Metal-CD-Review: CRYSTAL EYES – Starbourne Traveler (2019)

Alben-Titel: Starbourne Traveler
Band: Crystal Eyes (mehr)
Veröffentlichung: 06. Dezember 2019
Land: Schweden
Spielart / Stil: Power Metal
Label: Massacre Records

Lineup:

Mikael Dahl – Vocals, Guitars, Keyboards
Jonatan Hallberg – Guitars
Claes Wikander – Bass
Henrik Birgersson – Drums

Track-Liste:

1. Gods of Disorder (03:44)
2. Side by Side (04:12)
3. Extreme Paranoia (re-recorded) (03:41)
4. Starbourne Traveler (04:33)
5. Corridors of Time (04:02)
6. Paradise Powerlord (03:35)
7. Into the Fire (04:09)
8. In the Empire of Saints (05:15)
9. Midnight Radio (04:03)
10. Rage on the Sea (re-recorded) (07:06)

Wer wäre da nicht gerne mitgereist.

Wenn es um die Nennung von ebenso hochkarätigen wie möglichst langjährig aktiven Genre-Combos aus dem hohen Norden geht, kann man die Rechnung wohl kaum ohne die CRYSTAL EYES machen. Dabei hat die 1992 gegründete Band, die mit ihrem 1999’er Debütalbum WORLD OF BLACK AND SILVER (siehe Review) ein echtes Meisterstück ablieferte und unter anderem Mitglieder von Bands wie FRETERNIA beherbergte; schon einiges durchgemacht – wie etwa den Weggang des Band-Oberhauptes Mikael Dahl im Jahre 2005. Und auch wenn es nicht verkehrt war, dass sich seinerzeit der für ihn eingesprungene Søren Nico Adamsen (Ex-ARTILLERY, Ex-DIGNITY und viele mehr) weiter in der Szene hat profilieren können; war die plötzliche Rückkehr Dahl’s im Jahre 2009 doch eine Erleichterung. Eine, die man auf dem wesentlich später veröffentlichten KILLER (2014, siehe Review) noch einmal deutlich spüren konnte. Letztendlich hatten es die CRYSTAL EYES so geschafft, mit einer wohl dosierten Anzahl von guten bis sehr guten Studioalben (von 1999 bis 2014 waren es insgesamt 7) eine ansehnliche Fanbase zu etablieren. Wie genau der Weg für die Schweden weitergehen sollte, war dann für einige Zeit unklar – bis zum heute glücklicherweise vorliegenden, achten offiziellen Studioalbum STARBOURNE TRAVELER.

Nach guten 5 Jahren Pause ist es also wieder soweit – wobei die Schweden erst gar keine weitere Zeit vergehen lassen, sondern den Hörer direkt mit einem flotten Opener wie GODS OF DISORDER beglücken. Mit eben diesem, aber auch der rhythmischen Folgenummer SIDE BY SIDE wird eines tatsächlich relativ schnell klar: die CRYSTAL EYES sind nicht gealtert, oder wenn dann nur in Würde. Denn so frisch und unverbraucht sie auf STARBOURNE TRAVELER auch klingen, die Bezüge zu ihrer eigenen musikalischen Vergangenheit kommen nicht zu kurz – was vor allem eingefleischte Fans der Band erfreuen sollte. Anders gesagt: mit den CRYSTAL EYES bekommt man eine der wenigen Power Metal-Bands serviert, die schon seit Jahren ihre ureigenen Trademarks hat. Trademarks, anhand derer man sofort genau weiß wer oder was hier durch die Boxen rauscht. Dass sich die Schweden dabei nicht bloß wiederholen, macht es umso besser – wobei einige gerade diesbezüglich und in Anbetracht der Titel EXTREME PARANOIA und RAGE ON THE SEA stutzig werden könnten. Zu Recht, denn tatsächlich gab es diese Nummern schon – und zwar auf dem Debütalbum WORLD OF BLACK AND SILVER. Die Tatsache, dass man 2 bloße Neuaufnahmen quasi mitten ins neue Album wirft – wohlgemerkt ein Album, das ohnehin nur 10 Titel beinhaltet – lässt zugegebenermaßen vieles vermuten, nur nichts gutes.

