:10)
6. Incitement (06:19)
7. Screams of Agony (05:11)
8. Where I Can Fly (05:29)
9. Crystal Lake (05:25)
10. Entering the Cage (01:04)
11. Cage of Light (08:08)

Ein Album, das noch viel mehr sein könnte.

Wer oder was ist DERDIAN ? In der Tat handelt es sich hier um eine bereits 1998 gegründete Power Metal-Combo aus dem Herzen Italiens, die ihr Debütalbum erst im Jahre 2005 veröffentlichte – mit einem Artwork von Dario Radaelli, dass sicher auch gut als Gemälde taugen würde. Das gute Stück horcht auf den Namen NEW ERA PART I, beinhaltet 11 Titel – und ist so gesehen die Vollendung des bereits auf den beiden früheren Demos REVENGE und INCITEMENT begonnenen Konzepts. Ein Konzept, das durchaus eine kleine Besonderheit offenbart, denn nur auf den ersten Blick präsentieren DERDIAN einen eher gradlinigen Power Metal, der sich stilistisch nah an der Spielart von anderen und bereits etablierten italienischen Combos bewegt. Steigt man dann aber tiefer in die Welt von NEW ERA PART I ein, so muss man feststellen dass die Band doch über gewisse Alleinstellungsmerkmale verfügt. Von einer bloßen RHAPSODY-Kopie zu sprechen, trifft es also nicht ganz. Selbst andere, vielleicht schon eher treffende Vergleiche a’la LABYRINTH, KALEDON oder THY MAJESTIE gehen nicht wirklich auf – sie könnten bestenfalls als Anhaltspunkt dienen. Geht man richtig tief ins Detail, würde sich eigentlich nur eine ganz andere, nicht aus Italien stammende Combo als Vergleich anbieten: AETHRA.

Dass die auf NEW ERA PART I enthaltene Musik aber dennoch vergleichsweise simpel ist, und auch genauso unmittelbar funktioniert spielt nicht wirklich eine Rolle – man spürt, dass DERDIAN mit Herzblut bei der Sache sind und ihren Kompositionen mit einem hohen Wiedererkennungswert versehen. Einen, der ähnlich wie bei RHAPSODY oder THY MAJESTIE über einen enorm hymnischen Faktor verfügt – aber weniger aus symphonischen Bombast generiert wird und so vergleichsweise bodenständig wirkt. Ein mitunter gravierendes Problem offenbart NEW ERA PART I dennoch: es ist schlicht ein verhältnismäßig schlecht produziertes und präsentiertes Album, dass eher den Charme einer Demo-Produktion denn den eines stimmigen Mammutwerkes entfaltet. Hier handelt es sich um ein Problem, welches nicht selten vorkommt – erst Recht, wenn die entsprechenden Bands noch nicht etabliert sind. In wie weit derlei Aspekte also in die Wertung einfließen, ist schwierig zu bestimmen. Fakt ist aber, dass es sich auf den Gesamteindruck auswirkt.

Schließlich verhindert der einstweilen verwaschene und schlecht abgemischte Eindruck, dass NEW ERA PART I seine volle Wirkungskraft entfalten kann. So bleibt ein nicht unerheblicher Teil der Fantasie des Hörers überlassen, der in eben dieser die grundsätzlich absolut stimmigen Nummern wie BEYOND THE GATE oder ETERNAL LIGHT akustisch perfektioniert. Dass das so gut funktioniert, liegt sicher auch daran dass NEW ERA PART I ansonsten sehr gut abschneidet – vom Songwriting über die teils markanten Gitarreneffekte bis hin zur treffenden Leistung des Leadsängers stimmt hier alles. Gerade die Gitarren sollten noch einmal gesondert erwähnt werden – denn gerade hier versteckt sich eines der wohl auffälligsten Alleinstellungsmerkmale der Band; die sich folglich etwas verspielter und experimentierfreudiger gibt als viele Kollegen. Auch Abwechslung ist gegeben:mal geben sich DERDIAN absolut hymnisch und klassisch (NOCTURNAL FIRES, INCITEMENT), mal düster und leicht progressiv (ANUBYS CALL), mal balladesk (WHERE I CAN FLY) – wobei der Eindruck stets zufriedenstellend ausfällt.

Fest steht: DERDIAN scheinen vor Potential fast zu bersten. Wenn es gut läuft, sollten die Italiener also eine große Zukunft vor sich haben. Mit einer zünftigen Produktion wäre NEW ERA PART I ein Meilenstein geworden – so reicht es noch für eine eingeschränkte Empfehlung für alle, die über etwaige Produktions-relevante, klangliche Defizite hinwegsehen können. Das Angebot ist jedenfalls da.

Absolute Anspieltipps: ETERNAL LIGHT, NOCTURNAL FIRES, ANUBYS CALL, INCITEMENT


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„Die Produktion ist stark verbesserungswürdig – das Album im Kern aber überaus gelungen.“