Metal-CD-Review: CRYSTAL EYES – Gallery Of Demos (Compilation, 1998)

Alben-Titel: Gallery Of Demos
Künstler / Band: Crystal Eyes (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 01. Oktober 1998
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Mikael Dahl – Vocals, Guitars, Keyboards
Christian Gunnarsson, Mikael Blohm, Kim Koivo, Marko Nicolaidis, Claes Wikander – Bass
Fredrik Gröndahl, Kujtim Gashi, Martin Tilander – Drums
Jukka Kaupaamaa, Jonathan Nyberg – Guitars

Track-Liste:

1. The Dragon’s Lair (05:01)
2. Victims of the Frozen Hate (05:29)
3. Interstellar War (04:47)
4. Another Race (04:20)
5. Rage on the Sea (06:35)
6. The Final Sign (03:59)
7. Twilight Dreams (05:15)
8. Extreme Paranoia (03:37)
9. Winds of the Free (04:40)
10. A Tale of Forgotten Realms (05:44)
11. The Shadowed Path (04:42)
12. Strange Dimension (05:52)
13. Queen of the Night (05:58)
14. Crystal Eyes (03:27)
15. We Are the Future (03:27)

Einladung zu einer ganz besonderen Werkschau.

Nicht wenige Bands haben sie noch – oder eher schon immer – in ihrer offiziellen Diskografie: gute alte Demos, die einst die Aufgabe hatten einen hoffentlich positiven Ersteindruck zu hinterlassen. Auch die schwedischen Power Metaller von CRYSTAL EYES bilden da keine Ausnahme – wobei man könnte sogar sagen könnte, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Schließlich wurden im Zeitraum von der eigentlichen Bandgründung im Jahre 1992 bis hin zum kongenialen Debütalbum WORLD OF BLACK AND SILVER (siehe Review) gleich 4 Demos veröffentlicht – damals noch im längst vergessenen Kassetten-Format, und mit nicht mehr als jeweils 3 oder 4 Titeln. Glücklicherweise aber, und das wiederum ist eher selten; haben sich die Schweden irgendwann dazu entschlossen auch diese frühen Band-Ergüsse für die Nachwelt zu erhalten. So erschien 1998 die Compilation GALLERY OF DEMOS, auf CD und ohne die Hilfe eines Labels – die neben allen auf den vorherigen Demos enthaltenen Nummern auch einen Bonus in Form des bis dato unveröffentlichten STRANGE DIMENSION enthält.

Viel wichtiger als das ist wohl aber die Tatsache, dass man dank jener Veröffentlichung auch heute noch die Chance erhalten kann einen Blick auf das frühere Schaffen der Band zu werfen. Früher, das bedeutet in diesem Fall früher als das Debütalbum aus dem Jahre 1999 – welches an sich schon einen recht klassischen, zeitlosen und auch mal dezent an RIOT und ihr 1988’er Meisterwerk THUNDERSTEEL (Review) erinnernden Sound an den Tag legte. Umso interessanter ist es, fast alle der auf eben jenem Debüt enthaltenen Nummern in einer wenn man so will noch raueren, ursprünglicheren, grundsätzlicheren Fassung zu erleben. Auch – und das ist der wohl einzige nötige Einschub – wenn man sicher nicht umsonst behaupten konnte, dass die CRYSTAL EYES ihren Sound für WORLD OF BLACK AND SILVER erstmals in einem bemerkenswerten Ausmaße perfektioniert hatten. Der hier vor allem in gesanglicher Hinsicht noch etwas ungeschliffene Eindruck von Nummern wie THE DRAGON’S LAIR, INTERSTELLAR WAR, EXTREME PARANOIA oder RAGE ON THE SEA führt so in jedem Fall dazu, dass die Demo-Compilation keinesfalls dem Debütalbum vorzuziehen ist.