Doch dann das. Kurz gesagt vermögen die CRYSTAL EYES auch diesen Kniff perfekt umzusetzen, und dabei sowohl alte als auch neue Fans zufriedenzustellen. Wer, ja wer hätte gedacht; dass EXTREME PARANOIA noch immer so gut klingt – oder sollte man eher sagen, schon wieder ? Schließlich kann man der Nummer durch die Neuaufbereitung tatsächlich etwas neues abgewinnen, vornehmlich natürlich durch die kaum mehr miteinander zu vergleichende Herangehensweise im Blick auf den Leadgesang Dahl’s – sodass man nunmehr zwei nicht zu verachtende Versionen eines hervorragenden Titels hat. Während andere also ganze Alben mit sich kaum voneinander unterscheidenden – oder im schlimmsten Fall gleich durch und durch negativ auffallenden – Neuaufnahmen veröffentlichen, machen die CRYSTAL EYES wieder einmal vor wie es geht, gehen sollte. In diesem Fall ist es demnach absolut zu verschmerzen, dass es sich nicht wirklich um neue Titel handelt. Und überhaupt – es bleiben ja noch acht Titel, an die man sich zwecks einer Befriedigung der Lust nach wirklich neuem Material wenden kann.

Und die haben es dann auch tatsächlich – und ausnahmslos – in sich. Wie etwa wäre es denn mit dem Titeltrack STARBOURNE TRAVELER, der insgesamt eher ruhig gehalten ist – mit dem prägnanten, an frühere Platten der Band erinnernden Riffing (hier ist es vor allem VENGEANCE DESCENDING) und seinem hymnischen Anspruch im Refrain aber dennoch so manche Hütte abzureissen vermag ? Wie steht es mit CORRIDORS OF TIME, das wie schon der Opener als eine Art Rückschau der CRYSTAL EYES auf ihr eigenes Schaffen fungiert – und dabei in jedem Moment (hier ist es vor allem der Soli-Part und alles, was noch darauf folgt) brilliert ? Und was ist mit dem luftig-rockenden MIDNIGHT RADIO, das weitaus mehr Spaß macht als gedacht ? Gut, das balladeske IN THE EMPIRE OF SAINTS fällt vielleicht etwas aus dem Rahmen, nicht aufgrund der Gangart – aber doch des in den Strophen kaum wiederzuerkennenden Gesangs von Mikael Dahl. Doch wenn das wirklich die schwächste Nummer des Albums sein soll, so kann man sich auch an diese gewöhnen.

Alles in allem ist den CRYSTAL EYES ein kleiner Geniestreich gelungen – auch oder vielleicht gerade aufgrund dessen, dass das letzte Studioalbum KILLER mittlerweile 5 Jahre zurückliegt. Mit ihrer Mixtur aus bekannten, guten alten und teilweise auch erfrischend neuen Elementen bleibt jedenfalls kein Auge trocken, oder anders gesagt: ein ungetrübter Hörgenuss irgendwo zwischen einem flotten schwedischen Power Metal und einem auch mal etwas hymnischeren Hardrock ist garantiert. Und das sowohl für alteingesessene, als auch für Neueinsteiger. Eine unbedingte Empfehlung !

Anspieltipps: GODS OF DISORDER, SIDE BY SIDE, EXTREME PARANOIA, STARBOURNE TRAVELER


„Die CRYSTAL EYES waren 5 Jahre weg ? Mag sein, aber es fühlt sich nicht so an.“

Metal-CD-Review: CRYSTAL EYES – Gallery Of Demos (Compilation, 1998)

Alben-Titel: Gallery Of Demos
Künstler / Band: Crystal Eyes (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 01. Oktober 1998
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Mikael Dahl – Vocals, Guitars, Keyboards
Christian Gunnarsson, Mikael Blohm, Kim Koivo, Marko Nicolaidis, Claes Wikander – Bass
Fredrik Gröndahl, Kujtim Gashi, Martin Tilander – Drums
Jukka Kaupaamaa, Jonathan Nyberg – Guitars

Track-Liste:

1. The Dragon’s Lair (05:01)
2. Victims of the Frozen Hate (05:29)
3. Interstellar War (04:47)
4. Another Race (04:20)
5. Rage on the Sea (06:35)
6. The Final Sign (03:59)
7. Twilight Dreams (05:15)
8. Extreme Paranoia (03:37)
9. Winds of the Free (04:40)
10. A Tale of Forgotten Realms (05:44)
11. The Shadowed Path (04:42)
12. Strange Dimension (05:52)
13. Queen of the Night (05:58)
14. Crystal Eyes (03:27)
15. We Are the Future (03:27)

Einladung zu einer ganz besonderen Werkschau.

