Metal-CD-Review: A HERO FOR THE WORLD – West To East, Pt. II – Space Ranger (2019)

Alben-Titel: West To East Pt. II – Space Ranger
Künstler / Band: A Hero For The World (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 15. Februar 2019
Land: Philippinen
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Louie Ryan – Vocals
Jacob Kaasgaard – Vocals, Keyboards

Track-Liste:

1. The Son of Ice and Fire
2. The Orville
3. Leaving Earth (The Memory Will Remain)
4. I Own the Universe
5. Oceania
6. We Are Not Alone (in the Universe)
7. See You in Another Life
8. The Avenger
9. Day and Night
10. Tomorrowland
11. The Orville (Rejoining in Outer Space)
12. Guide in the Galaxy
13. Supernova
14. A Hero in Outer Space – Premonition of the Ultimate Syzygy of Stars
15. We Are Not Alone (in the Universe) (Reprise)
16. Jupiter and Mars
17. See You in Another Life (Acoustic Version)
18. The Son of Ice and Fire (instrumental)
19. The Orville (instrumental)
20. I Own the Universe (instrumental)
21. Oceania (instrumental)
22. We Are Not Alone (in the Universe) (instrumental)
23. See You in Another Life (instrumental)
24. The Avenger (instrumental)
25. Day and Night (instrumental)
26. Tomorrowland (instrumental)
27. The Orville (Rejoining in Outer Space) (instrumental)
28. Guide in the Galaxy (instrumental)
29. Supernova (instrumental)
30. Jupiter and Mars (instrumental)
31. See You in Another Life (Acoustic Instrumental Version) (instrumental)

Neverending Stories aus der guten alten Käsefabrik.

Nein, und gerade da es (in einem gut gemeinten Sinne) gerne etwas länger hätte her sein dürfen – allzu nötig hätten es A HERO FOR THE WORLD wahrlich nicht gehabt, schon wieder ein neues Album zu veröffentlichen. Schließlich hatten die Philippiner um Frontmann Jacob Kaasgaard erst kürzlich ein weiteres musikalisches Weihnachts-Schmankerl an den Start gebracht (siehe Review) – wobei jenes Ungetüm namens WINTER IS HERE (A HOLIDAY ROCK OPERA PT. 2) bei weitem nicht so gut abschneiden konnte wie einst das noch recht charmante Ursprungswerk aus dem Jahre 2013 (Review).Vielmehr hat es genau jene Entwicklung untermauert, aus der sich A HERO FOR THE WORLD offenbar schon seit mehreren Jahren nicht mehr retten können: die einstige, exotische Genre-Hoffnung hat sich langsam aber sicher zu einem kaum noch ernstzunehmenden Act entwickelt. Der Gründe dafür gibt es mehrere – wobei es vornehmlich die allemal diskutablen Leistungen von Jacob Kaasgaard sein sollten, die dem ein oder anderen einen nicht ganz unberechtigten Grund zur Kritik geben. Das kuriose, oder in diesem Fall auch recht ärgerliche dabei ist gar nicht mal diese Feststellung selbst – sondern vielmehr, dass der A HERO FOR THE WORLD-Frontmann scheinbar nichts oder nur äußerst wenig unternimmt; um eben jenem Kritikpunkt etwas entgegenzuwirken.

Im Klartext bedeutet das, dass A HERO FOR THE WORLD wohl auch weiterhin zahlreiche Alben und kleinere Releases an den Start bringen werden. Frei nach dem Motto komme was wolle – oder vielleicht auch ganz egal, was es den Hörer kostet. Ein wie auch immer gearteter Fortschritt ist schließlich nicht zu erkennen, oder anders gesagt: auch in Bezug auf WEST TO EAST PT. II hat sich nicht viel getan. Zumindest nicht in dem Sinne, dass es den geneigten Band-Kritiker doch noch dazu anhalten würde, A HERO FOR THE WORLD aufgrund des ein oder anderen charmanten Elements etwas abzugewinnen. Denn, und das fällt trotz des dieses Mal etwas hochtrabenderen Alben-Themas in Richtung interstellarer Gefilde direkt auf: in stilistischer und handwerklicher Hinsicht bleibt alles beim alten. Beim nicht wirklich ausgereift erscheinenden alten, sollte man wohl sagen. Seien es das arg künstlich tönende, zumeist eher penetrante Drumming; der nicht selten erschreckend schiefe Leadgesang, die fast schon makaberen Keyboard-Elemente (wie in WE ARE NOT ALONE oder GUIDE IN THE GALAXY) oder eben der im allgemeinen eher weichgespülte und klischeebehaftet-klebrige Sound – wirklich rund klingt hier nichts, und schon gar nicht innovativ. Dass der Bass kaum zu hören ist und die Produktion und der Mix ebenfalls nicht zum besten gehören was das Genre zu bieten hat, sollte sich von selbst verstehen – doch das fällt hier erst gar nicht weiter ins Gewicht.