Dennoch, gerade aus der Sicht eines Sammlers oder eingefleischter CRYSTAL EYES-Fans ist eine Compilation wie diese natürlich Gold wert – nicht zuletzt dank der zahlreichen Nummern, die es nicht auf das Debütalbum oder spätere Werke geschafft hatten. Zumindest nicht in kompletter Form – schließlich hat Band-Mastermind Mikael Dahl  selbst darauf hingewiesen, dass er sich für spätere Alben auch einiger älterer und nach den Demos nicht mehr veröffentlichter Song-Elemente bedient hat. So eignet sich die GALLERY OF DEMOS auch perfekt dazu, noch einmal genau hinzuhören und nachzuforschen – was durchaus zu einer waschechten Herausforderung werden kann. A TALE OF FORGOTTEN REALMS beispielsweise wurde später doch noch für das letztaktuelle CRYSTAL EYES-Album KILLER (siehe Review, hier schlicht FORGOTTEN REALMS betitelt) wiederverwendet – ist aber kaum noch mit der ursprünglichen Fassung zu vergleichen.

Absolute Anspieltipps: THE FINAL SIGN, THE SHADOWED PATH, CRYSTAL EYES, WE ARE THE FUTURE


„Ein durch und durch lohnenswertes Stück Metal-Geschichte.“

Metal-CD-Review: CRYSTAL EYES – Killer (2014)

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Alben-Titel: Killer
Künstler / Band: Crystal Eyes (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 25. Juli 2014
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Massacre Records

Alben-Lineup:

Mikael Dahl – Vocals, Guitars, Keyboards
Stefan Svantesson – Drums
Claes Wikander – Bass, Vocals (backing)
Niclas Karlsson – Guitars

Track-Liste:

1. Killer (04:08)
2. Warrior (04:18)
3. Hail the Fallen (04:21)
4. Solar Mariner (04:28)
5. Forgotten Realms (05:53)
6. Spotlight Rebel (03:44)
7. The Lord of Chaos (03:19)
8. Dreamers on Trial (04:26)
9. Dogs on Holy Ground (03:52)

Wer wird denn gleich zum Killer werden…

Die schwedische Power Metal-Combo CRYSTAL EYES war schon immer eine, mit der man rechnen musste. Und eine, die als eine der wenigsten Genre-Bands überhaupt auf eine rundum gelungene Gesamt-Diskografie zurückblicken kann. Schließlich gab es bei den immerhin sechs Studio-Alben vor dem aktuellsten Werk KILLER keinen expliziten Ausfall – sondern bestenfalls Schwankungen, die die Alben mal sehr nah an den Genre-Thron brachten (WORLD OF BLACK AND SILVER), und mal etwas weiter davon entfernten (CONFESSIONS OF THE MAKER). Ein Problem aber hatte die Band; eines, das eventuell auch mit den eben genannten Schwankungen verbunden ist: sie musste mit einigen markanten Lineup-Wechseln zurechtkommen. Vornehmlich beziehen sich diese auf einen der wichtigsten Posten, den Leadgesang – der einst von Gründungsmitglied Mikael Dahl (3 Alben), danach von Session-Vocalist Daniel Heiman (1 Album) und dem späteren Neuzugang Søren Nico Adamsen (2 Alben) besetzt wurde. Umso spannender war die Frage, wer nun auf KILLER das Gesangszepter in der Hand halten würde.

Die Antwort ist relativ überraschend: es ist wieder Mikael Dahl, der der Band seit den ersten Stunden respektive dem Gründungsjahr 1992 die Treue hält (Gitarre, Keyboards) und nun seine Mitarbeit wieder deutlich ausweitet. Ob man Entscheidungen wie diese nachvollziehen kann oder will sei einmal dahingestellt – doch kann man mit dem Ergebnis (welches nun hoffentlich von endgültiger Dauer ist) allemal zufrieden sein. Schließlich schien es schon immer so, als sei Mikael Dahl der richtige Mann für diesen Posten. Das ist das eine – das andere ist, dass er hinsichtlich seiner Leistung und vor allem stimmlichen Bandbreite einen riesigen Sprung gemacht hat. Vergleicht man den Gesang des Debüt-Albums mit dem des vorliegenden KILLER, müsste man meinen es handelte sich um zwei verschiedene Personen. Zwei Personen respektive Sänger mit unterschiedlichen Stärken – die nun auf KILLER erstmals zusammenkommen und einen harmonischen Gesamteindruck erzeugen.

