Metal-CD-Review: BAL-SAGOTH – Starfire Burning Upon The Ice-Veiled Throne Of Ultima Thule (1996)

Land: England – Genre: Brutal Symphonic Metal

„Black Dragons Soar above the Mountain of Shadows (Prologue)“ – 3:05
„To Dethrone the Witch-Queen of Mytos K’unn (The Legend of the Battle of Blackhelm Vale)“ – 6:45
„As the Vortex Illumines the Crystalline Walls of Kor-Avul-Thaa“ – 6:35
„Starfire Burning Upon the Ice-Veiled Throne of Ultima Thule“ – 7:23
„Journey to the Isle of Mists (Over the Moonless Depths of Night-Dark Seas)“ – 1:11
„The Splendour of a Thousand Swords Gleaming Beneath the Blazon of the Hyperborean Empire“ – 6:03
„And Lo, When the Imperium Marches Against Gul-Kothoth, Then Dark Sorceries Shall Enshroud the Citadel of the Obsidian Crown“ – 6:28
„Summoning the Guardians of the Astral Gate“ – 6:09
„In the Raven-Haunted Forests of Darkenhold, Where Shadows Reign and the Hues of Sunlight Never Dance“ – 6:29
„At the Altar of the Dreaming Gods (Epilogue)“ – 2:29

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Kurze Titelbezeichnungen sind etwas für Weicheier.

Es ist schon höchst beeindruckend, wie „frisch“ und aktuell ein 1996’er Epic-Black-Symphonic-Metal-Album auch im Jahre 2011 noch klingen kann. Unter anderem deshalb, und weil ich die Band Bal-Sagoth erst just für mich entdeckt habe – Asche auf mein Haupt in Anbetracht der Erstveröffentlichung im Jahre 1994 – widme ich der Scheibe mit dem ellenlangen Titel Starfire Burning Upon The Ice-Veiled Throne Of Ultima Thule ein kleines Musik-Review.

Zuerst muss man festhalten, dass dieses Werk für mich als Power-Metaller grundsätzlich ein stückweit härter und düsterer daherkommt als ich es normalerweise gewöhnt bin. Doch eins ist klar – nur ein Narr halt sich an lächerlichen Genre-Grenzen innerhalb der Musikwelt auf. Und so bin auch ich stets offen für neue Inspirationen und Klangwelten – nach Equilibrium wird Bal-Sagoth nun also die zweite „härtere“ Band sein, die in meinem CD-Player rauf und runter laufen wird.

Härter ? Sicher, für manche mag dies alles noch harmlos erscheinen, doch ich bewege mich nun einmal nicht vornehmlich in Dark-, Death- oder Doom-Metal-Gefilden; hauptsächlich aus Gründen des Gesangs. De facto heisst das, dass eine Band aus diesen Genres mich schon irgendwie anders „ködern“ muss, damit meine Lauscher auch hängenbleiben. Und was bei Equilibrium die höchst melodischen Intrumentalpassagen mit enorm eingängigen Samples sind (womit ein interessanter Kontrast zwischen „schönen“ Melodien und eher schroffem Gesang entsteht) – sind bei Bal-Sagoth unglaublich komplexe Arrangements und generell ein gewisses Epic-Dragonslayer-Feeling, welches fantasievolle Bilder direkt vor dem inneren Auge des Zuhörers entstehen lässt. Zuletzt war mir dies bei Luca Turilli’s Prophet Of The Last Eclipse vorgekommen – der ja auch nicht gerade vor episch angelegten Metal-Synfonien zurückschreckt. Nur – die Stimmung ist eine andere. Deshalb möchte ich das Experiment wagen, und dieses Album hier die dunkle Version eines Cosmic-Power-Metal a’la Luca Turilli nennen.

Und dass sich Turilli und Bal-Sagoth in Sachen der musikalischen Erhabenheit in nichts nachstehen, erkennt man bereits am Intro. Ach ja, man verzeihe mir dass ich die Titel nicht mehr ausschreiben werde, wie man oben sieht, können sie recht länglich ausfallen. Nun: eine höchst eingängige Melodie, leichte epische Chorgesänge im Hintergrund, ein Grollen dass man noch nicht so recht einschätzen kann – macht dieses Intro nun Hoffnung oder weist es auf eine Verzweifelung hin… irgendwie ist es ein wenig von beidem. Doch in jedem Fall ist es gnadenlos episch ! Titel 2 beginnt sogleich mit einer kleinen Schlagzeug-Orgie, und macht die weitere musikalische Richtung deutlich. Nun lauscht man auch zum ersten Male dem Gesang, und einem „üblichen“ Songaufbau von Bal-Sagoth: der gewiss nicht allzu gewöhnlich ist ! Denn man sieht es bereits hier: schnelle Passagen wechseln sich mit langsameren ab, mal rückt ein Sprecher in den Vordergrund, mal sind es nur die hämmernden Instrumente, mal klingt es wie pure Filmmusik… unter Eintönigkeit versteht man wohl etwas gänzlich anderes.

Diese Abwechslung zieht sich durch das Ganze Album, und macht es zu einer sehr lebhaften Angelegenheit. Die Mischung aus brachialer Härte und ruhigeren, beinahe andächtigen Passagen ist angenehm und gut inszeniert. Alles in allem ein Album, welches in keiner anständigen Metal-Sammlung fehlen sollte. Mein persönlicher Favorit des Albums: höchst wahrscheinlich der gnadenlos-epische Track 4.


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„Ein Fall für sich – aber ein durchaus angenehmer.“