Ganz grundsätzlich – und entsprechend frech – könnte man also annehmen, dass das angenehmste an WEST TO EAST PT. II noch die Interludes sind. Doch während das Intro noch recht gut funktioniert – und DROWN AWAY MY SADNESS sowie REVENGE IS BEST SERVED COLD als Stimmungsmacher tatsächlich gar nicht schlecht wären, nur vielleicht auf einem anderen Album – sieht es in Bezug auf das völlig verhackstückte LEAVING EARTH (das eigentlich nur einen Soli-Part enthält, aber nicht einmal einen kompletten), das deutlich zu dilettantisch klingende THE MEMORY WILL REMAIN, das in jeder Hinsicht arge THE ORVILLE (REJOINING IN OUTER SPACE) sowie das völlig unnötige Reprise zu WE ARE NOT ALONE (IN THE UNIVERSE) schon wieder ganz, ganz anders aus. Natürlich, dem Album bleiben noch immer die großzügige handvoll vollwertiger Nummern – doch sind diese aufgrund der bereits genannten Aspekte respektive Kritikpunkte nicht wirklich ein Genuss. Schlussendlich ist es vor allem ein noch nicht erwähntes Adjektiv, dass die musikalische Werkschau von WEST TO EAST PT. II wohl am treffendsten beschreibt: A HERO FOR THE WORLD klingen einfach verdammt generisch. Eben so, als hätten sie kein Problem auf der Stelle hundert weitere Nummern abzuliefern – und das vermutlich ohne, dass auch nur eine einzige in einem nennenswert positiven Sinne hängenbleiben würde.

Sicher, Fans der Combo werden auch dieses Mal zuschlagen; und Jacob Kaasgard sei es gegönnt. Für alle anderen jedoch, und insbesondere jene die A HERO FOR THE WORLD seit jeher kritisch gegenüberstanden; sollte auch dieses Album nicht mehr als ein gefundenes Fressen sein – zum gepflegten Auseinandernehmen, versteht sich.

Absolute Anspieltipps: Supernova


„Muss nicht – und das ist noch nett ausgedrückt.“

Metal-CD-Review: A HERO FOR THE WORLD – Winter Is Here (A Holiday Rock Opera Pt. 2) (2018)

Alben-Titel: Winter Is Here – A Holiday Rock Opera Pt. 2
Künstler / Band: A Hero For The World (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 09. November 2018
Land: Philippinen
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Louie Ryan – Vocals
Jacob Kaasgaard – Vocals, Instruments

Track-Liste:

1. Sound of Life (04:56)
2. Act I: The Kingdom, the Power and the Glory (02:12)
3. Heaven in My Arms (05:22)
4. Hosianna (05:08)
5. Winter Is Here (05:30)
6. The Lord’s Prayer (04:17)
7. Act II: We Wish You a Merry Christmas (01:11)
8. Santa Claus Is Comin‘ to Town (03:23)
9. Somewhere in My Memory (From „Home Alone“) (04:08)
10. Campanas de Belén (03:13)
11. Mele Kalikimaka (Hawaiian Christmas Song) (03:45)
12. Feliz Navidad (03:20)
13. O Holy Night (Symphonic Power Version) (05:00)
14. The Prayer (04:44)
15. Christmas Epilogue (04:35)
16. Piano Canon Improvisus (04:41)
17. Winter Is Here (Acoustic Version) (06:00)
18. Himlen i min famn (05:22)
19. Hosianna / Ack värmeland, du sköna (Swedish Version) (05:03)
20. Winter Is Here (Instrumental Version) (05:30)
21. O Holy Night (Acoustic Piano Version) (04:55)

Alle Jahre wieder kommt… nicht nur das Christuskind auf die Erde hernieder.

