Metal-CD-Review: AXXIS – II (1990)

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Alben-Titel: II
Künstler / Band: Axxis (mehr)
Land: Deutschland
Stil / Genre: Hard Rock / Heavy Metal
Label: EMI Music

Alben-Lineup:

Bernhard Weiß – Vocals, Guitars
Walter Pietsch – Guitars
Harry Öllers – Keyboards
Werner Kleinhaus – Bass
Richard Michalski – Drums

Track-Liste:

1. The World Is Looking in Their Eyes 04:07
2. Save Me 04:05
3. Touch the Rainbow 03:32
4. Rolling like Thunder 04:06
5. Hold You 04:42
6. Ships Are Sailing 03:52
7. Little Look Back 03:58
8. Face to Face 05:22
9. Get Down 03:22
10. Gimme Back the Paradise 03:36
11. Hold You (acoustic version) 04:08

Die Erfindung der Eingängigkeit.

Nachdem die deutschen Jungs von AXXIS Ende der 80er Jahre mit ihrem Debüt KINGDOM OF THE NIGHT (Review) durchgestartet sind, folgte der Nachfolger II bereits kurze Zeit später. Warum auch nicht, ging die Mischung aus dezent hardrockigen bis schwermetallischen Tönen in Verbindung mit einer leichten Zugänglichkeit gnadenlos gut auf. Die AXXIS-Trademarks der absoluten Mitsing-Refrains und der Unvergleichbarkeit von Leadsänger Bernhard Weiß waren geboren – eine Tradition, die sich auch auf II fortsetzen sollte.

Jedoch ist in diesem Falle kaum von einer gewöhnlichen Fortsetzung zu sprechen – sondern eher von einer Überspitzung der eben genannten Aspekte. Auch wenn man sich mancherlei Superlativen kaum vorzustellen vermag, ist II tatsächlich noch eingängiger und so gesehen auch noch zugänglicher und freundlicher ausgefallen als der Vorgänger. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, sollte man meinen – doch AXXIS haben es geschafft. Was das nun in Bezug auf das Album II als Ganzes bedeutet; da könnten einige geteilter Meinung sein.

Fakt ist, dass es vor allem den Fans des Vorgängers gefallen wird – auch wenn man musikalisch keine nennenswerten Fortschritte macht und auch sonst für wenig Überraschungen sorgt. Das Konzept bleibt relativ simpel, die Nummern eingängig, Bernhard Weiß unverkennbar – wenn er nicht gar noch höhere Frequenzbereiche erreicht als auf dem Vorgänger. Das mag nicht spektakulär, aber doch zumindest solide klingen, jedoch: andererseits ist II schlicht verdammt simpel ausgefallen. Von den Lyrics über die Songaufbauten und Instrumentalkulissen bis hin zum allgemeinen Hymnencharakter der einzelnen Titel bleibt alles recht vorhersehbar und gleichförmig – selbst die Spieldauer der einzelnen Titel eignet sich mit jeweils 3 bis maximal 5 Minuten absolut für die ein oder andere Radioshow. Auch das wird noch einigen gefallen, da man in diesem Fall kaum nach einer besonders einprägsamen Nummer suchen muss, sie sind es grundsätzlich alle – doch ein wenig mehr Komplexität, ein dezentes Brechen mit der bisherigen Tradition hier und da wäre sicher nicht verkehrt gewesen. So aber bleibt das Album, was es augenscheinlich ist: eine Ansammlung von Hits, beziehungsweise Titeln, die man allesamt einzeln als (kommerziell erfolgreiche) Singles hätte auskoppeln können. Tatsächlich geschafft haben es im Endeffekt immerhin drei: das verhältnismäßig ‚harte‘ SHIPS ARE SAILING, die absolute Schnulz-Ballade HOLD YOU und der 80er-Jahre-Tribut TOUCH THE RAINBOW.