Nicht wenige Bands haben sie noch – oder eher schon immer – in ihrer offiziellen Diskografie: gute alte Demos, die einst die Aufgabe hatten einen hoffentlich positiven Ersteindruck zu hinterlassen. Auch die schwedischen Power Metaller von CRYSTAL EYES bilden da keine Ausnahme – wobei man könnte sogar sagen könnte, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Schließlich wurden im Zeitraum von der eigentlichen Bandgründung im Jahre 1992 bis hin zum kongenialen Debütalbum WORLD OF BLACK AND SILVER (siehe Review) gleich 4 Demos veröffentlicht – damals noch im längst vergessenen Kassetten-Format, und mit nicht mehr als jeweils 3 oder 4 Titeln. Glücklicherweise aber, und das wiederum ist eher selten; haben sich die Schweden irgendwann dazu entschlossen auch diese frühen Band-Ergüsse für die Nachwelt zu erhalten. So erschien 1998 die Compilation GALLERY OF DEMOS, auf CD und ohne die Hilfe eines Labels – die neben allen auf den vorherigen Demos enthaltenen Nummern auch einen Bonus in Form des bis dato unveröffentlichten STRANGE DIMENSION enthält.

Viel wichtiger als das ist wohl aber die Tatsache, dass man dank jener Veröffentlichung auch heute noch die Chance erhalten kann einen Blick auf das frühere Schaffen der Band zu werfen. Früher, das bedeutet in diesem Fall früher als das Debütalbum aus dem Jahre 1999 – welches an sich schon einen recht klassischen, zeitlosen und auch mal dezent an RIOT und ihr 1988’er Meisterwerk THUNDERSTEEL (Review) erinnernden Sound an den Tag legte. Umso interessanter ist es, fast alle der auf eben jenem Debüt enthaltenen Nummern in einer wenn man so will noch raueren, ursprünglicheren, grundsätzlicheren Fassung zu erleben. Auch – und das ist der wohl einzige nötige Einschub – wenn man sicher nicht umsonst behaupten konnte, dass die CRYSTAL EYES ihren Sound für WORLD OF BLACK AND SILVER erstmals in einem bemerkenswerten Ausmaße perfektioniert hatten. Der hier vor allem in gesanglicher Hinsicht noch etwas ungeschliffene Eindruck von Nummern wie THE DRAGON’S LAIR, INTERSTELLAR WAR, EXTREME PARANOIA oder RAGE ON THE SEA führt so in jedem Fall dazu, dass die Demo-Compilation keinesfalls dem Debütalbum vorzuziehen ist.

Dennoch, gerade aus der Sicht eines Sammlers oder eingefleischter CRYSTAL EYES-Fans ist eine Compilation wie diese natürlich Gold wert – nicht zuletzt dank der zahlreichen Nummern, die es nicht auf das Debütalbum oder spätere Werke geschafft hatten. Zumindest nicht in kompletter Form – schließlich hat Band-Mastermind Mikael Dahl  selbst darauf hingewiesen, dass er sich für spätere Alben auch einiger älterer und nach den Demos nicht mehr veröffentlichter Song-Elemente bedient hat. So eignet sich die GALLERY OF DEMOS auch perfekt dazu, noch einmal genau hinzuhören und nachzuforschen – was durchaus zu einer waschechten Herausforderung werden kann. A TALE OF FORGOTTEN REALMS beispielsweise wurde später doch noch für das letztaktuelle CRYSTAL EYES-Album KILLER (siehe Review, hier schlicht FORGOTTEN REALMS betitelt) wiederverwendet – ist aber kaum noch mit der ursprünglichen Fassung zu vergleichen.

