Metal-CD-Review: ALPHA TIGER – Alpha Tiger (2017)

Alben-Titel: Alpha Tiger
Künstler / Band: Alpha Tiger (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 25. August 2017
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Steamhammer

Alben-Lineup:

Dirk Frei – Bass
David Schleif – Drums
Peter Langforth – Guitars
Alexander Backasch – Guitars
Benjamin Jaino – Vocals

Track-Liste:

1. Road to Vega (02:04)
2. Comatose (05:01)
3. Feather in the Wind (05:36)
4. Singularity (04:17)
5. Aurora (04:51)
6. To Wear a Crown (04:57)
7. Vice (04:38)
8. Welcome to Devil’s Town (05:44)
9. My Dear Old Friend (05:57)
10. If the Sun Refused to Shine (05:49)
11. The Last Encore (04:54)

Wenn das Alphatier erst jetzt zu einem wird, was war es dann vorher ?

Ob nun gleich zu Beginn einer Karriere, oder aber im späteren Verlauf – iirgendwann scheint die Zeit, in der ein Studioalbum mit dem Titel des Bandnamens veröffentlicht wird; für beinahe jede (Metal-)Band gekommen zu sein. Das besondere: eine von einer Band getroffene Entscheidung wie diese geht nicht selten mit einer gewissen Bedeutung einher – wobei Ausnahmefälle hinsichtlich einer schlichten Ideenarmut nicht gänzlich auszuschließen sind. Der beste Fall sieht jedoch vor, dass die sogenannten selbstbetitelten Alben für die Unterstreichung eines neuerlichen Selbstbewusstseins einer Band stehen – und die Vermutung stärken, dass die Hörerschaft somit erst Recht die ursprüngliche oder neuerliche Essenz ihrer jeweiligen Lieblingsband auf die Lauscher bekommt. Dass das nicht immer funktioniert und so gesehen auch problemlos nach hinten losgehen kann, zeigten die grundsätzlich starken Finnen von STRATOVARIUS mit ihrem Band-betitelten Album aus dem Jahre 2005 (siehe Review) – sodass stark zu hoffen bleibt, dass es sich bei den Recken von ALPHA TIGER ganz anders verhält.

Und tatsächlich, wie vermutet haben die deutschen Power Metaller nicht grundlos auf die Maßnahme eines selbstbetitelten Albums zurückgegriffen. Oder anders gesagt: es hat sich einiges getan im Hause ALPHA TIGER. So hat man mit Benjamin Jaino nicht nur einen neuen Leadsänger am Start, der eine frische Briese in das musikalische Schaffen der Band bringt – auch die Spielart respektive stilistische Ausrichtung hat sich geändert, oder eher in gewisse Richtungen geöffnet. Die Überraschung dabei ist nicht unbedingt, dass es insgesamt deutlich weniger spektakulär und knackiger zugeht als noch auf den Vorgängern – sondern vielmehr, dass sich ALPHA TIGER beinahe gänzlich von ihren Power Metal-Wurzeln verabschiedet haben. Wie auch immer man dazu stehen mag – das neue Steckenpferd der Band scheint ein eher klassisch-rockiger Sound geworden zu sein, der nicht selten an diverse Metal- und Hardrockbands der späten 70er und 80er Jahre erinnert – und dabei dennoch ein gewisses Zwitterdasein fristet.

Schließlich ist es nicht nur die nicht mehr wirklich zu diesem Album passende Band-Vergangenheit die den Hörgenuss dezent zu trüben weiß (man nenne es den TWILIGHTNING-Effekt) – sondern auch die Tatsache, dass man letztendlich doch kein konsequent klassisch aufgemachtes Metal-Album mit dem gewissen Etwas erhält. Dafür sorgt allein schon die Darbietung des neuen Leadsängers, dessen Stimme schlicht zu wenig Charme und Griffigkeit besitzt um nachhaltig fesseln zu können. Wenn dann auch noch zusätzliche Effekte oder gar Mainstream-Anleihen hinzukommen, wie etwa im sich einfach nicht authentisch anfühlenden SINGULARITY; ist das Chaos perfekt. Überhaupt scheinen die Abmischung und Produktion insgesamt eher zugunsten der Instrumente ausgefallen zu sein – alles was den Gesang betrifft, wirkt sich zusätzlich zum Nachteil für Benjamin Jaino aus. Da ändert auch ein  VICE wenig, welches mit einem zusätzlichen (aber recht platten) Sleaze-Faktzor aufwartet – und schon gar kein Langweiler wie WELCOME TO DEVIL’S TOWN. Höchst merkwürdig gestaltet sich auch der ein wenig an LINKIN PARK erinnernde Rausschmeißer THE LAST ENCORE, der eigentlich nicht viel mehr macht als das vorangegangene IF THE SUN REFUSED TO SHINE erneut aufzugreifen.

