Weihnachten=Geschenkezeit, Oder: Wie Generös Ist Die Wertungsvergabe Des Blogs, Speziell In Bezug Auf Power Metal-Alben ?

Herzlich willkommen ! Da sich das Jahr langsam aber sicher dem Ende neigt, ist es mal wieder an der Zeit für das ein oder andere Resümee. Heute geht es dabei um die bisher im Bereich des Power Metal abgegebenen Wertungen, oder genauer: es soll geschaut werden, wie großzügig (oder eben nicht) die allgemeinen Wertungsvergaben auf diesem Blog ausfallen. Hierzu ist die folgende Tabellen-Aufstellung zu betrachten – die die Wertungen zu den Reviews der bisherigen Studioalben (einige Singles, Demos und / oder EP’s fehlen hier, doch die sind ohnehin weniger interessant) zusammen zählt.

Wertung Anzahl
0.5 0
1.0 5
1.5 6
2.0 9
2.5 9
3.0 9
3.5 26
4.0 46
4.5 31
5.0 44
5.5 43
6.0 51
6.5 65
7.0 99
7.5 84
8.0 143
8.5 61
9.0 58
9.5 45
10 36

Was in jedem Fall festzustellen ist: im allgemeinen häufen sich die Wertungen im oberen Bereich, das heißt ab einer Wertung von 7.0 von 10 Punkten. Woran das liegt oder liegen könnte, ist schwer zu sagen – vielleicht werden auf Oliverdsw.Wordpress schlicht zu viele eher gute Alben konsumiert (und rezensiert). Und tatsächlich, so unwahrscheinlich ist das gar nicht. Schließlich macht es auch automatisch mehr Spaß, etwas zu einem Album zu schreiben was einem selbst gefällt – während viele eher unspektakulärere Releases links liegen gelassen und damit gar nicht erst behandelt werden. Vielleicht aber sollte sich das in Zukunft noch etwas ändern – immerhin geht es auch um eine gewisse Form der Glaubwürdigkeit. Denn: wenn ein Blog ausschließlich gut bewertete Alben aufführt, ist das unter Umständen schon etwas merkwürdig.

Gut, ganz so weit ist es hier noch nicht – zumal immerhin eine handvoll Alben tatsächlich auch mal schlechte bis ganz und gar unterirdische Wertungen eingefahren haben. Übrigens: dass es bisher noch kein Album mit einer Wertung von 0.5 von 10 Punkten (was in diesem Wertungssystem die schlechteste aller Wertungen wäre) gibt, ist nicht wirklich ein Zufall – bisher hat es schlicht noch kein Album geschafft, derart zu enttäuschen. Wirklich, wirklich schlechte Alben bekommen so zumeist eine Wertung von 1.0 von 10 Punkten – und alles, was sogar noch darunter liegen könnte; wird die Zukunft (hoffentlich nicht) !) offenbaren. Und: dass die 8.0 recht oft frequentiert wird, ist ebenfalls kein Wunder – liegen viele Alben schlicht exakt zwischen dem Dasein als überdurchschnittliche (Wertungen bis 8.0) und herausragende (Wertungen ab 8.5) Werke. Aber was meint ihr ? „Lohnt“ es sich, auch nicht gerade wohlwollende oder gar vernichtende Kritiken zu lesen ? Oder soll das Ganze eher in Richtung eines, man nenne es Empfehlungsblogs gehen ? Vielleicht bietet es sich (und das wie so oft) an, die goldene Mitte zu treffen… wo auch immer die liegen mag.

Metal-CD-Review: FROZEN LAND – Frozen Land (2018)

Alben-Titel: Frozen Land
Künstler / Band: Frozen Land (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 07. Dezember 2018
Land: Spanien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Aki Kuokkanen – Drums
Tuomas Hirvonen – Guitars
Lauri Muttilainen – Keyboards
Tony Meloni – Vocals
Juhana Heinonen – Bass

Track-Liste:

1. Loser’s Game (04:26)
2. Delusions of Grandeur (03:20)
3. The Fall (05:02)
4. Underworld (Manala) (05:16)
5. The Rising (04:36)
6. Unsung Heros (04:30)
7. Orgy of Enlightenment (04:27)
8. Mask of the Youth (04:42)
9. I Would (04:42)
10. Angels Crying (E-Type cover) (03:50)

Mach‘ das Fenster zu, mich fröstelts.