KILLER, das ist das mittlerweile siebte Studio-Albun der Schweden – welches mit 9 vollwertigen Titeln und einem eher streitbaren Cover-Artwork daherkommt. Davon sollte man sich indes nicht täuschen lassen; denn die hier präsentierten Titel sind noch immer einwandfrei als Werke der CRYSTAL EYES zu erkennen. Das heißt de facto: auch auf dem siebten Album gehen die Schweden vergleichsweise klassisch, dabei aber immer angenehm zielgerichtet und effektiv vor. Die Symbiose aus stampfenden Heavy Metal-Klängen, beschwingten Power Metal-Nuancen und einer melodischen Hardrock-Attitüde geht eben noch immer auf – zumal die CRYSTAL EYES auch nach 5 Jahren Pause das Talent für ein außergewöhnlich gutes Songwriting nicht verloren haben. Das ist nur gut und richtig – sodass sich auch bei KILLER schnell herauskristallisiert dass es sich um alles, nur keinen Reinfall (das wäre dann auch der erste in der Diskografie) handeln würde.

So fällt bereits der Alben-Auftakt enorm stark aus: der Titeltrack KILLER ist die antreibende Hymne des Albums, die vor Kraft nur so strotzt und einen wenn man so will deutlich gereiften Mikael Dahl ins Rampenlicht rückt. Neben allen anderen zumeist vorzüglichen Sound-Elemente der Band, versteht sich – auch das schon immer prägnante, stilsichere und angenehm variable Riffing sowie die auf den Punkt getroffenen Soli sind wieder mit von der Partie. Die Folgenummer WARRIOR inszeniert sich dann ebenfalls als nach vorn preschende Hymne a’la IRON MAIDEN – die wiederum einen stärkeren Bezug zu den größtenteils klassischen Vorgängern etabliert und durch einen entsprechend zeitlosen Refrain punktet. Und es geht munter weiter: in HAIL THE FALLEN darf Mikael Dahl dann auch mal einen Ausflug in höhere Gesangslagen wagen; während die gesamte Aufmachung und speziell der Refrain der Nummer mit einem schön Power Metal-lastigen Anstrich daherkommt. Und dabei ein wenig nach HAMMERFALL klingt – nur in besser.

Und es geht munter weiter. SOLAR MARINER lässt erst gar keine Wünsche offen, während FORGOTTEN REALMS mit seinen balladesken Einschüben für die nötige Abwechslung sorgt und dabei ebenfalls eine recht gute Figur macht. Auch das rockige SPOTLIGHT REBEL, das angenehm kräftige THE LORD OF CHAOS, das deutlich ruhigere DREAMERS ON TRIAL und der Bass-lastige Rausschmeißer DOGS ON HOLY GROUND machen hauptsächlich aufgrund der markanten Gesangsleistung und der knackigen Instrumentierung Spaß. Zwar ist KILLER mit seinen knapp 38 Minuten recht kurz ausgefallen – dafür aber serviert es vor allem in der ersten Alben-Hälfte ausschließlich gelungenes Genre-Material. Danach wird es etwas weniger spektakulär – aber dennoch. KILLER ist letztendlich wieder schneller, härter und treffsicherer als das vorherige CHAINED ausgefallen; bei dem es sich tatsächlich so anfühlte, als würden sich die CRYSTAL EYES aus irgendeinem Grund zurückhalten. Sofern das Lineup nun bleibt wie es ist, kann der Zukunft wohl getrost entgegenblicken und auf weitere starke Metal-Werke der Marke CRYSTAL EYES hoffen.

Absolute Anspieltipps: KILLER, WARRIOR, HAIL THE FALLEN, SOLAR MARINER


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„Mikael Dahl ist wieder zuhause angekommen – und das wirkt sich auch auf das Album aus.“

Metal-CD-Review: CRYSTAL EYES – Chained (2008)

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Alben-Titel: Dead City Dreaming
Künstler / Band: Crystal Eyes (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 21. November 2008
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Metal Heaven

Alben-Lineup:

Mikael Dahl – Guitars, Keyboards
Søren Nico Adamsen – Vocals
Paul Petterson – Guitars
Stefan Svantesson – Drums
Claes Wikander – Bass

Track-Liste:

1. Ride the Rainbow (04:48)
2. The Fire of Hades (05:53)
3. The Devil Inside (03:32)
4. Waves of War (05:05)
5. Dying in the Rain (04:33)
6. Fighting (04:22)
7. Shadow Rider (05:47)
8. Lonely Ball of Fate (04:28)
9. Guardian (03:45)

Sprenger der Ketten ?