Während ALPHA TIGER also zweifelsohne den Mut zur Veränderung mitgebracht haben, muss sich nun auch der Hörer entscheiden. Gibt er der Band weiterhin eine Chance, trotz oder gerade wegen der einschneidenden Veränderungen ? Wird er sich mit der nicht unbedingt klaren Marschrichtung und den vielen verschiedenen, insgesamt aber alles andere als beeindruckend ausgeführten Marschrichtungen und der fehlenden Konsequenz anfreunden können ? Klar scheint nur eines: Power Metal-Fans im herkömmlichen Sinne können oder sollten einen großen Bogen um dieses Album machen – vor allem, wenn sie ein gleichermaßen erfrischendes wie kraftvolles Nachfolge-Album zu iDENTITY (siehe Review) erwarten. Freunde des klassischen Hardrocks und Metals könnten dagegen durchaus mit der Scheibe warm werden – sollten aber ebenfalls nichts allzu spektakuläres oder gar kultverdächtiges erwarten.

Absolute Anspieltipps: TO WEAR A CROWN, IF THE SUN REFUSED TO SHINE


„Eine Veränderung, mit der sich nicht jeder anfreunden können wird – und das absolut zu Recht.“

Metal-CD-Review: ALPHA TIGER – Man Or Machine (2011)

alpha-tiger_man-or-machine_500

Alben-Titel: Man Or Machine
Künstler / Band: Alpha Tiger (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 29. April 2011
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Sonic Attack Records

Alben-Lineup:

Stephan „Heiko“ Dietrich – Vocals
Peter Langforth – Guitars
Alexander Backasch – Guitars
Dirk Frei – Bass
Axel Pätzold – Drums

Track-Liste:

1. Starrider (06:36)
2. Martyr’s Paradise (04:42)
3. Crimson Desert (06:24)
4. When Autumn Leaves Fall (05:16)
5. Against the Time (06:33)
6. Men or Machines (07:35)
7. Karma (04:31)
8. Exit: Night (06:06)
9. Black Star Pariah (07:12)

Die wollen doch nur spielen !

MAN OR MACHINE ist das erste Studioalbum der melodischen Power Metaller von ALPHA TIGER – oder auch das zweite; bezieht man jene früheren Zeiten mit ein, in denen die Band noch als SATIN BLACK unterwegs war. Um der musikalischen Neuausrichtung gerecht zu werden (zuvor widmete man sich eher der Spielart des Trash Metal) sollte man das Ganze aber dennoch als Erstwerk einstufen – ein Werk; dass zweifelsfrei dem Genre des Power Metal zuzuordnen ist, aber dennoch ein klein wenig anders klingt als das Material unzähliger Genre-Kollegen. Das liegt hauptsächlich am ganz eigenen, eher retrospektiv ausgerichtetem Charme der Band – der auf den Geist der Anfangszeiten des Genres Bezug nimmt und den auf MAN OR MACHINE enthaltenen Kompositionen einen schön rockigen, Riff-geladenen Anstrich ohne große Schnörkel verleiht. Dementsprechend ist auch kein Keyboard-Posten im Lineup vorgesehen – ein großes Augenmerk gilt den Spielereien der beiden Gitarristen Peter Langforth und Alexander Backasch, die einen mehr als guten Eindruck hinterlassen. Den Leadgesang von Stephan „Heiko“ Dietrich könnte man dagegen mit gemischten Gefühlen betrachten – wofür entweder die ungewöhnliche Abmischung oder aber sein etwas nasaler Stil verantwortlich sein könnten.