Dass ein breit gefächertes Genre wie das des Power Metals viele Menschen erreicht und sich dementsprechend auch mit vielen verschiedenen Themen auseinandersetzt, ist kein Geheimnis. So können heutzutage nicht länger nur epische Schlachten und Drachenkämpfe mit einem entsprechenden Soundtrack untermalt werden (und sei es nur vor dem geistigen Auge) – für beinahe jede erdenkliche (Alltags-)Situation findet sich irgendwo ein passendes musikalisches Gegenstück. Dass man sich dabei irgendwann auch etwas bekannteren Festivitäten widmen würde, war abzusehen – weshalb man in nicht wenigen Diskografien auch über die ein oder andere explizite Zugabe zum Weihnachtsfest stolpern könnte. Das Problem: zumeist handelt es sich dabei nur um reine Cover-Versionen bereits bekannter (manchmal auch: hinlänglich bekannter) Titel, auf die man so nicht unbedingt im Genre des Power Metals aus ist. Aber immerhin, einstweilen kann auch mal ein interessanteres Experiment entstehen – wie etwa bei A HERO FOR THE WORLD, die 2013 ihr Weihnachtsalbum WINTER IS COMING – A HOLIDAY ROCK OPERA (siehe Review) veröffentlichten. Und, die dabei recht gut abschnitten – selbst oder gerade in Anbetracht der Tatsache, dass von der Titelwahl über den Leadgesang bis hin zur Produktion nicht alles perfekt war. Manchmal – aber auch nur manchmal – können gewisse Sympathiepunkte schließlich über gewisse Schwächen hinwegtrösten.

Nun aber schreiben wir das sich bald dem Ende nähernden Jahr 2018, und Jacob Kaasgaard (der eigentliche Kopf und mittlerweile offenbar höchstselbst alle Instrumente bedienende Frontmann von A HERO FOR THE WORLD) sowie seine nicht-nur-Gesangspartnerin Louie Ryan haben sich erneut gedacht, dass es mal wieder an der Zeit wäre für ein Weihnachtsalbum. Selbiges horcht auf den Titel WINTER IS HERE – A HOLIDAY ROCK OPERA PART 2, und knüpft in etwa da an, wo die zumindest herkunftstechnisch exotischen Power Metaller 2013 aufgehört hatten. Dezent problematisch ist indes, dass die einstigen Genre-Hoffnung von den Philippinen in der Zwischenzeit noch einige weitere Alben an den Start gebracht hat – wobei es diese gelinde gesagt kaum vermochten, den Status der Band als potentieller Aufsteiger weiter zu festigen. Eher ist das Gegenteil der Fall, leider – weshalb auch das neuste Weihnachts-Werk unter einem alles andere als guten Stern steht. Und das trotz des soliden, mittlerweile 5 Jahre alten direkt-Vorgängers mitsamt all seiner Sympathie-Bonuspunkte.

Schließlich sind die mittlerweile relativ restlos verflogen – haben A HERO FOR THE WORLD ihre Chance einfach nicht genutzt, und sich mehr und mehr zu einer absoluten B-Combo entwickelt. Einer Combo, die nicht einmal mehr gängige Genre-Standards erfüllen geschweige denn für eine echte positive Überraschung sorgen kann. Warum genau das so ist (oder eher: sich so entwickelt hat) ist natürlich eine andere Frage, aber: es geht schlicht auf keine Kuhhaut mehr, was Jacob Kaasgaard da für seine potentielle Hörerschaft in Petto hat. Anders gesagt: nach dem bereits absolut enttäuschenden eigenständigen Album WEST TO EAST PART 1 (von dem es sogar mehrere Versionen gibt, ein zusammenfassendes Review gibt es hier) macht auch WINTER IS HERE nicht viel mehr, als dem geneigten Genre-Fan einen Haufen absolut belangloser Nummern vor die Füße zu werfen – und eventuell auch die Haare zu Berge stehen zu lassen. Um das festzustellen, muss man übrigens nicht erst expliziter Gegner einer Kombination von Weihnachten und Power Metal sein – es reicht, sich voll und ganz auf die rein klangliche Komponente zu fokussieren. Und eventuell in wohligen Erinnerungen an die ‚alten‘ A HERO FOR THE WORLD sowie eventuell noch PELLEK oder ORION’S REIGN zu schwelgen, die sich ebenfalls schon auf so manch winterlich-weihnachtlichem Schauplatz ausgetobt haben.

Kurz gesagt: auf WINTER IS HERE scheint so einiges nicht zu stimmen. Seien es der arg künstlich-generische Drumsound, der so gut wie nicht vorhandene Bass, die protzig-klischeehaften Elemente seitens des Keyboards oder die allgemein flache Produktion – der Sound von A HERO FOR THE WORLD lässt auf vielerlei Ebenen zu wünschen übrig. Am gravierendsten aber hat es Leadsänger Jacob Kaasgaard selbst getroffen – hört man den in die höchsten Stimmlagen ausufernden ACT I (die Nummer 2 auf dem Album) oder die rein sprachlich und akzent-technisch höchst problematischen Titel CAMPANAS DE BELEN und FELIZ NAVIDAD, ist klar dass man nicht länger nur von einer Geschmacksfrage sprechen kann. Schließlich ist das, was er hier letztendlich abliefert; nicht nur unter alle (Gesangs-)Kanone – es strapaziert zusätzlich auch noch Nerven, von denen man gar nicht wusste das sie existieren. Sicher mag das hart klingen – doch eigentlich ist es nur gut gemeint, denn: sollten A HERO FOR THE WORLD weitermachen, muss unbedingt ein neuer Leadsänger her.