CHAINED ist das sechste Studioalbum der schwedischen Power Metal-Combo CRYSTAL EYES – und das zweite in der seit 1992 stetig wachsenden Diskografie, auf dem der 2005 verpflichtete Leadsänger Søren Nico Adamsen zu hören ist. Der hatte auf dem Vorgänger DEAD CITY DREAMING (Review) seinen Einstand gegeben, und damit den Session-Vocalist Daniel Heiman (ex LOST HORIZON) sowie dessen Vorgänger Mikael Dahl abgelöst. Der wiederum hatte die Band niemals gänzlich verlassen, sondern war weiterhin als eigentliches Mastermind der CRYSTAL EYES tätig – wenn auch eher hintergründig. Und so bildet auch CHAINED diesbezüglich keine Ausnahme; das beinahe mit einem deckungsgleichen Lineup zu DEAD CITY DREAMING daherkommt – mit dem Neuzugang Paul Petterson an der Gitarre als einzigem Unterschied. Fakt ist jedenfalls eines: sofern man die teils sehr guten, mindestens aber überdurchschnittlich soliden Vorgänger gehört hat; wird einem auch bei den ersten Tönen dieses Albums klar, dass hier die CRYSTAL EYES am Werk waren. Die hier dargebotene Symbiose aus flotten Power Metal-Klängen, klassischen Heavy Metal-Bezügen und Einschüben aus dem melodischen Hardrock oder auch AOR stehen nach wie vor unmissverständlich für den vergleichsweise einzigartigen Sound der Band.

In Bezug auf das mittlerweile sechste Studioalbum ist dabei zunächst interessant, in welche Richtung die CRYSTAL EYES dieses Mal gehen würden. Sicher, die Zeiten des verspielten und explizit feucht-fröhlichen Power Metals wie er noch auf dem Debüt WORLD OF BLACK AND SILVER (Review) zu hören war, sind vorbei – doch wer wenn nicht die CRYSTAL EYES wären heutzutage noch für eine Überraschung gut ? Und die kommt dann auch tatsächlich, wenn auch nicht in einer ganz so prägnanten Form: CHAINED etabliert eine ganz ähnliche, klassisch-rockige Atmosphäre wie der Vorgänger DEAD CITY DREAMING – doch haben sich die Schweden dieses Mal wieder eine zusätzliche Portion Schwermetall gegönnt. So stampft CHAINED wieder etwas markanter daher; und überzeugt gleichzeitig wieder mit den altbekannten und definitiv hochzuhaltenden Stärken der Band. Das schmackige Riffing respektive der generell stark Gitarren-bezogene Sound, das gelungene Songwriting, die satte Produktion und eine gewisse; bereits mit dem Debütalbum etablierte Hymnen-Tauglichkeit sind auch auf CHAINED nicht zu knapp vertreten. Die Folge ist ein starkes Genre-Album, welches eben jene Genre-Grenzen nicht ganz so ernst nimmt und den Hörer immer wieder mit verschiedenen Eindrücken konfrontiert.

Doch so effektiv und gradlinig das Album erscheint, es hat mitunter ein Problem – zumindest wenn man so will. Trotz der vergleichsweise geringen Spielzeit von knapp über 40 Minuten und gerade einmal 9 enthaltener Titel hat man nicht das Gefühl, als würden wirkliche Ausnahme-Nummern präsentiert. Und wieder wird eine Parallele zum Vorgänger wach; schließlich könnte auch bei diesem das Gefühl entstanden sein, als würden die CRYSTAL EYES vielleicht ein wenig zu sehr auf Nummer sicher gehen. CHAINED wirkt zwar absolut ausgegoren und durchdacht; doch den einen ausschlaggebenden Effekt sucht man vergebens. Dabei sind gerade Titel wie RIDE THE RAINBOW oder WAVES OF WAR verdammt nah dran – es fehlt lediglich der zündende Funke. Vielleicht liegt es aber auch am Leadsänger Søren Nico Adamsen – der seine Sache zwar gut macht, auf diesem Album aber erstmals auch deutlich schwächere Momente zeigt. THE FIRE OF HADES, THE DEVIL INSIDE, DYING IN THE RAIN, SHADOW RIDER und LONELY BALL OF FATE sind außerdem allesamt Nummern im Midtempo mit ganz ähnlichen Strukturen – hier hätte es gerade in Anbetracht der knappen Spielzeit ruhig etwas mehr Abwechslung sein dürfen. Aber bitte nicht in Form einer abschließenden Ballade wie GUARDIAN – die den wohl schwächsten Moment das Albums markiert. Und das trotz dessen (oder gerade ?) da Mikael Dahl ausnahmsweise mal wieder das Gesangsszepter übernahm.

