Metal-CD-Review: ASTRONOMIKON – Dark Gorgon Rising (2013)

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Alben-Titel: Dark Gorgon Rising
Künstler / Band: Astronomikon (mehr)
Land: Zypern
Stil / Genre: Heavy / Power Metal
Label: Pure Legend Records

Alben-Lineup:

Paris Lambrou – Bass
Nicholas Leptos – Gesang
Socratis Leptos – Gitarre
Stefan Dittrich – Drums

Track-Liste:

1. Ad Astra Per Aspera
2. Anatolia
3. Son of Seriphos
4. Witch Hunter
5. The Spell I’m Under
6. Dramatis Personae
7. Dark Gorgon Rising
8. Bloodborn
9. The Stone Abomination
10. For You I Will Die Young
11. A Sad Day at Argos
12. Perseas Eurymedon

Irgendwie kommt einem das bekannt vor…

Darf man vorstellen – ASTRONOMIKON ist eine erst 2008 gegründete, 4-köpfige Power Metal-Bandcombo aus Zypern. Moment, Zypern ? In der Tat ist die Anzahl der nennenswerten Bands aus hiesigen Gefilden beinahe an einer Hand abzuzählen. Besonders dann, wenn es um das Genre des Power Metals geht: neben WINTERS VERGE und ARRAYAN PATH gibt es eigentlich keine andere aktive Band, die in und aus Zypern eine derartige Musikrichtung zelebriert. Wie es der Zufall will, ist gerade ARRAYAN PATH eng mit den so nur vermeintlichen Newcomern ASTRONOMIKON verknüpft, oder anders gesagt: 4 ARRAYAN PATH-Mitglieder formen ASTRONOMIKON. Warum auch immer man sich zu diesem Schritt entschlossen hat – die neue alte Band hat alle Chancen, etwas aus ihrem Debüt DARK GORGON RISING zu machen. Nicht zuletzt, da es schlicht so gut wie keine Konkurrenz gibt.

Aus internationaler Sicht sieht das Ganze natürlich schon wieder etwas anders aus. Hier ist die Konkurrenz nicht nur groß, sondern schier überwältigend – und kaum eine Band kann sich mit ihrem Sound noch in der Masse an Veröffentlichungen wirklich profilieren. Mit Ausnahme derer, die schon seit Ewigkeiten im Geschäft sind, versteh sich. Und so werden es auch ASTRONOMIKON verdammt schwer haben, in dieser Hinsicht zu bestehen – Heimspiel hin oder her. Denn: DARK GORGON RISING klingt leider alles andere als innovativ. Das ist – sicherlich – nicht unbedingt ein Muss, denn gerade das Genre des Power Metals erlaubt den ein oder anderen gut gemeinten Querverweis, diese oder jene offensichtliche Inspirationsquelle. Doch was ASTRONOMIKON hier abliefern, hat man einfach schon zig mal gehört – und, das ist das Problem; auch wesentlich besser.

Denn obwohl das Ganze als Konzeptalbum inszeniert ist, kommt eben dieses Gefühl (des epischen, einer großen Sage) nicht wirklich herüber. An allen Ecken und Enden fehlt es an Energie, guten Ideen, sich einprägenden Kompositionen – die 13 Titel wirken wie aus einem einzigen, wenig inspirierten Guss. Auch Leadsänger Nicolas Leptos ist nicht unbedingt einer der markanteren Genrevertreter – auch wenn seine Stimme zweifelsohne überaus angenehm ist und nie in unerträgliche Bereiche abdriftet. Dennoch: die ein oder andere wirklich hervorstechende, markant-epische Komposition (die nicht unbedingt direkt an RHAPSODY OF FIRE erinnert, wie DRAMATIS PERSONAE) wäre auf einem Album wie diesem ein absolutes Muss gewesen. Immerhin: ASTRONOMIKON bringen letztendlich doch noch eine gewisse persönliche Note in ihre Songs mit ein. Das können hie oder da mal leicht orientalisch anmutende Klänge sein (wie im Opener ANATOLIA), oder aber markante, atmosphärische Hintergrund-Shouts wie in WITCH HUNTER. Einzelne Refrains erscheinen recht nett und stark melodisch, wie etwa der von THE SPELL IM UNDER.