Ob das viel ändern wird, stünde allerdings weiterhin in den Sternen – schließlich würde es in Bezug auf einfach nur peinliche Titel wie die poppige Cover-Version zu SANTA CLAUS IS COMING TO TOWN, das bereits bekannte und selbst im Gesangsduett höchst problematische SOMEWHERE IN MY MEMORY oder die gar nicht mal so kraftvolle sondern eher penetrante Symphonic Power Version von O HOLY NIGHT ebenfalls nicht mehr viel reißen. Und überhaupt, wie sollte ein Album wie WINTER IS HERE wohl am besten abgeschlossen werden ? Richtig, mit einem Titel wie dem CHRISTMAS EPILOGUE – der die Highlights der Schlechtigkeiten des Albums noch einmal grob zusammenfasst. Über seine musikalische Zukunft nachdenken respektive einige einschneidende Änderungen vornehmen sollte Jacob Kaasgaard in jedem Fall – denn so kann es einfach nicht weitergehen.

Absolute Anspieltipps: /


„Sicher, reine Cover-Alben sind selten besonders geistreich. In diesem Fall aber werden zusätzliche Grenzen gesprengt – und das zur eigentlich besinnlichen Weihnachtszeit.“

Metal-CD-Review: A HERO FOR THE WORLD – Cinerock (2017)

Alben-Titel: CineRock
Künstler / Band: A Hero For The World (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 01. Dezember 2017 (Digital)
Land: Philippinen
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Jacob Kaasgaard – Vocals, Keyboards, Guitar, Bass, Drums
Louie Ryan – Female Vocals

Track-Liste:

01. Main Theme [Epic Version] (1:39)
02. The World’s Greatest (4:47)
03. Go West (5:07)
04. Beauty and the Beast [Rock Version] (3:47)
05. Glory of Love (4:54)
06. We Are One (4:33)
07. Your Love (3:44)
08. The Macahans (Main Theme) (2:31)
09. Shadowland / King of Pride Rock (5:21)
10. The Magnificent Seven (2:24)
11. (Everything I Do) I Do It for You (4:09)
12. Bridge over Troubled Water (4:55)
13. The Lion Sleeps Tonight (3:44)
14. Somewhere In My Memory (4:07)
15. Wind of Change (4:58)
16. The Prayer (4:44)
17. Beauty and the Beast [Power Metal Version] (3:50)

Wenn’s schon mit einem Weihnachts-Soundtrack klappte…

Ja, es ist wieder soweit – das von den Philippinen stammende Power Metal-Projekt A HERO FOR THE WORLD hat erneut zugeschlagen. Nach ihrem erst im Mai diesen Jahres veröffentlichten, etwas sperrig betitelten Studioalbum WEST TO EAST PT. 1: FRONTIER VIGILANTE (siehe Review) legt das Bandprojekt um Frontmann Jacob Kaasgaard nun CINEROCK vor – eine insgesamt 17 Titel starke Compilation voll mit Cover-Versionen einiger mehr oder weniger bekannter Film- und Seriensoundtracks. Immerhin: dass es die im Jahre 2012 gegründete Power Formation – die mittlerweile nur noch aus Louie Ryan und Jacob Kaasgard selbst besteht – durchaus versteht ein mehr als nur vernünftiges Konzeptalbum wie dieses auf die Beine zu stellen, das bewiesen sie schon mit ihrem 2013’er Weihnachtsalbum WINTER IS COMING – A HOLIDAY ROCK OPERA (Review). Danach aber, und das ist der Knackpunkt; war längst nicht mehr alles Gold was analog zum vielversprechenden Bandnamen glänzte.