Schlussendlich: die Diskografie der CRYSTAL EYES hält so manches Schmuckstück bereit – ob CHAINED auch dazugehört, muss ein jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass es trotz der wieder angezogenen schwermetallischen Elemente und der gleichermaßen klassichen wie kräftigen Wirkung eher wenig Aufsehen erregen wird. Schklicht, da es insgesamt etwas zu unspektakulär daherkommt – und gerade im Vergleich mit den starken Vorgängern hintenan stehen muss. Neueisnteigern indes kann das reichlich egal sein – sie, und auch alle anderen die auf eine eher klassisch-gemäßigte Seite des Power Metal setzen; werden hier voll auf ihre Kosten kommen.

Absolute Anspieltipps: RIDE THE RAINBOW, WAVES OF WAR, FIGHTING


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„Gut, aber: vielleicht wäre es wieder mal wieder an der Zeit für eine Sound-technische Revolution.“

Metal-CD-Review: CRYSTAL EYES – Dead City Dreaming (2006)

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Alben-Titel: Dead City Dreaming
Künstler / Band: Crystal Eyes (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 3. November 2006
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Heavy Fidelity

Alben-Lineup:

Søren Nico Adamsen – Vocals
Stefan Svantesson – Drums
Claes Wikander – Bass
Mikael Dahl – Guitars, Keyboards, Vocals (on „The Halls of Valhalla“)

Track-Liste:

1. Dead City Dreaming (04:42)
2. Into the Light (03:41)
3. The Narrow Mind (04:03)
4. Wall of Stars (04:56)
5. Battlefield (04:12)
6. The Quest Remains (03:26)
7. Dawn Dancer (04:25)
8. Roads of Loneliness (03:52)
9. Temple of Immortal Shame (04:21)
10. The Halls of Valhalla (07:18)

Geschichten aus der toten Stadt.

DEAD CITY DREAMING ist das fünfte Studioalbum aus dem Hause CRYSTAL EYES, einer schwedischen Band die seit 1992 besteht – aber erst um die Jahrtausendwende und mit dem Debütalbum WORLD OF BLACK AND SILVER (Review) so richtig durchstartete. Bereits auf dem 2003’er CRYSTAL EYES-Album VENGEANCE DESCENDING (Review) zeichnete sich dann ab, was mit CONFESSIONS OF THE MAKER (Review) endgültig Realität wurde: Leadsänger Mikael Dahl gab seinen hauptsächlichen Posten ab, zunächst noch an seinen Kollegen Daniel Heiman. Die Folge war ein noch immer gutes, allerdings längst nicht mehr so aussagekräftiges Album – woraufhin das Leadgesangszepter erneut herumging. In Bezug auf DEAD CITY DREAMING landete es dann überraschenderweise bei Søren Nico Adamsen, einem (zumindest bis dato) recht unbeschriebenen Blatt. Mikeal Dahl bleibt der Band aber weiterhin treu und sorgte auch in diesem Fall dafür, dass das Album zweifelsfrei als eines der CRYSTAL EYES zu erkennen ist. Wie schon beim Vorgänger sollten es 10 vollwertige Titel ohne Zwischenspiele sein, die den nötigen Ausschlag geben.