Der Winter ist da – nur nicht (mehr ?) inmitten eines dezemberlichen Deutschlands. Um wenigstens ein bisschen in stimmung zu kommen – und zu verdrängen, dass das Wetter zu den hiesigen Feiertagen alles andere als weihnachtlich ausfällt – kann man immerhin auf ein Album wie das heute zu Rezensionszwecken vorliegende FROZEN LAND zurückgreifen. Hierbei handelt es sich um das Debütalbum einer bis dato unbekannten Power Metal-Combo aus den Tiefen Finnlands, die zuvor nur mit einer knappen Demo (LOSER’S GAME aus dem Jahre 2017) in Erscheinung getreten ist und nun offenbar alles daran setzt, in der Welt gehört zu werden. Passenderweise wurde die Band beim ebenso bekannten wie renommierten Genre-Label Massacre Records unter vertrag genommen – und sollte damit auch einige Chancen haben, eben dieses Ziel zu erreichen. Die weiteren Voraussetzungen sind schnell geklärt: drei der fünf Bandmitglieder haben bereits Erfahrung in anderen Projekten sammeln können (der hiesige Drummer Aki Kuokkanen etwa schlägt auch bei den finnischen Kollegen von ASTRALION zu), die angepeilte Spielart ist ein klassischer Power Metal der guten alten europäischen Schule – und das anberaumte Konzept ebenso simpel wie effektiv.

Damit erinnern FROZEN LAND – die sowohl in Bezug auf das Alben-Cover wie auch den Alben-Titel ruhig etwas mehr Einfallsreichtum an den Tag hätten legen können – einstweilen an einige der stärkeren und für die Entwicklung des Genres zweifelsohne wichtigen nordischen Combos, wie sie speziell um die späten 90er und frühen 2000er Jahre herum zu hören waren. SONATA ARCTICA’s Debütalbum ECLIPTICA (siehe Review) etwa bietet sich hier zwecks eines erstaunlich passenden Vergleichs an, oder aber das Schaffen der italienischen Kollegen von LABYRINTH – zumal es auch FROZEN LAND verstehen, eine grundsätzlich perfekt aufgehende Balance aus temporeichen und schlicht enorm mitreißenden Brechern (der Opener LOSER’S GAME, das spätere THE RISING oder das energetische MASK OF THE YOUTH) sowie deutlich ruhigeren Stampfern (THE FALL) oder gar expliziten Balladen (I WOULD) zu etablieren. Dass letztgenannte dabei zu den am ehesten zu vernachlässigenden Momenten des Albums gehören, ist keine allzu große Überraschung – aufgrund dessen, dass nur die wenigsten Combos wirklich gute Balladen schreiben und präsentieren können; aber noch lange kein KO-Kriterium.

So spielen FROZEN LAND ihre Stärken vornehmlich dann aus, wenn sie in Bezug auf die an den Tag gelegten Härte und Spielfreude etwas deutlicher anziehen – was nicht ausschließlich, aber natürlich insbesondere für die flotteren Titel des Albums gilt. Die sind – und das nicht zuletzt aufgrund der äußerst gelungenen Refrains und Soli-Parts – fast schon Selbstläufer, während es mit Nummern wie DELUSIONS OF GRANDEUR, dem leicht folkig angehauchten UNSUNG HEROES oder der (lüsternen ?) ORGY OF ENLIGHTENMENT erst so richtig interessant wird. Hier zeigen FROZEN LAND dann auch tatsächlich – und mit Bravour – auf, was hinsichtlich ihrer handwerklichen Sicherheit und auch musikalischen Bandbreite in ihnen steckt. Das gilt im übrigen auch für Tony Meloni, den angestammten Leadsänger der Band – dessen Name und Herkunft zunächst eher weniger gutes vermuten lässt. Aber selbst in Anbetracht dessen, dass er nicht zu den besten Sängern des Genres gehört und sich mit der bereits erwähnten Ballade keinen allzu großen Gefallen getan hat; macht er hier insgesamt einen mehr als annehmbaren Job – und sorgt zusammen mit den ebenfalls nicht zu verachtenden Fähigkeiten der anderen Mitglieder dafür, dass dem geneigten Genre-Konsumenten beim Genuss eines Albums wie FROZEN LAND eben kein eisiger Schauer über den Rücken läuft.