Dass das speziell für die eigens erdachten Werke der Band gilt, erscheint dabei leicht kurios – ist andererseits aber auch kein allzu großes Wunder. Schließlich hat der hiesige Band-Chef Jacob Kaasgaard tatsächlich eine recht ungewöhnliche Herangehensweise, wenn es um die Inszenierung des A HERO FOR THE WORLD-Leadgesangs geht. Ein Gesang, der beileibe nicht jedermann gefallen wird – und der allemal das Zeug dazu hat, die Hörerschaft entsprechend zu spalten. Doch ganz unabhängig davon, ob man mit seiner Stimme und der an den Tag gelegten Gesangs-Akrobatik nun warm werden kann oder nicht – bisher schien das Bandkonzept immer dann besonders gut aufzugehen, wenn sich die Band mit Cover-Versionen befasste. Covern wie den nun auch auf CINEROCK vertretenen – womit das Album grundsätzlich eine gute Chance hat, weitaus markanter als sein schwacher Vorgänger WEST TO EAST PT. 1 abzuschneiden.

So zumindest lautet die Theorie – die Realität sieht dagegen schon nicht mehr ganz so rosig aus. Vornehmlich, da Jacob Kaasgaard einfach nicht der größte Sänger ist – was bei einem stark auf den Gesang ausgerichteten Cover-Album wie diesem natürlich leicht von Nachteil ist. Im Vergleich mit anderen Genre-Künstlern, die eine ganz ähnliche Schiene fahren – wie PELLEK etwa – hat er jedenfalls kaum eine Chance, woran auch die hie und da eingeholte weibliche Unterstützung nichts ändert. Überhaupt, und das ist ein generelles Problem der neueren A HERO FOR THE WORLD-Erzeugnisse; scheint auch die instrumentale Komponente teils frappierende Schwächen aufzuweisen. Schlicht und hauptsächlich, da alles ein wenig zu sehr nach Eigenproduktion klingt – und sowohl das tatsächliche Spiel der Instrumente als auch die Produktion lediglich die absoluten Mindestanforderungen an das Genre erfüllen.

Anders gesagt: das auf CINEROCK dargebotene Material klingt insgesamt viel zu plump, harmlos und unspektakulär – und wird stellenweise sogar regelrecht unprofessionell inszeniert. Eben so, wie man es von einem auf Spaß ausgelegten Hobby-Projekt erwarten würde – aber nicht von einer Band, die einst als exotische Power Metal-Hoffnung galt. Sicher, auch das A HERO FOR THE WORLD-Weihnachtsalbum aus dem Jahre 2013 hatte mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen – und doch wirkte es insgesamt deutlich griffiger, atmosphärischer und sicher auch ein stückweit charmanter. CINEROCK kann dagegen nicht mehr von der potentiellen Stärke aus der Kombination eines ebenso gewöhnungsbedürftigen wie hie und da doch noch erfrischenden Leadgesangs und den interessanten Anpassungen profitieren, die sich in Bezug auf ein Cover-Album wie dieses ergeben.

Letztendlich muss man sich damit wohl nur noch entscheiden, welche der Nummern am schiefsten klingt – wobei sich durchaus einige vielversprechende Kandidaten offenbaren. Der Opener THE WORLD’S GREATEST beispielsweise klingt schon recht merkwürdig – was allerdings nichts im Gegensatz zu den mit diversen klanglichen Störfaktoren ausgestatteten WE ARE ONE, dem ungünstig ausgewählten EVERYTHING I DO, dem gesanglich höchst problematischen BRIDGE OVER TROUBLED WATER oder etwa dem absoluten Tiefpunkt in Form des nur noch peinlichen THE LION SLEEPS TONIGHT ist. Was dem Album bleibt, sind seine rein instrumentalen Kompositionen in Form der kürzeren Zwischenspiele – sowie eine handvoll doch noch annehmbarer Cover. Vornehmlich wären hier das irgendwie doch Laune machende GO WEST, das im Duett vorgetragene BEAUTY AND THE BEAST (aber auch nur in der Rock-Version ohne das arg künstliche Power-Drumming) oder das ordentliche SHADOWLAND zu nennen. Insgesamt aber sieht es doch eher mau aus für CINEROCK – das wohl nur die beinhartesten Fans der Combo ansprechen sollte.

Absolute Anspieltipps: GO WEST, BEAUTY AND THE BEAST, SHADOWLAND


„Als Spaßprojekt stellenweise noch akzeptabel – aber auch nur, wenn ein oder zwei Augen zugedrückt werden.“

Metal-CD-Review: A HERO FOR THE WORLD – West To East Pt. I – Frontier Vigilante (2017)

Alben-Titel: West To East Pt. I – Frontier Vigilante
Künstler / Band: A Hero For The World (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 26. Mai 2017
Land: Philippinen
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Jacob Kaasgaard – All Instruments, Vocals
Louie Ryan – Female Vocals

Track-Liste POWER VERSION:

1. A Hero Returns (04:44)
2. Gold of Klondike (05:30)
3. San Fernando (05:39)
4. Out Where the West Begins (01:56)
5. Cheyenne (04:21)
6. Eldorado (04:17)
7. Outlaw in the Wild West (07:24)
8. One, Two, Ready, Kill! (03:33)
9. Unforgiven in Rio Bravo (03:36)
10. The Other Side (05:16)
11. Champion (05:04)
12. Into the Fire (06:24)
13. Somewhere out There (05:48)

Helden braucht die Welt. Wirkliche Helden.