Und die ersten Eindrücke könnten beileibe nicht besser sein, haben sich die CRYSTAL EYES erneut auf ihre Stärken berufen. Die liegen vornehmlich in einem schön schroffen und abwechslungsreichen Riffing – dass sich durch alle Titel zieht und dafür sorgt, dass man das so gut wie überhaupt nicht eingesetzte Keyboard nicht vermissen wird. Demnach herrscht wie schon bei VENGEANCE DESCENDING wieder ein eher klassischer Gesamteindruck vor, der aus vergleichsweise schnörkellosen und angenehm melodischen Heavy Metal-Nummern generiert wird. Und auch der gewisse hymnische Faktor ist DEAD CITY DREAMING nicht abhanden gekommen – viele der Nummern gehen schnell ins Ohr, drängen sich dabei aber keinesfalls durch einen wie auch immer gearteten Kitsch auf. Søren Nico Adamsen macht seine Sache ebenfalls sehr gut – was dennoch nicht gänzlich davor ablenkt, dass man mit Mikael Dahl (der spätestens auf VENGEANCE DESCENDING zeigte, was er kann) eigentlich schon immer den perfekten Frontmann hatte. Sei es drum, viele Bands haben den ein oder anderen Lineup-Wechsel zu verkraften; wobei die Auswirkungen bei den CRYSTAL EYES glücklicherweise vergleichsweise marginal waren. Hauptsächlich da Mikael Dahl der Band weiterhin erhalten blieb und dafür sorgte, dass man sich rein Sound-technisch immer treu blieb; komme was wolle.

Wenn man schon ein Problem an DEAD CITY DREAMING ausmachen möchte, läge dies ohnehin in einem gänzlich anderen Bereich begründet. Und der bezieht sich vornehmlich auf die gefühlte Ausdruckskraft und vielleicht auch Härte des Albums. Wenn schon mit CONFESSIONS OF THE MAKER in eine, man nenne es einmal etwas seichtere Richtung driftete; vollendet man dieses Wagnis spätestens mit DEAD CITY DREAMING. Vergleicht man die hier etablierte Stimmung mit den ersten Alben, so ist noch immer eine enorme Spielfreude zu spüren – doch wirkt das Ganze nun deutlich harmloser und unspektakulärer. Will heißen: wirkliche Tempo- oder Kraftausbrüche sind kaum vorgesehen, das Ganze ist nun vermehrt als melodischer Hardrock denn als energetischer Power Metal einzustufen. Das ist indes noch kein Urteil, sondern lediglich eine Feststellung – die man speziell wenn man gewisse Erwartungen an das Album hegt beachten sollte.

Doch ob nun frech und variantenreich wie damals, oder etwas mehr auf Nummer sicher wie auf DEAD CITY DREAMING – die CRYSTAL EYES gaben und geben sich vor allem in Bezug auf das Songwriting keine Blöße. Die Nummern sind wenn man so will äußerst effektiv geschrieben – und lassen nur allzu selten den Wunsch nach einer dringend benötigten Veränderung aufkommen. Die starke Präsenz der Gitarren erledigt beinahe alles übrige – sodass auch eher getragene Titel wie INTO THE LIGHT oder WALL OF STARS mit den nötigen Ecken und Kanten versehen werden. Und auch wenn das Album insgesamt nicht unbedingt vor einer explosionsartigen Kraft strotzt hat man dennoch eine handvoll Nummern einkalkuliert, mit denen man deutlicher vorprescht – wie beim starken BATTLEFIELD oder der überraschend flotten Genre-Hymne DAWN DANCER.

Anders gesagt: DEAD CITY DREAMING nähert sich als erstes CRYSTAL EYES-Album expliziter an die Gefilde des Hardrock und AOR an – und macht dabei noch immer eine verdammt gute Figur. Eine insgesamt deutlich weniger bissige zwar, das sollte erwähnt werden – und doch entfaltet das Ganze eine respektable Wirkung. Vor allem natürlich dann wenn man die interessante Diskografie der Band im gesamten, und den Werdegang der CRYSTAL EYES als einen eher wechselhaften und lebendigen betrachtet. Manchmal sind es der Veränderungen zu viele, manchmal fährt man sich im Laufe einer Bandgeschichte Sound-technisch fest – die CRYSTAL EYES scheinen zumindest in Bezug auf DEAD CITY DREAMING das exakte Mittelmaß gefunden zu haben.