Das gilt im übrigen auch für die allgemeine Abmischungs- und Produktionsqualität, die einen recht guten Eindruck macht. Mit ein oder zwei kleinen Ausnahmen – denn schließlich klingt der Leadgesang nicht immer wirklich; man nenne es direkt und unmittelbar. Stattdessen scheint es so, als wären hier eventuell einige zusätzliche Filter zum Einsatz gekommen – oder andere Maßnahmen, die den besagten Tony Meloni manchmal so klingen lassen als stünde er ein paar Meter von seinen Bandkollegen entfernt. Und auch der durchaus gut gespielte Bass hätte ruhig noch etwas vordergründiger im Mix platziert werden können. Glücklicherweise aber handelt es sich um insgesamt zu verschmerzende Feinheiten, die FROZEN LAND beim nächsten Mal (und bei einem potentiellen Nachfolge-Album) sicher ohne größere Probleme abstellen könnten. Es ist daher unbedingt notwendig – und sicher auch für alle Seiten zum Vorteil – die Band weiterhin im Auge zu behalten.

Absolute Anspieltipps: LOSER’S GAME, DELUSIONS OF GRANDEUR, UNSUNG HEROES, MASK OF THE YOUTH


„Ein super-solides Genre-Album, das Lust auf mehr macht.“

Metal-CD-Review: DARK MOOR – Origins (2018)

Alben-Titel: Origins
Künstler / Band: Dark Moor (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 07. Dezember 2018
Land: Spanien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Enrik García – Guitars
Alfred Romero – Vocals
Daniel Fernández – Bass
Roberto Cappa – Drums

Track-Liste:

1. Birth of the Sun (04:31)
2. The Spectres Dance (03:25)
3. Crossing Through Your Heart (03:49)
4. Raggle Taggle Gypsy (02:44)
5. In the Middle of the Night (03:52)
6. And For Ever (04:25)
7. Druidic Creed (03:25)
8. Iseult (04:16)
9. Mazy (03:04)
10. Holy Geometry (04:30)
11. Green Lullaby (02:42)

Von Ursprüngen, die keine sind.

Nein – eigentlich hat man nicht mehr wirklich damit rechnen können, dass sich DARK MOOR alsbald mit einem neuen Studioalbum zurückmelden. Und das vornehmlich, da die Karriere der Spanier dank ihres letztaktuellen – und zugegebenermaßen in vielerlei Hinsicht desaströsen – Albums PROJECT X aus dem Jahre 2015 (siehe Review) schon grundsätzlich am Ende schien. Und wer weiß – vielleicht hätte wirklich schon Schluss sein können, Schluss sein sollen mit der Geschichte der einst von der starken Frontfrau Elisa C. Martin (HAMKA) angeführten Genre-Pioniere – die ihre Blütezeit klar zu Beginn der 2000er Jahre hatten. Denn, und das bleibt bei einem näheren Betrachten der hiesigen Diskografie nicht lange ein Geheimnis: irgendetwas ist nach dem noch relativ guten ANCESTRAL ROMANCE (Review) aus dem Jahre 2010 mit der Band geschehen. Etwas, das sowohl mit der stilistischen Ausrichtung der Band als auch speziell mit dem Werdegang des 2003 akquirierten Frontmanns Alfred Romero in Verbindung steht – der seit einigen Jahren schlicht kaum wiederzuerkennen respektive nur noch ein Schatten seiner selbst (oder eher seiner früheren Gesangsleistung) ist. Was genau das ist oder welches die Gründe für einige der offensichtlich fälschlicherweise getroffenen Entscheidungen gewesen sein könnten – das wissen wohl nur die Mitglieder von DARK MOOR selbst. Zumindest ist das zu hoffen. Wobei, und das sei an dieser Stelle erwähnt; sicher niemand ernsthaft erwartet – geschweige denn es generell erwarten kann – dass die Spanier jemals wieder zu ihren alten Glanzzeiten zurückkehren.

