Metal-CD-Review: CELLADOR – Honor Forth (EP, 2011)

Alben-Titel: Honor Forth (EP)
Künstler / Band: Cellador (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 23. Oktober 2011
Land: USA
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Chris Petersen – Vocals, Guitars, Bass
Diego Valadez – Keyboards
Jesper Stotz – Keyboards (Honor Forth & I’m Omega)
Adam Leeway – Drums

Track-Liste:

1. Honor Forth (03:49)
2. I’m Omega (04:44)
3. Unchained (05:01)
4. Conscious Defector (05:09)

Ehre wem Ehre gebührt.

Nachdem sich die US-Amerikansichen Power Metaller von CELLADOR der Welt schon 2006 mit ihrem rundum gelungenen Debütalbum ENTER DECEPTION (siehe Review) vorgestellt hatten, ging es für die Band nicht direkt weiter – einige markante Lineup-Wechsel und eine langjährige Schaffenspause waren die Folge. Umso interessanter war und ist das 2001 erschienene Lebenszeichen der Band, die 4 Titel enthaltene EP HONOR FORTH. Dabei ist sie nicht nur interessant, da sie erstmals wieder neues CELLADOR-Material nach immerhin 5 Jahren Pause präsentierte – sondern auch, da gitarrist und gründungsmitglied Chris Petersen dieses Mal einige Sachen selbst in die Hand nahm. Schlciht, da die Band zu diesem Zeiptpunkt kein collständiges Lineup hatte, er die Band aber dennoch nicht ihrem Schicksal überlassen wollte. Das ergebnis ist dabei durchaus ansehnlich geworden, auch wenn sich das Ganze so ein wenig wie ein Ein-Mann-Projekt anfühlt – Chris Petersen kann nicht nur hervorragend Gitarre spielen, sondern auch singen und den Part des Bassisten übernehmen. Nur an den Drums bekam er Unterstützung von einem gewissen Adam Leeway – was gut ist, schließlich waren das furiose und variable Drumming schon ein Markenzeichen von ENTER DECEPTION.

Tatsächlich bewegt sich die EP stilistisch auch gar nicht so weit entfernt von eben jenem 5 Jahre älteren Vorgänger. HONOR FORTH ist temporeich, handwerklich über viele Zweifel erhaben, klingt schön wuchtig; und bietet dem geneigten Power Metal-Enthusiasten eine ansprechende Mixtur aus dezent schroffen und melodiösen Genre-Elementen. So kann schon der Opener und titeltrack HONOR FORTH zu einem kleinen highlight avancieren – zumal CELLADOR hier einen ihrer bisher besten refrains präsetnieren. Aufgrund der geringen Spielzeit der EP, aber sich auch aufgrund des leicht veränderten Klankonzepts fallen die Soli nciht mehr ganz so länglich aus – verrückt genug um aufzufallen sind sie aber immer noch. CELLADOR, oder eher Chris Petersen hat in diesem Fall alles richtig gemacht – seine kurze, aber über alle Maßen knackige EP kann sich wahrlich sehen (und hören) lassen.

Absolute Anspieltipps: HONOR FORTH, UNCHAINED


„Eine kurze aber gelungene, und in gewisser Weise auch beeindruckende EP.“

Metal-CD-Review: CELLADOR – Enter Deception (2006)

Alben-Titel: Enter Deception
Künstler / Band: Cellador (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Juni 2006
Land: USA
Stil / Genre: Power Metal
Label: Metal Blade Records

Alben-Lineup:

Michael Gremio – Vocals
Chris Petersen – Guitars
Bill Hudson – Guitars
Valentin Rakhmanov – Bass
David Dahir – Drums

Track-Liste:

1. Leaving All Behind (03:13)
2. A Sign Far Beyond (05:17)
3. Never Again (05:13)
4. Forever Unbound (05:59)
5. Seen Through Time (07:09)
6. Wakening (05:19)
7. Releasing the Shadow (05:42)
8. No Chances Lost (06:31)

Ein Trick, dem man nur allzu gerne auf den Leim geht.