Absolute Anspieltipps: INTO THE LIGHT, BATTLEFIELD, THE QUEST REMAINS, DAWN DANCER


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„Etwas glattgeschliffener und unspektakulärer als die Vorgänger – aber dennoch verdammt stark; wenn auch auf eine andere Art und Weise.“

Metal-CD-Review: CRYSTAL EYES – Vengeance Descending (2003)

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Alben-Titel: Vengeance Descending
Künstler / Band: Crystal Eyes (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 12. Mai 2003
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Heavy Fidelity

Alben-Lineup:

Jonathan Nyberg – Guitars
Stefan Svantesson – Drums
Claes Wikander – Bass
Mikael Dahl – Vocals, Guitars, Keyboards

Track-Liste:

1. Vengeance Descending (05:51)
2. Highland Revenge (05:01)
3. Child of Rock (06:17)
4. Mr. Failure (05:32)
5. Dream Chaser (06:43)
6. The Wizard’s Apprentice (07:10)
7. Metal Crusade (05:12)
8. The Beast in Velvet (05:28)
9. Heart of the Mountain (05:41)
10. Oblivion in the Visionary World (08:48)

Vergeltungsmaßnahmen in schön.

CRYSTAL EYES ist eine jener Bands, die zwar schon in den frühen 90ern gegründet wurden – ihre ersten greifbaren Erfolge aber erst um die Jahrtausendwende herum feiern konnten. Dafür aber gleich richtig – das Debütalbum WORLD OF BLACK AND SILVER (Review) ist ein zeitloser Klassiker mit einem unverwechselbaren Sound, der Nachfolger IN SILENCE THEY MARCH (Review) hat ebenfalls einiges in Petto. Auch auf ihrem dritten Langspieler VENGEANCE DESCENDING schickten sich die Schweden erneut an, eine möglichst authentische Symbiose aus Strömungen der New Wave Of British Heavy Metal, dem amerikanischen True Metal und einem etwas verspielteren europäischen Power Metal zu zelebrieren. Gleichzeitig handelte es sich um das vorerst letzte Album, in dem Multitalent Mikael Dahl als Leadsänger auftrat – nach VENGEANCE DESCENDING nahm er eine Art kreative Auszeit. Zwar blieb er der Band auch auf dem Nachfolger CONFESSIONS OF THE MAKER (Review) erhalten, doch überließ er das Gesangszepter seinem Kollegen Daniel Heiman. Umso spannender ist es, seinem vorerst letzten Auftritt auf VENGEANCE DESCENDING beizuwohnen – zumal es von einer wie auch immer gearteten Müdigkeit weder bei ihm noch dem Rest der Band keine Spur gab und das Album mit seinen beiden mehr als nur soliden Vorgängern eigentlich nur zünden konnte.

Tatsächlich war und ist auch genau das der Fall – erst Recht, wenn man die beiden Vorgänger noch im Ohr hat und die durchaus markante Entwicklung der Band innerhalb einer Zeitspanne von gerade einmal 4 Jahren beobachtet. Das Debüt hatte seine Stärken in einer spielfreudigen Auslegung des europäischen Power Metal und seiner einzigartigen Produktion, der Nachfolger beeindruckte durch etwas epischere Stimmungen und einem etwas härteren Gesamteindruck – und VENGEANCE DESCENDING setzte die Tradition der Überraschungen a’la CRYSTAL EYES konsequent fort. Denn: auch wenn bereits die Vorgänger einen gewissen Hang zur Retrospektive zur Schau stellten, aufgrund der schroffen Produktion und der schnörkellosen Spielart ein klassisches Heavy Metal-Gefühl entstehen ließen – setzte das dritte Album dem Ganzen nun die Krone auf. VENGEANCE DESCENDING klingt, als stammte es aus einer gänzlich anderen Dekade als der augenscheinlichen. Freunde etwaiger klassischer Bands, Wegbereiter des Genres und generell musikalischer Ergüsse der 80er-Jahre werden schnell aufhorchen und ihre wahre Freude an den 10 präsentierten Titeln haben.