Betrachtet man das Schaffen einiger anderer, ebenfalls langjährig aktiver Genre-Combos; scheint das auch gar nicht nötig. Zumindest prinzipiell – und wenn, ja wenn man sich nur nicht derart verirrt wie nun eben DARK MOOR. Entsprechend wenig überraschend ist dementsprechend, dass es die Spanier auch mit ihrem aktuellen ORIGINS nicht mehr schaffen, das Ruder nennenswert herumzureissen – auch wenn der Alben-Titel selbst durchaus in Richtung einer, man nenne es stilistischen Ursprungssuche interpretiert werden könnte. Doch dem ist leider nicht so. Viel eher bezieht sich der Begriff ORIGINS hier auf eine allgemein klassisch orientierte Herangehensweise, die sich vor allem hinsichtlich der angepeilten Spielart bemerkbar macht. Will heißen: DARK MOOR überhaupt noch als Power Metal-Combo zu bezeichnen fällt zusehends schwerer, ja; wird in Anbetracht der auf ORIGINS offerierten Klänge schier unmöglich. Die Zeiten, in denen sich die Spanier in mehr oder weniger symphonisch angehauchten Gefilden des Genres bewegten; scheinen jedenfalls endgültig vorüber. Anders gesagt: anstelle des wohligen, unverwechselbaren und für immer in Erinnerung bleibenden Sounds von Alben wie THE GATES OF OBLIVION (Review) tritt nun eine; gelinde gesagt etwas andere Klangkulisse – eine, an die man sich selbst mit bestem Wohlwollen und der Akzeptanz für Veränderungen nur schwerlich gewöhnen kann.

Schlkießlich macht schon der als Videosingle ausgekoppelte Opener BIRTH OF THE SUN klar, wohin die Reise auf und mit ORIGINS gehen soll. So haben sich DARK MOOR auch dieses Mal für einen insgesamt eher weichen, vielleicht sogar am ehesten im Bereich des Soft- beziehungsweise Radiorock zu verortenden Stil entschieden. Einen, der leider kaum Alleinstellungsmerkmale hat – und bei dem selbst die gut gemeinten Folk-Elemente grundsätzlich in einer schier endlosen Langeweile verpuffen. Ein gutes Beispiel dafür ist sicher auch das gleich auf den Opener folgende THE SPECTERS DANCE, das irgendwo (das heißt: so unterschwellig wie es nur irgendwie möglich ist) eine mitreißende Wirkung hat – insgesamt aber so langatmig, simpel und eintönig klingt dass es schmerzt. Und es geht weiter, denn: während schon das lahme CROSSING THROUGH YOUR HEART kaum Punkte sammeln kann – erst recht nicht in Anbetracht der absoluten, zu DARK MOOR einfach nicht passenden Radiotauglichkeit – wird es mit der Interpretation zu RAGGLE TAGGLE GYPSY erst so richtig düster. So verquer wie hier hat schlicht schon lange keine ehemalige Power Metal-Formation mehr geklungen – dem sich hier recht abenteuerlich gebenden Frontmann Alfred Romero und der peinlich-schwach klimpernden Instrumenten-Fraktion sei Dank. Im direkten Vergleich (und da sie den Titel ebenfalls erst kürzlich eingesungen haben) klingen selbst die nur vermeintlich raubeinigen Seemänner von SANTIANO so, als wären sie in ein Fass voll mit stärkendem Zaubertrank gefallen.