Wie immer handelt es sich um eine reine Geschmacksfrage – denn davon abgesehen macht er seine Sache sehr gut, und geht eine innige Verbindung mit den flotten Instrumentierungen ein. Besonders die öfter anberaumten hohen Töne scheinen es ihm dabei angetan zu haben – was gut ist, wird ein jeder Genre-Fan sofort darauf anspringen und sich in diesem Fall auch nicht mit nervlichen Problemen auseinandersetzen müssen. Anders gesagt: was bei anderen angestrengt oder überstrapaziert klingen würde, klingt bei Stephan „Heiko“ Dietrich stets verdächtig angenehm. Somit ergibt sich ein insgesamt höchst ansprechender Gesamteindruck, der sich irgendwo zwischen den früheren HELLOWEEN und IRON MAIDEN ansiedeln lässt; dabei aber auch nicht die nötige Portion Eigeninitiative vermissen lässt. Es fühlt sich einfach so an, als würden sich ALPHA TIGER entsprechend verausgaben und es absolut ernst meinen – was zwar ein Muss für ein Album wie dieses ist; aber leider Gottes nicht immer vorkommt. So gesehen gibt es auf dem Album auch keinerlei Ausfälle – nur verschiedene Ansichten einer offensichtlich talentierten Band. Selbst der stampfende Opener ist mit seinem längerem Intro-Part eine höchst atmosphärische Angelegenheit. In WHEN AUTUM LEAVES FALL zeigt Leadsänger Stephan „Heiko“ Dietrich dann noch eine etwas andere Seite von sich auf, während das Ganze insgesamt als angenehme und gar nicht mal so kitschige Power-Ballade zu bezeichnen ist. Ein Großteil der Nummern aber kennt nur die Marschrichtung nach vorn; und ist neben dem perfekten Riffing auch stets mit passenden Refrains und Soli-Parts ausgestattet.

Sich in dieser Hinsicht (s)einen Favoriten herauszupicken, fällt entsprechend schwer – grundsätzlich haben alle der etwas flotteren Nummern des Albums ein absolutes Hymnen-Potential. AGAINST THE TIME wäre e3ventuell so ein Kandidat, der keine großen Anstalten macht sich irgendwie verbiegen zu müssen – sondern direkt als gradlinige Power Metal-Kost mit leicht klassischem und an frühere Genre-Zeiten erinnernden Touch durchzustarten vermag. Sehr interessant ist sicher auch ein Titel wie BLACK STAR PARIAH, der noch einmal explizit in der großen Melodie-Kiste gräbt und dabei weniger verbraucht klingt als man es vielleicht vermuten würde.

Schlussendlich: warum auch immer sich ALPHA TIGER dazu entschlossen haben ihre Vergangenheit als SATIN BLACK ad acta zu legen, höchstwahrscheinlich war es die richtige Entscheidung. MAN OR MACHINE ist schlicht ein rundum zufriedenstellendes Debütalbum geworden, dass die Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder perfekt in Szene setzt und vor allem Freunde eines etwas klassischeren Power Metal ohne großartige Spielereien oder Schnörkel ansprechen sollte. Dass das Ganze dabei stets absolut bodenständig und ehrlich klingt, ist ein weiterer Zugewinn – das Album ist schon ein starkes Stück, von dem sich manche eine dicke Scheibe abschneiden könnten. Nur nicht ASCENSION; die mit ihrem ein Jahr später erschienenen Album FAR BEYOND THE STARS (Review) ein ganz ähnlich aufgemachtes, vielleicht noch ein stückweit spektakuläreres Debütwerk abgeliefert haben.

Absolute Anspieltipps: CRIMSON DESERT, MEN OR MACHINES, AGAINST THE TIME, BLACK STAR PARIAH


80button

„Ein rundum gelungenes Genre-Album einer hoffnungsvollen Newcomer-Band.“

Metal-CD-Review: ALPHA TIGER – iDentity (2015)

alpha-tiger_identity_500

Alben-Titel: iDentity
Künstler / Band: Alpha Tiger (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 14. Januar 2015
Land: Deutschland
Stil / Genre: Melodic / Power Metal
Label: Steamhammer

Alben-Lineup:

Dirk Frei – Bass
Stephan Dietrich – Vocals, Piano
Peter Langforth – Guitars, Vocals (backing)
Alexander Backasch – Guitars
David Schleif – Drums

Track-Liste:

1. Intro (00:43)
2. Lady Liberty (04:14)
3. Scripted Reality (06:22)
4. Long Way of Redemption (05:54)
5. Identity (05:52)
6. We Won’t Take It Anymore (04:31)
7. Revolution in Progress (05:05)
8. Closer Than Yesterday (04:55)
9. Shut Up & Think (04:31)
10. This World Will Burn (07:20)

Kann das Alphatier seine Position sichern ?