Absolute Anspieltipps: THE FINAL SIGN, THE SHADOWED PATH, CRYSTAL EYES, WE ARE THE FUTURE


„Ein durch und durch lohnenswertes Stück Metal-Geschichte.“

Metal-CD-Review: CRYSTAL EYES – Killer (2014)

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Alben-Titel: Killer
Künstler / Band: Crystal Eyes (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 25. Juli 2014
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Massacre Records

Alben-Lineup:

Mikael Dahl – Vocals, Guitars, Keyboards
Stefan Svantesson – Drums
Claes Wikander – Bass, Vocals (backing)
Niclas Karlsson – Guitars

Track-Liste:

1. Killer (04:08)
2. Warrior (04:18)
3. Hail the Fallen (04:21)
4. Solar Mariner (04:28)
5. Forgotten Realms (05:53)
6. Spotlight Rebel (03:44)
7. The Lord of Chaos (03:19)
8. Dreamers on Trial (04:26)
9. Dogs on Holy Ground (03:52)

Wer wird denn gleich zum Killer werden…

Die schwedische Power Metal-Combo CRYSTAL EYES war schon immer eine, mit der man rechnen musste. Und eine, die als eine der wenigsten Genre-Bands überhaupt auf eine rundum gelungene Gesamt-Diskografie zurückblicken kann. Schließlich gab es bei den immerhin sechs Studio-Alben vor dem aktuellsten Werk KILLER keinen expliziten Ausfall – sondern bestenfalls Schwankungen, die die Alben mal sehr nah an den Genre-Thron brachten (WORLD OF BLACK AND SILVER), und mal etwas weiter davon entfernten (CONFESSIONS OF THE MAKER). Ein Problem aber hatte die Band; eines, das eventuell auch mit den eben genannten Schwankungen verbunden ist: sie musste mit einigen markanten Lineup-Wechseln zurechtkommen. Vornehmlich beziehen sich diese auf einen der wichtigsten Posten, den Leadgesang – der einst von Gründungsmitglied Mikael Dahl (3 Alben), danach von Session-Vocalist Daniel Heiman (1 Album) und dem späteren Neuzugang Søren Nico Adamsen (2 Alben) besetzt wurde. Umso spannender war die Frage, wer nun auf KILLER das Gesangszepter in der Hand halten würde.

Die Antwort ist relativ überraschend: es ist wieder Mikael Dahl, der der Band seit den ersten Stunden respektive dem Gründungsjahr 1992 die Treue hält (Gitarre, Keyboards) und nun seine Mitarbeit wieder deutlich ausweitet. Ob man Entscheidungen wie diese nachvollziehen kann oder will sei einmal dahingestellt – doch kann man mit dem Ergebnis (welches nun hoffentlich von endgültiger Dauer ist) allemal zufrieden sein. Schließlich schien es schon immer so, als sei Mikael Dahl der richtige Mann für diesen Posten. Das ist das eine – das andere ist, dass er hinsichtlich seiner Leistung und vor allem stimmlichen Bandbreite einen riesigen Sprung gemacht hat. Vergleicht man den Gesang des Debüt-Albums mit dem des vorliegenden KILLER, müsste man meinen es handelte sich um zwei verschiedene Personen. Zwei Personen respektive Sänger mit unterschiedlichen Stärken – die nun auf KILLER erstmals zusammenkommen und einen harmonischen Gesamteindruck erzeugen.

KILLER, das ist das mittlerweile siebte Studio-Albun der Schweden – welches mit 9 vollwertigen Titeln und einem eher streitbaren Cover-Artwork daherkommt. Davon sollte man sich indes nicht täuschen lassen; denn die hier präsentierten Titel sind noch immer einwandfrei als Werke der CRYSTAL EYES zu erkennen. Das heißt de facto: auch auf dem siebten Album gehen die Schweden vergleichsweise klassisch, dabei aber immer angenehm zielgerichtet und effektiv vor. Die Symbiose aus stampfenden Heavy Metal-Klängen, beschwingten Power Metal-Nuancen und einer melodischen Hardrock-Attitüde geht eben noch immer auf – zumal die CRYSTAL EYES auch nach 5 Jahren Pause das Talent für ein außergewöhnlich gutes Songwriting nicht verloren haben. Das ist nur gut und richtig – sodass sich auch bei KILLER schnell herauskristallisiert dass es sich um alles, nur keinen Reinfall (das wäre dann auch der erste in der Diskografie) handeln würde.