Richtig auftischen kann man aber erst mit Nummern wie dem Titeltrack, oder explizit auf fremdländisch-mysteriös getrimmten Atmosphäre-Nummern wie A SAD DAY AT ARGOS. Aber auch hier fällt auf: so richtig gut aufeinander abgestimmt und abgemischt ist das alles nicht. Oft können einzelne Elemente zu laut und vordergründig wirken – oder aber völlig ihre Wirkung verfehlen, wie die symphonische Aufmachung von Titeln wie FOR YOU I WILL DIE YOUNG. Das haben RHAPSODY OF FIRE ja selbst auf ihren Demos besser hinbekommen. Ansonsten gilt: all das, was sich im hinteren Teil des Albums abspielt, rangiert irgendwo zwischen engagiert, leicht befremdlich und schon tausendmal gehört.

Fazit: DARK GORGON RISING könnte ein Fest für alle Power Metal-Fans sein – und das ist es auch, wenn man nichts dagegen hat die ein oder andere bekannte Band auf einer Art Sampler wiederzuhören. Schließlich könnte man sich auch einen Spaß daraus machen, und einen jeden Titel auf mehr oder weniger offensichtliche Inspirationsquellen untersuchen – von RHAPSODY OF FIRE über THY MAJESTIE bis hin zu DRAGONOLAND ist hier sicher nicht wenig vertreten. Es bleibt dabei: ASTRONOMIKON können sich noch zu wenig profilieren, und die Titel mit denen sie es schaffen klingen dann schon wieder fast zu fremdartig, in Anbetracht der üblichen Genreverhältnisse. Nicht stark, aber super-solide ist der Gesangspart; Instrumenten-technisch beherrscht ein jeder sein Handwerk – doch kompositorisch und ideentechnisch sieht es eher mau aus. Eine alles andere als perfekte Produktion rundet den Eindruck eindeutig ab – in Richtung unspektakulär. Unspektakulär, aber dennoch hoffnungsvoll. Denn wer weiss, was ASTRONOMIKON noch für die Zukunft geplant haben… vielleicht macht man aber auch mit ARRAYAN PATH weiter ? Nur bitte nicht noch eine Band eröffnen – das verfälscht dann langsam aber sicher die Statistik.

Anspieltipps: SON OF SERIPHOS, DRAMATIS PERSONAE, DARK GORGON RISING, A SAD DAY AT ARGOS

Vergleichsbands: ARRAYAN PATH | PRODIGAL EARTH


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„Grundsolide, aber schlicht wenig spektakulär“

ASTRONOMIKON – Dark Gorgon Rising (Metal News)

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Die höllische Rache der Medusa.

Nach STRATOVARIUS‘ NEMESIS kommt das nächste wirklich vielversprechende Power Metal-Album mit einer reellen Chance auf den Titel Album des Jahres – oder zumindest Album des Monats – recht überraschend. Nicht nur, dass ASTRONOMIKON aus Zypern stammen, dass bis heute nicht unbedingt als Metal-Hochburg zu bezeichnen ist – mit DARK GORGON RISING legt die Truppe ihr Debütalbum vor. Erst im Jahre 2008 gegründet, haben die 2 festen und 2 Live-Mitglieder zuvor erst eine Demo-CD veröffentlicht. Diese kam offenbar so gut an, dass die Band um Nicolas Leptos (Gesang) bestärkt war, weiterzumachen. Moment, Nicolas Leptos… ? In der Tat ist die Liste der Power Metal-Bands aus Zypern nicht allzu lang, sodass es selbst spärlich informierten auffällt, wenn jemand in mehreren Bands gleichzeitig tätig ist.  So ist besagter Herr Leptos durchaus fleissig: neben ASTRONOMIKON ist er ausserdem für den Gesang bei ARRAYAN PATH (Review zum 2011er Album), PRODIGAL ERATH und DIPHTERIA verantwortlich. Wenn sich der gute Mann da mal nicht übernimmt… doch im Moment gilt alle Aufmerksamkeit dem bald erscheinenden Album. Die ersten Samples klingen in jedem Fall recht interessant…