IDENTITY ist das bereits dritte Studioalbum der 2007 als SATIN BLACK gegründeten Power Metal-Combo aus Freiberg in Sachsen. Interessant ist, dass sich die Band in einem steten Wandel zu befinden scheint – schließlich erfolgte 2011 nicht nur die Umbenennung in ALPHA TIGER, sondern auch eine Neuauslotung der musikalischen Spielart. Einst eher in den Bereichen des Trash Metal unterwegs, ging es nun hinüber zu einer etwas sanfteren, melodischen Form des Power Metal – der nach der Wiederauferstehung der Band erstmals auf MAN OR MACHINE (2011) zelebriert wurde. Nun sind weitere 4 Jahre vergangen – und nach BENEATH THE SURFACE (2013, Review) folgt IDENTITY, ein 10 Titel starkes Album das sich abermals dezent von den bisherigen unterscheidet. Schließlich haben sich ALPHA TIGER, und das konnte man bereits im Vorfeld erahnen; mit ihrem neuen Werk noch ein Stückchen weiter vom ursprünglichen Power Metal-Genre entfernt. Das Ganze geht nun noch eindeutiger in Richtung eines weniger kantigen Melodic Metal, und wären da nicht hie und da noch ein paar knackige Riffs und ein noch immer flottes Tempo; so müsste man fast von einer Zuordnung hinsichtlich des AOR ausgehen.

Im gleichen Atemzug aber scheint sich die Band deutlich verbessert zu haben wenn es um die handwerklichen Leistungen und die Präsentation im Gesamten geht – das Album wirkt in sich geschlossen absolut rund und ist perfekt produziert. Vor allem aber macht es erst einmal vordergründig Laune. Das liegt auch an Frontmann Stephan „Heiko“ Dietrich, seiner soliden Gesangsleistung und den immer wieder eingeworfenen Männerchören – im Zusammenspiel mit den melodischen Frickeleien an den Gitarren spürt man förmlich die investierte Energie und das von ALPHA TIGER an den Tag gelegte Engagement. So findet sich das erste Highlight auch gleich mit dem Opener LADY LIBERTY – einem wunderbar energetischen, Riff-geladenen Einstieg mit wummernden Bässen und einer immens starken Gesangsleistung.

Aber so schön das auch alles klingt – das wohl markanteste Problem des Albums folgt sogleich. Schließlich ist ein Großteil dessen, was ALPHA TIGER hier nach dem Opener und im weiteren Verlauf servieren bestenfalls durchschnittliche Melodic Metal-Kost ohne wirkliche Highlights oder einem größeren Wiedererkennungswert. So kann sich nach dem fulminanten Einstieg schnell ein eher ernüchternder Eindruck einstellen – SCRIPTED REALITY, LONG WAY TO REDEMPTION und der Titeltrack IDENTITY bleiben solide, jedoch auch etwas gleichförmig und bar einer jeden Höhe oder Tiefe. Noch ärger erwischt es dann nur noch WE WON’T TAKE IT ANYMORE, dass trotz der vermeintlich antreibenden Botschaft überhaupt nicht wirken will – Schuld ist das fehlende Tempo, die fehlende Kraft (nur der Leadsänger gibt hier alles – der Instrumentalpart scheint ihn aber kaum zu unterstützen) und die doch etwas eintönigen Riffs. Ausgerechnet diese Nummer wurde dann auch noch als Videosingle auserkoren – unglücklicher kann man es wohl kaum treffen. Mit CLOSER THAN YESTERDAY gelingt ALPHA TIGER dann aber plötzlich doch noch, was sie möglicherweise schon mit anderen Titeln angepeilt haben – sie entwickeln eine gewisse Emotionalität; es kann also durchaus auch mal ruhig und besinnlich zugehen. Danach heißt es dann allerdings wieder: das ist weder Fisch noch Fleisch, was die Band hier bietet.