Doch auch wenn das Gefühl eines sich langsam aufbauenden, strukturell raffinierten Albums vollständig ausbleibt; entfalten die einzelnen Nummern eine gewisse Wirkungskraft. Eine, die sich gerade noch den zeitlosen Fahrtwind der musikalischen 80er-Jahre zunutze macht. Das Album klingt schön rockig, schmetternd und mitreißend – animiert aber keinesfalls zum Headbangen, sondern eher zum Mitschunkeln oder gar tanzen. Genau das könnte manchen sauer aufstoßen, denn wo der Vorgänger zumindest noch teilweise gewisse schwermetallische Affinitäten durchschimmern ließ, ist das auf II dargebotene Material nur noch schwerlich Heavy Metal zu bezeichnen. Mehr noch, selbst die Bezeichnung des Hardrocks reicht allein nicht aus – die fast schon übertrieben fröhlichen, simplen Refrains und der eher dezente Einsatz der Gitarren und des Schlagzeugs lassen das Ganze Projekt verdächtig nah in Richtung eines schnell ausgenudelten Poprocks driften.

Fazit: Wer gerne einen Blick auf die Anfangszeiten etwaiger alteingesessener Power Metal-Bands wirft, der könnte auch mit AXXIS‘ II seine Freude haben – wenn auch auf eine etwas andere Art. Denn schließlich hat das hier dargebotene Material nur wenig mit dem zu tun; was man sich unter einem Power Metal der frühen 90er-Jahre vorstellt. Anders gesagt: II ist in jedem einzelnen Moment absolut Chart-tauglich. Wer sich daran stört, der sollte eher zum Vorgänger und eigentlichen Debüt KINGDOM OF THE NIGHT greifen; dass zumindest stellenweise etwas, nennen wir es neutraler ausgefallen ist. Dennoch: wer hört nicht lieber eine schön schnulzige Ballade wie HOLD YOU IN MY ARMS, als tatsächlich das Radio einzuschalten… ?

Anspieltipps: THE WORLD IS LOOKING IN HER EYES, SHIPS ARE SAILING

Vergleichsbands: SCORPIONS | VAN HALEN | AXEL RUDI PELL


60oo10

„Immer noch besser als das tägliche Chart-Radio, aber verdammt nah dran.“

Metal-CD-Review: AXXIS – Kingdom Of The Night (1989)

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Alben-Titel: Kingdom Of The Night
Künstler / Band: Axxis (mehr)
Land: Deutschland
Stil / Genre: Melodic Heavy Metal
Label: EMI Music

Alben-Lineup:

Bernhard Weiß – Vocals, Guitars
Richard Michalski – Drums, Vocals (backing)
Werner Kleinhaus – Bass
Walter Pietsch – Guitars, Vocals (backing)

Track-Liste:

1. Living in a World 03:53
2. Kingdom of the Night 03:51
3. Never Say Never 03:41
4. Fire and Ice 04:00
5. Young Souls 03:16
6. For a Song 04:04
7. Love is Like an Ocean 03:24
8. The Moon 03:40
9. Tears of the Trees 04:10
10. Just One Night 03:13
11. Kings Made of Steel 03:32
12. Living in a World (extended version) 05:08

Im Königreich der Nacht herrscht alles andere als Angst.

Wieviele Fans der Band und Freunde des Rock n‘ Roll AXXIS‘ Erstwerk KINGDOM OF THE NIGHT bereits in den Regalen stehen haben, ist ungewiss. Sicher ist nur, dass das Album im Veröffentlichungsjahr 1989 einschlug wie eine Bombe, und sogar bis heute einen Rekord in Form des meistverkauften Hard-Rock-Debütalbums in Deutschland innehält. Aber auch der relative Kultstatus jenes 12 Titel starken Albums scheint ungebrochen, spielen AXXIS noch immer eine nicht unerhebliche Rolle in der deutschen Heavy Metal-Szene. Und das, obwohl ihr letztaktuelles REDISCOVERED-Album (Review) aus dem Jahre 2012 eher als Fehlschlag zu bezeichnen war und ist – es bestand nur aus eher schlechten als rechten Coverversionen, die im besten Fall ab einem gewissem Alkoholgrad hörbar erschienen. Doch nun, und das ist auch ein Grund für dieses rückblickende Review; wollen AXXIS erneut durchstarten – KINGDOM OF THE NIGHT II, so gesehen das Sequel zum heute vorgestellten Album soll bereits Ende Februar 2014 veröffentlicht werden. In wie fern das Ganze eine Rückbesinnung auf alte Stärken sein wird, wird sich zeigen – heute gilt es, noch einmal einen Blick auf die Anfangszeiten der Band zu werfen. Und die liegen mittlerweile – wie die Zeit doch vergeht – satte 25 Jahre zurück.