Vielleicht wäre all das nur halb so schlimm, wenn man nur das Gefühl hätte dass DARK MOOR wirklich wüssten was sie da machen – und vor allem auch, dass sie sich nicht in diverse Richtungen verbiegen. So aber klingt und wirkt ein Album wie ORIGINS nur wie ein schlechter Witz. Einem, der einem die Weihnachtszeit gehörig vermiesen könnte. Denn selbst wenn man jegliche stilistische Geschmacksfragen einmal außen vor lässt – oder sich am besten gleich selbst vormacht, dass es sich bei ORIGINS um ein Debütalbum einer bisher unbekannten Indie-Combo handelt – kann das Album einfach nicht bestehen. Der Gründe dafür gibt es schließlich und schlicht zu viele: seien es die einfach nur ärgerlich-schwache Gesangsdarbietung von Alfred Romero, der gefühlt kaum vorhandene Instrumental-Part mit seinem fast schon übertrieben weichen und reichlich unspektakulären Gesamteindruck, die eher belanglosen Texte, die ebenso simplen wie vorhersehbaren Strukturen, die dank der kargen Abmischung und Produktion wenig eindringliche Präsentation, absolut unterirdische Einzel-Nummern wie der Rausschmeißer-Ballade GREEN LULLABY und noch so viel mehr – es scheint, als wären DARK MOOR am Ende. Anders gesagt: wenn schon PROJECT X nicht der Sargnagel für die Karriere der Spanier war, dann ist es spätestens ORIGINS. Auch wenn das aktuell nicht viel hilft: Anfang und Ende sind bekanntlich eins – und die Spanier werden aufgrund ihrer früheren, allemal positiven Genre-Beiträgen in guter Erinnerung bleiben.

Absolute Anspieltipps: /


„Nicht weniger als das endgültige Ende einer Ära.“

Das Beste Power Metal-Album Des Jahres 2018 Ist… *HOT*

In der Tat – und ganz egal wie sehr man sich dagegen wehrt – ist mittlerweile schon wieder ein ganzes, je nach persönlicher Facón mehr oder weniger spektakuläres Jahr vergangen. Zeit also, einen Blick auf das zu werfen was das Jahr an potentiell hervorragenden Power Metal-Releases hervorgebracht hat – oder ob es vielleicht sogar zu einem der legendären Genre-Jahre werden könnte. Wobei es danach – und leider – nicht wirklich aussieht, denn dafür gab es dieses Jahr schlicht zu wenig prägnante Highlights. Das bedeutet indes nicht, dass es nicht doch einige nennenswerte Veröffentlichungen gab – die man im besten Fall nicht nur 2018, sondern auch noch in vielen Jahren hören wird.

Genauer gesagt sind es derer exakt 10 potentielle Kandidaten, die im folgenden vorgestellt werden sollen – wobei in einer umgekehrten Reiehenfolge vorgegangen wird. Die folgenden 10 Plätze beinhalten also möglicherweise das interessanteste, was in Bezug auf den diesjährigen Power Metal los war – wenngleich andere Meinungen antürlich ebenfalls gern akzeptiert sind. Beginnen wir mit…


Platz 10

KAMELOT – The Shadow Theory

Man kann von KAMELOT halten was man will – doch Fakt ist, dass die edlen Ritter der Tafelrunde über die Jahre kontinuierlich qualitatives Genre-Material abliefern. Ein Material der vergleichsweise getragenen und anspruchsvollen Sorte – was gut ist für die allgemeine Genre-Vielfalt, und in Anbetracht der Alleinstellungsmerkmale der US-Amerikanischen Power Metaller ein sehr gut aufgehendes Rezept ist.


Platz 9

RUNELORD – A Message From The Past

Mit ihrem A MESSAGE FROM THE Past ist der quasi-Newcomercombo RUNELORD eine echte Überraschung gelungen. Eine Überraschung, die sich längst nicht nur auf das gelungene Cover-Artwork bezieht, welches die Stimmung des Albums bereits perfekt einfängt – sondern eine, die sich auch auf das an den Tag gelegte Handwerk und Hymnen von der Schlagkraft eines VALKYRIES ETERNAL WINTER bezieht. Gratulation !


Platz 8

ALBION – Buried Souls

Allemal eine weitere freudige Überraschung markiert das Album BURIED SOULS von ALBION – einer ein-Mann-Combo aus den USA, die einen deutlichen Hang zur Retrospektive hat und sich zudem für allerlei Computerspiel-Welten begeistert. Das mag ungewöhnlich klingen, oder auch den Anschein eines simplen Hobby-Projekts erwecken – doch Fakt ist, dass ein Album wie BURIED SOULS schlicht einen enormen Charme entwickelt. Oder eher entwickeln kann, lässt man sich einmal auf das Projekt ein…


Platz 7

DRAGONY – Masters Of The Multiverse

Wenn es um gute Genre-Musik geht, die trotz des Bedienens etlicher Klischees frisch und angenehm klingt; waren die Österreicher von DRAGONY schon länger ein waschechter Geheimtipp. Mit ihrem MASTERS OF THE MULTIVERSE haben sie nun den Vogel abgeschossen – und der geneigten Hörerschaft ein Album kredenzt, welches mit zahlreichen Bezügen auf die Popkultur aufwartet und einige schlagkräftige Hymnen bereithält.