Ein furioser Opener, ein über weite Strecken starker Leadgesang, ein gelungenes (aber: weichgespültes) Songwriting, ein paar gute Soli und knackige Riffs – eigentlich hat IDENTITY alles oder zumindest vieles von dem, was ein gutes Melodic Power Metal-Album braucht. Warum es dennoch, und vor allem in seiner Gesamtheit nicht wirklich zündet bleibt ein kleines Rätsel – klar ist nur, dass so gut wie alle Titel klar hinter dem mit dem starken Opener aufgebauten und indirekt versprochenen Eindruck hintenan stehen müssen. Zu gleichförmig, zu unspektakulär und typisch wirken viele der hier offerierten Nummern – und vielleicht auch etwas zu soft. Letztendlich scheinen ALPHA TIGER irgendwo zwischen einem flott-energetischen Power Metal mit tradtionellen, und einem eher zurückhaltenden Melodic Rock mit eher modernen Elementen festzustecken – mit einem Ergebnis, dass somit dazu neigt keine der jeweiligen Hörerschaften zufriedenstellen zu können. Rund produziert und anständig dargeboten ist das Ganze allemal – doch vielleicht sollten sich ALPHA TIGER noch ein weiteres Mal zusammensetzen und über ihre musikalische Ausrichtung nachdenken. Schließlich scheint es einstweilen, als hätten sie ihre IDENTITÄT noch immer nicht wirklich ergründet…

Absolute Anspieltipps: LADY LIBERTY, CLOSER THAN YESTERDAY


55button

„Nur für Freunde des konventionellen, leider.“

Metal-CD-Review: ALPHA TIGER – Beneath The Surface (2013)

alphatiger_beneath_500

Alben-Titel: Beneath The Surface
Künstler / Band: Alpha Tiger (mehr)
Land: Deutschland
Stil / Genre: Heavy / Power Metal
Label: Century Media

Alben-Lineup:

Stephan Dietrich – Gesang, Piano
Peter Langforth – Gitarre
Alexander Backasch – Gitarre
Dirk Frei – Bass
David Schleif – Drums

Track-Liste:

01. Intro
02. The Alliance
03. From Outer Space
04. Waiting For A Sign
05. Beneath The Surface
06. Along The Rising Sun
07. Eden Lies In Ruins
08. Rain
09. Crescent Moon
10. We Came From The Gutter

Schon deutlich zielstrebiger als das Debüt. Aber besser… ?

Nicht einmal 2 Jahre war es her, als eine bis dato unbekannte deutsche Bandcombo ihr Debütalbum MAN OR MACHINE veröffentlichte. Tatsächlich waren ALPHA TIGER aber schon früher musikalisch unterwegs – bis 2011 führten sie den Bandnamen SATIN BLACK, unter dem sie 2008 das Album HARLEQUIN herausbrachten. Aber es ist ganz egal, ob man BENEATH THE SURFACE nun als zweites oder drittes Album der noch jungen Band aus Freiberg in Sachsen betrachtet – die Entwicklungen, die innerhalb dieser kurzen Zeitspanne stattgefunden haben, sind direkt auf dem neuen Werk zu hören. Und das in einer recht beeindruckenden Art und Weise.

Das besondere, oder aber auch kuriose an ALPHA TIGER ist schließlich der besondere Geist, der der Musik der jungen Band – in all ihren Facetten – innewohnt. Ein musikalischer Geist, den sie in ihren Kompositionen zelebrieren; der sich aber auch auf der Bühne und in ihren Outfits widerspiegelt. Jener Geist, jener rote Faden bezieht sich auf den unverrückbaren Eindruck, dass ALPHA TIGER in einem früheren Leben schon einmal Musik gemacht haben müssen – oder aber aus einer Paralleldimension stammen, in der die NWoBHM (New Wave of British Heavy Metal) noch immer so zelebriert wird, als wäre das Genre noch keinen Tag gealtert. So ist BENEATH THE SURFACE vielleicht auch entgegen aller Erwartungen (teilweise starke Power Metal-Ausrichtung auf dem Debüt, das Cover-Artwork) ein waschechtes Oldschool-Album geworden, welches Freunde von BLACK SABBATH, JUDAS PRIEST oder SAXON direkt ansprechen wird.