So fällt bereits der Alben-Auftakt enorm stark aus: der Titeltrack KILLER ist die antreibende Hymne des Albums, die vor Kraft nur so strotzt und einen wenn man so will deutlich gereiften Mikael Dahl ins Rampenlicht rückt. Neben allen anderen zumeist vorzüglichen Sound-Elemente der Band, versteht sich – auch das schon immer prägnante, stilsichere und angenehm variable Riffing sowie die auf den Punkt getroffenen Soli sind wieder mit von der Partie. Die Folgenummer WARRIOR inszeniert sich dann ebenfalls als nach vorn preschende Hymne a’la IRON MAIDEN – die wiederum einen stärkeren Bezug zu den größtenteils klassischen Vorgängern etabliert und durch einen entsprechend zeitlosen Refrain punktet. Und es geht munter weiter: in HAIL THE FALLEN darf Mikael Dahl dann auch mal einen Ausflug in höhere Gesangslagen wagen; während die gesamte Aufmachung und speziell der Refrain der Nummer mit einem schön Power Metal-lastigen Anstrich daherkommt. Und dabei ein wenig nach HAMMERFALL klingt – nur in besser.

Und es geht munter weiter. SOLAR MARINER lässt erst gar keine Wünsche offen, während FORGOTTEN REALMS mit seinen balladesken Einschüben für die nötige Abwechslung sorgt und dabei ebenfalls eine recht gute Figur macht. Auch das rockige SPOTLIGHT REBEL, das angenehm kräftige THE LORD OF CHAOS, das deutlich ruhigere DREAMERS ON TRIAL und der Bass-lastige Rausschmeißer DOGS ON HOLY GROUND machen hauptsächlich aufgrund der markanten Gesangsleistung und der knackigen Instrumentierung Spaß. Zwar ist KILLER mit seinen knapp 38 Minuten recht kurz ausgefallen – dafür aber serviert es vor allem in der ersten Alben-Hälfte ausschließlich gelungenes Genre-Material. Danach wird es etwas weniger spektakulär – aber dennoch. KILLER ist letztendlich wieder schneller, härter und treffsicherer als das vorherige CHAINED ausgefallen; bei dem es sich tatsächlich so anfühlte, als würden sich die CRYSTAL EYES aus irgendeinem Grund zurückhalten. Sofern das Lineup nun bleibt wie es ist, kann der Zukunft wohl getrost entgegenblicken und auf weitere starke Metal-Werke der Marke CRYSTAL EYES hoffen.

Absolute Anspieltipps: KILLER, WARRIOR, HAIL THE FALLEN, SOLAR MARINER


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„Mikael Dahl ist wieder zuhause angekommen – und das wirkt sich auch auf das Album aus.“

Metal-CD-Review: CRYSTAL EYES – Chained (2008)

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Alben-Titel: Dead City Dreaming
Künstler / Band: Crystal Eyes (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 21. November 2008
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Metal Heaven

Alben-Lineup:

Mikael Dahl – Guitars, Keyboards
Søren Nico Adamsen – Vocals
Paul Petterson – Guitars
Stefan Svantesson – Drums
Claes Wikander – Bass

Track-Liste:

1. Ride the Rainbow (04:48)
2. The Fire of Hades (05:53)
3. The Devil Inside (03:32)
4. Waves of War (05:05)
5. Dying in the Rain (04:33)
6. Fighting (04:22)
7. Shadow Rider (05:47)
8. Lonely Ball of Fate (04:28)
9. Guardian (03:45)

Sprenger der Ketten ?