Platz 6

RIOT V – Armor Of Light

Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht ? Mit ihrem neuesten Werk ARMOR OF LIGHT haben die alten Hasen von RIOT V wahrlich nichts neues oder gar weltbewegendes auf die Beine gestellt. Dennoch entfaltet das Album schnell einen gewissen Reiz, wobei schon das ulkige Cover klarmacht: man muss nicht immer alles allzu ernst nehmen.


Platz 5

VEONITY – Legend Of The Starborn

Zwar reicht LEGEND OF THE STARBORN nicht ganz an seinen Vorgänger INTO THE VOID heran, aber dennoch ist den aufstrebenden Power Metallern von VEONITY ein weiterer Geniestreich gleungen. Und das trotz oder gerade wegen der eher einfachen Texte und Strukturen, deren Wirkungskraft man sich einfach nicht entziehen kann.


Platz 4

Heavatar – Opus II – The Annihilation

Ob sie ihre Konkurrenz wirklich mit einem Album wie THE ANNIHILATION haben ausradieren können, ist ungewiss – aber dennoch haben HEAVATAR bewiesen, dass mit ihnen zu rechnen ist. Das Zweitwerk der noch jungen Combo macht ordentlich was her – und steht damit ganz im Gegensatz zum neueren Schaffen von VAN CANTO, dessen Mitglied Stefan Schmidt einer der wichtigsten Köpfe von HEAVATAR ist.


Platz 3

ORION’S REIGN – Scores Of War

Wahrlich – man kann dieses Jahr kaum schöner in die Schlacht ziehen als mit SCORES OF WAR, dem erst zweiten offiziellen Album der schon länger existierenden Power Metal-Combo ORION’S REIGN. Nachdem sie einen neuen Leadsänger und ihren Stil gefunden haben, kann es nun offenbar entgültig losgehen für die Griechen.


Platz 2

POWERIZED – The Mirror’s Eye


Nein – mit einem Album wie diesem hat man wirklich nicht rechnen können. Umso erstaunlicher ist das, was POWERIZED mit ihrem Debütalbum THE MIRROR’S EYE letztendlich auf die Beine gestellt haben. Seien es die ebenso einzigartige wie unglaubliche intensive Atmosphäre, die spannend aufbereiteten Textinhalte, die perfekt inszenierten Chöre und nicht zuletzt das Handwerk der einzelnen Mitglieder – POWERIZED stecken tatsächlich voller Energie, und werden wohl auch noch in Zukunft einiges abliefern. Zu wünschen wäre es ihnen jedenfalls. Doch schon jetzt reicht es zu einer absoluten Empfehlung und eines der wichtigsten Genre-Alben des Jahres 2018.


Platz 1

POWERWOLF – The Sacrament Of Sin

Angekommen beim unteren Ende der Aufstellung erwartet den geneigten Hörer ein Album, welches eigentlich gar nicht so viel hermacht. Zumindest auf den ersten Blick und in Anbetracht der Tatsache, dass die kampfeslustigen Recken von POWERWOLF in den letzten Jahren bereits ganz ähnliche Werke auf die Beine gestellt hatten – und das ohne jemals allzu sehr von ihrem ursprünglich eingeschlagenen Weg oder auch musikalischen Stil abzuweichen. Dass sie es dennoch schaffen, ein ums andere Mal noch ein Schippchen draufzulegen ist die eigentliche Überraschung – und ein guter Anhaltspunkt dafür, dass die Wölfe eine der besten Power Metal-Combos aller Zeiten sein könnten. Glückwunsch !


Und damit auf ein neues, mindestens ebenso gutes; ja wenn nicht gar noch besseres Metal-Jahr 2019 !