Die Kompositionen auf BENEATH THE SURFACE sprühen so vor einem gewissen Retro-Charme – und vermögen es gleichzeitig, diesen Eindruck mit einer geballten Ladung Energie und Spielfreude zu verknüpfen. Ganz so, wie es bei einem zeitlosen Album auch der Fall sein sollte. Titel wie THE ALLIANCE oder FROM OUTER SPACE sind schlicht wunderbar energetisch, lebendig – wobei gerade die Gitarren einen nicht unerheblichen Anteil an dieser positiven Gesamtwirkung haben. Auch die etwas ruhigeren Titel wie WAITING FOR A SIGN oder CRESCENT MOON funktionieren gut, die Refrains sind teilweise außergewöhnlich gut (wie bei ALONG THE RISING SUN) – und auch Abwechslung gibt es reichlich. Zum Glück – denn die Titel fallen mit Spielzeiten jenseits der 5 Minuten-Marke allesamt recht ausführlich aus. So sorgen die knackigen Breaks und die immer wieder eingestreuten, guten Soli-Passagen für ein ordentliches Flair.

Aber was wäre ein Album wie dieses ohne Schwächen ? Richtig, ein Meisterwerk. Doch um als solches bezeichnet werden zu können; dafür fehlt es BENEATH THE SURFACE letztendlich doch noch an einem gewissen Etwas. Zwei Probleme, die sich je nach Gusto mehr oder weniger stark bemerkbar machen werden, sind die folgenden: zum einen ist der Leadgesang von Stephan Dietrich etwas gewöhnungsbedürftig – hier sind kaum Variationen vorgesehen. zudem wirkt es einstweilen so, als würde er etwas zu hoch singen – und zudem etwas nasal (geringfügig). Das mögen Kleinigkeiten sein – klar ist indes, dass er so nicht zu den besten Sängern im Genre gehört. Der andere Punkt ist der der sich wiederholenden Elemente. Obwohl das Album auf Abwechslung bedacht ist, und die Kompositionen wirklich quicklebendig erscheinen; fällt nach und nach immer mehr auf, dass das Album im Gesamtkontext doch nicht so variabel ist wie gedacht. Den Songs (einzeln betrachtet) könnte man so nur gutes attestieren – doch als Gesamtwerk wirkt BENEATH THE SURFACE schon längst nicht mehr so spektakulär.

Fazit: Power-Metal-Fans aufgepasst, denn… this is not your everyday Power Metal album. Auch, wenn die Genrebezeichnung und das Cover etwas anderes sagen. Vielmehr richtet es sich an jene, die einen markant oldschooligen Sound zu schätzen wissen – ein Sound, der stark in Richtung NWOBHM driftet, und vielleicht sogar dem True Metal zugeordnet werden könnte. Schließlich verzichten ALPHA TIGER auf unötige Spielerien (wie ein Keyboard, Effekte) – und sorgen vor allem dafür, dass die Gitarren ein ausserordentliches Maß an Aufmerksamkeit bekommen. Dennoch wäre hier mehr drin gewesen – mit einem markanteren (vielschichtigeren) Gesangspart, mit ein oder zwei wirklich aus dem Albenkontext hervorstechenden Hymnen.

Anspieltipps: THE ALLIANCE, FROM OUTER SPACE, ALONG THE RISING SUN

Vergleichsbands: FATES WARNING | ENFORCER


70oo10

„Für Zwischendurch bestens geeignet“

ALPHA TIGER – Beneath The Surface (Metal News)

alphatiger_beneath_cover

Auch das ‚Alphatier‘ hat im Januar noch ein Wörtchen mitzureden.

Was für eine Überraschung – die deutsche Power Metal-Combo ALPHA TIGER, die erst 2011 ihr Debüt MAN OR MACHINE vorlegten (zumindest als ALPHA TIGER – davor nannten sie sich SATIN BLACK), veröffentlichen gleich zu Beginn des neuen Jahres eine neue Platte. BENEATH THE SURFACE soll sie heissen, der Stichtag ist der 28. Januar. Als Vorgeschmack gibt es vorab ein neues Video zur Single FROM OUTER SPACE.