CHAINED ist das sechste Studioalbum der schwedischen Power Metal-Combo CRYSTAL EYES – und das zweite in der seit 1992 stetig wachsenden Diskografie, auf dem der 2005 verpflichtete Leadsänger Søren Nico Adamsen zu hören ist. Der hatte auf dem Vorgänger DEAD CITY DREAMING (Review) seinen Einstand gegeben, und damit den Session-Vocalist Daniel Heiman (ex LOST HORIZON) sowie dessen Vorgänger Mikael Dahl abgelöst. Der wiederum hatte die Band niemals gänzlich verlassen, sondern war weiterhin als eigentliches Mastermind der CRYSTAL EYES tätig – wenn auch eher hintergründig. Und so bildet auch CHAINED diesbezüglich keine Ausnahme; das beinahe mit einem deckungsgleichen Lineup zu DEAD CITY DREAMING daherkommt – mit dem Neuzugang Paul Petterson an der Gitarre als einzigem Unterschied. Fakt ist jedenfalls eines: sofern man die teils sehr guten, mindestens aber überdurchschnittlich soliden Vorgänger gehört hat; wird einem auch bei den ersten Tönen dieses Albums klar, dass hier die CRYSTAL EYES am Werk waren. Die hier dargebotene Symbiose aus flotten Power Metal-Klängen, klassischen Heavy Metal-Bezügen und Einschüben aus dem melodischen Hardrock oder auch AOR stehen nach wie vor unmissverständlich für den vergleichsweise einzigartigen Sound der Band.

In Bezug auf das mittlerweile sechste Studioalbum ist dabei zunächst interessant, in welche Richtung die CRYSTAL EYES dieses Mal gehen würden. Sicher, die Zeiten des verspielten und explizit feucht-fröhlichen Power Metals wie er noch auf dem Debüt WORLD OF BLACK AND SILVER (Review) zu hören war, sind vorbei – doch wer wenn nicht die CRYSTAL EYES wären heutzutage noch für eine Überraschung gut ? Und die kommt dann auch tatsächlich, wenn auch nicht in einer ganz so prägnanten Form: CHAINED etabliert eine ganz ähnliche, klassisch-rockige Atmosphäre wie der Vorgänger DEAD CITY DREAMING – doch haben sich die Schweden dieses Mal wieder eine zusätzliche Portion Schwermetall gegönnt. So stampft CHAINED wieder etwas markanter daher; und überzeugt gleichzeitig wieder mit den altbekannten und definitiv hochzuhaltenden Stärken der Band. Das schmackige Riffing respektive der generell stark Gitarren-bezogene Sound, das gelungene Songwriting, die satte Produktion und eine gewisse; bereits mit dem Debütalbum etablierte Hymnen-Tauglichkeit sind auch auf CHAINED nicht zu knapp vertreten. Die Folge ist ein starkes Genre-Album, welches eben jene Genre-Grenzen nicht ganz so ernst nimmt und den Hörer immer wieder mit verschiedenen Eindrücken konfrontiert.

Doch so effektiv und gradlinig das Album erscheint, es hat mitunter ein Problem – zumindest wenn man so will. Trotz der vergleichsweise geringen Spielzeit von knapp über 40 Minuten und gerade einmal 9 enthaltener Titel hat man nicht das Gefühl, als würden wirkliche Ausnahme-Nummern präsentiert. Und wieder wird eine Parallele zum Vorgänger wach; schließlich könnte auch bei diesem das Gefühl entstanden sein, als würden die CRYSTAL EYES vielleicht ein wenig zu sehr auf Nummer sicher gehen. CHAINED wirkt zwar absolut ausgegoren und durchdacht; doch den einen ausschlaggebenden Effekt sucht man vergebens. Dabei sind gerade Titel wie RIDE THE RAINBOW oder WAVES OF WAR verdammt nah dran – es fehlt lediglich der zündende Funke. Vielleicht liegt es aber auch am Leadsänger Søren Nico Adamsen – der seine Sache zwar gut macht, auf diesem Album aber erstmals auch deutlich schwächere Momente zeigt. THE FIRE OF HADES, THE DEVIL INSIDE, DYING IN THE RAIN, SHADOW RIDER und LONELY BALL OF FATE sind außerdem allesamt Nummern im Midtempo mit ganz ähnlichen Strukturen – hier hätte es gerade in Anbetracht der knappen Spielzeit ruhig etwas mehr Abwechslung sein dürfen. Aber bitte nicht in Form einer abschließenden Ballade wie GUARDIAN – die den wohl schwächsten Moment das Albums markiert. Und das trotz dessen (oder gerade ?) da Mikael Dahl ausnahmsweise mal wieder das Gesangsszepter übernahm.