Filmkritik: „Passagier 23 – Verschwunden Auf Hoher See“ (2018)

Filmtyp: Spielfilm
Basierend Auf: Romanvorlage
Regie: Alexander Dierbach
Mit: Lucas Gregorowicz, Picco von Groote, Oliver Mommsen u.a.
Land: Deutschland
Laufzeit: ca. 100 Minuten
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Thriller
Tags: Kreuzfahrt | Schiffsreise | Verschwunden | Entführung | Kidnapping

Wehe dem, der hier als dreiundzwanzigster eincheckt.

Inhalt: Eigentlich hat der Polizeipsychologe Martin Schwarz (Lucas Gregorowicz) schon die Hoffnung aufgegeben, jemals mehr über das Ableben seiner Frau und seines Sohns in Erfahrung bringen zu können. Vor gut 5 Jahren war die Familie gemeinsam auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs, wobei die beiden unter mysteriösen Umständen verschwanden – offenbar gingen sie bei voller Fahrt von Bord. Doch warum seine Frau einen erweiterten Suizid hätte begehen soll, erscheint Martin nach wie vor schleierhaft. Jetzt aber, und nach all den Jahren erhält er die Nachricht; dass es neue Informationen geben könnte – wofür er sich erneut auf das besagte Kreuzfahrtschiff, die Sirius begeben muss. Hier erfährt er außerdem von einem weiteren Fall, bei dem ein zunächst verschwunden geglaubtes Mädchen plötzlich wieder aufgetaucht ist –  und das auch noch mit dem Teddybär seines Sohnes im Arm. Angetrieben vom Drang, endlich Licht in die dunklen Ereignisse bringen zu können; begibt sich Martin erneut auf Spurensuche…

Kritik: Dass man nicht allzu viel von einem Film erwarten sollte, bei dem es sich wie im Fall von PASSAGIER 23 um eine Eigenproduktion eines privaten TV-Senders handelt; liegt auf der Hand. Dennoch, und das ist die eigentliche Überraschung; macht die Verfilmung von Sebastian Fitzeks gleichnamiger Romanvorlage einen recht ordentlichen Eindruck – erst Recht natürlich, wenn man ihn mit anderen Eigenproduktionen der jüngeren Zeit oder einer ähnlichen Machart vergleicht.

Vornehmlich liegt das daran, dass es den verantwortlichen durchaus gelungen ist ein möglichst großes Maß an Spannung zu generieren: die dezent klaustrophobisch angehauchte Atmosphäre auf dem Kreuzfahrtschiff mit all seinen Korridoren und mehr oder weniger versteckten Räumen wurde gut umgesetzt, und der Zugang zu eigentlich abgeschotteten und somit eine gewisse Faszination ausstrahlenden Sperrbereichen erlaubt dem Zuschauer, selbst ein gutes Gefühl für die geheimnisvolle Spurensuche auf dem Schiff zu entwickeln. In jedem Fall hochzuhalten ist in diesem Zusammenhang die Arbeit an der Kamera inklusive der stimmigen Ausleuchtung und Inszenierung der Schauplätze, der sich angenehm einfügende Soundtrack, und ja: auch die Darsteller machen einen akzeptablen bis guten Job, auch wenn man es hier – und hinsichtlich der sowohl den Roman als auch den Film begleitenden atmosphärischen Kühle – etwas übertrieben hat.

Weitere Schwächen offenbart das Werk erst in der näheren Betrachtung, respektive bei einem intensiveren Einsteigen und Fragen-stellen: während auf manche Detail durchaus geachtet wurde (wie etwa die Migräne-Attacken des Hauptcharakters), hat der Film dann doch an zu vielen Ecken und Enden Probleme hinsichtlich seiner Glaubwürdigkeit. Hier hätte man noch mehr Ideen investieren beziehungsweise sich weitaus nachvollziehbarere Erklärungen aus dem Ärmel schütteln müssen, um die Spannung schlicht und ergreifend nicht mit zu vielen eher hanebüchen erscheinenden Elementen in eine Waagschale zu werfen. Dennoch handelt es sich um einen soliden Thriller, den man sich nicht anschauen muss – aber anschauen kann, und das ohne größere Probleme.

 

Bilder / Promofotos / Screenshots: MG RTL D / Wolfgang Ennenbach

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„Kein spektakulärer, aber doch solider Thriller – erst Recht für eine TV-Produktion.“

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