ENTER DECPTION ist das Debütalbum der US-Amerikanischen Power Metaller von CELLADOR, die sich bereits 2003 unter dem Namen APOSTATE gegründet haben. Doch wenngleich man es eventuell anders erwartet hätte, hört man der Band ihre Herkunft nicht direkt an – schließlich spielen CELLADOR einen energetischen Power Metal, den man einwandfrei der europäischen Spielart zuordnen könnte. Stilistisch bewegen sie sich dabei irgendwo zwischen dem oftmals überaus flotten und Riff-geladenen Output von DRAGONFORCE, und eventuell auch der beschwingten Melodiösität von POWER QUEST. Aber, und immerhin: wie eine bloße Kopie dieser oder anderer potentieller Vorbilder klingen CELLADOR zu keinem Zeitpunkt. Überhaupt scheint die Band kaum Zeit verlieren zu wollen, und prescht mit ihren 8 auf ENTER DECPTION enthaltenen Titeln direkt markant nach vorn. Mit dieser Form der pausenlosen Aneinanderreihung von potentiellen Hymnen, sowie seiner allgemeinen Kompaktheit ermöglicht das Album einen direkten und unkomplizierten Einstieg – und sollte vor allem Geschwindigkeitsliebhaber, Gitarrenfetischisten und Freunde des schnörkellosen zufriedenstellen.

Schließlich ist die Gitarrenarbeit größtenteils hervorragend – man lauscht den beiden hier verantwortlichen Frickel-Künstlern einfach gerne, auch wenn die Soli-Passagen auch mal dezent zu abgedreht daherkommen können und so – wie im übrigen so vieles – reine Geschmackssache sind. Immerhin haben sie einen hohen Unterhaltungswert und zeigen sie auf, dass die beiden Gitarristen ihr Handwerk verstehen. Das gilt im übrigen auch und gänzlich uneingeschränkt für den Drummer der Combo, der bei CELLADOR offensichtlich einiges zu tun hat. Glücklicherweise handelt es sich bei seinem vorgehen aber nicht um ein stupides Doublebass-Dauerfeuer – es sind immer wieder Variationen sowie allerlei Tempi- und Rhythmuswechsel vorgesehen. Das lockert einzelne Titel auf, und macht auch die auf den ersten Blick eher unscheinbaren interessant – wie etwa das hymnische NEVER AGAIN. An den Leadgesang von Michael Gremio muss man sich eventuell erst einmal gewöhnen – doch seine vergleichsweise gemäßigte, dabei aber nicht eine gewisse Kraft entbehrende Stimme fügt sich perfekt in die Gesamtkompositionen ein.

Und dennoch bleibt ein leicht fader Beigeschmack zurück, der vornehmlich darauf zurückzuführen ist dass CELLADOR eben keine Fehler machen. Oder eher: sich nicht nennenswert ausprobieren, und im Verlauf des sich etwas zu gleichförmig anfühlenden Albums absolut auf Nummer sicher gehen. Immerhin bleibt dem geneigten Genre-Hörer so eine sonst obligatorische Ballade erspart, und der Wegfall von etwaigen lückenfüllenden Zwischenspielen ist theoretisch eine angenehme Sache. Aber: ein wenig mehr Spielraum hätte es dann doch sein dürfen. So hat man schließlich des öfteren das Gefühl, versehentlich die Repeat-Tase erwischt zu haben, oder anders gesagt: aufgrund ihrer doch sehr ähnlichen Strukturen und der kontinuierlich angepeilten Gangart im Uptempo fällt es nicht immer leicht, die einzelnen Titel überhaupt auseinanderzuhalten. Mit den Refrains verhält es sich ähnlich respektive ebenfalls dezent zwiespältig: grundsätzlich machen sie aufgrund ihrer Eingängigkeit Spaß, doch wirklich herausragend klingen zu keinem Zeitpunkt. Zumal gerade die unterstützenden Chor-Elemente nicht immer stilsicher klingen. Dass hat unter anderem zur Folge, dass man CELLADOR im direkten Vergleich zur Konkurrenz noch nicht unterstellen kann; dass sie das Zeug dazu haben absolut einzigartige und unvergessliche Hymnen zu kreieren. eine Empfehlung kann dennoch ausgesprochen werden – denn vom Dasein eines schlechten Power Metal-Albums ist ENTER DECEPTION glücklicherweise noch immer weit entfernt.