Dabei scheint es oft nicht leicht, ein derart klassisches Metal-Album wie KINGDOM OF THE NIGHT zu bewerten ohne sich dabei allzu sehr auf eine modernere Perspektive zu versteifen. Damals, um im Jahre 1989 sah die Welt (auch die musikalische) eben noch ein klein wenig anders aus. Das muss – vor allem in diesem Fall – aber nicht heißen, dass man ein Album wie dieses heutzutage unter Wert verkaufen muss. Ganz im Gegenteil, denn KINGDOM OF THE NIGHT zeigt auch aus einer eher unabhängigen Sicht heraus keinerlei potentielle Altersschwächen. Ja; nicht einmal in Bezug auf die Aufnahme- oder Produktionsqualität könnte man Verbesserungswünsche anmelden – was sicher ein wenig ungewöhnlich ist bei einem Debütalbum, welchem gerade einmal eine dem Plattenlabel EMI ausgehändigte Demo vorausging. Und auch die einzelnen Mitglieder machten ihren Job sehr, sehr gut – von einem möglicherweise noch ausbaufähigem Talent findet sich keine Spur. Während die Gitarrenarbeit irgendwo zwischen dezent und verspielt hin- und herpendelt, war und ist vor allem Leadsänger und Galionsfigur Bernhard Weiß einfach unverkennbar. Es mag sein, dass manch einer seine eher grelle Stimme als gewöhnungsbedürftig attribuieren würde – doch klang er bereits auf KINGDOM OF THE NIGHT sehr stilsicher, energetisch und aufgrund seiner relativen Konkurrenzlosigkeit doch mehr als erfrischend.

Bleiben die eigentlichen Titel, denen man vor allem eines attestieren kann: sie alle sind relativ simpel gestrickt, erfüllen aber ihren Zweck. Und das, obwohl oder gerade weil deren Wirkung eher konträr zum Alben-Titel steht – wahrlich, wirklich abenteuerlich oder gar düster ist hier nichts. KINGDOM OF THE NIGHT ist vielmehr ein beschwingtes gute-Laune-Album, welches sich irgendwo zwischen einem grundsätzlich Chart-tauglichen, melodischen Hardrock und einem etwas härterem Melodic Metal bewegt. Entsprechend hymnisch und eingängig wirkt das Album, dessen Titel nur selten die 4-Minuten-Marke überschreiten. Die eigentliche Überraschung ist, dass das Songwriting – so simpel es auch erscheinen mag – im Endeffekt doch überzeugt und keinen einzigen Titel belanglos erscheinen lässt. Selbst die Balladen, wie etwa FIRE AND ICE oder TEARS OF THE TREES klingen weniger kitschig als gedacht, und überzeugen durch eine (zumindest gefühlte) Ehrlichkeit. Ein sehr gutes Händchen bewiesen AXXIS auch in Bezug auf die Refrains – die allesamt überaus einprägsam sind, sich aber dennoch nicht zu schnell abnutzen.

Fazit: Unspektakulär ist manchmal mehr… ? Es erscheint schon fast unmöglich, hinter das wahre Geheimnis von KINGDOM OF THE NIGHT zu kommen. Denn so simpel und ausbaufähig es hie und da erscheint, so mitreißend und zeitlos klingt es in seiner Gesamtwirkung. Ob nun eher in den belebend-rockigen Momenten, während der Balladen oder während der wenigen aber prägnanten, expliziten Metal-Ausflüge (KINGS MADE OF STEEL), AXXIS klingen auf ihrem Debüt auch aus einer heutigen Sicht heraus überraschend glaubwürdig, authentisch und glänzen mit einer enormen Spielfreude. Eine absolute Empfehlung für alle, die zum Metal-Hören nicht in den Keller gehen; und ein mehr als gelungenes Debütalbum einer mittlerweile altehrwürdigen deutschen Metal-Band ihr eigen nennen wollen.