Nachdem die philippinischen Power Metaller von A HERO FOR THE WORLD gleich nach ihrer Bandgründung im Jahre 2012 mit den ersten Releases um die Ecke kam, war sie sofort da – die Hoffnung auf einen gleichermaßen guten wie exotischen Genre-Vertreter. Und tatsächlich: auch wenn das hiesige Debütalbum A HERO FOR THE WORLD (siehe Review) längst nicht perfekt war, zeigten vor allem die solide Nachfolge-EP ON FIRE (Review) und das ganz und gar herausragende Weihnachts-Album WINTER IS COMING (Review) auf; dass mit Frontmann Jacob Kaasgard allemal zu rechnen war. Sicher auch, da A HERO FOR THE WORLD seit jeher relativ frei und unabhängig agierten – ein Label haben sie bis heute nicht, und großartig in ihre kreativen Prozesse reinreden wird ihnen wohl auch sonst niemand. Nach einer gleichermaßen kurzen wie unerwarteten Pause und der Rückkehr mit zwei Singles im Jahre 2016 aber stellte sich langsam aber sicher ein eher ernüchterndes Gefühl ein: sind A HERO FOR THE WORLD wirklich die, für die sie sich ausgeben – oder sind sie doch nur eine weitere Power Metal-Combo, die sich im Laufe der Jahre immer mehr verzetteln würde ?

Immerhin: mit ihrem neuen Album WEST TO EAST PT. I geben sich A HERO FOR THE WORLD nun endlich wieder auf einem komplett selbst geschriebenen Langspieler die Ehre, sodass Anhaltspunkte für ein entsprechendes Urteil in die ein oder andere Richtung definitiv vorhanden sein sollten. Und das sind sie auch, sogar alles andere als knapp – auch wenn man es sich vielleicht anders gewünscht hätte. Denn: trotz der guten Grundidee und des erfrischend erscheinenden Konzeptes eines regelrechten Wildwest-Albums mit teils nacherzählten wahren Geschichten versagt WEST TO EAST auf zu vielen Ebenen. Und das nicht nur als allgemeines Power Metal-Album mit einer entsprechend starken Konkurrenz, die über die nunmehr aufgefahrenen Spielzeugrevolver von A HERO FOR THE WORLD nur müde lächeln können – sondern vor allem als absolut enttäuschendes Album einer einst vielversprechenden Nachwuchs-Band. Schließlich beginnen die Probleme schon vor dem eigentlichen Hörgenuss. Denn: WEST TO EAST wurde in sage und schreibe drei unterschiedlichen Editionen veröffentlicht. Wie man es von der Band gewohnt ist, über ihren offiziellen Bandcamp-Account – wobei es schon etwas frech erscheint, für jede Version den vollen Preis zu verlangen.

Und überhaupt: für welche Variante sollte man sich entscheiden ? Relativ gut klingen sie ja alle, zumindest vom Titel her. Sollte es also die sicherlich kräftige POWER EDITION, die wahrscheinlich epische EPIC ACOUSTIC VERSION; oder doch lieber die ursprüngliche DELUXE ORIGINAL EDITION sein ? Zwar erscheint es interessant und gewagt, dass A HERO FOR THE WORLD ihren Fans ein derart breites Angebot unter die Nase reiben – doch eines gilt es in jedem Fall festzuhalten. Denn allen oberflächlichen Unterschieden und der etwas perfiden Spannungsmache zum Trotz – letztendlich enthalten alle drei Varianten dasselbe Material, zumindest im Kern. Es ist lediglich die etwas merkwürdige Strategie von A HERO FOR THE WORLD, die aus regulären 13 Titeln ganz und gar erstaunliche 78 macht – schlicht, indem man jeden einzelnen Titel in 6 verschiedenen Versionen präsentiert (drei reguläre, drei Instrumentalvarianten). Wer weiß schon, ob da vielleicht sogar noch mehr ginge – aber schon jetzt wirkt das Konzept dezent lächerlich und unentschlossen. Vor allem aber weist es auf ein gravierendes Problem hin, denn: eine ungewöhnliche Vorgehensweise wie diese wirkt sich natürlich auch auf die Musik aus.