In Bezug auf die etablierte Atmosphäre näherte man sich zwar wieder dezent dem Debütalbum an; beispielsweise in Bezug auf die ungezwungene Spielart und die teils Party-taugliche Stimmung – doch die noch stärkere Fokussierung der klassischen Genre-Elemente und vor allem die nun endgültig in Stein gemeißelte Wandlungsfähigkeit von Leadsänger Mikael Dahl sorgen dafür, dass das Album zweifelsfrei als weiterer Meilenstein zu erkennen ist. So entwickelt VENGEANCE DESCENDING ebenfalls recht schnell einen gewissen Drive, eine enorme Anziehungskraft – klingt aber insgesamt deutlich weniger; man nenne es kitschig als das Debüt. Das war damals zwar kein Beinbruch und zeichnete das Album in gewisser Weise aus; doch ist die hier dargebotene Weiterentwicklung und die Enthüllung einer weiteren musikalischen Facette der CRYSTAL EYES mindestens ebenso angenehm. Wenn nicht gar noch mehr: die Riffs sind prägnanter denn je, der Leadgesang kräftiger und akzentuierter als jemals zuvor; und auch hinsichtlich der Produktion hatte man ordentlich angezogen. Die Zeiten des zwar speziellen, interessanten und irgendwie stimmigen Sounds des Debüts (der auf dem Nachfolger gerade noch als charmant durchging) waren nun vorbei – VENGEANCE DESCENDING klingt im Vergleich zu IN SILENCE THEY MARCH wie ein echtes Brett.

Was bleibt, ist vornehmlich das Songwriting – für das die CRYSTAL EYES schon früh ein gewisses Händchen hatten. Und so gibt man sich auch im vorliegenden Fall keinerlei Blöße – und inszeniert die 10 enthaltenen Titel mit einer Glaubwürdigkeit und Wirkungskraft, die ihresgleichen sucht. Sicher, die an das Genre gerichtete Hymne METAL CRUSADE schneidet im Vergleich nicht ganz so gut ab – vielleicht auch einfach nur, da sie etwas zu offensichtlich ist und deshalb etwas platt wirkt. Alle anderen Hymnen-tauglichen Stücke, wie etwa der Refrain-starke Titeltrack, das schön knackige HIGHLAND REVENGE oder das verdammt kultig kligende CHILD OF ROCK kann man dagegen problemlos zur imaginären Alltime-Playlist der besten Power Metal-Titel hinzufügen. Und das sind nur drei der Titel aus dem Alben-Auftakt. MR. FAILURE, DREAMCHASER und THE WIZARD’S APPRENTICE (übrigens mit Daniel Heiman an den Vocals, quasi als Vorbereitung auf kommendes) leben von ihrem energischen Riffing und der generell antreibenden Stimmung – und gehören ebenfalls zum Besten, was das Album zu bieten hat. Etwas merkwürdig erscheint dann nur THE BEAST IN VELVET, bei dem man einen weiteren Gastsänger hinzugeholt hat – Gerd Salewski (CHROMING ROSE). Auch wenn seine Gesangsleistung nicht schlecht ist, erschließt sich diese Maßnahme nicht wirklich. Und was steht am Ende eines jeden CRYSTAL EYES-Albums (zumindest bis dato) ? Richtig, eine Ballade. Auf dem Debüt fiel diese zugegebenermaßen noch recht unerträglich aus, auf dem Nachfolger schon deutlich besser – und nun wird eine gefühlte Schnittmenge erreicht. Wirklich stimmig erscheinen die akustischen Spielereien (sowie die allzu süßen Klänge des Keyboards) nicht, und vor allem passt der hier vermittelte Eindruck nicht so Recht zum vorangegangen, sehr guten Album. Erst Recht nicht, wenn man den Song bis zum Ende hört. Nach einer kurzen Stille folgt noch ein etwas anderer musikalischer Einschub in Form einer Art Spaß-Polka, der nicht viel mehr aufzeigt als dass die Band Humor hat. Das ist nur gut und richtig, doch kommt es eventuell an der falschen Stelle…

VENGEANCE DESCENDING markiert damit das dritte außergewöhnliche Album in einer außergewöhnlichen Diskografie. Einer abwechslungsreichen noch dazu – und das ganz ohne, dass die Glaubwürdigkeit und Ausdrucksstärke der Band geschmälert wurden. Die Anstrengungen haben sich in jedem Fall gelohnt. VENGEANCE DESCENDING ist sogar noch ein stückweit besser und prägnanter geworden als der Vorgänger IN SILENCE THEY MARCH; und kann sich verdient mit dem außergewöhnlichen Debüt auf eine Stufe stellen – gedanklich, und beinahe auch Wertungs-technisch.

Absolute Anspieltipps: VENGEANCE DESCENDING, HIGHLAND REVENGE, CHILD OF ROCK, DREAM CHASER


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„Kultige Riffs, ein starker Leadgesang, sofort ins Ohr gehende Melodien und ein angenehmer Retro-Touch bei minimalem Kitsch.“