Schlussendlich: die Diskografie der CRYSTAL EYES hält so manches Schmuckstück bereit – ob CHAINED auch dazugehört, muss ein jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass es trotz der wieder angezogenen schwermetallischen Elemente und der gleichermaßen klassichen wie kräftigen Wirkung eher wenig Aufsehen erregen wird. Schklicht, da es insgesamt etwas zu unspektakulär daherkommt – und gerade im Vergleich mit den starken Vorgängern hintenan stehen muss. Neueisnteigern indes kann das reichlich egal sein – sie, und auch alle anderen die auf eine eher klassisch-gemäßigte Seite des Power Metal setzen; werden hier voll auf ihre Kosten kommen.

Absolute Anspieltipps: RIDE THE RAINBOW, WAVES OF WAR, FIGHTING


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„Gut, aber: vielleicht wäre es wieder mal wieder an der Zeit für eine Sound-technische Revolution.“

Metal-CD-Review: CRYSTAL EYES – Dead City Dreaming (2006)

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Alben-Titel: Dead City Dreaming
Künstler / Band: Crystal Eyes (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 3. November 2006
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Heavy Fidelity

Alben-Lineup:

Søren Nico Adamsen – Vocals
Stefan Svantesson – Drums
Claes Wikander – Bass
Mikael Dahl – Guitars, Keyboards, Vocals (on „The Halls of Valhalla“)

Track-Liste:

1. Dead City Dreaming (04:42)
2. Into the Light (03:41)
3. The Narrow Mind (04:03)
4. Wall of Stars (04:56)
5. Battlefield (04:12)
6. The Quest Remains (03:26)
7. Dawn Dancer (04:25)
8. Roads of Loneliness (03:52)
9. Temple of Immortal Shame (04:21)
10. The Halls of Valhalla (07:18)

Geschichten aus der toten Stadt.

DEAD CITY DREAMING ist das fünfte Studioalbum aus dem Hause CRYSTAL EYES, einer schwedischen Band die seit 1992 besteht – aber erst um die Jahrtausendwende und mit dem Debütalbum WORLD OF BLACK AND SILVER (Review) so richtig durchstartete. Bereits auf dem 2003’er CRYSTAL EYES-Album VENGEANCE DESCENDING (Review) zeichnete sich dann ab, was mit CONFESSIONS OF THE MAKER (Review) endgültig Realität wurde: Leadsänger Mikael Dahl gab seinen hauptsächlichen Posten ab, zunächst noch an seinen Kollegen Daniel Heiman. Die Folge war ein noch immer gutes, allerdings längst nicht mehr so aussagekräftiges Album – woraufhin das Leadgesangszepter erneut herumging. In Bezug auf DEAD CITY DREAMING landete es dann überraschenderweise bei Søren Nico Adamsen, einem (zumindest bis dato) recht unbeschriebenen Blatt. Mikeal Dahl bleibt der Band aber weiterhin treu und sorgte auch in diesem Fall dafür, dass das Album zweifelsfrei als eines der CRYSTAL EYES zu erkennen ist. Wie schon beim Vorgänger sollten es 10 vollwertige Titel ohne Zwischenspiele sein, die den nötigen Ausschlag geben.