Kurzum: es scheint, als hätten sich A HERO FOR THE WORLD zu einer regelrechten Baukasten-Metalband entwickelt. Das bedeutet beispielsweise, dass das aufgenommene Gesangsmaterial möglichst generisch gehalten ist – um später leicht mit allen möglichen Instrumentalvarianten abgemischt werden zu können. Die sicher nicht überraschende Folge ist, dass der ohnehin eher ungewöhnlich agierende Jacob Kaasgard alles andere als überzeugend abschneidet. Wie, ja wie kann ein Leadgesang noch authentisch klingen – wenn er nicht länger nur für einzelne Nummern konzipiert, hinsichtlich einer speziellen Rhythmik und einer einzigartigen Atmosphäre angepassst wurde ? Zu Rezensionszwecken liegt im übrigen die POWER EDITION des Albums vor, die weitere Unzulänglichkeiten offenbart – die sicher auch die anderen Versionen haben, nur in einer jeweils anderen Form. Denn: die vermeintlich zünftigen Power Metal-Instrumentierungen gehen absolut in Rauch auf. Auch sie klingen erschreckend generisch und stumpf, vor allem das Drumming (markant: UNFORGIVEN IN RIO BRAVO) – der bereits erwähnte Baukastenprinzip lässt grüßen. Anders gesagt: wenn man hie und da ein paar müde Riffs einspielt, davon abgesehen aber wenig ändert – sorgt das noch lange nicht für einen fulminanten Energieschub, der mit der Bezeichnung Power versehen werden kann. Da macht es auch schon (fast) nichts mehr, dass der Bass so gut wie überhaupt nicht zu hören ist und das Keyboard eher SKYLARK-Qualitäten offenbart denn für eine wirkliche Atmosphäre sorgt.

Sicher, hie und da gibt es Momente; die doch noch auf etwas größeren schließen oder eher hoffen lassen – doch es finden sich auch mindestens ebenso viele, die entsprechend dagegen steuern. So lehnt sich gerade Jacob Kaarsgard einstweilen etwas zu weit aus dem Fenster, und sorgt speziell mit seinen Screams und seinem schnellen Wechsel von tiefen und hohen Gesangslagen für ein ungläubiges Staunen – allerdings in eine eher negativ auszulegende Richtung. Man lauschen nur einmal dem späteren Verlauf vom Opener A HERO RETURNS, in dem er in bester PELLEK-Manier seine stimmliche Reichweite inszeniert – dabei aber reichlich blass bleibt, ja wenn nicht gar unfreiwillig komisch wirkt. Selbiges gilt im übrigen auch für seine Darbietung in gleich komplett verhunzten Nummern – wie etwa dem merkwürdigen ONE, TWO, READY, KILL. Schlussendlich lässt sicher leider nur eines feststellen: wer (noch immer) der Meinung ist, dass Bands wie SKYLARK oder WATERLAND einen guten Power Metal machen, der könnte auch Gefallen an der neuen A HERO FOR THE WORLD-Scheibe finden. Allen anderen bleibt nur die leider immer unwahrscheinlichere Hoffnung, dass die Philippiner irgendwann doch noch die Kurve kriegen.

Absolute Anspieltipps: /


„Unentschlossen, generisch, platt und mit unnötigen Song-Varianten schier um sich schmeissend – A HERO FOR THE WORLD sind zurück, bekleckern sich aber wahrlich nicht mit Ruhm.“

Metal-CD-Review: A HERO FOR THE WORLD – The Other Side (EP, 2016)

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Alben-Titel: The Other Side (EP)
Künstler / Band: A Hero For The World (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. Oktober 2016
Land: Philippinen
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Andy Gentile – Drums
David Sivelind – Guitars, Bass
Jacob Kaasgaard – Vocals, Keyboards

Track-Liste:

1. The Other Side (Power Version) (05:14)
2.Unforgiven In Rio Bravo (03:36)
3.The Other Side (05:18)
4.Unforgiven In Rio Bravo (Acoustic Version) (03:48)
5.The Other Side (Acoustic Version) (05:56)
6.The Other Side (Power Instrumental Version) (05:15)
7.Unforgiven in Rio Bravo (Instrumental Version) (03:36)
8.The Other Side (Instrumental Version) (05:18)
9.Unforgiven in Rio Bravo (Acoustic Instrumental Version) (03:48)
10.The Other Side (Acoustic Instrumental Version) (05:56)
11.The Other Side (Chipmunk Version) (04:44)

Auch ein Held braucht mal ’ne Pause.