Anspieltipps: LIVING IN A WORLD, KINGDOM OF THE NIGHT, FIRE AND ICE, KINGS MADE OF STEEL

Vergleichsbands: MANOWAR | EDGUY | AXEL RUDI PELL


90oo10

„Für Freunde des beschwingten, des fröhlichen, des hymnischen Hardrocks“

Metal-CD-Review: AXXIS – reDISCOvered (2012)

Land: Deutschland – Stil: Hard Rock / Heavy Power Metal

1. Owner Of A Lonely Heart (Yes Cover)
2. Ma Baker (Boney M. Cover)
3. Stayin‘ Alive (Bee Gees Cover)
4. Roboter (Kraftwerk Cover)
5. White Wedding (Billy Idol Cover)
6. Another Day In Paradise (Phil Collins Cover)
7. Message In A Bottle (The Police Cover)
8. Locomotive Breath (Jethro Tull Cover)
9. Live is Life (Opus Cover)
10. Somebody To Love (Great Society / Jefferson Airplane Cover)
11. Don’t Bring Me Down (Electric Light Orchestra Cover)
12. My Heart Will Go On (Céline Dion Cover)
13. I Was Made For Lovin‘ You (Kiss Cover)

Sicher, dass das die neue AXXIS-Scheibe ist ?

Vorwort: Nach dem 2009’er Erfolgsalbum UTOPIA haben die Deutschen Power-Metal-Recken von AXXIS nun endlich ein neues Album am Start – doch irgendetwas ist dieses Mal anders. Man kann es vielleicht schon anhand des etwas untypischen Alben-Titels erkennen, doch die (einem sicherlich verdächtig bekannt vorkommende) Trackliste macht den überraschenden Ersteindruck komplett: reDISCOvered ist ein Album, welches ausschließlich aus Cover-Versionen besteht. Nun, grundsätzlich ist das Covern von berühmt-berüchtigten Pop-Songs aus der Warte des Heavy Metal nichts allzu neues, doch mit dieser Zusammenstellung von 13 teilweise sehr bekannten Titeln begeben sich AXXIS zweifelsohne auf für sie neue Pfade. Und auch auf für die Zuhörerschaft sichtlich ungewöhnliche – während sonst knallhart wummernde, selbst erdachte Metal-Hymnen das Klangbild der Band dominierten, trifft man nun auf Titel die man allesamt kennt, zumindest wenn man die letzten Jahrzehnte das Radio auch nur sporadisch und nebenher laufen liess.

Kritik: Das besondere im Falle der AXXIS-Coversionen ist in erster Linie der Fakt, dass die Titel nicht allzu stark verfremdet werden wie anderswo – schließlich spielen AXXIS grundsätzlich eine dezent-rockige Variante des Heavy Rocks, oder auch Power Metals. So ‚verbiegen‘ sie sich auch nicht für das neue Album, sondern spielen ihren gewohnt rockig-fetzigen Sound, ohne dabei auf – bei anderen Cover-Bands gerne eingesetzten ‚extremen‘ Stilmittel (wie ultraschnelles Drumming, Growls oder ähnliches) – zurückzugreifen. Das hat zur Folge, dass die auf dem Album vertretenen Titel einerseits stark an das jeweilige Original erinnern, andererseits aber noch ein ausreichendes Maß an Eigenständigkeit, das heisst den typischen ‚AXXIS-Sound‘ mitbringen. Eine weitere unvermeidbare, sich daraus ergebende Folge, die aber sicher so gewollt war: die nun im etwas rockigeren Gewand präsentierten Songs können sowohl problemlos von puristischen AXXIS-Fans, aber eben auch von Anhängern der (ganz) alten Schule verköstigt werden.

So sind (kultige) Titel wie OWNER OF A LONELY HEART, MA BAKER oder STAYING ALIVE noch immer gradlinige gute-Laune-Nummern mit einem Hang zum zeitlosen, die überaus gut ins Ohr gehen. Die eingebrachten Metal-Elemente fallen für AXXIS-Verhältnisse schon fast ‚harmlos‘ aus, ein paar fette (aber dennoch eher dezent wirkende) Riffs sowie ein rein zur Taktgebung genutztes, stark hintergründiges Schlagzeug bestimmen die partytaugliche Gangart. Das klingt in erster Linie nach recht viel Langeweile, doch glücklicherweise gibt es da noch ein Hauptelement, welches die Neuauflage der Titel erst sinnig erscheinen lässt: die Stimme von AXXIS-Leadsänger Bernhard Weiß. Die stellt sich abermals als recht angenehm, aber eben auch vielseitig einsetzbar heraus. So wird die neue CD ihren Platz an den etwas gemäßigteren Rock- beziehungsweise Metal-Stammtischen finden, die gerne auch mal ein offenes Ohr für andere Musikgenres zeigen – und sich nicht als festgefahrene Dickköpfe darstellen lassen wollen. Schließlich hat diese Form der Musik auch noch einen weiteren Effekt: sie vermag es, verschiedene Musik-Generationen und -Hörerschaften zusammenzuführen, und  mögliche Vorurteile abzubauen.