Und die ersten Eindrücke könnten beileibe nicht besser sein, haben sich die CRYSTAL EYES erneut auf ihre Stärken berufen. Die liegen vornehmlich in einem schön schroffen und abwechslungsreichen Riffing – dass sich durch alle Titel zieht und dafür sorgt, dass man das so gut wie überhaupt nicht eingesetzte Keyboard nicht vermissen wird. Demnach herrscht wie schon bei VENGEANCE DESCENDING wieder ein eher klassischer Gesamteindruck vor, der aus vergleichsweise schnörkellosen und angenehm melodischen Heavy Metal-Nummern generiert wird. Und auch der gewisse hymnische Faktor ist DEAD CITY DREAMING nicht abhanden gekommen – viele der Nummern gehen schnell ins Ohr, drängen sich dabei aber keinesfalls durch einen wie auch immer gearteten Kitsch auf. Søren Nico Adamsen macht seine Sache ebenfalls sehr gut – was dennoch nicht gänzlich davor ablenkt, dass man mit Mikael Dahl (der spätestens auf VENGEANCE DESCENDING zeigte, was er kann) eigentlich schon immer den perfekten Frontmann hatte. Sei es drum, viele Bands haben den ein oder anderen Lineup-Wechsel zu verkraften; wobei die Auswirkungen bei den CRYSTAL EYES glücklicherweise vergleichsweise marginal waren. Hauptsächlich da Mikael Dahl der Band weiterhin erhalten blieb und dafür sorgte, dass man sich rein Sound-technisch immer treu blieb; komme was wolle.

Wenn man schon ein Problem an DEAD CITY DREAMING ausmachen möchte, läge dies ohnehin in einem gänzlich anderen Bereich begründet. Und der bezieht sich vornehmlich auf die gefühlte Ausdruckskraft und vielleicht auch Härte des Albums. Wenn schon mit CONFESSIONS OF THE MAKER in eine, man nenne es einmal etwas seichtere Richtung driftete; vollendet man dieses Wagnis spätestens mit DEAD CITY DREAMING. Vergleicht man die hier etablierte Stimmung mit den ersten Alben, so ist noch immer eine enorme Spielfreude zu spüren – doch wirkt das Ganze nun deutlich harmloser und unspektakulärer. Will heißen: wirkliche Tempo- oder Kraftausbrüche sind kaum vorgesehen, das Ganze ist nun vermehrt als melodischer Hardrock denn als energetischer Power Metal einzustufen. Das ist indes noch kein Urteil, sondern lediglich eine Feststellung – die man speziell wenn man gewisse Erwartungen an das Album hegt beachten sollte.

Doch ob nun frech und variantenreich wie damals, oder etwas mehr auf Nummer sicher wie auf DEAD CITY DREAMING – die CRYSTAL EYES gaben und geben sich vor allem in Bezug auf das Songwriting keine Blöße. Die Nummern sind wenn man so will äußerst effektiv geschrieben – und lassen nur allzu selten den Wunsch nach einer dringend benötigten Veränderung aufkommen. Die starke Präsenz der Gitarren erledigt beinahe alles übrige – sodass auch eher getragene Titel wie INTO THE LIGHT oder WALL OF STARS mit den nötigen Ecken und Kanten versehen werden. Und auch wenn das Album insgesamt nicht unbedingt vor einer explosionsartigen Kraft strotzt hat man dennoch eine handvoll Nummern einkalkuliert, mit denen man deutlicher vorprescht – wie beim starken BATTLEFIELD oder der überraschend flotten Genre-Hymne DAWN DANCER.

Anders gesagt: DEAD CITY DREAMING nähert sich als erstes CRYSTAL EYES-Album expliziter an die Gefilde des Hardrock und AOR an – und macht dabei noch immer eine verdammt gute Figur. Eine insgesamt deutlich weniger bissige zwar, das sollte erwähnt werden – und doch entfaltet das Ganze eine respektable Wirkung. Vor allem natürlich dann wenn man die interessante Diskografie der Band im gesamten, und den Werdegang der CRYSTAL EYES als einen eher wechselhaften und lebendigen betrachtet. Manchmal sind es der Veränderungen zu viele, manchmal fährt man sich im Laufe einer Bandgeschichte Sound-technisch fest – die CRYSTAL EYES scheinen zumindest in Bezug auf DEAD CITY DREAMING das exakte Mittelmaß gefunden zu haben.

Absolute Anspieltipps: INTO THE LIGHT, BATTLEFIELD, THE QUEST REMAINS, DAWN DANCER


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„Etwas glattgeschliffener und unspektakulärer als die Vorgänger – aber dennoch verdammt stark; wenn auch auf eine andere Art und Weise.“