Absolute Anspieltipps: A SIGN FAR BEYOND, NEVER AGAIN, SEEN THROUGH TIME


„Ein rundum gelungenes Debütalbum, das insgesamt aber noch etwas zu unspektakulär daherkommt und zu wenig Abwechslung bietet.“

Metal-CD-Review: CELLADOR – Off The Grid (2017)

Alben-Titel: Off The Grid
Künstler / Band: Cellador (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 10. März 2017
Land: USA
Stil / Genre: Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Chris Petersen – Vocals, Guitars
Eric Meyers – Guitars
Diego Valadez – Keyboards
James Pickett – Bass
Nick McCallister – Drums

Track-Liste:

1. Sole Survivors (03:47)
2. Break Heresy (04:17)
3. Shadowfold (04:03)
4. Wake Up the Tyrant (04:17)
5. Off the Grid (04:53)
6. Swallow Your Pride (05:04)
7. Shimmering Status (04:39)
8. Good Enough (Cyndi Lauper cover) (03:16)
9. This Means War (04:25)
10. Running Riot (03:16)

Von aufgestoßenen Kellertüren und fast vergessenen Helden.

Es ist nun schon einige Jahre her, dass sich eine junge aufstrebende Metal-Combo aus den USA aufmachte die Kellertür aufzustoßen – und die musikalische Welt im Sturm zu erobern. Doch nachdem CELLADOR – die zunächst als APOSTATE unterwegs waren – der geneigten Hörerschaft ihre ersten Werke präsentierten, wurde es auch schon wieder verdächtig ruhig um die Amerikaner. Tatsächlich liegt das letzte Studioalbum ENTER DECEPTION schon gute 11 Jahre zurück – wobei es natürlich auch nicht ausblieb, dass einige Mitglieder die Band zwischenzeitlich verließen. Nach der nicht unbedingt herausragenden, aber immerhin als Lebenszeichen zu wertenden EP HONOR FORTH aus dem Jahre 2011 ist es nun aber wieder an der Zeit für ein neues CELLADOR-Album. Das gute Stück horcht auf den Namen OFF THE GRID und enthält 10 respektive 11 (inklusive des bonustracks) neue Titel, die die Band mit dem 2015 zur Band hinzugestoßenen Gitarristen Eric Meyers erstmals mit dem kompletten neuen Lineup präsentiert.

Rein musikalisch könnten CELLADOR dabei recht gut als Fusion aus den Werken von DRAGONFORCE und POWER QUEST beschrieben werden. Der eine Vergleich ergibt sich schlicht aus der so gut wie immer anberaumten hohen Geschwindigkeit und des Fokus auf die Gitarren – und der andere aus den ebenfalls stets hochgehaltenen melodiösen Strukturen inklusive angenehmer Backgroundgesänge. Und auch wenn sich Vergleiche wie diese unweigerlich anbieten – und man der Band ihre Herkunft nicht anhört, nicht zuletzt dank ihres einwandfrei gespielten Power Metals der europäischen Spielart – haben CELLADOR noch immer einige Elemente in Petto, die es so nur bei ihnen zu hören gibt. Sicher, OFF THE GRID als musikalische Revolution zu bezeichnen wäre dennoch verkehrt – aber das spürbare Engagement der einzelnen Mitglieder, die perfekte Symbiose aus hart-antreibenden und niemals allzu kitschig klingenden melodischen Elementen sowie die exzellelente Präsentation des Albums machen dies auch erst gar nicht nötig. Anders gesagt: OFF THE GRID prescht von der ersten Sekunde an markant nach vorn – und macht dabei einen Heidenspaß.

Seien es enorm hymnisch angelegte Brecher wie BREAK HERESY oder WAKE UP THE TYRANT, SWALLOW YOUR PRIDE als wohl schnellste Nummer des Albums, oder selbst das CINDY LAUPER-Cover GOOD ENOUGH – eine schlechte Figur machen CELLADOR zu keinem Zeitpunkt. Die Gitarren und das Drumming klingen schön satt und variabel, die Keyboardelemente sind auf ein Minimum reduziert; und auch der gut gespielte Bass bekommt eine respektable Bühne. Als Aushängeschild der Band fungiert aber sicher auch der hiesige Leadsänger Chris Petersen – der eine recht markante Stimme hat und diese auch gekonnt in Szene zu setzen weiß. Schlussendlich: für einige ruhige Minuten zwischendruch ist das Album definitv nichts – aber für alle, die Geschwindigkeit und knackige Riffs lieben; ist es ein wahres Fest.

Absolute Anspieltipps: BREAK HERESY, SHADOWFOLD, WAKE UP THE TYRANT, SHIMMERING STATUS, THIS MEANS WAR


„Ein ausgezeichnetes Comeback.“