Und sie haben es schon wieder getan. A HERO FOR THE WORLD – jene von den Philippinen stammende Power Metal-Formation, die seit der Veröffentlichung eines der wohl besten Weihnachts-Alben des Genres überhaupt (WINTER IS COMING, siehe Review) auf so mancher Beobachtungsliste stehen – haben eine neue EP am Start. Wobei, ganz klar fällt die Deklaration respektive Zuordnung nicht aus – denn THE OTHER SIDE kann unter Umständen auch aus Single betrachtet werden. Schließlich handelt es sich wie schon beim ebenfalls in diesem Jahr veröffentlichten CHAMPION (Review) um ein rein digital vertriebenes Songpaket, dass aus lediglich zwei eigenständigen Titeln besteht – der Rest der immerhin 11 Titel sind Alternativ- und Bonus-Versionen. Und auch wenn sich A HERO FOR THE WORLD wohl nicht ohne Grund für diese eher besondere Veröffentlichungsform entscheiden haben, stimmt gerade diese etwas nachdenklich. Und das nicht nur, da es für die durchaus talentierten Musiker mal wieder an der Zeit wäre ein neues und im besten Fall komplettes Studioalbum zu veröffentlichen – sondern auch, da der Sinn und Zweck von THE OTHER SIDE bestenfalls fraglich ist.

Sicher fühlt es sich gut an zu sehen (und zu hören), dass A HERO FOR THE WORLD weiterhin aktiv sind. Und der offizielle Verkaufspreis von gerade einmal 2 Dollar ist ebenfalls alles andere als zu hoch gegriffen, zumal sich der fast schon allein für die reguläre Version des guten Titeltracks THE OTHER SIDE lohnt. Eine Frage aber bleibt: braucht es wirklich eine solche Anzahl von Bonusversionen, und wer kann tatsächlich etwas damit anfangen ? Denn eines steht schon nach dem ersten Durchhören unweigerlich fest: am besten klingen THE OTHER SIDE und die andere neue Nummer UNFORGIVEN IN RIO BRAVO eben in ihren Originalversionen – wobei die zweitgenannte Nummer schon deutlich schlechter abschneidet. Schuld daran sind der relativ penetrante Doublebass, die fehlende Variation und das Gefühl; als wären Gesang und Instrumental nachträglich zusammengefügt worden – eine wirkliche Einheit entsteht nicht.

Und diese Feststellung sollte man definitiv im Hinterkopf behalten, wenn es um die Bonusversionen geht – von denen bereits die erste, nämlich die sogenannte Power-Version von THE OTHER SIDE; geradezu erschreckend ausfällt. Sicher, das Tempo ist theoretisch mitreißend; und die symphonische Komponente fällt gerade noch erträglich aus – doch in Bezug auf das Timing des Gesangs und sieht es düster aus – der Gesangspart wurde einfach aus der anderen (regulären) Version übernommen. Dabei hat Jacob Kassgard eigentlich eine unverkennbare und angenehme Stimme – doch scheint er aktuell nicht unbedingt in Bestform zu sein. Doch das ist noch nicht alles, denn auch die instrumentalen Kompositionen von A HERO FOR THE WORLD haben reichlich Federn gelassen. Gerade das Drumming klingt arg simpel und repetitiv, die Gitarren halten sich zurück respektive sind in der Kulisse der etwas zu kitschigen Keyboardarrangements kaum zu hören. Somit erübrigen sich auch die auf der EP enthaltenen Instrumental-Versionen, die so gut wie keine Wirkung erzielen.

Das es leider Gottes noch schlimmer geht, zeigen dann allerdings die sogenannten Akustik-Versionen; die eher nach Kirmes oder Fahrstuhlmusik klingen als nach dem Produkt einer Power Metal-Band. Hier haben sich A HERO FOR THE WORLD wahrlich keinen Gefallen getan – was auch für die absolut unsägliche Chipmunk-Version von THE OTHER SIDE gilt. Derartige Ausuferungen kennt man eigentlich nur von beliebigen Musikfans auf Youtube, die das Material bekannter Künstler einmal kräftig durch die Bearbeitungsmaschinerie zwirbeln – aber doch nicht von einer Band selbst. Somit kommt es wie es kommen muss: THE OTHER SIDE ist eine absolut zu vernachlässigende, wenn nicht gar dezent peinliche Veröffentlichung einer einst hoffnungsvollen Newcomer-Band. Sicher, es handelt sich um ein reines Independent-Release und eventuell ein Spaßprojekt – aber darauf hätte man lieber verzichten sollen.

Absolute Anspieltipps: THE OTHER SIDE (Original)


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„Alles andere als eine Heldentat, leider.“