Doch das Cover-Projekt hat nicht nur positive Seiten. Während Titel wie ROBOTER (reines Instrumental mit Metal- und Elektroanleihen) noch durchweg gut funktionieren und Laune machen, wird es gerade bei Titeln, deren Originalversion als ‚unverwechselbar‘ und ‚unnachahmbar‘ bezeichnet werden kann, schwierig. So entfaltet die Coverversion von STAYING ALIVE nicht einmal ansatzweise den Charme und das Hit-Potential des Originals, und klingt gerade im (maßgebenden) Refrain stark nach einem lustigen Karaoke-Abend als nach einem ernstgemeinten Cover. Ebenfalls höchst kritisch: im Original geradezu ‚dramatische‘ und enorm gefühlvolle Nummern wie ANOTHER DAY IN PARADISE, die man eigentlich gar nicht gecovert wissen will – es gibt eben doch Grenzen. So wirkt die AXXIS-Version wie ein mehr als lauwarmer Aufguss, der zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise die Qualität des Originals erreicht. Im Gegenteil, hier wird gar versucht, dem Ganzen eine etwas poppig-rockigere Note zu verleihen, was die Vorlage quasi ad absurdum führt.

Am besten funktioniert das muntere gecovere eben bei Titeln, die auch im Original schon durchschnittliche gute-Laune Nummern waren – Titel, die eher schlicht gehalten sind, ein erhöhtes Maß an Eingängigkeit bieten und deren Schöpfer es AXXIS sicherlich ‚verzeihen‘ würden, was sie aus ihren Nummern gemacht haben. Titel wie WHITE WEDDING, LOCOMOTIVE BREATH, LIFE IS LIFE, SOMEBODY TO LOVE oder DONT BRING ME DOWN sind gute Beispiele dafür. Leider gibt es dann aber doch noch zwei Titel, die so ‚gar nicht gehen‘ – wobei allein die Titelangabe ausreichen müsste um zu wissen, dass man sich das lieber nicht antun möchte / sollte. Die Rede ist ohne Zweifel von MY HEART WILL GO ON und I WAS MADE FOR LOVING YOU. Ersterer Titel ist kaum ernstzunehmen, funktioniert aber auch als leicht satirische Interpretation alles andere als gut – und zweiterer ist wieder einer dieser Kult-Klassiker, bei denen man den Sound des Originals einfach viel zu sehr liebgewonnen hat, als dass man sich nun am ‚modernen‘ Neuaufguss ergötzen könnte.

Fazit: reDISCOvered ist am ehesten als Spaß- und Gute-Laune-Projekt zu betrachten, welches für einige Minuten eine gewisse Leichtigkeit durch die heimischen Anlagen röhren lassen wird. Die Veränderungen im Sinne der Neuinterpretation sind bei weitem nicht so markant / gravierend wie angenommen, auch wenn AXXIS ihren ganz eigenen Stil auf die jeweilige Vorlage drücken und so für reichlich Schunkellaune sorgen. Größtenteils, versteht sich – zwei, drei oder vier Titel sind sicherlich dabei, die man besser gegen andere ausgetauscht hätte. Was auch immer AXXIS mit diesem Projekt erreichten wollten, sie sind zumindest im Gespräch – und zelebrieren ihre Liebe zur Musik. Wie genau ein solches Cover-Album zu bewerten ist, ist indes nicht gänzlich eindeutig – schließlich handelt es sich nicht um gänzlich neue, eigenständige und unabhängige Musik. Was man jedoch beurteilen kann und sollte, ist die Daseinsberechtigung eines solchen Projektes (‚kann und darf so etwas im Ladenregal stehen‘) , und wie es auf die Hörerschaft wirkt (‚ernstgemeinte Cover, ein fideles Spaßprojekt, gar eine Verunglimpfung ?‘). So kommt, alles in allem, ein eher durchwachsenes Urteil zustande. Für Fans und Musikliebhaber sicherlich interessant, für alle anderen ein zu belächelndes Spaß-Projekt und noch lange kein Grund, dafür Geld zu investieren.